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Br. 245. 24. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwärts " Berliner Volksblatt. Sonnabend, 19. Oktober 1907.

der Mangel an weiterem anbaufähigen Terrain den Berliner Grund 67 000 m. gekauft und wenige Monate später für 96 000 m. verkauft und Boden noch stärker im Preise in die Höhe treiben, als es schon worden.

Die Tätigkeit der fozialdemokratifchen ieht durch das stetige Bachsen der Bevölkerung, durch ihren Fleiß auf 25000 M., wovon der Der Reingewinn berechne sich nach Abzug der Unkosten

Fraktion

in der Berliner Stadtverordnetenversammlung

( 1. September 1905 bis 30. September 1907). II. Finanz- und Steuerfragen.

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eine

glückliche Gewinner 1750 2. und ihre Arbeit geschieht. Die Schicksale der Magistratsvorlage be- Wertzuwachssteuer zahlen müßte. Ein Haus in der Leipziger effend die Grundsteuer sind wohl das für die Majorität der Stadt- straße fei 1893 für 820 000 m. getauft und 1906 für 1 200 000 207. verordnetenversammlung charakteristischste Ereignis unserer Berichts- verkauft worden. Der Reingetim berechnete fich auf 367 700., epoche; sie sind das Thema, das in allen Wahlversammlungen wieder die Wertzuwachssteuer würde 9800 M. betragen; in die Tasche und immer wieder behandelt werden muß. des glücklichen Verkäufers flöfsen dagegen 357 900 M. Unser Die Vorlage stand zum ersten Male im Januar 1906 auf der Redner fügte hinzu, daß dieser Gewinn auf ein verhältnismäßig ge­Tagesordnung; sie wurde zurüdgestellt, weil man weiteres Material ringes Anlagekapital entfiele, denn der Mann habe höchstens Stellen schon die laufenden Ausgaben der Stadtverivaltung abwarten wollte. Am 17. Mai 1906 fand die erste Beratung statt. 100-200 000 2. in das Geschäft gesteckt, das übrige hätte sicherlich immer höhere Ansprüche, zwingen die bisher gänzlich oder teilweise Die Grundsteuer nach dem gemeinen Wert fand keinen Widerspruch; auf Hypotheken gestanden und bei einem solchen wahrhaft riesigen bernachlässigten Gebiete zu immer größeren Aufwendungen, so treten ebensowenig die formalen Aenderungen der Umsatzsteuer. Um so heftiger Gewinn erhebe man ein Geschrei um 9800 M. Steuer! an Berlin auch Forderungen der Nachbargemeinden heran. So entbrannte der Kampf um die Wertzuwachssteuer handelte es Vergeblich wurde von anderer Seite darauf hingewiesen, daß teilte Ende 1905 der Magistrat mit, daß die Stadtgemeinde nach sich doch darum, daß den Bodenspekulanten, einer mächtigen Gruppe einer unserer größten Terrainspekulanten, der schon vorher erwähnte dem endgültigen Urteil des Oberverwaltungsgerichts an die Gemeinde innerhalb der Berliner Finanzwelt, ein Teil ihres unverdienten Stadtverordnete Haberland er ist gleichzeitig Gemeindevertreter Weißensee für die Jahre 1897 und 1898 zusammen 26 024 M. als Gewinnes entrissen werden sollte zugunsten der Gesamtheit, deren in Wilmersdorf vor wenigen Jahren in einer Broschüre ge­Beitrag für ihr öffentliches Volksschulwesen zahlen müsse. Anspruch Arbeit das Ganze zu danken ist. Die Wertzuwachssteuer, wie sie schrieben habe, daß die Wohnungsmisere nicht durch und Urteil stüßt sich auf§ 53 des Kommunalabgabengesezes, sich bereits in einer Anzahl großer Städte auch in Preußen bewährt Wohnungspolizei oder dergleichen beseitigt werden fönne, weil eine große Anzahl Arbeiter in Weißensee wohnen, dort hat, ist eine der besten Steuerformen. Sie ist gerecht, denn sie sondern nur durch eine Besteuerung des Grund und Bodens, ihre Kinder zur Schule schicken, aber in Berliner Betrieben arbeiten. trifft