ffitS Mnscht, daß auch die Generalversammlung des Kreises es klar zum Ausdruck bringe, daß etwas Derartiges wie die Budget- bewilligung nicht mit den Grundsätzen der Partei vereinbar ist. Ebenso verurteilt D ü w e l l-Lichtenberg das Verhalten jener süddeutschen Abgeordneten, ihre Hinwcgsctzung über klare Partei- tagsbeschlüsse aufs schärfste. Der Redner empfiehlt sodann folgenden Antrag Lichtenberg an Stelle des Punktes 3 der Vor- schlage des Referenten: „Unbeschadet der von den Gewerkschaften für erforderlich erachteten beruflichen Organisation und Ausbildung der Jugend erklärt der Parteitag: Den Jugendlichen bleibt es unbenommen, sich zu Bildungs- zwecken politisch neutral selbständig zu organisieren. Um die Jugend aber auch mit den Aufgaben und Zielen der modernen Arbeiterbewegung vertraut zu machen, haben die örtlichen Parteileitungen Komitees einzusetzen, die durch ent- sprechende Veranstaltungen in diesem Sinne wirken sollen. Diesen Komitees sollen auch junge Genossen angehören." Zum Parteitag liegen noch folgende Anträge des Bezirks- Ivahlvereins Friedrichshagen vor: 1. Maifeier. „Der Parteitag wolle beschließen, den 1. Mai überall da durch Arbeitsruhe zu feiern, wo die Bestimmungen der GeWerk- schaften erfüllt sind, die Ausgesperrten vom 6. Tage der Aus- sperrung durch die Gewerkschaften sowie die Partei zu unter- stützen." 2. Jugendorganisationen. „Der Parteitag wolle beschließen: die Agitationskommissioncn der Provinzen und Landesteile sind verpflichtet, unabhängige Jugendorganisationen von Partei und Gewerkschaften zu gründen, an deren Spitze erfahrene Parteigenossen zu stellen sind." r Köhler- Friedrichshagen zieht die Anträge zugunsten der StadthagenS zurück. Bei dem Antrage der Maifeier habe es sich hauptsächlich darum gehandelt, einer Abwürgung der Feier vorzubeugen.— K u b i g- Pankow erklärt, daß gegen die Disziplin- losigkeit der süddeutschen Landtagsabgeordneten schärfster Protest erhoben werden müsse. Mit der Begründung, die sie für ihre Budgetbewilligung gegeben, könnte man ja jeden Verrat gegen die Parteiprinzipien gutheißen.— Auf Vorschlag deS Genossen Brühl nahm die Versammlung hierzu einstimmig folgende Ne- solution an: „Die KreiS -Generalvcrsammlung bedauert das Verhalten der badischen Landtagsfraktion gegenüber dem Parteivorstand und spricht gegenüber der Budgetbewilligung der badischen und baperischcn Landtagsfraktionen ihre schärfste Mißbilligung aus." Die Abstimmung über die übrigen Anträge ergab die Annahme deS Antrages Lichtenberg sowie der Anträge des Referenten mit Ausnahme von Punkt 3. der durch jenen Antrag erledigt ist. Als Delegierte zum Parteitag wurden, wie die Auszählung der Stimmzettel ergab, gewählt die Genossen D e n tz e r- Waid- mannslust, Rosen feld-Karlshorst und Düwell-Lichtenberg ; als Ersatzmann M a s s a° Tegel . Unter Punkt 8: Eventuelle Anträge, wurde ein Antrag der Genossen von Schöneiche und Umgegend, zum 1. Januar 1S0V einen selbständigen Wahlvercin gründen zu können, angenommen. Zwei Anträge, die sich auf die Delegationen zu den Parteitagen, Konferenzen usw. beziehen, wurden bis zur nächsten Krcisgeneral- Versammlung zurückgestellt.