Dr. 108. 25. Jahrgang.
Graf Hohenau ist nunmehr vom Ehrengericht zur Entfernung aus dem Offiziersstande verurteilt worden. Er geht damit seines Titels, feiner Orden und Ehrenzeichen verlustig. Der Spruch des Ehrengerichts ist vom Kaiser bereits bestätigt worden. Seine Pension als Generalmajor bezieht Hohenau dagegen weiter, weil diese ihm nicht ehrengerichtlich abgesprochen werden kann. Das Kriegsgericht hatte Hohenau wegen nicht erwiesener Schuld" freigesprochen.
11. Die Nachricht von der ehrengerichtlichen Ver urteilung des Grafen Hohenau wird von der Nordd. Allg. Zig." dementiert.
Agitations- Kalender.
März.
Wir werden deshalb heute mur
Am Fleisch uns essen satt. Wir wollen sicher nicht vergessen,
Daß Brot nur von denen wird gegessen, Wer kein Vieh im Stalle hat. Es soll die edle Landwirtschaft. Stets blühen und gedeihen.
Es muß ein jeder danach streben, Den Preis der Produkte zu heben, Dann bringt sie auch etwas noch ein.
Wenn 100 Mark der Scheffel Korn,
Die Butter, eine Kron,
Wenn Gold man zahlt für Milch und Eier, Das Schlachtvieh dreißigmal so„ teier", Dann sind wir erst richtig belohnt.
Sonnabend, 9. Mai 1908.
anderen politischen Rüdsichten Goranstellen mußte, a bre Geldgeber bei Laune zu erhalten.. Die Führer der Partei sehen wohl jetzt durchweg ein, daß der Block unhaltbar ist, aber sie müssen stillhalten, weil sie durch Gefährdung des Börsengefezes sich die Börse nicht unheilbar verknurren dürfen. Sie werden, wenn es sein muß, auch den Sprachenparagraphen des Vereinsgesetzes opfern, denn solche Opfer gehen nicht ans Leben, wenigstens nicht sofort, während das Versiegen der Geldquellen die ganze Partei mit einem Schlage aufs Trockene setzen würde."
Weiter schreibt das Blatt:" Vor einigen Jahren wurde von der freifinnig- voltsparteilichen Leitung die Kandidatur eines Fabrikanten forciert, dessen ganze Verdienste um die heilige Sache in reichlichen Libationen( Spenden) für das chronisch notleidende Parteiblatt und in der Adoptierung eines Parteivorstandsmitgliedes für den Aufsichtsrat einer Attiengesellschaft bestanden hatte. Wenn nicht alle Anzeichen trügen,
16. Gegen den Genossen Rechtsanwalt Karl Liebknecht hat der Staatsanwalt wegen seiner angeblich hochberräterischen Broschüre ein ehrengerichtliches Verfahren beantragt. Das Ehrengericht der Anwaltskammer, das nur aus Rechtsanwälten besteht, hat 25. Auf der Delegiertenversammlung des Landwirtschaft, ist für die kommenden Landtagswahlen ein Kandidat, ähnlicher diesmal aus Grundstückden Antrag abgewiesen mit der Begründung, daß in der Belichen Zentralvereins zu Königsberg stellt der Gutetätigung politischer Ansichten keine Verlegung der Standesebre liege. besiger Hente- Neu- Waldeck den Antrag, beim preußischen Ab- Sache etwas fosten laffen. Uebrigens hat die Munifizenz der Kapital spetulantenkreisen, im Anmarsch. Der Mann will sich die Auf die Berufung des Staatsanwalts hat nunmehr das Kammer- geordnetenhause zu beantragen, daß es geseglich verboten fräftigen auch ihre Grenzen. Als man vor einigen Jahren einen gericht das Hauptverfahren gegen Liebknecht eröffnet. werde, inländische Arbeiter bei dem bevorstehenden Bau des Großkaufmann zur Spendung von 50 000 m. verloden wollte, da masurischen Schiffahrtskanals zu beschäftigen. Nur Gefangene, erwiderte er hohnlachend, für 50 000 Wt. tönne er sich allein einen 8uchthäusler und billige ausländische Arbeiter Abgeordneten halten." dürften dabei arbeiten. Begründet wird dieser Antrag damit, es müſſe unter allen Umständen verhütet werden, daß etwa der letzte Rest der in Ostpreußen vorhandenen Landarbeiter lohnendere Be schäftigung beim Kanalbau finde.
18. Zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt die Straffammer zu Görlig den Genossen Fleißner aus Dresden als verantwortlichen Redakteur der Görlizer Volkszeitung", weil er beim Bericht über die Verurteilung von Berliner Schußleuten wegen MiB handlungen auf der Polizeiwache den Ausdruck uniformierte Bestien" gebraucht hat.
30. Am 19. Februar hatte der Staatssekretär v. Beth mann- Hollweg im Reichstage erklärt: In der polizeilichen Abtreibung eines Lotals wegen der Partei
Aus Heer und Flotte.
adoptierte Parteivorstandsmitglied ist Herr Müller- Sagan, der Der Fabrikant ist Herr Gerschel, das in den Aufsichtsrat Grundstücksspekulant ist Herr Heberland.
30. In einer Versammlung in Stettin erzählte Herr Kopsch über den Ordensiegen, der wegen der Verdienste um die Büloto- Politik über die bekannten„ freisinnigen" Blockhandlanger stellung eines Versammlungsveranstalters ist schon nach dem 10. Der Reiter B. von der dritten Eskadron des 1. Bayerischen Reichstage auf den Plägen die Einladungen zum Ordensfeste vor niedergegangen war, folgendes Geschichtchen: Als man seinerzeit im gegenwärtigen Stande der Gesetzgebung ein offensichtlicher Amts- schweren Reiterregiments hatte vom Schweife seines Dienstpferdes gefunden, sei„ man" gana tonfterniert" gewesen. Die Frei mißbrauch zu erblicken, der nach§ 339 R.-Str.-G.-B. strafbar ist. einen etwa 12 Bentimeter langen, daumenstarken Haarbüschel ab- gefunden, fei" man" ganz konsterniert" gewesen. Die FreiDa nun der Dswizer Amtsvorsteher Dr. Guradze den Wirt geschnitten. Er wollte sich daraus ein Nadelfissen anfertigen. Unter finnigen seien zu einer Beratung zusammengetreten, und man habe Knabe deshalb schwer geschädigt, weil st. sein Lokal den Sozial- Anklage gestellt, wurde er vom Kriegsgericht freigesprochen, ber Dekorierung nicht rüdgängig zu machen sei. jemand abgesandt mit der Frage, ob die Absicht demokraten zur Verfügung gestellt hatte, so wurde er dem daß weder ein Diebstahl noch eine Beschädigung vorliege, da die Das wäre verneint worden. In weiterer Beratung habe man dann Staatsanwalt angezeigt. Nach 52 Wochen kam vom Staats- Haare ja wieder wachsen. Gegen die Freisprechung legte der anwalt der Bescheid, daß Herr Guradze befürchtet, es könne, wenn Gerichtsherr Berufung ein, und das Oberkriegsgericht ver- Mommsen, Virchow usw. Orden erhalten und angenommen hätten, festgestellt, daß auch frühere verdiente Freisinnige: Forckenbeck, in einem von Sozis besuchten Lokal getanzt werde, zu Brügeleien urteilte den Mann zu drei Monaten Gefängnis. Seine Revision und es eine Beleidigung dieser Männer noch im mit den Ordnungsleuten kommen; deshalb stelle er, der Herr Erste wird vom Reichsmilitärgericht verworfen. Staatsanwalt, das Berfahren gegen Guradze ein. Grabe sei, wenn man jetzt die Orden ablehne. Auswärtige Politik.
Aus der Zeit der Block- Politik.
3. Das preußische Enteignungsgesez gegen die Bolen wird mit den vom Herrenhause eingefügten Aenderungen bom Abgeordnetenhause angenommen.
14. Das„ Berliner Tageblatt" meldet: „ Die Berliner Börse war heute fest auf das Gerücht, daß gestern ein Kompromiß über Vereinsgeset und Börsenreform zu stande gekommen sei. Man erzählte sich, daß die Freisinnigen für den Sprachenparagraphen des Vereinsgefeges stimmen würden, während die Konservativen bereit seien, für die wesentlichsten Teile der Börsengesegnovelle einzutreten. Daß in dieser Richtung ges arbeitet wird, ist nicht eben nen; die Melding von dem vollzogenen Kompromiß eilt aber den Tatsachen wohl voraus.
Aus unseren Kolonien.