einen unverdienten Vermögenszuwachs, sie ist leicht zu tragen, wie sie ja die Wertzuwachssteuer ist freilich galt es Die Majorität der Stadtverordnetenversammlung war schnell mit denn sie wird gefordert, wenn der Pflichtige eine große Summe ein- damals den Entwurf eines Wohnungsgesetzes zu Fall zu bringen; im einem Antrag bei der Hand eine gemischte Deputation ein- streicht nämlich in dem Augenblick, wo er mit Gewinn verkauft Kampfe für den Profit gilt jedes Mittel. Vergeblich wurde betont, zufezen, die darüber beraten sollte, welche Mittel geeignet sind, die und zwar nur als ein bescheidener Teil dieses Gewinnes ja ein daß die Wertzutvachssteuer mit den Einschränkungen, wie sie der Forderungen der Vororte abzuweisen und ihre petuniären Folgen jeder müßte sich freuen, recht viel Wertzuwachssteuer zu zahlen, da Ausschuß vorschlage, wertlos sei und vom Magistrat nicht an­für Berlin unschädlich zu machen." Ihr Redner rechnete die mög- das ja bedeutet, daß er das Vielfache davon mühelos gewonnen hat. genommen werden könne; daß aber, wenn sie nicht zustande käme, lichen Schäden vor und verwies auf fleinliche Repressivmaßregeln Mühelos! der Staat möglicherweise ihre Einführung erzwingen oder sie gar wie Erhöhung der Krankenhauskosten und des Schulgeldes für Aus- Schon im Jahre 1866 schrieb ein anerkannt unentwegter" für sich in Anspruch nehmen könne. Bergeblich wurde darauf hin­wärtige, auf ein Verbot des Wohnens Berliner Beamte in den Vor- Freisimsmann, Alexander Meyer:" Auf den Preis feines anderen gewiesen, daß die ruhigen Hausbesizer", die man verteidigen zu orten u. dgl. Auf einen höheren Standpunkt stellte sich unser Ver- Gegenstandes übt das Zusammenleben vieler Menschen einen so wollen vorgab, als solche von der Steuer gar nicht betroffen würden, treter. Er gab die Schäden in gewissem Maße zu; sie seien aber durchgreifenden Einfluß aus wie auf den des Grund und Bodens. da die Steuer ja nur erhoben würde, wenn sie ihr Haus gewinn­die Folge der kurzfichtigen Berliner Kommunalpolitit; als 1895 die Was hat der Eigentümer getan, feinem Besitz einen so hohen Wert bringend verkauften, also aufhören wollten, ruhige Hausbesizer" zu Möglichkeit gegeben war, eine Eingemeindung in großem Stil zu verleihen? Er selbst nicht das geringste. Aber 100 000 bleiben. Nur eines wurde erreicht die Entscheidung wurde borzunehmen, war es der freisinnige Magistrat der diesmal sogar fleißige Menschen haben sich ringsumher angesiedelt, arbeiten und hinausgeschoben. Nachdem die Grundsteuer nach dem gemeinen gegen die Majorität der Stadtverordnetenversammlung, die früher verzehren, kaufen und verkaufen und machen sich diesen Raum streitig, Wert angenommen war, damit sie am 1. April 1908 in Kraft felbst die gleiche Kurzsichtigkeit gezeigt hatte, einen Strich durch die um auf demselben zu wirken. Eben der Umstand, der den Ertrag treten könne, wurde nur noch über den Satz abgestimmt: Nechnung machte. Damals schrieb der Magistrat an den Ober- erhöht hat, verursacht aber nun Kosten zur Abwendung von Schäd- Zu der Umsatzsteuer wird eine Wertzutvachssteuer erhoben, präsidenten: Gegen eine Eingemeindung der vier nördlichen Vor- lichkeit und Gefahr, zur Erhöhung des Nußens, und ich sollte mich wenn der Wertzuwachs nach den Abrechnungen 10 Proz. übersteigt." orte Neinidendorf, Pankow , Weißensee und Neu- Weißensee , wie sie weigern, von dem auf das Hundertfache gestiegenen Ertrage den Die Abstimmung war eine namentliche mit 65 gegen 54 Stimmen von der Stadtverordnetenversammlung gewünscht wird, möchten wir zehnten Teil zur Bestreitung dieser Kosten