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, für befriedigt erklärt habe. Worauf das Tageblatt" Damit waren eigentlich die positiven Forderungen diefes geteilt, der Pfarrer habe morgens gefagt, die Sozial­erklärt, diese Mitteilung sei versehentlich in die Erklärung des nationalliberalen Landtagsabgeordneten erschöpft. Zwar nannte er demokraten tämen; niemand dürfe auf die Straße Polizeipräsidenten aufgenominen worden, sie fei die jetzige Wahlkreiseinteilung eine wunderliche", doch wußte er gehen, alle Türen müßten geschlossen gehalten feinem Mitarbeiter nicht vom Bolizeipräsidenten, sondern von nicht zu sagen, was denn eigentlich an ihre Stelle gesetzt werden werden. Auf der Strede Dohrgaul Frielingsdorf waren den einem, unterrichteten höheren" Beamten des Polizei- folle! Vielmehr erklärte er, daß die Neueinteilung nicht auch vielfach die Türen verschlossen und zugleich hatte man die präsidiums gemacht worden. Natürlich wird die total schematisch nach der Bevölkerungszahl" erfolgen dürfe, unde losgelaffen. Aus der eigentlichen Wipperfürther falsche Mitteilung selbst dadurch auch nicht um ein Atom sonst würde das Parlament einseitig städtisch" werden. Dieser Gegend wird ebenfalls das Zerreißen und Verbrennen der Flug­richtiger! wadere Nationalliberale ist also nicht einmal für eine blätter, das Nachhezzen von Hunden u. dergl. gemeldet. durchgreifende Neueinteilung der Wahlkreise zu Gewiß sehr schöne Erfolge der flerifalen Kulturarbeit! Die Бабен! Wonach sich ganz von selbst versteht, daß Herr Zentrumspresse hat ersichtlich allen Anlaß, sich der erzieherischen Hadenberg ausdrücklich erklärte, daß er auch für das Tätigkeit ihrer geistlichen Parteiagitatoren zu rühmen. Die christ­allgemeine gleiche Wahlrecht nicht zu haben sei. Es sei auch liche Gesittung bewährt sich vorzüglich. töricht, einer solchen Utopie" nachzujagen. Die Schlußphrase des Herrn Pastors: wenn die Vorlage komme, so werde sie die nationalliberale Fraktion auf dem Boften finden im Kampfe um die Erweiterung der Wolfsrechte, paßte auf seine sonstigen Ausführungen wie die Faust aufs Auge.

Die Regierung in Verlegenheit.

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Der stärkste Teil des Liberalismus gibt also bereits jebe ernst­liche Wahlreform preis, bevor noch die Regierung mit ihrer Vorlage herausgekommen ist!

Die liberale Einigung.

Die Ergebnisse der Postkonferenz.

Am 7. uno 8. Januar fand bekanntlich in Berlin eine Konferenz der Reichspostverwaltung mit Vertretern des Handels, der Industrie und Landwirtschaft statt, der die Aufgabe gestellt war, einige strittige Fragen des Postdienstes zu besprechen. Dem offiziösen Bericht über die Konferenz entnehmen wir das Folgende:

Die Regierung sieht sich durch den in den Reichslanden zwischen den Bischöfen von Metz und Straßburg und der Landesverwaltung ausgebrochenen Konflikt in arge Verlegen­heit versetzt. Auf die Entgegnungen der Bischöfe und die Drohungen der klerikalen Bresse zu schweigen, das hieße die ohnehin schwächliche staatliche Autorität in den Augen aller Staatsbürger noch mehr herabzusetzen und dem Klerus einen billigen Triumph zu verschaffen; andererseits aber möchte es Die von der Post gewünschte Mitwirkung des Publikums bei aber auch die Regierung nicht gern mit der katholischen Kirche , der Ausfüllung von Posteinlieferungsscheinen oder, was troz aller angeblichen Interkonfessionalität der fand allgemeine Billigung. Es wurde für zweckmäßig und erwünscht Zentrumspartei dasselbe wäre, mit dem Zentrum verderben. Der weitere Ausschuß der Deutschen Volkspartei Beriet, tie aus erachtet, für die Geldeinzahlungen, sofern sie nicht mittels Postein­So hat man denn nach langen weisen Erwägungen beschlossen, Stuttgart gemeldet wird, gestern in vierstündiger Sigung den Ent- lieferungsbuches oder Einlieferungslisten bewirkt werden, nur die vorläufig den Konflikt nicht als eine allgemeine Reichs- wurf des Einigungsprogramms und des Organisationsstatuts. Sämt neuhergestellten Formulare von Bostantveisungen mit anhängendem angelegenheit, sondern als eine spezielle elfaß- lothringische liche Bestimmungen wurden nach eingehender Erörterung einstimmig Einlieferungsschein zu verwenden, und die Ausfüllung des Einlieferunge­Landesangelegenheit zu behandeln und dem Staatssekretär gebilligt und wurde befchloffen, dem Barteitag die Annahme des scheins wie bei den Zahlkarten im Postüberweisungsverkehr dem von Elsaß- Lothringen , Freiherrn Born von Bulach, ganz Programms und des Statuts zu empfehlen. Der außerordentliche Publikum zu übertragen. Eine Kenderung des Preises der For­allein die Antwort zu überlassen. Zweifellos eine sehr diplo Barteitag soll auf den 20. Februar nach Stuttgart einberufen mulare wird aus diesem Anlaß nicht beabsichtigt. Ebenso wurde matische Entscheidung. es als ein Fortschritt begrüßt, daß in geeigneten Fällen die Aus­Bugleich hat gestern und vorgestern der Gesamtvorstand des fertigung von Posteinlieferungsscheinen dem Publikum überlasse: Wahlvereins der Liberalen( Freifinnige Vereinigung) zu den Be- werden soll. Es ist beabsichtigt, zu diesem Zived besondere Post­fchlüssen des Viererausschuß Stellung genommen. Abg. Neumann einlieferungsscheine in Schwarz brud herstellen und den Interessentent referierte über den Programmentwurf, Generalsekretär Weinhausen fostenlos zu überlassen. Die vom Publikum ausgefertigten Post­über das Organisationsstatut. einlieferungsscheine beider Art sollen einen Abdruck des Tages­stempels erhalten.

Aber nicht nur die Regierung befindet sich in einer argen Klemme, auch die altpreußischen Konservativen wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen. Sie können nicht gut die Staats­autorität preisgeben, die Regierung im Stich lassen und fich den Unwillen der orthodoren Protestanten in ihren Reihen fowie des Evangelischen Bundes zuziehen; andererseits aber möchten fie auch nicht ihren flerifalen Blockgefährten vor den Kopf stoßen und aufs neue ihre Machtstellung gefährden. In diesem Dilemma sind die konservativen Blätter teils auf deir Ausweg verfallen, nur kurz über den Konflikt zu referieren, teils nehmen sie ihre Zuflucht zu den possierlichsten journalistischen Eiertänzen. Besonders Amüsantes leistet auf diesem Gebiet der höheren Tanzkunst die Kreuzztg.". Sie schreibt in ihrer Sonntagsnummer:

werden.

In der sich an( die Referate anschließenden Debatte bekämpften Dr. Cahn- Frankfurt und Landtagsabgeordneter Voß- Eutin die Einigung, während die meisten Redner, darunter vornehmlich die abgeordneten Dove und Gothein, sich für diese aussprachen.

Schließlich wurde folgende Resolution angenommen: " Der Vorstand des Wahlvereins der Liberalen stimmt der Ginigung der drei linfsliberalen Parteien zu und beschließt, dem möglichst im Monat Februar einzuberufenden Delegiertentag zu empfehlen, den durch den Viererausschuß vorgelegten Ent­wurf eines Ginigungsprogramms und eines Organisationsstatuts nebst Uebergangsbestimmungen anzunehmen mit der Maßgabe, daß in das Organisationsstatut noch ein Abfah über die Rechte und Pflichten der Mitglieder aufgenommen, und daß die Zahl der Mitglieder des Geschäftsführenden Ausschusses von 16 auf 17 erhöht wird.

Ferner wurde es als ertvünscht bezeichnet, Absendern von Bateten auf besonderen Wunsch die Möglichkeit der Er­Tangung einer Einlieferungsbescheinigung zu schaffen. Das von der Postverwaltung hierfür in Aussicht genommene Ver­fahren und die Erhebung einer Gebühr von 10 f. für jede Bescheinigung, die zutreffendenfalls mehrere zu einer Paketadresse vereinigte Balete umfassen fann, wurde gebilligt.

