Nr. 100.
Parlamentsberichte.
85. Sigung vom 28. April 1893, 1 Uhr. Am Bundesrathstische: v. Bötticher, v. Ralten
born.
Sonnabend, den 29. April 1893.
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10. Jahrg.
es nicht besser wäre, solchem Schmuh gegenüber überhaupt nicht Ich glaube, daß der Wucher nur aufhören kann dadurch, daß die zu antworten.( Sehr richtig!) Aber wenn man ein benimmtes, Ausbeutung unmöglich gemacht wird durch die Gesellschaftsordnung flares, ehrliches und anständiges Ziel verfolgt, fann man dies im sozialdemokratischen Sinne. Dennoch würde ich es für falsch nicht erreichen, ohne daß man auf Koth tritt, und es sollte mir halten, wollte man jetzt die moralische Verderbtheit bestehen lassen. leid thun, wenn irgend jemand dabei getroffen wird, aber ich Der Gefeßentwurf will nach Möglichkeit versuchen, den Wucher will nicht die Ansicht auftreten lassen, als ob solche Böbeleien, zu treffen; nach wenigen Jahren werden Sie schon weiter gehen wie sie vollkommen systematisch seitens der antisemitischen Partei müssen. Noch viel stärker müßten der Grund- und Bodenwucher, Eingegangen ist ein zweiter Nachtragsetat für 1892/93. und gestern seitens der Abgg. Liebermann v. Sonnenberg und der Getreidewucher, die Zölle auf nothwendige Lebensmittel, die Auf der Tagesordnung steht zunächst folgende Inter Böckel ausgeführt werden, irgend eine Berechtigung haben. Abg. Steuer auf Branntwein 2c., diese Begünstigungen der Auswuchepellation der Abgg. Richter und Genossen: Liebermann v. Sonnenberg hat bei früheren Gelegenheiten aus- rung getroffen werden. Wir dürfen nicht den Großgrundbesitz " Im Bereich des VII. preußischen Armeekorps soll nach drücklich gesagt:„ Schaffen Sie uns den Judenwucher vom Halse, darin stärken, daß er den Armen etwas aus der Tasche nimmt; öffentlichen Blättern bei den Frühjahrs- Kontrollversamm dann läßt sich später auch über die Ermäßigung der Getreide- das heißt doch nur die Nothlage des Andern, der sich nicht da= lungen ein Korpsbefehl verlesen worden sein, welcher zölle reden! Ferner erklärte er, daß seine Partei, die deutsch gegen wehren kann, ausbeuten. Auf diesem Auswucherungssystem mehrfach zu dem Mißverständniß Veranlassung gegeben soziale, wie er sie nennt, sie ist aber weder deutsch noch sozial, beruht die heutige Gesellschaftsordnung. Darum ist auch der hat, als ob die Personen des Beurlaubtenstandes im den Schutz des Bauernstandes gegen Wucher durch eine Wucher Wucher sehr schwer zu bekämpfen. Statt der juristischen Gr Beurlaubtenverhältniß in bezug auf ihre staatsbürgerlichen Gesetzgebung mit Festsetzung des Binsfußes auf einen höchsten klärungen des Wortes Wucher tönnte man einfach es dem VolksRechte irgend welchen besonderen Beschränkungen bei der zulässigen Satz verlange, hauptsächlich die Bekämpfung des Güter- bewußtsein überlassen, über den Wucher abzuurtheilen; selbstöffentlichen Erörterung allgemeiner Fragen der Militär- wuchers. November 1891 sagt er dann:„ Ich rufe das Haus verständlich darf man nicht so weit gehen, daß man was fagt, Gesetzgebung unterworfen wären. zum Zeugen dafür an, daß ich mich lediglich gegen den jüdischen überhaupt nicht Wucher ist, sondern es Ich erlaube mir daher, den Herrn Reichskanzler zu Wucher gewendet habe." Wie deckt sich nun hiermit seine den in Marburg versammelten Segerlehrlingen überläßt. fragen, ob derselbe geneigt ist, durch Mittheilung des gestrige Aeußerung, daß er auch nicht mit einem Ton davon ge- Es sollte genügen, jede Ausbeutung der Nothlage zu strafen. wirklichen Sachverhalts der weiteren Verbreitung solcher sprochen habe, daß allein gegen jüdische Wucherer vorgegangen Man muß solche Fragen untersuchen mit Objektivität und Mißverständnisse entgegenzutreten." werden sollte? Nun hat vor ungefähr zwei Jahren Abg. Lieber- warmem Mitgefühl, das anständige Menschen haben für die Kriegsminister v. Kaltenborn erklärt sich bereit, die Inter- mann v. Sonnenberg das Versprechen abgelegt ich bedauere, Leiden wirthschaftlich Schwächerer. Ich habe nicht den Antipellation sofort zu beantworten. ihm geglaubt zu haben, ein möglichst vollständiges und ge- semiten vorgeworfen, daß besonders ihre Partei Wucher betreibe. Abg. Richter( dfr.) führt zur Begründung aus, daß seit naues Material zur Berathung der Wucher Gesegnovelle herbei- Ich fann nur wiederholen, was ich schon früher gesagt habe: dem Einbringen seiner Interpellation ihm direkt auch von An- zuschaffen und eine neue berichtigte Wucherliste aufzustellen. Wir wissen sehr genau, daß leider Wucher getrieben wird von gehörigen des Beurlaubtenstandes aus anderen Bezirken als dem Wir waren sehr gespannt, endlich einmal eine eine Arbeit allen möglichen, mögen sie sich nun Antisemiten nennen, oder auch Des VII. Armeekorps Mittheilungen gemacht worden sind, welche von ihm zu sehen. Ist es denn Ist es denn da so unbescheiden, von denen, die nicht der antisemitischen Partei angehören und den Inhalt der Interpellation bestätigen. Die Auffassung zahl- wenn ich ihn frage, warum er nicht bei der Berathung trotzdem Wucher treiben. Ich glaube nicht, daß man aus diesen reicher Angehörigen des Beurlaubtenstandes über die Berlesung des Wuchergesetzes das Wort ergriffen hat, um wenigstens Worten herauslesen könnte, daß ich besonders die Antisemiten des§ 101 des Militär- Strafgesetzbuches, als ob ihnen durch den fein öffentlich abgegebenes Versprechen zu erfüllen? Statt dessen des Wuchers beschuldigt hätte. Ich würde es lebhaft bedauern, selben die Ausübung politischer Rechte, soweit es sich um Ein- beantwortet er Fragen, die ich angeblich an ihn gestellt haben wenn irgend ein anständiger Mensch sich findet, der den Wucher berufung oder Betheiligung an Versammlungen namentlich be- soll und die gar nicht zur Sache gehören. Ich muß das eine nicht verurtheilt, aber so weit kann ich nicht gehen, irgend eine züglich der schwebenden Militärvorlage handle, untersagt sei, gewissenlo... Furcht vor der Wahrheitsliebe nennen.( Vize- Empfindung des Bedauerns gegenüber den Antisemiten zu fönne nach Wortlaut und Entstehungsgeschichte dieser Vorschrift Präsident Baumbach: Ich kann nicht zugeben, daß man haben, die stehen mir dazu viel zu tief.( Beifall bei den Sozialnicht Play greifen. Ebenso haltlos wäre natürlich eine Aus- einein Mitglied dieses Hauses einen derartigen Vorwurf macht.) demokraten.) legung dieses§ 101 in dem angedeuteten Sinne durch die Wenn er sich die stenographischen Berichte durchliest, würde er Abg. Kunert( Soz.): Herr Liebermann von Sonnenberg Militärbehörde selbst. Es würde doch ein sonderbarer Zustand vergebens irgendwo danach suchen, daß ich eine Frage an ihn hat mich zum Antisemiten gestempelt. Ich bekämpfe den Wucher sein, wenn unter den 10 Millionen Wählern des Deutschen gerichtet hätte, dahingehend, woran man einen Juden erkennen bei Juden wie bei Christen, ich bekämpfe die Ausbeutung in Reiches die 3-4 Millionen Angehörige des Beurlaubtenstandes fönne. Das zeigt, daß er absolut nicht den Sinn meiner Aus- jeder Form und von wem sie immer betrieben wird. Die beste Staatsbürger zweiter Klasse wären. Die sonderbare Auslegung führungen verstanden hat. Auf seine Beantwortung dieser Frage Widerlegung der Behauptung, daß die Juden die Mehrzahl der fönne also nur eine Kette von Mißverständnissen sein, obwohl tann man in der That weiter nichts thun, als sie tiefer, recht Wucherer liefern, hat der Abg. Ahlwardt erbracht. In dem beoffenbar bei den Offizieren und beim VII. Armeekorps sogar tief zu hängen, um zu zeigen, auf welcher Stufe dieselbe steht. fannten Briefe an Kroner hat er gesagt, gerade unter den Juden schon beim Korpsstabe diese falsche Auslegung getheilt zu werden Abg. Liebermann hat es dann für nothwendig erachtet, hier habe ich seit Jahren meine besten Freunde. Auch diejenigen, die scheine. Da gerade heute die Frage eine unmittelbare praktische feinen Stammbaum darzulegen. Ich habe gar teine Neigung, mich ausgewuchert haben, sind zum kleinsten Theile Juden. Bedeutung habe und die Wahrung der staatsbürgerlichen Rechte mir solche Dokumente aus dem Mittelalter anzusehen, aus denen 4/5 der Wucherer sind Katholiken, Protestanten u. 1. w., nur Ahlwardt schließt seine Bemerkungen mit in dieser Zeit im Auge behalten werden müsse, so müsse man vielleicht hervorgeht, daß irgend ein Liebermann v. Sonnenberg 15 Juden. auf Ehrenwort, daß er sich jeder von der Militärverwaltung eine klare Erklärung über diesen sich einmal Verdienste um den Staat erworben hat, um so dem Versprechen Wir wissen, wie Bunkt erhalten. weniger als ich neue Dokumente fenne, die hier im Reichstage religiösen Intoleranz enthalten werde. Kriegsminister von Kaltenborn: Am 15. März hat das vorgelegt worden sind, und die den jezigen Träger des Namens er sein Ehrenwort gehalten hat. Es war für mich nicht sehr Invaliden Departement im Kriegsministerium eine erläuternde betreffen. Abg. Liebermann hat behauptet, die antisemitischen erstaunlich, als ich erfuhr, daß Ahlwardt eine zeitlang Philos Verfügung erlassen über die Anwendbarkeit§ 101 auf die Per- Parteien hätten durch Absendung von Petitionen für die Vor- femit gewesen ist. Ich versichere, daß Ahtwardt feiner Zeit sehr sonen des Beurlaubtenstandes.( Der Kriegsminister verliest diese legung dieses Gefeßentwurfs gewirkt. Was hier verarbeitet wird, gern bereit gewesen wäre, die sozialdemokratische Partei mit Verfügung, welche an einen in Württemberg vorgekommenen Fall fommt in anderen früheren Petitionen vor, ehe überhaupt an seiner geschätzten Kraft zu unterstützen( Hört! hört! links), wenn anknüpft.) Die Verfügung entbehrt jedes politischen Charakters eine solche Partei wie Ihre in Deutschland zu denken war. Aus den ein Pump bei dem Herrn Singer durch meine Bermittelung geund hat weder den Zweck, noch die Absicht, die politischen Rechte Kreisen der Antisemiten ist noch nie das geringste Vernünftige da lungen wäre.( Große Heiterfeit.) der Angehörigen des Beurlaubtenstandes irgendwie zu be- gewesen. Es ist von anderer Seite schon darauf aufmerksam gemacht schränken; sie steht deshalb auch in keiner Beziehung zur Militär- worden, daß gerade diejenigen, die am meisten über Wucher vorlage. schreien, selbst Wucherer seien. Das ist eben die Art und Weise Abg. Kunert( fortfahrend): Später hat Ahlwardt in seinem der Heuchelei, die auch der Zwischenhändler nothwendig gebraucht, Buch die Auswucherung des deutschen Volkes auf die Juden Ueber den Nachtrags- Etat für 1893/94 erstatten Abgg. der sich dem andern gegenüber als guter Freund darstellen muß, zurückgeführt. Er erzählt dasselbe auch von einem Berliner Prinz Arenberg und Scipio namens der Budget Kommission während er in Wirklichkeit ein herzloser Gauner. Wenn Ge- Rektor, obwohl er ganz genau weiß, daß derjenige, der den bewuchert hat, ein Christ war, nämlich Bericht. Die Neuforderung aus Anlaß der Erhebung der deut- danken aber nicht da sind, um den Zusammenhang zwischen Rektor Gemeinde Schullehrer, ein in der Wolle schen Gesandtschaft in Washington zur Botschaft und für den Wucher und Judenthum zu beweisen, glaubt man mit eingepauften Berliner Erwerb und die Einrichtung eines Botschafthotels in Madrid , Redensarten, die für die Agitation ganz gut sein mögen, wenn gefärbter antisemitischer Hezer, ein Ehr- und Halsabschneider: Der Abgeord sowie die Nachtragsforderung für die Betheiligung des Reichs sie gut bezahlt wird, hier Beweise führen zu können. Der Abg. Johannes Krüger aus der Thaerstraße in Berlin . an der Weltausstellung in Chicago find von der Kommission ein- Liebermann v. Sonnenberg fragt mich, ob ich solch ein Fremd- nete Böckel täuscht sich, wenn er mir ein liebevolles Entgegen stimmig bewilligt worden. ling im Stamme Israel sei und dergl. mehr. Wo ist denn ein kommen für die Antisemiten imputirt. Ich möchte mit dem AntiAbg. Goldschmidt( dfr.): Zu meinem großen Bedauern Stamm Ifrael? Ist das die Antwort auf meine Fragen? Wenn semitismus so wenig etwas zu thun haben als mit der denkbar find die Anregungen auf Erstattung eines Generalberichts er übrigens Statistik treiben will, dann mag er sich erst die niederträchtigsten Gemeinheit; ich betrachte ihn als eine Art über die Ergebnisse der Ausstellung in Chicago bei Herrn Elemente flar machen und muß die amtlichen statistischen Ar- moralischer Pest in unserem Bolt von Bötticher und den verbündeten Regierungen nicht auf beiten besehen. Seine statistischen Angaben werden von dem Gegenliebe gestoßen. Die Einzelberichte über diesen oder jenen Statifer v. Scheel ganz schlagend widerlegt, der nicht die Religion, Industriezweig, diese oder jene Gruppe genügen nicht; es muß was nur zu Trugschlüssen führt, sondern den Beruf zu eine planmäßige Zusammenfassung aller dieser Berichte erfolgen, grunde legt. Da findet man dann auffälliger Weise, daß, welche nur von dem Reichskommissar selbst ausgehen kann. Alle trotzdem unter den Juden die meisten Kaufleute sind, Kulturstaaten haben von den legten Ausstellungen solche Berichte doch noch ein paar Chriften mehr wuchern wie Juden. herausgegeben, und ich würde es beklagen, wenn eine solche Fund. Mit der Definition der Juristen im§ 302e bin ich nicht ein- Präsident v. Levehow: Der Redner befolgt noch immer grube der Belehrung gerade dem deutschen Volke verloren gehen verstanden, die Worte wer die Nothlage oder Unerfahrenheit nicht meine Mahnung und spricht in demselben Sinne weiter. follte. Bis 1867 find solche Generalberichte auch von der eines Anderen ausbeutet", oder wenn Leistung und Gegenleistung Abg. Kunert( fortfahrend): Der Abg. Böckel hat mein Buch preußischen Regierung herausgegeben worden. Ich will nur in auffälligem Mißverhältniß stehen", sind zu unbestimmt gefaßt. citirt, in dem die Worte saugen, saugen, saugen dem jüdischen Der Abg. Böckel hat hoffen, daß es doch noch möglich werden wird, einen einheit- Danach kann z. B. jemand wegen Wuchers bestraft werden, wenn Kapitalisten in den Mund gelegt sind. lichen, umfassenden Bericht herzustellen und dies auch im Rahmen er für 20 Pfennige Leistungen hergiebt, die derartig sind, wie wir diese Worte aus dem Zusammenhange von 84 Beilen geriffen. der heute zu bewilligenden 600 000 M. zu bewirken. fie in Boltsversammlungen und im Reichstage in den letzten Der Hauptgedanfe ist: die Ausbeutung des Proletariats wird Staatssekretär von Bötticher: Die Berechtigung dieses Tagen gehört haben. Es hat mich gewundert, daß Abg. Böckel gleichmäßig von Orthodoxen, Protestanten, Katholiken, Heiden, Wunsches ist ja nicht zu verkennen, aber die Ermittelung darüber, so wenig Material vorgebracht hat in der Frage, wie die Freigeistern und Juden vorgenommen, vorausgesetzt, daß dabei ob die Mittel dafür vorhanden sind und ob die aufzuwendenden Wucherer eigentlich vorgehen. Mir ist gesagt worden: wenn ich ein fapitalistischer Profit abfällt. Ich werde zum Beweise dessen Summen im Verhältniß zu dem zu erwartenden Nutzen stehen, meine Nachforschungen schon vor 15 Jahren angestellt hätte und später mein Buch auf den Tisch des Hauses niederlegen. Ich sind ihm nicht günstig gewesen. Uebrigens ist die Frage, ob ein fpeziell in Frankfurt a. M., so hätte ich und auch Herr Böckel fann beweisen, daß ich niemals Veranlassung gegeben habe, so folcher Generalbericht nicht doch erstattet werden wird, zur Zeit mehr Material über die Handhabung des Wuchers gefunden, beurtheilt zu werden, wie Abg. Böckel es hier gethan hat. Ich auf meine Thätigkeit als Redakteur noch keineswegs abgeschlossen. Eine Ausstellung, die so zahlreich zumal dort ein Mann lebte, der ganz bedeutend aktiv bei Wucher- verweise nur und umfassend beschickt worden wäre, wie die Chicagoer, hat es geschäften beschäftigt war und denselben Namen trug, wie der Schlesischen Nachrichten", der" Boltswacht", auf die große Zahl vorher nie gegeben; ein Sachverständiger für die ganze Aus- Abg. Böckel.( Abg. Böckel: Gemeinheit! Das war mein meiner Leitartikel gegen die Antisemiten, auf meine Reden in stellung ist überhaupt nicht ausfindig zu machen. Es müssen also Vater! Vizepräsident Baumbach: Ich rufe den Abg. Böckel Volksversammlungen Präsident v. Levehow: Ich muß Sie hiermit zur Sache für jeden einzelnen Zweig des Ausstellungsgebietes auch besondere zur Ordnung. Abg. Böckel: Mein Vater ist hier beleidigt Berichterstatter bestellt werden, denn nicht nur durch Worte, worden. Erbärmlichkeit! Schuft! Vizepräsident Baumbach: rufen. Abg. Kunert( fortfahrend): Wer für die herrschende Wirthsondern auch durch klare Zeichnungen werden die Ergeb. Ich rufe den Abg. Böckel wiederholt zur Ordnung. Abg. Böckel: niffe der Ausstellung anschaulich gemacht werden müssen. Ich kann die Ehre, meines Vaters nicht beschimpfen lassen.) schaftsweise eintritt, tritt bewußt oder unbewußt auch für die Alle Personen, die wir offiziell hinschicken, werden wir zur Er- Dieser§ 302e tann auch auf Alimentenangelegenheiten An- Auswucherung des Volkes ein. Die Verewigung der fapitalististattung von Berichten verpflichten. Ob später die Zusammen- wendung finden. Ich bitte aber zu überlegen, ob in diesem Falle schen Produktionsweise ist die Verewigung des Wuchers, und stellung der einzelnen Berichte erfolgt, muß der Zukunft überlassen nicht das Gewerbs und Gewohnheitsmäßige" zu streichen wäre. Daher gehören die Antisemiten, die scheinbar gegen den Wucher bleiben. Ein solcher Generalbericht dürfte mehr ein feuilletonistiches So schwebt mir ein Fall vor, wie die Einziehung der Alimente donnern, in Wirklichkeit zu den Anhängern der Halsabschneider. Interesse haben, als einen wirklich zuverlässigen Ueberblick über stattgefunden hat. Der Betreffende hat die Nothlage oder den( Heiterkeit.) die Fortschritte der Wissenschaft und Technik auf dem gesammten Leichtsinn eines Mädchens ausgebeutet, daß sie ihm das hingab, Ausstellungsgebiet liefern.
Damit ist der Gegenstand erledigt.
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Abg. Goldschmidt bestreitet, daß ein solcher Generalbericht fein allgemein wissenschaftliches Interesse haben könne. Der Nachtragsetat wird im übrigen ohne Debatte in seinen drei Positionen bewilligt. Darauf wird die dritte Lesung der Wuchergesehnovelle fortgesetzt. Die Generaldiskussion war gestern nicht zu Ende geführt worden.
Präsident v. Levezzow: Ich bitte den Redner, jetzt zur Sache zu kommen.
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ein
Präsident v. Levetow: Ich bitte den Redner wiederholt zur Sache zu sprechen. Abg. Kunert( fortfahrend): Der größte Theil der antisemitischen Wortführer gehört nicht in den Reichstag sondern ist reif für ein Korrektionshaus für sittlich Verwahrlofte( Heiterkeit links).
Der
Abg. Liebermann von Sonnenberg ( Antisemit): Ich danke was ihr das höchste war. Dafür gab ihr der Betreffende erst den Herren für diese scharfe Absage; jezt wird man uns doch nicht nur nichts, sondern er gebrauchte noch Lügen und Aus im Volte nicht mehr mit den Sozialdemokraten in einen Topf flüchte. Er schob einen Freund vor, einen Stadtverordneten, der werfen( Lachen links. Rufe: Das würden wir uns sehr vernatürlich nachher nichts von der Sache wußte. Das ist doch ein bitten!). Herr Kunert hat demüthig um Entschuldigung gebeten Fall von Wucher im Sinne des Volksbewußtseins; die Herren dafür, daß er früher einmal etwas antisemitisch war( Heiterkeit der antisemitischen Partei fennen den Fall sehr genau. In einem lints). Herr Stadthagen hat heute sehr erregt angefangen; Eranderen Falle wird ein Mädchen geschwängert, und sie ver- regung scheint sein Normalzustand zu sein; aber ich fann es ihm langt das gesetzliche Entgelt. Man macht nun Ausflüchte. nicht übel nehmen, denn gestern war er tief betroffen, als ich in diesem Ausflüchtemachen liegt etwas, Abg. Stadthagen: Der vorliegende Gefeßentwurf wird Schon was ihm zumuthete, ein Bad zu nehmen( Große Unruhe links. leider nicht allzu viel Wirkung haben. Will man dem Wucher im Volksbewußtsein als auf der 3Zwischenstufe zwischen Wiederholte Nufe: Pfui! Langandauernde Unterbrechung). Ja, Wucher stehend erachtet wird. Schließlich wenn Sie so debattiren, wie heute Herr Stadthagen , so muß näher treten, so kann man das nicht, indem man den Mangel Betrug und an Gemüth, Bildung und Geist zu verdecken sucht dadurch, daß wurde die Frau des Schwängerers hingeschickt, um ihren Mann man Ihnen so antworten: Auf einen groben Kloß gehört ein man die Religion und das sittliche Gefühl anderer verletzt. Das zu vertheidigen( Buruf: Namen nennen!) der Name thut nichts grober Keil! Wenn Sie beweisen können, daß Herr Ahlwardt zeigt nur, daß lediglich ein Mangel an Kenntniß der Verhältnisse zur Sache. Ich stelle besonders den Herren der antisemitischen fich den Sozialdemokraten genähert hat, werden Sie gerade uns vorhanden ist oder ein Mangel an Willen zu helfen. Ich habe Partei, die den letzt angeführten Fall sehr genau kennen, diese den größten Gefallen thun. Redner sucht aus seiner Rede von nicht, wie der Abg. Böckel sagte, behauptet, daß die antisemitische Anregung zur Erwägung, um solche schändliche Thätigkeit zu be- vor zwei Jahren nachzuweisen, daß Abg. Stadthagen falsch zitirt Fraktion den Wucher begünstige, daß sie oder ihr Nahestehende strafen. Dazu wäre nöthig, daß aus§ 302e das gewerbs und hat. Proben der berüchtigten Güterschlächter- Listen habe ich ja direkt Wucherer find, sondern nur, daß sie ganz genau dasselbe gewohnheitsmäßig" wieder beseitigt wird. Wenn solche Fälle gegeben, und auch Friedeberg- Arnswalde legt Beugniß ab von Ich habe nicht so viel Geld und Zeit find auf politischem Gebiet, wie die eigentlichen Wucherer und z. B. in einer Stadt wie Marburg üblich würden, dann ihrer Wirkung. Mir daraus ein Verbrechen zu machen, daß ich Zwischenhändler, indem sie für die großen Wucherer die Rañanien tönnte man auf grund dieses Gesetzes den Fall garnicht treffen, wie Sie. das geht zu weit. aus dem Feuer holen. Nachdem, was wir hier gestern von den anti- ebenso wie es wirfungslos fein würde gegenüber den Pfandleihen, die Liste noch nicht vollendet habe, semitischen Rednern haben hören müssen, muß ich mir überlegen, ob die 18 bis 20 pet. nehmen, weil das ein üblicher Wucher ist. Ich habe auch schon in einer meiner früheren Reden ausdrücklich