Einzelbild herunterladen
 
  

Nr. 27. 25. Jahrgang.

Reichstag .

1. Beilage des Vorwärts " Berliner Volksblatt. Sonnabend, 1. februar 1908.

91. Gizung vom Freitag, den 31. Januar 1908, nachmittags 1 Uhr.

Am Bundesratstisch: v. Tirpit.

Die zweite Beratung des Marineetats wird fortgesett. Beim Kapitel Garnisonderwaltung" bringt Abg. Spethmann( frs. Bp.) die Unzufriedenheit der Angestellten und Beamten in der Torpedowerkstatt Friedrichsort zur Sprache. Das Kapitel wird bewilligt; der Rest der dauernden Ausgaben wird debattelos bewilligt; desgleichen nach un­wesentlicher Debatte die einmaligen Ausgaben. Jm Extraordinarium werden zur Anlage des Hafens für fleinere Fahrzeuge bei Helgoland 2 000 000 m. gefordert. Abg. Ahlhorn( frf. Vp.): Ich bitte den Staatssekretär, hier öffentlich zu erklären, daß der Bestand der Insel Helgoland weder durch die Tätigkeit des Meeres noch durch die Befestigungen ge­fährdet ist. Helgoland ist teuer erkauft; es in die Luft zu sprengen, wie von einer Seite wegen dieser Befürchtungen befürwortet wurde, wäre der größte Fehler.

Staatssekretär v. Tirpis: Nach den eingehenden Untersuchungen, die stattgefunden haben, glaube ich, daß die Befürchtungen über den Bestand der Insel grundlos sind.

Der Titel wird bewilligt.

Zum Bau einer Trodendodanlage an der Unterelbe werden als erste Rate 250 000 m. gefordert. Abg. Dr. Paasche( natl.) hebt die Vorzüge der Schwimmdocs gegenüber den Trockendocks hervor und bittet, vor der endgültigen Entscheidung die Frage noch einmal zu prüfen. Etaatssekretär v. Tirpis: Die Marineverwaltung steht der Frage, ob Schwimm- oder Trockendods anzulegen sind, vollkommen objektiv gegenüber. Es handelt sich darum, ob unter den gegebenen lofalen Verhältniffen ein Schwimmdod oder Trockenbod angebrachter ist. Nach den mir vorliegenden Kostenanschlägen stellen sich die Koften für zwei Schwimmbods um 4 Millionen Mark höher als für zwei Trockendocks.

Der Titel wird bewilligt.

Die Abgg. Albrecht und Genossen( Soz.) beantragen, in der macht. In den Marinebetrieben finden wir alle Arten von Ge letten Beile hinter Arbeiterausschüsse" einzuschalten und Arwertschaftsorganisationen, die freien Gewerkschaften, deren parla­beiterorganisationen".

verwaltung, auf die Entwickelung der Tarif­Abg. v. Richthofen( t.): Es ist nicht Sache der Reichs. berträge einzugehen. Wir werden deshalb gegen die Resolution stimmen. Abg. Ledebour( Soz.):

mentarische Vertretung die sozialdemokratische Fraktion ist, die christlichen Gewerkschaften, die hier vom Zentrum und der Wirt­schaftlichen Vereinigung vertreten werden, und die Hirsch- Dunder­schen, die bisher ihre politische Vertretung in den freisinnigen Parteien zu erblicken geivohnt waren. Es handelt sich hier also um keine Parteifrage, sondern um eine Frage des allgemeinen Ars beiterrechts, in der die Vertreter aller Parteien, die bisher ein Interesse für die Arbeiterorganisationen befundet haben, einmütig zusammenstehen follten.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) mission Zu unserem großen Erstaunen hat aber in der Kome

