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erklärung der gemeinen Gerichte null und nichtig wurden, hat den Sehr richtig! Aber es wäre nun auch allerhöchste Egyminister veranlaßt, wieder in sein Vaterland zurückzukehren. 3eit, daß der Freisimm solch einen energischen Vorstoß" Allem fühlte sich Nasi gewachsen, nur nicht der Pein der Unter- unternähme! Bisher hat er doch nur der skeptischen Welt ver­suchungshaft... tündet, daß die Regierung gnädigst geruhen wolle, eine Wie geht es nun zu, daß man gestern abend zur Verhaftung Wahlreform zu bescheeren wobei das Wann und des Angeklagten geschritten ist? Hat man Nasi und seine Verteidiger, Wie völlig im Dunkel gelassen worden ist! hat man die Presse und die öffentliche Meinung geflissentlich Es wäre in doppelter Beziehung geboten, daß der Frei­falsch informiert, um Nasi ins Netz zu locken, oder ist die Ver- finn nun auch seinerseits energisch ins Zeug ginge und einen haftung nicht zu Recht geschehen?- Wir zögern nicht, uns der Wahlrechtssturm inszenierte! Einmal bewiese das der zweiten Ansicht anzuschließen. Der Senatspräsident ist mit allen Regierung, daß der Freisinn nicht wieder die Rolle des richterlichen Befugnissen ausgestattet und kann alle Maßnahmen Genasführten spielen will, und eine solch unzweideutige treffen, die ihm zur Feststellung der Wahrheit nüßlich erscheinen. Er Willensbekundung wäre den konservativen Einschüchterungs­fann also ohne Zweifel auch Haftbefehle erlassen. Aber trotzdem versuchen gegenüber nur zu sehr am Blaze. Zweitens aber hat er ebensowenig wie die gemeinen Gerichte das Recht, böte die Entfesselung einer Wahlrechtsbewegung im Volte dem einen Deputierten während der Kammersession ver- Freisinn die Möglichkeit, auch das Zentrum für die Wahl­Haften zu lassen! Die ohne Autorisation der Kammer erfolgte reform derartig zu engagieren, daß den Konservativen gar Verhaffung Nafis haltert wir demnach für eine Verlegung der nicht die Möglichkeit bliebe, sich wegen eines parlamentarischen Privilegien. Wahlrechtskonflikts mit dem Zentrum gegen den Freisinn zu Ob der Freisinn sich

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Nun hat allerdings das italieniſche Parlament vor drei Jahren verbinden sich erblich der Situation selbachi

Toer i Polen - Auskauf. nisu

gewachsen

Der Regierung scheinen die Erörterungen der Presse über die für die nächste Tagung des preußischen Landtages be­stimmte Ostmarken- Vorlage sehr unbequem zu sein; denn die Berl. Pol. Nachr." veröffentlichen folgende offiziöse Notiz:

bereits die Autorisation zum Strafverfahren gegen Nasi und ชน seiner Verhaftung gegeben. Durch diese Autorisation zeigen wird? wurde die Reihe die Reihe von Maßnahmen Maßnahmen eröffnet, die in der Inkompetenzerklärung der gemeinen Gerichte ausliefen. Aber diese Inkompetenzerklärung hob alle Rechtsakte auf, die zu ihr geführt hatten, auch die von der Kammer erteilte Autorisation. Wollte man das in Abrede stellen, so wäre das fernere Verhalten des Parla­ments nicht zu erklären. Denn wenn die damals erteilte Autori­sation noch heute in Kraft wäre, dann könnte die Kammer noch heute ungeachtet der Zukompetenzerklärung- Nasi den gemeinen Gerichten übergeben. Statt dessen hat die Kammer aber den Fall einer neuen Prüfung unterzogen und ihn auf Grund dieser neuen Prüfung dem Senat zur Aburteilung überwiesen. Von einer neuen Autorisation zur Verhaftung war nicht die Rede. Die alte ist offenbar von der Kammer selber zurückgezogen worden, indem diese von der Ueberweisung an die gemeinen Gerichte absah. Somit ist Nasi, trotz seines Parlamentsmandats und ohne bei frischer Tat ertappt" zu sein, während der Session verhaftet worden, im Widerspruch zu den Bestimmungen der Verfassung. tan)