— Ein Antrag, wonach der Kreis- Vorsitzende Dentzer im Aktionsausschuß Sitz und Stimme er- halten soll, wurde angenommen. Gegen den Bildhauer Robert Scholz und den Lackierer Quester wurde auf Antrag von Lichtenberg die Einleitung des Ausschlußverfahrens beschlossen, mit der Begründung, daß sie hart- riäckig andere Mitglieder des Wahlvereins verleumdeten, ohne über ihr Verhalten Rechenschaft abzulegen. Die Versammlung wurde um Mitternacht mit Hochrufen auf die Sozialdemokratie geschlossen. SozIaMemoIlratikcher Zcntralwahlvercin für Cdtow- Bccskow• Storkow - Gljar- (Ottenburg. Die Generalversammlung des Kreises fand am Sonntag bei Hoppe in Rixdorf statt. Vertreten waren von den 46 Wahlvereinen des Kreises 40 durch 104 Delegierte. Nicht vertreten waren Drewitz, Groß-Beeren, KrauSnick, MarkgrafpicSke, Mittenwalde , Beeskow . Die Versammlung war polizeilich überwacht, was manche Ver- wunderung erregte; der Vorsitzend«, Genosse Emil BoeSke, er- klärte, daß die Rixdorfer Genossen einen Formfehler begangen hätten, indem sie die Versammlung als eine„öffentliche" an- meldeten. BoeSke schlug vor, daß man trotzdem die Verhand» lungen eröffne, denn man habe nichts zu verheimlichen, und die Versammelten waren mit dem Vorschlage einverstanden. Genosse Wollermann erhielt das Wort zum ersten Punkt der Tagesordnung: Mitteilungen deS Vorstandes und der Funktionäre. Der Redner ging zuerst auf die letzte Landtagswahl ein und schilderte, welche arbeitsreiche Zeit seit der letzten Generalver. sammlung verflossen ist. Die Agitation zur Landtagswahl hat starke Wellen geschlagen. Der ReichstagSwahlkreiS Teltow-Beeskow schließt drei Landtagswahlkreise ein. In 66 Orten wurden sozial- demokratische Wahlmänner aufgestellt, gewählt wurden 1076 Wahl- männcr gegen etwa 600 bei der letzten Wahl. Die Stimmenzahlen sind bis auf Schöneberg festgestellt und ergaben in der ersten Ab- teilung 340, in der zweiten 4730, in der dritten 46 488 Stimmen. In der Hauptwahl ist eine Zunahme von 25 000 Stimmen gegen die vorige Wahl zu verzeichnen. Eine genauere Berechnung aus den verschiedenen Orten wird im Jahresbericht gegeben werden, aus dem sich die Genossen über alle Einzelheiten orientieren können. Zahlreiche Strasmandate sind den agitierenden Genossen im Kreise zugegangen, die oft sehr verwundert waren, daß sie sich schuldig gemacht haben sollten, wenn sie d,e ihnen zustehenden Rechte wahrten. Der Frauenorganisation wurde die gebührende Aufmerksamkeit zugewendet und die kombinierte Vorstandssitzung hat sich mit den Vorschlägen des Zentralvorstandes von Groß- Berlin einverstanden erklärt. Der Mitgliederbestand ,m Kreise ist im allgemeinen derselbe geblieben, wenn auch einige Orte einen nicht unerheblichen Rückgang aufweisen. Der Redner erwähnte die Anträge von Teltow -Beeskow an die Generalversammlung von Groß-Berlin. Zwei neue Vereine, Senzig und Bohnsdorf , haben sich gebildet, auch Baumschulenweg wollte sich von Treptow trennen und einen eigenen Verein bilden; aber der Zentralvorstand gab dazu nicht seine Einwilligung. Ein Antrag auf Trennung deS WahlvereinS Treptow -Baum- schulenweg in zwei Wahlvcreine lag der Versammlung vor und führte zu einer längeren Diskussion. Der Antrag wurde schließlich gegen 4 Stimmen abgelehnt. Genosse Pagels gab den Kassenbericht von der Landtagswahl. Er tadelte scharf, daß einige Orte noch immer nicht abgerechnet haben. Nach den bisherigen Ergebnissen stellen sich die Einnahmen «uf 10463,59 M., die Ausgaben auf 13 380,53 M. Somit ergibt sich ein Defizit von 2916,94 M. Während kleinere Orte, 22 an der Zahl, mit Ueberschüssen rechneten, waren in den größeren Orten, wo oft große Ausgaben nötig waren, Defizite zu verzeichnen. Genosse Heinrichs erstattete Bericht von der Presskommisston und bezog sich auf die Publikationen im Mitteilungsblatt, wodurch die Genossen unterrichtet wurden über die Behandlung verschiedener gewerkschaftlicher und Parteiangelegenheiten, die st noch«iiher beleuchtete. Eine Ersatzwahl zur Preßkommijsiosi wurde bor - genommen und Genosse U l m gewählt. Weitere Berichte lagen nicht vor und Genosse Z u b e i l erhielt das Wort zu seinem Referat über den bevorstehenden Parteitag. Es liegen dem Parteitag, so begann er, Fragen bor, die für die