Abg. Gröber( 8.): Eine Erweiterung der Tarifverträge ist an­zuftreben, wenn auch der Bund der Industriellen meint, daß durch Tarifverträge die Industrie gefährdet wird. Deshalb ist die An­nahme der Resolution für uns selbstverständlich. Die bayerische Regierung sowie die Verwaltungen verschiedener Städte handeln bereits heute im Sinne dieser Resolution. Ein finanzielle 3 Bedenken, daß etwa da, wo die Tarife innegehalten werden, höhere Löhne bezahlt werden, tann gar nicht in Betracht werker eine entsprechende Resolution angenommen hat, fann er sie tommen. Nachdem der Reichstag bereits in bezug auf die Hands in bezug auf die Großindustrie nicht gut ablehnen. Wir sollten uns werter Weise entwickelt sind. Auch bei uns find in den letzten zehn erklärt, daß man es den Behörden wie der Marineverwaltung England zum Muster nehmen, wo die Tarifverträge in bewunderne gerade ein freifinniger Abgeordneter Jahren Taufende von Tarifverträgen abgeschlossen, was allein nicht zumuten fönne, mit sozialdemokratischen Ar schon ein Beweis für ihren Nußen ist. Der Antrag Albrecht ber- beitern zu verhandeln. Der Herr hat durchaus recht, daß die über­langt bei der Festsetzung der Arbeitsbedingungen die Mitwirkung wiegende Mehrzahl der Arbeiter der Marinebehörden sozialdemo der Arbeiterorganisationen. Ueber die Art dieser Mitwirkung ent- fratisch ist, und es ist sehr erfreulich, daß diese Erscheinung immer hält er nichts, fie brauchen also auch nur gutachtlich gehört zu weiter um sich greift. Aber das sollte doch kein Grund sein. werden. Wir stimmen deshalb diesem Antrage zu. bandeln mit dem Unternehmer, also in diesem Betätigung des Koalitionsrechts durch Ver die Arbeiter an der praktischen Ausübung, der Falle der Marineberwaltung, zu hindern. Hoffent. lich sind die freisinnigen Herren inzwischen selbst von ihrem un­haltbaren Standpunkt zurückgekommen und stimmen für unseren Die Resolution ist auf unsere Anregung in der Antrag, dessen Annahme sie ja dadurch ermöglichen fönnen. Sommission angenommen, unser Zusakantrag aller Wenn sie sich inzwischen bei den organisierten Arbeitern er­dings mit 10 gegen 10 Stimmen abgelehnt worden. Deshalb haben kundigt hätten, die ihnen nahe stehen, so hätten sie zweifellos wir es für erforderlich gehalten, ihn hier noch einmal zu stellen. erfahren, daß auch diese sich auf den Standpunkt des allgemeinen Herr v. Richthofen macht gegen den ganzen Antrag geltend, er bes Arbeiterinteresses stellen Sonst müßte man ja auch zu der Folge­deute einen Eingriff in die Entwickelung von Verhältnissen, die rung kommen, daß die Marineberwaltung auch nicht mit den Ar­der freien Vereinbarung vorbehalten bleiben müssen. Mit diesem beiterausschüssen verhandeln dürfe, da auch dort Sozialdemokraten Einwand kommt er ober etwas zu spät; denn über die prin fiben, oder überhaupt keine Sozialdemokraten beschäftigen dürfe. zipielle Frage hat sich das Haus, wie er aus der Nede des( Heiterkeit.) Wenn aber eine Behörde genötigt ist, in ihren Be­Herrn Gröber hätte entnehmen fönnen, I ängst entschieden. trieben die Arbeitskraft von Arbeitern aller Parteien zu verwerten, Bei dem Vertreter einer so traditionellen Partei wie der konser so darf sie sich nicht auf den engherzigen Standpunkt stellen, daß vativen wundert mich dies Verhalten.( Heiterfeit bei den Sozialfie Sozialdemokraten zwar brauche, um ihren Betrieb aufrecht zu Zum Bau fistalischer Mietswohnungen für demokraten.), Weiter erklärt Herr v. Richthofen sich gegen die Re- erhalten, aber mit ihnen über Betriebsfragen nicht verhandele. Offiziere in Wilhelmshaven werden 800 000 m. gefordert. solution, weil er nicht wünscht, daß den Gewerkschaften überhaupt( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Vorgestern bezeichnete der Die Kommission hat 200 000 M. davon gestrichen, irgendein Einfluß eingeräumt werde. Tarifverträge werden Staatssekretär v. Tirpis den englischen Kriegsschiffbau als vor­Abg. Dr. Semler( natl.) bittet, die Position nach der Re- aber von allen Arbeiterorganisationen in Deutschland gefordert. bildlich. Der englische Schiffsbau arbeitet schon seit gierungsvorlage zu bewilligen. Verschiedenheit unter ihnen besteht lediglich über die Form der Jahren mit den Mitteln, die unser Antrag Ihnen Abg. Erzberger( 3.): In der Kommission bin ich für Streichung Berträge. Aber über diese innerhalb der Arbeiter strittige Fragen empfiehlt. Damit ist wohl auch der Einwand widerlegt, als der 200 000 m. eingetreten; ich habe mich aber inzwischen über- haben wir uns hier nicht schlüssig zu machen. Damit die Arbeiter ob es ein Eingriff in die Koalitionsfreiheit sei, wenn die Re zeugt, daß in Wilhelmshaven nicht genügend Wohnungen vor- überhaupt Tarifverträge abschließen können, die für sie günstig gierung nach unserem Antrage die Unternehmer, die für sie liefern, handen sind, und bitte daher, die höhere Summe zu bewilligen. Be- sind, müssen die Arbeiterorganisationen stark sein. Denn nur zwinge, die Löhne der Tarifverträge zu zahlen. Das vorbildliche merten will ich aber der Marineverwaltung, daß durch Verlegung eine starke, durchgebildete Organisation kann annähernd auf dem Berhalten Englands in dieser Beziehung datiert schon auf das ven Staatsbetrieben nach Gemeinden dort sehr erhebliche Wert- Buß der Gleichberechtigung mit den Unternehmern verhandeln. Jahr 1890 zurück. Damals nahm das englische Unterhaus steigerungen des Grund und Bodens hervorgerufen werden; wenn eine Resolution an, in der es für die Pflicht der Regierung erklärte, eine Kommune an die Marineverwaltung wegen Gewährung einer jede Anstrengung zu machen, um bei Vergebung von Arbeiten an Beihülfe herantritt, sollte die Marineverwaltung sie zunächst auf Brivatunternehmer die Zahlung solcher Löhne zu sichern, die für die Erhebung einer Wertzuwachssteuer verweisen. gelernte Arbeiter des betreffenden Berufszweiges als angemessen Abg. v. Richthofen( f.): Mit der letzten Anregung müssen wir angesehen werden. Dort ist also das Prinzip genau so allgemein wohl warten, bis uns das Gefeß über die Steuerpflicht der Staats­formuliert wie in unserem Antrage. Allmählich hat sich die Praris betriebe in Gemeinden vorliegt. durchgesetzt, als angemessen diejenigen Löhne anzusehen, die von den Trade Unions als angemessene Mindest. Löhne für einen bestimmten Berufszweig anerkannt werden. Im Jahre 1897 hat dann eine englische Unterhauskommission unter Hin­zuziehung organisierter Arbeiter diese Frage gründlich geprüft und ist zu dem Resultat gekommen, daß der Staat als Arbeitgeber nicht nur ein gutes Beispiel geben, sondern auch dafür sorgen müsse, daß die Arbeitsbedingungen der Privatunternehmer bei Staats­aufträgen zufriedenstellend seien. Sie hat konstatiert, daß auch die Unternehmer im großen und ganzen dieser Bestimmung nicht mehr feindlich gegenüberstehen und daß die Beziehungen zwischen Unter­nehmern und Arbeitern dadurch nur günstig beeinflußt worden sind, daß diese Bestimmung dazu beigetragen habe, Bereinbarungen über die Lohnhöhe und die Ar­beitsbedingungen zwischen den Arbeitnehmern und Arbeitgebern zu fördern.( Sört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Ferner ist in der Kommission der Einwand ge­macht worden, daß die Marineberwaltung als einzelne Behörde einen solchen Beschluß nicht fassen könne. Gerade in bezug auf die Marine hat aber England schon einen weiteren Schritt getan. Am 6. März 1893 hai das Unterhaus beschlossen, daß die

