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Aufs schärfste zu mißbilligen aber ist, daß zur Entschuldigung der Fahrlässigkeit, die ein Menschenleben vernichtet hat, feitens des Sachverständigen und des Gerichts die häufige lebertretung als Entlastung angenommen wurde. Diese Praxis auf andere Delifte übertragen, müßte dahin führen, den Gewohnheitsdieb freizusprechen. Die Befolgung der Unfallverhütungsvorschriften wird immer lager, Leben und Gesundheit der Arbeiter würden immer mehr gefährdet werden, wenn die in diesem Prozeß betätigte Praris allgemeine Regel werden sollte. Würde für alle Fälle fahrlässiger Körperverlegung berjenige, der von der hastigen Arbeit Gewinn hat, der Unternehmer selbst, bestraft werden und würden als Richter in solchen Fällen nur aus allen Teilen der Bevölkerung von dieser gewählte Richter figen, so würde die von Jahr zu Jahr wachsende Zahl der Unfälle endlich erheblich geringer werden.

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Aus

rteren, wurde der Angeflagte freigesprochen. Die Urteils- versicherung und sie sind alle, intelligent", befizen auch die nötige| deutschen, französischen, österreichischen und italienischen Jabriken gründe des Gerichts deckten sich vollständig mit dem Gutachten des Vorbildung" usw. Das wollten ja natürlich die so angegriffenen um 30 Proz. der Herstellungsmöglichkeit, gegebenene um Herrn Geheimrats. Der Staatsanwalt hatte vier Monate Rendanten der rheinischen Krankenkassen nicht gelten lassen und 40 Proz. herabzusehen. Gefängnis beantragt. haben 70 an der Zahl in einer Versammlung einmütig gegen diese Wohin die Preispolitik des Rheinisch- westfälischen Kohlen. sonderbare" Verfügung" protestiert! Aber auch die Großindustriellen syndikats führt, das zeigt die in der Generalversammlung der grollen dem Präsidenten. Die Krefelder Zeitung" brachte eine Hamburg- Amerika- Linie gemachte Mitteilung, daß die Gesellschaft Meldung, wonach der Verband rheinisch- westfälischer Betriebskranken- sich ganz dem Gebrauche der englischen Kohle zuwenden werde, da faffen diese Verfügung als über den Rahmen der Ge- die Preise der deutschen Kohle den bestehenden Verhältnissen noch et es bestimmungen hinausgehend und als ein immer nicht angepaßt werden. Die Marfilage ist übrigens so, daß Eingriff in die den Krantenfassen gewährleistete ein Rückgang der englischen Kohlenpreise erwartet wird. Selbstverwaltung anzusehen sei. Auch sei die An- diesem Grunde ist die Neigung zu langfristigen Kontrakten gering weisung ganz undurchführbar und wäre es besser gewesen, und speziell in Hamburg , wohin die Zufuhr englischer Kohle zu­vorher die Krankenkassen erst zu hören." nimmt, machen die Kohlenprozen des Rheinlandes verdammt schlechte Geschäfte. Das Kohlensyndikat hält aber troßdem an über Betriebseinstellungen industrieuer Werke einlaufen, mag auch die Stahlindustrie des Auslandes eine weitere Preisermäßigung ankündigen und so den deutschen Wettbewerb erschweren: die deutsche Industrie muß sich nach wie vor den Druck der hohen Kartellpreise gefallen lassen. Das Syndikat ist zu keiner Kon zession bereit. Das Profitintereffe über alles! Wenn einmal die Arbeiter so ihr ungleich höheres Lohninteresse verfolgen würden wie würden da Staat und Ausbeuter Zeter schreien!

Wieder ein Eingriff in das Selbstverwaltungsrecht der Orts­Krankenkassen.

Der soeben erschienene Geschäftsbericht der Drtskrankenkasse für Fabrilbetriebe zu Krefeld beschäftigt sich ausführlich mit einem .Erlaß" des Herrn Regierungspräsidenten in Düsseldorf , welcher der Drtskrankenkasse des Bezirkes ganz genau vorschreiben möchte: ,, welche Bücher und Formulare in der Kassenverwaltung zu benußen find, wann und unter welchen Voraussetzungen Zahlungen geleistet werden dürfen, wie und wo über den Empfang der Gelder Quittung zu leisten ist, wie sich die Rassenrenbanten und wie sich die Stassenvorsigenden, sowie die Vorstände zu verhalten haben".

Ein 103 Seiten starkes Buch enthält alle diese sonderbaren Vor­fchriften und könnte, wie der Bericht treffend bemerkt: ein Mittel werden, um Kassenvorstände und Beamte ihr ohnedies nicht leichtes Amt noch schwerer zu machen".

