Nr. 218. 24. Jahrgang.
Zur Organisation der Candarbeiter.
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Antrag des Wahlkreises Teltow Beeskow den Boden bereiten. Er fei deshalb zur Annahme dringend empfohlen. Simon Rabenstein.
Der Antrag lautet: Auf die Tagesordnung des nächsten Parteitages zu setzen: Die Landarbeiterfrage.
Bon allen unerfreulichen Ergebnissen der letzten Wahlen wurde ficher feines so bitter empfunden, wie der Rückschlag in den landwirtschaftlichen Gebieten des Dstens. Welch stolze Hoffnungen Den Parteivorstand zu beauftragen: 1. Vor dem nächsten hatten wir seit 1898 auf die verheißungsvollen Fortschritte in OstParteitag eine Darstellung der landwirtschaftlichen Arbeiter preußen, Mecklenburg , Brandenburg usw. gesezt und nun fast allerverhältnisse in den verschiedenen Teilen des Reiches, sowie eine wärts Stimmenrüdgang, mitunter in erschreckender Höhe. Die Ursachen Zusammenstellung des auf dem Gebiete des Landarbeiterschutzes im einzelnen hier nochmals nachzuprüfen, darf ich mir ersparen. Es und der Landarbeiterorganisation bisher von der deutschen Partei ist zur Genüge, wenn auch nicht immer mit dem Erfolg ausreichender wie von den ausländischen Arbeiterparteien Geleisteten zu verKlarstellung, geschehen. Es genügt, daß das bißchen Kolonialöffentlichen. 2. Unter Zuziehung von Fachleuten den Entwurf rummel, vielleicht auch ein Schweinchen am Troge, daß die eines umfassenden Landarbeiterschutzprogramms auszuarbeiten." Wahlmachinationen des hochgeborenen Verbrechertums auf die Dazu sei bemerkt, daß die oben vorgeschlagenen Maßnahmen bereinzelten, abhängigen, abhängigen, wehrlosen Landarbeiter den ges und Forderungen bei der Begründung des Antrages in Friedenau wollten Einfluß üben konnten. Die Tatsache dieser Hülflosigkeit, vorgetragen, jedoch in den Antrag nicht aufgenommen wurden, um der traurigen sozialen Unterdrückung wie der jammervollen geistigen diesen nicht zu sehr zu spezialisieren. Widerstandsunfähigkeit, steht fest. Unsere Frage muß sein: Wie fönnen wir sie wirksam bekämpfen, wie das große Reservoir der
Der Schweizerische Gewerkschaftsbund hat die Entsendung eines Vertreters abgelehnt, nach der Mitteilung des internationalen Sekretärs Legien nur aus finanziellen, nicht etwa aus prinzipiellen Gründen. Der angemeldete Vertreter Bulgariens ist ebenfalls aus finanziellen Gründen nicht erschienen.
Die finnländischen Gewerfichaften haben sich erst zu Ostern d. I eine Gewerkschaftszentrale geschaffen, der zurzeit in sieben Verbänden ungefähr 8000 Mitglieder angehören. Man beabsichtigt, dem internationalen Sekretariat beizutreten, doch liegt ein offizieller Antrag zur Aufnahme noch nicht vor. Es wird deshalb mit Zustimmung des finnländischen Vertreters einstimmig beschlossen, daß dieser als Gast an der Konferenz teilnehmen fann. Sobald der offizielle Antrag auf Anschluß gestellt wird, soll der internationale Sekretär das Recht haben, demselben ohne weiteres zuzustimmen. Der Vertreter der Niederlande ist vom neuen Arbeiterfekretariat entsandt. Das bisher dem internationalen Sekretariat angeschlossene alte Arbeitersekretariat ist infolge seiner anarchistischen Tendenz immer mehr zurückgegangen, es umfaßt faum noch 4000 Mitglieder, während das neue, politisch auf sozialdemokratischem Boden stehende Sekretariat bereits 30.000 Mitglieder umfaßt. Auch hat das alte Sekretariat weder auf Anfragen geantwortet noch Beiträge gezahlt. Auch soll es, wie aus einer Zeitungsnotiz hervorging, beschlossen haben, aus dem Sekretariate auszutreten. Legien als interSekretariats zuzustimmen, womit ohne weiteres die Folge verbunden sei, daß das alte Sekretariat ausscheide. Nach eingehender Diskussion wird dieser Antrag einstimmig angenommen.
