Jr. 140. 25. Jahrgang.
Partei- Angelegenheiten.
An die Parteigenossen!
Donnerstag, 18. Juni 1908.
Berliner Wahlkreises bei und wurde bald durch das Vertrauen der einer Magenkrankheit zu Bett legen. Während nun seine Frau in Genossen in den Vorstand des damals neu gegründeten Wahlvereins der Küche mit dem Zubereiten des Abendessens beschäftigt war, er berufen. hob sich S. plöglich von seinem Lager, riß das Fenster auf und stürzte sich aus der Höhe des dritten Stockwerks auf den Hof hinab. mit zerschmetterten Gliedern blieb der Lebensmüde unten liegen. Der Tod trat fast auf der Stelle ein.
Durch sein ruhiges, sicheres und flares Auftreten wurden auch Am Freitag, den 19. Juni, von 7 Uhr abends an, weitere Kreise auf Bohne aufmerksam und betrauten ihn mit den höchsten Parteiämtern. Vom Jahre 1892-1902 fungierte er als VerFlugblattverbreitung trauensmann der Partei in Berlin .
findet eine
in den Bezirken Groß- Berlins statt.
Das Flugblatt soll vornehmlich allen denjenigen behändigt werden, welche bei den Landtagswahlen sozialdemofratisch gestimmt haben.
Bom 21. Juni ab ist dann Nachfrage zu halten und zum Eintritt in den Wahlverein und Abonnement für den Vorwärts" aufzufordern.
Nach den so günstigen Wahlresultaten dürfte auch diese Arbeit eine erfolgreiche sein und uns denselben großen Erfolg bringen, wie die gleiche Agitation im November vorigen Jahres. Wir erwarten, daß unsere Parteigenossen in der gewohnten treuen Pflichterfüllung die Werbearbeit mit Eifer verrichten. Der Zentralvorstand.
Eine öffentliche Schifferversammlung findet am Sonntag, den 21. Juni, nachmittags 5 Uhr, in Feuersteins Festsälen, Alte Jakobstraße 75, statt. Zur Verbreitung der Handzettel ersuchen wir die Genossen, welche dieselbe übernommen haben, an den ihnen bekannten Stellen pünktlich zu erscheinen. Die Genoffen des sechsten Streises, erste Abteilung, treffen sich bei W. Haase, Kastanienallee 95/96.
Die Agitationskommission.
Rigdorf. Die Parteigenossen werden darauf hingewiesen, daß die am 19. Juni stattfindende Flugblattverbreitung nunmehr wieder nach der alten Bezirkseinteilung erfolgt. Die Bezirksführer werden erfucht, sich am Donnerstag, den 18. Juni, die Flugblätter aus der Parteispedition abzuholen. Wir bitten außerdem, die Beschlüsse der legten Funktionärsizung auszuführen. Der Vorstand.
Stralau. Heute abend findet in allen Bezirken eine wichtige Flugblattverbreitung statt. Da dieselbe äußerst gewissenhaft ausgeführt werden muß, wird erwartet, daß alle Genossen pünktlich zur Stelle find.
Fredersdorf - Petershagen . Heute abend 8 Uhr im Lokal von Mag Girle, Fredersdorf : Bahlabend.
Trotz einer schweren Beinlähmung fand man den Genossen Bohne stets im Bordertreffen der Berliner Bewegung, in welcher er fich allgemeiner Sympathie und Achtung erfreute.
Auch in seiner Berufsorganisation war der Verstorbene mit vollem Eifer tätig. An seinem noch offenen Grabe bringen wir dem Dahingeschiedenen den Boll der Dankbarkeit und der Anerkennung dar. In Christian Bohne ist uns einer der treuesten Streiter im Emanzipationskampf des Proletariats entrissen worden. Sein Andenken wird in Ehren gehalten werden!
Die Leiche einer jugendlichen Selbstmörderin ist gestern aus der Spree gelandet worden. Hinter dem Grundstück Holzmarktstr. 21 wurde die Tote, eine etwa 18 Jahre alte Frauensperson, ans Ufer getrieben. Die Lebensmüde hat anscheinend den besseren Kreisen angehört. Ihre Leiche wurde zur Rekognoszierung nach dem Schauhause gebracht.
