Einzelbild herunterladen
 
  

"

"

-

-

-

Freilich gibt Herr v. Meier zu, daß sein Dufterstaat ein bißchen einem französischen Könige eine ähnliche Rüpelei niemals aus der In der Tat aber darf man sich bei Herrn v. Meier fiber nichts Ins Hintertreffen geraten sei, da die Nachfolger Friedrich Wilhelms I Feder geflossen ist, wogegen dann wieder einzuwenden wäre, daß wundern. Obgleich die Nachfolger des alten Frig nur gewöhnliche und Friedrich gewöhnliche Sterbliche" gewesen seien; die Vor- vom Auslande bestochenen Ministers wie ein grotester Hampelmann Entwickelung" und Friedrichs II., die Könige Friedrich Wilhelm II. und Friedrich auch nie ein franzöfifcher König, an dem Geile eines junferlichen, Sterbliche" gewesen find, so find sie doch Träger der fortioreitenden nur gewesen und namentlich erhaben über die ſehung hat es nicht gewollt, daß den beiden anderen ein dritter und tanzend, beinahe zum Mörder des eigenen Sohnes geworden, wäre, franzöften Glimpf und Schimpf ihrer bierter ebenso herrichgewalttger Hohenzoller auf dem Throne folgte". wie das dem herrschgewaltigen Hohenzoller" Friedrich Wilhelm I. allerhöchsten Beachtung gar nicht wert gefunden haben. Allerdings So habe es namentlich in der auswärtigen Politik gehapert, wodurch passiert ist. läßt sich nicht bestreiten, daß Friedrich Wilhelm II. einen lächerlichen der kleine Unfall von Jena verschuldet worden sei, allein das Wunder- Eine andere Eigenart" der preußischen Entwickelung sieht Herr Kreuzzug gegen die französische Revolution unternommen hat, aber gebilde von preußischem Staat sei doch in fortschreitender Entwickelung ge- v. Meier darin, daß im 18. Jahrhundert die Stände in Frankreich deshalb meint Herr v. Meier hat er doch nicht oder nur in weſen; die Reformen Steins ſeien aus ureigenem deutschen Geiste" politische Bevölkerungsflaſſen gewesen seien, die um die politime g geringem Maße im Zunern Maßregeln ergriffen, um der franzöfi entstanden, und es wäre eben das gewesen, wenn es nie eine Macht mit einander gerungen hätten, in Preußen aber Berufs- und ichen Revolutionsidee entgegenzutreten. Das Zensuredikt von 1788 französische Revolution gegeben hätte. Geburtsstände, die kastenartig" von einander abgeschlossen gewesen falle noch vor die französische Revolution und zudem halte es nur Nach dem altbewährten Vorbilde des grundbesitzenden Adels" seien. Herr v. Meier fagt nicht ausdrücklich, daß er darin einen echt friderizianische Traditionen aufrecht. Es fei nicht einmal richtig, gibt Herr v. Meier bei aller Königstreue lieber die Könige preis historischen Fortschritt sebe, aber man muß es annehmen, nach den wenn Lessing die Berlinische Breßfreiheit darauf beschränkt habe, daß als die Junker, obgleich er dadurch anerkennt, was er nicht beftig fatten Farben, womit er das glückliche Dalein der Bauern, also der sie nur Sottisen gegen die Religion zulasie; auch die Religion habe genug bestreiten kann, daß nämlich die Junker die eigentlichen Masse der Bevölkerung, unter diesem Kastenstaat" schildert. Er der sogenannte große König durch die Zenfur gefchligt. Freilich Regenten" des altpreußischen Staates gewefen feien. Denn wenn schreibt: Das ländliche Kommunalwesen lebte still vor sich hin," habe er ein Pamphlet, das gegen ihn selbit an die Straßenede ge­die beiden Könige, die in den zwanzig Jahren vor Jena regiert wozu Lehmann die höchst unehrerbietige Bemerkung macht: nur zu flebt worden sei, niedriger hängen laffen, aber damit habe er nur haben, dank einem unerforschlichen Ratschluß der Vorsehung, nur weilen gestört duch das Klatschen der ledernen Beitsche, mit der die bezeugen wollen, daß er folche Preßerzeugnisse gering achte; die " gewöhnliche Sterbliche", aber feine herrschgewaltigen Hohenzollern" Rittergutsbesitzer ihr Gesinde