Einen weiteren Beratungsgegenstand bildete die Behandlung " Der Brief des Staatssekretärs nahm zunächst nur Bezug der Chiffre briefe. Es wurde als nicht erwünscht bezeichnet, auf eine bisher von keiner Seite widerrufene" Darstellung des Vorganges in den öffentlichen Blättern". Daß diese Darstellung die Benugung von Chiffrebriefen auszuschließen oder auf boll­Die Einführung von Post­jährige Personen zu beschränken. als authentisch anzusehen wäre, kann nicht behauptet werden; lagerkarten zweds Aushändigung von Chiffrebriefen an bc­es fommt alle Tage vor, daß Nachrichten unwiderrufen durch stimmte Personen fand Zustimmung. Solche Postlagerkarten sollen die öffentlichen Blätter gehen und doch falsch find. Die erste bei jedem Bostamte für dort abzuholende Brieffendungen gegen authentische Aeußerung zur Sache liegt in den Briefen der Lehrer und Militarismus. eine Gebühr von 25 f. auf die Dauer eines Monats­beiden Bischöfe vor; auch erfährt man jetzt in weiteren Kreisen Sechzehn Volksschullehrer, die in Magdeburg im Auftrage zeitraumes ausgestellt werden. Der Juhaber erwirkt die Berechti den Wortlaut des Artikels im Schulfreund", den die Bischöfe der Militärbehörde einen Unterrichtsturfus für Kapitulanten und gung zur alleinigen Empfangnahme von Sendungen, die unter der den katholischen Lesern zur Kenntnisnahme" haben vorlegen Militäranwärter leiteten, find in aller Form in den Streit ein in der Karte angegebenen Adresse, zum Beispiel Bostlagerkarte Nr. 42, lassen. In diesem Artikel wird allerdings nur an das getreten. Sie erhielten bisher für die Stunde ein Unterrichts- Berlin W. 8, eingehen. Die Gültigkeit kann auf Wunsch gegen Ent­fatholische Gewissen der Lehrer appelliert. Wir honorar von 2 M. Bei einer Regelung des Unterrichtswesens wurden haben aber bereits darauf hingewiesen, daß dies in einer be ihnen num 2,50 m. pro Stunde in Aussicht gestellt. Deffen un richtung einer weiteren Gebühr um den gleichen Zeitraum verlängert leidigenden Form geschieht: den zum Allgemeinen deutschen geachtet hielt das Generalfommando später den Satz von 2 M. für werden. Die Karten werden nicht auf bestimmte Namen ausgestellt, Lehrerverein übergetretenen fatholischen Lehrern wird gesagt, ausreichend, obwohl bei anderen Surfen die Lehrer ein Stunden- der Antragsteller braucht sich über seine Berson nicht auszuweisen. honorar von 3 M. erhalten. Da nun außerdem eine Erweiterung Eine längere Erörterung entspann sich über die im Post= fie feien feige, hätten ein unfittliches Band auf sich genommen. bes Lehrplanes und eine Bermehrung der schriftlichen Arbeiten er nachnahmeverkehr hervorgetretenen Mißstände. Die Ver alle Würde männlicher Selbständigkeit von sich geworfen, gemein folgte, erklärten die fechzehn Lehrer, für den alten Honorarfaz den gehandelt und hätten ein Waschlappengesicht. Daß zwei tatho- Unterricht nicht wieder zu übernehmen bezw. weiter führen zu wollen. lische Bischöfe einen solchen Artikel von Amts wegen den Lehrern Sie haben sich in einem Flugblatt an ihre Kollegen gewandt, in zur Kenntnisnahme" vorlegen lassen, setzt sie ohne weiteres ins dem fie um Unterstügung und Solidarität ersuchen. Unrecht. Da gibt es nichts zu verteidigen und zu beschönigen. Der Protest des Staatssekretärs erscheint also trot

Defizit im preußischen Etat.