Abg. Dr. Südekum( Soz.): Der Meinung des Vorredners, daß die Anregung des Abg. Erzberger aufgeschoben wird, bis das Ge­fetz über die Steuerpflicht der Staatsbetriebe in Gemeinden vor­liegt, tann ich nicht zustimmen. Auch heute fann jebe Gemeinde bereits die Wertzuwachssteuer einführen. Ich bedaure lebhaft, daß die Marineverwaltung, wenn sie Beihülfen für einzelne Ge­meinden von uns verlangt hat, uns nicht dabei hat sagen können, daß sie mit der betreffenden Gemeinde bereits wegen Einführung einer Wertzuwachssteuer in Verhandlungen getreten ist. Ich unter­itüße die Anregung des Kollegen Erzberger in jeder Richtung. Die Summe von 300 000 m. wird bewilligt. Der Rest des Etats wird debattelos bewilligt. Die Budgetkommission empfiehlt die Annahme einer Rejo­lution, wonach die Marineverwaltung nur an solche Firmen Ar­beiten vergeben soll, in denen die gesetzlichen Vorschriften über die Arbeitsbedingungen innegehalten werden und die Löhne nicht hinter den Bestimmungen der Tarifverträge zurüdbleiben; weiter foll die Marineverwaltung die Festsetzung der Neuordnung von Arbeits­bedingungen in den Reichsmarineämtern unter Mitwirkung der Arbeiterausschüsse vornehmen.