Zukunft der Partei von großer Bedeutung sein werden. Da ist die Pflege der Frauenorganisation, die sich die Partei mehr als bisher muß angelegen sein lassen. Sonderorganisationen der Frauen sollten nicht zulässig sein, und darum beantragt Rixdorf, im Organisationsstatut den darauf bezüglichen Passus zu streichen. Was die Jugendorganisation anbetrifft, so kann Zubeil nicht damit einverstanden sein, daß sie nur als Anhängsel in der Ge- Werkschaftsbewegung zu betrachten sei; er heißt den Antrag der Königsberger Genossen(in der Sonntagsnummer des„Vorwärts" bekannt gegeben) willkommen und tritt dafür ein, daß die Jugend- organisation auf eigene Füße gestellt werde. Er geht näher ein auf die Notwendigkeit, die jungen Männer über ihre Rechte beim Militär aufzuklären. Die einzelnen Punkte der Tagesordnung deS Parteitages werden vom Redner scharf beleuchtet. Bei der Mai- feier verweilt er länger und wendet sich heftig dagegen» daß die Unterstützungsfrage zur Hauptfrage werden konnte. Dadurch haben die Unternehmer erst Wasser auf ihre Mühlen bekommen und treiben eine schlaue Taktik mit ihren Aussperrungen. Die Delegierten müßten energisch für die Aufrechterhaltung der Mai- feier eintreten. Man könnte sich dem Ausland gegenüber beinahe schämen, wenn man bedenkt, wie bei uns der 1. Mai gefeiert wird. Der Redner bespricht im weiteren Verlauf der Rede die gegen- wärtige Politik und beschäftigt sich eingehender mit der Reichs- finanzreform. Scharf kritisiert er dann die Haltung der badisilien und bayerischen Genossen, die den Regierungen die Mittel be- willigen, ihre Politik zu treiben. Er nimmt den Partcivorstand energisch in Schutz, der doch als Wächter bestellt sei für die Gesetze, die die Partei sich gibt und Aufklärung zu fordern habe, wo gegen diese Gesetze verstoßen wird.— Zum Schluß bespricht er die vor- liegenden Anträge zum Parteitage aus dem Kreise, die er mit geringen Ausnahmen zur Annahme empfiehlt.(Reicher Beifall.) In der Diskussion über diese Anträge ergeben sich keine besonderen Meinungsverschiedenheiten. Hervorgehoben wird die Wichtigkeit der Genossenschaftsbewegung, die eine größere Unterstützung durch die Partei verdiene. Spruchreif sei auch die Frage der Landarbeiterorganisation. Dem Bund der Landwirte müsse ein Buno der Landarbeiter entgegengestellt werden. Während einige Redner großen Wert darauf legten, daß die Jugend gute Berater braucht, betonten andre die Selbständigkeit als unschätzbares Erziehungsmittel. Sehr wichtig sei auch eine klare Aussprache über das Verhalten der badischen und bayerischen Genossen.— Angenommen wurden die folgenden Anträge zum Parteitage: Charlottenburg : Die Regelung der Ju�endorga- nisation möge in der Weise erfolgen, daß die Selbständigkeit der Jugendvereinigungen gewahrt bleibt. Die zu schaffenden AuS- fchüsse für Jugendschutz und Bildung sollen mit diesen Organi- sationen Hand in Hand arbeiten, soweit das VcreiuSgesetz die? gestattet. Rixdorf(Resolution): Der Parteitag erhebt flammen- den Protest gegen die von der Blockmehrheit des Reichstages be- schlossene politische Entrechtung der proletarischen Jugend. Bei Beratung des VereinsgesetzcS hat sich die Verkommenheit des Freisinns abermals gezeigt, der mithalf das Gesetz reaktionärer zu gestalten, als die Regierung vorgeschlagen hatte und der mit- wirkte, die Kritik der Sozialdemokreatie an dem Gesetzentwurf gewaltsam einzuschränken. Das Bestreben der Gegner, die hegan- wachsende Jugend der sozialdemokratischen Aufilärung zu ent- ziehen, verpflichtet die Partei, in einem stärkeren Maße als bis- her die proletarische Jugend im Sinne der sozialistischen Welt- anschauung zu erziehen. Als ein geeignetes Mittel zur Aufklärung und Erziehung der Jugend erachtet der Parteitag vornehmlich die Jugendorgani- sationen. denen die Partei in Mannheim (1906) ihre Sympathie erklärt hat. Unter Beobachtung des Gesetzes sind überall Jugend- organisationen zu bilden und tatkräftiger als bisher zu unter- stützen. Um die speziell politische Aufklärung der Jugend zu be- treiben, können in jedem Orte Komitee? errichtet werden, die sich zu gleichen Teilen aus Vertretern der Gewerkschaften, den Parteiorganisationen, des Bildungsausschusses und der Jugend zusammensetzen. Charlottenburg (Maifeier-Resolution): Der Partei- tag siebt in der Feier des 1. Mai die kraftvollste Betätigung des Klassenkampfes und verurteilt auf das entschiedenste die Brems- und Abwiegelungsversuche auS Gewerkschafts, und Parteikreisen. Um diesen unliebsamen, das Ansehen der Maifeier schädigenden Vorkommnissen vorzubeugen, erwartet der Parteitag, daß der- ortiges unterbleibt und mehr der auf auf jedem Parteitag be- schlossenen Propagierung der ArbeitSruhe am 1. Mai Rechnung getragen wird. Rixdorf: Die heutige Generalversammlung erblickt in dem Verhalten der badischen und bayerischen Landtagsfrakticm einen Disziplinbruch und erwartet von dem Nürnberger Partei- tag, daß derselbe in ganz entschiedener Weise dazu Stellung nimmt. Frauenorganisationen: Im Organisationsstatut der Gcsamtpartei ist im§ 11 AbsKtz 1 der zweite Satz zu streichen. — Die Zahl der Mitglieder des Parteivorstandes ist um eine Weibliche Sekretärin zu vermehren. Charlottenburg : Der Parteitag möge sich eingehend mit der Genossenschaftsbewegung beschäftigen, und zwar dahin- gehend, daß derselbe sich in Anbetracht der lauen Beteiligung der Parteigenossen klar für dieselbe ausspricht und die Genossen auffordert, dieselbe mehr als bisher zu unterstützen. N i x d o r f: Auf die Tagesordnung des nächsten Partei- tages ist die Genossenschaftsfrage zu setzen. Charlottenburg : Auf die Tagesordnung deS nächsten Parteitages ist zu setzen: die Landarbeiterftage und die Orga- nisation der Landarbeiter. Abgelehnt wurden zwei kleinere Anträge auS Schöneberg über die Ausmerzung der Fremdwörter im Parteiprogramm und die Beschaffung des Programms zur Agitation. Genosse K ü t e r- Schöneberg nahm darauf da? Wort zum dritten Punkt der Tagesordnung: Die Provinzialkonferenz. Er besprach die Tagssordnung der bevorstehenden Konferenz in großen Zügen und schilderte, Wie die Agitation in der Provinz rüstig vorwärts schreite, trotzdem nicht geringe Schwierigkeiten zu überwinden sind, besonders in der Beschaffung der VersammlungS- lokale. Der Kalender,„Märkischer Vorbote",„Die Fackel ", die „Brandenburger Zeitung", die„Märkische VolkSstimmc" werden in immer steigenden Auslagen verbreitet. Die Arbeiten im Partei. bureau häufen sich außerordentlich und dringend notwendig sei. Hilfskräfte herbeizuschaffen, wenn die künftige Agitation in be- friedigender Weise Fortschritte machen soll.— In der Diskussion trat Genossin I eetze- Rixdorf auf und gewann den starken Bei- fall der Versammlten durch die warmherzige Weise, in der sie der Notwendigkeit der Agitation unter den Frauen in der Provinz ge- dachte und die Genossen aufforderte, auf diese Agitation möglichst viel Gewicht zu legen.