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|lr, 272. 24. Ichrgaug. 4. Jieiliiit Ks Joniiärts" Inlinet lolUlott. Mitwach, 20. Noomtn 1907. lieber die llntemchtterfolge der Berliner Gemeindefcbule oberen Klassen bewirken, so daß diese auch beim Achtklassen- Isystemhinreichend voll" würden und vielleicht sogar noch s Vermehrt werden müßten. Billiger würde das allerdings nicht. Für die Freisinnigen des Rathauses ist das Gnmd genug, dieses Verfahren abzulehnen. ist oft gesagt worden, sie seien nicht so, wie man sie wünschen müsse. Sie waren unzulänglich danials, als noch das Sechs- klassensystem bestand, aber befriedigen können sie auch heute noch nicht, wo wir das Achtklassensystem haben. Damals wurde im Sechsklassensystem eine der hemmenden Ursachen erblickt und die Einführung deZ Achtklassensystems gefordert, heute aber gibt man dem Achtklassensystem Schuld und möchte es auf ein Siebenklassensystem zurückschrauben. Es sind die Wortführer der freisinnigen Stadt- verordnetenmehrheit, die an demAchtklassen- system rütteln. Sie warten nicht mit ihrer Kritik, bis es erst'mal seine volle Wirkung hat ausüben können. Ein- geführt wurde cS Michaelis 1902(nachdem uns Michaelis '1990 das Provisorium des Siebenklassensystems beschert worden war), mithin werden Michaelis 1910 die ersten Kinder entlassen, die acht Schuljahre unter dem Achtklassensystem ab- solviert haben. Ein völlig zutreffendes Urteil über seine Wirkung wird selbst 1919 noch nicht gefällt werden können, weil ja in den ersten Jahren nach 1902. in denen die Lehrer- schaft sich erst einarbeiten mußte, begreiflicherweise manches rücht gleich sogeklappt" hat. Doch die Gegner der neuen Organisationsform, denen übrigens auch der jetzige Stadtschul- rat Fischer sehr nahe steht, haben es eilig. Ihnen wird es in den tkram passen, daß die Schuldeputation schon hat feststellen lassen, was denn das Achtklasscnsystem bis- her geleistet hat. Und sie werden versuchen, das Er- acbnis dieser Feststellungen für ihren Sturm aus das Acht- Lassensystein auszunutzen. Das Ergebnis wird veröffentlicht im neuesten Jahres- bericht der Schuldeputation, der das Jahr 1906/07 behandelt. Kurz vor Ostern 1907 war eine Statistik auf- genommen worden, die die Osterversetzungen betraf. In den Osterklassen saßen damals 113964 Kinder. Sieht man ab von den Kindern, die an Nebenklassen abgegeben wurden, in Fürsorgeerziehung überwiesen wurden, wegen langer Krank­heit sehr zurückgeblieben waren, vor Erfüllung der Schulpflicht vom Schulbesuch dispensiert wurden, dann bleiben noch III 94ö Kinder, die Ostern hätten versetzt werden müssen. Versetzt wurden aber 93 656 Kinder, das sind 85,4 Prozent. Der Bericht sagt, dieser Prozentsatz sei nicht ungünstig, aber er genüge nicht. Man müsse berücksichtigen, daß auf einen achtjährigen Schulbesuch sieben Versetzungen entfallen, für die immer nur dieser Prozentsatz in Frage komme. Es ist übrigens doch nicht für alle Klassenstufen derselbe, aber die Schwankungen sind allerdings nicht sehr groß. Eine andere Zusammenstellung will zeigen, wie viel Kinder jeder Klassenstufe auf dieser Klassenstufe nicht normal fortsch ritten. Die vor Ostern aufgebaute Statistik ergab, daß in den Osterklassen schon länger als zwei Halbjahre saßen: in den achten Klassen 22,72 Proz., in den siebenten 17,94 Proz., in den sechsten 16,88 Prol­in den