züchtigten." Indessen Herr v. Meier Bensur habe er feft gehandhabt, namentlich über Beitungen, und so gewesen sind, so hat eben die Klasse in dieser Zeit regiert, die die hat wieber ein gitat, das ibm über alle Nöte hinweghilft. fragt Herr v. Meier volt sittlicher Empörung: Oder glaubt irgend ganze militärische und zivile Verwaltung in Händen gehabt hat, Dabei müssen wir zunächst anerkennen, daß man sich gerade über jemand, daß Friedrich der Große sich eine energische Zeitungsoppofition nämlich das Junkertum. die Lage der preußischen Bauern durch ein einziges Zitat recht gut hätte gefallen lassen?" unterrichten fann. Im Jahre 1774 hat Johann Rembert Roden, Das ist denn doch ein Gipfel der fagen wir, um nicht allzu Königlich Geheimer Oberfinanzrat und Erster Präsident der Ober- unhöflich zu werden Dreiftigkeit. Wenn Herr v. Meier fagt, daß rechenkammer", auf Befehl des Königs Friedrich für den Thronfolger Friedrich die Zenfur fest gebandhabt und selbst Leijing noch die eine Kurzgefaßte Nachricht von dem Finanzwesen" entworfen, worin Berlinische Preßfreiheit" zu günstig beurteilt habe, so ist das an die Lage der friderizianischen Bauern als wahrhaft grauenvoll ge- sich vollkommen richtig; ich habe schon vor sechzehn Jahren in schildert wird, nicht nur durch die Tatsachen und Zahlen, die Roden meinem Buche über Leijing darauf hingewiesen und vor drei Jahren mitteilt, sondern sogar durch sein eigenes Urteil, da er sich wieder in einer Schrift über die Katastrophe von Jena nachgewiesen, daß holt selbst die Frage einwirft, wie es möglich sei, daß die Bauern der preußische Staat unter dem herrschgewaltigen Hohenzoller" schon unter dem auf ihnen lastenden Druck von feudalen und fiskalischen genau so verrottet gewesen ist wie unter den gewöhnlichen Sterb Lasten überhaupt existieren könnten. Man sollte denken, daß Herr lichen", die nach ihm famen. Allein Herr v. Meier will gar nicht b. Meier schon aus wahlverwandter Zuneigung für den Königlichen der historischen Wahrheit die Ehre geben, denn sonst hätte er nicht Geheimen Ober aus dieser Quelle geschöpft häite. Aber leider geht das Sistörchen von dem Niedrigerhängen der Pamphlete wieder auf­er mit tiefem Schweigen an ihr vorüber und hält sich lieber an gewärmt, das schon der felige Nicolai vor mehr als hundert Jahren einen waschechten Junter, einen Grafen Lehndorff, der dreißig Jahre als albernen Schwindel abgetan hat. Rein, weil es ihin just so und am preußischen Hofe gelebt hat, als Kammerherr der Königin soweit es ihm just so in den Kram past, fagt Herr v. Meier das Elisabeth Christine , der verstoßenen Gattin Friedrichs, deren Höf- Gegenteil von dem, was sonst die borussischen Geschichtsflitterer linge von den wirklichen Geschäften ungefähr so weit entfernt waren, über die angebliche Breßfreiheit unter dem alten Friz bis wie Eisbären von der Wüste Sahara . zum Ekel breitgetreten haben, und es ist ein wahrhaft empörender Bynismus, wenn er durch seine Frage voll fitlicher Entrüstung iozusagen jeden für einen Efel zu erklären sucht, der jemals an diese preußische, von allen Kathedern gepredigte Legende geglaubt hat. Für die borussischen Geschichtsllitierer ist die historische Wahr heit eine wächserne Nase, die sie tneten, bald fo, bald so, wie's trefft, das heißt, wie es dem augenblicklichen Interesse der herrschenden Klassen entspricht. Indessen ist es zu begreifen, daß fie mit großer Berachtung von denen sprechen, die sich von ihnen so leicht nas­führen lassen, und so hat die ghnische Frage des Herrn v. Meier hoffentlich die läuternde Wirkung, daß alle Gjel, die noch an die Legende von des preußischen Staates Herrlichkeit glauben, bis auf den letzten aussterben, selbst auf die Gefahr hin, daß Herr v. Meier damit den letzten seiner Lefer verliert.