Reaktion umwandeln in ein fröhlich treibendes Rekrutierungsfeld der Internationaler Bergarbeiterkongreß. nationaler Sekretär macht den Vorschlag, dem Anschluß des neuen
flaffenbewußten Arbeiterorganisation?
um
Die französischen Gewerkschaften haben bereits an der Konferenz in Amsterdam nicht teilgenommen, weil ihrem Verlangen, die Fragen des Generalstreiks und des Antimilitarismus auf der Konferenz zu Die Beteiligung an dem Kongreffe ist die größte unter allen behandeln, nicht entsprochen wurde. Die Konferenz beschloß damals, bisherigen. England allein hat 65 Vertreter entfendet, unter ihnen daß die Konferenzen nur die Aufgabe hätten, praktische Gewerkschaftsdie Parlamentarier William Abraham , Edward Enoch, fragen zu erledigen. Es könne bei der Art der Zusammensetzung Wast word, alfred, Albert Stanley, William Brace, der Konferenzen und der Schwierigkeit des Verhandelns in ver Thomas Glower, John Willon und Steffen Dormes. schiedenen Sprachen nicht ihre Aufgabe sein, allgemeine theoretische Die meisten von ihnen sind Beamte der englischen Bergarbeiter Fragen zu behandeln. organisationen, die 400 000 Mitglieder umfassen.
Die amerikanischen Organisationen, ebenfalls über 400 000 Mann start, fandten 2 Delegierte, Frankreich und Belgien 15, unter ihnen gleichfalls einige Abgeordnete. Die deutschen Gewerts schaften sind durch 19 Delegierte unter Führung der Abgeordneten Sachse und Sue vertreten; neben ihnen fißen die 10 öfterreichischen Delegierten deutscher, tschechischer und polnischer Nationalität.
Wie der Parteivorstand mitteilt, find alle Vorbereitungen zur Salzburg , 16. September. ( Priv.- Dep.) Einleitung einer großen Wahlrechtsbewegung in Preußen tanten der internationalen Verbände in den Begrüßungsansprachen Am Eröffnungstage des Kongreffes erstatteten die Repräsen. getroffen. Es liegt auf der Hand, daß eine solche Bewegung kurze Berichte über die Lage der Grubenarbeiter in den einzelnen ihren Ausgangs- und Mittelpunkt in der organisierten Arbeiterschaft Ländern. der Großstädte und Industriebezirke haben wird. Indessen sollte nichts unterlassen werden, um auch die isolierten und politisch bernachlässigten Landarbeiter in diese Empörung gegen die preußische Junkerwirtschaft hineinzuziehen. Und da sie politisch viel zu wenig geschult und interessiert sind, rein politische Seite der Sache sich zu begeistern, so gilt es, fie. an ihren nächstliegenden und wichtigsten Interessen zu fassen. Das find in erster Linie die wirtschaftlichen, wie das ja auch unserer ganzen politischen Auffassung entspricht. Wir müssen den Landarbeitern außer den bisher von uns vertretenen Forderungen der Koalitionsfreiheit usw. ein flar bor ihnen stehendes praktisches 8iel geben, das für sie von größter Bedeutung, dessen Erreichung für ihre Zukunft eine Lebensfrage ist. Und wir müssen ihnen augenblidliche praktische Vorteile bieten, die imstande sind, sie für die Arbeiterbewegung zu intereffieren und ihre Organisationsfähigkeit zu fördern. Wer die praktische Landagitation kennt, der weiß, daß die größte Schwierigkeit in der Frage liegt: Wie kommen wir an die Leute Heran?" Versammlungen sind zumeist in Ermangelung der Lokale unmöglich. Flugschriften sind schwer anzubringen, werden oft wieder an die Behörden abgegeben und, wenn gelesen, bei der Schulbildung in Dstelbien oft nicht recht verstanden. Forderungen wie das Koalitionsrecht liegen dem Interesse der vereinzelt auf den Gütern lebenden Landarbeiter auch ferner. Es müssen große Ziele und naheliegende Vorteile sein, die wir ihnen vor Augen stellen.