fünften 16,05 Proz., in den vierten 18,41 Proz., in den dritten 13,16 Proz., in den zweiten 14,15 Proz. In den Michaelisklassen, die ja erst wieder zu Michaelis Versetzung hatten, saßen zu Ostern länger als ein Halbjahr: in den achten Klassen 15,97 Proz., in den siebenten 11,53 Proz., in den sechsten 10,34 Proz., in den fünften 8,23 Proz., in den vierten 7.23 Proz., in den dritten 6,91 Proz., in den zweiten 6,16 Proz. Die Osterklassen hatten zu Michaelis in ihren oberen Abteilungen die meisten derjenigen Kinder mit hinein nehmen müssen, die aus den oberen Abteilungen der Michaelis Lassen nicht versetzt worden waren. Ein hoher Prozentsatz zurückgebliebener 5kinder mußte sich daher im Winterhalbjahr in den Osterklassen finden, während eine im Sommerhalbjahr vorgenommene Zählung dieselbe Erscheinung für die Michaelis Lassen ergeben würde. Der Bericht hebt hervor, daß in den achten Michaelis- bczw. OsterLassen 13.97 Proz, bezw. 22,72 Proz. der Sfänder größtenteils schon nicht mehr die Mög lichkeit hatten, in acht Jahren die erste Klasse zu erreichen. Die Versicherung des Berichtes, daß man zur Erklärung dieser hohen Zahlen nicht die Älassenfrcqueiiz mit heranziehen dürfe, wird in Lehrerkreisen Kopfschütteln hervorrufen. Die Ermittelungen haben sich auch darauf erstreckt, wie viele Halbjahre von den Kindern der einzelnen Klasfenstufen seitBeginn ihrer Schulpflicht gebraucht worden waren, um ihre Klasse zu erreichen. Dabei ergaben sich für diejenigen Kinder, die mehr als die normale Zeit gebraucht hatten, folgende Zahlen(Oster- und Michaelis klassen zusammengenommen): in den siebenten Klassen 23,42 Prozent, in den sechsten 33.54 Prozent, in den fünften 41,69 Prozent, in den vierten 48.22 Prozent, in�den dritten 51,91 Prozent, in den zweite» 49,35 Prozent, in den ersten 39,M9 Prozent. Unberücksichtigt sind hier alle Kinder geblieben, die nicht schon von der untersten Stufe ab eine Berliner Gemeindeschule besucht hatten. Der Bericht hebt hervor, daß das Achtklassen- system höchstens erst auf die Klassen VI bis III einen Einfluß ausgeübt haben kann, währendden jetzigen Klassen II und I noch die Vorteile des sechs- beziv. siebenklassigen Systems zu­gute kommen, nämlich ein schnelleres Erreichen der oberen Klassen". An diesem Punkte werden die Gegner des Acht- ktasseiisystems einsetzen, um den früheren Zustand als den besseren hinzustellen. Es ist schade, daß nicht auch aus der Zeit des ScchSklasscnsystems Erhebungen von gleicher Gründlichkeit vorliegen. Die einzige Vergleichung, die zwischen damals und heute möglich ist, betrifft die Zahl der Kinder, die nach Vollendung der Schulpflicht aus den einzelnen Klaffenstufen entlassen wurden. Da wird natürlich das Sechs- klassensystem einstweilen noch günstiger als das Achtklassen- system erscheinen müssen, weil damals in ersten Klassen Kinder der drei letzten Schuljahre saßen. Die Gegner des Achtklassensystems machen kein Geheimnis daraus, daß sie bei ihrem Wunsch, unsere Gemeindeschule rückivärts zureformieren", vor allem an die Schonung dcs Stadtsäckels denken. Von einem Siebenklassensystem erwarten sie Ersparnisse, weil dabei mindestens zweihundert der jetzt ersten Klaffen eingezogen und die dann ersten Klassenbesser gefüllt" werden könnten. Wir empfehlen ein gegenteiliges Verfahren. Vermehrung der unteren Klassen würde weitere Herabsetzung