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den Beitritt zur Fraktion nicht verwehrt. Als vor einigen Jahren für Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände. Bon Rüdlagen für p Susangel mit seinen lieben Geschäftskollegen, die ihm Konkurrenz die ungünstige Zeit war selbstverständlich keine Rede. Deshalb bereiteten, von neuem in Differenzen geriet, gewannen seine sehen die Arbeiter der Zukunft mit sehr gemischten Gefühlen ent­Gegner auch in feinem Wahlkreise Oberwasser, so daß ihm aber- gegen. Am härtesten aber wird die kommende und zum Teil schon mals ein offizieller Zentrumskandidat gegenüber gestellt wurde. eingetretene Wirtschaftskrise die unorganisierten Arbeiter treffen. Der Wahlkampf war auf beiden Seiten mit großer Erbitterung Gar mancher, der immer noch, trok aller bitteren Erfahrungen, geführt, und namentlich waren es die Gegner Fusangels, zu denen an das gute Herz der Unternehmer glaubte, wird zu spät einsehen, durchweg die Geistlichen zählten, welche alles daran setten, um daß er sich in einem großen Irrtum befand. Die Arbeiter den Demagogen" zu Fall zu bringen. müssen erkennen, daß ihnen nur durch eine gute Organisation ihr Recht und ein menschenwürdiges Dasein wird.

Konkurs Eberbach . Nach dem vom Konkursverivalter in der am Montag stattgefundenen ersten Gläubigerversammlung erstatteten Status find 9,37 M. Kasse vorhanden. Das Mobilar ist bis auf einen fleineren Teil schon vermöbelt. Ein Automobil ist da; es können darauf zwar nicht die Schulden abgefahren werden, aber es find noch 4000 m. Reparaturkosten zu decken. Die guten Weine sind werden. Der Wert der gesamten Aktivmasse wird auf 60 856 m. geschäst, 50 000 m. sollen noch von den Außenständen herein­zubringen sein. Für die bisher angemeldeten Forderungen in Höhe von 74 Millionen Mark ermöglicht sich die Ausschüttung einer Dividende von 3 Proz. Es sollen aber noch weitere Forderungen zu erwarten sein.

Im Wahlprotest beklagt sich die unterlegene Fusangelpartei nun namentlich darüber, daß sie als Abtrünnige bezeichnet worden sei, obgleich sie und ihr Kandidat sich in treuer Anhäng­lichkeit und kirchlich- katholischem Sinn nicht übertreffen ließen. Im einzelnen liegen eine Menge Verstöße gegen die Wahlvorschriften vor: Beeinflussungen von Geistlichen auf die Wähler von der Kanzel herunter, in einem Falle soll im Beichtstuhl der Verfuch zur Beeinflussung gemacht worden sein, in je einem Falle soll ein Schulrektor und ein Geistlicher die Schüler zur Verbreitung von verschwunden und Wertgegenstände konnten nirgends aufgefunden Flugblättern verwendet haben. In einer großen Anzahl von Orten sind nach dem Protest die Fusangel- Stimmzettel gestohlen worden und Ersatz in den meisten Fällen nicht zu beschaffen ge­wesen. An dieser Wegnahme von Stimmzetteln sollen sich auch Mitglieder des Wahlborstandes beteiligt haben! Ein konser­batives Kommissionsmitglied aus Mecklenburg machte nach der Besprechung des Protestes die sehr angebrachte Bemerkung, daß man nach diesen Vorgängen zu schließen in Westfalen noch etwas rückständig zu sein scheint!" Ob über die behaupteten Verstöße Beweis erhoben werden wird, ist noch sehr zweifelhaft, weil bei dem großen Vorsprung von ca. 1800 Stimmen für Becker auch dann noch eine Majorität verbleiben dürfte, wenn die Protest­puntte als wahr unterstellt und demgemäß das Wahlresultat ge­ändert würde. In der nächsten, am Freitag stattfindenden Sigung der Kommission wird diese Frage genau geprüft werden.

Einlauf.

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Aus dem Reichstage: Weiterer Bericht der Wahlprüfungskommission über die Wahl des Abg. Schack....

56., 57. und 58. Bericht der Kommission für die Petitionen. Nachweisung der durch den Reichshaushaltsetat für 1907 er­folgten und der im Entwurfe zum Reichshaushaltsetat für 1908 bor­geschlagenen Erhöhungen solcher Titel zu fortdauernden Ausgaben, Bei denen im Rechnungsjahre 1906 Ueberschreitungen vor­gekommen sind.

Aus Industrie und Handel.

Industrieller Erntesegen.

Eine Zusammenstellung von 42 der bedeutendsten Attien­gesellschaften der Metall- und Maschinenindustrie Südwestdeutschlands ergibt, daß bei 41 921 Arbeitern im Geschäftsjahr 1906 ein Reingewinn von 19 510 985 m. herausgewirtschaftet worden ist. Nachstehende Zahlen geben ein Bild über die Rentabilität der einzelnen Juduſtrien:

Art der

Unternehmen

Maschinenfabrik u. Eisen­gießerei..

Nähmasch. u. Fahrradfabr. Metallwar. u. Bijouterie

fabrik

Uhren- u. chirurgische In­strumentenfabriken

Waffen- u. Munitionsfabr.

4017 M.!

Babl b. beteiligt.

Aktiengesellsch

Zahl der

beschäftigten Arbeiter

4

Erzielter Rein

Aftien gewinn in Mart fapital in

1000 m. überhaupt

pro

Arbeiter

Durchschnitt.

Dividende in

Prozent

25 18749 53448 8760562 467

81/2

4 5823 9200 1887840 316

12,8

5

5354 7810 3043147 568

62

GO

Fri. 8tg." wurden im Jahre 1907 in Aftiengesellschaften und Neugründungen und Kapitalserhöhungen. Nach der Statistik der Gesellschaften m. 6. H. 1311,56 Millionen Mark neu investiert gegen 1520,52 Millionen im Jahre 1906. investierten Rapitals gegenüber dem Vorjahre brachte der Monat Die größte Abnahme des neu Oktober, wo 1907 nur 95,06 Millionen Mart beansprucht wurden gegen 285,86 Millionen im Oftober 1906. Auch im April war der Rüdgang schon groß gewefen. Die starte Einschränkung ist aus­schließlich auf den geringeren Geldbedarf von Aktiengesellschaften zurückzuführen. Während die Summe des in Gesellschaften m. 6. H. investierten Kapitals von 285,72 Millionen Marf noch auf 418,00 1131,46 auf 893,54 Millionen Mart. Die Zahl der Gesellschaften, Millionen Mart hinaufging, fant fie bei den Aftiengesellschaften von die an den Neuinvestierungen beteiligt waren, ist indes bei beiden Gruppen gestiegen.

Gewerkschaftliches.

Arbeiter- Maffenprotest gegen die Zigarren und Tabaks steuerpläne der Reichsregierung.

Zabalarbeiter glauben um fo mehr berechtigt zu fein zu einem Protest gegen jede weitere Mehrbelastung der Tabakindustrie,

1. weil in der Tabakindustrie eine große Zahl schwächlicher und verkrüppelter Arbeiter Unterschlupf gefunden haben, die in feiner anderen Industrie sich zu ernähren imstande sind und bei der durch die Steuererhöhung bewirkten Arbeitslosigkeit nur den Gemeinden zur Last fallen würden;

2. weil durch den am 1. März 1906 in Kraft getretenen Bolltarif eine weitere Herabdrückung der elenden Lebenshaltung der Tabakarbeiter bewirkt wurde;

3. weil die jebige Steuergesetzgebung für die Tabakindustric zur Folge hatte, daß die Tabafarbeiter, die vor dem Jahre 1879 mit zu den besser entlohnten Arbeitern gehörten, jetzt nach der Lohnstatistik der Berufsgenossenschaften mit ihrem Jahresver­dienst um 404 M. unter dem Durchschnittsverdienst der gegen Unfall versicherten Arbeiter stehen. Die alljährlichen enormen Einnahmen, welche das Reich durch die im Jahre 1879 erfolgte Erhöhung des Tabakzolls, der Tabafsteuer und der im Juli 1906 eingeführten Mehrbelastung der Zigarettenindustrie durch Zoll und Banderolesteuer hat, werden hauptsächlich getragen durch) die in der Tabakindustrie und deren Nebengewerben beschäftigten Arbeiter, in Form der damals in großem Umfange vorgenom menen Lohnreduktionen, die sie über sich ergehen lassen mußten auf Grund der durch das Sozialistengesetz herbeigeführten Wehr­losmachung der Arbeiter und durch die in erheblichem Maße betrieben: Verlegung der Fabrikation aufs flache Land.

Eine Steuererhöhung würde eine weitere Verschlechterung der Lage der Tabatarbeiter herbeiführen. Da die Tabatarbeiter in 300 Arbeitstagen jebt einen Durchschnittsverdienst von 544 M. laut der unter Nr. 3 erwähnten Lohnstatistik erzielen, würden sie durch vermehrte Arbeitslosigkeit und Lohnver­schlechterungen zum Hungern verurteilt sein.

Indem die heutige Versammlung aus allen diesen Gründen energisch gegen jede weitere Belastung der Tabakindustrie, welche den Ruin derselben zur Folge haben muß, protestiert, fordert fie von dem Reichstagsabgeordneten dieses Kreises, daß derselbe flipp und flar gegen jede weitere Mehrbelastung der Tabak­industrie, gleichviel in welcher Form es auch sei, im Reichstage zu stimmen habe."

Berlin und Umgegend.

Achtung, Former und Gießereiarbeiter!

ist, nachdem Verhandlungen mit dem Verband der Berliner Metall­

Der Streik in den Norddeutschen Stahlwerken Ober- Schöneweide

industriellen stattgefunden haben, zugunsten der Kollegen beendet. Die Kollegen haben am Donnerstag die Arbeit aufgenommen. Die Sperre ist hiermit aufgehoben.

Deutscher Metallarbeiter- Werband. Drtsverwaltung Berlin . Deutfches Reich.

" Der Ruin der Tabakindustrie durch die drohende Weiterverpflanzung der Banderolensteuer auf die weiteren Zabatfabrikate, wie Zigarren usw., angesichts der heutigen Lage der Tabakindustrie". So lautete die Tagesordnung einer öffentlichen Tabatarbeiter- und Arbeiterinnen- Ver­fammlung, die am Mittwoch in Dräsels Festsälen stattfand zu Ehemniz bestehen Differenzen. Herr reyfel maßregelte Achtung, Buchstabenschleifer! In der Schleiferei bon regfel und sehr zahlreich besucht war. zwei Kollegen, die übrigen erklärten sich mit den Gemaßregelten folidarisch und reichten die Kündigung ein. Es handelt sich um nichts Geringeres als um die Vernichtung der Organisation. Sein Buch­stabenschleifer trete bei Herrn Kreyfel in Chemnitz in Arbeit.

Man hatte zu dieser Versammlung den Abgeordneten des ersten Berliner Reichstagswahlkreises, den Freifinnigen Kaempf eingeladen, um zu erfahren, welche Stellung er zu den Steuerprojeften einnimmt. Er hatte jedoch abgelehnt. Er sei verhindert zu kommen, schrieb er; bezüglich der Steuerprojefte stehe er ganz auf dem Standpunkt seiner Partei in diesem Punkt.

Zentralverband der Glasarbeiter.

Der Chrift" im Klassenkampf.

Pech hat der christliche Lederarbeiter Gottfried Joeres aus Widrath. Er hatte im Mai b. 3. als Streilleiter der christlichen rheinischen Aktiengesellschaft für Lederfabrikation in Widrath Flug­Gewerkschaften anläßlich des Streits von 150 Arbeitern der nieder­blätter verfaßt und verteilen lassen. Vom Schöffengericht war er freigesprochen. Die Straffammer hielt das Verbrechen des J. für so groß, daß fie ihn zu 14 Tagen Gefängnis verurteilte.

Gerichts- Zeitung.

Milde Richter für Roheiten Gebildeter".

Reichstagsabgeordneter Molkenbuhr, der das Re­ferat hielt, bemerkte zu der Antwort Kaempfs, daß man daraus nicht ersehen könne, wie er sich zu der Sache stelle, denn seine Partei stehe ja nicht, sondern schwanke hin und 16,2 her. Der Redner kritisierte dann treffend auf Grund be­weiskräftiger Tatsachen jene Steuerpläne und zeigte, wie 4150 12812 1211377 292 7,0 ruinierend sie auf die Tabakindustrie wirken müssen. Wie, 7846 17000 4658059 594 21.0 als der Tabak nach Europa kam, die Aerzte darin ein Buſammen 42 4192110027019510985 465 11,3 wunderbares Heilmittel erblickten, so betrachteten die heu­Auf den einzelnen Arbeiter entfällt im Durchschnitt ein Rein- tigen Staatsmänner den Tabak als das beste Heilmittel Der Student der Medizin körbel hatte sich an. fabriken abgeschnitten, die bei einem Afnd Munitions - gegen den Reichsdalles. Und seit Bismard fämen sie immer Mittwoch vor der 7. Straffaimer wegen eines außerordentlichen besten haben die Waffen­fabriken abgeschnitten, die bei einem Aktienkapital von 17 Millionen wieder mit denselben Gründen, die automatisch herunter- Delifts zu veranten. Der Angeklagte hatte am 15. Juli in den Mart einen Reingewinn von 4 658 059 m. verzeichnen und eine geleiert würden. Weil der Tabak und die Tabaffabrikate Belten mit einem Freund und einer Freundin lebhaft gezecht. Als Dividende von mehr als 3 Millionen Mark oder 21 Proz. ver- in den Ländern wie Frankreich , England usw., pro Kopf der er das Restaurant verlaffen, wollte er sich einen Jug machen. Er teilen konnten. Eine durchschnittliche Dividende von 11,3 Proz. ist Bevölkerung an Steuern mehr einbringen, könne man ruhig tommende Frau und trat dann an eine Frau heran, die mit einem zog im Tiergarten seinen Rock aus, beleidigte erst eine vorüber­aweifellos als sehr günstig zu bezeichnen. Dabei sind von vierzig auch in Deutschland stärkere Besteuerung einführen, sagten jungen Manne diefelbe Allee entlang ging. der beteiligten Aktiengesellschaften bei zwei sind über Ab­Er berührte die Frau schreibungen keine Angaben gemacht mit einem Atientapital fie. Man vergesse jedoch, daß die Berechnung pro Kopf zu in unanständiger Weife an der Brust, so daß der Begleiter von 95 Millionen Mart 13 550 326 M. abgeschrieben worden, das ganz falschen Schlüssen führt. Ist doch die Kinderzahl, die der Frau energisch gegen diefes Gebahren des sogenannten ge­find rund 14 Proz. des Aktienkapitals. für den Tabakverbrauch nicht in Betracht kommt, in Frank- bildeten" jungen Mannes Einspruch erhob und diesen einen Das glänzendste Geschäftsergebnis hat wohl die Metallwaren- reich viel geringer als in Deutschland . Dazu kommt die dem Freunde des Angeklagten und es entwickelte sich zwischen beiden Zümmel" nannte. Wegen dieses Wortes fam er in Stonflift mit fabrik Geislingen zu verzeichnen. Diese Fabrik beschäftigte Verschiedenheit der Löhne, dann in England die Steuer- ein fleines Handgemenge. Auch in der Brust des Angeklagten 1905/06 durchschnittlich 3325 Arbeiter, das nominelle Aftienkapital freiheit der Lebensmittel. Ein englischer Arbeiter, der, wie übte der Mut seine Spanntraft: anstatt sich zu entschuldigen, beträgt 4 500 000 M. Der Reingewinn betrug 1905: 2 221 644. in der Textilindustrie, 2000 M. im Jahre verdient und für verfegte er der von ihm belästigten Dame noch eine und 1906: 2 088 073 M., in zwei Jahren 4 309 717 M. Als Divi- Brot und Fleisch keine indirekten Steuern zu tragen hat, Ohrfeige. Er wurde von einem Schußmann festgenommen und dende wurden in jedem der beiden Jahre 900 000 M. 20 Broz. des Aktienkapitals verteilt und auf neue Rechnung 1905: 1521 639 fann natürlich weit leichter eine größere Summe für den mit einer Strafanzeige bedacht, auf die die so schwergekränkte Frau Mart und 1906: 1074 170 M. vorgetragen. Die Herren Direktoren Tabak zahlen, als sein schlesischer Kollege mit knapp 500 m. verzichtet haben würde, wenn der Angeklagte den und Aufsichtsratsmitglieder erhielten in diesen zwei Jahren die Einkommen. Der Redner zeigte ferner, wie verderblich die Tatt beseffen hätte, nachträglich um Verzeihung Summe von 628 307 M. als Tantieme. Und horrende Summen Einführung neuer Steuern und die Steuererhöhungen alle zu bitten. Das Schöffengericht verurteilte seinerzeit den wurden für Abschreibungen verwendet: 1905: 5 952 910 2. und mal auf die Tabakindustrie gewirkt haben, besonders auch angeklagten zu zwei Monaten Gefängnis. In der 1906: 6 430 629 M., also nahezu 12% Millionen Mart innerhalb auf die Löhne, so daß z. B. 1878 die großen Bigarrenfabri- rufungen insbesondere auch in den Fällen auszeichnet, in denen Berufungsinstanz, die sich sonst durch Verwerfung von Be­zwei Jahren. Die Geislinger Metallwarenfabrik hat im Durchfanten von Hamburg ihre Produktion nach kleinen Orten Arbeiter im Lohnfampf fich in der Erregung zu einem groben Wort schnitt