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Br. 140. 26. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts " Berliner Volksblatt. Soabend, 19. Juni 1909,

Partei- Angelegenheiten.

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Dritter Wahlkreis. Sonntag, den 20. Juni, findet ein Ausflug mit Familie nach Grünau statt. Treffpunkt von 2 Uhr nachmittags an im Lokal Jägerhaus", Bahnhof- und Friedrichstraße- Ecke( am Wasser gelegen). Um recht zahlreiche Beteiligung wird ersucht. Die Genossen werden nochmals auf die morgen früh 9 Uhr statt­findende Beerdigung des Genossen Augustin aufmerksam gemacht. Der Vorstand.

Rummelsburg . Den Mitgliedern des sozialdemokratischen Wahl­bereins hiermit zur Kenntnis, daß die Bibliothek zwecks Regelung vorläufig geschlossen ist. Alle diejenigen, welche noch im Besize von Büchern sind, werden ersucht, dieselben unverzüglich abzugeben. Die Wiedereröffnung der Bibliothek wird an dieser Stelle bekanntgegeben. Die Bibliothetfommission.

eine

Adlershof . Morgen Sonntag früh 8 Uhr findet für unseren Drt Vorwärts" agitation statt. Das Material wird im Saal des Lokals von R. Beyer, Bismarckstr. 10, verteilt. Da das ausgeteilte Material in der folgenden Woche wieder eingesammelt werden muß, ist es nötig, daß sich die Genossen vollzählig einfinden. Der Vorstand.

Berliner Nachrichten.

Die Polizeigefangene.

Von der Verpflichtung zur Benukung der Abdeckerei der Stadt Berlin .

über und unter dem geistigen Durchschnitt wird gleich bezahlt. seinerzeit überhaupt gegen die Vorbeiführung von Straßenbahn­Nicht für die Leistung, sondern für das Amt wird das Gehalt linien an seinem Palais gewaltig Lärm schlug, aber schließlich ausgeworfen. Warum denn auch nicht, so gut wie der Syndikus gehen doch die berechtigsten Interessen des Verkehrspublikums den eine persönliche Zulage erhält, kann man sie doch anderen her- Privatinteressen preußischer Exzellenzen vor. vorragenden Stadträten auch geben. Wenn die unberücksichtigt Gebliebenen aus Aerger ihr Amt niederlegen, ist dies nur ein Gewinn für die städtische Verwaltung. Etliche werden trotzdem bleiben, denn sie werden sich sagen, sobiei und auf so bequeme Art tann man nirgends verdienen. Für die städtischen Beamten aber, die die Leistungen tagtäglich vor sich sehen und die zum Teil mit recht färglicher Aufbesserung zufrieden sein müssen, wird sicher erhebliche unverdiente Erhöhungen einstreichen. Für die städtischen kein Gefühl der Befriedigung ausgelöst, wenn auch" Solche" so Arbeiter aber ist nach den Aeußerungen eines Herrn im Ausschuß so gut gesorgt, denn ihnen ist der Lohn in den letzten 20 Jahren um das Doppelte erhöht worden, sie können also mit Leichtigkeit Die Beit der Teuerung überwinden.

Auf Grund eines Drtsstatuts hat die Stadt Berlin eine eigene Abdeckerei als Gemeindeanstalt errichtet. Den Interessenten ist es zur Pflicht gemacht worden, die Anstalt zur Beseitigung und Ver­nichtung aller im Stadtkreis Berlin gefallenen Tiere, die aufgeführt werden, zu benutzen. Die Polizeiberordnung vom 21. Mai 1908, daß die Kadaver der sämtlichen im Stadtbezirk Berlin gefallenen die die Durchführung der kommunalen Beschlüsse sichern soll, bestimmt, Tiere der näher bezeichneten Gattung, unter Verbot jeder ander­weitigen Verwertung, zur Beseitigung und Unschädlichmachung aus­schließlich der von der Stadt Berlin errichteten Vernichtungsanstalt durch Vermittelung der städtischen Sammelstellen zu überweisen seien. Wer andere Abdeckereien benut, wird mit Strafe bedroht.- Die Verordnung enthält dann noch Bestimmungen, die geschlachtetes oder getötes Vieh, soweit es zum menschlichen Genuß untauglich ist, dem gefallenen Bieh gleichstellt.