ihrer Frequenz ermöglichen und durch Steigerung ihres Unterrichts- j ersolges ein schnelleres und zahlreicheres Aufrücken in die! Partei- Angelegenheiten. Achtung! Während der voraussichtlichen Dauer des preußischen Parteitages am 21., 22. und 23. November werden die Geschäfte des Verbandes im Ge- Werkschaftshause, Engel-Ufer 15, Zimmer 2, erledigt. Alle dringlichen Mitteilungen sind, während dieser Zeit, dorthin zu Händen des Unterzeichneten zu richten. Leopold Liepmann. Schriftführer des Verbandes. Rummelsburg . Die Parteigenossen seien darauf hingewiesen. daß morgen Donnerstag, den 21. November, abends pünktlich 8l/s Uhr, im Saale der Wwe. Weigel der dritte Vortragsabend statt- findet. Um recht zahlreichen Besuch ersucht Der Vorstand. WuidmannSlust. Die Mitgliederversammlung des Wahlvereins findet Sonntag, nachmittags 4 Uhr, bei Bergemann in Stolpe statt. Bcvlimv JVachncbten. Des Pastors Sehnsucht nach dem Mammon. Wer die salbungsvollen Worte unserer Pastoren hört, tvenn sie gegen die irdischen Güter wettern und auf die Be lohnung im Himmelreich verweisen, muß manchmal auf den Gedanken kommen, als seien sie selbst Feinde des Besitzes. Eigentlich müßten sie es sein, wenn ihre Worte von der Tugend der Entsagung und der Belohnung im besseren Jen seits auftichtig gemeint und nicht Schein sein sollen. Das ist aber in Wirklichkeit durchaus nicht der Fall. Selbst Pastoren meinen im Herzensgrunde, daß sie von den Annehmlichkeiten dieser Welt auch ihr Teil haben wollen und um sich diese zu verschaffen, greifen sie sogar zu Mitteln, die zwar nicht mehr ungewöhnlich, aber für einen Pastor immerhin bc merkenswert sind. ImLokalanzeiger" vom 17. November befindet sich folgendes Inserat: Pastor, 30, evangelisch, wünscht Heirat mit vennögender Dame. Offerten Baumeister Leißling, Leipzig-Gohlis. Zwar werden die Ehen bekanntlich im Himmel geschloffen, aber auch der Pastor hält es mit den Leuten, die aufdiesem nicht mehr ungewöhnlichen Wege" eine Frau durch die Zeitung suchen. Schon längst ist die Ehe in. besitzenden Kreisen zum reinem Geldgeschäft geworden, warum soll da der Pastor zurückstehen? Er bietet seine Stellung aus und verlangt als Gegenleistung Geld, Vermögen, die Frau wird mit in Kauf genommen. Das wird natürlich den Pastor nicht hindern, von der Heiligkeit der Ehe und von der Begehrlichkeit der unteren Volksschichten seinen Gläubigen besonders am heutigen Büß tage mit frommem Augenaufschlag Vortrag zu halten. Kann es größere Heuchelei geben? Die Polizei gegen das Glücksspiel. Die als unentbehrliche Bestandteile eines Schützenplatzes angesehenen Würfelbuden sollen verschwinden, wenigstens im Landespolizeibezirk Berlin . TaS Polizeipräsidium hat verfügt, daß auf Rummelplätzen und anderen öffentlichen Stätten nicht mehr um Geld oder Waren gewürfelt werden darf. Die Pächter der Schaubudenplätze sind natürlich mit dieser Verfügung gar nicht einverstanden und wollen ihre Rechts- gültigkeit im Prozeßwege anfechten. Gegen dab Jugendturnen der Arbeiter-Turnvereine. Am Sonntag wurde derBerliner Turnral", der zurDeutschen Turnerschaft" hält, aus Anlaß der Jubelfeier seines fünfzigjährigen Bestehens von hohen, höchsten und allerhöchsten Herrschaften mit Ehrungen überhäuft. Am Montag mußte eine Versammlung von Ärbeiter-Turnern sowie von Eltern aus der Arbeiterbevölkerung Einspruch erheben gegen die