tommt in diese Bersammlung, hört, wie diesem Uebelftande ab
Brit. Am Donnerstag, den 23. d. M., abends 8 Uhr:
Gerichts- Zeitung.
Milde Richter für beamtete Erpresser.
Wegen 60 Bf.- 3 Monate Gefängnis.
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einige Tage spätet ein gleiches Inserat in einer andern sogenann zuhelfen ist und erzählt selbst aus Eurer Erfahrung. Alle Haus- Die Straffammer Saarbrüden verurteilte am Freitag eine ten unparteiischen" Beitung. Die Sache tam ihm doch etwas angestellten, Stügen, Köchinnen, Haus- und Kindermädchen, Frau St. aus Bous zu drei Monaten Gefängnis, weil sonderbar bor; er ließ deshalb das„ wunderbare" Pianino durch Dienstmädchen, Aufwärterinnen, Wasch- und Reinmachefrauen fie von der Berghalde des Eisenbahnschachtes in schickt inszenierten Schwindel zum Opfer gefallen war. Das Klavier einen Sachverständigen untersuchen und erfuhr, daß er einem ge sind zu dieser Versammlung eingeladen. Mariendorf . Morgen Mittwoch, den 22. Juli, 8% Uhr, bei Reichardt, nsdorf einige Schürzen boll Kohlen gerafft war absolut minderwertig und eines derjenigen billigen und unChauffeestr. 27: Vortrag. Kurt Heinig. hatte. Der Wert der gestohlenen" Kohlen wurde auf 60 Bf. bollkommenen Instrumente, die ertra von Lehrlingen für derartige Bergeschätzt. Die arme Frau gestand den„ Diebstahl", führte jedoch Verkäufe angefertigt werden. Das Instrument hatte, nach Angabe sammlung bei Weniger, Briz, Werder Straße Eder der Nungius- an, daß die bitterste Not sie gezwungen habe, sich etwas Brenn- des Sachverständigen, wenn die noch fehlenden Teile ergärzt wurden, straße. Vortrag: Fr. M. Thiel. material fuchen zu müssen und bat deshalb um eine milde einen Wert von höchstens 400 M. Als Reinwarth voller Ingrimm Strafe. Das Gericht tam auch dem Wunsch der über den Reinfall nochmals dem Sekretariat der berühmten Opernarmen" Diebin" nach und bei sängerin einen Besuch abstattete, wurde er von dem Ehemann Eichberurteilte sie zu dem baum einfach an die frische Luft befördert. Die Folge dieses„ borDiebstahl im Rüdfall( Rüdfall liegt nach§ 244 des Straf- teilhaften Gelegenheitstaufes" war die jeßige Anflage wegen Bea gesetzbuches vor, wenn jemand nach zweimaliger Bestrafung wegen truges. Die Grinittelungen haben ergeben, daß der Angeklagte Diebstahls oder Hehlerei abermals feinen Diebstahl begeht) gesetzlich Eichbaum von einem Klavierfabrikanten die Instrumente, die Wegen Nötigung hatten sich vor der Elbinger Straf - zulässigen Mindestmaß. Mag sein, daß das Gesetz der Annahme höchstens 320 M. tosten durften, bezogen hatte. or Gericht bes tammer der frühere Gemeindevorsteher Eichhorn und eines Notstandes nicht entgegenstand und deshalb Freisprechung hätte ftritten die Angeklagten jede Schuld. Der Ehemann G. behauptete, der frühere Gemeindeschöffe Jakobsen aus Stuba zu erfolgen fönnen. Indes nicht den Richter, sondern das Gesez trifft er habe mit den Verkäufen keinen Gewinn erzielen wollen, sondern verantworten. Im Jahre 1906 hatte der Arbeiter Preuß, der in die Schuld an der enormen Strafhöhe. Seit Jahrzehnten ist ver- habe nur damit herbeiführen wollen, daß seine Gattin, deren Borträt auf den Instrumenten angebracht war, berühmt werde. Das Stuba bei einem Befizer im Dienst stand, aber keiner Krankenkasse geblich die Forderung erhoben, derartige Entwendungen von Gericht nahm an, daß der Ehemann E. die allein handelnde Person angehörte, sechs Wochen am Typhus im Krankenhause gelegen. Feuerungsmaterialien nur mit derselben Strafe wie die Ent- und die Ehefrau nur das Werkzeug in den Händen des Mannes Die Kosten im Betrage von 47 M. sollte das Dorf oder der Orts- wendung von Nahrungs- oder Genußmitteln von unbedeutendem gewesen war. Die Angeklagte E. wurde deshalb freigesprochen. armenverband aufbringen. Dem Gemeindevorsteher, der erfuhr, Wert oder in geringer Menge zum alsbaldigen Gebrauch zu belegen. Dagegen hielt das Gericht bezüglich des Ehemanns eine empfinddaß Preuß sich einige Mark erspart hatte, paßte das nicht. Er In solchen Fällen beträgt( auch bei sogenanntem Rüdfall) die Strafe liche Strafe für angemessen, weil durch derartige unlautere Ges und sein Schöffe berlangten eines Tages von Preuß, Geldstrafe bis zu 150 M. oder Haft bis zu sechs Wochen(§ 370 schäftspraktiken nicht nur die reellen Geschäftsleute, sondern auch das taufende Publikum empfindlich geschädigt werde. Das Urteil als er sich im Kruge befand, das Geld. Sie untersuchten Biffer 5 des Strafgesetzbuches.) lautete deshalb auf 3 Monate Gefängnis. auch seine Taschen, fanden aber teins, da Preuß das Geld in das Taschentuch eingewickelt hatte. Preuß sollte nun auf das Gemeindeamt kommen, um nochmals genau untersucht zu werden. Weil er sich weigerte, sollte er gebunden werden. Das wurde aber von lagen einer Anklage wegen Betruges zugrunde, welche den Archieiner Frau durch wegnahme der Stride verhindert. Gemeinde- tekten Adolf Eichbaum und dessen Ehefrau, die Operfängerin des Landgerichts I aufgerollt. Unter der Anklage des Sittlichkeits. Ilse E., genannt" lja Malena", vor den Strafrichter führten. vorsteher und Schöffe padten nun den Preuß und die mitangeklagte Chefrau hat wiederholt in Berlin unter ihrem brachten ihn awangsweise zum Gemeindeamt. Künstlernamen Konzerte veranstaltet, die aber wohl nicht den erHier sollte er seiner leider entledigt werden. hofften finanziellen Erfolg gehabt haben. Um einen solchen zu erUm das zu verhindern, zog er seinen Geldbeutel hervor und zielen, beschäftigte sich das E.sche Ehepaar mit dem einträglichen warf ihn mit den Worten:" Da habt Ihr mein bißchen Verkauf von Klavieren, wobei es sich aber eines Mittels bediente, Geld!" auf den Tisch. In dem Beutel befanden sich 75,60 Mart welches von der reellen Geschäftswelt in der schärfsten Weise be Eichhorn nahm das Geld an sich. Preuß, ein Mann von kämpft wird. In einer hiesigen bürgerlichen Beitung erschien ein Eichhorn nahm das Geld an sich. Preuß, ein Mann von Inserat etwa folgenden Inhalts:„ Pianino , Eigentum berühmter 59 Jahren, war nun gänzlich mittellos. Von den 75,60 M. find Opernsängerin, selbstverständlich hervorragend schöner Ton und Krankenkosten bezahlt und ber Rest zwischen Eichhorn und einem Stimmung, Wert 750 M., sehr billig zu verkaufen. Sekretariat der Gastwirt, der angeblich, von Preuß noch Geld zu erhalten hatte, Opern- und Konzertfängerin lfa Malena." Dieses Inferat las verrechnet worden. Das Urteil wegen dieses einem Raub sich der Klempnermeister Reinwarth, der mit der Absicht umging, ein nähernden Verhaltens der beamteten Nötiger und Erpresser lautete Bianino zu kaufen. Er fuhr nach dem in der Regensburger Straße gegen den Gemeindevorsteher. Gichhorn auf eine gelegenen Sekretariat" der berühmten Sängerin und wurde hier Woche, gegen den Gemeindeshöffen Jacobsohn auf- ben dem Herrn Sekretär, dem Ehemann Eichbaum, empfangen. bolle drei Tage Gefängnis. Als Verhältnisse in der Dieſer teilte ihm mit, daß das wertvolle Instrument erst von Lübeck unterwegs sei. Als Reinwarth am nächsten Tage wiederkam, wurde Schichauer Werft von Arbeitern abfällig fritisiert wurden, diktierte der Stauf perfekt. Er mußte für das Instrument, welches mit dem dieselbe Straffammer gegen die Kritiker, die zweds Besserung der Borträt der Sängerin geschmüdt war, den Betrag von 450 m. naten Gefängnis verurteilt, Mißstände diese besprochen hatten, vielmonatige Gefängnisstrafen. zahlen und war höchst erfreut darüber, einen so guten und billigen Aber es gibt feine Klassenjustiz. Stauf gemacht zu haben. Zu seinem größten Erstaunen las er 0006
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Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.
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Inferatenschwindeleien
Archiwurden
Sittlichkeitsbilder aus einem Kinematographen
wurden gestern in einer Verhandlung vor der 2. Ferienstraffammer
neun Personen vor dem Strafrichter verantworten, und zwar: der berbrechens im Sinne des§ 176,3 des Strafgesetzbuchs mußten sich Glasermeister Gustav Blumberg, der Schankwirt Georg Mitters nacht, der 17jährige Arbeitsbursche Bruno Bottel, der Kellner Robert Lange, der Stuftateurlehrling Friz Kortmann, der Musiker Reinhold Müller, der Schantwirt Gottfried Casper, der Portier Hugo Block und der Buchhändler Hans Fasolt. Zu der Verhandlung waren Blumberg und Mitternacht nicht erschienen. Der Schau platz der Verbrechen gegen die Sittlichkeit, welche den Angeklagten our Laft gelegt werden, war das in der Krautstraße gelegene Kinefast jeden Abend die damals erst 13jährige Schülerin Frieda Drescher. matographen- Theater. des Augeklagten Lange. In diesem erschien Sier traten Angeklagte mit der Drescher und auch mit andern Schulmädchen, welche die D. mitbrachte, in sträfliche Beziehungen. Später besuchte die D. Angeklagte auch in deren Wohnungen. Vor Gericht waren die Angeklagten zum Teil geständig. Das Gericht sprach Pottel, Lange und Block frei; Kortmann wurde zu 3 Tagen, Müller zu 9 Monaten, Casper zu 7 Monaten und Fasolt za 6 Mo
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Moritstr. 10 verstorben ist.
Ehre seinem Andenken!
Die Beerdigung findet am Dienstag, den 21. Juli, nach, mittags 3 Uhr, vom Neuen Jakobi- Kirchhof aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand.
Bäckereigenossenschaft ,, Produktion"( E. G. m. b.§.) zu Charlottenburg . Mit dem 1. Juli ist obengenannte Genossenschaft in Liquidation ge freten. Etwaige Forderungen find umgehend an die Adresse Konsumberein Charlottenburg", Wallstr. 23, zu richten. Die Liquidatoren. A. Winter. A. Sellin
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