Kleines feuilleton.

Broletarierkunst für Kirchgänger. Wer in Dänemark Bier trinken will, dem braucht nicht bange zu sein, daß er etwa eine schlechte Sorte erhält. Aber der dänische Biertrinker wird vor eine andere Frage gestellt, nämlich vor die Frage, ob er die Wissenschaft, die Kunst oder die Sozialdemokratie unterstüßen will. Die Ueberschüsse der Karlsbergbrauereien werden zum Teil für Wissenschaft und Kunst verwandt, während die der Brauerei Stjernen der Arbeiterbewegung zufließen.

en Wunsch nach Stärkung der Arbeiterorganis fationen haben alle Organisationen der verschiedensten Richtungen. Und eines der Mittel, ihnen einen neuen 3mpuls zu geben, fie in eine bessere Stellung zu bringen, ist eben, daß in den Regierungsbetrieben die Berechtigung der Organisation anerkannt wird. Dazu soll ins­befondere der von uns beantragte Zusatz dienen. Daß in der Re­solution bei der Festsetzung der Arbeitsbedingungen auch die Mit wirkung der Arbeiterausschüsse verlangt wird, ist deshalb gerecht­fertigt, weil nach den bisherigen Erfahrungen die statutenmäßige Befugnis der Arbeiterausschüsse in dieser Richtung in der Praxis zu allerhand Ausstellungen und Bedenten geführt hat, ich verweise nur auf die in der geftrigen Debatte gemachten Aus­führungen meines Kollegen Regien. Die Resolution foll also auch dazu dienen, die bereits bestehenden Ausschüsse zu Berhand­lungen und Abmachungen mit den Behörden zu berechtigen. Worauf wir aber ein besonderes Gewicht legen, ist die Mitwirtung der Arbeiterorganisationen. In der Kommission ist gegen unsere Forderung geltend gemacht worden, daß dadurch die den Arbeitern gewährte Koalitions freiheit in einen Koalitions. 3wang berwandelt würde. Das ist eine durchaus unzu treffende Ansicht. Auch wenn die Arbeiterorganisationen bei der Feststellung der Arbeitsbedingungen mitwirken, braucht der einzelne Arbeiter deswegen noch nicht irgendeiner Organisation oder allen bestehenden Organisationen beizutreten. Ein Unter schied zwischen den gewerkschaftlichen Organisationen der ver­schiedenen Richtungen haben wir in unserem Antrage nicht ge­

Medizinisches.

0

d

Notizen.