Ein- griffederBehördenindaSJugendturnenderAr» beiter-Turnvereine. Härter konnten die Gegensätze nicht aufeinanderprallen. Und greller konnte nicht die Scheidung be leuchtet werden, die in den Reihen der Turner sich vollzieht und durch eifrige Nachhülfe vonoben" beschleunigt wird. Die Versammlung war veranstaltet worden vom Berliner Ar beiter-TurnvereinFichte". Aus allen Teilen Berlins und aus den Vororten waren die Teilnehmer, darunter auch viele Mädchen und Frauen, herbeigeeilt und hatten den großen Saal des Etablisse ments Keller(Koppenstraße) gefüllt. Turngenosse Karl Frey au? Leipzig , der Vorsitzende des Arbeiter-Turnerbundes, hatte das Referat übernommen. Er begann mit einem Hinweis darauf, daß die Drangsalierung der Arbeiter-Turnvereine nunmehr aus einer Jntereffenfrage dieser Vereine selber zu einer Angelegenheit geworden ist, die die gesamte Arbeiterklasse angeht. Die Jugendlichen sollen dem Einfluß der Arbeiter-Turner entzogen werden, lveil diese in ihrer Mehrheit sich zu sozialdemokratischen Anschauungen bekennen! Den Eltern aus der Arbeiterbevölkerung soll das Recht abgesprochen werden, diesen Arbeiter-Turnern ihre Kinder anzuvertrauen! Frey legte die Beweggründe dar, die zu der Hetze gegen die Arbeiter-Turnvereine geführt haben. Von der Deutschen Turnerschaft" ging sie aus, und die Behörden griffen begierig nach demMaterial", daö ihnen von dort geliefert wurde. TieDeutsche Turnerschaft" selber hatte wider ihren Willen den An- stoß zur Gründung besonderer Arbeiter-Turnvereine gegeben, indem sie Arbeiter wegen Zugehörigkeit zur sozialdemo- kratischen Partei hinausdrängte oder hinauswarf. Als dann die Arbeiter-Turnvereine rasch an Größe und Bedeutung ge- wannen, weil viele turnende Arbeiter freiwillig aus derDeutschen Turnerschaft" zu ihnen übertraten, schrien dieDeutschen " um Hülfe und machten die Behörden mobil. Der Referent zeigte, wie all die Vorwürfe und Schmähungen, die einst gegenTurnvater" Jahn geschleudert wurden, heute von einem entarteten Geschlecht deutscher Turner gegen die Arbeiter-Turnvereine wiederholt werden. Die Behörden von heute, durch Spitzel und Denunzianten bedient, schicken sich an, ebenso forsch gegen die Arbeiter-Turner vorzugehen, wie die Behörden von damals gegen Jahn und seine Anhänger vor- gegangen sind. Schon genügt eS denDeutschen " nicht mehr, daß den Arbeiter-Turnern für ihre Schülerabteilungen die Turnhallen entzogen worden sind, und ihnen nun auch für ihre Lehrlings- abteilungen Erschwerungen bereitet werden. Das Bundesorgan der Deutschen Turnersdhaft" hat gegen die von derArbeiter-Turn- zeitung" geäußerte Meinung, daß die turnenden Arbeiter auf die Verordnungen von Ministerien pfeifen werden, die Staatsanwalt- schaft angerufen, und diese hat verständnisinnig bereits Schritte getan, die angeblicheAufforderung zum Ungehorsam gegen die Gesetze" zu verfolgen. Der Referent betonte nachdrücklich, es sei mehr als die Sorge um die Pflege vaterländischer Gesinnung unter den Turnern, es sei derSelbsterhaltungstrieb der bürgerlichen Klasse, der die sichunpolitisch" nennende Deutsche Turnerschaft" dazu gebracht habe, die alten Ueberliefe- rungen freiheitlichen Turnergeistes schnöde preiszugeben und die Staatsgewalt aufzurufen zum Einschreiten gegen die turnenden Arbeiter, zur Entrechtung der Arbeiter-Turnvereine. Die Arbeiter- Turner seien