wieder herzugeben?" So wurde damals das Prinzip" der Wertzuwachssteuer angenommen; jedoch ausdrücklich Widerspruch erheben." Die reichen Vorort- Alexander Meyer 1866; aber die heutigen Freisinnshelden, die den alle übrigen Paragraphen wurden einem neuen Ausschuß überwiesen. gemeinden wollte man gern nehmen, aber die armen sollten aus Freifinn auch in den Barlamenten vertreten oder besser vertreten wieder wurde im Ausschuß auf das hartnäckigste gefämpft; in sechs geschlossen bleiben ein Standpunkt, den in den früheren Jahren sollten, die Herren Cassel und Rosenow , die Herren Kämpf und Sizungen zwischen dem 29. April und 24. Juni wurden die Be­auch die Majorität der Stadtverordneten vertreten hatte. Gewiß Dr. Hermes, führten ihre Mannen in den Vernichtungskampf gegen ratingen geführt an den früheren Beschlüssen wurde trotz aller trifft die Regierung ein schwerer Vorwurf, daß sie die früher von die Wertzuwachssteuer. Bemühungen unserer Genossen, trotz des standhaften Eintretens des ihr selbst als notwendig erkannte Eingemeindung nicht mehr zulassen Und doch war der Magistratsentwurf gang außerordentlich be- Oberbürgermeisters nichts geändert. will, die Hauptschuld aber liegt bei der Stadtverwaltung. Mit scheiden. Die Wertzuwachssteuer sollte erst erhoben werden, wenn Am 26. September 1907 lag der Ausschußbericht vor; noch ein­Recht betonte unser Redner die Interessengemeinschaft zwischen der Wertzuwachs seit dem legten Befigivechsel nach sehr mal brachen die Anhänger der Wertzuwachssteuer eine Lanze für fie, Berlin und den Vororten: Was wäre die Industrie ohne die reichlichen Abrechnungen mehr als 10 Proz. des früheren Wertes voran unser Redner, der erklärte, daß wir uns, um zu retten, was Vororte gewesen!" Deshalb feien alle fleinlichen Kampfmittel von betrage. Bei einem Wertzuwachs von 10-20 Proz. sollten 5 Proz. irgend möglich sei, auf die Magistratsvorlage zurückzögen, daß wir der Hand zu weisen und der Versuch zu machen, mit den Vororten des Reingewinnes als Steuer entrichtet werden; für jede Steigerung aber auf keinen Fall für die Abschwächungen des Ausschusses ein­Zweckverbände auf den verschiedenen Gebieten des kommunalen des Gewinnes um weitere 10 Proz. sollte die Steuer um 1 Pro3. treten könnten, um nichts für die Zukunft zu verderben, und daß wir Lebens zu bilden, eine Anregung, die schon früher wiederholt höher sein bis zum Höchstsatz von 20 Proz., der bei einem Gewinn nach Annahme der Ausschußanträge gegen die damit völlig wert­von uns und der fleinen sozialfortschrittlichen Gruppe gegeben, von 160 Proz. erreicht würde also wenn jemand ein Grundstück lose, ja verderbliche Vorlage stimmen würden. In gleicher Weise aber mit großer Majorität abgelehnt worden war. Auch mit 100 000 m. gekauft und mit 260 000 m. verkauft, mithin einen charakterisierte der Oberbürgermeister die Beschlüsse des Ausschusses; jetzt fam es zu feinem derartigen Beschluß; eine gemischte Deputation Reingewinn von 160 000 m. gemacht hätte, müßte er das ist der in ernsten, eindringlichen Worten suchte er noch einmal der Mehr­wurde eingesetzt und erstattete im Mai 1907 Bericht. Sie wußte östfas ein Fünftel davon, d. h. 32000 m. an Steuer zahlen, heit ins Gewissen zu reden und warnte davor, diesen Tag zu einem nichts vorzuschlagen als die eingangs erwähnten Kleinlichen Sie während 128 000 m. in seine Tasche flössen. Wir sagten Stein-" dies ater", einem schwarzen, einem verhängnisvollen Tag werden preffalien. Unsere Vertreter sprachen sich mit aller Energie gegen gewinn; denn nach der Vorlage sollten alle Auslagen und Un zu lassen. Dann erfolgte