Eine Stunde später als Naft wurde auch Lombardo verhaftet, fein Privatsekretär, der des Ministers böser Geist gewesen sein soll. Die Verteidiger Nafis haben sofort bei der Senatspräsidentschaft beantragt, daß der Verhaftete entiveder im Senatsgebäude oder auf der Engelsburg gefangen gehalten werde, da alle vor dem Senat Angeklagten bisher an einem dieser beiden Orte in Haft gehalten wurden, nicht im allgemeinen Gefängnis. Heute hat die Ver­teidigung sodann den Antrag auf Haftentlassung gegen Kaution gestellt.

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Man mag über die Rechtmäßigkeit dieser Verhaftung denken wie man will, jedenfalls ist es erfreulich, daß durch den Nasi- Prozeß die ungeheuerliche Korruption in der italienischen Regierung wieder einmal öffentlich zur Sprache kommt.-

Rom , 18. Juli. Der Senatspräsident und die beiden Senatoren, bie mit der Einleitung des Prozeßverfahrens gegen den früheren Minister Nasi betraut sind, haben im Gefängnis Regina Coeli zunächst den früheren Kabinettschef Nasis, Lombardo, vernommen. Nasi selbst wird heute nachmittag vernommen werden.

Rom , 18. Jult.( B. S.) Wie aus Sizilien berichtet wird, nimmt die Aufregung infolge der Verhaftung des früheren Ministers Nasi immer mehr zu. Es soll die Absicht bestehen, das Beispiel der französischen Winzer zu befolgen und die Steuerzahlung zu verweigern sowie das politische Leben zu

unterbinden.

Politische Ueberlicht.

Berlin , den 18. Juli 1907.

und

Vertrauens= gewissen charakterlojen bruchs müssen jeden Einsichtigen mit zwingender Notwendig­keit davon überzeugen, daß durch die Auslieferung an die Deffent­lichkeit eine schwere Schädigung kirchlicher Interessen ein­getreten ist.

5. Jede sachliche Kritik ist uns in der vorhandenen ver­antwortungsvollen Lage besonders willkommen und wird der endgültigen Fassung der Bittschrift zugute kommen.

6. Wir erklären uns in allen unternommenen Schritten solidarisch und bemerken, daß nur diejenigen öffentlichen Ec­flärungen und Ausführungen von uns stammen, welche aus­drücklich als authentisch bezeichnet oder aber mit unserem vollen Namen versehen sind.

7. Endlich bitten wir um positive Mitarbeit auf der bereits gewonnenen breiten und stets firchlich korrekt gebliebenen Basis. Münster , den 16. Juli 1907.

Justizrat Hellraeth. Assessor Dr. ten Hompel. Professor Dr. Plaßmann. Schmedding, Mitglied des Hauses der Ab­geordneten. Prof. Dr. Schwering

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Klassengegensätze im Zentrum.

Jm Bayrischen Vaterland" hat sich jemand im Sinne des Zentrumsabgeordneten Heim für die Organisierung der Landarbeiter ausgesprochen. Darauf antwortet in demselben Blatte ein Bauer wie folgt:

So große Achtung und Verehrung ich für Dr. Heim habe, mit dieser Idee bin ich ganz und gar nicht einverstanden, denn unsere heutigen Dienstboten sind ohnehin schon organisiert, von denen ist einer allein schon eine ganze Bande. Solche Dienstboten, wie Dr. Heim im Sinne hätte, organisatorisch heranzuziehen, treue und ordentliche zur Herrschaft haltende Dienst­boten, findet Dr. Heim in einem Bezirksamt nicht so viele zit­sammen, daß er auch nur einen ganz kleinen Verein gründen fann.. Die Bauern getrauen sich zu ihren Geistlichen über diese Idee selten etwas zu sagen, weil die Bauern erstens auf Dr. Heim und zweitens auf die Geistlichen, welche auf Dr. Heim schwören, große Stüde halten. Aber Dr. Heim sollte einmal feine eigenen Bauern hören, wenn sie unter sich sind, wie sie da, Bauern zu Bauern, über die Jdee des sonst auch von mir hochverehrten Dr. Heim losziehen."