in zwei Jahren 1293 M. an Reingewinn und 3724 M. an berlegten, wo man, wie im Schwarzwald , das 1000 für gegen Streitbrecher hinreißen ließen und zu Gefängnisstrafe ver­Abschreibungen pro Arbeiter herausgewirtschaftet; zusammen 3,50 M. bis 4,25 m. hergestellt bekam, das heißt billiger als urteilt wurden, hatte der Student mehr Glüd. Das Gericht nahm Auch das Geschäftsjahr 1906/07 hat für die Unternehmer gut in den Gefängnissen, die 5 bis 6 m. verlangten. Bei der an, der Angeklagte sei nicht sinnlos betrunken, aber schwer ant­abgeschlossen, wie die folgende Tabelle über die Ergebnisse von sowieso herrschenden Arbeitslosigkeit, der ungeheuren Teu- getrunken gewesen, und setzte das Straßmaß auf 300 Mart Geld­zehn Gesellschaften ausweist. erung aller Lebensmittel, den erbärmlichen Löhnen in der strafe herab. Tabatindustrie müsse jede weitere Belastung des Tabaks um bildeten" begangen werden, der Strafart nach weit milder bestraft Die vielen Fälle, in denen Roheitsdelikte, wenn sie von Ge­so ruinierender wirken. Ganz besonders verderblich aber sei werden als Fälle, in denen ein Arbeiter sich zu einem Erzeß hat eine Wertsteuer auf die Tabakfabrikate, die einer Prämie hinreißen lassen, laffen den Rückschluß zu, daß die herricheude Klajie für Lohnabzüge gleichkomme. Der Redner fordert zum Roheit als ein Privileg der ihr Zugehörigen betrachtet. Dies Schluß seines inhaltreichen Vortrags die Versammelten auf, ficherlich nicht beneidenswette Brivileg tommt ja auch in den alle Kraft einzusehen, um den Ruin der Tabakindustrie ab- Kolonialbestialitäten und den Schwärmereien für dieselben deutlich zuehren. In der Diskussion machte ein Bigarren- und zum Ausdruck. abakhändler die Mitteilung, daß in der nächsten Woche eine Protestversammlung der Ladeninhaber gegen die Steuer­Unverschämten Belästigungen waren Frauen und Mädchen aus­pläne stattfinden wird, und daß in den Geschäften Protest- gefeßt gewesen, die in den Monaten Mai bis Juli v. J. den Weg liſten zur Unterschrift ausgelegt werden. Die Versammlung vom Bahnhof Zehlendorf nach Schlachtensee passierten. Fast alltäglich nahm einstimmig folgende Resolution an: wurden allein gehende Damen von zwei besser gekleideten " Die Versammlung der Tabakarbeiter und-arbeiterinnen Männern in nicht wiederzugebender Weise durch Worte und Taten protestiert auf das entschiedenste gegen jede Erhöhung der Tabak- belästigt. Trotz aller Bemühungen der zuständigen Polizeibehörden steuer, des Tabakzolles, sowie die Einführung der Banderole- gelang es längere Zeit hindurch nicht, die beiden Attentäter dingfest steuer auf Zigarren und gegen jede Art der weiteren Besteue- zu machen. In der legten Zeit hatte sich außerdem noch ein Dritter rung der Tabatfabritate und verurteilt aufs schärfste, daß die zu ihnen gefellt, der sich ebenfalls auf offener Straße in derselben: Reichsregierung troß der im Frühjahr 1906 seitens des Reichs- unanständigen Weise bewegte. Endlich gelang es der tages abgelehnten Belastung der Zigarrenindustrie, es wieder Polizei, die drei Schweine zu ermitteln. In einer längeren wagt, an den Reichstag aufs neue heranzutreten, trok der zur Sigung hinter verschlossenen Türen berhandelte gestern selben Zeit angenommenen Zigaretten- Banderolesteuer, verbunden die zweite Straffammer des Landgerichts II gegen den mit der Zollerhöhung auf Zigaretten und Zigarettentabate, trok Ingenieur Hugo Gramagli und den Kaufmann der hierdurch hervorgerufenen kolossalen Arbeitslosigkeit der Ar- Wilhelm Launißer wegen Erregung öffentlichen Bergernisses. beiter dieser Branche, trotz der enormen Steigerung aller Lebens- Zu der Verhandlung war, außer 30 Damen und jungen Mädchen, bedürfnisse, als als Brot, Fleisch, Kohlen, Wohnungsmieten der Geh. Medizinalrat Dr. Seppmann als pihchiatrischer Sach­usw. usw. verständiger geladen worden, da es sich um frankhafte Verirrungen, Die Regierung behauptet fortgeseßt, daß der Tabat ein ent- fogen. exhibitionelle Neigungen, der beiden Angeklagten handele. behrliches Genußmittel sei; für die in der Tabakindustrie be- Der dritte Attentäter, der Student und Schriftsteller schäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen ist er der unentbehrliche Rela Christof, hatte sich durch die Flucht nach feiner rumänischen Rohstoff des Geiverbes. Steuererhöhungen, die eine Verteuerung Heimat einer Strafverfolgung entzogen. Das Gericht erkannte dieses Genußmittels ungweifelhaft herbeiführen, haben eine mit Rücksicht darauf, daß es sich um frankhafte Berirrungen zweier Herabdrückung des Konsums zur Folge und bringen daher für sonst unbescholtener Leute handelte, auf eine sehr milde Strafe. Es die in der Tabatindustrie und deren Nebengewerben Beschäf- verurteilte die beiden Angeklagten zu einer Geldstrafe von- tigten: Arbeitslosigkeit und unberechenbare Lohnabzüge. Die je 100 Mart.