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Auf dem Wege von der Kochstraße nach der Hagelbergerstraße sind verloren worden eine Kladde Nr. 2 vom Verband der Tapezierer, sowie eine größere Anzahl Marken verschiedener Sorten, Beitungen, acht Verbandsbücher und ein Kontobuch. Abzugeben beim Berband der Tapezierer, Engelufer 15, Zimmer 6a.
Beim Sommerfest der Neuen Freien Voltsbühne am Sonntag in der Brauerei Friedrichshain hat eine alleinstehende Frau ihr Portemonnaie mit ganzer Barschaft( 42 M. Inhalt) verloren; fie bittet etwaige Finder um Abgabe an Mathilde Lamprecht, Braunsberger Straße 13, 2 Treppen.
verlief tödlich. Auf dem Schlesischen Bahnhofe war seit 39 Jahren Zwei schwere Fahrstuhlunfälle sind wieder zu beklagen. Einer Friedrichsfelder Straße 15 im Füllraum der Beleuchtungsanlagen der 75 Jahre alte Telegraphenarbeiter Samuel Goyte aus der beschäftigt. Gestern nachmittag um 3 Uhr wollte er mit dem zweiten Von der Landtagswahl wird noch berichtet: Durch die Ver- Fahrstuhl vom Bahnsteig A nach dem Postraum an der Fruchtstraße geßlichkeit eines Wahlmannes ist das Resultat im 12. Wahlkreise hinabfahren. Bald darauf fand ihn ein Arbeitsgenosse auf selbem für die Freifinnigen günstig geworden. Bis 2 Minuten vor 7 Uhr Bege tot auf. Der Fahrstuhl war steden geblieben und Goyte jaß, standen die Freisinnigen auf 165, die Konservativen auf 164 Stimmen. mit Kopf und Bruſt eingeklemmt, zwischen dem Stuhlgehäuse und Die Freifinnigen konnten ihre fehlenden Wahlmänner nicht mehr einem Trägerbalfen. Wie das Unglüd möglich war, ist noch Gegenheranbringen, während es einem Schlepper der Konservativen ge- stand der Untersuchung. Im Hotel Adlon Unter den Linden geriet lungen war, noch unmittelbar vor Wahlschluß einen Wahlmann gestern morgen der 20 Jahre alte Fahrstuhlführer Artur Lindemann seiner Partei zu Hause anzutreffen. In rasender Eile wurde der aus der Marienstr. 24 beim Reinigen des Stuhles in das Getriebe. selbe nach dem Wahllokal befördert. Als er sich dem Wahlvorstande Ihm wurde zwischen Stuhl und Wandung das Fleisch vom linken legitimieren sollte, stellte es sich heraus, daß er seine Wahlmanns- Bein abgequetscht und ein Knöchel schwer verletzt. Der Berunglückte bestallung zu Hause vergessen hatte. Es war natürlich nicht mehr mußte in ein Krankenhaus gebracht werden. möglich, diese rechtzeitig herbeizuschaffen und so blieben die Konfervativen durch diese eine fehlende Stimme in der Minorität. Von einem anderen Wahlmanne, der sowohl von den Freisinnigen wie von den Konservativen im 12. Bezirk aufgestellt und gewählt wurde, wird berichtet, daß er von den Schleppern der beiden Parteien nicht aufzufinden war. Es handelte sich um einen Geschaftsmann aus der Calvinstraße, der es anscheinend mit niemanden verderben wollte. In der Zeit von 6 bis 7 Uhr abends hielten eine Reihe von Automobilen und Droschfen erster Klasse vor der Tür, um den Wähler zu holen. Der aber war und blieb verschwunden. Angeblich war er schon früh morgens zur Wahl gegangen und nicht zurückgekehrt. Erst wenige Minuten vor 7 Uhr gelang es einem der findigsten Schlepper, Meister X. zu ermitteln. Der Wahlmann, der im Laufe des Nach mittags aus Angst vor seinen Beinigern in einem Verschlage des Dachbodens tampiert hatte und dort vor Size beinahe gebraten war, hatte sich dann in den Eisteller eines in demselben Hause wohnenden Schlächters geschlichen, um dort den Rest der qualvollen Wahlzeit zu verbringen. spät, denn als das Automobil vor dem Wahllokal anfuhr, verAls er nun entdeckt wurde, war es zu tündete der Wahlvorsteher bereits den Schluß des Wahlaktes. Jm 10. Landtagswahlbezirk hatte ein Wahlmann der Freifinnigen seine Stimme an der verkehrten Stelle abgegeben und war wieder nach Hause gegangen. Gegen 5 Uhr nachmittags wurde in Rummelsburg . Den Parteigenossen zur Nachricht, daß die der freisinnigen Wählerliste festgestellt, daß Herr. feiner Wahl bereits im Vorwärts" für heute Donnerstag bekanntgegebene pflicht noch nicht genügt habe. Flugs machten sich Schlepper auf, Flugblattverbreitung nicht heute, sondern erst morgen um ihn zur Wahl zu bringen. Der Wahlmann beteuerte hoch und Freitag, abends von 7 Uhr ab, von den bekannten Lokalen aus heilig, daß er bereits am frühen Morgen gewählt habe. stattfindet. Das Flugblatt wendet sich an alle diejenigen Personen, Er ließ sich schließlich bewegen, in δας Wahllokal mitwelche bei der Landswahl für unsere Partei gestimmt haben, es ist zukommen und nun stellte sich heraus, daß der Wahlmann daher äußerst notwendig, daß alle Bezirksführer nach den in ihren ganz wo anders hingeraten war als an den Wahltisch. Im Weißen Besitz befindlichen Urwählerlisten schleunigst entsprechende Hauslisten Saal, der zu ebener Erde belegen ist, befand sich das Wahlbureau anfertigen. Der Vorstand. der sozialdemokratischen Partei; auf dasselbe wurden die sozial demokratischen Wahlmänner besonders hingewiesen. Herr H. muß nun der Meinung gewesen sein, hier könne er seine Stimme abgeben. Er ging an den Tisch des Wahlbureaus heran und ersuchte darum, seine Stimme für den Kandidaten Rosenow entgegennehmen zu wollen. Der dort amtierende Listenführer nahm lächelnd hiervon Der Teltower Kreisausschuß als" Rechts"-Instanz! Notiz und der freisinnige Wahlntann ging nach Hause in dem Be- Der Rechtsbetrieb, wie er in ben von feudalem Geiste be. wußtsein, seiner Pflicht voll und ganz genügt zu haben. herrschten Verwaltungsorganen, speziell in den unteren, gehand Wie bekannt, haben die Stadt Berlin und mehrere Vorort- Arbeiter Bildungsschule Berlin. Wir machen die Mitglieder habt wird, hat schon häufig, aber leider immer noch zu wenig, zu gemeinden den beiden genannten Gesellschaften die mit Rücksicht darauf aufmerksam, daß auch während der Schulferien die Biblio- schärfster Kritit herausgefordert. Besonders in den Verwaltungsauf die Tunnelprojekte nachgesuchte 90jährige Zustimmung noch thet jeben Donnerstag von 8-9 Uhr geöffnet ist. Mit Streitsachen auf sozialem Gebiet macht sich diese Recht" sprechung, nicht erteilt. Wenn Zustimmungen dieser Art von den Ge- gliederbeiträge können gleichfalls daselbst gezahlt werden. die mit dem Volks- und Rechtsempfinden in schneidenstem Widers meinden auf gütlichem Wege nicht erreichbar sind, sind sie, wenn es fich um die Schaffung gemeinnüßiger Angelegenheiten handelt, Die Ohrfeigen des Direktors. Das„ Berliner Tagebl." schreibt: fpruch steht, auf die unangenehmste Weise bemerkbar. Besonders auf Grund des Kleinbahngesetzes( 87) on ben zuständigen Aus einer Reihe von Buschriften, die uns aus unserem Leserkreise in den sogenannten Kreisausschüssen, denen in der Regel in erster Staatsbehörden zu ergänzen. Die Behörden haben gleichzeitig augeht, ersehen wir, daß der Direktor der Luisenstädtischen Ober- Instanz die Entscheidung im Verwaltungsstreitverfahren zusteht, die Höhe des Entgelts festzusetzen, das für die Wegebenubung Realschule, Dr. Marcuse, den ihm anvertrauten Kindern Schläge an blühen die vom Klassengeiste zeugenden Urteile in üppigster Weise an die Gemeinden zu entrichten ist, Wir haben jetzt von diesem den Kopf versezt, die wegen ihrer Gefährlichkeit von der und im reichlichsten Maße. gefeßlichen Rechte Gebrauch gemacht, indem wir an den zustän- Behörde streng berboten sind. Gehören doch tödlich ver- Leider ist die öffentliche Kontrolle über die in diesen Aus
Trebbin . Am Sonnabend, den 20. Juni, abends 8 Uhr, bei Wolf: Wahlvereinsversammlung. Tagesordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder und Kaffe. 2. Ausgang der Landtagswahl. 3. Verschiedenes.
Lichtenberg . Den Genossen zur Kenntnis, daß auch für unseren Drt die Flugblattberbreitung erst am Freitag, den 19. d. Mts. stattfindet.
Die Große Berliner Straßenbahn versendet an die Breffe eine Erklärung zu den Beschlüssen der städtischen Verkehrsdeputation, in der es heißt:
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Stellen zu tun. Ú. a. nachts in der Mühlenstr. 46, wo in einer Feuerwehrnachrichten. Die Feuerwehr hatte gestern an vielen Bäckerei Holz usw. in Brand geraten war. Um Mitternacht brannten Breßtohlen u. a. in der Werneuchener Straße 7/8. Früh um 4 Uhr hatte der siebente Zug längere Zeit in der Palisadenstr. 10 zu löschen, wo in einem Keller Bolster- und andere Möbel, sowie Vorstelle in einem Schleifraum und Wäsche usw. in der Allensteiner räte zum Tapezieren brannten. In der Fürstenstr. 5 brannten GeStraße 38. Wegen einer Spiritusexplosion erfolgte ein Alarm nach der Birkenstr. 59. Personen sind dabei nur leicht verlegt worden. Der neunte Zug wurde zur Rettung eines Mannes nach dem An halter Bahnhof gerufen. Als die Feuerwehr dort ankam, war der Wann schon tot. Weitere Alarme liefen dann noch aus der Dranienstraße 118, Turmstr. 20, Bellealliancestr. 107, Winsstr. 58, Fennstraße 14, Liesenstr. 11, Reichenberger Str. 134, Sonnenburger Str. 10 und anderen Stellen ein. Nach der Schiffbau- Ausstellung mußten gestern früh zwei Dampffprigen entsandt werden. Die Wasserleitung war aus unbekannter Ursache gesperrt. Um für alle Fälle gerüstet zu sein, wurden zwei Dampffprizen mit Wasserwagen dort stationiert.
Vorort- Nachrichten.
digen Oberpräsidenten den Antrag auf Ergänzung der fehlenden laufene Gehirnblutungen als Folge von Dhrfeigen nicht zu schüssen" gepflegte Spezies der Rechtspflege noch viel zu ungeZustimmung übersandt haben. Inzwischen hat die städtische Ver- den Seltenheiten. In einem uns vorliegenden Schreiben gibt nügend, als daß in absehbarer Zeit eine dem modernen Geiſte tehrsdeputation Breßnachrichten zufolge vorbehaltlich der Ge- Direktor Dr. Marcuse selber zu, einen seiner Schüler gechrfeigt nur einigermaßen entsprechende Judikatur zu erreichen wäre. nehmigung der städtischen Behörden beschlossen, uns gegenüber zu haben. Ein Tertianer, der das Prädikat lobenswert im die Bereitwilligkeit zu erklären, auf ihre Kosten die von Stadt- Betragen hatte, war verdächtigt worden, in dem Hause eines Schul- Dazu kommt als Haupthinderungsgrund, daß die Arbeiterklasse baurat Krause entworfenen Tunnelpläne am Opernplab und freundes einige meffingne Läuferstangen entfernt au haben. Dr. bon jeder Teilnahme der Rechtsprechung ausgeschaltet ist. Die Brandenburger Tor auszuführen und uns diese Anlagen zur Marcuse ließ den Knaben zu fich fommen und fragte ihn, ob er fich Mitglieder der Kreisausschüsse haben allerdings teine Verpflich Benutzung zu überlassen; ferner eine Stommission zur Beratung schuldig bekenne. Der Schüler beteuerte im Gefühl seiner Unschuld, neuer Entlastungspläne für die Leipziger Straße einzusehen. daß er an der Spielerei nicht beteiligt gewesen sei. Die Antwort Eine Stellungnahme unfeverseits gegenüber diesen Be- war eine kräftige Ohrfeige und eine Stunde Arrest. Der Vater aber schlüssen ist naturgemäß so lange unmöglich, bis die Stadt nicht erhielt folgenden Brief: mit bestimmten Borschlägen an uns herantritt. Wir würden Mitteilung von der Luisenstädtischen Oberrealschule. derartige Vorschläge selbstverständlich einer eingehenden Prüfung Berlin , 2. April 1908. unterziehen und dabei wie bisher auf die Förderung der öffentlichen Verkehrsinteressen in vollem Maße Rüdsicht nehmen.
Bei dem erheblichen Eingriff in unsere wohlerworbenen Rechte, wie ein solcher bei dem städtischerseits geplanten Arrangement eintreten müßte, darf man sich allerdings nicht berhehlen, daß seiner Durchführung erhebliche Schwierigkeiten im Wege stehen würden, die nur dann zu beseitigen wären, wenn auch seitens der Stadt ein ernsthafter Wille zur Verständigung bewiesen würde. Die Direktionen: Dr. Mice.
Koehler.
Geehrter Herr!
Zu meinem Bedauern muß ich Ihnen mitteilen, daß Ihr Sohn Frizz sich im Berein mit anderen Schülern wiederholt an grobem Unfug beteiligt hat, der außerhalb der Schule verübt ist. Der Verwalter des Hauses Hasenheide 51 hat sich beschwert. Friz erhält eine Stunde Nachbleiben. Als ich ihn gestern wegen diefer Sache befragte, benahm er sich so unbescheiden, daß ich ihm eine Dhrfeige gab. Ich möchte Ihnen ergebenst raten, zu bewirken, daß Friß sich einen anderen Umgang wählt; wenn solche Beschwerden wie die gestrige fich wiederholen, müßte ich eine sehr ernsthafte Strafe eintreten lassen; hoffentlich wird es nicht nötig sein.
Hochachtungsvoll ergebenst Dr. Marcuse.
tung Rechtskenntnisse zu besißen. Aber sie machen von diesem Vorrecht einen nur allzu ausgiebigen Gebrauch, indem sie sich entweder um gesetzliche Vorschriften überhaupt nicht kümmern, oder aber den schon ergangenen Entscheidungen der höchsten Jnstanz ihre eigene Rechtsprechung entgegensehen, die in 99 von 100 Fällen auf eine Rechtsschmälerung der besiglosen Klasse hinauslaufen. Ein Urteil dieser Sorte fällte gestern der Teltower Kreisausschuß in einer Verwaltungsstreitsache, in der Genosse Wenzel in GroßLichterfelde gegen die Gemeindetertretung dortselbst klagte. Kläger war persönlich erschienen, für die Gemeindevertretung Groß- Lichterfelde der Gemeindevorsteher, Bürgermeister a. D. Schulz.
Dem Streitberfahren liegt folgender Tatbestand zugrunde, den wir wegen seiner Bedeutung für alle jene Gemeinden, für welche die Landgemeindeordnung maßgebend ist, nochmals rekapi
tulieren.
Die Erklärung läßt an Dreiftigkeit nichts zu wünschen Die Lichterfelder Genossen hatten die Richtigkeit der Geübrig. Daß die Große Berliner im Wege des Ergänzungsmeindewählerliste angefochten, weil allen denjenigen Gemeindeverfahrens sich die fehlende Zustimmung zu ihren vollkommen unfertigen, in ständiger Umänderung befindlichen Projekten berechtigt ist, an den Kopf zu schlagen. Was soll man aber zu der Teilnahme an den Gemeindewahlen zustand, die aber zur Es dürfte Herrn Dr. Marcuse bekannt sein, daß ein Lehrer nicht mitgliedern, denen das Gemeinde recht, also auch das Recht verschaffen will, hat sie schon oft gefagt; es bedurfte der einem Schulleiter sagen, der selber inforrekt handelt und Kleine Beit der Auslegung der Wählerliste mit ihren Wiederholung einer solchen öffentlichen Versicherung durchaus Vergehen seiner Schüler zu Haupt- und Staatsaktionen aufbauscht?" Gemeindeabgaben im Rückstände gewesen sind, die Aufnicht erst. In Wirklichkeit haben die städtischen Behörden Es ist sehr hübsch vom„ Berliner Tageblatt", daß es Herrn nahme in die Wählerliste verweigert worden ist. bisher weder eine Zustimmung erteilen noch eine solche ver- Dr. Marcuse belehrt, daß ein Lehrer nicht berechtigt ist, an den Jm gestrigen Termin handelte es sich darum, ob der Einspruch weigern fönnen, da die Projekte fortgefekt ergänzt wurden; Kopf zu schlagen. Wir sind auch ganz damit einverstanden, daß seinerzeit rechtzeitig, d. h., noch am 30. Januar beim Gemeindebon einer Ergänzung der Zustimmung fann erst die Rede sein, das gerügt wird, nur haben wir bisher vermißt, daß das Lage- vorsteher eingegangen sei. Bei dem Gemeindeamt in Groß- Lichterblatt" sich zu ähnlichen Rügen aufgeschwungen hat, wenn die gleiche wenn sie versagt ist. Was aber die beabsichtigten Tunnelbauten am OpernWas aber die beabsichtigten Tunnelbauten am Opern. Behandlung Gemeindefchülern widerfahren ist. Beispiele von felde herrscht die löbliche Gepflogenheit, daß die Briefe beim Postplatz und am Brandenburger Tor betrifft, so ist es einfach Prügelpädagogik aus den Gemeindeschulen haben amt abgeholt werden. Das Schreiben mit dem Einspruch ist beim Postamt in Groß- Lichterfelde am 30. Januar, mittags 12.52, einföstlich, zu lesen:„ Wir die Straßenbahn, nicht etwa die wir wahrlich gerade genug in unserem Blatte mitgeteilt. getroffen, aber erst am 31. Januar, vormittags, vom Boten des Behörden würden derartige Vorschläge selbstverständlich Butzsäure ftatt Bier getrunken hat Dienstag abend der 30 Jahre Gemeindeamts abgeholt werden. Der Berichterstatter des Kreiseiner eingehenden Prüfung unterziehen usw. Welche alte Arbeiter Franz Reich, welcher in der Genossenschaftsbrauerei zu ausschusses konnte, wie dies auch nicht anders möglich war, unter Ueberhebung liegt allein in diesem Sage. Wenn die Große Friedrichshagen beschäftigt war. Troßdem zwei Aerzte sogleich alle diesen Umständen die rechtzeitige Einlegung des Einspruches nicht Gegenmittel anwandten, starb R. doch unter ihren Händen an Berliner zum Schluß von dem erheblichen Eingriff in unsere innerer Verbrennung. Der Verstorbene war vom Unglück verfolgt. bestreiten. Der Kläger , der zur objektiven Wahrung der Rechtswohlerworbenen Rechte" spricht, so kann man nicht mehr Erft vor zwei Jahren, als er auf der Friedrichshagener Drahtzaun- ordnung das Verwaltungsstreitverfahren eingeleitet hatte, führte ernst bleiben; sachlich antworten fann man darauf überhaupt fabrit arbeitete, schlug ihm Stacheldraht ins Geficht und riß ihm zur Begründung seines Alageantrages folgendes aus: Der Vernicht. das linke Auge heraus. treter der beklagten Gemeindevertretung habe zugegeben. Christian Bohne. Wieder ist ein braver und treuer Parteigenoffe bahingegangen: der Schneider Chriftian Bohne.
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Todessturz aus dem Fenster. Auf schreckliche Weise hat sich der daß 135 Gemeindeglieder, denen an sich das Gemeinberecht, Maurerpolier Friedrich Siebert aus der Naunynstraße 72 das Leben glio auch das Stimmrecht zustehe, bei denen aber die Auz. Bor über zwei Jahrzehnten, noch unter dem fluchwürdigen genommen. S. war in den legten Jahren von einem schweren Nerven- übung dieses Rechtes nach§ 44 der 2. G. O. so lange ruhe, bis Sozialistengeses, trat der Verstorbene der Organisation des ersten leiden geplagt worden. Vor einigen Tagen mußte er sich wegen die Gemeindeabgaben gezahlt seien, nicht in die Wählerlifte