Nr. 6. 27. Jahrg.
Rixdorf.
Beilage des„ Vorwärts" Anzeigen für Often, Süden, Weften. 8. 3amer 1910.
Vorort- Nachrichten.
Eine Beschönigung ihres am 17. Dezember 1908 unternommenen Wahlrechtsraubes leisten sich die Bürgerlichen in dem gegenwärtigen Stichwahlkampf gegen die Kandidaten der demokratischen Partei der zweiten Abteilung im Nordbezirk. Die Stichwahl findet bekanntlich am Montag, den 10. Januar, statt. Nach dem sie die Kandidaten der Demokraten der kommunalen Unkenntnis geziehen, fahren die Wahlrechtsräuber in einem„ Die vereinigten Bürger und Hausbefizervereine" unterzeichneten Flugblatt fort: " Zuletzt kommt das Hauptgeschütz, der Wahlrechtsraub vom 17. Dezember 1908. Man betrachte einmal diese Angelegenheit ganz objektiv, und man wird finden, daß die Abänderung des Wahlrechts nicht eine Verschlechterung, sondern eine Verbesserung der Rirdorfer kommunalen Verhältnisse zur Folge haben muß, notabene, wenn sich die Bürger nicht durch Voripiegelung aller möglichen falschen Tatsachen zur Wahl eines der Vertreter der sogenannten demokratischen Partei verführen lassen.
Die Stadtverordneten, welche am 17. Dezember für die Abänderung des Wahlrechts stimmten, befanden sich auf durchaus gesetzlichem Boden. Keinem Wähler ist sein Wahlrecht geraubt. Es ist nur bei manchem abgeändert. Das Dreiflaffenwahlsystem hatte im Laufe der Zeiten in größeren Städten mit vorwiegend Arbeiterbevölkerung Begleiterscheinungen angenommen, die befürchten lassen mußten, daß sämtliche Stadtverordneten mandate der zweiten und dritten Abteilung in die Hände einer Partei tommen könnten."
0
Januar
fizungen, davon vier mit den Funktionären, und fünf Agitations- vortragsturfus über die Geschichte unserer Erde findet am touren statt. Der Mitgliederbestand ist 250 männliche und 45 weib- kommenden Dienstag im Restaurant Volksgarten"( Inhaber Max liche. Die Agitation am Orte ist seiner geographischen Lage wie Singer) statt. Der erste Vortragsabend des Genossen Engelbert Graf auch seiner Bevölkerungszusammensetzung wegen eine äußerst schwere. war gut besucht. Es ist der Arbeiterschaft auch nur zu empfehlen, Der Kassierer berichtete, daß der Ort nach Ablieferung der zwei die Vorträge zu besuchen. Karten zu den noch folgenden drei Vors Drittel an den Kreis im Jahre an Zuschuß zirka 50 m. erforderte. trägen sind zum Preise von 50 Pf. im Volksgarten, Engelhard. Die Diskussion war eine recht lebhafte; es wurde allseitig der a 20 Pf. an der Kasse zu haben. Wunsch ausgesprochen, mehr belehrende Vorträge in den MitPotsdam. gliederversammlungen halten zu laffen. Der Vorstand habe in dieser Beziehung manches verfäumt; Sparsamkeitsrücksichten dürften Die Maffenkündigung bei der Potsdamer Feuerwehr ist vom auf keinen Fall geltend gemacht werden, der Kreis müsse eben Zuschuß Magistrat zurückgenommen worden, nachdem die gekündigten Feuerleisten. Die Neuwahl des Vorstandes ergab folgendes Resultat: wehrleute ihren Austritt aus dem Verbande deutscher Feuerwehrleute Erster Vorsitzender: Emil Schindler ; zweiter Borsigender: Emil erklärt haben. Die von den Mannschaften bis jetzt gezahlten Biege; Staffierer: Edmund Balfow; Schriftführer: Ernst Krappatsch; Verbandsbeiträge will der Magistrat zurückerstatten. Außerdem soll Beisiger: Julius Mertens; Revisoren: Kloos und Strafes; Bezirks- ein Arbeiterausschuß gebildet werden, welcher voll und ganz unter führer: Fillot, Hennig, Reinhold, Deburg, Leben, Noack, Brederet, Aufsicht des Magistrats steht. Vorher hatte man geplant, auch dis Menzel und Bohle; Bildungsausschuß: Kalisti, Brauer, B. Pints. Müllfutscher und arbeiter mit in diesen Ausschuß aufzunehmer Eine längere Debatte entspann sich über die Lokalfrage. Die vom Dies hat man jetzt fallen lassen, weil man mit diesen Leuten nicht Bildungsausschuß arrangierten Kunstabende usw. fanden allseitigen so leicht wie mit der Feuerwehr umspringen kann, da sie teils fester Beifall; es wurde gewünscht, in dieser Weise weiter zu verfahren. organisiert sind, andernteils nicht so leicht zu ersetzen wären. Lankwik.
In der letzten Gemeindevertretersizung wurde der Errichtung eines Wochenmarktes zugestimmt. Derselbe soll Montags und Donnerstags in der Schulstraße neben dem Gastwirt Ebel, und Dienstags und Freitags in der verlängerten Luisenstraße, an der Kaulbachstraße abgehalten werden. Sodann wurde zur Auslosung von Gemeindevertretern geschritten. Da feit 1908 die Gemeindevertretung um drei Mitglieder vermehrt wurde, so mußte das Los entscheiden, aus welcher Klasse jetzt und 1912 ein Mitglied auszu scheiden hat. Genosse Teurig als einer der zuletzt eingetretenen GeSie meindevertreter wurde vom Vorsteher bestimmt, das Los zu ziehen; er zog gerade die Herren heraus, denen es nicht gerade angenehm zu sein schien. Es hat jezt auszuscheiden ein Gemeindevertreter der II. Klasse und 1912 einer der I. Klasse. Dadurch behalten unsere Genossen ihr Mandat bis 1914. Da ein Gemeindevertreter der II. Klasse sein Mandat wegen Verzug niedergelegt hat, so find bei der nächsten Wahl im März zu wählen: ein Gemeindevertreter in der I. Selaffe, drei Gemeindevertreter in der II. Klasse, und ein Ges meindevertreter in der III. Klasse. In geheimer Sizung wurde über einen Vertrag verhandelt. Steglių.
Klar und deutlich geht aus vorstehendem hervor, in welcher Heillofen Verlegenheit sich die Wahlrechtsräuber befinden. fürchten aus diesem bisher innegehabten Bezirk durch Leute verdrängt zu werden, die eine andere Auffassung über die schamlose Entrechtung der Rigdorfer Bürger haben wie die vereinigten Bürger- und Hausbefizervereine.
Für lettere bedeutet die Abänderung des Wahlrechts die Verlängererung ihrer einseitigen Intereffenpolitik in der Kommune, während die große Maffe der Wähler durch jenen Gewaltakt zur tommunalpolitischen Einflußlosigkeit verurteilt worden find. Und so etwas noch beschönigen wollen, heißt die Wähler einfach begaukeln.
Die heutige Gemeindevertretung von Stegli sprach sich gegen Geldschrankknacker" an der Arbeit. Durch den Kellerschacht eine Namensänderung, wie sie der Gemeindevorstand beantragt nahmen Geldschrankeinbrecher, die der Kartonagenfabrik von Rade, hatte, aus, worauf der Gemeindevorstand seinen Antrag zurüdzog. Berliner Str. 92, einen nächtlichen Besuch abstatteten, ihren Weg. 3weds Erleichterung des Uebergangs der Gemeindeschüler auf die Die Täter brangen in den unter dem Bureau belegenen Steller ein höheren Lehranstalten sollen die Lehrpläne der Vorschulen mehr und stiegen durch einen Schacht nach den Parterreräumlichkeiten denen der Volksschulen angepaßt werden. hinauf. Von dort gelangten sie nach dem im stveiten Stock liegenden Bureau der erwähnten Fabrik. Sie bohrten nun den Ober- Schöneweide. großen Geldschrank an, brachen zwei Löcher in die Panzerplatte und nahmen das Schloß heraus. 550 M. bares Geld und für nahezu 60 M. Versicherungs- und Briefmarken sollten den Einbrechern zur Beute fallen. Die Geschäftspapiere streuten die Täter wild auf dem Fußboden umher.
Zumeist heirateten die Frauen im Alter von 20 bis 25 Jahren, und fast die Hälfte aller im Jahre 1908 stattgehabten Eheschließungen wurden von Frauen in diesem Alter eingegangen. Aber auch zwischen dem 25. und 30. Jahr herrscht bei den Mädchen ein lebhafter Drang zur Ehe, der sich freilich in 202 Fällen schon so stark zeigte, daß der weibliche Ehegatte bei der Heirat erst 15 bis 20 Jahre zählte. schreckt aber auch das Alter manche Frau nicht von der Heirat ab. Und so gingen 1908 noch 26 Frauen, die bereits über 50 Lenze zählten, die Ehe ein. Auch 77 Männer heirateten erst nach dem 50. Jahre. Doch nur in 21 Fällen waren diese Heiratskandidaten Anfänger in der Ehe; es nahmen vielmehr in 48 Fällen Witwer die zweite Frau und acht geschiedene Ehegatten über 50 Jahre versuchten ihr Glück nochmals in der Ehe.
Die Freie Jugendorganisation veranstaltet am Sonntag, den 9. d. M., nachmittags 3 Uhr, bei Warnede, Wilhelminenhofstr. 18 Der Jugendgenoffe ( Nähe Brückenstraße), eine Versammlung. Künstler wird sprechen über:" Jugend, wache auf!" Bu dieser Versammlung sind alle jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen von Ober- und Nieder- Schöneweide , Johannisthal , Treptow - Baumschulenweg und Berlin , sowie Erwachsene eingeladen. Adlershof .
waren
Vermischtes.
"
Am Neujahrsmorgen. In der„ Muskete"( Wien ) erzählt Franky folgende Geschichte von einer Familie und unverhältnismäßig viel Kanalräumern. Der Papa fizt beim Schreibtisch und sichtet den Posteinlauf, der sich vor ihm türmt. Jeden Augenblick fährt er auf, wirft eine Starte auf den Nachbartisch und ruft: Du, Friß, denen müssen wir auch noch schreiben!" Fritz und Mizzi, seine Kinder, schreiben, daß ihnen der Schweiß über die Stirn rinnt. Versprochenes Honorar je eine Krone. Die Mama ruft zur Tür herein:" Ich gehe jetzt fort. Sollte der Kanalräumer kommen, so gebt ihm 60 Heller." Der Papa, Fritz und Mizzi nicken und fahren in ihrer Beschäftigung fort. Eine Viertelstunde später. Es läutet. öffnet:„ Was wünschen Sie?" Der Klingler:" Ich bittens schen, ich Der Papa eilt hinaus und bin der Kanalrame und wünschens glidlig neig Jahr." Der Papa: „ Schon gut!" Er gibt ihm 60 Heller. Beide ab. Eine Viertelstunde später. Es läutet. Der Bapa: Friß, geh' hinaus und schau, wer es ist!" Der Friz geht hinaus und öffnet:" Was wünschen Sie?" Der Klingler: Ich bitte, ich bin der Kanalräumer! Ich wünsche ein glückliches neues Jahr!" Der Friß:" Schon gut!" Er gibt ihm 60 Heller. Beide ab. Eine Viertelstunde später. Es läutet. Der soll die Mizzi gehn; ich war schon einmal!" Der Papa:„ Also Papa:" Du, Friß, schau nach, wer draußen ist!" Der Friz:" Jezt bie Mizzi." Die Mizzi geht hinaus und öffnet: die Mizzi." Die Mizzi geht hinaus und öffnet: Sie wünschen?" Der Klingler;" bitt, i war da Kanäulrama. wünsch a glice liches neuches Jahr!" Die Mizzi:„ Ich danke!" Sie gibt ihm 60 Heller. Beide ab. Gine Viertelstunde später. Die Mama tritt auf. Die Mama:„ Na, Ihr habt es ja recht ruhig gehabt. Den Kanalräumer habe ich auf der Stiege getroffen und habe ihm gleich die 60 Heller gegeben." Der Papa, der Frizz, die Mizzi( eintimmig):" Was, Du! Ich habe doch auch dem Kanalräumer 60 Heller gegeben!" Allgemeines Staunen. Es läutet. Alle vier stürzen hinaus. Der Klingler:" Ich bin's Kanalrame und wünschens ganze Familie glicklig neig Jahr!" Alle vier fallen über ihn her, prügeln ihn durch und werfen ihn über die Stiege hinunter. Er packt sich zusammen und geht fluchend ab. Er ivar der wirkliche Kanal räumer.
A
Eingegangene Druckfchriften. Elektro- Ingenieur- Kalender 1910. Herausgegeben von A. H. Hirsch Universal Taschenatlas 1910. Von Prof. A. 2. Bidmann, Geographisch- Statistisches Nachschlagebuch. 3,80 M. G. Freytag u. Berndt, Wien VII. Bericht des Verbandes der Genossenschaftskrankenkassen Wiens famt der Statistik der Verbandskassen 1908. Verlag: Verband der Genossenschaftskrankenkassen Wiens, Königseggaffe 10.
Aus dem Eheleben der Charlottenburger Bevölkerung erzählen die Zahlen des Statistischen Amts über Eheschließungen und Vom Schlachtfelde der Arbeit in Japan . Der amerikanischen Scheidungen manche interessante Intimität. So lassen die ver- Hat der Schöffe Bach sein Amt seit Mai 1908 rechtmäßig aus- Preffe entnehmen wir eine Nachricht, die durch einen Dampfer vom gleichenden Ziffern zuerst erkennen, daß sich die Luft in der Ghe geübt? Das ist die Frage, welche die am Donnerstag stattgefundene Lande der aufgehenden Sonne überbracht wurde und die ein grelles rosene Fesseln" zu sein, vergrößert hat. Im Jahre 1900 wurden Gemeindevertretersizung hauptsächlich beschäftigt hat. Durch die Schlaglicht auf die kapitalistische Entwickelung Japans wirft. Bei in Charlottenburg 1659 Chen vor dem Standesbeamten ge- Anfrage des Herrn Dr. Saling in der vergangenen Sigung war einem entsetzlichen Grubenunglüd in Dnoura, in der Provinz schlossen, fo daß auf das Tausend der Bevölkerung bekannt geworden, daß der Schöffe Bach im Mai 1908 in feinem Fukupa, einem der größten Kohlenbergwerke des südlichen Japans , 18,03 Eheschließungen zu rechnen waren. Für 1908 dagegen find Schreiben an den Gemeindevorsteher sein Amt als Schöffe verloren 762 Mann ihr Leben. Nur 43 entgingen diesem Schicksal. 2596 neue Chebündnisse eingetragen, so daß die Promillezahl auf niedergelegt, aber nach vier Tagen widerrufen hatte. Beide Insgesamt beschäftigt die betreffende Grube 4755 Arbeiter. bom Gemeindevorsteher als Privat 19,41 stieg. Die größte Heiratslust machte sich immer in den Schreiben Monaten April und Oftober geltend. Doch dürfte auch hierfür der äußerungen angesehen und die Amtsniederlegung der GemeindeGrund in dem wirtschaftlichen Umstand der günstigen Wohnungs- vertretung vorenthalten worden. Zur Klarstellung dieser Aneinzugsgelegenheiten zu suchen sein. In diesen Monaten machten die gelegenheit hatte der Gemeindevorsteher in vergangener Sigung Eheschließungen im Jahre 1908 32,48 und 36,51 pro Tausend der versprochen, im Falle diese Schreiben vorhanden sind, sie der Ge- und F. Willing. 2,50 M. D. Coblenz, Berlin W. 30. Bevölkerung aus. Am seltensten wird das Standesamt im Januar meindevertretung in nächster Sizung vorzulegen. Um eine schnelle von Heiratsluftigen aufgesucht. Klarstellung diefer Angelegenheit herbeizuführen, war von den Vertretern der zweiten Abteilung mit Unterstützung unserer Genossen ein Dringlichkeitsantrag eingereicht worden. Die Erledigung des selben war jedoch laut Tagesordnung in den nichtöffentlichen Teil verlegt. Die Beteiligten glaubten einer Erörterung dadurch aus Eine Nachlese. Von R. Lindau. Eigenes und Fremdes. Verlag dem Wege gehen zu können, daß der Schöffe Bach am 2. Januar E. Fleischel u. Co., Berlin W. Geh. 3,50 M. Andererseits sein Amt niedergelegt hat und sämtliche Schöffen und Vertreter Heinrich Heine . Noch ein Denkmal von E. Krah. 75 Pf. G. Neuner, der ersten Abteilung in der Hoffnung der Sigung fernblieben, daß Riga , Suworowitr. 40. „ März“. Halbmonatsschrift für deutsche Kultur. Herausgeber: für die Beschlußfähigkeit von den Vertretern der zweiten und dritten Erstes Januarheft 1910. Preis 1,20 M. Abteilung nicht genügend Personen anwesend sein würden. Die L. Tuoma, H. Heffe, K. Aram. Beschlußfähigkeit fonnte auch nur erzielt werden, indem sämtliche A. Langen in München . Luftige Blätter. Nr. 1. 1910. Jubiläumsnummer 50 Pf. 25. Jahrg. Vertreter der zweiten und dritten Abteilung anwesend waren. Auf Verlag, Berlin SW. 12. jeden Fall liefert die Abwesenheit dieser Herren den Beweis, daß sie F. Kupka, Album. Lieferung 3-6. Einzellieferung 30 Pf. B. Koci, ihre Macht, welche sie im Ortsparlament besaßen, nicht derart verDie gefchiedenen Ehegatten spielen überhaupt eine immer wandt haben, um jezt ihre Handlungsweise vertreten zu können. bedeutendere Rolle in den statistischen Zahlen des Standesamtes. Vor Eintritt in die Tagesordnung stellte Genosse Hildebrandt den Nicht allein, daß die Ehefcheidungen an sich anwachsen, was ja durch Antrag, diesen Punkt in öffentlicher Sigung an erster Stelle zu versondern die größere Zahl der Eheschließungen verständlich ist, auch die Prozent- handeln, da hierbei keine persönlichen Interessen, zahl der Ehescheidungen zu den Eheschließungen steigt. So wurden 1905 nur fachlich öffentliche Interessen in Frage kommen, über die die 106 Ehen geschieden, das sind 4,79 Proz. der in diesem Jahre geschlossenen Einwohnerschaft die weitgehendste Aufklärung wohl verlangen fönne, Eheverbindungen. 1908 aber wurden 150 Ehen aufgelöst, und die Prozent- während durch die nichtöffentliche Behandlung selbst den Gemeindezahl stieg auf 5,79. Die Mehrzahl der geschiedenen Frauen befindet sich vertretern der Mund verschlossen werden soll. Dieser Antrag wurde und Südfrüchte: Zufuhr genügend, Geschäft schleppend, Preise wenig im Alter von 25 bis 30 und von 30 bis 35 Jahren, während die denn auch von den Erschienenen einstimmig angenommen. Zur Sache verändert. geschiedenen Männer zumeist zwischen 30 und 40 Jahren zählen. selbst teilte dann der Gemeindevorsteher mit, daß er beide Schreiben Vielfach hatten die geschiedenen Eheleute keine Kinder. So waren wohl erhalten habe, dieselben aber als Privatbriefe erachte und sie 1908 60 geschiedene Ehen kinderlos gewesen, in 40 Fällen der Ehe- auch deshalb der Vertretung nicht zur Kenntnis überweise. Im Verlauf scheidung war 1 Kind, in 21 waren 2 Kinder, in 19 3 und in der Diskussion ergänzte er seine Ausführungen noch dahin, daß 10 Fällen 4 bis 5 Kinder da. Auffallend jedoch ist, daß die ver- feiner Auffassung nur das Interesse der Gemeinde zugrunde lag und hältnismäßig größte Zahl der Chetrennungen Ehen betraf, die be- follte er sich geiert haben, er ja auch die Konsequenzen zu tragen habe. reits 15 bis 20 Jahre gedauert hatten. Ja selbst nach 30jähriger Von allen Rednern wurde der Standpunkt vertreten, daß die AmtsDauer wurden noch zwei Ghen getrennt. Freilich kann das Ent- niederlegung eines unmittelbaren Staatsbeamten, wie es die Stellung weder- Dder auch schon früher gestelt werden. Und so hielt es denn eines Schöffen mit sich bringt, nicht als Privatangelegenheit des ein Ehepärchen nicht ein Jahr zusammen aus, während 8 Che- ersten Gemeindebeamten erachtet werden darf. Besonders gebrand jett Lothringer Straße 60. markt wurde aber die Handlungsweise derjenigen Herren, welche Alle Bruchbänder mit elastischen Begefponfte es doch für die Dauer über ein Jahr versuchten. aus der ihnen so angenehmen Auffassung des Gemeindevorstehers, loten, angenehm ut. weich am Störper. der Brief sei eine Privatangelegenheit, einundeinhalbes Jahr den Nutzen und die Macht im Ortsparlamente besessen haben, nunmehr aber den Gemeindevorsteher im Stiche lassen und sämtlich durch Abwesenheit glänzen. Als Ergebnis der Verhandlung wurde folgender Antrag des Genossen Hildebrandt angenommen:
-
Natürlich ist zumeist„ Er" der schuldige Teil, der zum Bruch getrieben hat. Das ergeben schon die Zahlen über die Arten der schweren Ehesünden. So entfällt in 80 Fällen von den 150 Chefcheidungen im Jahre 1908 der Grund auf die eheliche Untreue. Für 48 Chetrennungen bildeten grobe Mißhandlungen den Grund zur Aufhebung der Ehegemeinschaft und in 12 Fällen hatte ein Ehegatte den anderen dauernd im Stich gelassen. Sechsmal lag Ehebruch und Mißhandlung„ Der Herr Landrat wird ersucht, eine Untersuchung darüber des Gatten oder der Gattin vor und in 4 Fällen begründeten un herbeizuführen, ob der Schöffe Bach sein Amt noch rechtmäßig verheilbare Krankheiten die Eheicheidung. In den 80 Fällen des Ehe- waltet hat oder dieses im Mai 1908 schon niedergelegt hatte. Der bruchs fonnten sich 43 Männer mit der Einehe nicht begnügen, Herr Landrat wird weiter ersucht, die Untersuchung besonders dahinwährend auch 25 Frauen deswegen schuldig gesprochen wurden gehend zu führen, ob die vom Herrn Gemeindevorsteher in dieser and in 12 Fällen beide Ehegatten sich mit den gleichen Be- Angelegenheit erhaltenen Schreiben Privatbriefe oder amtliche schuldigungen die Ehe„ versüßen" konnten. Die Mißhandlungen Schreiben waren."
fielen in 36 Fällen den Männern zur Last, in einem Falle aber Bezüglich der umgepflasterten Bismarckstraße wurde die Abnahme trattierte Sie" den Vertreter des starten" Geschlechts so, daß der ausgesetzt; es foll eine nochmalige Besichtigung der Straße bei Richter ihn in Schuh nehmen und von der schlagfertigen" und günstiger Witterung stattfinden. Zur Genehmigung der beschlossenen zarten" Ehehälfte befreien mußte. In 11 Fällen berprügelten sich Hundesteuer- und Wertzuwachssteuerordnungen waren nur fleine die Ehegatten gegenseitig. Dagegen war in den 4 Fällen der Che- redaktionelle Alenderungen vom Kreisausschuß verlangt worden, welche trennung wegen unheilbarer Krankheit der weibliche Teil schuld. angenommen wurden, um die recht schleunige Verabschiedung dieser Es mischt sich in den trockenen Zahlen statistischer Aufzählung Ordnungen herbeizuführen. Der Wortlaut der Ausschreibung für die der Ehe Frend und Leid in bunter Menge. Stelle des Gemeindevorstehers wegen Ablauf seiner Wahlperiode wurde festgestellt. Groß- Lichterfelde . Nowawes .
In der Generalversammlung des Wahlvereins gab Genosse Wenzel den Bericht des Borstandes. Danach fanden elf Mitglieder- Der zweite Vortrag des von den vereinigten Bildungsausschüssen versammlungen, vier öffentliche Versammlungen, neun Vorstands- Nowawes und Potsdam veranstalteten wissenschaftlichen Lichtbilder
Prag.
Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen Direktion über Marktlage: Fleisch: den Großhandel in den Zentral- Marktballen. Zufuhr reichlich, Geschäft schleppend, Preise unverändert. Wild : Zufuhr genügend, Geschäft schleppend, Breise fest. Geflügel: Bujur genügend,
Geschäft nicht lebhaft genug, Preise befriedigend. Fische: Zufuhr etwas reichlicher, Geschäft ziemlich lebhaft, Preise wenig verändert. und seáse: Geschäft ruhig, Breije unverändert.
+
Bruch- Pollmann empfiehlt sein Lager in Bruchbandagen, Leibbinden, Geradehaltern, Spritzen, Suspensorien fowie sämtliche Artikel zur Krankenpflege. Eigene Werkstatt. Lieferant für Orts- und Hilfs- Krankenkassen. Berlin N.,
*
Butter
Gemüse, Db st
! Reste!"
Damentuche, fchwarz und farbig, Kostümstoffe, neueste Muster, Samt, Seide, Plüsch, Astrachan , Krimmer, Kammgarn- Cheviot und sämtliche Futterstoffe.*
J.Pflaster, waldemarstr. 13.
Vorzeiger d. Annonce 5 Proz.
Teilzahlung 50
Pf.
an.
Herren- Paletots,-Anzüge, Damen- Jacketts, Röcke, Blusen, Pelzstolas, Betten, Tischdecken, Wäsche, Portieren, Gardinen, Steppdecken, Teppiche, Spiegel, Bilder, Uhren, Zithern, Akkordeons, Mandolinen, Grammophone. Petersburger Straße 23,
F.& H. Schmidt, nur 1. Etage.
HERREN
KNABEN KLEIDUNG S.LEVY CHARLOTTENBURG
SCHARRENSTR.36.