Eßlingen , Maschinenfabrik Frankenthal, Albert u. Cie., Schnellpr. Maschinenf. Klein, Schanzlin u. Becker

.

Furtwangen , Badische Uhrenfabrik Mannheim , Benz, Gasmotorenfabrik Brown, Boveri u. Cie.

Pforzheim, Richter, Metallindustrie Rodi u. Wienenberger Schramberg , Ver. Uhrenfabriken Zweibrüden, Dingler, Maschinenf.

Erzielter Reingewinn in Mart 1905/1906 1906/1907

über­

haupt

pro be

häftig.

Arbeit.

über­

haupt

566 837 533 422

202

538

324 917 117 506 266 506 343 395 343 399 722 399 130 214 520 171 797 687

644 349 784 1 137 668 1338 486 227 271

457 571 282 83 466 759 76 925 699 114 666 191 126 890 195 428 016 288 663 377 368 159 871 228 221 609 260 Busammen 3 192 731 297 4 384 474 395 Der Generalsekretär des Verbandes deutscher Papierfabriken, Herr Ditjes, schreibt in Nr. 45 seines Wochenblattes:" Selbst tenn ein Nachlassen der zurzeit immer noch hochgespannten Wirtschaftslage eintreten sollte, so werden sich die Betriebe der weit überwiegenden Mehrzahl der Industriezweige damit trösten können, daß ihnen die gute Zeit reiche Früchte ge­tragen hat und daß sie selbst ihr Schäfchen ins Trockene gebracht haben. Nach den fetten können jebt die weniger fetten Jahre tommen. Die Fabrikanten sind gerüstet und sehen der minder guten Zeit ohne Sorge entgegen."

Die Geschäftsergebnisse der angeführten Unternehmungen be­weisen die Richtigkeit der Ausführungen des Herrn Ditjes. Leider treffen sie in entgegengeseztem Sinne auf die Arbeiter zu. So­weit in den letzten Jahren irgend welche Verbesserungen von den Arbeitern in bezug auf Lohnerhöhungen erreicht wurden, sind sie aufgehoben worden durch die rapid in die Höhe gegangenen Breise Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin . Für den

Schamlosigkeiten.

Enteratenteil verantw.: Th. Glede, Berlin . Drud u. Verlag: Vorwärf Buchdruderet u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW.