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Gewerkschaftliches.

Streifjuftiz.

Während des Blattenlegerstreits im Mai in Straßburg 1. Gls. begaben sich einige Streifpoften nachts zwischen 11 und 12 Uhr in den Hof des Neubaues der Artilleriefaserne in Neudorf­Neuhof bei Straßburg , um mit den 6 im Mannschaftsgebäude untergebrachten Arbeitswilligen zu sprechen, die schon während des Tages zu erkennen gegeben hatten, daß sie abreisen wollten, wenn ihnen die Geldmittel zur Verfügung gestellt würden. Die Streifen­den wählten die Nachtzeit, weil sie am Tage nicht an die Arbeits­willigen herankommen konnten, die von Schuhmannsposten behütet wurden. Die Streifenden gelangten durch zwei provisorische Holz­tore, die nicht verschlossen waren, in das Grundstück. Ihnen schloffen sich aus Neugierde noch einige Pflasterer an, die ebenfalls in der Kaserne Streitposten standen. Es gelang ihnen aber nicht, mit den Streitbrechern zu reden, da sie gar nicht wußten, in welchem Zimmer sich diese befanden und sie auf Anrufe keine Antwort er­hielten. Sie zogen deshalb wieder ab. Polizei und Staatsanwalt­schaft machten aus der Bagatelle aber eine große Staatsaktion. Die Polizei berichtete: etwa 20 Streifende, mit Knüppeln bewaffnet- wesens anzunehmen. was die Arbeiter energisch bestreiten- seien in die Kaserne ein­gedrungen und hätten die Arbeitswilligen mit Halsabschneiden be­droht. Selbst der Staatsanwaltschaft schien die Anzeige übertrieben. Sie leitete zunächst ein Verfahren wegen einfachen Hausfriedens­bruchs ein und fragte bei der Stadtverwaltung, der Besitzerin des Kasernengrundstückes an, ob sie Strafantrag stellen wollte. Die Etadtverwaltung lehnte das Anfinnen ab, sie hatte kein Interesse daran, daß die Streifenden, die keinem Menschen etwas zuleide getan hatten und sich nicht bewußt waren, einen Hausfriedens­bruch begangen zu haben, bestraft würden. Trotzdem konstruierte die Staatsanwaltschaft auf Grund der Polizeianzeige einen kompli zierten Hausfriedensbruch im Sinne des§ 123 Absatz 3 des Straf gesetzbuches, in welchem Fall ein Strafantrag nicht notwendig ist. 16 Angeklagte hatten sich nun am Dienstag vor dem Schöffengericht in Straßburg zu verantworten. Die Angeklagten bestritten die ihnen zur Last gelegten Handlungen, sie hätten keine Verabredung zu gemeinschaftlichem Vorgehen getroffen und keine Waffen ge= tragen; das Grundstück sei offen gewesen. Das Gericht aber kam auf Grund der Aussagen des früheren Nachtwächters in der Kaserne, die nicht weniger als sicher waren, und eines Schußmannes, der seine Kenntnisse erst wieder von dem Nachtwächter hatte, zu einer Verurteilung. 15 Angeklagte erhielten eine Woche Gefängnis, ein Minderjähriger einen Verweis. Der Staatsanwalt hatte für einige Angeklagte zwei Wochen, für die anderen einen Monat Ge­fängnis beantragt.

Berlin und Umgegend.

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Die Brauereihandwerker und deren Hilfsarbeiter fowie die im Zentralverband deutscher Brauereiarbeiter organisierten Ma­schiniſten und Heizer tamen am Mittwochabend im Gewerkschafts­haus" zusammen, um Stellung zur Lohnbewegung zu nehmen und eine Kommission ihrer Gruppe zu wählen. Tröger besprach in feinem Referat die Forderungen, die bei dem Abschluß eines neuen Tarifes geltend zu machen seien und zeigte, wie eine Reihe von Verbesserungen für das Maschinenpersonal und die Handwerker nebst Hilfsarbeiter notwendig eingeführt werden müßten. Für die beiden Lektgenannten würden einheitliche Löhne angestrebt. Das Maschinenpersonal sollte eine bessere Einteilung der Arbeitszeit er­halten und nicht fieben Schichten in der Woche für denselben Lohn arbeiten. Die Sonntagsarbeit sei zu bekämpfen. Neben den all­gemeinen Forderungen, wie sie in den Leitfäßen für einen neuen Tarif enthalten sind, wurden noch die besonderen Wünsche des Maschinenpersonals und der Handwerker zur Maßgabe für die Lohnkommission dieser Gruppe vom Referenten und in der Dis­fussion erörtert. Man wies darauf hin, daß gerade das Maschinen­personal gegenüber den anderen Arbeitern in den Brauereien sehr schlecht gestellt sei; von ihm werde eine zwölfftündige Sonntags­arbeit für umsonst verlangt. Die Woche bestehe aus sieben Tagen. Feiertage in der Woche würden nicht bezahlt usw. Der Lohnkom­mission wurde aufgegeben, dafür zu sorgen, daß dergleichen Schäden und Nachteile ausgemerzt werden. Tröger erklärte noch, daß der Zentralverband gemeinsam mit den anderen Organisationen die Lohnbewegung führen wolle, wodurch mehr Kräfte als bei früheren Bewegungen entfaltet werden könnten, daß man aber die Schwierigkeiten des Kampfes nicht unter­schätzen dürfe. Zugleich betonte er, daß durch den gemeinsam ge­führten Kampf der Standpunkt des Verbandes nicht erschüttert würde, der darauf gerichtet ist, daß alle in den Brauereien ange­stellten Arbeiter Mitglieder des Zentralverbandes deutscher Brauereiarbeiter sein sollten. Für die bevorstehende Bewegung sei cs von großer Wichtigkeit, unter den Unorganisierten lebhaft zu agitieren und sie für den Verband zu gewinnen.

Achtung, Treibriemensattler! In der Treibriemenfabrik " Union ", Ritterstr. 75, haben sämtliche Kollegen die Arbeit ein­gestellt. Die Ursache liegt darin, daß die Kollegen am lebten Sonn­abend wegen Abstellung verschiedener Mißstände mit der Firma verhandelten und daß jezt die Kollegen einzeln hinausgemaßregelt werden. Um diesem Schicksal zu entgehen, waren die Kollegen gezwungen, die Arbeit einzustellen. Der Betrieb ist für Sattler gesperrt. Die Ortsverwaltung Berlin des Verbandes der Sattler und Portefeuiller.

Achtung, Poft- Kartonbranche!

Der mit den Prinzipalen abgeschlossene Tarif ist mit dem

4. Oftober in Kraft getreten und werden die Mitglieder aufgefor­dert, die neuen Tarifpreise in allen Betrieben in Anrechnung zu bringen.

Etwaige Differenzen sind am Sonnabend, den 9. d. M., von 5 Uhr ab der Tariffommission im Lokal von Steinacker, Lands­berger Straße 107, zu melden. Die Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Buchbinderverbandes. Achtung, Wäsche- und Krawattenzuschneider!

Bei der Wäsche und Krawattenfabrik Otto Levy, Neue Fried­richstraße 37, bestehen Differenzen bezüglich Verlängerung der Arbeitszeit. Ein Schreiben unsererseits zweds Rücksprache um Beilegung der Differenzen ist mit der sofortigen Kündigung der Zuschneider beantwortet worden. Deshalb nehme keiner dort bis auf weiteres Arbeit an. Die Ortsverwaltung( Neue Königstr. 6). Achtung, Friseurgehilfen! Beigelegt sind die Differenzen bei Lodin, Swinemünder Str. 84; Kaiser, Hufelandstr. 49; Stasinski, Rigdorf, Niemenstr. 18. Für Mitglieder gesperrt: Steinbock, Beuffelstr. 47. Verband der Friseurgehilfen. Deutsches Reich .

Der Deutschnationale Handlungsgehilfen- Verband sendet uns bie folgende

Berichtigung:

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Aus der Frauenbewegung.

Bericht vom Parteitage

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Weft habe einen Dringlichkeitsantrag gestellt, der die Betternwirt schaft beseitigen sollte, 3. es habe sich gegen den Vorschlag des Gauvorstandes, in den Aufsichtsrat nur in Berlin tätige Mitglieder zu entfenden, heftige Opposition ergeben, 4. die Opposition habe bei der Abstimmung gefiegt, 5. für Reisen und Unkosten des Gau - erstatteten die Genofsinnen Baader und Lungwiz am Mitt vorstandes und der Bezirksvorsteher, für einen Posten Verpflich- woch in einer Versammlung der weiblichen Mitglieder der sechs tung 1908/1909" fowie für Verschiedenes" feien 2570 mt. liqui- Berliner Wahlvereine. Die Genoffin Baader wies unter diert worden. Für das Bildungswesen wären nur 100 mt. auf- anderem darauf hin, daß der Parteivorſtard eine durch den Bei­gewendet. Diese Behauptungen sind unwahr! Wahr ist: 1. Daß tritt der weiblichen Mitglieder verursachte erfreuliche Zunahme der es einen Bezirk Berlin gar nicht gibt, daß die Ortsgruppe Berlin politischen Organisation tonstatieren fonnte.- Bur Frage der Erb­durch Verzug nach anderen Orten 274 Mitglieder an andere Orts- schaftssteuer sagte die Rednerin: Wenn auch diese Steuer eine gruppen abgegeben hat, 2. daß es einen Gau Berlin - West gar nicht Forderung unseres Programms sei, so hätten doch mit Rücksicht auf gibt, dieser also auch keinen Antrag zur Beseitigung der Vettern- ihren Verwendungszweck im vorliegenden Falle Meinungsver­wirtschaft stellen konnte, 3. daß sich gegen den Vorschlag des Vor- schiedenheiten über unsere Stellung zur Erbschaftssteuer entstehen standes zur Besehung des Aufsichtsrates von keiner Seite heftige fönnen. Der nächste Parteitag werde voraussichtlich Klarheit in Opposition" ergeben hat und der Vorschlag des Gauvorstandes mit dieser Streitfrage schaffen. Der Parteitag habe gezeigt, daß die übergroßer Mehrheit angenommen wurde, 5. daß Gau- und Be- Genossen ein reges Interesse für die proletarische Jugendbewegung airfsvorstand 440,14 Mt. liquidierte", daß sich ein Posten Ber - haben. Das sei erfreulich und lasse für die Zukunft das beste hoffen. pflichtung 1908/1909" überhaupt nicht in der Abrechnung findet, Für die Stärkung unserer Partei sei es durchaus notwendig, daß daß ebenso nur ein nicht detaillierter Posten Verschiedenes" in wir die Jugend aus dem Banne der bürgerlichen Weltanschauung Höhe von 54,90 Mt. in der Abrechnung vorhanden ist. Für Bil befreien, sie mit unserem Geiste erfüllen und zu Klaſſenkämpfern dungswesen sind Aufwendungen überhaupt noch nicht gemacht erziehen. Die Aufklärung der Jugend sei um so bedeutungsvoller, worden, da es Aufgabe der Ortsgruppen ist, sich des Bildungs- weil wir dadurch auch dem Militarismus das Grab bereiten. Nicht minder wichtig sei die Tätigkeit der Kinderschußkommissionen. Deutschnationaler Handlungsgehilfen- Verband. Siz Hamburg . Auf diesem Gebiete könnten besonders die Frauen eine erfolgreiche Gau Brandenburg. Arbeit leisten. Sehr beachtenswert sei der Vorschlag des Genossen Rabenstein, wonach die Mitarbeit der Kontrolleure und Kontrol­Der Gauvorsteher: Thomas. leurinnen der Krankenkassen bei den Aufgaben der Kinderschutz­Wir haben den fraglichen Artikel von einer Zeitungskorrespon. fommissionen gewünscht wird. Selten sei ein Beschluß des Parter benz erhalten, an deren Zuverlässigkeit zu zweifeln für uns keine tages so freudig begrüßt worden wie der, welcher den Schnaps. Veranlassung vorlag. boytott ausspricht. Wenn auch der Boykott in erster Linie bestimmt sei, den Junkern die Liebesgabe zu entziehen, welche ihnen durch die Steuergesetzgebung zugewandt wurde, so könnten doch die Frauen noch aus anderen Gründen den Schnapsboykott mit Freuden begrüßen. Selbst da, wo der Mann nicht gerade ein Trinker, son­dern nur ein mäßiger Schnapskonsument sei, werde der Familie durch den Schnapsgenuß ein Teil des Einkommens entzogen. Nicht nur der völlige Rausch, sondern auch der kleine Schwips, den sich der Mann antrinkt, sei für die Familie, besonders aber für die Frau von den unangenehmsten Folgen begleitet. Während der Bes trunkene sinnlos hinsintt, mache der Beschwipste durch Bank und Streit seiner Umgebung das Leben schwer. Die Frauen müßten darauf halten, daß in unseren Kreisen auch nicht das kleinste Schnäpschen getrunken werde. Wenn die organisierten Genossen und Genossinnen dahin wirken, daß der Schnapsboykott auch außer halb unserer Reihen durchgeführt werde, dann würden wir auch des Fusels für uns nicht zu haben sind. Einfluß gewinnen auf die Arbeiter, die infolge der Einwirkung sich die Rednerin darüber aus, daß die württembergischen Genossen Anerkennend sprach durch ihre Erklärung bekundeten, sie seien zu besserer Einsicht ges kommen und daß dadurch heftige Debatten über die Hofgängerei vermieden wurden. Als einen großen Fortschritt bezeichnete es die Rednerin, daß in dem neuen Organisationsstatut die volle Gleichberechtigung der Frauen ausgesprochen wird. Die Frauen, welche in die Vorstände der Organisationen gewählt werden, dürften fich nun nicht damit begnügen, daß sie im Vorstande siten, sondern fie müßten, wie es ihre Pflicht sei, im Einverständnis mit den Männern die Agitation unter dem weiblichen Proletariat betreiben. Dadurch, daß Männer und Frauen in unseren Organisationen zusammenarbeiten, würden Gegenfäße und Mißverständnisse, die bei getrenntem Arbeiten entständen, beseitigt werden, man werde fich kennen und verstehen lernen und so gemeinsam die Interessen der Partei fördern. Daß für den im Organisationsstatut feft. gesetzten Mindestbeitrag von 15 Pf. für weibliche Mitglieder die " Gleichheit" nicht unentgeltlich geliefert werden könne, sei selbst­verständlich. Die Frauen müßten so erzogen werden, daß sie die Kosten für ihr Blatt selbst aufbringen könnten. Dann habe das Blatt für sie auch mehr Interesse, als wenn es unentgeltlich ge= liefert werde.

Zum Streit im Mansfelder Bergbau meldet das Leipz. Tage­blatt", daß der Oberbürgermeister von Leipzig , Dr. Dittrich, in Eisleben eingetroffen ist. Dr. Dittrich ist, da Leipzig rund 7000 Mansfelder Kure befitt, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Mansfelder Kupferschiefer bauenden Gewerkschaft. Die Verwal­tung soll bereit sein, am Donnerstag mit dem legalen Arbeiter­ausschuß zu verhandeln. Wie das Leipziger Tageblatt " von authentischer" Seite hört, soll die Zahl der Streifenden 800 be­tragen.

Die Wirkung des Streits erhellt aus der Tatsache, daß jetzt täglich nur 28 Wagen befördert werden konnten, gegen 1200 Wagen vordem.

Erfolgreicher Streif.

Sonntag in Gera waren in den Streik getreten, um die Ent­Die Arbeiter der Maschinenfabrik und Eisengießerei Rudolf laffung des Obermeisters Roth zu erzwingen. Dieser Obermeister war als unliebsamer Vorgesetzter bekannt. Vielfach hatte er eigenhändig Lehrlinge verprügelt. Mit den Arbeitern war er oft in Konflikt geraten. Als der Obermeister am 20. September einen früheren Arbeiter der Sonntagschen Fabrit ohne jede Veranlassung mit einem Gummischlauch derartig mißhandelte, daß der Arbeiter außer anderen Verlegungen eine Kopfwunde davontrug, schlug das dem Faß den Boden aus. Die Arbeiter forderten die Entlassung des Obermeisters und legten, da die Firma diesen Herrn unter ihren Schutz stellte und die Entlassung verweigerte, die Arbeit nieder. Nunmehr erklärte sich die Firma bereit, dem Obermeister zu fündigen, so daß die Arbeit am 5. Oktober wieder aufgenommen werden konnte.

Der Zentralverband der Maschinisten und Heizer, Filiale Leipzig , erzielte für das Maschinen-, Kessel- und Beleuchtungs­personal der Kammgarnspinnerei von Stöhr u. Co. in Leipzig­lag with eine Lohnaufbesserung von 3 Proz. sofort und weiteren 5 Proz. am 1. Januar 1910, zusammen also 8 Proz. In Betracht fommen 62 Mann.

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Die Gründung des Nationalen"( gelben) Arbeitervereins ber Firma Krupp in Essen .

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Die zweite Berichterstatterin, Genossin Lungwi, bezeichnete es als erfreulich, daß nach dem Beschluß des Parteitages die Mai­feier in ihrer bisherigen Form bestehen bleibt. Hoffentlich werde Ueber die Gründung und Förderung dieser gelben Organisation Weiter besprach die Rednerin die Verhandlungen über die.hs= auch in der Zukunft die Maifeier feine Beeinträchtigung erfahren. durch die Firma Krupp in Essen, die von interessierter Seite aus versicherungsordnung sowie die sonstigen Anträge und erklärte, daß leicht erklärlichen Gründen bestritten wurde, werden jetzt wir mit den Beschlüssen des Parteitages zufrieden sein können. folgende Tatsachen bekannt: Der offizielle Name des Vereins wurde mit Vertretern der Firma festgesetzt, nachdem schon vorher drei viele Genossen und Genoffinnen seien mit dem Maifeierbeschluß Genossin Bien, die in der Diskussion das Wort nahm, sagte, 25. Mai 1909, wurde in sämtlichen Werkstellen und an allen Aus- der Maifeier in die Defensive drängen lassen. Wären wir von Namensänderungen vorgenommen waren. Am Dienstag, den des Parteitages nicht einverstanden. Wir hätten uns hinsichtlich gängen eine in der Kruppschen Buchdruckerei hergestellte Aufforde- Anfang an in der Offensive geblieben und hätten für die Arbeits­rung zum Beitritt in den Nationalen Arbeiterverein, Werk Krupp" ruhe mehr agitiert, dann stände es besser um die Maifeier. Bur ausgehängt. Diese Aufforderung enthielt ein Schreiben der Firma Frage der Erbschaftssteuer sagte die Rednerin: Wenn auch Genosse rupp an den gelben Verein, welches besagt, die Firma wolle die Bebel erklärt habe, er würde in dritter Lesung für die Erbschafts = Bestrebungen des Vereins gern unterstützen". steuer gestimmt haben, so sei fie der Meinung, wir müßten vom prinzipiellen Standpunkt gegen diese wie gegen jede Steuer ftimmen, die für militärische und sonstige tulturwidrige Zwede verwendet werden solle.

abend, den 2. Oftober, in einer Versammlung des Wertmeisterber­

Genosse Ernst, der den Vorsitz führte, schloß die Versamms lung mit dem Hinweis darauf, daß dieselbe im großen und ganzen ihr Einverständnis mit den Verhandlungen und Beschlüssen des Parteitages bekundet habe. Zur Frage des Kinderschutzes hätten die Berliner Genossen Stellung genommen und Genofsinnen in die Kinderschutzkommission gewählt. Er bitte die Frauen, die Arbeiten der Kommission, die nicht leicht seien, nach Kräften zu unter­stüßen durch Mitteilung von Material. Ferner wandte sich der Redner an die Genossinnen mit dem Ersuchen, für die Organi­sation unter den Frauen zu agitieren und sich zu beteiligen an den Arbeiten zur Landtagswahl in den vier Berliner Wahlkreisen. Wenn die Frauen zeigen, daß sie zusammen mit den Männern am politischen Kampf teilnehmen, dann wird die Zeit kommen, wo auch den Frauen die Rechte gewährt werden müssen, welche die bürgerliche Gesellschaft den Männern notgedrungen gewährt hat.

Letzte Nachrichten und Depefchen.

Alle weiteren Bekanntmachungen des Vereins wurden bis heute von der Firma Krupp in den Fabrikräumen angeschlagen. Die Drudkosten für alle angefertigten Drucksachen des Vereins trägt die Firma Krupp . Daß die Firma dem Verein weitere finan zielle Mittel zur Verfügung stellt, kann auch nicht be­stritten werden. Dies gab selbst der zeitige Vorsitzende des Vereins in einer großen Versammlung am Montag, den 21. Juni, zu, wo er auf Vorhaltungen erklärte: eine Bewegung tommt voran, wenn nicht Leute dahinter stehen, die was in die Fingers" haben." Dann hat die Firma Krupp die mit dem gelben Verein verbundene Krantentasje durch finanzielle Beihilfe mit ins Leben rufen helfen. Die Unterstützung dieser Kasse geschieht auch fernerhin, wie die Vorstandsmitglieder des Vereins selbst bei ihrer Agitation unter den Kruppschen Arbeitern wiederholt erklärten. Ein Be­amter der Firma Krupp , Dr. Halbach, ist in allen Sachen der Beirat des Vereins, demselben müssen sämtliche Publikationen vor­gelegt werden. Derselbe arbeitet auch die verschiedenen Reden der Borstandsmitglieder durch. Derselbe Herr hat auch noch am Sonn­eins in Essen für die Werkvereinsbewegung" in einem Vortrage plädiert. Weiter ist allen Meistern der Firma Krupp eine als Agitationsschrift gedruckte Rede des Landtagsabgeordneten Rochling Saarbrüden innerhalb der Fabrik durch die Boten Saarbrücken , 7. Oktober. ( B. H. ) Wegen Vergehens gegen der Firma zugestellt worden. Die Firma hat in einem ihrer Häuser§176 Abs. 3 Str.-G.-B. hatten sich gestern und heute vor dem aus ihren Mitteln dem Verein ein Bureau einrichten lassen, in dem Kriegsgericht der 16. Division vier Unteroffiziere und Feld. ein mit vollem Lohn beurlaubter Arbeiter die Geschäfte versieht. webel zu verantworten. Die Verhandlung fand bei gefchloffenen Auch werden dem Verein zweds Abhaltung der Versammlungen die Türen statt. Das Urteil lautete gegen den Bizefeldwebel Hardtnack Speisesäle der Firma zur Verfügung gestellt. Endlich hat sich noch zu 6 Monaten 1 Woche, gegen den Sergeanten Hummel auf die Abteilung Arbeiterannahme" der Firma Krupp in den Dienst 7 Monate, gegen den Sergeanten Leim auf 6 Monate und gegen der Gelben" gestellt. Von hier aus werden dem Verein die den Unteroffizier Bachhoff auf 2 Monate Gefängnis. Strafmildernd in Betracht kommenden Namen aller neuanfangenden Arbeiter und die genaue wurde die sittliche Verdorbenheit der Arbeitsstelle derselben übermittelt. Von den Bureaudienern der Mädchen in Erwägung gezogen. Firma wird dann jedem Arbeiter, der neu anfängt, auf seiner Arbeitsstelle eine Aufforderung zum Beitritt in den Verein mit Aufnahmeschein zugestellt. Weiter wurde in der letzten Ge­neralversammlung am Sonntag, den 3. Oktober, noch vom Vorstand des Vereins offiziell bekanntgegeben, daß mit Genehmigung der Firma eine anderweitige Krantenunterstübung plakgreife und jetzt die Beiträge für den Verein und die Krankenhilfskasse vom Rohne direkt einbehalten würden.

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Wie angesichts dieser Tatsachen noch eine Förderung und Unterstübung der Gelben" durch die Firma Krupp abge­Ieugnet werden kann, ist ganz unbegreiflich! Der Verein soll angeblich bereits 1700 Mitglieder zählen.

Husland. Achtung, Holzarbeiter!

Nette Stellvertreter Gottes.

Saarbrücken , 7. Oktober. Der verheiratete Bizefeldwebel Wolter, welcher angeklagt war, sich an einem 4½jährigen Mädchen bergangen zu haben, wurde vom Kriegsgericht zu 8 Monaten Ge fängnis und Degradation verurteilt.

Gegen die bayerischen Scharfmacher.

München , 7. Oftober.( B. S.) In der heutigen Landtags. fitung wiederholten bei Fortsehung der Beratung der liberalen und sozialdemokratischen Interpellationen die Redner sämtlicher Par­teien ihre Klagen gegen die koalitionsfeindliche Augsburger Ma­schinenfabrik und forderten die Regierung auf, derselben eventuell die Staatsaufträge zu entziehen. Auf die Klagen sämtlicher Redner wegen Nichtdurchführung der Aufbesserung für staatliche Arbeiter antwortete der Verkehrsminister, diese Beschlüsse beanspruchten so viele Dußend Millionen, daß an eine sofortige Ausführung nicht au denken sei.

Der Vorwärts" enthält in seiner Ausgabe vom 5. Oktober Von der englischen Gewerkschaftszentrale wird mitgeteilt, daß einen Bericht über die Tagung des Gaues Brandenburg im Deutsch­nationalen Handlungsgehilfen- Verband, in dem behauptet wird: in London ein Tischlerstreit ausgebrochen ist und Zuzug 1. Der Vorstand habe schweren Herzens einen Verlust von 274 von Deutschland erwartet wird, der natürlich zurückgehalten werden Mitgliedern im Bezirk Berlin feststellen müssen, 2. der Gau Berlin - muß. Verantw. Redatt.: Emil Unger, Grunewald . Inseratenteil verantw.: Th, Glode, Berlin . Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Berlagsanftals Baul Singer& Co., Berlin SW, Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsbl,

Immer noch die Cholera. Amsterdam , 7. Oktober. In Zwyndrecht bei Dordrecht ist eine choleraverdächtige Erkrankung vorgekommen.