die Entscheidung des fast zwei Jahre diese Borschläge aus, die Herren um Cassel dafür; die übrigen fosten von dem Bruttogewinn in Abzug gebracht werden. Ja bei währenden Kampfes in vier namentlichen Abstimmungen. wollten warten, bis sich die Vorschläge zu Anträgen verdichtet hätten. unbebauten Grundstücken sollte neben den anderen Abzügen noch Zunächst wurde unser Antrag: Gegenüber dem Ausschußbeschluß, Auf ein Zwischenspiel in Sachen der Krankenhauskostenerhöhung eine 4prozentige Verzinsung des früheren Kaufpreises in Anrechnung daß die Berechnung des Wertzuwachses nicht über den 1. April 1907 tommen wir in anderem Zusammenhange zurück. tommen. Ein solches Grundstück fonnte nach der Vorlage in zehn zurückgreifen dürfe, die Magistratsvorlage wieder herzustellen, mit In unserem letzten Bericht hatten wir von den Bemühungen zu Jahren um 50 Proz. im Werte steigen, ohne daß nur ein Pfennig 75 gegen 54 Stimmen abgelehnt von den 54 Stimmen der erzählen( Vorwärts" 1905 Nr. 246), die gemacht wurden, um für Wertzuwachssteuer hätte erhoben werden können es würden Minorität entfielen auf die Sozialdemokraten 31, die sozial die wachsenden Ausgaben neue Einfünfte zu erschließen. Das Er- nämlich 4 X 10 40 Prozent als Verzinsung in Anrechnung fortschrittliche Gruppe hatte 7 Mann gestellt, aus dent gebnis war, daß man einerseits bei den staatlichen Behörden vier kommen und die mum gefundenen 10 Proz. Gewinn steuer- drei anderen großen Parteien hatten tten fich im ganzen Anregungen geben wollte, andererseits neue Steuern vorschlug. frei bleiben! Darüber hinaus würden zunächst die niedrigsten nur 16 Mann Mann gefunden, die ernsthaft ernsthaft eine Wertzuvachs Vom Staat jollie gefordert werden 1. Aufhebung der kommunalen Steuersäge plaßgreifen und erst bei 200 Broz. wirklichen Gewinnes, steuer anstrebten. Mit fast dem gleichen Stimmverhältnis wurde Steuerfreiheit der Beamten, deren amtliche Bezüge nur zur Hälfte also bei einer Wertsteigerung auf das Dreifache in 10 Jahren, sodann der Ausschußantrag, am 1. April 1907 als Stichtag festzu­mit der Einkommensteuer belastet sind; 2. Einführung der Selbst- der höchste Steuersatz von 20 Proz. veranlagt werden, aber auch nur halten, angenommen; ebenso der Ausschußantrag, die Umsatzsteuer einschätzung zur Einkommensteuer auch für die Einkommen von 1500 von 160 Proz., da 40 Proz. als Verzinsung freiblieben, d. 5. im auf die Wertzuwachssteuer anzurechnen. In der Schlußabstimmung bis 3000 Mark; 3. Ausdehnung der kommunalen Steuer- ganzen 16 Proz., noch nicht des wirklichen Gewinnes! Aber die wurde endlich die gänzlich verstümmelte Vorlage mit 119 gegen pflicht auf Leute, die außerhalb der Gemeinde wohnen, in Vorlage ging in ihrer Milde noch viel weiter; fie bestimmte: Liegt 2 Stimmen abgelehnt. Mit zwei Ausnahmen hatten auch diejenigen, der sie ihre gewinnbringende Beschäftigung betreiben, endlich bei bebauten Grundstücken der letzte Bejigwechsel mehr als 5 Jahre die für die Abänderungsvorschläge des Ausschusses gestimmt hatten, 4. Abänderung der Vorschriften über das Verhältnis der Einfünfte aus zurück, so wird nur 23 der Steuer erhoben, liegt er mehr als jest gegen die doch nach ihrem Wunsch zugerichtete Vorlage ge­der Einkommen-, Grund- und Gewerbesteuer zucinander. Diese An- 10 Jahre zurück, gar nur ½ der obigen Säge! Dasselbe follte stimmt mit Stumpf und Stil sollte die Gefahr beseitigt werden. träge waren einstimmig angenommen worden. Erst im März 1907 für unbebaute Grundstücke gelten, wenn der letzte Besizwechsel 10 ,, llnd soweit ist in diesen 40 Jahren der Liberalismus herunters fam die