Einzelbild herunterladen
 

Mr. 177. 26. Jahrgang. 2. Beilage des 2. Beilage des Vorwärts" Berliner

Wirtschaftlicher Wochenbericht.

-

Berlin , 31. Juli 1909. Geplante Bierpreiserhöhung. Die Gründe der Brauereien. Rentabilität der Aktienbrauereien. Sünden im Brauereigewerbe. Kurssteigerungen. Finanzieller Effekt der Preiserhöhungen. Interessen der Wirte und Konsumenten.

-

-

Volksblatt.

Dortmund , Aktienbrauerei Victoria

do.

Düsseldorf, Adler

Sonntag, 1. Auguft 1909.

Ende Mai

Ende Juli

9

304,50

329,00

106,50

109,25

69,75

76,75

do. Höfel

124,50

130,00

Germania , Dortmund

133,50

144,75

Gevelsberg , Aktienbrauerei

64,00

68,50

Hessische, Kassel

110,00

115,00

Klosterbrauerei Nöderhof

84,25

86,25

Kunterstein

65,50

69,50

Leipziger Bierbrauerei Riebed

163,00

173,25

Linden, Aktienbrauerei

214,00

221,00

Löwenbrauerei Dortmund

183,50

189,25

111,25

127,00

168,50

170,50

77,25

83,00

144,00

150,00

236,50 135,25

.

244,00

142,25

Müser, Langendreer Reichelbräu

Roß u. Co., Dortmund Schlegel, Bochum Sinner

Mälzereien ermöglichte sich für das Jahr 1907/08 immer noch die Abstoßung einer Durchschnittsdividende von 6,28 Proz. gegen 7,23 Broz. im Jahre vorher. Das ist eine Rente, die nicht unbescheidenen An­sprüchen immer noch genügen kann. Dabei schnitten die großen Unternehmen noch viel besser ab. Und die günstige Entwickelung, die der Großbetrieb im Brauereigewerbe im Gegensatz zum fleinen Betriebe offenkundig zeigt, ist wesentlich gefördert durch die Zoll­und Steuergesetzgebung in Preußen- Deutschland . Wenn Dividenden In einer vom Brauereischutzverband und von Gastwirten ein- gezahlt werden können wie die folgenden, dann kann von einem Not­berufenen Bersammlung in Berlin besprachen die Interessenten die stande doch wohl nicht gut geredet werden. Nach den letzten Ab­Wirkung der neuen Brausteuer für die Brauereien, sowie die Not- schlüssen verteilen: Brauerei Bindig( Frankfurt ) 10, Feldschlößchen wendigkeit, Form und Höhe der Abwälzung auf die Konsumenten.( Dresden ) 8, Union ( Dortmund ) 20, Aftienbrauerei Lindner Die Aussprache hatte als Ergebnis den Beschluß, den Preis des( Hannover ) 14, Pazenhofer( Berlin ) 11, Riebeck( Leipzig ) 9, Schult­Bieres für Wirte um 5 Pf., für die Biertrinker um 7 bis 10 Pf. heiß( Berlin ) 14 Proz. Dividende. 118 Attienbrauereien erzielten pro Liter zu erhöhen. An anderen Orten haben die Brauereien sich im letzten. Geschäftsjahre einen höheren Reingewinn als für mit einem minimaleren Aufschlag zufrieden erklärt, andererseits 1906/1907. Trozdem befindet sich eine Reihe Brauereien in gehen die beabsichtigten Erhöhungen noch über die in Berlin be- schwieriger Lage. Aber die Ursachen sind in anderen als den zur schlossenen Säße hinaus. So traten im rheinisch- westfälischen Rechtfertigung der beabsichtigten Preissteigerung angeführten Um­Wicküler, Küpper Industriegebiet Bestrebungen hervor, die dahin zielten, für die Bier- ständen zu suchen. trinker den Preis pro Liter bis auf 60 bis 70 Pf. zu steigern. Nach Begründung des Deutschen Reiches , besonders während der Obwohl das schon ganz ansehnliche Kurssteigerungen find Nach den Beschlüssen in Berlin soll für die Wirte die Vorschrift Zeit wirtschaftlichen Aufschwunges, zeigte sich bei vielen Brauereien bleiben sie hinter dem tatsächlichen finanziellen Effekt doch noch eir gelten, den Liter Bier nicht unter 40 Pf. zu verkaufen. Was der ein unwiderstehlicher Ausdehnungsdrang. Oft unter ungünstigen gutes Stück zurück, wenn eine Preiserhöhung von 5 M. vor­Belastungseffekt für die Konsumenten wäre, haben wir schon nach Verhältnissen errichtete man eigene Bierpaläste, oder, um Kunden zu genommen werden sollte. Die Brausteuererhöhung macht für gewiesen; anstatt der Brausteuer von 100 Millionen Mart, müßten gewinnen, wurden bestehende Unternehmen über Gebühr beliehen, 11prozentige Biere ca. 1,70 M., für 12prozentige ca. 1,85 M. aus. fie 500 bis 600 Millionen Mark aufbringen. Wirtschaften zu hohen Preisen angekauft. Wo die Genehmigung Bei einer Preissteigerung von 2 M. pro Hektoliter würden demnach Selbstverständlich warten die Interessenten mit eifrig vor einer Wirtschaftskonzession von der Bejahung der Bedürfnisfrage die Brauereien schon einen kleinen Ueberschuß aus der Abwälzung getragenen Gründen und diversen Berechnungen für ihre Beschlüsse und abhängig war, bedeutete die Konzessionserlangung eine Höher- erzielen. Dieser berechnet sich z. B. für die Schultheiß- Brauerei, Absichten auf. Manches davon kann als berechtigt anerkannt werden; bewertung des betreffenden Hauses um 10 000 bis 50 000 m. Und selbst wenn man eine durchschnittliche Belastung von 1,90 M. unter­in anderen Punkten schießt man zweifellos weit über das Ziel hin- Brauereien traten auf der Hektoliterjagd" gern und willig als stellt, bei gleichbleibendem Absatz auf rund 125 000 M. Unter solchen aus. Die ganze Bewegung wird getragen von den Brauereien. Die Käufer der Häuser mit Wirtschaftskonzessionen auf. Das Vorgehen Umständen ist die Frage einer Preissteigerung von 5 M. gar nicht diftieren den Wirten die Preise und wirken mitbestimmend bei den von einiger Brauereien auf diesem Wege reizte andere zur Nach- diskutabel. Ein Aufschlag von 3 M. würde schon folgende finanzielle diesen festzusetzenden Aufschlägen. Wissen die Brauereien sich in ahmung. Und dabei hat sich manches Unternehmen mit Resultate haben, wenn man von der Annahme einer Belastung von ihren Forderungen zu beschränken, bleiben auch die Wirte in den unsicheren Objekten und Hypotheken auf Wirtschaften über- 2 M. pro Tonne für die Brauereien ausgeht: Grenzen, die der Konsument akzeptieren kann und die ihrem eigenen nommen, und hat Kredite eingeräumt, die zu Verlusten führten. Interesse dienen. Ein Anfschlag von 5 M. pro Hektoliter für die An diesen Sünden tranten heute noch viele Brauereien Brauereien fann jedoch als berechtigt nicht anerkannt werden. Sie und da soll nun eine fräftige Preiserhöhung Retterin begründen ihre Fordernngen u. a. mit dem Hinweis auf die höheren aus aller Not sein. In diesem Zusammenhange muß auch das Selbstkosten als Folge der neuen Handelsverträge. Malz z. B. fei Kapitel der Gründung von Aktienbrauereien angeschnitten werden. zirka 5 M. pro Doppelzentner teurer geworden, das mache für den Gerade in der Zeit der Betriebserweiterungen und Produktions­Heftoliter Bier eine Verteuerung von im Mittel 1,50 M. aus. steigerungen wurden viele Brauereien in Aktiengesellschaften um­Sodann sei eine weitere Belastung eingetreten durch gesteigerte gewandelt. Das war ein lukratives Geschäft! Der Absaß, der Preise für Hafer, Pferde, Fässer, ferner durch die Biersteuer von im durch die erwähnten Manipulationen erzielte Hektoliterverschleiß, gab Mittel 2,50 M. pro hektoliter. Weiter wird für die Brauereien eine die Grundlage für die Berechnung des Gründungskapitals und der Belastung aus der Brausteuererhöhung im Jahre 1906 in Ansatz Aktienkurse. So find viele Brauereien über deren reellen Wert gebracht. Alle diese Mehrbelastungen sollen sich zu einer Steigerung bezahlt worden. Auch das wirkt naturgemäß start mit bei den Bes Ser Selbstkosten von zirka 5 M. für den Hektoliter summieren, womit strebungen zur Erlangung höherer Preise. Auf diesem Umwege tönnte man gut sanieren. die beschlossene Bierpreiserhöhung gerechtfertigt wäre.

"

Daß es sich bei den geplanten Preissteigerungen darum handelt, Zunächst ist da einzuwenden, daß die Brauereien in Wirklichkeit den Hauptteil der Mehrbelastung schon auf die Wirte abgewälzt nicht nur die erhöhten Produktionskosten abzuwälzen, sondern auch haben. Im weiteren fand sich für die angeführte Produktions- die Gewinne zu steigern, das beweist die Bewegung am Brauerei­verteuerung, durch Ersparnisse auf anderen Gebieten und durch aktienmarkte. In der letzten Zeit sind die Kurse der Aktien gestiegen, verbesserte Betriebstechnit, ein entsprechender Ausgleich. Für die trotz der Neubelastung, infolge der diese kräftig überholenden in Aus­Brauereien begrenzt sich die bisherige Mehrbelastung daher auf sicht genommenen Breiserhöhung. Ueber die Kursveränderungen ein wohl zu ertragendes Minimum. Das beweisen die Dividenden informiert diese Uebersicht: zahlungen. Selbstverständlich leiden auch die Brauereien unter der Ende Mai Ende Juli allgemeinen ungünstigen Wirtschaftslage, fie fönnen aber nicht ber­93,50 96,0 langen, daß für sie die Krisenfolgen durch Preiserhöhung gänzlich außer Wirksamkeit gesetzt werden. Und wenn die neudeutsche Wirtschaftspolitik dem ganzen Wolfe zugunsten der Agrarier die Eristenz erschwer, dann resultiert daraus doch nicht für die Bier­trinfer die Verpflichtung, die Bierbrauer von jedem Anteil an diesem Segen zu befreien.

Unter diesem Gesichtswinkel betrachtet, hat sich die Rentabilität ber Brauereien nicht übermäßig ungünstig entwidelt. Nach den An­gaben im Wolfschen Jahrbuch für die deutschen Brauereien und

Berliner Unionsbrauerei Bockbrauerei.

Deutsche Bierbrauerei- Gesellschaft Bazenhofer( Friedrichshain ) Pfefferberg

Schultheiß

102,25

103,75

108,0

98,00

204,10

212,50

175,00

177,00

228,10

249,50

Vereinsbrauerei, fonb.

190,25

197,50

St.-Pr.

210,00

218,00

81,70

Brieg , Stadtbrauerei

81,25

84,00 84,00

do.

Victoria

Schultheiß, Berlin Bazenhofer, Berlin . Attienbrauerei, Essen

Münchener Brauhaus, Berlin Pfefferberg, Berlin

Böhmisches Brauhaus, Berlin . Feldschlößchen, Dresden Binding, Frankfurt . Bockbrauerei, Berlin

Viktoria, Bochum

Aftienbrauerei, Dortmund

Union , Dortmund

Germania , Dortmund

Ueberschuß

aus der Abtoälzung pro Jahr überhaupt M.

22

in

Prozent

1 250 000

600 000

des Aktien­tapitals 9 91/2

150 000

71/3

100 000

5

125 000

215 000

61/

160 000

7

300 000

13

225 000

4

100 000

5

180 000

51/2

200 000

61/2

135 000

4

GG

22

Wir glauben, die Angaben beweisen, daß die von den Brauereien geplanten Preisaufschläge nicht gerechtfertigt sind. Aus diesem Grunde haben die Konsumenten alle Ursache, den Attentatsplänen auf ihr Portemonnaie Widerstand entgegenzusetzen. Aber nicht nur sie. Die Wirte, welche mit den Brauereien in furzsichtigem Eifer an einem Strange ziehen, dienen nicht ihrem eigenen und auch nicht dem Vorteil der Kellner. Diese befürchten, daß die in Aussicht ge­nommenen Preiserhöhungen sich für sie in erheblichem Trinkgelder­ausfall umsetzen wird. Wehren sich die Wirte und die Konsumenten gemeinsam gegen die Absichten der Brauereien, dann dürften diese jich doch wohl veranlaßt sehen, den Pflock etwas start zurüdzufteden. Und auch dann wird die Belastung für den Biertrinker noch fühlbar genug bleiben.

D.

Regen- Kleidung

M

Loden- Pelerinen für Herren und Damen, m. Kapuze, Brusthändern 21.- 18.- 15.- 12.- 10.- 8.-M.

Mantel- Pelerinen ,, Halali" D.R. G.M.

Als Mantel oder Pelerine spielend zu verwandeln. Unentbehrlich für Touren und Jagd. Vorzügliche Loden

Knaben- u. Mädchen­

No. 33288,

18.- M

Loden- Pelerinen von 5.50

M.

an

Gummierte Regen- Mäntel 36.- 30.- 26.- 22.50 17.-15.-M.

mod. Stoffe, kleidsame Fassons

Oeltuch- Mäntel mit und ohne Futter Schutz gegen hohen Seegang 10.- M 27.- 21.- 18.- 15.- 12.­

Gummi- eltuch­and Pelerinen

Loden- Anzüge mit Falten und Sattel

14.- 11.- 9.- 7.25 6.- 5.50

4.75 M.

einfarbig und kariert

36.- 30.- 27.- 24.- 21.- 18.- 1

Loden- Joppen

M.

12.- 10.- 8.6.5.- 4.- 3.-M.

Loden- Hüte wetterfest 5.- 3.40 2.40 1.75 M.

Gamaschen, Regenschirme

BaerSohn

Spezial- Haus größten Maßstabes, gegründet 1891

Extra preiswerte Angebote

in

Aussteuer- Waren

1 Bettbezug fertig genäht, weiß Kretonne Stück 1.85 mit 2 Kissen 2.95

richtige Größe

Größe

1 Bettbezug fichtige Grön weiß Linon.. Stück 2.60 mit 2 Kissen 4.00 Dimiti. Stück 3.10 mit 2 Kissen 5.00 1 Bettbezug fortig geht, weiß Dimiti

richtige Größe

1 Bettbezug fertig genäht, weiß Damast. Stück 3.50 mit 2 Kissen 5.60

Größe

1 Bettbezug for en bunt Züchen. Stück 2.10 mit 2 Kissen 3.45

richtige

1 Inlett- Garnitur fertig genäht, 1 Deckbett 2.40, 1 Unterbett 2.10, 1 Kissen 80 Pf.

1 Bettlaken, ganze Bettbreite fertigenäht, weiß Dowlas richtige Größe

richtige Größe

zusammen

5.30

..... Stück 1.05 1 Bettlaken, ganze Bettbreite ich weiß Halbleinen.... Stück 1.30 Dtz. Stubenhandtücher 42x100 cm weiß Drell ungesäumt..., Dtz. 1.50

1 Dtz. Stubenhandtücher 48x100 cm weiß Drell gesäumt. Dtz. 2.00 1/2 Dtz. Stubenhandtücher 48X110 cm, Blumenmuster, gesäumt

% Dtz. 2.50 1 Dtz. Küchenhandtücher 40x100 cm, Gerstenkorn m. Rand, unges.%, Dtz. 1.40 % Dtz, Wischtücher 50x50 cm, kariert, gesäumt und gebändert..% Dtz.

1% Dtz. Staubtücher 40x40 cm, geraubt.

½ Dtz. 70 Pf.

% Dtz. 60 Pf.

.... Dtz.

1 Tischtuch für 4 Personen, 120 × 125 cm Weiß Drell od. Blumenmuster Stück 1.40

1 Tischtuch für 6 Personen, 120 × 150 cm, weiß Drell od. Blumenmuster Stück 1.75 3/ Dutzend Servietten 56 × 56 cm, weiß Drell........

1 Rolltuch 80x160 cm, gestreift

%

......... Dutzend 1.25 Stück 60 Pf.

1 Stand fertige Betten 1 Deckbett, 1 Unterbett, 1 Kissen, gefüllt. Stand 12.00

1 Steppdecke richtige Größe, solider Bezug und Füllung

Man beachte die Schaufenster

.... Stück 3.00

Julius Haack

Manufakturwaren und Konfektion

Chausseestraße 29/30

D

11 Brückenstraße 11

Gr. Frankfurterstr. 20

Schöneberg , Hauptstr. 10

Berlin N., Brunnenstraße 109

am Rosenthaler

Tor.

Der Haupt- Katalog Nr. 37 und der Livree- Katalog Nr. 36 kostenlos und portofrei.

Sonntags geöffnet 8-10 und 12-2 Uhr.

1964L