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Abseits von den sozialdemokratischen Delegierten befinden sich die Pläge der Delegierten der christlichen Bergarbeitervereine Deutschlands , die 77 000 Mitglieder umfassen und in wirtschaftlichen Fragen mit den sozialdemokratischen Verbänden gemeinsam vorgehen.
Bur jetzigen Konferenz lag mun ein Schreiben der Franzosen vor, in dem verlangt wird, daß die in Amsterdam abgelehnten Punkte: Antimilitarismus und Generalstreit, auf die Tagesordnung der Kristianiaer Konferenz gesetzt werden. Ferner verlangen sie, daß der vorhergenannte Amsterdamer Beschluß überhaupt aufgehoben wird. Nur wenn diesem Verlangen entsprochen würde, könnten sie sich an der Konferenz beteiligen und überhaupt dem internationalen Sekretariate angeschlossen bleiben.
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Ueber diesen Punkt findet eine eingehende Besprechung statt: Curran- England weist darauf hin, daß die englischen Gewerkfchaften nicht militärfreundlich sind und haben auch auf ihrem letzten Rongreß eine entsprechende Resolution angenommen. Trotzdem ist er entschieden dagegen, auf den Konferenzen die Frage des MiliDer Präsident der britischen Organisation, Enoch, neben tarismus und auch die des Generalstreits zu behandeln. Im selben dem der populäre Aston Platz genommen hat, eröffnete den Sinne spricht Olsen Dänemark. Dieser ist der Meinung, daß Kongreß mit einer Ansprache, in der er mit Genugtuung auf die wir augenblicklich nichts anderes tun können, als die französischen hinwies, ein Beweis für das Anwachsen der gewerkschaftlichen Be- schaften befinden sich zurzeit in einer Krise; wenn die Franzosen sich starke Teilnahme der Bergarbeiterschaft der beiden Hemisphären Verhältnisse sich ruhig entwickeln zu lassen. Die französischen Gewerk wegung. Auch von jenseits des Ozeans seien Delegierte gekommen, jegt zurückziehen, so würden jedenfalls die Verhältnisse bereits in um die Solidarität der Weltorganisationen zu manifestieren. einigen Jahren wiederum zu ihrem Ausschluß führen. Huysmans( Stürmischer Beifall.) Belgien ist der Meinung, daß die jetzige Gewerkschaftszentrale in Namens der Desterreicher begrüßt Jarolim die Berg- Frankreich überhaupt nicht die Mehrheit der französischen GewerkWenn auf irgend einem Gebiet unser Endziel eine naheliegende arbeiter, indem er ausführte:" In dem großen sozialen Kampfe, fchaftler vertrete. Er hält es für richtig, wenn die Konferenz eine praktische Bedeutung und eine packende agitatorische Kraft hat, so welchen wir in Oesterreich führen, sind seit der letzten inter - Resolution faßt und diese zur Aufklärung der französischen Gewerkpraktische Bedeutung und eine packende agitatorische Kraft hat, so nationalen Konferenz Ereignisse eingetreten, die auch das Los der schaftsmitglieder in die französischen Blätter bringt. Huber- Desterauf dem der Landarbeiterfrage. Für den Industriearbeiter gibt es Bergarbeiter beeinflußten. Manches sei besser geworden: vor reich ist nicht dafür, daß auf jede theoretische Diskussion von vorn= eine große Reihe praktischer Fragen, die für ihn heute im Vorder- 9 Jahren waren die österreichischen Bergarbeiter rechtlos, die Ar- herein verzichtet wird, trotzdem ist er dagegen, daß dem Antrage grunde stehen. Und die Enteignung der Großbetriebe ist dort eine beiter Desterreichs waren Bürger fünfter Klasse. Nach der Franzosen entsprochen wird. Legien Deutschland ist mit verwickelte und schwierige Sache, für deren Erledigung noch viele Jahren gewaltigen Ringens haben die österreichischen Arbeiter Olsen und Huysmans der Meinung, daß man am besten tue, Voraussetzungen verwaltungstechnischer und wirtschaftlicher Art be- das Wahlrecht errungen. Wir sind überzeugt, daß wir in dem die französischen Verhältnisse sich ruhig ausreifen zu lassen. Später stehen. Anders in der