,, An den jetzt wieder hervortretenden Erörterungen der Presse über die angebliche Gestalt der schon in der Thronrede bei der Eröffnung der letzten Landtagstagung angekündigten weiteren Vorlage zum Schuße des Deutschtums in den Dstmarken ist so viel richtig, daß von den zuständigen Behörden in den zweisprachigen Landesteilen im Interesse wirksamer Fortführung Fortführung der Ansiedelungspolitik die Gewährung eines erweiterten Enteignungsrechts für die Aufgaben der Ansiedelungs­tommission befürwortet worden ist. Ueber diese Anregung sind einflußreiche Politiker der verschiedensten Richtungen in beiden So äußern fich Zentrumsbauern gegenüber Organisationen, die Häusern des Landtages fondiert worden. Das Ergebnis der Er- von vornherein auf den Streit verzichten und versichern, daß ihre mittelungen war den Absichten der erwähnten Behörden in den Bestrebungen sich in den bescheidensten Grenzen halten sollen. Es Ditmarten nicht günstig. Es ist daher nicht nur von der Ein- ist doch schön bestellt mit der ausgleichenden Gerechtigkeit" und bringung der zuerst in Aussicht genommenen Border christlichen Bruderliebe" im Zentrum. So hatten, tie lage für die nächste Tagung Abstand genommen, die Kölnische Volkszeitung" mitteilt, im Regensburger Bezirk es ist auch die Wahl eines anderen Weges zur Förderung der einige im christlichen Hülfs- und Transportarbeiter- Verbande Landpolitik der Regierung als der der Verstärkung des Ent- organisierte Landarbeiter, die bisher im Winter 1,30 bis 1,50, in eignungsrechtes, wie er von der Ansiedelungskommission angeregt Sommer 1,50-1,90 m. verdienten, gewünscht, daß im Winter der worden, in Aussicht genommen. Die rechtlichen und praktischen Durchschnittslohn 1,50, im Sommer 1,80 M. betragen solle, wobei Schwierigkeiten, die mit der Wahl einer solchen anderen Sach natürlich die heute bezahlten höheren Löhne bestehen bleiben sollten. behandlung notwendig verknüpft sind, haben nach einer Mitteilung Es handelte sich also, wie ausdrücklich hervorgehoben wird, nicht um des Landwirtschaftsministers in der Budgetkommission des Ab eine Lohnerhöhung, sondern um eine Lohnregelung. Nichtsdesto­geordnetenhauses auch den Ausschlag zur Verschiebung der Bor - weniger lehnten die Gutsbesizer im frommen Regensburger Lande lage bis zur nächsten Tagung gegeben. So liegen die Dinge. jede Verhandlung mit den Arbeitern ab. Es ist daher kein ausreichender Grund vorhanden, sich, wie es in einem Teile der Presse geschieht, jetzt wegen der in der nächsten Tagung zu gewärtigenden Vorlage aus Gründen Der nächste Katholikentag wird durch das Lokalkomitee zur Vors ber inneren und der äußeren politik zu beun- bereitung der 54. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands " ruhigen." zum 25. bis 29. August nach Würzburg einberufen. In dem völlig Die Berl. Pol. Nachr." sagen nicht, daß die Enteignungs- im bekannten Rebestil der Katholikentage gehaltenen bilderreichen pläne aufgegeben sind, auch nicht, welcher Art der gewählte Aufruf heißt es: triebenen Antifarnickelpolitik ist; sie weiß nur, daß kein Grund andere Weg" zur Förderung der von der Regierung be­zur Beunruhigung über den von der Regierung für die nächste Landtagstagung bestimmten Gesetzentwurf vorliegt. Ein Dementi, das an Naivität nichts zu wünschen übrig läßt.

Abschiebung eines Oesterreichers.