-

5

und

Gin Serum gegen die Syphilis. Die Pariser Ges Musitaronit. Jm nächsten Sonntagskonzert sellschaft für Biologie veröffentlicht in ihren Verhandlungen einen des Schiller Theaters in Charlottenburg kommen zum Vor­Bericht von Profeffor Hallopeau, Mitglied der dortigen Akademie trag: ein Klaviertrio von Gade und Klaviertrio op. 1 Nr. 2 bon der Medizin, über seine Erfahrungen mit einem Serum gegen Beethoven, außerdem Lieder von Brahm, Reisenaurer, Weingartner, Syphilis, das Dr. Quéry hergestellt hat. Schon in einer früheren Hugo Wolf . Beginn 12 Uhr. Der dritte boltstümliche Sigung derselben Gesellschaft hatte Dr. Quéry feine Unter- Richard Wagner Abend in Charlottenburg findet am Sonn­fuchungen besprochen, die ihn zu dem Schluß geführt hatten, der tag, abends 7%, Uhr, im Kaiser- Friedrich- Festsaale am Savignyplazz eigentliche Erreger der Syphilis wäre ein Bazillus, der sich durch statt und bringt Teile aus Siegfried und Götterdämmerung . Sporen fortpflanzte und von dem das bekannte durch Schaudinn Bühnenchronit. Girardi hat sein Gastspiel am entdeckte Spirillum nur eine Nebenform darstellte. Eine große Zahl von Forschern hat diese Behauptung von Dr. Quéry nach- Thalia Theater bis zum März berlängert und lehrt im Dt­geprüft und bestätigt gefunden. Nunmehr ist Dr. Quérh auch tober zu einem mehrmonatlichen Gastspiel zurüd. Aus Ueberschüssen der Ny Karlsbergbrauerei ist die Ny Karls- bazu übergegangen, den fraglichen Bazillus auszuscheiden und zur Die meistgespielten Komponisten berg Glyptothek erbaut worden, die sicherlich als einer der herr- Herstellung eines organischen antisyphilitischen Serum zu be- Dramatiker. Nach den von Breitkopf u. Härtel herausgegebenen lichsten Stunfttempel der ganzen Welt gelten tann, besonders seitdem nußen, das ganz nach dem Verfahren für das Antidiphterieserum Spielplänen hatten in der Spielzeit 1906/07 die höchste Aufführungs­der Wintergarten eröffnet wurde, der inmitten der Gebäude liegt zubereitet und benutzt wird. Profeffor Hallopeau zeigt nun an, aiffer Lebars Operette Lustige Witwe " mit 2932 und Skowronnets und mit seinen vornehmen Kunstwerken, seinen seltenen Gewächsen daß unter seiner Aufsicht bisher 20 Fälle mit dem Serum be- Lustspiel Husarenfieber" mit 1688 Aufführungen. Ein gewisser und plätschernden Springbrunnen zu stillem Genießen einladet. handelt worden seien und daß sich in jedem einzelnen Fall eine Richard Wagner mußte fich für alle ſeine Werte mit 1710, Sorging Der Gründer der Glyptothet, der Brauer Jacobsen, ist un fortschreitende Befferung habe beobachten lassen. Zur Vorsicht mit 725, Mozart mit 514 Aufführungen begnügen. Unter den ablässig bemüht, diefen allen unentgeltlich zugänglichen Tempe feien die eigenen Worte von Professor Hallopeau wiedergegeben: Dramatifern hatten Schiller 1375, Sudermann( 1) 1169, Shakespeare der Schönheit mit immer neuen wertvollen Kunstwerken zu be-" Die beobachteten Befferungen konnten nicht der normalen Ent- 1130, 3bfeu 932, Goethe 588, Hauptmann 512 Aufführungen aufzuweisen. reichern. Unter den neuesten Erwerbungen, die dieser Tage in widelung der Krankheit zugeschrieben werden, denn ich habe be- Die bloßen Macher wie Blumenthal, Kadelburg, Schönthan überholen Stopenhagen eingetroffen sind, befinden sich sechs Gruppen und merkt. daß sie im ersten Beginn der sekundären Symptome Plab natürlich die Dichter bei weitem. Bemerkenswert ist in dieser Statuetten des französischen Bildhauers Rodin , dabei auch ein griffen, und sie zeigen daher eine ausgeprägte Wirkung des Seruni Statistit gegen das vorhergehende Jahr ein Abflauen Meyerbeers in Ralfstein ausgeführtes großes Werk Der verlorene Sohn". auf die Entwidelung der Krankheit an. Ob diese Besserungen und ein starkes Steigen Lorgings sowie R. Strauß '( Salome). Außer den Werken von Rodin tam aus Paris eine Bronzegruppe von Dauer sein werden, darauf tann ich nach meinen Studien Sinkende Tendenz verzeichneten. Grust, Hauptmann, Hartleben , des jungen Bildhauers Roger Bloche:" Le Froid"(" Die bis jetzt keine bestimmte Antwort geben." Auch Dr. Quéry be- Meyer- Förster( das Modestück Alt Heidelberg scheint endlich ab­Stälte"). Ein Mann und eine Frau stehen da in ärmlicher merkte zu diesem Bericht, daß man vorläufig das Wort Heilung geleiert zu fein), Dhorn, Philippi und leider auch Schnitzler. Steigende Kleidung, der Not und Wintertälte preisgegeben, schmiegen sie mit Bezug auf die Wirkung des Serum nicht gebrauchen sollte, daß Aufführungsziffern buchten Bernstein , der Mann für alles, Halbe, fich aneinander, Broletarier, die trostlos in die Zukunft bliden.