Einzelbild herunterladen
 
  

Nr. 262. 26. Jahrggrág. 2. Beilage des Vorwärts " Berliner Volksblatt. Dienstag, 9. November 1909.

Zahlabend: morgen Mittwoch für Groß- Berlin.

Partei- Angelegenheiten.

Wegen einer Benzinczplosion wurde die Feuerwehr nach der Bietenstraße 18 gerufen. Als die Berliner Wehr erschien, war die Schöneberger fchon zur Stelle. Eine Gefahr lag nicht mehr vor. Bon den Samaritern der Wehr wurde die Frau Wolffram, die Brandwunden erlitten hatte, verbunden. Mit Zustimmung des Aktionsaus schusses von Groß- Berlin gelangt am Mittwoch- Bahlabend ein Flug Der Vorstand des Arbeiter- Sängerbundes, Gau Berlin , ersucht die blatt zur Verbreitung; dasselbe wird dem Mitteilungsblatt beigelegt. Sangesbrüder, im Sinne des Flugblattes zu agitieren.

Sie betonte, daß die Inschrift ja keine Beschuldigung enthält, hatten. Die Frau des Toten konnte in Ermangelung an Mitteln vielmehr lediglich eine Tatsache, eine Wahrheit feststellt und die Ueberführung ihres Mannes nach der Leichenhalle nicht bewert Es muß deshalb verwundern, daß die Behörde Saß der Denkstein seit seiner Setzung keineswegs die Nuhe, stelligen lassen. An die Parteigenossen Berlins und der Mark Brandenburg. Sicherheit oder Ordnung gefährdet habe. Sie habe das Recht, nicht für die Wegschaffung des Toten Sorge tragen ließ. Die neue Lokalliste liegt der heutigen Nummer des Vorwärts" ihrem verstorbenen Ehemann einen Denkstein sehen zu lassen bei. Jeder Arbeiter muß sich stets vor Augen führen, daß für eine und werde ihr Recht eventuell im Klageweg verfolgen. fruchtbringende Agitations- und Organisationsarbeit der Besitz Trotzdem hat der Gemeindevorsteher die Inschrift umhüllen freier Lokale die erste Borbedingung ist. Um in unserem lassen und gedroht, den Denkstein selbst vom Friedhofe zu ent­Lokalfampfe immer mehr Erfolge zu erzielen, ist es notwendig, fernen. An die Arbeiter- Sänger. Dieses Vorgehen des Gemeindevorstehers widerspricht dem den Lokalbontott, unfere wirtsamste Waffe, überall mit aller Schärfe durchzuführen. Alle Veranstaltungen der Gesetz und ist ein schwerer Eingriff in die Rechte der Witwe. Bereine find stets daraufhin zu kontrollieren, ob dieselben Ist der Gemeindevorsteher der irrigen Ansicht, der Stein sei in einem der Arbeiterschaft auch zu Versammlungen zur zu entfernen, so hat er ein Recht, auf Entfernung der Inschrift Verfügung stehenden Lokale stattfinden; gerade dies dies bitten zu flagen. Unerlaubte Selbsthilfe steht ihm nicht zu. Die Die Freie Volksbühne veranstaltet am Sonnabend dieser Woche wir ganz besonders zu beachten. Es gibt keine Ortschaft, die bei Witwe wird gegen das eigenmächtige Vorgehen des Gemeinde­einer nennenswerten Arbeiterbevölkerung nicht auch eine ganze Anzahl vorstehers den Weg der Klage beschreiten. Die Gesetze geben( den 13. November), abends 81% Uhr, im großen Konzertsaal der Brauerei Happoldt in der Hasenheide ihr Herbstfest mit ans der verschiedensten Vereine aufzuweisen hat, die sich wiederum in dem Gemeindevorsteher kein Recht, die Wahrheit zu umhüllen. schließendem Ball und Gesellschaftsabend. Das Progranim ist ein ihrer Mehrheit naturgemäß aus Arbeitern zusammensetzen. Hier Die Stadtverordneten- Stichwahl im zweiten Bezirk zwischen mit den allerneuesten Brettelnummern ab. Ihre Mitwirkung haben forgfältig gewähltes. Heitere Musik und Liedervorträge wechseln gilt es fortwährend agitatorisch auf diese Vereine dahingehend ein­zuwirken, daß dieselben zu ihren Veranstaltungen nur freie dem Kommunalfreifinnigen v. Leis und dem Demokraten Herrn zugesagt: Frau Martha Glüd( Soubrette) vom Berliner Lustspiel­2ofale benugen, oder aber die Benutzung eines Lokales davon v. Gerlach findet am Mittwoch, den 24. November, von vor- haus, Fräulein Lissi Kurz( Konzertfängerin), Herr Frizz Grünbaum, abhängig machen, daß der betreffende Wirt seine Räume auch zu mittags 10 bis abends 8 Uhr statt. politischen und gewerkschaftlichen Versammlungen hergibt. Billetts zu Veranstaltungen in gesperrten Lokalen sind stets ent­fchieden zurückzuweisen.

um

Alle

der Verfasser der Dollarprinzessin" und" Wiß Dudelsack"( selbst­berfaßte Satiren), der Humorist Herr May Reichhard, beide vom Chat noir, und Herr Stapellmeister Clemens Schmalstich vom Neuen Schauspielhaus. Festmarken a 60 Pf. find für die Mitglieder und deren Angehörige in den Zahlstellen zu haben.

-

Zu dem Kapitel: Kirchensteuerveranlagungen liegt uns heute folgender taum glaublicher Fall vor. Die evangelische Kirchenſynode will von einer Frau Rösler, Rügener Straße 15, fünfundsechzig An die Arbeitervereine der größeren Städte richten wir Pfennige Kirchensteuer haben für die Zeit vom Januar 1910 bis wiederum die Aufforderung, sich bei ihren Ausflügen und März 1910. Wie uns durch die vorgelegte Todesurkunde bewiesen Partien streng nach der Lokalliste zu richten, dadurch wird, ist Frau Rösler am 15. Dezember 1900, also vor neun Jahren unsere Genossen in den Provinzorten in ihrem äußerst schwierigen in der Charité gestorben. Jeder und opferreichen Lokalkampfe wirksam zu unterstützen. drama" Jugend". Man frägt sich angesichts solcher Vorkommnisse: Wie ist es muß dessen eingedent sein, daß der Kampf um die Ermöglich, eine vor neun Jahren verstorbene Person zur Kirchensteuer ringung von Versammlungsräumen ein Kampf um zu veranlagen? das Versammlungsrecht ist; wo uns Säle zu Ver Ein Urteil über Berlin fällt der englische Journalist Robert sammlungen zur Verfügung stehen, bort tönnen Blatchford, der fünf Wochen in Deutschland war, im" Daily Mail". wir unser Bersammlungsrecht erst wirklich aus- Er sagt: nügen. Deshalb: Beachtet die Lokalliste!

Des weiteren ersuchen wir die Vorstände und Komitees, bei allen ihren Veranstaltungen dafür zu sorgen, daß das notwendige Bedienungspersonal stets bom tostenlosen Arbeitsnachweis des Ver­bandes deutscher Gastwirtsgehilfen bezogen wird.( Ortsverwaltung Berlin, Große Hamburger Straße 18/19. Tel. Amt III, 1813.)

Außerdem ist es im eigenen Interesse der Vereine selbst dringend notwendig, daß allen Verträgen mit Lokalinhabern eine Klaufel angefügt wird, wonach für den Fall, daß das betreffende Lotal später für Arbeitrversammlungen verweigert werden sollte, der Vertrag seine Güligkeit berliert.

Alle sonstigen Anfugen, Mitteilungen usw. find stets durch die in der Lokalliste angegebenen Kommissionsmitglieder an den Ob­mann der Lokalfommifion zu richten, soweit Lokale Berlins und der Kreise Nieder- Banim, Teltow - Beeskow und Potsdam - Ost­habelland in Frage fonmen. Für die übrigen Provinzorte sind alle Anfragen direkt ar den Obmann zu richten, in keinem Falle jedoch direkt an de Redaktion des Vorwärts"; dies bitten wir zu beachten.

Zum Schluß ersuchen vir die Parteigenossen, die jeweilige Lokalliste stets b3 zum Erscheinen der nächsten aufzubewahren, fowie von allen i der Zwischenzeit eintretenden etwaigen Aende­rungen Notiz zunehmen. Für verloren gegangene Listen tann jederzeit Ersatz bu allen Kommissionsmitgliedern bezogen werden.

"

Die Lokalkommission.

Zur Lokallist In Mariendorf ( T.-B.) steht uns das Lokal 8um Feldi löschen", Kurfürstenstr. 44, Inh. Preuß ( früher Zierod) neder zu allen Veranstaltungen zur Verfügung. Die Lokalfommission. Zweiter Wahleis( Friedrichstadt ). Zahlnacht für Buchdruder usw. ( Sezer, Maschineneister, Korrektoren, Stereotypeure usw.) am Mitt­woch, den 10. Sepmber, nachts 12 Uhr, bei Jul. Meyer, Dranien­straße 103. 1. drag des Genossen Eugen Brückner. 2. Aussprache. Alle für obige Beife in Betracht kommenden Druckereiarbeiter sind freundlichst eingelten. Der Vorstand.

Dritter Wahleis. Am Sonntag, den 14. November, abends 62 Uhr, findet i den Ritterfälen", Ritterstr. 75, eine Versamm Lung statt. Auf d Tagesordnung steht ein Vortrag der Genoffin Wilhelmine Kähle

Nach der Verimmlung gemütliches Beisammensein. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Karlshorst . Drgen, Mittwoch, den 10. November, findet bei Sabrowski. der Hlabend statt. Da wichtige Mitteilungen zu machen sind und d Protokolle vom Parteitag ausgegeben werden, ersuchen wir alle arteigenoffen, pünktlich zu erscheinen. Es wird ein Vortrag gehalt. Der Vorstand. Grünau . Moen Mittwoch, abends 8%, Uhr, findet in der Grünen Ede" di Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: welche Aufgaben hat die Arbeiterschaft in der Kommune?" Refent: Genosse Migner. Diskussion. Bereins­angelegenheiten unVerschiedenes. Gäste willkommen. Der Vorstand. Ertner. Mitttth, den 10. d. M., abends 8 Uhr: Mitglieder­versammlung des Shlvereins.

Beriner Nachrichten.

Die verhüllte Wahrheit.

" 1

Gleichzeitig sind die Extravorstellungskarten für den 21. November im Leffings und im Herrnfeld- Theater nur noch kurze Zeit in den Bahlstellen zu haben. Aufgeführt tverden Der König ", eine politische Satire von Cavaillet und Arène und May Halbes Liebes­Eine geringe Anzahl von Mitgliedskarten zu den neuen Ab­teilungen sind in den Zahlstellen nur noch bei sofortiger Anmeldung zu haben. Der Vorstand. J. V.: G. Winkler. Eine Schillerfeier für die proletarische Jugend hatte am Sonntag der Jugendausschuß für Groß- Berlin veranstaltet. Die schöne Feier nahm einen trefflichen Verlauf. In dem großen Saale der Prachts säle des Westens in Moabit hatten sich wohl 1500 Jugendliche beiderlei Geschlechts eingefunden, die mit gespanntester Anteilnahme den Darbietungen des Abends folgten, die in Vorführungen klassischer Musit, einer Festrede, Chor- und Sologesang und Rezitationen bestanden. Nach der mit großer Bravour vom Neuen Tonkünstlers Orchester gespielten Duverture von Rossinis Tell" und einem Vors trag des Gesangvereins Lerche" gab Genosse Ströbel in ein stündiger Rede ein Bild von der bichterischen und menschlichen Per­sönlichkeit Schillers und den Beziehungen des Dichters zu feiner Beit und zur Gegenwart. Die Konzertfängerin Fräulein Döring und Maria Holgers als Rezitatorin fanden als Interpreten Schillerscher Dichtung den lebhaftesten Beifall der angeregten Bu­hörerschaft.

Berlin ist die neue Hauptstadt eines neuen Deutschlands . Es sieht echt" aus, wohl fundiert und wohlhabend. Es ist ge­plant und erbaut worden mit deutschem Verstand und echt deutscher Gründlichkeit. Die Straßen, die Häuser, die öffentlichen Gebäude tragen einen Charakter von Einheitlichkeit, den wir in feiner englischen Stadt finden würden. Nicht eine einzige Straße habe ich gefunden, die so häßlich, so arm, so schmußig war als manche Londoner Viertel. Ich habe in Bermondseh ( Londoner Stadtviertel) in fünf Minuten mehr Schmutz gesehen ale in fünf Wochen in ganz Deutschland . Ich weiß, daß jede Straße in Berlin sauber ist; ich glaube, jedes Haus ist es auch. Nicht ein schmutziges Kind, eine schmußige Frau habe ich in Berlin entdecken fönnen. In ganz Deutschland habe ich zwei Bettler angetroffen, und die waren Krüppel. Ich habe keinen in Fehen gekleideten Menschen, keine von Alkohol oder Aus- Sportpart Treptow . Bei schon recht herbstlicher Stühle fanden schweifungen aufgedunsenen Gesichter gesehen. Kein slum", am Sonntag noch verschiedene Rennen statt, die leidlichen Besuch feine ungefunden Hütten". Und die ganze Zeit feinen einzigen hatten. In zwei Läufen über 30 Kilometer standen sich H. Przyrembel, Vagabunden." Sind die Deutschen also Engel?" fragt Blatch- A. Stellbrink und Janke gegenüber, von denen die beiden ersteren ford. Nein. Sie sind unsere Vettern; die echten Vettern der je einen Lauf gewannen. Jante hielt sich besonders im ersten Rennen Engländer. Aber sie sind besser regiert, weniger verwöhnt, ganz tapfer und leistete hartnäckigen Widerstand, ehe er sich eine gebildeter. Berlin ist auch die Iuftigste Stadt. Ich will wetten, Bahnlänge nehmen ließ. Im zweiten Lauf mußte er sich früher daß man in Berliner Cafés luftigere Gesichter sieht und beugen, doch auch hier kam es zu längerem Kampfe zwischen ihm glücklichere und gesundere als in Paris . Berliner lieben Musit, und Przyrembel, wobei legterer fogar vom Motor abfiel und gegen lieben ihre Kinder, die gewaschen, gekleidet, geschult sind. Im beide Gegner einige Runden einbüßte; doch konnte er sich vor Janke ganzen sind die Deutschen höflicher als die Engländer, und zwar den zweiten Plaz zurückerobern. Die gefahrenen Zeiten in beiden nicht nur oberflächlich. Und es fällt ihnen auch nicht ein, einen Rennen waren sehr gut und stellten neue Rekords für Treptow dar. jeden Fremden zu verdächtigen, nur weil es ein Fremder ist." Ein Fliegermatch zwischen Hoffmann, F. Stellbrink und Campe sah Diese Auslassung des englischen Journalisten zeigt wieder im Endlauf Hoffmann als den endgültigen Sieger.- Das Prämien­einmal, daß Leute über Berlin schreiben, ohne auch nur die geringe fahren gewann ebenfalls Hoffmann vor Tschirpe und Campe. sten Kenntnisse sich erworben zu haben. Herr Blatchford scheint Berlin nur von der besseren Seite tennen gelernt zu haben. Aus der Tatsache, daß er in Berlin keinen in Feßen gekleideten Menschen, feine von Alkohol oder Ausschweifungen aufgedunsenen Gesichter, teine ungesunden Wohnungen," kurz das Glend in seiner nadten Gestalt gesehen hat, soll er aber nicht schließen, daß es das in Berlin nicht gibt. Leider hat auch in Berlin das Massenelend feine Stätte und Herr Blatchford hätte nur an einem Morgen in aller Frühe nach dem städtischen Obdach in der Fröbelstraße gehen brauchen und warten sollen, bis die Obdachlosen das Asyl verlassen. Der Anblick der Armen und Elenden hätte dem Herrn vielleicht genügt, um auch die Kehrseite der Medaille kennen zu lernen.

Gesperrt wird der vor den Grundstücken Neu- Cölln a. 28. 15-17 liegende Straßenteil wegen Häuferabbruchs sofort bis auf weiteres.

Aus dem Bureau des Verbandes der Zimmerer wird uns mit­geteilt, daß auf dem Wege von der Bülow- bis zur Barbarossastr. 2 ein Mitgliedsbuch auf den Namen Hermann Böppel, Vers bands- Nr. 58711 lautend, verloren gegangen ist. Der ehrliche Finder wird gebeten, das Buch entweder im Restaurant Folger, Kyffhäuser­straße 26, oder im Verbandsbureau, Engelufer 15, Zimmer 50 abzu­geben.

Feuerwehrnachrichten. In der Nacht zum Montag wurde der 16. Löschzug nach der Müllerstr. 1a alarmiert. Dort brannte um Der Schnapsboykott und der Stadtausschuß. Ein Gastwirt am 4 Uhr im Erdgeschoß ein Hängeboden, ein Klosett mit dem Zwischen­Bayerischen Play in Schöneberg hatte das Verwaltungsstreitverfahren gebält, Fußboden u. a. Vorher hatte die Feuerwehr im Terminus. eingeleitet, weil auf das wiederholte Ersuchen hin der Ausschant Hotel" in der Friedrichstr. 101 zu tun, wo ebenfalls auf einem von Spirituosen nicht gestattet wurde. In feiner Klage hatte er Hängeboden Feuer ausgekommen war, das auf seinen Herd be­unter andern auch darauf hingewiesen, daß die bei ihm ver- fchränkt werden konnte. Grober Unfug lag einer Feuermeldung vom Die Täter find unerkannt entkommen. fehrenden Arbeiter und Handwerker zum Bier regelmäßig einen Artonaplatz 4 zu Grunde. Schnaps berlangten. Mit seiner Klage ist der Gastwirt jetzt vom In der Potsdamer Straße 88 C und Bimmerstr. 22 mußten zwei Stadtausschuß wieder abgewiesen worden. Interessant ist in der Brände gelöscht werden, die in Badestuben ausgekommen waren. Ferner brannten in der Urteilsbegründung vor allem, daß der Stadtausschuß fich auf den Läufer, Bretter u. a. brannten dort. sozialdemokratischen Schnapsboykott, den der letzte Parteitag be- Stegliger Straße 72 eine Trennungswand mit dem Gebält auf schlossen hat, bezieht, Es heißt nämlich in dem Entscheide: Wenn einem Korridor und in der Wrangelfir. 66 in einer Küche Kohlen Der Kläger behauptet, daß bei den Arbeitern und Handwerkern stets und Staſten usw. Erfolglos waren die Bemühungen zur Rettung ein Bedürfnis zum Spirituosengenuß vorliegt, so muß dem ent- eines Kranten in der Köpenider Straße 1. gegengehalten werden, daß der Spirituosenkonsum notorisch zurüd waren mit einem Bratschen Apparat erschienen, der aber ohne gegangen ist und durch die auf dem sozialdemokratischen Parteitag Erfolg benutzt wurde. beschlossene Schnapsboykottierung der Arbeiterschaft weiter erheblich eingeschränkt werden wird."

Den Arm zermalmt. Zum Krüppel wurde gestern der 56 Jahre alte Fabrikarbeiter Hermann Flessing, Turiner Straße 2 bei einem fchredlichen Unglücksfall in der Bankstraße.. hatte beim Ueber- Schöneberg. schreiten des Fahrdammes nicht das Herannahen eines Geschäfts­wagens beachtet. Er wurde vom Handpferd umgerissen und ehe der Kutscher das Gespan zum Halten bringen konnte, waren die Räder über F. hinweggegangen. Dem Bedauernswerten wurde der linke Arm vollständig zermalmt, so daß er amputiert werden muß. F. fand im Krankenhaus Moabit Aufnahme.

Samariter der Wehr

Vorort- Nachrichten.

Der Ausfall der Stadtverordnetenwahlen hat im Lager der Liberalen Fraktion" eine arge Mißstimmung hervorgerufen. Sie hatte mit aller Bestimmtheit darauf gerechnet, wenigstens die vier Mandate des 4. und 9. Bezirks für sich zu holen. Alles mögliche wurde auf die Beine gebracht.

Den Beamten wurde ein

Am 26. Septiber wurde unter Teilnahme von etwa 10 000 Leibtragenn der Denkstein auf dem Kirchhofe in Um den Abschluß eines Liebesdramas handelt es sich anscheinend Schreiben zugestellt, worin sie darauf aufmerksam gemacht wurden, Hohen- Neuendorf f unseren leider so früh und jäh uns ent- bei der Verzweiflungstat eines lebensmüden jungen Mannes. Bei einem daß fie sich durch ihre Nichtbeteiligung an der Wahl rissenen Genossen ldolf Herrmann enthüllt. Schlicht und Bootsverleiher in Tegel hatte sich der Unbekannte, der etwa 18 Jahre öffentlich als Sozialdemokraten bekennen. Eine einfach sagt die Idene Inschrift auf einem Naturbloc aus alt gewesen sein dürfte, einen Zweisiger gemietet und war damit große Anzahl von Straßenbahnern hatte besonderen Urlaub für auf den offenen See hinausgefahren. Er ließ das Fahrzeug dann den Tag erhalten, um bei den Wahlarbeiten der Liberalen Fraktion" rotem Granit: Unserem untgeßlichen Bezirksführer Adolf Herrmann, eine Weile treiben und stürzte sich plöglich in die Fluten. Spazier- tätig zu sein. erschoffen auf deiWege vom Zahlabend in der Nacht zum Schritt wohl jetzt bereute, mit den Wellen lämpfte. Die Entfernung Bollermann fandidierten, galt den Liberalen überhaupt schon gänger beobachteten vom Ulfer, wie der Selbstmörder, der seinen Der 9. Bezirt, too unsere Genossen Hoffmann und 23. September 15 durch den Gendarmen Jude.

Seit einigen Ten ist diese Inschrift durch einen Holzwar aber zu groß, als daß man noch rettend hätte eingreifen als sicher, denn noch in der siebenten Stunde hatten sie einen Bor

fasten umhüllt. Dh wen und weshalb? Der Gemeinde­Bom Tode ereilt wurde gestern ein Arbeiter, der am Reubau borsteher von Hoh Neuendorf hatte die Witwe Herrmann aufgefordert, die Inrift entfernen zu lassen, weil sie für den Stralauer Straße 42/43 mit Heranfahren von Kies beschäftigt war. Um 10 Uhr brach der Aermste plöglich leblos zusammen. Gendarmen verleger.sei, da ein Verschulden des Gendarmen Wie uns von einem auf dem Bau beschäftigten Maurer mit nicht durch Urteil festellt sei und die Inschrift eine Ge- geteilt wird, hat der Tote noch gestern abend 6 1hr, als unser fährdung der öffentlin Ruhe, Sicherheit und Ordnung ent- Gewährsmann den Bau verließ, auf dem Grundstid gelegen, tros­halte! Die Witwe late die Erfüllung der Aufforderung ab. Idem bereits lange vorher die Behörden den Tatbestand festgestellt

11

sprung von 250 Stimmen. Sie werden sich heute den Schnupfen holen 1" wurde unseren Genoffen zugerufen, aber die Herren dachten nicht daran, daß es auch umgekehrt tommen könnte. Mit besonderem Hochdruck wurde auch im 4. Bezirk gearbeitet. Die ganzen Hilfs. fräfte der Liberalen wurden in den letzten Stunden aus den für sie aussichtslosen Bezirken zusammengezogen und nach diesem Bezirk dirigiert. Aber auch das hat nichts geholfen.