Wir teilten fürzlich mit, daß ein Desterreicher, der Buchbinder Buftig, polizeilich sistiert und ihm die Abschiebung angedroht wurde. Luftig ist verheiratet, lebte seit 1892 in Berlin , stand zur Blockpolitik und Wahlrechtsreform. Zeit der Verhaftung in Arbeit und ist Vater von vier un­Während sich der Freifinn auf halbe und un- mündigen Kindern. Strafbares hat er sich nicht zu berbindliche Versprechungen der Regierung verläßt und schulden kommen lassen. In Polizeigewahrsam wurde er lediglich geduldig des Gnadengeschenkes harrt, das ihm Fürst Bülow deshalb genommen, weil er anarchistischer Gesinnung ist. Dieser in Gestalt eines preußischen Wahlreformgesetzentwurfes dar- Lage ist nun Luftig, wie uns mitgeteilt wird, nach Desterreich bringen soll, überbieten sich die Stonservativen täglich in abgeschoben worden. Er wurde, von zwei Bolizeibeamten Drohungen und Einschüchterungsversuchen. estortiert, nach Oberberg gebracht, dort von der österreichischen Polizei in Empfang genommen und nach Chrzarnow, seiner So schreibt eine konservative Korrespondenz:

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Es ist jüngst gesagt worden, die Wahlrechtsfrage müsse in Watergemeinde, gebracht. Auf die gegen die Verhaftung und die Breußen die Fahne sein, um die der Liberalismus sich sammele Androhung einer Abschiebung von der Ehefrau eingelegte Beschwerde und die er verteidigen müsse. Es scheint, als wollen die liberalen ist bis heute noch kein Bescheid erteilt. Die Gemeinsamkeit des Parteien eine Kabinettsfrage hieraus machen und den Vorgehens der österreichischen und preußischen Behörden läßt die Kampf den anderen Parteien aufdrängen. Auch die Regie- ungerechtigkeit des geschilderten Vorgehens noch traffer hervortreten. rung in Preußen scheint eine merkwürdige Schwäche zu Es scheint, als ob gewisse spiritistische Kreise das Gespenst einer beweisen und will den liberalen Forderungen entgegen internationalen Anarchistengefahr zur Verdeckung reaktionärer Pläne tommen. Unter diesen Umständen ist es nüßlich und gut, die notwendig gebrauchen!- Frage zu stellen: Wohin soll der Kurs für die Zukunft gehen?

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Die Kultur- Liga.

Zentrumsparade.

Glanzvoll, einem mächtig anschwellenden Strom gleich, haben fich die Generalversammlungen der letztbergangenen Jahre in Straßburg und Effen gestaltet; die altberühmte Hauptstadt unserer Reichslande und die gewaltige Zentrale deutschen Industrielebens in den Rheinlanden hatten ihre ganze Kraft aufgeboten, um bei erstmaliger Abhaltung der Versammlung in ihren Mauern alle früheren zu überflügeln. Ein gewiffes Bangen mußte sich deshalb in unserer Stadt Würzburg unwillkürlich der borberatenden Kreise bemächtigen, ob man es mit unseren viel bescheideneren Kräften werde wagen dürfen, die unmittelbare Nachfolge zu übernehmen. Allein der vielfach ausgesprochene Wunsch nach einer Versammlung, die weniger kolossal in der äußeren Gestaltung, um so mehr der ruhigen Weiterarbeit an ihren inneren Aufgaben gewidmet sein sollte, verlieh den Mut, das ehrenvolle Anfinnen gerne an­zunehmen.