Die

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Aus dem Reiche unserer Christlichen . Arge Mißstände auf den Berliner Kirchhöfen wurden in einer Versammlung christlicher Kirchhofsarbeiter zur Sprache gebracht. Auf den Friedhöfen der Berliner evangelischen Stirchengemeinden fehle es ganz an hygie­nischen Vorkehrungen, z. B. an Waschgelegenheit für die Kirchhofs­Die Polizeiverordnung sollte Frau Seifert dadurch übertreten haben, arbeiter. Diese müßten mit noch von den Leichentüchern feuchten daß sie ein in Berlin gefallenes Pferd durch einen Abdecker in Fingern ihr Frühstück anfassen. Die Unfallverhütungsvorschriften Briz hatte abholen lassen. Das Landgericht Berlin I sprach die würden täglich, trotzdem das Konsistorium ihre Beachtung ein- Angeklagte frei, indem es die Verordnung für ungültig erklärte, geschärft habe, im Beisein der Geistlichen, bei der Ausschachtung weil sie die Gewerbefreiheit unzulässig einschränke und somit dem der Gräber übertreten. Verunglückte Kirchhofsarbeiter hätten feine§ 1 der Gewerbeordnung widerspreche. Aussicht auf Unfallrente. Die Entlohnung sei miserabel. Vielfach Das Kammergericht hob jedoch auf die Revision der Staats­würden die Arbeiter mit 3 M., ja mit 2 M. Tagelohn abgespeist, anwaltschaft das Urteil auf und verwies die Sache zu anderweiter Ich war als Schülerin in der Charité, um mein Hebammen- während es nach dem Zeugnis des Pfarrers Koch von Samariter Entscheidung an die Vorinstanz zurück. In der Urteilsbegründung examen zu machen. Eines Tages hieß es, eine Polizei- in Berlin Kirchhöfe gebe, die 100 000. Ueberschuß brächten. wurde ausgeführt: Das Ortsstatut, auf Grund dessen die städtische gefangene" ist im Gebärsaal. In der Nacht hatte ich Dienst, Die Stadtfynode zeige nicht das geringste Verständnis für die Abdeckerei als Gemeindeanstalt errichtet sei, wäre nach§ 11 der ich konnte kaum den Abend erwarten, so brannte ich darauf, soziale Lage ihrer eigenen Arbeiter und komme deren Bitten und Städteordnung zulässig, da es sich um eine städtische Angelegenheit das Mädchen kennen zu lernen. Ich wußte es so einzurichten, feien 1520 M. an Arbeitslohn gestrichen worden. Für Grabgießer- welches die Bann- und Zwangsrechte aufhebe, die Gemeinden ver Wünschen nicht eine Handbreit entgegen. Einer einzigen Gemeinde handle, die so geregelt werden konnte. Das Gesetz von 1872, daß ich am Bette der Betreffenden tätig sein mußte. Das arbeit ließe sich eine Stirchengemeinde 1200 m. bezahlen, während liehen waren, stehe dem nicht entgegen. Und was die Polizei­junge Mädchen machte einen beschränkten, aber sehr auf die Kirchhofsarbeiter, die das Gießen besorgen, nur 420 m. er- berordnung vom 21. Mai 1908 angehe, so widerspreche sie nicht dem richtigen Eindruck. Ich plauderte mit ihr freundlich, die hielten. Alle Eingaben und Petitionen der gut christlich gesinnten§ 1 der Gewerbeordnung. Derartige Vorschriften, wie sie hier mit anderen hatten sich voller Abscheu fern gehalten. Sie war Arbeiter seien bisher vergeblich gewesen; der Vorsißende des ge- Bezug auf gefallenes Vieh gegeben feien, wären zulässig, eine Diebin. Ich fragte sie, weshalb sie denn gestohlen habe. schäftsführenden Ausschusses der Stadtsynode, D. Faber, habe wegen wenn sie auch geeignet feien, indirekt einzelne Gewerbe­" Ja," meinte fie freimütig, ich wollte für mein Kind auswärtiger Verhinderung es abgelehnt, eine Deputation der betriebe nicht möglich oder wenigstens nicht lukrativ Kirchhofsarbeiter zu empfangen. Da an einen Streit der Kirch- machen. Sachen kaufen. Ich war vier Monate ohne Stellung, habe hofsarbeiter nicht zu denten sei, diese aber sich nicht länger mit Berbot nicht an die betreffenden Gewerbetreibenden richte, Voraussetzung sei allerdings, allerdings, daß sich das in der Zeit meine Ersparnisse aufgegessen. Viel hatte leeren Redensarten abspeisen lassen fönnten, bleibe ihnen nichts sondern, wie hier, an diejenigen, die mit dem ich ja nicht. Da habe ich im Schaufenster die übrig als die Flucht in die Oeffentlichkeit. treibenden zu tun hätten.( hier die Tierbesizer.) Wenn die Vers hübschen Jäckchen und Lätzchen gesehen, ich habe ordnung dem Gewerbetreibenden seinen Betrieb direkt verbieten immer nachgedacht, wie ich zu Geld kommen könnte. Wenn würde, dann würde sie allerdings nicht zulässig sein. So aber ers ich aus der Anstalt herauskommen würde, mußte ich doch achte der Senat die Verordnung vom 21. Mai 1908 für rechts­meinem Kinde etwas anziehen. Es ist ja ein so falter neben gültig, soweit sie die Beseitigung und Vernichtung gefallenen Winter. Eines Tages sah ich so hübsche Armbänder mit rosa Viehs behandele. In der Beziehung komme fie hier nur in Betracht. An einem fischreichen See, auf dem jedoch niemand Schleifchen für so ein kleines, da konnte ich nicht mehr aus- Das Landgericht müsse deshalb nochmal in der Sache verhandeln an mich halten. Ich ging in ein Goldwarengeschäft genonimen natürlich den Großmagnaten und seine Bächter fischen und die Verordnung gegen Frau S. anwenden. und ließ mir Uhren vorlegen. Während sich der Ver- durfte, wateten Bauern zu zweien und dreien bis zur Brust im Wasser. Badeten sie? Nein. Suchten sie Muscheln, Pflanzen? Käufer abwandte, ließ ich eine schöne in meine Tasche Nein. Ihr Blick ging spähend an der Oberfläche, dem Wind ent­verschwinden. Aber der Mann hatte es gesehen. gegen. Ich sah ihnen lange zu, ohne eine Erflärung zu finden. Wie ich voller Eile hinausgehen wollte, packt mich ein Schutz- Später bekam ich sie: sie sammelten die Fischleichen, die der Wind 13 000 Mart Kirchengelder unterschlagen. Nach Unterschlagung mann und führt mich nach der Wache. Ich hatte die Hände auf ihre Ufer zutrieb. Und während der Magnat im Schloß bei von Kirchengeldern in Höhe von 13 000 Mart ist der 49 Jahre alte ganz fest vor's Gesicht gepreßt; weil ich tortelte riß sie mir Seft und Kaviar thronte, rösteten sie über dem Herdfeuer die ver- Kirchenkassenrendant der Nazarethgemeinde I, Rechnungsrat Karl der Schuhmann immer wieder runter. Wie ich ein Weilchen westen Fische, nach Gras und Baumrinde wie man sie in diesen Voß aus der Seestraße 62, flüchtig geworden. Voß hat die Unter­schlagungen im Laufe der letzten Monate verübt. In dieser Woche auf der Polizei war, bekam ich so schreckliche Schmerzen. Da Hungergebieten häufig ißt ein gewiß föstlich Mahl. Dies, meinte ich, sei Rußland . Und ich lobte mir im stillen fand eine Revision der Kassenbücher statt; dabei stellten sich die Un friegten es die Schutleute mit der Angst zu tun, und schafften Westeuropa . Wäre so etwas bei uns, in Deutschland zum Beispiel, regelmäßigkeiten heraus. Voß ist Beamter im Finanzministerium, mich hierher." möglich? In Deutschland ? Aber was fällt Ihnen denn ein? Nie verheiratet und hat zwei Kinder. Voß brachte einen großen Teil und nimmer! So sprach ich mit mir selbst. Der Sonntag hat seiner Zeit auf Rennbahnen und beim Spiel zu. mich eines anderen belehrt, zum mindesten meine Meinung ins Schwanken gebracht.

Das alles erzählte sie mir in offener, liebenswürdiger Weise, es schien ihr gar nicht flar zu sein, daß fie etwas Straf­bares getan hatte. Ich sagte zu ihr: Sie werden es doch nicht wieder tun."

Nein, niemals, sonst muß ich zu lange von meinem Kinde fort."

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Sie freuen sich also sehr auf dasselbe." " Ja, sehr," meinte sie mit strahlendem Gesicht. Haben Sie denn einen Vater zu dem Kinde?" Stein," flang es beschämt zurück. Ich war tanzen und da haben wir so viel getrunken. Einer hat mich nach Hause gebracht. Ich bin wohl eingeschlafen, wie ich aufwachte, lag ich im Hausflur."

Echt christliche Behandlung und Entlohnung! Faule Fische.

Uns wird geschrieben:" In Rußland sah ich einst vielen anderen ein häßliches Bild:

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In Wannsee , unweit Schwanentverder, abseits vom Wege, den die Ausflügler ziehen, waten zwei Männer im See. In einer Art Badehose, bis an die Knie im Wasser, dem Winde entgegen. Sie suchen, greifen mit dem, Stock, an dem sich eine Art Neß befindet, etwas auf und siehe dal ein toter Fisch! Ein Weißfisch, ein Aal, noch ein Weißfisch sie alle kommen mit dem Wind, werden aufgegriffen und wandern in eine Tasche.

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Ich meine, niemand fängt Fische zum Spaß, am allerwenigsten tote. Bisweilen aber Leider!- zum Essen. Es fragt sich nun, für wen, ob für sich oder für andere. Wenn für sich, so ist das zwar menschenunwürdig, für die kapitalistische Gesellschaft, innerhalb Voller Behagen trant sie, troß ihrer großen Schmerzen, deren Rahmen noch ganz andere Dinge passieren, jedoch den aromatischen Charitékaffee und zwei trockene Schrippen für andere, z. B. zum Verkauf bestimmt, so erscheint es nur wiederum bezeichnend, keineswegs neu. Sind diese Fische aber dazu. Essen muß ich doch, sonst verhungert mich das Kind." doch wohl angebracht, wenn sich die zuständigen Stellen für diese Es verhungerte zwar nicht, aber es tam bei einer Art Fischfang bald einmal näher interessierten." schweren Operation ums Leben. Als man ihr den Tod des Unserer Meinung nach wäre auch noch eine andere Möglichkeit Kindes mitteilte, bekam sie einen Tobsuchtsanfall und mußte denkbar, nämlich die, das Wasser von den Fischleichen zu reinigen, nach der Nervenklinik gebracht werden. Sie ist lange dort denn die toten Fische in Verwesung übergegangen verbreiten gewesen, um geistig gesund, aber körperlich sehr elend in das einen entseglichen Geruch und find obendrein giftig.. Untersuchungsgefängnis übergeführt zu werden. Die Richter hatten wohl Mitleid mit ihr, sie bekam bloß einviertel Jahr. gestatten, daß die Reftoren der Berliner Gemeindeschulen die Die städtische Schuldeputation hat beschlossen, in Zukunft zu Ein Jahr danach habe ich sie im Norden Berlins , als ber­Ein Jahr danach habe ich sie im Norden Berlins , als ber- Bücher für die Lehrer- und Schülerbibliotheken birekt von all kommene und betrunkene Straßendirne, umringt von Zu- ben Buchhändlern entnehmen dürfen, die den beim Bezuge bon hältern gesehen. Büchern vereinbarten Rabatt bewilligen und keine Schund­Literatur führen.

Alle Krauzdeputationen, die am Sonntag früh der Beerdigung des Genossen Richard Auguftin beiwohnen, werden ersucht, sich pünktlich 28 Uhr im Gewerkschaftshause ein­zufinden.

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schlossen, der Stadtverordneten- Bersammlung eine Vorlage zu machen Unterirdische Bedürfuisanstalten. Der Magistrat hat gestern be­über die Errichtung von zwei unterirdischen Bedürfnisanstalten an der Schloßbrücke und am Schloßplat. Die Kosten für diese An­stalten sind mit rund 166 000 m. veranschlagt.

Autobusverkehr der Straßenbahn. Die Große Berliner Motor­omnibusgesellschaft veranstaltet am Sonntag bei günstiger Witterung neben den üblichen Ausflugsfahrten Brandenburger Tor- Kaifer Wilhelmsturm, Knie- Bichelsberge, Nollendorfplatz- Onkel Toms Sütte und Wilhelmsplay( Charlottenburg )-Karlshof, solche zwischen Tegel und Schulzendorf . Die Wagen nach Schulzendorf fahren ab Blücherplaz 1,15 und 1,30 Uhr nachmittags.