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feiner formell nicht ganz einwandfreien Be- Der neue preußische Etat schließt mit einem Defizit von gründung als bollkommen gerechtfertigt, und 93 Millionen Mark ab. Die Besoldungsreform hat bolle man muß dringend wünschen, daß ihm jeder Nachdruck verliehen 200 Millionen Mark erfordert wesentlich mehr als man ans wird, bis die Bischöfe die beleidigende Form nahm- und da auch aus den Eisenbahnen nicht so hohe Ueber­ihrer Warnung" öffentlich wieder gut machen. schüsse herauszuholen find, haben alle Anstrengungen das Defizit Die religiöse Macht der katholischen Kirche über die Gemüter nicht verhindern können. ist so groß, daß wir Evangelischen uns nur schwer eine richtige Vorstellung davon bilden können. Es ist uns schlechterdings unfaßbar, wie ein gläubiger Christ seine persönlichen Bc= ziehungen zu Gott so ganz und gar abhängig sein lassen kann von der Vermittelung sichtbarer Stellvertreter Gottes und alle feine Gewiffensforgen vertrauensvoll dem Priester anheimgibt. Aber ob wir das verstehen oder nicht: die Tatsache besteht, und wir haben sie zu respektieren, da wir ebenso von den Ratho­lifen die Achtung vor unserer so ganz entgegengefeßten Auf­fassung des Christentums verlangen. Anders verhält es sich mit der Ueberspannung der kirchlichen Gewalt im öffentlichen Leben. Sie führt unmittelbar zum Konflikt mit der Staatsgewalt, und da wir Evangelischen dann unbedingt auf deren Seite stehen, so Ob der Reichskanzler selbst diese Interpellation beantworten geht allemal bei solchen Konflikten ein Riß durch die ganze wird, steht noch nicht fest. Von einigen Blättern wird behauptet, Nation. Schon deswegen muß auf beiden Seiten die er werde selbst zu einer ausführlichen Darlegung das Wort er äußerste Vorsicht angewandt werden, um die greifen, von amtlichen Blättern wird diese Absicht bestritten. tausend Konfliktsgelegenheiten zu vermeiden. Plumpheiten der tirchlichen Oberen sind ebenso gefährlich, wie Eifersüchte= Ieien der staatlichen Behörden."

Der mecklenburgische Verfassungsstreit. Wie bürgerliche Blätter zu melden wiffen, haben die medlen. burgischen Regierungen bisher beim Bundesrat keinen Antrag ge­stellt, daß das Meich in die medlenburgischen Verfassungsstreitig feiten eingreifen möge. Es fann also auch nicht, wie vor einigen Tagen behauptet wurde, ein solcher Antrag im Bundesrat beraten worden sein. Dagegen ist es richtig, daß sich der Ausschuß des Bundesrats für Verfassung insofern mit der mecklenburgischen Ver­fassungsfrage beschäftigt hat, als er sich über die Stellungnahme der Werbündeten Regierungen zu der am Dienstag im Reichstage zur Beantwortung und Besprechung gelangenden freifinnig- national­liberalen Interpellation wegen der mecklenburgischen Verfassungs­frage schlüssig gemacht hat.

Zur Reichstagsnachwahl in Mülheim - Wipperfürth­Gummersbach.

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Am interessantesten ist die Haltung der Zentrumspresse. Vor kurzem kennzeichneten wir bereits die Art, wie die feritale Sie weiß, in welcher Berlegenheit sich die Regierung befindet Wipperfürther 8tg", die Bevölkerung gegen die sozialdemokratischen und greift diese, vor allem den Reichsfangler, rüdsichtslos Flugblattverteiler aufheßt. Die von dem Blatte gebrachte Antwort an. So schreibt z. B. die Märk. Volfsztg." in einem Das auf sein Rätsel": Was tut man mit den fozialdemokratischen Flug wahre Gesicht des Stanzlers" betitelten Artikel: Von Beth- schriften, durch die Eure Angehörigen vergiftet werden? lautete: mann- Hollweg aber tritt dem Ratholizismus mit jener gründ- Man verbrennt fie! In einer anderen Nummer drohte das Blatt lichen Unbefangenheit entgegen, die z. B. auch Bismarck be- den Volksbeglückern" und sauberen Helden", sie könnten sich leicht herrschte. Er lebt in dem Selbstbewußtsein des prote- bei ihrer Wiederkehr eine Tracht Brügel holen". ftantischen Stodpreußen, der dem Ratholizisnius Diese Belehrungen sind von der fanatisierten zentrumsgläubigen denkbar fernsteht, der ihm gar kein Verständnis entgegen- Bevölkerung des Streifes Wipperfürth prompt befolgt worden. Als zubringen vermag, der sich, durchdrungen von liberalen unsere Genoffen aus dem benachbarten Streife Solingen nach Er Ideen, vielleicht gar einbildet, er fei der berufene Mann, fcheinen des Hezartikels ein Wahlflugblatt verteilten, wurden sie in Roms Uebermacht ein Ziel zu setzen". Aus diefer Ent- der unflätigsten Weise beschimpft, bedroht und zum wickelung und ihrer Wirkung erklärt sich der harte Vorstoß eil mißhandelt. in Rattowiß gegen Sentrum und Polen und das Erperiment in Straßburg gegen die katholischen Bischöfe sehr leicht. Herr v. Bethmann- Hollweg ist eben vermöge seiner Abstammung und Erziehung unser entschlossener Feind und wird danach handeln."