In unaufhaltsam fortschreitender Bewegung, vielfach mit wahrer Sturmsgewalt vollzieht sich die Entwickelung des modernen Lebens nach allen Richtungen hin. Aber bei aller Größe dieser Erscheinungen und Errungenschaften wird die finnende Menschenseele unwillkürlich nur um so mehr von Sehnsucht nach dem Bleibenden und Ewigen erfüllt, und wie nun eben gegenüber der wechselnden Flucht der irdischen Erscheinungen auch diesem Gedanken vom Standpunkt unserer christlich- katholischen Welt und Lebensanschauung aus zu seinem unveräußerlichen Rechte zu verhelfen sei, um die geheimnisvollen Fäden, die Zeit und Ewigkeit mit einander verbinden, nicht zerreißen zu lassen, das bildet, wie in erster Linie die Aufgabe unserer tirchlichen Heilsordnung, so auch in innigem Zusammenhang damit den un­erschöpflich reichen und vielseitigen Gegenstand des Gedanken­austausches auf unseren Generalversammlungen." Der Liberalismus verspricht sich viel von einer Wahlrechts­Unter dem Aufruf fehlen die Namen dreier Mitglieder des änderung in Preußen. Wir haben jüngst versucht, auseinander­Der von der vatikanischen Bresse der Freimaurerei " und der Lokalfomitees, nämlich der Universitätsprofefforen Dr. Hehn, zusehen, wie gering seine Vorteile wären und wie sehr er die Geschäfte der Sozialdemokratie besorgen Untergrabung der Autorität des sogenannten heiligen Stuhles be- Dr. Kieft und Dr. Merkle. Sie haben es, wie aus Würzburg ge­würde. Zweifellos wird beabsichtigt durch Wahlrechtsände- schuldigte Katholische Kulturbund" zu Münster hat wider Er- meldet wird, in Anbetracht des Papstschreibens an Commer für rungen in Breußen die Straft der Parteien der Rechten zu brechen. warten doch den Mut gefunden, sich gegen die erhobenen An- richtiger gehalten, aus dem Komitee auszutreten.- Eine solche Absicht ist klar und muß bei einem Bundesgenossen schuldigungen zu wehren. Allerdings sehr weit reicht dieser Mut verstimmen. Auch die Regierung soll nicht davor zurüd nicht; im wesentlichen beschränken sich die Kulturbündler" auf schrecken wollen, den festen Boden dieser Parteien zu erschüttern; bie Versicherung, daß ihnen jeder Angriff auf die Autorität der Damit vertieft sie, wie man in Sachsen beobachten kann, die Rruft swischen Ronservatismus und Liberalismus. Kirche, d. h. Roms, fernliegt. In der von ihnen an verschiedene ein Helfer erstanden. Johannes Fusangel, der ehemalige Blockpolitik ist eine zarte Blume, sie ward geboren am 25. Januar, Beitungen gesandten Erklärung heißt es: cuinal geboren aus einem Zufallssieg, der so manchen verblüfft hatte. Diese Blocpolitik hatte bisher niemanden recht befriedigt, von beiden Seiten wurden Opfer verlangt. Zur Not bestand sie drei Monate im neuen Reichstage, aber an eine neue Aera glaubte niemand. Die nächste Tagung wird größere sozialpolitische Auf­gaben bringen, Aufgaben, die den Blockparteien manche Nuß zu Inaden geben werden. Die neuen Geseze sollen liberalen Wünschen angepaßt werden, und konservative sollen, um die Ein­tracht nicht zu stören, selbstlos zurüdgestellt werden.

Diese Politit der Festigung konservativer Jdeen soll noch in Preußen durchgeführt werden. Wohlan, wohin dies führen muß, ist klar. Die Blockidee geht tläglich in die Brüche, einmal muß es doch so fommen, eine Wahlrechtsreform würde diesen Bruch aber beschleunigen. Ist der Bruch erst ein­mal vollzogen, so liegt die weitere Existenz der Dinge tlar bor Augen. Die konservativen Parteien, werden dem alten Bundesgenossen, dem Zentrum, in die Armege= trieben. Eine wirkliche Feindschaft zwischen ihnen bestand nie, dazu ist die Zentrumspartei im allgemeinen eine zu konservative und staatserhaltende Partei. Es dürfte denn auch die Frage auf­tauchen, wäre es nicht besser, wieder nach der früheren Marsch route zu marschieren, nachdem das Zentrum aus seiner dominierenden Stellung verdrängt, nachdem das von der Regierung selbst aufgelegte Bentrumsjoch gebrochen war?"

Die linksfreifinnige Bolts- 8tg." entgegnet darauf: Der Liberalismus, der sich durch solche Mätzchen und durch solche Drohungen" davon abhalten ließe, einen energischen Vorstoß gegen das Dreitlassen­wahlrecht zu unternehmen, wäre nicht wert, zu existieren."