Bezeichnend ist es auch, daß zu dieser völlig ungerechtfertigten Verfügung"- die Landes Bersicherungsanstalt der Rheinprovinz den Anstoß gegeben hat, welche sich seit Jahren be­mühte: die Krantentassen zur Benüßung recht un­brauchbarer Formulare zu bewegen"!! Offenbar wittern die Reaktionäre und Bureaukraten der Versicherungsanstalt Morgenluft und glauben, wie der Bericht der Kasse bemerkt, daß die Krankenkasse ihre Diener, die ohne zu murren und ohne Entschädigung das tun sollen, was die Herrin verlangt". Da nun einzelne Gemeinden laut Drtsstatut, denn anders ist es ja in Breußen nicht möglich, den Krankenkassen die Einziehung der Invalidenbeiträge übertragen haben, so glauben eben die Herren Landesräte, daß diese für derartige Zwecke zu zahlende Ver­gütung ,, weggeworfenes Geld", nur durch nur durch Anstellung bon Militäranwärtern als ständige Kontrolleure die Entrichtung der Beiträge genügend sichergestellt werden könne".

Braucht das ein preußischer Regierungspräsident? Nein, er verfügt" einfach, troß Gesetz und Selbst seiner Preispolitit unentwegt" fest; mögen auch täglich Meldungen verwaltung!

Die elende Lage der Techniker

wird durch nachstehendes Inserat, welches in der letzten Nummer der " Deutschen Vakanzen- Beitung" veröffentlicht ist aber durchaus nicht ein einzelner Fall ist- treflich illustriert.

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Bekanntmachung.

Terrorismus ist eben ein Monopol der Kartellritter.

Die Stelle eines Baubeamten soll möglichst bald besegt werden. Das Gehalt beträgt 1400 m. jährlich. Etwas Rebellion. Eine Interessengemeinschaft, die aus dem Bewerber mit abgeschlossener Baugewerkschulbildung, und die namentlich Erfahrung im Hoch- und Tiefbau, in Kanalisation und Bentralverband deutscher Industrieller, dem Bund der Industriellen und dem Verein zur Vorbereitung von Handelsverträgen besteht, in der Aufstellung von Baufluchtlinienplänen haben, wollen sich hielt am Sonnabend eine Bersammlung ab, um über die Schaffung melden bei dem Magistrat in Blomberg in Lippe ." einer Reichsaußenhandelsstelle zu beraten. Das Referat über die ge­Etwa 30 Jahre alt wird der Techniker sein, wenn er alle die plante Reichs handelsauskunftsstelle erstattete General­verlangten Erfahrungen gemacht haben wird. Und dafür winkt ihm sekretär des Bundes der Industriellen Dr. Wendtlandt- Berlin . In dann das fürstliche Gehalt von 1400 m. jährlich. Als besondere der Diskussion nahm Herr Bued , Generalsekretär des Zentral­Vergütigung erhält er dann vielleicht den Titel" Stadtbaumeister". verbandes der Industriellen, scharf Stellung gegen den vom Und doch dünkt sich der größte Teil der Techniker etwas Besseres als Referenten entwidelten Plan. Infolgedessen erklärte nunmehr der Arbeiter und bekämpft die auf Befreiung des Arbeiters von den Bund der Industriellen seinen Austritt aus der Interessen. wirtschaftlichen und politischen Fesseln gerichteten Bestrebungen der gemeinschaft. Sozialdemokratie.

Aus Induftrie und Handel.

Tätigkeit der Syndikate.

Die Generalversammlung des Synditats deutscher 3uderraffinerien" hat den Vertragsentwurf, der eine Zentralisation des Verkaufs von Konsumzucker im Inlande be zweckt, angenommen. Motiviert wird dieser Aft der Selbsthülfe mit der zum 1. September 1908 erfolgenden Zulassung russischen Buders auf dem englischen Markt, wodurch die Lage der deutschen Industrie verschlechtert werde. Die heimischen Verbraucher sollen diese Verschlechterung der Profitinteressen büßen. An der General­bersammlung nahmen 47 Fabrifen teil, die angeblich 60 bis 70 Proz. Deshalb war der Regierungspräsident auch so gütig", den des Inlandsverbrauches und etwa 80 Proz. des Exports decken. Kassenvorständen zu schreiben, daß sich herausgestellt hat, daß die Unter den Verbänden, die in letter Zeit ins Leben getreten Kaffenführung namentlich bei fleinen Rassen eine sehr mangelhafte sind, ist jener der deutschen Häuteabnehmer von besonderem Inter­fei." Die Gründe liegen hierfür im wesentlichen in der Peresse. Handelt es sich doch bei ihm nicht um die Kartellierung der sönlichkeit der betreffenden Rendanten, die Verkäufer, sondern um einen Zusammenschluß der Käufer auf den bielfach nicht die nötige Vorbildung in Stassenfachen Häuteauktionen. Durch die Vereinigung der Schlächter in den befizen, auch teilweise nicht die Fähigkeit und häuteverwertungsgenossenschaften war der Schwerpunkt des Häute­Energie haben, sich in die Kassengeschäfte einzuarbeiten handels in die Auktionen verlegt worden, wo sich die Einkäufer oder wegen hohen Alters dazu ungeeignet sind." einer geschlossenen Phalang der Berkäufer gegenüberfahen. Diesem " Jedenfalls ist zu vermeiden, daß lediglich Bersorgungs- oder Zustand will der vor kurzem gegründete lose Verband der Häute­Sonstige in der Person des zu Bestellenden liegende Rüd berkäufer ein Ende machen. Die ihm angehörigen Händler, Fabris sichten bei der Wahl zum Kassenrendanten maßgebend sind, und auf tanten und Kommissionäre haben beschlossen, in Zukunft bei den diese Weise mehr Leute in vorgerüdtem Alter in diese Stellung Auktionen nicht mehr Kaufanträge zu bestmöglichsten Preisen, tommen, als dies im Kasseninteresse erwünscht erscheint." sondern nur zu limitierten Sätzen zu geben.