Jedoch auch zur Zeit der herrschgewaltigen Hohenzollern" waren die Junter schon die eigentlichen Regenten" des Landes. Wenn Friedrich Wilhelm I. gelegentlich noch gegen fie auf zutrumpfen wagte, so ist die auswärtige wie die innere Politit Friedrichs II., des preußischen Nationalheros, durchaus von den Hunterinteressen beherrscht gewesen; den Schein seiner Allein­Herrschaft hielt dieser aufgeklärte Despot" nur dadurch aufrecht, daß er von vornherein, ohne erst, wie sein Vater, gelegentlich aufzus mucken, den Junkern den Willen tat. Hiergegen macht Herr 3. Meier nun aber geltend, in Westeuropa fei nie mit der absoluten Monarchie in folcher Weise Grust gemacht worden wie in Preußen; Friedrich Wilhelm I. und Friedrich der Große hätten eine Selbst regierung, ein persönliches Regiment in weit höherem Grade geführt als Ludwig XIV . und Ludwig XV. , wodurch denn auch die eigen artige" Erwickelung des preußischen Staates gegenüber Frankreich , bewiesen sein soll.

"

Natürlich beweist Herr v. Meier seine Behauptung nicht etwa, in dem er nach dem verabscheuenswerten Vorbilde Lehmanns die politische und soziale Struttur des preußischen Staates zergliedert, fondern durch ein schönes Bitat. Als fich 1714 einige Beamte nicht nach dem entlegenen Littauen versehen lassen wollten, ber fügte Friedrich Wilhelm I. : Die Leute wollen mir forcieren, fie sollen nach meiner Pfeiffe tanzen, oder der Deuffel hohle mir, ich laffe sie hangen und brahten, wie der Zahr und trattiere sie wie Rebellen." Die Kanaillen, die nicht nach Tilsit wollen, sollen mit ihren gepuderten Berrücken nach Friedrichsberg in die Karre gebracht werden. Wenn ich einem Offizier was befeble, so werde ich bedient, aber die verfluchten Blackscheißer wollen was voraushaben und nicht obediren: ich will sengen und brennen und als Tirang mit ihnen verfahren." Bitternd vor patriotischem Stolze weist Herr v. Meier auf dies toitbare Bitat als Beweis für den ,, eigenartigen" Absolutismus des preußischen Staates.

Gewöhnliche Sterbliche, die mit der Vorsehung" auf weniger vertrautem Fuße stehen als Herr v. Meier, werden in seinem Zitat eine neue Bestätigung des Dichterwortes fehen: Das Brutale in der Rede, das Gelächter ein Gewiehr." Jedoch ist zuzugeben, daß

"

Dieser Graf Lehndorff erzählt, im Januar 1763 am Ende des siebenjährigen Krieges, der das ganze Land aufs greulichste verwüstet batte habe ein erbuntertäniger, unfreier Bauer eine Hochzeit mit über 300 Gästen ausgerichtet, zu der für 1500 Taler starpfen, für 150 Taler Branntwein, 42 Stapaunen zu Bouillon, 14 Stälber verbraucht worden seien, wo die Ausstattung die Summe von 3000 Talern überstiegen, die mitgift 14 000 Zaler betragen habe. Wir wollen dem feligen Grafen Lehndorff nicht zu nahe treten, indem wir ihn einen Lügner nennen; es ist auch die mildere Auslegung möglich, daß er nach dreißigjährigem Leben am preußischen Hofe verblödet genug gewesen ist, an den Blödsinn zu glauben, den er in die Welt gesetzt hat. Aber der Mut des Herrn v. Meier, dies Bitat ohne den geringsten Zweifel an feiner Richtig feit zu produzieren, um die Lage der friderizianischen Bauern u fennzeichnen, ist wirklich stamenswert, um so staunenswerter, als er einige Seiten, weiter in anderem Zusammenhange erzählt, daß Vermögen von mehr als 10 000 Zalern damals im ganzen Lande fehr felten gewesen seien.

Sehen wir nunmehr noch zu, wie er bollends in die Brüch gerät, sobald er auf Stein selbst zu sprechen kommt.

F. Mehring.

JOSETTI JUNO

CIGARETTEN

sind von anerkannter Güte und bieten

trotz ihres billigen Preises volle Garantie

für feinste Qualität.

Joselli 10 St. für 20 Pfg.

DER ANSTICH DES

HERVORRAGENDEN

PATZENHOFER- BOCK

Freshred re

1909

BEGINNT MORGEN!

Salem Aleikum

Zigaretten

==== keine Ausstattung, nur Qualität.:

Preis: No. 3 4 5

Echt mit Firma:

68 10

3 4 5 6 8 10 Pf d. St.

Orientalische Tabak- und Zigaretten- Fabrik

,, Yenidze "

:

20/18

Deutschlands größte Fabrik für Handarbeit­

Zigaretten.

M.60

Paneelsofa M. 60

Dessin= Möbel

C.,

Rosenthaler Straße 39

Bahnhof Börse, neben ,, Hackescher Hof" ( gelbes Haus).

Riesen- Möbellager

Billigste Preise

Verkauf im Fabrikgebäude

Kein Laden

Frachtfreie Lieferung.

Ausziehtisch M.29

!!!!!

Sicheren Käufern ge­

währe ich

Zahlungs­erleichterung.

mit Matratze Satin M. 60

Billigste Bezugsquelle für

Hugienische

Bedarfs- Artikel

Drogerie Zaremba, Berlin N., Weinbergsweg

Ein Versuch

führt zu dauernder Kundschaft.

Allen Parteigenoffen, Freunden und Bekannten die ergebene Mitteilung,

baß ich im Haufe­Schönleinstr. 34 ein Zigarrengeschäft

eröffnet habe. Um gütigen Zuspruch bittet Fritz Schwemke.

Buffet von M. 120

ap

Achtung! Zigarrenhändler! Achtung!

Die bestsortierte und billigste Einkaufsquelle

in Zigaretten, Zigarren und Tabaken

sämtlicher eingeführter Fabrikate ist

Max Ziegenhals,

BERLIN NO. 18, Keibelstr. 20,

Telephon: Amt VII, 4730.

::: dicht am::: Alexanderplatz .