- er aber für seine Person einige Patienten schon vor 4 Jahren be- Herzog, Jbsen, Wedekind, Wilde. Ein Mitarbeiter von Socialdemokraten" traf den Brauer handelt habe, bei denen noch kein Rüdfall eingetreten sei. Fürs Für die zweite belgische Südpolaregpedi­Jacobsen im Wintergarten der Glyptothet. Ja, es ist wahr," sagte erste wird empfohlen, die Serumbehandlung in Verbindung mit tion, die für das Jahr 1910 geplant ist, hat die belgiiche Ste­Der Kunstmäcen , daß Bildhauer Roger Bloche Sozialdemo. Quedsilberatoryl und Jodkali zu gebrauchen. gierung 750 000 Fr. Unterstüßung zugefagt. Weitere 250 000 Fr. frat ist. Er ist ein junger Pariser Künstler in den Dreißigern, Humoristisches. sollen durch eine Sammlung aufgebracht werden. der bisher ganz unbekannt war, aber nun fich plößlich empor­Entrüstung. Das Stück war einfach skandalös! Finden Institut für zoologische Psychologie, das von den vom Staat für Die Schule der Tierbändiger. Das Pariser gerungen hat durch diese Arbeit, die ganz im Stile der Werke bon Meunier ausgeführt ist, die in der Glyptothet aufgestellt find. Sie nicht auch, Herr Leutnant? Am liebsten wäre ich gleich das naturgeschichtliche Museum ausgeworfenen Geldern erhalten aber ich fürchtete, es Ich bin gewiß tein Sozialdemokrat, aber ich intereffiere mich für nach dem ersten Aft nach Hause gegangen wird, hat jetzt einen interessanten Entschluß gefaßt: die Eröffnung die Arbeiter. Und besonders interessiere ich mich nun, da Meunier würde heute zum legteninal aufgeführt!" einer Spezialschule für Tierbändigung. Der Lehrkörper dieser eigen­tot ist, für diesen jungen Künstler, der den Spuren Meuniers Er hat seine Schuldigkeit getan. Nach drei artigen Anstalt wird sich aus Gelehrten zusammensetzen und aus folgt und seine Stoffe wählt aus der Welt der Arbeiter, aus dem Wochen bringen Sie mir erst meinen Regenschirm zurück?"-Aber Tierbändigern, die ehemals in Zirkussen und Menagerien ihren Broletariat." Jacobsen sprach weiter davon, daß die Gruppe ich bitt' Sie, es hat ja doch die ganze Zeit geregnet 1" Beruf ausgeübt haben. Bären, Tiger, Löwen, Wölfe und andere nicht in der Glyptothet stehen bleiben solle. Sie folle inmitten Drohung. Dichter:" Sol Berühmt bin ich jetzt!... chule gebracht werden, wo man sich bemühen wird, sie durch rein Vierfüßler aus dem anstoßenden zoologischen Garten sollen in diese ber Stadt, an verkehrsreicher Straße, wo tagtäglich eine Menge Menschen vorbeikommen, vor einer Kirche gestellt werden. Es ist Jetzt freut euch, was ich von nun an zusammenschreib'!" pinchische Beeinflussung unter Vermeidung jeder äußeren Gewalt meine feste Absicht," sagte er, daß die Gruppe unmittelbar bor abzurichten. einer Kirche Platz finden soll. Die meisten Menschen, die zur- Humor des Auslandes. In China , liebe Freunde",-15 Tempel bon Philae( Aegypten ) sind durch die be­Kirche gehen, sind nämlich nicht Sozialdemokraten, und diese fagte der Miffionar, wird einem Menschenleben nur geringer Wert absichtigte Erhöhung des Nildammes von Aisuar mit leber­Kirchengänger werden Ruben davon haben, jenes Kunstwerk zu beigelegt. Ja, wenn ein wohlhabender Chinese zum Tode verurteilt flutung bedroht. Man will sie daher für die Wissenschaft vorher sehen, das ein so ausgezeichnetes Bild von dem armen, frierenden wird, fann er leicht einen mieten, der für ihn stirbt; und ich glaube, noch durch gründliche Aufnahmen erschließen. Verschiedene Staaten Proletariat gibt". daß mancher arme Kerl sich dadurch seinen Lebensunterhalt er beteiligen fich daran. Die preußische Akademie der Wissenschaft will wirbt, daß er solcherweise als Stellvertreter dient." fich besonders der Inschriften( durch Abklatschen und Photographien) ( Pick me up".) annehmen.

-

( Fliegende Blätter ".)