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B. 284. 26. Jahrgang.

3. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag. 5. Dezember 1909.

Wirtschaftlicher Wochenbericht.

Berlin , 4. Dezember 1909.

Liebes

Segen der Schutzollpolitik- Deutschlands Außenhandel mit Ge treibe- Ausfuhrprämie Plünderung der Reichstasse gaben und Steuerdruck.

-

stellungen resultieren folgende Zahlen für die ersten zehn Monate der beiden legten Jahre: Weizen:

1908... 1909

Einfuhr To. 1745 478 1 944 953

Ausfuhr Co. 171 273 140 571

Einfuhrs überschuß To.

1 574 205 1 804 382

Die Belastung der Reichskasse ist seit 1906 um über 100 Broz. geftiegen. In Gestalt der verdeckten Ausfuhrprämie heimsen die Exporteure eine Liebesgabe ein, die nicht nur indirekt verteuernd auf die Jnlandspretse wirft, sondern auch die steuerlichen Ansprüche des Reiches an die Bevölkerung erhöht. Der Ausfall an nicht gezahlten Böllen muß naturgemäß durch Steuererhöhung gedeckt werden. Bei Weizen ist denach eine geringe Steigerung der Inlands Und da muß in der Hauptsache die breite Masse der Bevölkerung versorgung durch den Außenhandel eingetreten. Dieses Mehr bleibt bluten, der man immer neue, immer mehr indirekte Steuern aber immer noch weit hinter dem Minus des Vorjahres im Ver- aufpact. Das hat recht eklatant die letzte Neichsfinanzreform gleich mit dem Jahre 1907 zurück; damals ergab sich für die bewiesen. Diesem Wert des Schnapsblocks ist ein Barallelzeit ein Emfuhrüberschuß von 1955 889 Tonnen. Eine viel Ruhmesblatt in der Geschichte sicher. Nicht nur berühmt ungünstigere Entwickelung zeigt sich bei Roggen, wie die folgende als Ausfluß des Strebens, das Boll zu peinigen, sondern auch als Aufstellung dartut, der auch die ersten zehn Monate der berück- warnendes Tentmal, das neben der Schande des bösen Willens der sichtigten Jahre zu Grunde liegen:

Einfuhr

1907 1908

495 598

.

.

1909

295 586 217 197

Ausfuhr 172 122 415 704 495 322

Einfuhr 823 476

Ausfuhr

leberschuß

120 118 278 135

dunkles

Die Verhältnisse am Arbeitsmarkt, in Verbindung mit der Breisbewegung für die wichtigsten Erzeugnisse der Agrarfulur, und dazu die Gestaltung der Reichsfinanzen lenfen mit zwingender Ge­walt die Aufmerksamkeit auf die Quellen der Uebel. Und da ist in erster Linie uniere Liebesgabenpolitik zu nennen! Das höherziehen der Bellmauern hat unsere Handelsbeziehungen mit einer Reihe Staaten Schnapsblockbrüder deren Schmach der Unfähigkeit verewigt. Troz berichlechtert, und die mit den Zollerhöhungen in Verbindung stehende Streichholz, Tees, Kaffee-, Tabats, Bier- und Schnapssteuer ist der empfindliche Verteuerung der Lebenshaltung schwächten die Konsum Reichsdalles nicht behoben. Ein neues großes Defizit verlangt Traft der breiten Masse; sie mußte den Verbrauch gewerblicher Er­Deckung. Die Steuerquellen müssen noch reichlicher fließen. Und zeugnisse einschränken. So wirften zwei Faktoren zusammen ber­hält das Volk still, dann kann man schon jetzt sagen, wie die Karre schlechternd auf die Verhältnisse am inländischen Arbeitsmarkt. Ver laufen wird. Aus dem Lager der Liebesgabenschlucker wurde fürzlich minderte Arbeitsgelegenheit, hochgeichraubte Lebensmittelpreise, Diese Entwickelung des Außenhandels mit Brotgetreide hat ganz energifch die Ansicht verfochten, daß bei der gehobenen" das sind sicht- und fühlbare Resultate unserer agrarischen Wirtschafts- zweierlei Motive: einmal dient die forcierte Ausfuhr bei ver- Lebenslage, deren die Arbeiter sich erfreuten, ganz gnt noch politik. For verdanken wir auch die erhöhte Laft des Steuerdrucks. mindertem Umfag als Stüge eines außerordentlich hohen Inlands- einige hundert mehr aus Bier, Tabat Einnenfällig tritt das in die Erscheinung die Pragis des Ginjuries in tott te hemature bi preiies, zweitens loďt die Ausfuhrprämie, bie infolge der Boff- und Schnaps herausgebelt werden miten. Daß die Junker erhöhung pro Tonne von 35 auf 50 M. für Roggen, von 35 auf im Verein mit den Kleritalen sich nicht genieren werden, die als Ausfuhrprämie in die Taschen der Getreideexporteure fließen. 55 M. für Weizen in demselben Verhältnis gestiegen ist. Der eine neue Finanzreform zu machen, die dem Volle wiederum die Seit Infrafttreten der neuen Handelsverträge mit den exorbitant erhöhten Schutzöllen hat Deutschlands Außenhandel porteur von Getreide hat nämlich das Recht, für die Menge der Hauptlast zur Deckung der Bedufnisse des Reichs auferlegt, daran Ausfuhr einen Ausfuhrschein sich ausstellen zu lassen, mit dem er fann man nach der Steuermacher Taten der Vergangenheit taum mit Getreide eine Gestaltung erfahren, daß man glauben fönnte, bei der Einfuhr derselben oder auch einer Reihe anderer Waren den zweifeln. Um das Volk zu betrügen, wird man die nächste Reform unser Konfum bleibe hinter der Inlandserzeugung weit zurück. Wir maden über die Ein- und Ausfuhr von Brotgetreide diese auf- 80 bezahlen kann. So wirkt das Einfuhrscheinwesen als Ausfuhr wahrscheinlich mit einer befcheidenen Erbschaftssteuer drapieren. prämie, die in ganz erheblicher Weise die Neichstasse belastet. Welche Diese muß dann herhalten, die Schnapsblödler als Vollsfreunde stellung: Einfuhr Ausfuhr Waren und mit welchem Ausfall für die Reichstasie in den letzten erscheinen zu lassen, und die breite Masse soll sich verpflichtet fühlen, Jahren der Zoll mittels Einfuhrschein beglichen worden ist, das ver wegen einer fleinen Befigsteuer eine neue große indirekte Steuer anschaulicht die folgende Tabelle, die ebenfalls die Ergebnisse der willig auf sich zu nehmen. So werden die Geschäfte der Liebes ersten zehn Monate der angezogenen Jahre zusammenfaßt: gabenempfänger geführt! Jemehr diese direkt und indirekt sub ventioniert werden, um so schwerer wird die Steuerlaft für das Bolt. D.

Weizen To.

Roggen To.

1906 1907

2008 082

648 472

.

2 454 846

608 267

1908

2 090 544

347 264

Weizen Roggen To. To. 200 447 242 864 95 820 232 822 586 127 261 111

-

Rückgang der Einfuhr, enorme Steigerung der Ausfuhr: das sind Roggen die markanten Merkmale der eingetretenen Veränderung! Im Jahre Weizen. 1908 hatte sich die Inlandsversorgung aus dem Import und Malzgerste Export gegen 1907 bei Roggen um 614 308 Tonnen verschlechtert. Dem Gerste( andere) Einfuhrüberschuß von 375 445 Tonnen für das Jahr 1907 stand für Hafer 1908 ein Ausfuhrüberschuß von 238 863 Tonnen gegenüber. Der Duchweizen Außenhandel mit Weizen brachte für den deutschen Markt eine Minder- Hülsenfrüchte. versorgung um 529 593 Tonnen, der Einfuhrüberschuß sant nämlich Raps und Rüben bon 259 026 ennen auf 1 829 483 Tonnen. Das ergibt eine Minder Kaffee versorgung an Brotgetreide von zusammen 1 143 901 Tonnen. Und Erdöl diefe Bewegung hat, soweit Roggen in Betracht kommt, im laufenden Sonstige Baren Jabre noch weiter angehalten. Nach den amtlichen Zufanımen­

.

.

-

1906

6 137 018 15 420 743

265 552.

1 702 481

2 399 147 41 736

353 533

67558

8 131 879

1907

4 780 013 21 404 688

367 291 1481 707

1 296 316 287 027 568 770 259 529

1 897 457

8 877 049 56 070

8 176 834 108

1908

7 143 053 42 443 711 672 739 2871 314 8 094 088 426 837 808 197 109 593 2484 541 8 984 761

1909 7671 685 87 810 884 470 617

3 350 604 6 893 678 223 562 709 676 163 832 4717 989 7 213 685

88 452 766 85 519 740 64 038 784 69 226 162

Amtlicher Marktbericht der städtischen Martthallen Direktion über den Großbandel in den Sentral- Marftballen. Marktlage: Fleisch: Bufuhr schwach, Geschäft still, Preise unverändert. Wild : Zufuhr ziemlich reichlich, Geschäft rege, Breise befriedigend. Geflügel: Bujur reichlich, Geichäft flau, Preise wenig verändert Fische: Zufuhr genügend, Geschäft zemlich lebhaft, Breile befriedigend. Butter und Käse: Geschäft rubig, Preise unverändert. Gemüse, Db und Südfrüchte: Bufuhr genügend, Geschäft lebhaft, Preise wenig verändert.

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