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gefeßt werde. Nach diesen Darlegungen Setfcholds wurde bem foild ist. Sie unterscheidet sich son Ser im Tierhandel häufigeren bemerkte, daß fich ein fremder Mann Heranschlich, um fle Widerkläger aufgegeben, Beweis dafür anzutreten, daß Hetzschold westafrikanischen Form, von der der Garten ein Paar besißt, durch zu belauschen. Als K. den Fremden zur Rede stellen wollte, tatsächlich der Verfasser des erwähnten Zettels fei. die mehr graue Färbung und ganz eigenartig weiße Zeichnung, lief er davon. K. giebt mit Bestimmtheit an, daß dies Enskat ge­Das ist der Vorgang, der in der Phantasie eines sensations- die sich freis- oder ellipsenförmig um die Schwanzwurzel zieht. wesen sei. Er verfolgte ihn mit seiner Braut bis zur Wohnung und lüfternen Journalisten zu einer Aufdeckung bedenklicher Praktiken Bei den Wafferböden tragen nur die männlichen Stücke ein Gehörn, holte aus dem schräg gegenüberliegenden Lokal seine zwei Freunde, des Vorwärts" geworden ist. In der Täglichen Rundschau" die Weibchen entbehren dieses Kopfschmudes. die sich zufällig dort aufhielten, heraus. Die drei führten dann heißt es, die Angaben Hezscholds hätten große Bewegung im Gerichtssaale erregt. Das ist Unsinn. Wir haben außer 10 Uhr, im Gewerkschaftshause( Saal III): Ausstellung neuester vater. Die Leiche wurde nach dem Schauhause gebracht, wo durch Die Ortsverwaltung der Buchbinder teilt mit: Sonntag, morgens gemeinjam den Ueberfall aus. Enstot war verheiratet und Familien lebhaften Bewegungen der Bleifeder des Berichterstatters der Tägl Marmoriermuster und theoretische Erläuterung vom Marmorierlehrer die Obduktion festgestellt werden soll, ob der Tod durch einen Schlag Rundschau" teine Bewegung im Gerichtssaale bemerkt. Zu einer Jof. Hauptmann. Bewegung lag auch gar kein Anlaß vor, denn es handelt sich um oder durch Messerstiche herbeigeführt worden ist. einen in der Gerichtspraxis ganz alltäglichen Vorgang: Jemand, der einer Beleidigung beschuldigt wird, berlangt, man solle ihm erst Schöneberg. beweisen, daß er und kein anderer diese Beleidigung begangen habe. Das ist sein gutes Recht, und das hat ja auch das Gericht anerkannt, indem es dem Widerkläger den geforderten Beweis auf­erlegte.