Landwirtschaft, soweit der Großbesiz in ökonomischen Befreiungskampfe durch die politische Vertretung würden uns die Franzosen selbst dankbar sein, wenn wir an unserer Auffassung festhalten. Frage steht. Hier ist die Enteignung der Großgrund- so manches Ziel erreichen werden. Die früher gespaltenen österreichischen Organisationen sind zu besizer technisch nicht schwierig, wirtschaftlich eine Lebens- einem großen Ganzen geworden. Um die Verbesserung der Arfrage für die Landarbeiter, die nur so die von ihnen beitsbedingungen mußten schwere Kämpfe geführt werden. Manche erstrebte Existenzgrundlage gewinnen können. solche Errungenschaft verdanken die Oesterreicher nur der deutschen und Forderung wäre eine ungemein wirksames Agitationsmittel, englischen Hülfe und dem Gefühle der internationalen Solidarität. das ohne großen Apparat bei den Landarbeitern Eingang finden, so- Auch wir österreichischen Bergarbeiter werden unseren Mann fort einschlagen und den unversöhnlichen Gegensatz zwischen Arbeiter stellen in jenen Kämpfen, die aus finsterer Tiefe zu lichten Höhen und Gutsbefizer mit schneidender Schärfe dartun würde. Bei einer führen sollen.( Stürmischer Beifall.) Enteignung denke ich natürlich nicht an eine Bezahlung nach dem gegenwärtigen, durch Zölle und Liebesgaben fünstlich getriebenen ,, Werte". Dabei wäre vielmehr der Weltmarktpreis der Produkte zugrunde zu Legen. Und wenn man in Anrechnung bringen würde, was seit Jahren an fünstlicher Lebensmittelverteuerung auf Voltskosten, seit hundert Jahren für Ablösung von Feudallasten seitens der Landbevölkerung den Junkern zugeflossen ist, so wäre der Unterschied zwischen Expropriation und Konfistation nicht allzu groß, wenn sie auch immerhin noch mehr erhalten würden, als ihre edelgeborenen Vorfahren den gelegten und verjagten deutschen Bauern gezahlt haben. So hätten wir eine Forderung von praktisch- revolutionärem Gehalt, die das ländliche Proletariat auch mit dem industriellen verketten müßte: eine mächtige Förderung unserer Landtagswahlrechtsbewegung.
reicher, die mit den anderen Ländern gleichen Schritt hielt. Abg. Sachse begrüßte die kraftvolle Organisation der Oester
Der französische Abgeordnete Lamendin führte aus, daß die Verbesserung der Lage der Bergarbeiter eines Landes auf den Aufschwung des anderen von größtem Einfluß sei, da die Löhne im gleichen Verhältnis steigen müssen.
Der belgischen Delegierte Marvile berwies auf die belgischen Kämpfe um die Legislative zugunsten der Bergarbeiter. Senat, der von der belgischen Arbeiterschaft zu ihrer Bewilligung Die Vorlagen sind im Unterhaus erledigt und ruhen jetzt im gezwungen werden müsse.
Der Amerikaner Burt berichtet über die Erfolge der Organisationen Amerikas , die die lange gewünschte Lohnstala nunmehr erkämpft haben. Dort fei es auch gelungen, 12 000 Japaner und Chinesen zum Anschlusse an die Organisation zu bewegen. Heute sind wir soweit, daß nur einfahren darf, der organisiert ist. Der Repräsentant der österreichischen Sozialdemokratie Ferner tommen Mittel der naheliegenden praktischen Agitation Breußler begrüßte den Kongreß namens der Bergarbeiter in Frage. Hier empfehle ich zwei. Zunächst die Schaffung von Salzburgs und namens der sozialdemokratischen Parteivertretung. Landarbeiterfetretären in Dstelbien. Diese sollten Die Arbeiterschaft Desterreichs sei feit jeher von der Ueberzeugung mit Rücksicht auf den Umfang ihrer Bezirke zur Erleichterung durchdrungen, daß der Kampf gegen die brutale Ausbeutung nur ihrer Wirksamkeit nicht an einen bestimmten Ort gebunden durch eine intensive Organisation zu führen sei. Die Bergarbeiter sein. Wenn z. B. der Sekretär jeden Montag in Memel , jeden Dienstag in Gumbinnen oder Tilsit usw. zu treffen wäre, so würde das seine Wirksamkeit vervielfachen, für den größten Teil der Landbevölkerung überhaupt erst nutzbar machen.