1. Aus den bisher veröffentlichten Schriftstücken und Er. flärungen ergibt sich ohne weiteres, daß es eine Entstellung der Wahrheit ist, wenn man uns die Absicht einer Trennung von der Autorität der Kirche unterschiebt.

2. Unsere Absicht, gemäß dem dringenden Rate wohlunter­richteter Fachtheologen, die Bittschrift nicht nur zunächst den Bischöfen, sondern gleichzeitig auch Seiner Heiligkeit in Rom zu überreichen, kann um so weniger, befremdlich erscheinen und ist um so forretter, als

a) der unmittelbare Weg zum hl. Bater bislang jedem Katholiken jederzeit von Rechts wegen zustand und

b) angesichts der Beteiligung verschiedener Diözesen und Länder Rom als die einzige gemeinsame Instanz aller von vorn­herein notwendig mitberücksichtigt werden mußte.

3. Jeder Katholik, der Geistliche und auch der Laie, hat nicht nur Pflichten, sondern auch Rechte. So ist jeder Laie unter anderem berechtigt, zu erlaubten Zweden mit anderen Laien zusammenzutreten, ohne grundsätzlichen Ausschluß des Klerus die Pflege des Laien- Apostolats zum Gegenstand seiner Pläne und Unternehmungen zu machen, als Sohn der heiligen Kirche bertrauensvoll Bittschriften an den heiligen Vater vorzubereiten und durch Organisation das Gewicht der für seine Anliegen ge= sammelten Unterschriften zu erhöhen.

Jede Verkümmerung dieser Rechte liegt der Kirchlichen Autorität fern und widerspricht ihrem Lebensinteresse. Es muß also schon der Versuch, unser Vorgehen als unrechtmäßig hin­zustellen, als ein völlig unkirchliches Unterfangen zurückgewiesen

werden.

Fusangels Rache.

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Dem Papst ist in seinem Stampfe gegen die Kultur- Liga Sentrumsabgeordnete, bringt in seiner Westdeutschen Volks­Beitung" den Nachweis, daß er ein treuerer Anhänger der päpst­lichen Autorität ist, als die führenden Leute des Zentrums, die ihn talt gestellt haben. In einem Artikel, überschrieben Der Fels Petri", heißt es:

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Ginen ganz eigenartigen Eindruck macht die Stellung­nahme fast der gesamten katholischen Presse gegenüber dem Ein­schreiten Roms in der Münsterschen Angelegenheit. Zuerst war man geneigt, die unangenehme Geschichte überhaupt in Abrede zu stellen, da dies nicht weiter angängig ist, stellt man sich auf den Standpunkt des" Viel Lärm um nichts". Hierin liegt ein sehr schwerer Vorwurf gegen die kirchlichen Organe, welche den Papst zum Einschreiten veranlaßten. Der hl. Vater macht nicht viel Lärm um nichts"! Er hat sehr wohl ge= wußt, was er tat, als er die Kulturgesellschafter" zur Ordnung rief, und es ziemt fich nicht für die katholische Presse, wenn auch nur berhüllt, gegen die Ent­scheidung des Papstes Stellung zu nehmen. Die Wühlerei dauert schon weit über ein Jahr; die Be­wegung hat weitere Kreise ergriffen als das katholische Volk ahnt; ein Teil seiner Führer, darunter vielgenannte Abgeordnete, Schriftsteller, Professoren, Richter, Aerzte usw., ist an der Intrige beteiligt."

Fusangel nennt es eine bedauerliche Ueberhebung, wenn sich die geplante Organisation als Kulturgesellschaft" bezeichne. Süterin und Trägerin der Kultur sei seit den Tagen der ölkerwanderung die Kirche, sie sei dieser Aufgabe

4. Aus der Geheimhaltung des ganzen Unternehmens fann bis heute nicht untreu geworden, und es bedürfe zur Pflege der irgend ein begründeter Vorwurf nicht hergeleitet werden, denn Kultur keiner besonderen Gesellschaft. Außerordentlich peinlich schon die bisherigen Folgen des unverantwortlichen, berühre außerdem der Umstand, daß die Geistlichkeit von der