19. Aus Süd testafrika fommt die Kunde, daß bei der Unterdrückung und Ausrottung der Eingeborenen 6. Die Londoner Zeitung, Times" veröffentlicht die Mitteilung, wiederum 14 Söhne deutscher Mütter das Leben verloren haben. daß der deutsche Kaiser einen Brief an den englischen Außerdem find neun schwer und acht leicht verwundet. Marineminister Lord Tweedmouth über die Flottenpolitit Dies geschah am 16.März bei einem Angriff gegen Simon Copper. gerichtet habe. Dieser Brief, so behauptet der Times"-Korrespondent, Von den Schwarzen wurden 58 getötet. Wie in früheren Fällen, versteige sich zu dem Versuche, den für unseren Flottenetat berso nennt der Telegraph auch diesmal wieder nur die Namen von antwortlichen Minister im deutschen Interesse zu beeinflussen." zwei Offizieren, die sich unter den Toten befinden. Die anderen sind Brief sei zweifellos authentisch und Lord Tweedmouth habe ihn einfach 12 Mann". beantwortet. 01-660s bon mu
Taten der Polizei.
7. Mit dem Brief des deutschen Kaifers an den englischen Marineminister hat sich bas englische Ministerium in einem Rabinettsrat beschäftigt, worauf der Minister Asquith im 4. In Braunschweig begann am 24. Febritar ein Streit unterhanse erklärte, es handele sich um rein private und persönliche 16. Auf die Drohung eines freisinnigen Blattes, den in der Blechwarenfabrik von operu. Sohn. Zu den Streifenden Mitteilung, die ebenso beantwortet worden sei, ohne daß das Sprachenparagraphen im Vereinsgesetz abzulehnen, gehörten einige österreichische Arbeiter. Schon am 27. Februar Kabinett vom Brief oder von der Antwort etwas erfuhr. Ueber wurden zwei von ihnen ausgewiesen. Der gelbe sogenannte Water- den Marinevorschlag fei übrigens schon vor Ankunft des Briefes ländische Arbeiterverein" bat ebenfalls Desterreicher unter seinen endgültig entschieden worden. laut Statut auch die Beteiligung an allen öffentlichen Wahlen" der" Times", daß der Kaiser einen Versuch gemacht habe, sich in Mitgliedern. Diese werden nicht ausgewiesen, obgleich der Verein Das deutsche Auswärtige Amt erklärt offiziell: die Behauptung seinen Mitgliedern zur Pflicht macht. die britischen Flottenpläne zu mischen, sei unwahr. In seinem Brief forrigiert der Kaiser nur gewisse irrtümliche Anfichten, die in England bezüglich der Entwickelung der deutschen Flotte herrschen.
schreibt die konservative Streuzzeitung":
"
Nun, dann mögen sich die Freisinnigen bom 8entrum auch das Börsengefey bewilligen lassen, uns interessiert
es unter diesen Umständen nicht mehr."
Und nicht minder deutlich schreibt die" Post":
auf das Börsengesetz diktiert worden.
genommen.
"
"
.. Die allein richtige Taktik ist daher jetzt, bei§ 7 des 18. In Berlin macht die Polizei an der Moltkebrüde und in Vereinsgefeges die politischen Voraussetzungen für die Gewinnung der Landsberger Allee wieder verschiedene siegreiche Attaden einer Mehrheit zur Ermöglichung der gewünschten Reform des gegen Leute, die das Andenken der Revolution feiern. 9. Die englischen Parlamente fordern vom Ministerium Börsengesetes zu schaffen. 23. Vor dem Stuttgarter Landgericht beginnt die Ver- Rechenschaft wegen des Briefes des deutschen Man vergleiche hiermit die spätere Behauptung des Freisinns, handlung gegen Genossen Heymann, Redakteur des Wahren Raisers. Im Unterhause erklärt der Schatzkanzler Asquith , fein Umfall in der Sprachenfrage sei nicht durch Rücksichtolizei. Die Beleidigung wird gefunden in einem satirischen zufügen habe, als daß Lord Tweedmouth sofort nach Empfang bes wegen angeblicher Beleidigung der Breslauer daß er seinen Ausführungen vom letzten Freitag nichts weiter hinzu17. In der Sigung der Vereinsgefez tommission bieten Bilde, das sich mit dem Verhalten der Breslauer Polizei im Briefes diesen dem Staatssekretär des Aeußern Sir Edward Grey die Freisinnigen ihren Umfall in der Sprachenfrage an. April 1906 beschäftigt, als dem Biewald die Hand abgeschlagen gezeigt und sich mit Grey darüber verständigt habe, daß der 18. Den Jahrestag der Revolution feiern die wurde. Etwa 40 Zeugen sind deswegen in Breslau bernommen Brief teinen offiziellen Charakter trage und als eine Freisinnigen, indem sie im Vereinsgesetz die Unterdrückung worden. Aus deren Aussagen ergibt sich unter anderem: Aas, Privatmitteilung zu behandeln sei. Es könne absolut keine der Muttersprache der Polen gutheißen. Zugleich wird angekündigt, halt die Fresse, ich hau' dich mitten entzweil" Rede davon sein, eine private, persönliche Korrespondenz auf den daß die Konservativen auch noch den Ausschluß der Jugend- schimpft der eine Breslauer Polizist, was machen Sie noch hier, Tisch des Hauses niederzulegen. Lichen verlangen werden. Sie dicwampige Sau!" schreit der andere eine schwangere Im Oberhause erklärt der Empfänger des Briefes, Lord 19. Das Vereinsgejek wird mit Unterdrückung der fremden Frau an. Ein Bote, der den Arzt zu einem schwer blutenden Manne Tweedmouth selbst: Sprachen und Ausschluß der Jugendlichen in der Stommission an- holen soll, wird nicht zum Haus hinausgelassen. Ein Arzt sagt aus: Es ist Tatsache, daß ich am 18. Februar einen Brief vom „ Der größte Teil der Verlegungen befand sich auf dem Nacken. Dies deutschen Kaiser erhalten habe. Dieser Brief ging mir auf dem 26. Jm Reichstag erklärt der Reichskanzler Fürst Bülow erregte die Verwunderung der Aerzte." Und dann der Fall gewöhnlichem Post wege zu. Der Brief war ein privater in einer längeren Rede: Würde mich irgend jemand widerlegen Biewald"! Das Urteil soll am 30. März berkündet werden. und persönlicher. Er war sehr freundlich gehalten und sein können, wenn ich sagte, daß kaum ein anderes Wahlrecht 30. Das Urteil im Prozeß der Breslauer Polizei gegen Ton war ganz ungezwungen. Als ich ihn erhielt, zeigte ich ihn auf reiferes Urteil, auf geistige Bildung, auf politische Erfahrungen den Wahren Jakob" lautet auf 150 Mart Geldstrafe, weil Grey, der mit mir einer Meinung darüber war, daß er als Privatso wenig Rücksicht nimmt, als das gleiche, allgemeine und direkte die Kritit des" Wahren Jakob" sich gegen die Gesamtheit der brief und nicht als offizielles Schreiben zu behandeln fei. Dem Wahlrecht?" Polizei richte, während nur bewiesen sei, daß ein Teil der Schuß gemäß sandte ich dem Kaiser am 20. Februar ein animort leute ihre Befugnisse erheblich überschritten habe. Es hätten sich nach schreiben, das in demselben Sinne gehalten war, wie sein dem Urteil bei der Räumung der Nebenstraßen eine Reihe von eigener an mich gerichteter Brief, nämlich in einem freundlichen, 10. Nicht weniger als vier Parteien, nämlich die Konserbatiben, Hebergriffen der Schuyleute ereignet, die nicht zu rechtfertigen zwanglosen Tone." bie Freifinnigen, die Nationalliberalen und das Zentrum, inter- feien. pellieren im Reichstag, warum die Erhöhung der Beamtengehälter noch nicht erfolge. Den Grund dieses plöglichen Eifers so furz vor der preußischen Landtagswahl fleidet der freisinnige Profeffor 24. Der freifinnige Breslauer Magistrat hat wieder daß der deutsche Kaiser nachträglich feine inzufriedenWir haben doch alle den Wunsch, wieder einmal einige Mitglieder des Gemeindearbeiter- Verbandes gemaß- heit mit dieser Ernennung ausgedrückt habe. Die„ Voffische gewählt zu werden." Reichsschatzfekretär Sydow erklärt: an die regelt, darunter Leute, die bereits 10 Jahre im Dienst waren. Als 3tg." behauptet, der Grund diefer allerhöchsten Unzufriedenheit fei, Aufbesserung der Beamtengehälter sei erst nach der sogenannten Grund gibt der Magistrat das gehäftige Treiben" des Verbandes day hill nicht so reich sei wie Tower und deshalb in Berlin nicht " Finanzreform" zu denken; erst müßten neue Einnahmen gean, weil diefer dreist verkünde", daß die Verbesserungen in der Staaten entsprechenden Weise auftreten" fönne, in einer der Weltmachtstellung der Vereinigten fchaffen jein. Lage der städtischen Arbeiter seinem Einfluß zu danken wären. 10. Jm preußischen Abgeordnetenhause wird konstatiert, daß der Wörtlich fährt der freifinnige Magistrat fort:„ Wir halten es Ertrag der Einkommensteuer im verflossenen Jahre um 13 Millionen schon für unanständig und eines ehrlichen Arbeiters Mark heraufgeschraubt ist, weil mit Hülfe der neuen Bestimmung des unwürdig, wenn unser guter wille von städtischen § 23, der die Unternehmer verpflichtet, das Einkommen ihrer An- Arbeitern öffentlich bestritten wird.... Mit Leuten, die sich solche gestellten anzugeben, die Arbeiter viel schärfer zur Steuer heran- verleumderischen Behauptungen aneignen und sie weiter berbreiten, gezogen werden als die Kapitalisten. fönnen wir nicht zusammen arbeiten. Das muß auch jeder ehrenhafte Arbeiter einsehen.
Eickhoff in die Worte:
-
"
Soziales.
11. Auch im preußischen Abgeordnetenhaus bringen die vier Bürgerlichen Parteien( siehe oben) ihre Interpellation wegen Er höhung der Beamtengehälter ein. Hier lautet die Antwort der Regierung, daß die Besoldungsvorlage in der laufenden Session nicht mehr dem Landtag unterbreitet werden könne. Man müsse die Reform der Reichsfinanzen abwarten. Im Herbst solle die Borlage lommen und dann würde man die Gehälter vom 1. April 1908 ab aufbessern.
11. Auf dem Stiftungsfest des Landwirtschaftlichen Vereins von Woltersdorf und Umgegend" in Sachsen sang man u. a. folgende schönen Verse:
Wir können uns den schönen Tag
Schon leisten ohne Not.
Denn um der Landwirtschaft zu nügen, Eat man fie oben" mehrfach schützen,
Damit recht teuer das Brot.
Terrorismus.
Der Freifinn also terrorisiert die Arbeiter schon, wenn sie an seinen guten Willen nicht glauben wollen.
Gegnerische Parteien.
27. An Stelle des amerikanischen Gesandten in Berlin , Tower, der seinen Posten verläßt, ist von der amerikanischen Regierung Herr Hill ernannt worden. In der bürgerlichen Bresse wird erzählt,
worunter bas Brestige( Ansehen) Ameritas in Deutschland leiden" werde. Der Fall verursacht in Amerika Aufsehen und Erregung.
Verschiedenes.
3. Die Mülhauser Boltszeitung" berichtet, daß der berfloffene Statthalter Fürst Hohenlohe Langenburg für die ihm von seiner Frau zugefallene Erbschaft, die mehrere Millionen betrug, keine Erbschaftssteuer bezahlt habe. Er soll der Steuerbehörde gegenüber geltend gemacht haben, daß er fein dauerndes Domizil in Elsaß- Lothringen habe und darauf habe sich die Steuerbehörde bereit erklärt, von ihrer Forderung abzustehen.. 11. In einem Schreiben an den Staatssekretär v. Köller be
16. Die freifinnige Berl. Morgenpost" erzählt, daß die beiden freifinnigen Parteien in ihrem Sein und Nichtsein von dem Wohl oder llebelwollen der Interessentengruppen stätigt der Fürst zu Hohenlohe- Langenburg , daß er die Erbschaftsabhängen, deren Geld sie bei den Wahlen brauchen. Die Frei- steuer nicht bezahlt habe, und zwar weil ihm schon lange vor dem sinnigen bekommen ihr Pulver teils von den Banten, teils von der Tode der Fürstin der Vorstand der Finanzabteilung, Unterstaatssekretär Börse und teils von gewissen Industrien. Diefen gegenüber v. Schraut gutachtlich erklärt habe, er sei zur Zahlung in Elsaßbefinden sich die Parteileitungen in einer beschämenden Abhängig Lothringen nicht verpflichtet.
feit....
Demgemäß richtet sich auch die Politik der Partei ganz 19. Die Journalisten des Reichstages beginnen einen nach den Wünschen dieser Geldgeber, deren Interessen man zunächst Streit, weil der Zentrumsabgeordnete Landgerichtsrat bertrat, weil sie berechtigt waren, die man aber dann allen Gröber fie Saubengel" geschimpft hat.