Das sind Mugdans- Worte! So lange hat der Edle Infolge der starken Einfuhr von belgischem Tafelglas behauptet gewütet, bis auch der Regierungspräsident im Rheinlande diesen der Verein deutscher Tafelglashütten" gezwungen zu sein, die jetzt Erguß wagte. Interessant ist es auch, daß auch die Frage schon verluftbringenden Verkaufspreise für Tafelglas neuerdings des Alters jetzt eine Rolle spielt und weiß man troß diesem herabzusehen. Die fächsischen Glashütten schlossen gemeinsam mit Utas nicht recht, wann die Regierungsweisheit das Schwabenalter den rheinischen Hütten eine Konvention für Spezialprodukte, Matt­beginnen und beenden läßt. Alte Mummelgreise werden Ober- und Musselinglas ab. In der Ende April zu Brüssel abgehaltenen präsidenten und Minister, sie sind nie zu alt! Auch Bauern Versammlung des Internationalen Spiegelglasverbandes wurde bürgermeister führen die Geschäfte der Gemeindekranken- einstimmig beschlossen, die Erzeugung in belgischen, holländischen,

Danksagung.

Für die, aus Anlaß meines 70. Geburtstages, mir darge­brachten Ueberraschungen, verbunden mit großartigen Arrangements, sage ich allen lieben Freunden, Freundinnen, liebwerten Kollegen und Kolleginnen von Nah und Fern, dem Vorstand und Ausschuß, sowie den Gauleitern des deutschen Tabalarbeiterverbandes, den Bevollmächtigten und Vertrauens. Ieuten der Bahlstelle Berlin , der Zentralfommission der Tabatarbeiter Deutschlands , sowie den Mitgliedern des Gesangvereins Nord" den herz­lichsten und tiefgefühltesten Dant. Diese beiden Tage werden mir unvergeßlich sein.

187/5

Karl Butry. lle dem Arbeiterstande angehörigen, in Berlin und Umgegend woh­nenden

Stenotachygraphen

werden gebeten, ihre Adresse Herrn L. Schlaf in Taucha - Leipzig bekannt zu geben.

18945

Der Deutsche Stenotachygraphen­

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Die Händler der Kolonialwarenbranche sind anscheinend der Meinung, durch unsere Zoll- und Steuerpolitik werde den Kon sumenten die Lebenshaltung noch nicht genügend verteuert, so daß fie, zu ihrem Vorteil natürlich, noch etwas nachhelfen müssen. Wie's gemacht wird, berrät der Bericht des Rabattsparvereins Freiburg

Die stärkste Gruppe des Vereins, die der Kolonialwaren­handlungen und verwandten Branchen( Gruppe VI), ist dazu übergegangen, die Preise für solche Artikel, die bisher unter Preis verschleudert wurden und von der Konkurrenz noch ver schleudert werden, nach unten zu begrenzen( Mindestpreise).

Vorläufig sind von dieser Maßregel guder und Petroleum betroffen worden. Es wurde anfangs wohl befürchtet, daß diese Artikel ganz der Konkurrenz anheimfallen würden; es hat sich aber gezeigt, daß diese Befürchtung grundlos war, denn die feft­gesetzten Mindestpreise deren Höhe durch den Gruppenvorstand bestimmt sind durchweg eingehalten worden, ohne daß ein fühlbarer Nachlaß im Umfah in diesen Artikeln eingetreten wäre."

Da sehen wir bereits die Lebensmittelverteurer an der Arbeit," bemerkt dazu ganz richtig das Konsumgenossenschaftliche Volksblatt". Mit Zuder und Petroleum fängt es an; bald werden die Herren feststellen, daß auch in anderen Artikeln geschleudert" wird und auch für diese Mindestpreise vorschreiben, natürlich nicht zu niedrige, und je mehr die Herren essen, desto stärker wird ihr Appetit werden. Nun wachsen ja allerdings die Bäume der Rabatt­sparvereinler nicht in den Himmel, dafür sorgen die Konsumber­eine. Die Konsumenten sehen aber aus dem Beispiel, wie töricht sie im Grunde handeln, wenn sie im Rabattsparvereinsladen kaufen. Das ganze Rabattwesen ist eine Vorspiegelung falscher Tatsachen, deren Möglichkeit auf der alten Wahrheit beruht, daß die Welt be trogen sein will. Und obendrein unterstützen die Betrogenen die Bestrebungen der Händler zur Verteuerung aller Lebensmittel.

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Berantwortlicher Redakteur: Georg Davidjohn, Berlin . Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin . Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW,