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Br. 276. 26. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts " Berliner Volksblatt

mit Tanz.

Partei- Angelegenheiten.

Zehlendorf ( Wannseebahn). Da am vergangenen Sonntag die Agitation zur Gewinnung von Vorwärts "-Abonnenten und Wahl­vereinsmitgliedern wegen verspäteten Eintreffens des Materials nicht stattfinden konnte, werden die Genossen des 1. Bezirks ersucht, diese Agitation am Sonnabend, den 27. d. M., abends 7 Uhr von Mids Lokal, Karlstr. 12 aus vorzunehmen. Der Vorstand. Lichtenberg . Heute abend findet die Verbreitung der Extra­nummer des Vorwärts" von den bekannten Lokalen aus statt. Die Einholung der Abonnementskarten ist Sonntag früh.

Freitag, 26. November 1909.

Borortbahn und der Südlichen Berliner Vorortbahn. Die neue Linie pflege ehrenamtlich tätig: 41 Armenkommissionsvorsteher, 343 im Anschlußbetrieb erhält die Nummer 89 und die Bezeichnung Rig Armenpfleger, 24 Armenpflegerinnen, 118 Waisenräte und Stell­Dorf- Bahnhof Zoologischer Garten. Die Linie nimmt ihren An- vertreter, 154 Waisenpflegerinnen und Stellvertreterinnen. Die fang in Rigdorf auf dem Wildenbruchplag. Ihr Weg geht von dort Mitarbeit der Frauen" fo beißt es im Verwaltungs Sechster Wahlkreis. Sonntag, den 28. November findet in den über den Hermannplay, durch die Hasenheide, durch die Gneisenau-, bericht der Stadt Charlottenburg für das Jahr 1908- Brachtsälen Nord- West, Wiclefstr. 24, eine öffentliche Versammlung Port- und Göbenstraße, über den Winterfeldtplay, durch die Hohen hat sich nicht nur in der Waisenpflege, wo sie fast unent­für Männer und Frauen statt. Genosse Adolf Hoffmann spricht staufenstraße, über den Prager Platz, durch die Kaiser- Allee und behrlich ist, sondern auch in der Armenpflege durchaus bewährt. über: Das Bolt der Denter in der Zwangsjacke. endlich die Joachimsthaler Straße bis zur Stadtbahn. Die von manchen Seiten gehegte Befürchtung, die Frauen würden Anfang 6 Uhr. Nach der Versammlung gemütliches Beisammensein Der Fahrpreis fir die ganze Strecke auf allen drei zu viel bewilligen, hat sich nirgends bewahrheitet. Die in der Regen beträgt 10 Pf. Zwischen der Bellealliancestraße und dem Armenpflege tätigen Frauen prüfen und stellen ihre Anträge mit Zoologischen Garten ergänzen sich die Züge der Linien 4 Ost- West- genau derselben Sorgfalt wie ihre männlichen Kollegen; sie Ring, 82 Schlesisches Tor- 3oologischer Garten, 89 Rirdorf- 3oolo- find aber häufig auf Grund ihrer wirtschaftlichen Erfahrung gischer Garten zu einem Betriebe in Abständen von 5 Minuten. Der in der Lage, bei hilfefuchenden Frauen besser als sie zu erkennen, erste Wagen der Linie 89 geht von der Kaiser- Friedrich- Straße und wo der Hebel eingesetzt werden muß, und praktische Ratschläge für der Ecke Wildenbruchstraße 6.09, vom Wildenbruchplatz 7.07, der legte die Wirtschaftsführung zu geben. Fast alle Frauen, die als Wagen von Wildenbruchplatz 11.37. Jm Westen geht der erste Wagen Armenpflegerinnen in die Kommissionen eintreten, sind zu­bom Winterfeldtplag 6.19, vom Zoologischen Garten 7.05, der letzte dem schon seit langer Zeit auf dem Gebiete der sozialen und Die ges Fürsorge praktisch tätig 11.35, außerdem 11.50 und 12.05 bis zur Mansteinstraße. bringen so Kenntnisse in ihr samte Fahrzeit beträgt 44 Minuten. Der Betrieb gilt zunächst als Amt mit, die nicht alle männlichen neueintretenden Armen­ein Versuch für die Dauer eines Jahres. pfleger aufweisen können. Auch die Befürchtung, daß die Alt- Glienicke. Am Sonnabend, den 27. November, veranstaltet Armenpflegerinnen die Gemütlichkeit" in den Kommissionen der hiesige Wahlberein im Terrassenrestaurant, Jnh. Troppens, stören könnten, hat sich wohl nirgends als zutreffend erwiesen." Rudower Straße 54, fein diesjähriges Wintervergnügen, bestehend in Konzert unter Mitwirkung der Volksfängergeieйichaft Lewan- wurde für jetzt abgelehnt, das ist das Fazit der mehr als Bum Schluß wird der Hoffnung Ausdrud gegeben, daß auch die dowały Berlin . Anfang 8 Uhr abends. Entree 30 f. Herren, treistündigen Verhandlungen der zu diesem Zwed eingefesten gefchloffen haben, an den guten Erfahrungen der Kommissionen, denen Kommissionen, die sich bisher noch der Mitarbeit der Frauen ver welche am Tanz teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Das Komitee. mischten Deputation am Mittwoch nachmittag. Referenten bereits Armenpflegerinnen angehören, davon abgehen werden, ferner Bohnsdorf . Am Sonntag, den 28. November, nachmittags für die Einführung waren die Stadtverordneten Dupont und daß sich noch Frauen in größerer Zahl für das Amt der Armen­3 Uhr findet im Restaurant Faltenruh" eine Mitgliederversammlung Goldschmidt, Referent dagegen Stadtrat Fischbed. Er pflegerinnen zur Verfügung stellen werden. Auch in Berlin wünscht des Wahlvereins statt, in welcher Genosse Wollermann einen operierte mit denselben Gründen, die er bisher dieser Frage gegen- die städtische Armendirektion eine stärkere Heranziehung des weih­Vortrag über Grundsäge und Forderungen der Sozialdemokratie" über vorgebracht hatte, so daß GI ode mit Recht ihm entgegenhalten lichen Elements, wobei sie freilich auf den stillen Widerstand mancher hält. Der Vorstand. konnte, man hätte erwarten sollen, daß nach den neuesten Vor- Armenkommissionen stößt. Königs Wusterhausen und Umgegend. Am Sonntag, den gängen in Bayern und Baden und nachdem einige der größeren 28. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, findet im Lokale des Herrn Vororte Berlins dieser Frage das lebhafteste Interesse entgegen Webhorn unsere Wahlvereinsversammlung statt. Tagesordnung wird bringen, auch von seiten des Magistratsvertreters ein anderer in der Versammlung bekannt gegeben. Der Vorstand. Standpunkt eingenommen würde.

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Pankow . Morgen, Sonnabend, den 27. November, abends 8 Uhr begeht der sozialdemokratische Wahlverein im Saale von Ebersbach ( Zum Kurfürsten), Berliner Straße 102, sein Winterfest. Ein reich haltiges Programm( Sinfonie- Konzert, Vorträge tüchtiger Künstler, Tanz usw.) verspricht allen Teilnehmern einen genußreichen Abend. Die Arbeiterschaft Pantows wird ersucht, an diesem Fest teil­zunehmen. Billetts find zu haben in der Parteispedition, Mühlen straße 30, bei Larsen, Brehmestr. 47, Ebersbach, Berliner Straße 102, sowie bei den Funktionären.

Bernau . Morgen Sonnabend findet im großen Saale des Restaurants, Elysium" eine Bolts versammlung statt, in der Genoffin Luise Zieß über: Die neuen Steuern und die Stellung der Frauen dazu" referieren wird. Beginn 834 Uhr. Barteigenoffen! Agitiert für guten Versammlungs­Parteigenossen! Agitiert für guten Versammlungs­besuch namentlich unter den Frauen. Tegel . Am Sonntag, den 28. November, findet eine Land­agitation statt. Abmarsch früh 8 Uhr vom Lokal Jul. Krause, Die Bezirksleitung. Berliner Straße 11.

Berliner Nachrichten.

Eine kommunale Arbeitslosenversicherung

Das große Los, diefer Hoffnungsanfer Hunderttausender von Lotteriespielern, ist gestern gezogen worden, es fiel auf die Nummer 187 926.

Ein Opfer der Glätte ist der 58 Jahre alte Arbeiter Julius Meibauer, Parochialstr. 19, geworden. M. hatte auf dem Heim­wege, von der Arbeit tommend, die Linienstraße passiert. In der Nähe der Rofenthaler Straße glitt er auf dem schlüpfrigen Bürger­steige aus und kam so unglücklich zu Fall, daß innere Berreißungen herbeigeführt wurden. Man brachte den Verunglückten nach dem Strankenhaufe, wo aber nur noch der inzwischen eingetretene Tod festgestellt werden konnte. Der bedauernswerte Mann war an innerer Verblutung gestorben.

Fern vom Schuß. Der unter Hinterlassung riesiger Schulden geflüchtete Expastor Werkenthin von Gethsemane befindet sich, wie nunmehr feststeht, wohlbehalten in Merilo und hat dort mit dem ihm eigenen Talent eine fette Pfründe ergattert. Bekanntlich ist trüger, nachdem dieser längst in Sicherheit war, ein Steckbrief ers feitens der preußischen Staatsanwaltschaft hinter dem frommen Be­lassen worden, der aber nach Lage der Sache für Mexiko nicht voll­streckbar ist. Privatpersonen, die von Werkenthin geschädigt worden find, hatten sich nach Erkundung des Aufenthalts an die merikanische Regierung gewandt, damit auf Werkenthin zur Bezahlung seiner Schulden ein Druck ausgeübt werde. Von dort ist jedoch der amt­liche Bescheid eingetroffen, daß der steckbrieflich Verfolgte sich in die dortigen Behörden keine Veranlassung fähen, sich mit dem Vor­seinem neuen Wirkungsfreise allgemeiner Beliebtheit erfreue und daß leben der ehemals preußischen Altarstüße zu beschäftigen. Hoffentlich geht es den vertrauensseligen Merikanern nicht mal ebenso wie den geleimten Berlinern.

Einer Massenverschacherung adelshungriger Millionärinnen

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leistet die auf diesem Gebiete unübertreffliche Supplerin Lante Boz" in ihver Mittwochnummer Vorschub. Für gleich ein ganges Dubend bürgerlicher evangelischer Damen in meist höheren Sc mestern mit vielen Millionen Vermögen werden in einer einzigen Heiratsannonce, die Avis für vornehme Kavaliere" überschrieben ift, attive adelige Offiziere, am liebsten Grafen, gesucht. Zwei bejahrte Anwärterinnen, die bloß eine knappe halbe Million bes fißen, begnügen sich schon mit einfachen Herren". Besonders licb= lich klingt bei dem einen zum Verkauf gestellten Goldfisch der Hin­weis, daß die" alte" Mutter, die das Geld in der Tasche hat, noch" lebt, also" hoffentlich" bald um die Ecke gehen wird. Nachbarin, Guer Fläschchen! Es wird einem unwohl vor solcher Gemüts­berrohung.

Aber Herr Fischbeck ist eben, wie widerholt an dieser Stelle hervorgehoben, der waschechte freisinnig- liberale" Politiker, der sich von einem Konservativen wenig oder gar nicht unterscheidet. Solange nicht festgestellt werden könne, wer arbeitslos und wer arbeitsscheu, also die Simulation nicht beseitigt werde, solange die Gewerkschaften Kampforganisationen und gewisse" Be­ziehungen zu einer politischen Partei unterhalten, könne von einer gemeindlichen Beihilfe der Mitglieder dieser Gewerkschaften bei Arbeitslosigkeit keine Rede sein. Aus denselben Motiven heraus müßte doch auch jede Beihilfe des Staats oder des Reichs abgelehnt werden, aber derselbe Herr Fischbeck wies diesen die Präro­jorge der Arbeitslosen an, nur seien die Schwierigkeiten vorläufig gative zu. Er erkannte also andererseits wieder eine höhere Für unüberwindbar. Er türmte diese so hoch auf, daß sich die Mehrheit der Deputation bequem dahinter verschanzen konnte. Genosse Dupont stüßte sich in seinem Referat darauf, daß die Gewerkschaften schon aus dem Grunde die gegebenen Träger einer fommunalen Arbeitslosenversicherung seien, weil sie der kom­munalen Gemeinschaft große Lasten abnehmen, denn die 8 Mil­lionen, welche allein die freien Gewerkschaften im Jahre 1908 für ihre Arbeitslosen aufgebracht haben, sind der beste Beweis dafür. Aus der Stadtverordneten- Versammlung. Nicht nur ernste bürgerliche Sozialpolitiker, auch die bayerische und Haben die Grundstücksprofitmacher in ihrem Widerstand badische Regierung hätten das anerkannt. Der Zuschuß der Kom­gegen die Besteuerung des mühelos eingefadten Gewinnes mune bei Arbeitslosigkeit sei gewissermaßen als eine Prämie auf nachgelassen? Werden sie in Berlin wenigstens die bescheidene das gemeinnüßige Wirken der gewerkschaftlichen Organisationen 3ertzuwachssteuer hinnehmen, die ihnen jetzt vom der Arbeiter zu betrachten. Die badische Regierung erklärt in Magiftrat zugemutet wird? Wer das gehofft hatte, der kannte ihrer jüngst erschienenen Denkschrift, daß, solange von Reichs die Nutznießer des Bodenwuchers schlecht. Die Gegenwehr, wegen eine gefeßliche Regelung der Arbeitslosenversicherung nicht an der sie es auch diesmal nicht fehlen lassen wollen, wurde stattfindet, nur durch größere Kommunalverbände auf diesem Ge­ in der gestrigen Sigung der Stadtverordneten nicht so stür- biete Borsorge getroffen werden könne. Da von der preußischen nisch wie sonst angekündigt. Aber vernehmlich genug sprach Regierung derartiges in absehbarer Zeit nicht zu erwarten ist, doch aus allen Reden der Wortführer des Freisinns der müssen die Kommunen hier selbständig vorgehen, soll die Sache Wunsch, daß den Grundstücks- und Häuser- nicht ad calendas graecas vertagt werden. Es hätte Ehrenfache spetulanten nicht zu wehe getan werde. Wie der Stadt Berlin sein müssen, hier bahnbrechend vorzugehen! diese Profitmacher es treiben, wie sie ihren privaten Inter - Unsere Genossen hatten den Antrag gestellt, den Magistrat effen das Wohl der Gesamtheit unterordnen, wie sie die Ge- zu ersuchen, mit den Vororten( Groß- Berlins ) eine Verständigung meindeverwaltungen ihren selbstsüchtigen Zwecken dienstbar herbeizuführen über eine gemeinsame Grundlage zu einer tom­zu machen suchen, das fennzeichnete treffend unser Genoffe munalen Arbeitslosenversicherung, eventuell eine Konferenz von Heimann, der die Debatte eröffnete. Inzwischen hat ja, Bertretern dieser Gemeinden zu diesem Zweck zu veranlassen. das hielt er der freisinnigen Mehrheit vor, die Sachlage sich Dem wurde in der Form zugestimmt, daß die Frage mit den be­dahin geändert, daß die Reichsgesetzgebung durch den in- nachbarten Gemeinden in Erwägung gezogen werden solle. Ein direkten Zwang, den sie auf die Gemeindeverwaltungen aus weiterer Antrag unserer Genossen ging dahin, eine Sub­übt, uns für Berlin doch noch ein neues Projekt der Wert- kommission mit der Ausarbeitung eines Ortsstatuts für eine fome Dezember d. J. auf die Zeiten von 7 bis 9 Uhr vormittags, 11 bis zuwachsbesteuerung bescherte. Aber schon ist es zu spät, in munale Arbeitslosenversicherung in Verbindung mit einem städtischen vollem Umfange den Schaden wieder gut zu machen, den Arbeitsnachweis auf paritätischer Grundlage zu betrauen. Ersteres Berlin der Rückständigkeit des Stadtfreisinns urbe gegen drei Stimmen abgelehnt, lepteres in der Form an­zu danken hat. Und selbst der nachträgliche Versuch, zu genommen, daß das dem Magistrat zur Erwägung anheim­retten, was etwa noch zu retten ist, zeigt auch allzu deutlich zugeben ist. Dann wurde ein von einem Magistratsvertreter gestellter An­die zarte Rücksichtnahme auf die Hausagrarier. Die Redner des Freisinns ließen durchmerken, daß diese Rüd- trag einstimmig angenommen: zu veranlassen, daß die Frage der sichtnahme ihnen noch nicht weit genug geht.' Herr Cassel, fommunalen Arbeitslosenversicherung auf die Tagesordnung des fichtnahme ihnen noch nicht weit genug geht. Herr Cassel , nächsten deutschen Städtetages gefekt werden, zu Herr Lewy, Herr Rosenow usw. wickelten ihre grund­fägliche Zustimmung in sehr verdächtige Verklausulierungen welchem Zwed, wenn möglich, ein außerordentlicher Städtetag ein­ein; vom Ausschuß erwarten sie Berbesserungen", die ihnen auberufen sei. Das war für die bürgerliche Mehrheit eine Erlösung von dem die Magistratsvorlage erit akzeptabel machen sollen. Aus Alp der Arbeitslosigkeit; der Teil, der sich voll und ganz" auf den Oberbürgermeister Kirschners Rede lang es Standpunkt ihres Stadtrats Fisch bed stellte, hegt wohl gar die heraus, daß auch ihm nichts Gutes ahnt. Nicht übel spottete stille Hoffnung, daß damit die Frage auf geraume Zeit vertagt ist. Herr Preuß über das einig Volk von Brüdern", das man Sache der Sozialdemokratie wird es sein, nicht loder zu laffen, erst im Ausschuß fennen lernen werde. Das passende Finale war die Rede des Herrn Haberland, des Vertreters der Großunternehmer der Terrainspekulation. Er erklärte, an der Verbesserung" der Magistratsvorlage wolle auch er" mit­der Verbesserung" der Magistratsvorlage wolle auch er mit arbeiten". Das läßt sich denken!

vor allem nunmehr im preußischen Abgeordnetenhause den ge­hörigen Nachdruck auf die Notwendigkeit der Lösung des Arbeits­losenproblems zu legen. Eine gute Grundlage bietet die Dent­lofenproblems zu legen. Eine gute Grundlage bietet die Dent­schrift der badischen Regierung. Daß die Krise im Abflauen be­griffen ist, darf für uns kein Grund sein, diese Angelegenheit meniger energisch zu betreiben, birgt doch jeder wirtschaftliche Auf­schwung den Keim einer neuen Krise in sich.

Weihnachts- Verkehr. Wie die königl. Eisenbahndirektion Berlin bekannt macht, wird im Intereffe der Handeltreibenden und zur glatten Abwidelung des erfahrungsgemäß starten Weihnachtsgüter berkehrs der Dienst der Eilgutabfertigungen auf den sieben Berliner Junen- Bahnhöfen an sämtlichen Sonn- und Festtagen im Monat

1 Uhr mittags und 5 bis 7 Uhr abends und zwar allgemein für Annahme und Ausgabe von Eilgutsendungen jeder Art festgesett werden.

Der Verband märkischer Arbeitsnachweise hielt am 19. November im Charlottenburger Nathause eine Verbandsversammlung ab. An Stelle des bisherigen Vorfizenden, Profeffor Dr. Jastrow, der als Charlottenburger Stadtrat seine Entlassung eingereicht hat, wurde Dr. jur. Freund Berlin zum Vorsitzenden gewählt. Der Sitz des Verbandes foll nach Berlin verlegt werden.

In der Versammlung am Sonntag, den 21. November, im Moabiter Schüßeuhaus ist ein Militärpaß( Duplikat) auf den Namen May Schmiedice gefunden worden. Abzuholen bei Harndt, Rüders­dorfer Str. 48.

Vorort- Nachrichten.

Die Charlottenburger Stadtverordnetenversammlung

beschäftigte sich in ihrer Sibung vom Mittwoch abgesehen von einer Reihe Heinerer Vorlagen mit den Vorlagen betreffend das beschäftigte sich in ihrer Sigung vom Mittwoch Ortsstatut über den Stundenplan der Fort. bildungsschule für männliche Personen und betreffend die Die weiblichen Ueber die Bauarbeiten am Großschiffahrtsweg Berlin- Stettin Fortbildungsschulpflicht für Handlungsgehilfen und Lehrlinge. Die Ein wird uns von unterrichteter Seite mitgeteilt: Jm laufenden Bau­bringung des Ortsstatuts war deshalb notwendig geworden, weil jahre sind die Arbeiten rüstig fortgeschritten. An dem Aushub des Kanalbettes wurde auf der ganzen Linie gearbeitet; es waren dabei Die Wiederherstellungsarbeiten im Telegraphen- und der Magistrat bisher, ohne jedesmal beteiligte Arbeiter und Ge­außer zahlreichen Handarbeitern sieben große Trodenbagger und Telephonbetrieb find in einzelnen Bezirken so weit vor- terbetreibende zu hören und die Zustimmung der Stadtverord netenversammlung und des Bezirksausschusses einzuholen, den fieben Nagbagger beschäftigt. Der Aushubboden wird teils in geschritten, daß schon in den nächsten Tagen Mann Stundenplan halbjährlich veröffentlicht hatte. Inzwischen hat aber Dämmen längs des Kanals abgelagert, teils wird er, mit Wasser schaften aus diefen Bezirken zurückgezogen und nach das Kammergericht entschieden, daß bei obligatorischen Fortbil berdünnt, durch Rohrleitungen auf benachbarte Flächen, die der Stellen abkommandiert werden fönnen, an dungsschulen die Festsetzung der Stundenpläne in derselben Weise

Aufhöhung bedürfen, gedrückt. Auch mit der auf 25 Kilometer erforder- solchen die Arbeiten noch weiter zurückliegen. Be zu erfolgen habe wie der Erlaß eines Orisstatuts, d. H. es müssen

lichen Einbringung einer Tondichtung ist begonnen worden. Der Ton denen

wird in grubenfeuchtem Zustande in dünnen Lagen bon 10 bis fonders ist eine Verstärkung der Arbeiterkolonnen in den an 20 Zentimeter Stärke aufgebracht und mit Motorwalzen von der Lehrter, Hamburger- und Nordbahn belegenen Drt 5 Tonnen Gewicht gewalat. Gleichen Schritt mit den Erdarbeiten schaften in Aussicht genommen, in welchen Revieren die hat die Herstellung der Bauwerke gehalten. Für eine große Bah! größten Störungen herbeigeführt worden sind und die Er­von Brüden sind die beiden massiven Landpfeiler fertiggestellt, bei neuerungen ganzer Telephonneze, sowohl Fern- als Orts­einigen Brüden erfolgt bereits die Aufstellung des eisernen Ueber- leitungen, erforderlich find. Bis jetzt sind die Arbeiten wenig baues. Bei den Plößenseeschleusen, der Spandauer und der Lehnik­schleuse sind noch die Betonierungsarbeiten in vollem Gange. stens soweit gediehen, daß von Berlin aus nach allen Orten, Hoffentlich gestaltet fich der Winter weniger ungünstig als der vor- wenn auch zum Teil nur auf großen Umwegen, gesprochen jährige, damit die Arbeiten nicht gänzlich zu ruhen und die Arbeiter werden fann. Diese Verbindungen werden allerdings mur für nicht zu feiern brauchen. dringende Gespräche hergestellt.

in jedem Fall beteiligte Gewerbetreibende gehört, die Zustimmung des Bezirksausschusses eingeholt werden, und die Veröffentlichung muß in der ortsüblichen Form erfolgen. In der Debatte sprach Stadtverordneter 3ander( unp.) die Ansicht derjenigen aus, die von der Fortbildungsschule nur insoweit etwas wissen wollen, als fie die Gewerbetreibenden an der Ausbeutung der Lehrlinge nicht hindert. Ihm trat Genosse Dr. Borchardt in wirkungsvoller Rede entgegen. Beide Vorlagen wurden schließlich einem Auss schusse überwiesen. Gleichfalls einem Ausschusse überwies die Versammlung zwei Anträge, die sich auf die städtische Müllabfuhr beziehen. Der eine von Dr. Crüger( liberal) und Genossen eingebrachte Rigdorf Zoologischer Garten . Eine neue Straßenbahnlinie er Die Mitarbeit der Frauen in der Armen- und Waisenpflege Hat Antrag ersucht den Magistrat um eine Vorlage, nach welcher das öffnet die Große Berliner Straßenbahn am nächsten Sonnabend, sich in Charlottenburg aufs beste bewährt. Nach dem Stande vom Ortsstatut für Müllabfuhr eine Ergänzung erfuhr, durch die der ben 27. November, in Gemeinschaft mit der Westlichen Berliner 1. Juni 1909 waren in der Charlottenburger Armen- und Waisen- Anschluß an die Müllabfuhr für alle Hausbesizer obligatorisch