können stolz darauf sein, daß der Gedanke der internationalen Solidarität unter den Bergarbeitern immer mehr an Einfluß ge= winne. Die Arbeiterschaft Desterreichs ist sich der Bedeutung dieser Solidarität vollkommen bewußt und begrüßt den Kongreß als Fortschritt auf dem Gebiete der internationalen gewerkschaftlichen Und schließlich sollte ein Bund der Landarbeiter Organisation. ins Leben treten. Zunächst in den Staaten und ProHierauf wurde zur Tagesordnung übergegangen, der Geschäftsvinzen, in denen keine gefeßlichen Schwierigkeiten im Wege ausschuß zusammengesetzt und in diesem seitens Oesterreichs der stehen. Das dürfte kein Anhängsel einer bestimmten Ge- Führer der österreichischen Bergarbeiter Jarolim entfendet. Zum Präsidenten des morgigen Tages wurde Jarolim gewerkschaft sein, sondern ein großzügiges Unternehmen, das zu wählt, ihm zur Seite wird namens der Franzosen und Belgier schaffen und zu stüßen gemeinsame Sache des Parteivorstandes und der Delegierte Galluwart präsidieren.
der Generalfommission wäre. Für die ersten Jahre wären hier wie Die österreichischen Delegierten haben beschlossen, zu einer Nonfür die Landarbeiterfekretariate sehr erhebliche Zuschüsse erforderlich, ferenz zusammengetreten, um gegenüber dem jüngsten Communiqué die aber politisch und gewerkschaftlich sich reichlich lohnen würden. der Arbeitgeber in Sachen des Ostrauer Kohlenarbeiterstreiks BeEin solcher Bund hätte etwa für einen Groschen Wochenbeitrag schlüsse zu fassen.
eine Zeitung( eventuell nach Gebieten verschieden), energischen Rechtsschutz und vielleicht auch noch eine kleine Krankenunterstützung oder dergleichen zu gewähren. Es liegt auf der Hand, daß damit die nächsten und praktischsten Interessen der
Die Verhandlungen werden morgen fortgesetzt.
Fünfte internationale Konferenz
Landarbeiter erfaßt und sie mit den induſtriellen Gewerkschaften eng der Sekretäre der gewerkschaftlichen
verbunden würden. Was das für die Untergrabung der Junkermacht, für die Sicherung vor Streitbrechern bedeuten würde, bedarf feiner Erläuterung. Warum soll in Deutschland unmöglich sein, was in Italien und Ungarn , in Galizien und Skandinavien schon Wirklichkeit geworden ist?
Huysmans Belgien und Dude geest- Holland betonen nochmals die Notwendigkeit, eine entsprechende Resolution zur Auf flärung der französischen Gewerkschaftsmitglieder anzunehmen. Es wird beschlossen, eine dreigliedrige Nedaktionskommission einzusetzen, die eine solche Resolution verfassen soll. Hierzu wurden Huysmans Belgien , Legien- Deutschland und Olsen Dänemark gewählt. Nach Beginn der Nachmittagssigung legte die Kommission folgende Resolution vor:
" Die internationale Konferenz der Vertreter der Gewerkschaften Englands, der Niederlande , in Belgien , Dänemark , Schweden , Norwegen , Finnland , Deutschland , Desterreich, Ungarn und Italien , abgehalten am 15. und 16. September 1907 in Kristiania , hat sich mit dem wiederum eingebrachten Antrage der Confédération generale du Travail beschäftigt, auf die Tagesordnung der Konferenz die Frage des Antimilitarismus und des Generalstreits zu setzen.
