Nr. 73. 25. Jahrgang.
3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 26. März 1908.
Aus Induftrie und Dandel.
worden.
Der Mülheimer Bergwerksverein erzielte im legten Jahre einen Betriebsgewinn von 2931 463 M. gegen 2468 870. im Jahre 1906. Um den Mehrertrag wurden die Abschreibungen höher bemessen, so daß sich ein gleicher Reingewinn wie im Vorjahre ergibt. Aus der Textilindustrie. Der Geschäftsgang in der niederrheinischen Spinnerei und Weberei gestaltete sich bei der vorwiegend rüdgängigen Preisbewegung an den Baumwollmärkten äußerst ruhig. Das gilt vor allem von baumwollenen Gespinsten, aber auch von anderen. Im Glauchau - Meeraner Bezirk ist der erwartete ,, Schlager" der Sommersaison, der regelmäßig in der ersten Märzhälfte auf der Bildfläche erscheint und für zwei bis drei Monate Beschäftigung brachte, ausgeblieben. Viel Lagerware hat sich infole des milden Wetters um Weihnachten angehäuft und ist nur zu Berlustpreisen absetzbar. Nachbestellungen für Sommerwaren sind nicht ein getroffen.
Aus den Verhandlungen der Arbeitgeber sollten die Arbeiter lernen, daß alle Eigenbrödelei und alle Zersplitterung die Arbeiterbewegung in schwerer Weise schädigt.
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Internationale Baumwollstatistik.
Bericht über den Baumwollverbrauch und den Vorrat an diesem Das amerikanische Zensusbureau bringt soeben einen statistischen Artikel heraus, in dessen Anhang sich internationale Daten über den den Baumwollhandel im Weltverbrauch an Baumwolle und Jahre 1906 finden. Die wichtigsten dieser Angaben seien hier zu sammengestellt. Verbrauch der Spinnereien Ballen
Zahl der Spindeln
26 375 191
Gerichts- Zeitung.
Erhöhung der Produktionseinschränkung. Die Lage im fächsisch- thüringischen Weberbezirk. In unserem in Wie die Köln . Boltsztg." meldet, wird sich das Rhein - Westf. Nummer 70 des Vorwärts" unter dieser Spigmarke gebrachten Ein Markthallenaufseher vor Gericht. Rohlensyndikat in seiner nächsten Sigung mit dem Antrage be- Artikel sind die vom Textilarbeiter- Verband gezahlten Unterstützungs- um die vermeintliche Veruntreuung eines Beamten in Höhe von Eine fast vier Jahre schwebende Angelegenheit, bei der es sich schäftigen, die Einschränkung für die Kokserzeugung auf 40 Prozent gelder zu hoch angegeben. Der Krankenzuschuß erforderte 32 000 M. 3 m. handelt, kam gestern vor dem Schwurgericht des Landgerichts I ad für die Kohlenförderung auf 20 Prozent festzuses en. Wegen und das Sterbegeld betrug mur rund 5000 M. Die angegebenen in krimineller Beziehung zum Abschluß. Unter der Anklage der Mangel an Absatz sind bereits zahlreiche Feierschichten eingelegt Bahlen waren einem Bericht über die Textilarbeiterkonferenz in Urkundenfälschung und des Amtsvergehens stand der MarkthallenPößneck entnommen. auffeher Otto Traffe vor den Geschworenen. Der Angeklagte war Der Rochette- Skandal. Paris , den 25. März. Der mit der vom Magistrat als Markthallenaufseher der Markthalle I angestellt Untersuchung gegen den Finanzmann Rochette betraute Richter und hatte in dieser Eigenschaft auch die Tagesstandgeldmarken an beschlagnahmte die Summe von neun Millionen Francs, die in ver- die Standinhaber abzugeben und darüber die nötigen Buchungen schiedenen Banken hinterlegt war. Heute wurden drei neue Klagen zu machen. Im August 1904 soll er nun an diesen Standgeldern eingereicht. Die Aktiven der von Rochette gegründeten Unter- 3 Ma veruntreut und falsche Eintragungen in die Listen gemacht nehmungen werden von den Blättern auf 14 Millionen, die Passiven haben. Er war auch anfänglich geständig und entschuldigte sich dagegen auf mindestens 100 Millionen Francs geschätzt. damit, daß er einige Standgeldmarken verloren und sich schadlos habe halten wollen. Als dann mit der Strafanzeige das Strafvers fahren eingeleitet wurde, frat er mit der Behauptung hervor, daß er von der ganzen Sache nichts wisse und etwaige Unregelmäßigzuführen sei. Er machte geltend, daß er seinerzeit als Wachtmeister feiten auf seinen nervösen Zustand und schwere Neurasthenie zurückder Kürassiere gedient, die Meute auf Parforcejagden geführt und dabei wiederholt heftige Sturzunfälle gehabt habe. Der schwere Dienst in der Markthalle und die dort herrschende große Hitze hätten dann ihr übriges getan, um ihn völlig nervenkrant zu machen. Er stand damals in Behandlung des Dr. W. Zimmermann, der bald darauf nach China ging und sein Gutachten dahin abgab, daß der Angeklagte für die ihm zur Last gelegte Tat nicht verantwortlich gemacht werden könne, da§ 51 des Strafgesetzbuchs Plat greife. Nach längerem Hin und Her wurde der Angeklagte am 15. März 1905 durch Beschluß der Strafkammer außer Berfolgung gesetzt. Nun griff aber das Disziplinarverfahren ein. Während dessen Verlauf war Dr. Zimmermann aus China wieder zurückgekehrt und konnte hier sein Gutachten abgeben. Während dieses wiederum auf Anwendbarkeit des§ 51 lautete, gab Geh. Medizinalrat Dr. Straßmann seine Ueberzeugung dahin kund, daß nur schwere Neurasthenie borliege, aber kein genügender Anhalt zur Anwendung des§ 51 gegeben sei. Geh. Medizinalrat Dr. Schulz, der Vertrauensarzt des Magistrats, bestritt, daß der Angeklagte die Tat im Zustand der Willensunfreiheit begangen habe. Der Bezirksausschuß verhängte über den Angeklagten eine Strafe von 140 M. Die Sache ist noch nicht beendet, schwebt vielmehr noch beim Oberverwaltungsgericht. Auf Grund der im Disziplinarverfahren abgegebenen neuen ärztlichen Gutachten beantragte der Staatsanwalt die Aufhebung des Einstellungsbeschlusses, und am 16. November 1907- wurde die Wiederaufnahme des Verfahrens angeordnet. Inzwischen ist Dr. Zimmermann wieder nach China übergesiedelt. Er hat daselbst auf drei Jahre Aufenthalt genommen und ist zurzeit Arzt der Schantung- Bergbau- und Schantung- Eisenbahngesellschaft. Er hat dem Angeklagten ein Attest zugestellt, in welchem er bei seiner festen Ueberzeugung bleibt, daß der Angeklagte zur Zeit der Tat unter einer ernsten geistigen Störung gelitten habe. Die Geheimen Medizinalräte Dr. Straßmann und Dr. Schulz begutachteten dagegen, daß von einer eigentlichen Geistesstörung nicht gesprochen werden könne. Nach längerer Beweisaufnahme verneinten die Geschworenen die Schuldfragen und es erfolgte die Freisprechung des Angeklagten.
Vom oft und norddeutschen Holzmarkt. Die ostderitschen Sägewerfe machen nicht entfernt die Umsäge wie 1907. Sie waren daher im Einkauf äußerst vorsichtig und die letzten Verkauf! termine ver liefen recht flau. Viele Lose fanden überhaupt keine Beachtung und mußten bis zum nächsten Termin zurüdgestellt werden. er preußische Forstfistus erlitt infolgedessen einen bedeutenden Ausfall. Man beabsichtigt übrigens durch Einstellung der Betriebe ein ge ringeres Angebot in Ramm- und Zapfbrettern herbeizuführen. Dem gemäß sollen Sie ostdeutschen Wasserschneidemühlen vom 1. April d. J. die Betriebe stillfezen. Man hofft auf diese Weise trop der vergrüßerten Einfuhr ruffischer Hölzer wenigstens eine allmähliche Räumung der Lagerbestände herbeizuführen.
Zusammenschluß der Maschinenbauanstalten. Auf der letzten Versammlung des Vereins deutscher Maschinenbauanstalten wurde nach einem diesbezüglichen Vortrag dem Zusammenschluss der Maschinenfabriken zu Interessengemeinschaften das Wort geredet, ähnlich dem Borgang in einem Teil der chemischen Industrie und bei czelnen Großbanken. Wie sich aus Referat und Diskussion ergab, denkt man dabei an die Bereinigung solcher Maschinenfabriken, die entweder durch ihre geographische Lage oder durch Gattung und Art ihrer Erzeugnisse gemeinsame Zuteressen haben. Die Gründung solcher Interessengemeinschaften würde in Deutschland den Verbands edanken wesentlich fördern und eine Verständigung des gesamten deutsch en Maschinenbaues wesentlich erleichtern. Speziell für den Großmaschinenbau mit den damit verbundenen Kesselfabriken und Konstrukti onswerkstätten empfiehlt sich die Bildung einiger weniger, dafür aber umfassender Verbandsgruppen, innerhalb deren af Grund der bisherigen Umsätze Beteiligungsziffern festgestellt werten sollen. In diesem Sinne hat ein jeder Zusammenschluß den Erfolg, die Unkosten zu verringern und bei einer Beschränkung in der Produltion wirtschaft licher zu arbeiten".
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25 000 80 000 1 691 872 933 633 375 000 275 000
688 217
200 000
800 000
125 000
60 000
Die anderen europ. Länder Britisch- Indien
Alle übrigen Länder
Zusammen.
185 000
200 000
123 332 971
19 493 441
Die Zahl der laufenden Baumwollspindeln beträgt auf der ganzen Erde mithin rund 123 333 000, und die Menge der von ihnen verarbeiteten Baumwolle 19 493 441 Ballen, der Ballen zu 500 Pfund gerechnet. 1900 liefen erst 105 608 000 Spindeln, die 13 639 340 Ballen pro Jahr verarbeiteten.
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