— Die Versammlung beschäftigte sich darauf noch mit einigen Anträgen, unter denen der folgend« eine lebhafte Diskussion her- vorrief: „Die Generalversammlung erhebt energisch Protest gegen den Beschluß des ZentralvorstandcS Groß-BerlinS betreffeno die Festsetzung des Beitrages für die weiblichen Mitglieder und be- antragt, den Beitrag so niedrig wie irgend möglich zu bemessen." DaS Verhalten deS Zentralvorstandes in dieser Angelegenheit vurhe fttel lkitifiert, da er zu selbständig vorgegangen sei» die Eni«. scheidung hätte allein der Generalversammlung zustehen müssen. Obgleich der Zentralvorstand lebhaft von verschiedenen Genoffen verteidigt wurde, fand der Antrag doch eine Majorität in der Ver- sammlung. Dem Zentralvorstand wurde der folgende Antrag W i lm er S- dorf zur Berücksichtigung überwiesen mit der Maßgabe, in der nächsten Generalversammlung darüber Bericht zu erstatten oder rechtzeitig anderweitige Vorschläge in dieser Richtung zu machen. Der Antrag lautet: „In Erwägung, daß auf dem flachen Lande sowohl wie in der näheren industriellen Umgebung Groß-BerlinS. des Kreise? Teltow -Beeskow , durch die beiden Kreisblätter und der söge- nannten unparteiischen, aber weitverbreiteten Presse geflissentlich nur ein Zerrbild von den so bedeutungsvollen Reichstagsverhand- lungen gegeben wird, stellen wir den Antrag, eine Zeitung mit den ParlamentSbcrichten sowie kurzen, scharfen Widerlegungen aller der nach RcichSverbandsmanier mehr und mehr überhand- nehmenden Verleumdungen herzustellen. Diese Zeitung ist isill- wöchentlich auf das flache Land hinaus zu schicken, und zwar als Drucksacke. Die in Betracht kommenden Adressen können bei der nächsten persönlichen Agitation leicht festgestellt werden. In der parlamentarischen Pause kann die Zeitung dazu benutzt werden, um populäre Erläuterungen der sozialdemokratischen Grundsätze zu geben." Angenommen wurde noch der folgende Antrag: „Den Aufnahmescheinen ist eine Rubrik hinzuzufügen, in welcher die gewerkschaftliche Organisation deS Mitgliedes ein- getragen werden kann." Als Delegierte zum Parteitag in Nürnberg wurden auf Vorschlag aus der kombinierten KrcisvorstandSsitzung gewählt: die Genossen G r o g e r- Rixdorf, K ü t e r- Schöneberg. Crohn- b e r g- Nowawcs, als Ersatzmann G r e u l i ch° Marienselde. Lei der Dclegiertcnwahl zur Konferenz für die Provinz Brandenburg wurden ebenfalls die Vorschläge des KrcisvorstandeS angenommen und gewählt die Genossen PagelS- Rixdorf, Kaiser- Königs- Wusterhausen, R e i ch a r d t- Mariendorf. Der Vorsitzende. Genosse E. BoeSke, hielt noch eine kurze Ansprache. Begeistert stimmten die Anwesenden in ein dreifaches Hoch auf unsere Parteibewegung ein. Nach sechsstündiger Beratung war die Tagesordnung erledigt und die Versammlung wurde ge- schloffen._ Hus Induftric und ftandeU Rheinisch-Westfälisches Kohlensyudikat. In der gestern in Essen abgehaltenen Zechenbesitzerversammlung deS Kohlensyndikats wurde beschlossen, die Beteiligungsanteile für September in der bisherigen Höhe, nämlich 87>/, Proz. für Kohlen, 60 Proz. für Koks, 90 Proz. für Briketts, bestehen zu lassen. Der rechnungsmäßige Absatz betrug im Juli 1908 bei 27(im gleichen Mo> at deS Vorjahres 27) Arbeitstagen 6 948 939,(Vorjahr 6 232 699) oder arbeitstäglich 220 331(Vorjahr 230 837) Tonnen. Von der Beteiligung, die sich im Juli auf 6 953 796(Vorjahr 6856821) Tonnen bezifferte, sind demnach 85,55 Prozent(im Lorjahre 90,90 Prozent) abgesetzt worden. Der Versand, einschließlich Landdebit, Deputat und Lieferung der Hüttenzechcn an die eigenen Hüttenwerke, betrug an Kohlen bei 27(im Vorjahre auch 27) Arbeitstagen 5 146127(Vorjahr- 4 892 690) Tonnen oder arbeitstäglich 190 597(im Vorjahre 181 211) Tonnen; an Koks bei 31(im Vorjahre 31) Arbeitstagen 1 SvS 662(im Vorjahre 1 855 342) Tonnen oder arbcitStäglich 32 S37 (im Vorjahre 43 727), an Briketts bei 27(im Vorjahre 27) Arbeits- tagen 281 479(im Vorjahre 265 920) Tonnen wder arbeitStäglich 10 425(Vorjahr 9849) Tonnen. Hiervon gingen für Rechnung des Syndikats an Kohlen 4 440 093(im Vorjahre 4 244 457) oder arbeits« täglich 164 448(Vorjahr 157 202) Tonnen; an Koks 784 156(Vor- jähr 1 648 699) oder arbeitStäglich 25 