Stellungnahme des Magistrats hierzu zur Kenntnis der refp. 20 Jahre zurückläge! Selbstverständlich genügten uns diese gekommen, daß er einen damals gezogenen Wechsel heute nicht mehr Stadtverordneten. Der Magistrat hat an den Minister nur Petitionen Bestimmungen feineswegs; wir brachten eine ganze Reihe ver- honorieren will?" rief fragend der wirklich liberale Stadtverordnete entsprechend den Vorschlägen zu 1. und 3. geschickt. Den beiden schärfender Anträge ein, die von unserem Redner in glänzender Profeffor Preuß, nachdem er das oben erwähnte Zitat von Alexander anderen Vorschlägen ist er nicht beigetreten. Zu 2. führte er aus, weise vertreten wurden, es erübrigt sich fie aufzuzählen, konnten fie Weyer verlesen hatte. Wir antworten: Ja, der Liberalismus ist so daß ja inzwischen, geftüßt auf eine neue Gesetzesbestimmung, Ver- doch gegenüber dem Anprall der Gegner nicht aufrecht erhalten tief gesunken, daß kein Freund des Fortschrittes mehr für seine Ver­fügungen ergangen seien, wonach Arbeitgeber verpflichtet sind, der werden. Die Gegner zerfielen in zwei Gruppen. Die einen erklärten treter stimmen fann. Darum auf am 6. November zur Wahl der Steuerbehörde Angaben über das Einkommen der von ihnen be- von vornherein das ganze Prinzip zu verdammen als erster von sozialdemokratischen Kandidaten, die auch dafür sorgen werden, daß schäftigten Personen, soweit es nicht 3000 M. übersteigt, zu machen. ihnen sprach Herr Kämpf, der sich auf seine persönlichen Er- die Frage der Wertzuwachssteuer alsbald wieder auftaucht! Mit Recht betonte unser Redner, daß wir der Selbsteinschätzung fahrungen berief Ich bin selbst bei einer derartigen Terrain­gern zugestimmt hätten, da wir es selbstverständlich für richtig gesellschaft beteiligt", erklärte er ftolz( Sten. Ber. 1906 S. 252)-seine hielten, daß jeder Bürger richtig zur Steuer herangezogen würde, Schrittmacher bei der Reichstagswahl 1907 bestritten freilich sein die das Gesetz ihm auferlegt. Das vom Minister beliebte Verfahren, Juteresse an irgend einer Terraingesellschaft, als ihm die Boden­auf das sich der Magistrat beruft, trifft aber nur die Arbeiter, reformer im ersten Berliner Wahlkreise sein Auftreten gegen die während die kleinen Sentiers" sich nach wie vor hüten Wertzuwachssteuer im Rathause vorhielten! Schlimmer als die würden, gegen ihre zu niedrige Veranlagung zu pro- prinzipiellen Gegner zeigten sich schon bei der ersten Verhandlung testieren; eine richtige Einschätzung aller Einkommen die falschen Freunde; sie erklärten, das Prinzip der Wertzuwachs bon 1500 bis 3000 Mart würde möglicherweise so gute Erträge steuer sei gefund; nur gehe die Vorlage viel zu weit! Ihre Forde geben, daß man die Einkommen bis zu 900 Mark steuerfrei lassen rungen gipfelten darin, daß erstens die rückwirkende Kraft" beseitigt fönnte ein Erfolg, der von der arbeitenden Bevölkerung freudig werden müsse, d. h. daß für die ersten Besizwechsel nach Infraft begrüßt werden würde. Scharf tadelte es unser Redner, daß der treten der Wertzuwachsstener nicht der wirkliche Wertzuwachs in Magistrat durch eine Aufforderung an die Gewerbetreibenden die Anrechnung kommen solle, sondern daß als Ausgangspunkt der Wert verfehlte Verfügung des Ministers unterstügt habe. vom 1. April 1907 zugrunde gelegt werden müsse. Wäre damit für die nächsten Jahre die Gefahr abgewendet gewesen, so sorgte ein zweiter Vorschlag für alle Zukunft: Es sollte nämlich die Umsatz­Steuer auf die Wertzuwachssteuer angerechnet, mit anderen Worten nur der Betrag der Wertzuwachssteuer erhoben werden, der über die Umsatzsteuer hinausginge!

Von dem Antrage zu 4. verspricht sich der Magistrat feinen Er­folg, da das Kommunalabgabengesez schon heute Abiveichungen von der festgestellten Regel zuläßt, allerdings nur mit Genehmigung der Aufsichtsbehörden.

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Beiträge für das Auer- Denkmal

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Pfeifer,

Brutus, Chemniß 0,50. Von den Kollegen der Firma Detlet u. Sievers Nachfl. 4, Kranzspendenüberschuß von den Arbeitern der Affumulatorenfabrik A. G . Oberschöneweide 13,30. Rottbuser Ufer 45 3,-. Ueberschußkranzipende von den Kutschern des Fuhrhof Berger, Königsbergerstraße 2,-. Sparverein Süden" d. Heuer 4,-. Karl 10 ,-. Sechserkasse Belling u. Lübke 5,-. Strauchheim durch Wasner 2,70, Schloffer der Firma Ernst Frand, Admiralstraße d. Paul Wende 12,50. Weitere Beiträge für das Auer- Denkmal sind zu richten an den Kassierer Emil Boeste, Verbandsbureau, Berlin SW. 68, Lindenstr. 69.

Partei- Angelegenheiten.

Rigdorf. Die Mitglieder werden ersucht, in der morgigen Theatervorstellung pünktlich 2% Uhr zu erscheinen, um jede Störung zu vermeiden. Die Ordner haben sich eine Stunde früher einzufinden. Der Borstand.

Friedenau . Heute abend Stiftungsfest des Arbeiter Gesangs vereins Morgenrot" im" Rheinschloß", nicht zu verwechseln mit dem gleichzeitig stattfindenden des Gesangvereins Rütli" im 22. cr. ordentliche Mitgliederversammlung bei Grube.

Von den unmittelbaren Steuervorschlägen der gemischten Deputation von 1905 hatte der Vorschlag einer Billett- und Lust- Die Vorlage wurde an einen Ausschuß verwiesen; aber die barkeitssteuer in der Versammlung eine Wajorität von 20 Stimmen Herren von der Majorität hatten keine Gile. Sie beriefen die erste gefunden; gleichzeitig war die Umwandlung der Grundsteuer in eine Ausschußfizung zum 10. Oftober 1906 ein; im Ausschuß entbrannte solche nach dem gemeinen Wert und eine höhere Besteuerung der der Kampf von neuem, der namentlich von unserer Seite auf das unbebauten Grundstücke( Bauplatzsteuer) gutgeheißen worden. Der zäheste geführt wurde; in acht langen Sizungen, deren legte im Magistrat brachte zunächst eine Vorlage betreffe Ein Dezember stattfand, wurden die Beratungen zu Ende geführt. Das führung der Billett- und Lustbarkeitssteuer. Bon feiten der Ergebnis war Annahme der Grundsteuer nach dem gemeinen Wert, " Alten Linken" wurde die Lustbarkeitssteuer wegen der Schwierig die faum Anlaß zu eingehenderen Besprechungen bot, und weiter gesperrten Kaiser- Wilhelmsgarten. Am Dienstag, den feiten bei ihrer Veranlagung abgelehnt; die Theaterbillettsteuer Annahme der oben angeführten Vorschläge der falschen Freunde der erklärten die Herren für nicht übel; doch wolle man sie jetzt auch Wertzuwachssteuer, denen ein Teil der prinzipiellen Gegner zu­ablehnen, da sie zurzeit nicht nötig sei. Prinzipiell dagegen be- stimmte, indem sie schon jetzt offen erklärten: Zehlendorf . Am Sonntag, den 20. d. M., morgens 7 Uhr, Wir wollen fämpften unsere Redner jede derartige Steuer, wie sie es schon beim durch Annahme dieser Vorschläge der Vorlage die Giftzähne aus 1. Bezirk W. Mied, Karlstr. 12; 2. Bezirk Berger, Hauptstraße, Ecke findet eine Flugblattverbreitung von folgenden Lofalen aus statt: ersten Auftauchen des Gedankens damals vergeblich getan brechen; trotzdem werden wir sie nachher im ganzen noch ablehnen. hatten; treffend bezeichnete einer unserer Redner den ganzen Plan Am 14. März 1907 erstattete der Ausschuß endlich Bericht; eine Scharfestraße; 3. Bezirk Benno Mickley, Potsdamerstr. 25; 4. Bezirk als eine Krähwinkelei ". im bekannten Lokal in Schlachtensee. Herr Cassel aber behielt es sich und den neue Debatte entspann sich, die am 21. März fortgesetzt wurde. Die Bezirksführer emp­Seinen vor, in ungünstigen Zeiten auf die Theaterbillettsteuer zurück- Unser Redner erklärte:" Wir stehen prinzipiell auf dem Stand- fangen Sonnabend, abends von 8 Uhr an das Material von punkte, daß der ganze Grundbesig in die Hände der Allgemeinheit, Benno Mickley, Potsdamerstraße 25. Agitiere jeder für recht zahl­Mit den vorgeschlagenen Grundsteuern beschäftigte sich eine ber Gemeinde gehört." Für diesen Standpunkt einzutreten, jei jetzt und reiche Beteiligung! weitere Vorlage des Magistrats. Sie brachte die Grundsteuer nach hier nicht möglich; darum treten wir wenigstens für die Wertzuwachs- Lichtenberg . Heute, Sonnabend, den 19. Oktober findet das dem gemeinen Wert, einige formale Abänderungen der Umsatzsteuer ein. Neben den finanziellen Vorteilen, die für die Entwickelung Herbstfest des Wahlvereins im Schwarzen Adler"( Gebr. Arnhold), steuerordnung und schließlich an Stelle der von der gemischten der Gemeinde unentbehrlich seien, werde man durch eine richtige Aus- Frankfurter Chauffee 5-6 statt. Mitwirkende find: Neues Ton­Deputation vorgeschlagenen Bauplatzsteuer die Wertzuwachssteuer. gestaltung der Wertzuwachssteuer auch soziale Ziele erreichen fönnen. fünstler- Orchester, Dirigent Franz Hollfelder und Volkssänger­Mit Recht war diese Aenderung vorgenommen; hat doch einer Insbesondere tönne man durch sie zu einer Erschwerung der Grund- gesellschaft Lewandowsky. Nach dem Konzert Großer Ball. Zahl unserer gewiegtesten Terrainspekulanten, der Stadtverordnete Georg stücksspekulation gelangen und damit auf die Mietssteigerungen reichen Besuch erwartet Der Vorstand. Haberland, in einer im Jahre 1904 erschienenen Schrift berechnet, mildernd einwirken. Und wie gering sei doch das hier geforderte. Friedrichsfelde . Am heutigen Sonnabend hält der sozialdemo daß das Weichbild Berlins binnen 18 bis 25 Jahren vollständig Unser Redner machte sich zwei Beispiele zu cigen, die der fratische Wahlverein, Bezirk Friedrichsfelde , sein 17. Stiftungsfeit bebaut sein dürfte. So war auf einen dauernden Ertrag aus einer Magistratsvertreter im Ausschuß aus dem wirklichen Leben gegeben: im Lotal F. Bube, Prinzenallee 30, ab. Für Unterhaltung ist Bauplatzsteuer kaum zu rechnen. Auf der anderen Seite muß gerade Ein Grundstück in der Monumentenstraße sei im Januar 1906 für reichlich gesorgt. Genossen und Freunde sind hierdurch eingeladen.

tommen zu fönnen!