entschlossen, den Kampf durchzufechten, den man ihnen aufgedrängt habe, und diesen neuen Schlag, die Erschwerung ihres Jugendturnens, unwirksam zu machen. Das Ergebnis des Kampfes werde das sein, daß auch in den Reihen der Turner die durch den Klassengegensatz gebotene Scheidunginhübenunddrüben zu einer vollständigen werde. Der Vortrag wurde mit jubelnder Zustimmung aufgenommen. Ihm folgte eine Diskussion, in der neben Vertretern von Arbeiter-Turnvereinen Berlins und der Vororte auch Gegner sich äußerten. Einer von diesen pries dieDeutsche Turnerschaft" als Stätte des Friedens und beschwor die Arbeiter, ihr nicht den Rücken zu kehren. Ihm wurde mit rückhaltloser Schärfe erwidert, gerade durch die Gegner der Arbeiterklasse sei dieStätte des Friedens" zu einer Stätte des Hasses gemacht worden. Von besonderem Interesse waren die Ausführungen einiger Väter, die der Ver- sammlung schilderten, welchen Druck die Schule auf ihre Kinder und auf sie selber auszuüben versucht habe, um dem Turnverein Fichte" die Schüler zu entziehen. Selbst die Verweigerung freier Lehrmittel hat dabei eine Rolle spielen müssen. Mitgeteilt wurde, daß der Verein in seinen Schüler- und seinen Lehrlingsabteilungen selb st ver ständlich das Turnen fortfetze. Eltern, denen die Schule Schwierigkeiten machen will, sollen Beschwerden übermitteln an Turngenossen R. Schröder, Koppenstr. 24. Die Turnwarte haben jetzt die Ausstellung von Unterrichtserlaubnis- scheinen nachgesucht und warten auf Bescheid; einer hat ohne Er- laubnisschein weiter unterrichtet und will im Fall der Bestrafung die Sache durch alle Instanzen treiben. Die Versammlung endete erst nach Mitternacht mit der widerspruchslosen Annahme einer R e s o- lution, die jenen Eingriff in das Jugendturnen der Arbeiter- Turnvereine zurückweift als einen Verstoß gegen die Verfassung, durch die die Gleichheit vor dem Gesetz garantiert werde. Wintermorgen im Wälde. Ein leiser Winterhauch weht über die dünne Eisdecke. Leicht dringt der geworfene Stein, der aufgestoßene Stock durch den schwachen Panzer. In den offenen Wasserflächen, die der Frost noch nicht bezwungen hat, spiegeln sich die Kiefern. Sie sind jetzt Allein- Herrscher in der stillen Landschaft. Die entblätterten Kronen der eingestreuten Laubhölzer haben aufgehört, das dunkle Massengrün des Nadelwaldes zu durchbrechen. Nur das dürre, braune Laub der Eichen, die schwärzlichen Gesträuche der Erlen im Moor und die schlanken, weißen Birken mit dem rotbräunlich überhauchten Schopf ihres zierlichen Gezweiges stehen hier und dort malerisch gegen das starre Kieferngrün. Die Grashalme um die Seen, im Moor und am Wege, die Nadeln und braunen Blätter aus dem Waldboden und was sonst unser Auge da unten trifft, alles ist mit Reif überzuckert. Auch die aufgeschichteten Stöße frisch geschlagenen Kiefernholzes, die die Luft mit Harzgeruch erfüllen. Zwischen den Släimnen regt es sich. Damwild zieht langsam vorüber, ein ganzes Rudel Schaufler. Bis sie den Wanderer ge- wahren. Mit eins wenden sie ihr breites Geweih dem Eindringling zu, um ihn einen Augenblick starr und unschlüssig anzustarren. Dann macht eins der Tiere einen Satz; der Bann ist gebrochen, und alles jagt davon, um ein paar hundert Meter weiter wieder ruhig zu äsen. Höher steigt die Sonne. Wie es die langen, geraden Schatten der Kiefern zulassen, leckt sie erst mir streifenwciie den Reif von Schilf und Gras. In Wasser verwandelt perlt er herab und w-cli die bcfchcidensten der Pflanzen, Gräser und Kräuter, die auch im Winter ihr Grün nicht gänzlich aufgeben, zu neuem Leben. Das Moos quillt auf im schmelzenden Reif und die grmien Flechten der Baumrinden verlieren ihre Starrheit und färben sich lebhafter. Mit dem Reif, der mehr und mehr zergeht, schwindet mählich auch die Märchenstiinmung aus der Landschaft. Tagesordnung für die Sitzung der Stabtverorbnctenversamm» hing am Donnerstag, den 21. November d. I.. nachmittags 5 Uhr: Vorlagen, betreffend die unentgeltliche Abtretung von Straßenland an die Gemeinde Boxhagen-Rummelsburg , den Erlaß eines Lrtsstatutes wegen Anstellung eines Direktors des städtischen Fach- und Fortbildungsschulwesens, die Einrichtung einer Baracken- schule an der Seestraße, den Verkauf einer Fläche des Rummels- burger Sees, die Anschaffung eines Automobils zur Benutzung durch die Magistratsmitglieder und die Beschaffung von Abonne- .nentsfahrkarten der Großen Berliner Straßenbahngesellschaft für die Mitglieder der städtischen Behörden, den Beschluß der Ver- sammlung, in gemischter Deputation darüber zu beraten, ob und in welcher Weise Reformen in der inneren Verwaltung der Stadt Berlin eingeführt werden können mit dem Zwecke, der dauernden Vermehrung deS städtischen Beamtenpersonals entgegenzutreten, insbesondere durch Verminderung der Schreibarbeit und besseren Organisation der einzelnen Verwaltungen, die Neuregelung der Anstellungs- und Besoldungsverhältnijse der Assistenzärzte an den städtischen Krankenhäusern, die sofortige Ausführung von Prahmarbeiten bei der städtischen Flutzbadeanstalt Moabiter Brücke zu Lasten des SpezialetatS öl, für!9<13, die B e w i l l i- g'ung von Ruhegeld und Hinterbliedenenvcr» sorgung für die ohne Pensionsberechtigung im Dienste der Stadt dauernd beschäftigten Per- s o n e n, die Anlegung der Straßen ba, 10a, zwischen den Straßen 10d und 10e in Abteilung XI deS Bebauungsplanes und des südlichen Dammes der Bornholmerstraße, zwischen Grünthaler Straße und Straße 5b, sowie Erwerb von Straßenland zu den Straßen 5a, 10a und 106 im Wege der Enteignung, die Ent- schädigung für Entwertung eine? Grundstückes durch den Neubau der Grünstraßenbrücke, Erbouung zweier Fahrzeugdepots für die Straßenreinigung, die Stiftung einer Nachtragsbibliothek, die Versagung der Bewilligung eines Ruhegeldes an einen ehe- maligen Trichinenbeschaner. Außerdem finden in dieser Sitzung, und zwar um Ö Uhr, die Wahlen von neun unbesoldeten Stadt- raten für die Stellen der Herren Buchow, Gehricke, Hübner, Jäcoby, Kalisch, Maas , Marggraff, Dr. Straßmann und Venükv, deren Wahlzeit mit Ende dieses Jahres abläuft, statt. Berliner Postwesen. Die Zahl der Postanstalten in Berlin geht nach einer neuen Zusammenstellung der Oberpostdirektion jetzt bis 113. In dieser Reihe zählen mit das Hofpostamt für Geld, Pakete usw., das Briefpostamt und das Pakctpostamt für die Paketbestellung von ganz Berlin . Dazu kommen die Bahnpost- ämter 1 bis 4 und 18 sowie daö Postfuhramt, daS Kabinettspostamt und die Postämter des Herrenhauses, des Abgeordnetenhauses und des Reichstages, die nur während der Sitzungszeit in Tätigkeit sind. Van den Vororten des Bezirks hat Charlottenburg 6 Post- ämter, Rixdorf 5, Schöneberg und Groß-Lichterfelde 4, Steglitz ,