295(Vorjahr 37 055) Tonnen; an Briketts 276 030(Vorjahr 261783) oder arbeitStäglich 10223 (Vorjahr 9696) Tonnen. Die Förderung stellte sich insgesamt auf 7 334 331(Vor- jähr 7 245 221) Tonnen oder arbeitStäglich auf 271 662(Vorjahr 268 342) Tonnen und im Juni 1903 auf 6 257 421 respektive 267 697 Tonnen. Der Grund deS Rückganges der arbeitStäglichen Förderleistung des Monats Juni gegen die Monate Mai und Juni deS Vorjahres wird auf die große Zahl der Feiertage und die Wahlen zum Ab- geordnetenhaufe zurückgeführt. Im Juli nahm die Förderleistung eine aufsteigende Bewegung an. Sie hat nicht nur den Ausfall vom Juni dieses Jahres überholt, sondern auch das Ergebnis vom Juli 1907 überschritten; dagegen hat die mit Beginn des März infolge der starten Abnahme de? KokSabfatzcS in die Erscheinung getretene rückläufige Bewegung deS rechnungS » mäßigen Absatzes in beiden BerichlSmonaten eingehalten. Er ist im arbeitStäglichen Durchschnitt im Juni gegen Mai um� 1598 Tonnen, im Juli gegen Juni um 2351 Tonnen zurückgegangen. In den Absatzverhältnissen für Kohlen sind seit der letzten Berichterstattung keine wcsciitlichcn Aenderungen eingetreten. Die schwächere Förderung im Juni hat zwar auch eine entsprechende Verminderung des KohlenabsatzeS zur Folge gehabt. Indessen hat der Ausfall des Juni bei dem starken Versand deS Juli seinen Ausgleich gefunden. Der Vrikettabfatz der beiden BerichtSinonate fei auf der bisherigen Höhe geblieben, wogegen der KokSabfatz gegen den Vormonat im Juni arbeitstäglich um 161 Tonnen, im Juli weiter um 1535 Tonnen abgenommen bat. Bezüglich des verflossenen Halbjahres heißt eS im Bericht: Der Gcsamwcrfand in Kohlen stieg im ersten Halbjahre 1908 gegen daS erste Halbjahr 1907 von 25 928 301 auf 27 590819 Tonnen. Der für Rechnung des Syndikats von 21 894 664 auf 23 517 645 Tonnen. Der Gesamtversand in Koks fiel von 7 521 768 auf 6 738 839 Tonnen, für Rechnung des Syndikats von 6 307 350 aus 5 408 322 Tonnen; der in Briketts stieg von 1 319 393 auf 1570 622 Tonnen, für Rechnung des Syndikats von 1290 076 auf 1531541. Trotz der gegen Ende des vergangenen Jahres im Erwerbsleben eingetretenen Abflauung hat also der Kohlen- und Vrikettabfatz bisher ein befriedigendes Ergebnis geliefert. PreiSermähigung des NoheifensyndikatS. Die„Kölnische Zeitung " meldet: Infolge der vom Roheisen- Syndikat Düsseloorf vorgenommenen Preisermäßigung von 4 Mark für die Tonne Roheisen hat die Hauptversammlung deS Vereins für den Verkauf von Siegerländcr Roheisen G. m. b. H. in Siegen beschlossen, vom 1. Juli ab innerhalb des Vereins die VerrechnungS- preise für sämtliche Roheisensortcn um denselben Detrag zu er- mäßigen._ Hus der f rauenbewegune� Untcruchmerfürsorge für Arbeiterin»»«. Wenn»mter den Tausenden und Abertausenden von Arbeit« gcvern, die sich um das Wohl und Wehe der für sie Arbeitenden keinen Deut kümmern, auch der eine oder andere auftaucht, der in diesen nicht lediglich AuSbeutungSobjekte. sondern noch gewissermaßen Menschen sieht und ihre Lage um einiges verbesiert, was ja in der Hauptsache ihm selbst wieder zugute kommt, so genügt daS schon für gelvisse eilfertige Leute, von dem„sozialen Ausgleich' und der.Gemein- famkeit der Interessen" zu fabeln. Im Ueberschwang der Verzückung werden dann diese Eintagsfliegen in schwungvollen Dithyramben als„selbstlose Wohltäter", als„weitblickende Sozialpolitiker" und „bahnbrechende Pioniere der Arbeiterwohlfahrt" gepriesen. Und weite Kreise deS Volkes, bei denen Frau Sorge niemals einkehrt, die weit ab vom Schusse sitzen, lassen sich durch diesen Singsang in süßen Schlummer wiegen; es ist ja so leicht, das.soziale Gewissen'
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