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Die Bestimmungen der Verordnung dagegen, welche sich auf gefchlachtetes Bieh bezögen, feien jedoch ungültig, weil un­zulässig. Das wolle der Senat nebenbei noch hervorheben.

Das Bootsunglück auf dem Beeksee.

Einen tragischen Abschluß hat ein Ausflug genommen, ben Donnerstag der Bauinspektor Wieler aus Pichelsberge mit zwei Damen zum Besuche eines Freundes in Grünhaide unternahm. Der Freund, Herr Schrader, hat Sommerwohnung in Grünhaide genommen und schlug seinem Besuch eine Gegelpartie auf dem Beetzsee vor. Die vier Personen bestiegen ein Boot, über das jedoch die Herren sehr bald die Herrschaft verloren, als der ziemlich starke Wind sich in dem Segel verfing. Das Boot legte sich auf die Seite, und eine der jungen Damen sprang in ihrer Angst heraus. Bauinspektor Wieler sprang der Dame sofort nach, um sie zu retten. Dies gelang ihm nicht. Er brachte aber durch seinen Sprung das kleine Boot noch zum Sentern, so daß auch die anderen junge Dame waren des Schwimmens fundig und konnten sich beiden Personen ins Wasser fielen. Herr Schrader und die andere retten. Dagegen sind die beiden anderen untergegangen und er­trunken. Nach den Leichen wurde bisher erfolglos gesucht. Die beiden Damen sind Schwestern und Töchter des Rentiers Drösse, Charlottenburg , Knesebecstr. 1. Die Verunglückte ist die jüngere der Schwestern.

Ein entsetzlicher Verkehrsunfall hat sich gestern nachmittag auf deren. Eltern Putbuser Straße 18 wohnen, hatte vor dem Wohn­dem Gesundbrunnen ereignet. Die fünfjährige Martha Günterlein, haus gespielt und war dabei auf die Straße gelaufen. Die Kleine rannte gegen ein vorübergehendes Schlächterfuhrwerk und wurde umgerissen. Die Räder gingen dem Kind so unglücklich über den Unterkörper hinweg, daß der rechte Oberschenkel fast vollständig hoffnungslosem Zustande wurde das Kind in das städtische Kinder­vom Rumpf getrennt und der Leib aufgerissen wurde. In völlig frankenhaus in der Reinickendorfer Straße eingeliefert.

Eine Versammlung von Spezialärzten für Beinleiden fand fürzlich in Berlin statt.

Der Einberufer empfahl unter Hinweis darauf, daß die Spezialärztliche Betätigung auf diesem Gebiet nicht nur berechtigt, fondern geradezu eine soziale Notwendigkeit ist, sich im gegen feitigen Intereffe zusammenzuschließen.

Nach allseitiger Aussprache über die Schwierigkeiten, die der Tätigkeit solcher Spezialärzte seitens der Aerzteschaft noch immer entgegenstehen, hieß die gutbesuchte Versammlung folgende Vors schläge einstimmig gut: das sehr umfangreiche Material den ein­schlägigen Behörden sowie den Boltsvertretungen zugängig zu machen; für Zulassung von Spezialfollegen zur Kassenpraris, wenn nötig, die Verhandlungen mit den Kassenvorständen in corpore zu führen; ferner Berufsgenossenschaften und Landesversicherungs­anstalten nach Bedarf auf die Fachkollegen aufmerksam zu machen; endlich ein regelmäßig erscheinendes Sammelinserat in ärztlichen Beitschriften zu veröffentlichen. Nachdem alsdann die Honorar­frage unter Bugrundelegung der preußischen Gebührenordnung II, 7 erledigt und für die Krankenkassen eine Einheitstage festgelegt, konstituierte sich die Versammlung zu einem Verein der Spezial­ärzte für Beinleiden".