Die Konferenz wiederholt den in Amsterdam gefaßten Beschluß nach welchem die internationalen Konferenzen die Aufgaben haben, zu beraten über den engeren Zusammenschluß der Gewerkschaften aller Länder, über einheitlich zu führende Gewerkschaftsstatistiken, über gegenseitige Unterstützung in den wirtschaftlichen Kämpfen und über alle unmittelbar mit der gewerkschaftlichen Organisierung der Arbeiterschaft in Zusammenhang stehenden Fragen.
Ausgeschlossen von der Beratung sind alle theoretischen Fragen und solche, welche die Tendenzen und die Taktik der gewerkschaftlichen Bewegung in den einzelnen Ländern betreffen.
Die Konferenz erachtet die Fragen des Militarismus und Generalstreits nicht als solche, welche von einer Konferenz von Gewerkschaftsfunktionären, sondern von der Vertretung der Gesamtheit des internationalen Proletariats, von den regelmäßig stattfindenden internationalen Sozialistentongressen zu erledigen sind, zumal in Amsterdam und Stuttgart beide Fragen ihre Erledigung entsprechend der gegebenen Situation gefunden haben.
Die Konferenz bedauert, daß die Confédération generale du Travail nicht hat einsehen wollen, daß die Haltung der internationalen Konferenz der Vertreter der Landeszentralen in diesen Fragen eine durchaus korrekte ist und diese Haltung zum Vorwand nimmt, um der internationalen gewerkschaftlichen Verbindung fern zu bleiben.
Die Konferenz richtet an die Arbeiterschaft Frankreichs das dringende Ersuchen, die erwähnten Fragen mit der politischen Organisation der Arbeiterklasse des eigenen Landes gemeinsam zu beraten und durch Teilnahme an den internationalen Sozialistenkongressen bei der Entscheidung dieser Fragen mitzuwirken und zum Zwecke der Durchführung gewerkschaftlicher Aufgaben auch fernerhin der internationalen gewerkschaftlichen Verbindung ana gehören."
Diese Resolution wird einstimmig angenommen.
Die vom internationalen Sekretär aufgestellte provisorische Tagesordnung wird ohne Aenderung angenommen.
Zu Bunkt I
Bericht des internationalen Sekretärs führte Legien aus, daß man die Hoffnung gehegt habe, diesmal Vertreter der amerikanischen Gewerkschaften auf der Konferenz zu
Am 15. September traten in Kristiania im Gebäude der sehen. Man habe auf einen der Konferenz in Amsterdam zuMedizinischen Gesellschaft die Sekretäre der gewerkschaftlichen Landes- gesandten Wunsch hin die Konferenz so angesetzt, daß den AmeriWir werden von der„ liberalen Aera" des bis auf die Knochen zentralen zu ihrer fünften Konferenz zusammen. Vertreten waren kanern die Möglichkeit gegeben war, daran ohne große Sosten teilfolgende Länder: Belgien : Huysmans ; Dänemark : Madsen zunehmen. Dieser Beschluß der Amsterdamer Konferenz sei agrarischen Reichskanzlers nicht erwarten dürfen, daß sie den Land- und Olsen; Deutschland : Legien und Saffenbach; England: Gompers mitgeteilt worden, ebenso sei ihm die Einladung zur arbeitern das Koalitionsrecht und das gleiche, geheime Wahlrecht Curran und Gee; Finnland : Wartiainen; Italien : Cabrini; Konferenz zugegangen. Bisher sei aber feine Antwort eingelaufen, zum Landtage und den Lokalkörperschaften freiwillig als Geschenk Niederlande : J. Oudegeest; Norwegen : Hansen und Lian; auch sei kein Vertreter der American Federation erschienen. Es darbringe. Das will erkämpft fein. Der Aufruf zum Kampfe Desterreich: Hueber und Zulawski; Schweden : Lindquist scheine daher zwecklos zu sein, noch weiterhin mit den amerikanischen muß auch hier ausgehen von der Sozialdemokratie. Ihm soll der und Söderberg; Ungarn : Jaszai. Gewerkschaften Verbindung zu suchen.