Feuerwehraachrichten. Die Behr hatte gestern in der Denne witstr. 33, wo Schaldeden, Balfen u. a. brannten, und in der Niederwallstr. 13/14 zu tun. Hier waren zwei Pferde in eine Baugrube gestürzt. Die Feuerwehr befreite fie aus ihrer Notlage. Nachts um 4 Uhr kam in der Kochstr. 10 in einer Bäckerei Feuer aus. Preßkohlen und Holz waren dort in Brand geraten. Um Mitternacht mußte ein Wohnungsbrand in der Friedrichstr. 68 ge­Geschäftsschwierigkeiten haben schon wieder einen Zimmer- löscht werden und in der Seelower Straße 7 hatte die Wehr mit meister zum Selbstmord getrieben. Der 62 Jahre alte Meister einem Kellerbrand zu tun. Gegenüber dem Hause Ystader Straße Friedrich Wurgall aus der Grünauer Straße 41 betrieb seit 22 Nr. 15 brannte eine Laube mit Stroh, Kisten u. dgl. Ferner hatte Jahren mit dem Maurermeister E. Martin aus der Pflügerstr. 57 die Feuerwehr noch in der Jakobikirchstr. 1, Prenzlauer Allee 86, zu Rirdorf ein Baugeschäft, das sein Bureau in der Grünauer Fehrbelliner Straße 42 und anderen Stellen zu tun. Straße 41 hatte und sehr bekannt war. Die Firma, die an der Canner Straße in Rigdorf einen großen Holzplatz befibt, beschäf- Der Arbeiter- Radfahrer- Bund Solidarität"( Gan 9 , Bezirk II) tigte 40 bis 50 Gefellen. Diese müssen seit Dienstag feiern, weil hält heute im Etablissement Neu- Seeland ", Alt- Stralau, sein fünftes das Geschäft in Zahlungsschwierigkeiten geraten ist. Dieses Miß- Bezirksfest ab, bestehend aus Gartenkonzert, Spezialitäten, Reigen­geschick ging Burgall so nahe, daß er Hand an sich legte. Er er- fahren und Ball. Der Aufang des Konzerts ist auf 4 Uhr festgesetzt. hängte sich in seinem Bureau an der Türklinke. Als sein ältester Arbeiter- Samariter- Kolenne. Montagabend 9 Uhr: Uebungs­Sohn, der Zeichner in dem Geschäft ist, ihn auffand, war er schon stunde der 2. Abteilung, Brunnenstr. 154. Repetition und prat­tot. Wiederbelebungsversuche, die ein Arzt machte, blieben erfolgtische lebungen. Donnerstag: Diensttuende Abteilung, Tos. Der Rüdgang seines Geschäftes hat auch den 49 Jahre Dresdner Straße 45. Monatssigung. alten Holzbildhauer Albert Geune aus Lantwiß, der seit 20 Jahren seine Werkstatt in der Ritterstraße 115 hatte, zum Selbstmord beranlaßt. Grune, der früher mit vier und fünf Gehilfen arbeitete, beschäftigte seit einem Vierteljahr nur noch einen Lehrling, weil es an Aufträgen fehlte. In der Nacht zum Freitag er­hängte er sich in der Werkstatt. Der Lehrling fand ihn morgens tot auf. Auf einem hinterlassenen Bettel gab er den Geschäfts­rüdgang als Beweggrund für den Selbstmord an.

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Rigdorf.

Vorort- Nachrichten.

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Der ortsübliche Tagelohn soll erhöht und über Groß- Berlin einheitlich geregelt werden. Bisher betrugen die Säße für männ liche Arbeiter über 16 Jahre 2,90 m., für weibliche Arbeiter über 16 Jahre 1,10 M., für männliche Arbeiter unter 16 Jahre 1,40 M. und für Arbeiterinnen unter 16 Jahre 1,10 M. pro Tag. Diese Säge sollen nunmehr erhöht werden, und zwar für männliche Ar­beiter über 16 Jahre auf 3,60 M., für Arbeiterinnen über 16 Jahre auf 2,20 M., für männliche Arbeiter unter 16 Jahre auf 1,80 m. und für Arbeiterinnen unter 16 Jahre auf 1,40 Mt. pro Tag. Gleich­zeitig soll darauf hingewiesen werden, daß dieses nur Mindestsäge fein fönnen, da der wirkliche Tagesverdienst ein erheblich höherer ist. Die höheren Säße kommen in Betracht bei Festlegung der In­validenrenten, sofern der Rentenantragsteller nicht mehr ein Drittel des ortsüblichen Tagelohnes erwerben kann, sowie bei Festsetzung der Angehörigenunterstützung, wenn jemand zur Reserveübung usw. eingezogen wird.

Durch die Neuregelung des Polizeifoftengefeßes bom 8. Juni 1908 hat Schöneberg 278 000 M. Beitrag zu den Kosten der königlichen Polizeiverwaltung zu leisten. Das bedeutet ein Mehr von über 96 000 M. Die Stadt hatte daher gegen den Oberpräsidenten der Proving Brandenburg im Wege des Berwaltungsstreitverfahrens auf Ermäßigung der Beiträge Klage erhoben. Es wurde in der Klage­schrift darauf hingewiesen, daß der vom Staat in Abzug gebrachte Betrag für die Wahrnehmung der Arbeiten der Straßenbaupolizei, die von der Stadt ausgeführt werden, viel zu gering veranschlagt worden sei. Zur Beweiserhebung wurden die Sachverständigen und Dberverwaltungsgerichtsrat Graf Regierungsrat Natorp v. Westarp herangezogen. Die Gutachten der Beiden, besonders des liberalen" Grafen v. Westarp fielen derartig ungünstig für die Stadt aus, daß man es schnell vorzog, die Klage zurückzuziehen und die ausstehende Summe von annähernd 29 000 m. au zahlen. Steglitz .

Mit dem neuen Organisationsstatut beschäftigte sich die am 15. Juni tagende Versammlung des hiesigen Wahlvereins. Das Aus dem Stralauer Viertel wird uns geschrieben: Als das einleitende Referat hatte der Genosse Woldersky übernommen. Stieftind der Stadt Berlin ist seit jeher der Osten bezeichnet Ausgehend von den früheren Zuständen, schilderte derselbe in furzen Zügen den Kampf der staatlichen Gewalten gegen unsere worden; aber derartige Zustände, wie sie augenblicklich im Stra Partei und erläuterte die vergeblichen Bemühungen unserer Lauer Viertel herrschen, muß man doch geradezu als un- Gegner, sowohl auf dem Wege der Gesetzgebung als auch durch haltbare bezeichnen. Während in allen übrigen Stadtvierteln tendenziöse Auslegung von Gefeßen die Ausdehmung unserer Partei wenigstens einigermaßen dafür gesorgt ist, daß die Arbeiterkinder hindern zu können. Etets habe so meinte Redner- die Sozial Mit einem Nachruf für den durch Mörderhand auf einer Harz in den öffentlichen Anlagen einen Platz zum Spielen und Sand- demokratie eine beispiellose Anpassungsfähigkeit bewiesen. Der buddeln erhielten, ist bei der erst vor zirka drei Jahren erfolgten von der in Nürnberg ernannten Kommission vorgelegte Entwurf reise gefallenen Gemeindeverordneten Direktor Friedrich er­Anlage des Rudolfplates hierauf überhaupt keine Rücksicht ge- fei nicht aus solchen, wie aus den erwähnten Gründen nötig, son- öffnete der Vorsteher die Gemeindevertretersizung am nommen worden. Die Kinder sind also nach wie vor auf die dern jest handle es sich darum, unser Statut derart zu gestalten, Freitag, die als ersten Tagesordnungspunkt die Wahl eines daß die heut bestehenden Zustände berücksichtigt, die Einheitlichkeit zweiten befoldeten Schöffen aufwies. Gewählt wurde be- rühmten Müllberge" die alles andere als gesundheits- der Partei gefördert und damit deren Schlagfähigkeit erhöht werde. Der Rechnungsdirektor Jochem aus Danzig mit 19 bon 20 ab­fördernd sind oder aber auf das für denOsthafen bestimmte Ge Der Referent, selbst Mitglied der genannten Kommission, er gegebenen Stimmen. Wenn der Titel Rechnungsdirektor" eine lände an der Spree angewiesen. Da die Kinder aber auf diesem läuterte dann die Gründe, welche dieselbe bei Festehung der ein- Bürgschaft dafür bedeutet, daß der neue Herr wirklich vom Finanz­Gelände bis unmittelbar an die Spree gelangen können, sind un- zelnen Paragraphen leitete und schloß mit dem Ersuchen, den Ent wesen etwas versteht, dann darf sich Steglitz zu der Wahl glüdsfälle naturgemäß unvermeidlich, und so wird wohl der in den wurf in der vorliegenden Haffung anzunehmen. Vom Wahlvereins- gratulieren, denn ein solcher Mann tut uns bitter not", Das letzten Tagen erfolgte Tod zweier Kinder durch Ertrinken bewirken, borstande wurde sodann, in Uebereinstimmung mit den Funktio- bewies u. a. wieder der Punkt Nachbewilligungen". Rund daß das Gelände vollständig abgesperrt wird. Es würde sich nun nären, der Versammlung der Antrag unterbreitet, im§. 5 die un- 58 000 m. wurden da für diverse Etatspositionen wieder einmal empfehlen, den Kindern einen geeigneteren Spielplatz zu schaffen, entgeltliche Lieferung der Gleichheit" und im§ 23 den Abfah, verlangt. Schöffe Mante referierte furz über einige besonders auf­welcher von bewußt wiederholten" Vergehen spricht, zu streichen. fällige Bosten und beantragte die Bewilligung. Als ein Gemeinde­und so möchten wir an die maßgebenden Behörden das Ersuchen Außerdem lagen noch von einigen Bezirken fowie einzelnen Ge- verordneter näheren Aufschluß über einige Puntte bers richten, baldigst eines der Rundteile auf dem Rudolfplake in der nossen Abänderungsanträge vor. Während über alle Anträge die langte, kam der Referent" in eine arge Bwvidmühle, aus der er Mitte zu einem Spielplaze umzuwandeln. Es würde das den Ansicht der Versammlung eine ziemlich einheitliche war, entspann sich nicht anders zu retten wußte als durch das offene Geständnis, Gesamteindruck des Plazes durchaus nicht beeinträchtigen, und fich über den Antrag der unentgeltlichen Lieferung der" Gleichheit" daß er nicht mehr wisse wie der Frager selber, da er das Material warum sollte das, was in anderen Stadtteilen, z. B. auf dem eine äußerst lebhafte Debatte, wobei der eine Teil der Redner nicht früher bekommen habe als alle Gemeindevertreter und daher Mariannenplate, in den Anlagen der Grimmstraße usw. möglich mehr die Aufklärung und Agitation unter den Frauen in den feine Zeit zur Durchsicht gehabt habe. Als, berantwortlicher Nedakteur" Vordergrund rückte, indes der andere mehr die Gesamtinteressen der schriftlichen Begründungen der Nachforderungen mußte sich nunmehr ift, nicht auch für den Osten zutreffen? der Partei, die Sanierung der Kassen für zukünftige Wahlkämpfe der Beigeordnete Fabarius bekennen. Aber auch er konnte und die so dringend notwendigen Ausgaben für die Jugendbewe- die gewünschte Aufklärung nicht geben, entschuldigte sich viel gung betonte. Bei der hierauf erfolgenden Abstimmung wurden mehr damit, daß er im Finanzwesen nicht genügend die Anträge des Vorstandes und ein Antrag des 14. Bezirks dahin& a chmann sei. Da auch Bürgermeister Buhrow und die übrigen gehend, daß dem§ 27 Abs. 2 hinter der ersten Beile eingefügt Herren vom Vorstand sich in Schweigen hüllten, wurden die Nach­werde: diefelben müssen jedoch sämtlich der Parteiorganisation forderungen an die Kommission zurückverwiesen. Jochem angehören", angenommen, alle übrigen Anträge abgelehnt. Bweds Anschaffung von Apparaten, Karten und Da neuerdings der Kampf gegen die Arbeiterturnvereine durch sonstigen Lehrmitteln, einer Lehrer- und Schülerbibliothek, eines Flügels und eines Harmoniums für das neue unsere Gegner auch unter Buhilfenahme der Schule geführt werden foll, so erörterte unsere Stadtverordnetenfraktion in der am selben stealgymnasium wurden 30 000 m. bewilligt. Daß bes Abend tagenden Sitzung dieses Thema; sie ließ am Schluß der deutende Nachforderungen nicht ausbleiben, versteht sich am Rande. Auch Versammlung bekanntgeben, daß sämtliche Fälle, wo Reftoren für eine neue Gemeindeschule, die auf dem sogenannten oder Lehrer sich solche Uebergriffe gestatten, unverzüglich dem Ge­wurden 550 000 m. bewilligt. Hier scheint ein Prachtbau" geplant noffen Groger, Fuldaftr. 55/56, Aufgang I, 2 Treppen, zu melden unzeschen Gelände erstehen soll und für 1500 Stinder berechnet ist, zn sein, denn ein Gemeindevertreter meinte, daß man nach der vor Städtischer Appell an die Privatwohltätigkeit. In ungeniertester liegenden Zeichnung den Eindruck erhalte, als ob es sich um eine Form ruft der Rirdorfer Magistrat durch sein Kuratorium der Wohl- Arme- Leute- Schule" handle. Für die Badeanstalt wurden aber­Die im November vorigen Jahres vom tätigkeitsfonds die private Wohltätigkeit an. Er macht durch wieder mals 980 M. bewilligt. holte Beitungsinjerate bekannt, daß mehrere arme Rigdorfer Ein- Bürgermeister Buhrow versprochene Aufklärung über die ungeheuere Bau dieser Anstalt wohner, die infolge Krankheit nicht imstande sind, sich ohne fremde Ueberschreitung des Voranschlages beim Die Steuerzahler wissen Hilfe fortzubewegen, um Ueberlaffung eines Krantenfahrstuhls ge- wurde auch heute nicht gegeben. wie und Es werden daher die Eigentümer nicht mehr also immer noch nicht, wo die rund 130 000 beten haben. Warten wir also auf Herrn gebrauchter Krankenfahrstühle, welche solche zum Wohle der Armen Mart berbaut" worden find. fiften wollen, um nähere Mitteilung gebeten, damit die eventuelle Jochem, da wir zurzeit feine Finanzfachmänner haben.- Die Abholung erfolgen fann. Borlage der Neuregelung der Gehälter der Ge meindebeamten und der Lehrpersonen wurde gegen eine Stimme angenommen. Der Gemeindesäckel wird dadurch für das laufende Jahr um ungefähr 220 000 2. belastet. Die Gehalts­erhöhungen sind für die Lehrpersonen an den höheren Schulen rütdwirkend bis 1. April 1908, für diejenigen an den Volksschulen und für die Gemeindebeamten bis 1. April 1909. Mit der Aus zahlung soll sofort begonnen werden.

Auf einer Bootsfahrt ertrunten ist der Kellner Hermann Berg, der in dem Sommerrestaurant Wildpart" an der Oberspree be­schäftigt war. B. hatte nachts nach dem Dienst eine Kahnfahrt auf der Spree unternommen. Beim Ausweichen vor einem vorüber­kommenden Schleppdampfer geriet das Fahrzeug so unglücklich in den Wellenschlag, daß es zum Kentern tam. B. stürzte in die Fluten und ertrant, bevor Silfe zur Stelle sein konnte.

Offizier und Schulknabe. Das Durchgehen von Bassanten durch geschlossene Truppenkörper, das schon so häufig zu unlieb­famen Szenen in den Straßen Berlins geführt hat, stand im Mittelpunkt einer Verhandlung, die gestern das Kriegsgericht der 1. Gardedivision beschäftigte. Unter der Anklage der gefährlichen Rörperberlegung unter Mißbrauch der Waffe hatte sich Leutnant b. J. von der 9. Kompagnie des 3. Garderegiments zu ver antworten. Folgender Vorfall sollte zu der Antlage führen: Am 17. Mai früh morgens schickte die Frau des Arbeiters Schüler ihren zehnjährigen Sohn Wilhelm zum Bäcker. Als der Knabe die Baufiber Straße betrat, marschierte gerade das 3. Garderegiment vorüber. Da es kurz vor Schulbeginn war, so hatte Sch. große Gile, und ohne lange zu überlegen, versuchte er hinter dem Pferd eines Hauptmanns durch die Truppen hindurchzugehen. Er war auch schon fast hindurch, als er plöblich einen Schlag auf den rechten Arm erhielt. Es war ein Säbelhieb, den ihm der Leutnant v. J. versezt hatte. Dem kleinen Sch. wurde das Jadett und das Hemd durchschlagen und an der Schulter erlitt er eine blutende Wunde. Die Wunde schwoll etwas an und acht Tage hatte der Verletzte Schmerzen. Vor dem Kriegsgericht gab der Angeklagte an, er habe den Knaben nicht absichtlich verlegt. Er habe den Jungen nur zurückhalten wollen. Etwas eigenartig be­rührten die Ausführungen des Verteidigers des Angeklagten, eines Offiziers von demselben Regiment. Er meinte, dem Angeklagten müsse der Notwehrparagraph zugebilligt werden. Der Angeklagte sei berpflichtet, das Durchlaufen von Personen durch die Truppen zu verhindern, und zwar mit allen Mitteln. Der Vertreter der Anklage trat diesen Ausführungen entschieden entgegen. Bie könne im vorliegenden Falle, wo ein Schultnabe ohne irgendwelche angreifende Absicht vor dem Offizier herlaufe, von Notwehr die Rede sein. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu zwei

Tagen Gefängnis.

Daß ein Offizier gegen ein zehnjähriges Kind zum Säbel greift, ist wirklich ein Standal. Besonders erstklassige Gesinnung verrät eine solche Handlung nicht.

feien.

Die Einsicht der Pflicht, solche Krantenfahrstühle in notwendigen Fällen aus städtischen Mitteln zu beschaffen, scheint hiernach dem Rigdorfer Magistrat noch nicht gefommen zu fein. Sollte denn fein einziger der vielen Wohltätigkeitsfonds dafür in Anspruch ge nommen werden können? Für das Geld, welches die Inferate bei Scherl tosten, hätte vielleicht schon ein gebrauchter Kranfenfahrstuhl beschafft werden können. Die städtische Drückebergerei in der Unter­stigungspflicht und die Abwälzung der Hilfeleistung auf private Schultern ist ja allerdings nicht neu.

hilf!

Am Sonntag, den 27. Juni, findet ein Besuch des Botanischen Gartens statt. Treffpunkt nachmittags 2 Uhr am Eingang Dahlemer Chaussee. Kinder unter 10 Jahren haben keinen Zutritt, worauf besonders hingewiesen sei. Rege Beteiligung der Genossen nebst Familien erwartet Der Bildungsausschuß. Nieder- Schöneweide.

Ueber das merkwürdige Abenteuer der Gebrüder Boß ist durch die Verhaftung des Kraftwagenführers Otto aus der Snefebed Straße 67 eine teilweise Selärung ermöglicht worden. Wie wir bereits mitteilten, wurden die beiden Brilder angeblich von zwei Schlächtergesellen mißhandelt, weil sie die zweifellos zu ver­brecherischen Zweden beabsichtigte Entführung eines 18 jährigen In der Mitgliederversammlung des Wahlvereins gebachte der Mädchens verhinderten. Otto gibt zwar zu, die Kraftbroschte ge- Borfigende zunächst in warmen Worten des verstorbenen Genoffen führt und die beiden Batrone gefahren, bestreitet aber, die beiden Hermann Ramsperger . Die Diskussion über die neuesten Steuer­Fahrgäste gefannt zu haben. Der Chauffeur ist vorläufig in Haft vorlagen wurde von mehreren Genossen recht lebhaft aufgenommen behalten. Auch der Droschkentutscher ist ermittelt worden, der das und gipfelte darin, recht rege für unsere Partei einzutreten und neue vor den beiden Gesellen flüchtende Mädchen auf den Bod nahm Genossen zu werben. Unter Berschiedenem wurde bekannt gegeben, und fortfuhr. Ihm erzählte die Kleine, daß fie bei einer Tante in daß alle Beschwerden über nicht pünktliche Zustellung des Vorwärts" der Senefebedstraße zu Besuch fei. Bis jetzt hat sich weder das an den Obmann der Speditionsfommission, Genossen Max Priebke, Briger Straße 14 II, zu richten sind. Rind noch die Tante bei der Polizei gemeldet.

Ein Einbruch, der von großer Frechheit zeugt, wurde in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend, morgens gegen 3 Uhr in dem Uhren- und Goldwarengeschäft von Otto Langer, Prinzenstr. 31, Das erstemal durchschnitten die verübt, der zweite in furzer Zeit. Einbrecher das vier Millimeter starke Drahtgitter und zertrümmerten die Scheibe, diesmal erbrachen die beiden feingekleideten Diebe/ die Ueberfallen und getötet wurde in der gestrigen Nacht der Briz- Buckow. Vorhängeschlösser der großen schweren Schuhladen, schoben die 43jährige Arbeiter Richard Enstat aus der Steinmetstr. 46. Auf Letzteren beiseite und durchschlugen dann die große Spiegelscheibe. dem Heimwege wurde G. vor seinem Wohnhaus von drei Männern Heinr. Schulz in der letzten Budower Wahlvereinsversammlung. Die Geschichte der Arbeiterversicherung behandelte Genosse Der hinter dem Laden schlafende Geschäftsinhaber Herr Lange turde zwar sofort wach und war zur Stelle, tonnte es aber nicht ver- angerempelt und bis in den Hausflur verfolgt, wo sich der Ueberfall unter Verschiedenes wurde mitgeteilt, daß sich am Ort jetzt auch Wenige Minuten nachdem die drei Unbekannten das eine Hebamme niedergelassen hat, was der von den Buckower Ges hindern, daß den Dieben einige, goldene Damenuhren zur Beute abspielte. und berlassen fielen. Straßenlehrer brachten dann ein paar beim Rennen verlorene Haus sich nach einem nahe belegenen noffen veranstalteten Petition an den Gemeindevorstand zuzu­ihren wieder zurüd. Die Diebe sind entkommen. Der Schaden ist Restaurant begeben hatten, wurde E. von einem Haus- fchreiben fei. Seiterkeit erregte die Mitteilung, daß der Pastor durch Versicherung gebedt. bewohner in einer Blutlache auf dem Fußboden des Haus- bon Buckow jeht die Frauen zu veranlassen sucht, dafür zu sorgen, AIS ein fofort hinzugerufener daß der Borwärts" aus ihren Haushaltungen verschwinde. Diese Anstrengungen dürften freilich den entgegengesetzten Erfolg haben, Der Gefangverein Kreuzberger Harmonie" veranstaltet heute flurs liegend aufgefunden. G. bereits tot. Am Kopf der Leiche da die Budower Genossen durch eine rege Vorwärts"-Agitation nachmittag im Garten der Brauerei Friedrichshain am Königstor ein Arzt erschien, war Botal- und Instrumentaltonzert unter Mitwirkung des Berliner wurde eine stark blutende Verlegung festgestellt, die den Tod herbei- dafür sorgen werden, die Abonnentenzahl am Orte zu verdoppeln. Sinfonie- Orchesters( Stapellmeister Fischer). Der Berein gehört zu geführt hat. Als Täter wurden die 26jährigen Gürtler Karl Kurby Mit der Aufforderung, die Versammlungen recht zahlreich zu bes ben leiftungsfähigsten Chören und es ist ihm bei dem ohnehin recht und Artur Burtmann sowie der 20jährige Steinfeger Paul Eberle suchen, und vor allem ihre Frauen mitzubringen, fand die gut geringen Eintrittsgeld von 20 Pf. ein volles Haus oder besser voller aus Rigdorf ermittelt. B. und G. wurden noch in der Nacht ver- besuchte Versammlung ihr Ende. Garten zu wünschen. haftet, während R. gestern morgen aus dem Bett herausgeholt Die Wahlvereinsversammlung in Brit hörte zunächst einen Im Zoologischen Garten ist ein junger o stafrikanischer wurde. Alle drei bestreiten entschieden, den E. mit einem gefähr- Vortrag des Genossen Denzer über:" Kirche und Staat". In der Baiserbod eingetroffen, eine nur felten lebend eingeführte lichen Gegenstand geschlagen zu haben. Als Urfache des leber Diskussion forderte Genosse Friedrich die Anwesenden, die inner Antilopenart, die zu den stattlichsten ihrer Gruppe gehört und in falles gibt furby folgendes an: Er habe mit feiner Braut Frida lich schon mit der Kirche gebrochen haben, auf, die Konsequenzen iter Seimat, alfe auch in Deutig efnile sin begehrtes Begby winter auf dem Gerrfurtyplas auf einer Bant gefeffen, als er lauk bem Gehörten au stehen und aus der Sirche ausaufheben

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