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Nr. 131. 26. Jahrgang.

2. Beilage des Vorwärts " Berliner Volksblatt

Heute Mittwoch:

Partei- Angelegenbeiten.

Dritter Wahlkreis. Der für Sonntag, den 13. Juni, geplante Familienausflug nach Grünau findet erst am Sonntag, den 20. Juni, statt. Der Vorstand. Wilmersdorf- Halensee. Für die Halenseer Genossen findet am heutigen Mittwoch ein gemeinsamer Bahlabend bei Göhring, Georg­Wilhelm- Straße, Ecke Liegenstraße, statt.

Lichtenrade . Am Sonnabend, den 12. Juni, findet in dem Lokal von Rud. Deter, Bahnhofstraße, der regelmäßige Zahl­Fredersdorf- Petershagen . Donnerstag abend 814 Uhr im Lokal] bon May Girke Zahlabend.

abend statt.

Nieder- Schöneweide. Der heutige Zahlabend fällt wegen der Beerdigung des Genossen Hermann Ramsperger aus.

Zur Beerdigung treffen sich die Genossen heute um 314 Uhr, bei Baul Fichtner, Hasselwerder und Fennstraßen- Ede; die Sänger um 3 Uhr, bei Adolf Stahlberg, Berliner Straße 123. Der Vorstand. Lichtenberg . Da bis heute abend sämtliche Bibliothekbücher ab­geliefert sein müssen, so ersuchen wir die Mitglieder, die noch in Händen befindlichen Bücher unverzüglich abzugeben. Die Eröffnung der Bibliothek wird an dieser Stelle bekannt gegeben.

Eichwalde - Zeuthen - Miersdorf . Heute abend 8 Uhr, General­bersammlung im Restaurant Spethmann. Der Zahlabend fällt aus. versammlung im Restaurant Spethmann. Der Zahlabend fällt aus. Bernau . Der Juni- Zahlabend findet morgen Donnerstag, in ben bekannten Lokalen statt.

Berliner Nachrichten.

Berliner Verkehrsfragen.

Unter dem Vorfiz des Oberbürgermeisters Kirschner beschloß die Berkehrsdeputation in ihrer gestrigen Sitzung: dem Kaufvertrage be­züglich der Erwerbung der Flachbahn Warschauer Brücke- Zentral­vichhof prinzipiell die Zustimmung zu erteilen; desgleichen dem Aus­bau dieser Bahn in der Richtung Görlizer Bahnhof.

Mittwoch, 9. Juni 1909.

Zahlabend in Berlin und Vororten.

Tiergartens Frauen damit beschäftigt, die Stämme der Bäume schiedene andere Bostämter eignen, bei denen ähnliche örtliche Bu gründlich mit Besen zu säubern und die gesammelten Raupen zu stände vorhanden sind. Gänzlich sind damit die Unzuträglichkeiten töten. Auf diese Art werden viele Tausende der Schädlinge ver- in der Danziger Straße 3 noch immer nicht beseitigt. Wer beispiels nichtet. Auch an anderen Orten, wo sich Eichenwaldungen und weise das dortige Briefträgerzimmer aufsuchen will, muß auch jetzt Aleepflanzungen dieser Bäume befinden, wie im Grunewald , noch, selbst wenn er den neuen Eingang für Fußgänger Seaßt, die speziell in Eichkamp, zeigt sich der Raupenfraz in ähnlicher Weise. Einfahrt überschreiten. Der Hauptabfertigungsraum für das Wirklich rationell wirkende Mittel zur Vernichtung der Raupen Bublifum entspricht nicht entfernt dem dortigen starken Berkehr. haben sich bisher nicht finden lassen. Nur späte und starke Nacht Auch die Briefträger klagen, daß die ihnen zum Sortieren usw. an­fröste waren nach dem Ausschlüpfen der Raupe in früheren Jahren gewiesenen Amtsräume durchaus unzureichend sind. imstande, die Epidemie zu bannen. Jetzt beginnen die Raupen bereits, sich zu verpuppen. Sobald der Schmetterling auskommt, werden in den Nachtstunden Versuche mit Blendlampen angestellt, in die die Schmetterlinge hineinfliegen sollen, um durch die Flamme versengt und vernichtet zu werden."

Die Gärtnerwohnung eines mehrfachen Millionärs. In der Correspondenz der Centralkommission zur Beseitigung des Kost­und Logiszwanges" lesen wir:

vom Garten aus.

müssen die Preßkohlenstapel, worauf das beteiligte Bublikum be Um Selbstentzündungen aufgestapelter Preßfohlen zu vermeiden, sonders hingewiesen wird, auf je 2 Meter Länge Ventilationskanäle in ihrer ganzen Tiefe und Höhe erhalten. Diese Stanäle lassen sich leicht dadurch herstellen, daß zwei Prestohlen mit 6 Zentimeter givischenraum als Läufer und über dieselben gleichfalls zwei Preßfohlen mit demselben Zwischenraum als Binder und in der gleichen Weise durch den ganzen Stapel flach hingelegt werden und zwar dergestalt, daß dadurch nicht nur ein senkrechter Luftkanal, sondern auch zwei sich treuzende horizontale Kanäle gebildet werden. Die durch letztere stattfindende Aufterneuerung erscheint geeignet, Selbstentzündungen der Preßkohlen zu hindern.

" Der Kaufmann E. Burchard, Befizer von zirka 60 Grund­stücken im Bezirk von Groß- Berlin und mehrfacher Millionär, hat u. a. in Charlottenburg , Berlinerstraße 21-22, ein Villengrund­stück, dessen Beaufsichtigung einem dort angestellten Gärtner über­tragen ist. Die Wohnung dieses Gärtners befindet sich im Keller­Auf einen eigenartigen Schwindel verfallen ist ein junger Mann, geschoß dieser Villa, sie besteht aus einer Küche und einer Stube. der in Abwesenheit des Mannes in Wohnungen erscheint und der zu Der Zugang zur Stube ist nur durch die Küche erreichbar; lettere Hause anwesenden Frau oder jungen Damen für ihren Bräutigam hatt wiederum ohne jeden Vorflur nur unmittelbaren Eingang fein säuberlich eingewickelte Zeitschriften überbringt mit dem Be­Die Wohnstube ist 5,50 Meter lang, 2,66 Meter breit und in merken, daß diese Sachen bestellt seien. Er weist auch eine quittierte Rechnung der Buchhandlungsfirma Dochow vor, die auf kleinere Be­Raum wird noch verkleinert durch vier starke Tragepfeiler, die eine Sinterher stellt sich heraus, daß die Leute einem Schwindler in die Mittelhöhe( die Decke ist eine Wölbung) 3,59 Meter hoch. Dieser träge lauten. Vielfach wird ahnungslos der kleine Betrag bezahlt. Gesamtfläche von 0,48 Meter einnehmen. Damit verbleibt eine Hinterher stellt sich heraus, daß die Leute einem Schwindler in die Bewohnungsfläche von 14,15 Quadratmetern mit einem Luft- Hände gefallen sind. Die Zeitschriften entpuppen sich bei näherem fubitinhalt von 36,78 Stubifmetern. Hierin wohnen mit ihren Nachsehen als alte Nummern der Fliegenden Blätter " oder des Betten und Möbeln der Gärtner mit seiner Frau und zwei" Dorfbarbier"; die Buchhandlungsfirma weiß natürlich von Auf­Kindern. Es entfällt( den Raum, den die Gegenstände einnehmen, trägen nicht das geringste. mitgerechnet) auf die Person 9,20 Kubikmeter Luft. Ein Tisch ist mit knapper Not unterzubringen, für Stühle ist gar kein Raum. Als Kollegen diesen Gärtner einmal besuchten und einen kleinen Stat floppen" wollten, mußten sie die Bettränder als Sitzplätze benußen.

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Ein Ofen zur Beheizung des Raumes ist wohl vorhanden, doch vermag diefer selbst bei größter Wärmeentfaltung nicht zu verhindern, daß die Luft meist feucht und muffig ist. Am schlimmsten ist dieser Zustand im Frühjahr und Herbst, wenn nicht Zur Verstärkung des Wagenparks der städtischen Straßenbahn mehr oder noch nicht geheizt wird. Die Wände sind dann in der follen 200 000 m., zur Vermehrung des Schienenmaterials 150 000 m. Höhe, wie sie in der Erde liegen, mit Feuchtigkeit gesättigt. Zur aus bereiten Mittelu verwendet werden. Der Garantieübernahme Belichtung und Ventilation ist ein einziges Fenster vorhanden. für die Kosten des erweiterten Grunderwerbs am Großschiffahrts- Dem Gärtner sind die Matraßen der Betten und das Sofa ver­wege Berlin - Stettin stimmt die Deputation zu. Bei dem Vertrage stockt. Geklagt wird auch noch darüber, daß die gewölbte Decke an einer Stelle schon lange undicht ist. Ueber dem Zimmer befindet mit der Eisenbahndirektion wegen Anlegung des Osthafens am Stralauer Anger haben sich eine Reihe Schwierigkeiten ergeben, die sich der Wintergarten; wird dort gegossen, so tröpfelt von dort aus an der Stelle, wo die Betten stehen, Wasser hindurch, das be­man aber hofft in Bälde anf dem Wege der Verhandlungen zu beschmußend und zerstörend wirkt. seitigen, um das Werk, das so weit vorbereitet ist, endlich zur Aus- Der Gärtner hat mehrfach ersucht, die Mißstände zu be­führung bringen zu können. Man hofft um so mehr auf Erfolg der feitigen bezw. ihm eventuell eine andere und größere Wohnung Verhandlungen, als ja der Eisenbahnverwaltung durch den Hafen zu geben, was um so leichter möglich wäre, als die ganze Villa betrieb selbst erhebliche Vorteile zufließen. So zum Beispiel werden schon seit zwei Jahren überhaupt nicht bewohnt wird( ber Befiber bon der Hafenverwaltung das Nangieren der Züge besorgt sowie wohnt anderweit). Anfang März d. J. wurde das Gesuch wieder die Frachtbriefe ausgefertigt u. a. m., wie überhaupt die Steigerung erneuert; als es auch diesmal barsch abgelehnt wurde, blieb dem Manne nichts weiter übrig, wie feine Stellung aufzukündigen. Menschliche Gefühle scheinen Großkapitalisten überhaupt nicht au fennen."

des Verkehrs der Bahnverwaltung nur Vorteil bringt.

Bezüglich des Ergänzungsverfahrens wegen der Tunnelprojekte der Großen Berliner Straßenbahn hat sich herausgestellt, daß vom Oberpräsidenten an die Berliner Vororte gar keine Anfrage bezüg lich ihrer Forderungen gestellt worden sei, infolge dessen erübrigt fich ein gemeinsames Borgehen. Es wurden die Forderungen durch Beschluß der Deputation präzisiert, wie solche dem Magistrat zur Weitergabe an den Oberpräsidenten empfohlen werden sollen. Der Yegtere hatte übrigens seine Aufforderung wiederholt und einen Termin von vier Wochen festgesetzt.

Die neuen Engrosmarkthallen.

Zu dem Radfahrunfall auf der Treptower Chaussee, über den wir gestern berichteten und bei dem die Frau des Buchdruckers' Reimann aus der Putbuser Straße erheblich verletzt wurde, erhalten wir zur Ergänzung von einem Augenzeugen folgende Zuschrift: Der Unfall trug sich auf der Chaussee direkt vor dem Treptower Amtshause zu und so war es natürlich das naheliegendste, die Vers unglückte in dasselbe hineinzutragen. Ein vorübergehender Spazier gänger, ein älterer Herr, der sich als Mitglied des Noten Kreuzes legitimierte, erbot sich sofort einen Notverband anzulegen, sofern ihm Verbandzeug zur Verfügung gestellt würde. Doch siche, auf dem Amtshause in Treptow war weder ein Stückchen Verbandzeng noch eine Tragbahre vorhanden und so mußte die Verunglückte, nachdem sie längere Zeit im Garten des Amtshauses gelegen hatte, mit Schmutz und Blut bedeckt, in einer Droschke nach der Rettungs­wache am Görliger Bahnhof geschafft werden."

Es ist in der Tat auffällig, daß im Amtshause auch nicht ein Stückchen Verbandzeug vorhanden war, um der Berunglückten schne helfen zu können. Die Mittel, die hierfür notwendig sind, sind so minimale, daß es daran doch nicht liegen kann.

Der Schwibbogen der Deutschen Bank ist nun glücklich fertig­gestellt. Mit der Gerüstabnahme ist begonnen und es ist zu hoffen, baß die Schwierigkeiten, die durch den Bau dem Verkehr so lange erwachsen sind, endlich beseitigt werden.

Fund einer Kindesleiche. Im Kellerhals des Hauses Markgrafen straße 14 wurde gestern früh die Leiche eines kleinen Kindes, in Lumpen und Papier eingehüllt, vorgefunden und von der sofort benachrichtigten Polizei beschlagnahmt.

Ueberfahren wurde gestern abend um 7 Uhr eine gut ge­leidete Frau, die in der Brunnenstraße vor dem Hause 190 bon einem in Fahrt befindlichen Straßenbahnwagen abspringen wollte. Die Frau wurde vom Wagen erfaßt und gingen ihr die Räder über die ganze rechte Störperseite. Der Tod trat nach wenigen Augenblicken ein.

Schidjal nach Berlin verschlagen hat, folgenden Stoßfeufzer: Wo Den Sonntagsausflüglern widmet ein Provinzler, den das viele Menschen beieinander leben, müssen sie schon etwas mehr Rücksicht nehmen als in der Wildnis. Das Erste, was hier dem ausfliegenden Neuling auffällt, ja oft Erstaunen erweckt, ist die Graktheit und Schnelligkeit, mit der sich der enorme Eisenbahn verkehr abspielt. Die Geschwindigkeit und doch Ruhe, mit der sich das Ein- und Aussteigen abwidelt, läßt auf eine gute Erziehung An der Brandstätte am Kottbuser Ufer hatte die Feuerwehr auch schließen. Auch das Bahnfahren will eben gelernt sein. Der ge- während der vergangenen Nacht zu tun. Um 6 Uhr war die fünfte wandte Fahrgast schließt sogar sein Abteil selbst, wenn er es als Stompagnie abgerückt und um 8 1hr wurden die zweite und dritte Der von der Stadtverordnetenversammlung eingesetzte Aus- Regter verläßt und beschleunigt dadurch die Abfertigung. Nicht Kompagnie durch Züge der ersten und vierten Kompagnie abgelöst. schuß zum Antauf des Geländes auf dem Lehrter Güterbahnhof, ganz so erfreulich ist das Bild draußen bei Mutter Natur. Wer Die von außen total geschwärzten Bretterstapel schwelten im Innern an der Paulsstraße, zur Erbauung von Engrosmarkthallen, hielt ein idyllisches Plätzchen zum Lagern sucht, braucht oft lange Zeit, noch ganz gewaltig. Sobald die Feuerwehr eine fleine Pause mit am Dienstag seine dritte Sizung ab. Der Magistrat war durch denn wo das meiste Stullenpapier liegt, ist's nicht mehr einladend. Wassergeben machte, schlugen sofort die Flammen aufs neue empor. den Oberbürgermeister, die Stadträte Benzky, Alberti, Serause, Ließe sich nicht der große Garten Natur ebenso rein halten wie Es wurden deshalb zwei Züge auf der Brandstelle stationiert, die Baurat Tieße, Direktor Graue vertreten. In der sehr lebhaften die Wohnstube? Bei allseitigem guten Willen müßte das gehen. ununterbrochen mit acht Schlauchleitungen löschten. Das Wasser Debatte waren fast alle Mitglieder des Ausschusses der Ansicht, Sind keine Papierkörbe zur Stelle, was auch beim besten Willen stand eine Zeitlang ziemlich hoch auf dem Holzplatz, bis es plößlich daß man auf keinen Fall die Bedingungen des Eisenbahnfiskus nicht überall möglich ist, so tut's nicht weh, wenn man das ent- schnell abfloß. Es hatte durch die Grundmauern einen Abfluß nach annehmen könne. Die Einziehung der Haidestraße sei ganz un- behrlich gewordene Papier in den mitgebrachten Behälter zum den Stellern des angrenzenden Grundstückes Mariannenstraße 81 Wenn's nicht anders ist,( Industriegebäude) gefunden und diese total unter Wasser annehmbar; aber auch das Terrain selbst sei doch nur klein, wenn Verbrennen mit nach Hause nimmt. die zu ziehenden Straßen in Abgang gestellt werden. Ebenso kann man außerhalb fast überall ein Loch zum Verscharren solcher gefeßt. Es mußte deshalb eine Dampfsprige auf dem Hof dürfte der Verkehr in der Paulstraße so unhaltbare Zustände zu- Papierreste, Apfelsinen- oder Eierschalen graben. Auf keinen Fall dieses Grundstücks aufgestellt werden, mit der das Wasser, das auf Wer sich vor der anderen Seite in die Glut gespritzt wurde, soweit es nicht ber­tage treten lassen, wie dies jetzt am Alexanderplatz der Fall sei. dürfen solche Dinge einfach fortgeworfen werden. Das Terrain an der Knieprodestraße und Landsberger Allee biete dem Verlassen eines jeden Ruheplates von dessen Sauberkeit dampfte, wieder ausgepumpt werden mußte. Die Betriebe auf bagegen in bezug auf Größe und Eisenbahnanschluß alle Vor- überzeugt, wird dort auch nie seine Schlüffel oder sein Taschen diesem Hofe waren während des Brandes eingestellt worden. züge, welche man an eine Engrosmartthalle stellen könne. Der messer liegen lassen. Ein genußreicher Ausflug bedarf aber auch die Feuerwehr hielt es dort aus. Die Situation war aber auch eine Antrag unserer Genossen inte, Ewald, Tolksdorf, einer guten Borbereitung. Dazu gehört ein guter" Führer" oder höchft kritische. Das Hofgebäude wurde nur durch eine Fachwerk­welcher die Vorlage des Magistrats ablehnt und den Magistrat er eine Spezialtarte", um auch die ruhigeren abseits liegenden wand von dem Brandherde getrennt. Die Stüßen und Balten in fucht, unverzüglich mit der Erbauung der Großmarkthallen auf dem Punkte zu finden, und nicht zu vergessen die. Sperrliste". Es der Wand fingen an zu brennen. Durch Kleine Deffnungen in der städtischen Terrain zwischen nieprodestraße und Paul dürfte nicht vorkommen, daß man organisierte Arbeiter in ge- and schlugen die Flammen in die Räume, setzten den Fußboden Heyse straße vorzugehen, wurde gegen zwei Stimmen angesperrten Lokalen findet, weil sie es nicht wissen. Wünschenswert und anderes in Brand, so daß die Gefahr für die vielen dortigen Betriebe( Marmorwerk, Metallwarenfabrik von Bamberg , Galvanische Anstalt usw., usw.) groß war. Die Mannschaften stopften die Deff­nungen zu, löschten den brennenden Fußboden ab und hielten die Wände und Dächer ständig unter Waffer. Abends glich die Gegend einem Kriegslager, Tausende von Menschen waren in den Straßen, die von der Polizei gesperrt werden mußten, so daß nicht einmal die Straßenbahn verkehren konnte.

nommen.

Nur

wäre allerdings auch, daß die Lokalkommission den Berlin be­suchenden Genossen die Sperrliste zugänglich macht, vielleicht durch Die Raupenplage im Tiergarten macht sich in diesem Jahre das Gewerkschaftshaus. Dann kann es nicht vorkommen, daß in einer besonders umfangreichen Weise bemerkbar, so daß den Kongreßdelegierte gesperrte Lokale frequentieren, die der Berliner Besuchern der Aufenthalt völlig verleidet wird. Wohin man tritt, Genoffe nur mit heiliger Scheu von außen betrachten darf. Und überall tritt man auf Raupen, und es ist direkt zur Unmöglichkeit noch eins! Wer es irgend einrichten kann, gehe des Morgens geworden, sich auf eine Bank niederzulassen. Die Tiergarten - hinaus und kehre vor Abend heim. Er genießt mehr und läuft verwaltung hat folgende Darstellung der von ihr zur Verhinderung nicht Gefahr, in den Abendzügen erdrückt zu werden. Vor allem und Beseitigung der Plage unternommenen Schritte gegeben: aber, haltet Wald und Flur rein, andere wollen dort nach euch in Berlin geboren. Er ist mittelgroß, fchlant, hat ziemlich langes Bermißt wird seit dem 15. d. M. der Knabe Karl Arndt, 29. 9. 03 Während der kalten Jahreszeit war fortgesetzt eine Kolonne von auch noch genießen!" blondes Haar, längliches gesundes Gesicht, blaue Augen, ab­Arbeitern damit beschäftigt, die Raupennester aus den Kronen der Eichen zu entfernen. Die Leute mußten teilweise sogar unter Eine Kneipe als Rentenzahlstelle. Die Berliner Postverwaltung stehende Ohren, vollständige große Zähne und war bekleidet mit Lebensgefahr mittels Klettereifen in die Bäume steigen und mit hat den Versuch gemacht, die am Monatsersten fälligen Unfall- und blauer Schirmmütze, altem blauem Blusenanzug, schwarzen Strümpfen, weißem Hemd. neuen schwarzen Knöpfschuhen und Stangenscheren die Nester abschneiden." Bei der Gefährlichkeit invalidenrenten nicht mehr ausschließlich in postalischen Räumen zur ziemlich Es sind für diesen Beschluß zunächst die Der Knabe ist am genannten Tage, nachmittags zwischen 5% und dieser Arbeiten in den höchsten Spiken der alten Bäume war es Auszahlung zu bringen. nicht möglich, jedes Nest zu beseitigen, so daß immer noch zahl besonderen örtlichen Verhältnisse bei dem Postamt 58 in der 6 Uhr an der Scharnhorst- und Kielerstraßen Ecke zuletzt gesehen reiche Raupen austriechen fonnten, die dann ihr Vernichtungswerk Danziger Straße 8 maßgebend gewesen. Die Posträume sind hier, worden. Es ist nicht ausgeschlossen, daß er hier in das Wasser ge= Diejenigen Personen, die irgendwelche an den jungen Trieben und Blättern vollführten. Infolge der wie ja auch an manchen anderen Stellen, so eigenartig beengt, daß fallen und ertrunken ist. erwähnten Arbeiten ist immerhin eine große Anzahl Eichen vom die vielfach gebrechlichen Rentenempfänger Gefahr laufen, bei Ab- Angaben zur Ermittelung des Senaben machen können, werden ge­Raupenfraß verschont geblieben. Auch mannigfache Versuche, auf hebung ihrer Monatsrenten zu verunglücken. Früher hatte das Haus beten, sich in einem Polizeirevier oder bei der Kriminalpolizei, chemischem Wege- durch Entwicklung heißer und scharfer nur einen einzigen Eingang, der gleichzeitig als Einfahrt für den Zimmer 331 mündlich oder schriftlich zu melden zu Tagebuch Da die Nr. 1918 IV, 2. 09. Dämpfe, durch Besprengen der Stämme und Blätter mit äßender dort sehr lebhaften postalischen Fuhrwerksverkehr diente. Flüssigkeit sowie durch Anwendung von Klevemitteln und Baum- Rentenzahlung auf dem Hofe erfolgte, mußten die Rentenempfänger Zeugen gesucht. Personen, die am 28. Mai gesehen baben, wie barz der Raupenplage entgegenzuwirken, haben nicht den nubedingt diese Einfahrt passieren. Infolge einer entsprechenden ein junger Mann abends 7 1hr in der Neuen Friedrią, traße mit gewünschten Erfolg gehabt, da die Behaarung des Goldafters, der Rüge im Vorwärts" ist dann daneben noch ein Eingang für Fuß einem Schuhmann ein Renkonter hatte, werden gebeten, ihre Adressen im Tiergarten in so großen Massen auftritt, so dicht und wider- gänger ausgebrochen worden. Gleichwohl benutzten noch nach standsfähig ist, daß die angeführten Mittel nicht imftande find, biefer Beit die meisten Rentenempfänger die gefährliche Einfahrt. an Mendat, Berlin , Markusstr. 52, abzugeben. Feuerwehrnachrichten. Der 16. Zug hatte gestern in der Fenn­durch die geschütte Haut der Raupe hindurchzubringen, und infolge- Die Oberpostdirektion hat daher angeordnet, daß die Senten dessen nur wenige Tiere auf diese Weise zugrunde gehen. Wegen zahlungen am Monatsersten, bei denen es sich um mehrere hundert straße 15 zu tun, wo Kohlenhaufen, das Dach von einem Reffel­der dichten, stechenden Behaarung dieser Raupe nimmt von den entenempfänger handelt, fortan im Restaurationssaale von Buhl hause in einer Tapetenfabrik u. a. brannten. Dem energischen Vor­An allen gehen der Fenerivehr gelang es, den Brand zu löschen, bevor er eine bielen Insekten fressenden Vögeln auch nur der Kuckuck, der eben manns Theater in der Schönhauser Allce erfolgen. In der Gartenstraße 78 mußte falls im Tiergarten vorhanden ist, die Tiere als Futter an. Seit übrigen Tagen wird dagegen nach wie vor an den Schalterräumen größere Ausdehnung erlangt hatte. Beginn des Auftretens der Raupen sind nun in allen Teilen des des Postamis 58 gezahlt. Die Einrichtung dürfte sich noch für ver- lein Tischlereibrand gelöscht werden, ferner wurde die Feuerwehr nach