Der von der Stadtverordnetenversammlung zur Vorberatung ber Beamtenbesoldungsordnung eingeseßte Ausschuß hat vorgestern nach der Stadtverordnetenfibung bis nachts 12 Uhr getagt und feine Beratung zu Ende geführt. Den Schluß bildeten die aus der Versammlung gestellten Anträge auf Erhöhung der Magistrats­gehälter. Der anwesende Oberbürgermeister gab nochmals, wie be­reits schriftlich geschehen, die Erklärung ab, auf keinen Fall eine Erhöhung seines Gehaltes anzunehmen. Ein Antrag nach dieser Richtung war gestellt. Unter Widerspruch der vier sozialdemo fratischen Vertreter wurde dann beschlossen, der Stadtverordneten - Eine der berüchtigsten Straßenbahnhaltestellen ist diejenige im bersammlung vorzuschlagen, das Gehalt des Bürgermeisters von Kastanienwäldchen neben der Universität. Sämtliche aus 18 000 m. auf 20 000 m. zu erhöhen. Desgleichen bas des Norden kommenden elektrischen Wagen halten zwischen der Neuen Kämmerers von 15 000 auf 18 000 m. Das der Bauräte von 15 000 Wache und dem Universitätsgebäude, mo gerade der dem Fiskus auf 18 000 m., wozu noch wie seither 1500 M. Fuhrkosten kommen. gehörige Pflasterstreifen, welchen die aussteigenden Fahrgäste be­Die Schulräte erhalten 15 000 M., aljo 3000 M. mehr, jedoch der treten müssen, ein wahrer Snüppeldamm ist. Jeder Anhänger hält Schulrat für das Boltsschulwesen zunächst 13 500 M. nach 3 Jahren neben dem östlichen Vorgarten der Universität. Zwischen dem ebenfalls 15 000 M., für den Syndikus ist wieder eine Ausnahme- Eisengitter desselben und dem Wagen ist knapp soviel Raum, daß stellung geschaffen, indem man ihm 1500 M. persönliche Bulage eine Person sich notdürftig hindurchwinden fann. Vielleicht an gewähren will, so daß auch er 15 000 m. erhält; die Gehälter feiner anderen Stelle würde die Polizei folchen Verkehrszustand der übrigen Magistratsmitglieder sollen im Anfang von 8500 M. dulden. Sehr häufig steigen die Fahrgäste, sobald der Wagenzug auf 9000 und im Endgehalt von 12 000 m. auf 13 500 m. erhöht weiterfährt, über das Gitter hinweg, so daß dieses schon halb werden. Von den Befürwortern dieser Anträge wurde behauptet, niedergebogen ist. Am besten sollte diese Haltestelle, was schon daß mit den seitherigen Gehältern ein Stadtrat ohne eigenes Ver- längst hätte geschehen müssen, nach der Ostseite des Opernhauses mögen nicht anständig auskommen könne; habe er Familie, so verlegt werden, wo der Verkehr ganz mäßig ist und auch die aus müsse er sich die größten Beschränkungen auferlegen. Das hatte die Süden kommenden Wagen halten. Sie war auf der Nordseite Herren ganz weich gemacht und in ihrem Bewilligungseifer notwendig, solange die furze Strede bis zur Hedwigskirche noch wären fie gewiß noch weiter gegangen, wenn ihnen nicht von mit Unterleitung durchfahren wurde. Seitdem der Oberleitungs­sozialdemokratischer Seite ein Dämpfer aufgesetzt worden wäre. betrieb eingeführt ist, hat die nördliche Haltestelle, welche am Abend Dieselben Herrschaften, die hier so freigebig sich gebärden, haben auch start unter Lichtmangel leidet, wenig praktischen Wert. Will taube Ohren, sobald die Lohnfrage der Arbeiter angeschnitten man die Aenderung wegen der Nähe der Haltestelle an der wird. Tausende von städtischen Arbeitern verdienen das ganze Hedwigskirche nicht treffen, so ist es ebenso praktisch, die Wagen Jahr nicht soviel, wie hier Bulagen ausgeteilt werden, Dabei mitten im Kastanienwäldchen halten zu lassen. Der Finanzminister Reiche Beute machten Einbrecher, die dem Herrenartitelgeschäft ( geint die Sonne über Gerechte und Sünder, Bleißige und Bequeme, wird freilich dagegen wieder icine Bedenken haben, wie er japon Sermann Eglefinger in der Subalidenite, 488 einen nächte

Ein neuer Kindergarten. Mit Genehmigung des Königlichen Provinzialschulkollegiums wird zu Michaelis dieses Jahres an der K. Elisabethschule ein Fröbelscher Kindergarten eröffnet werden. Der Klassenraum und Spielhof mit einem Gärtchen werden in besonders hübscher Weise dafür eingerichtet. Die Beschäftigung der Kleinen findet täglich von 9-12 Uhr statt und ist unentgeltlich. Knaben und Mädchen von 3-6 Jahren können schon jetzt beim Direktor Kannegießer, Kochstr. 65, angemeldet werden.