treter waren in der Mehrheit der Ansicht, daß es mit Rücksicht auf ben Umfang, den der Bostnachnahmeverkehr angenommen hätte, und auf die Schwierigkeiten, die sich in vielen Fällen der sofortigen Einlösung der Nachnahmen durch die Empfänger entgegenstellten, ohne schwere Schädigung berechtigter Jntereffen weder angängig sei, die Ein­Lösungsfrist abzufürzen, noch die zweite Borzeigung von der Entrichtung einer Gebühr durch den Empfänger abhängig zu machen. Dagegen bestand allgemeine Geneigtheit, die Arbeitsleistung der Postverwaltung das durch zu erleichtern, daß für eine Einziehung von Nachnahmen und Baleten Formulare obligatorisch eingeführt würden, die aus der Nachnahmekarte bezw. der Pafetadresse und einer baran anhängenden Postanweisung bestehen.

Zum Schluß behandelte die Konferenz die Wiedereinführung des Bostankunftsstempels; von der Geschäftswelt wird bringend berlangt, daß der Ankunftsstempel wieder eingeführt wird, während die Vertreter der Postverwaltung ausführten, die Aufhebung des Stempels fei von wesentlicher Bedeutung für die Beschleuni gung und Sicherstellung der Aushändigung der Briefe gewesen. Die Beschleunigung habe bis 20 Minuten betragen. Bei vielen Bostanstalten würden nunmehr Briefe in frühere Bestellungen hinein­genommen. Die Postverwaltung habe den Angaben der Handels­fammern, die den Ankunftsstempel insbesondere der Kontrolle wegen reklamierten, volle Würdigung augewendet. Sie habe aber nicht weiter gehen fönnen, als den Ankunftsstempel bei Einschreib­und Eilbriefsendungen, die sowieso einer besonderen Be­handlung bedürften, wieder einzuführen.

Die Reichspostverwaltung behielt sich nochmalige Prüfung und definitive Stellungnahme vor.

Patriotische Entrüftung.

Der Ring der Brauereien in Braunschweig hat, um den zwölf­wöchigen Bierboykott mit all feinen Schäden für die Brauereis befizer zu Ende zu bringen, mit der sozialdemokratischen Bartci­leitung und dem Gewerkschaftskartell einen Bertrag abgefchloffen, nach dem das Bier im Ausschank die alten Preise behält, die es bor bem Bierstreit hatte, und ferner die Brauereien fich verpflichteten, einer zu gründenden Volkshaus- Gesellschaft G. m. 6. S. zur Erbauung eines großen Berfammlungsfaales 10 000 m. Einlagekapital und 70 000 M. Baufapital zu zahlen. Darüber find die Nationalen" rein aus dem Häuschen. In der Braunschweiger bürgerlichen Bresse heulten die Reichsverbändler förmlich vor Wut. Sie forderten die guten Bürger auf, das Bier der Vertragsbrauereien zu boykottieren. Allein der Durst der Spießer ist größer als ihr Haß gegen die Arbeiter. Der Boykott zieht absolut nicht. Gleichzeitig drohten die reichsverbändlerischen Kampen , die In der Gegend von Neschen wurden zu verschiedenen Malen Aktionäre der Brauereien persönlich anzufaffen. Soweit sie- Sunde auf die Flugblattverteiler gehegt; zumal Referbe Dffigiere feien, würde gegen fie als folche vor­taten sich die Frauen im Beschimpfen unserer Leute hervor. In gegangen werden, denn es könne doch nicht angehen, daß föniglich­Groß- Grimberg wurden unsere Genossen von den Bauern verfolgt preußische oder herzoglich- braunschweigische Reserve- Offiziere- und bedroht. bedroht. In Bechen In Bechen entgingen die Flugblattberteiler gestraft die Sozialdemokratie unterstützen dürften. Tatsächlich er nur mit Mühe den den Mißhandlungen. In den meisten hielten jüngst einige Aufsichtsratsmitglieder der Brauereien, die Fällen wurden die Flugblätter sofort zerrissen oder verbrannt. zugleich Neferbe- Offiziere find, die Aufforderung, entweder Wiederholt wurde den Genossen in dem Gebiete von Dürscheid- aus dem Aufsichtsrat der anrüchigen Brauereien Kürten Schläge angeboten. In der Gegend von Olpe und Delling auszuscheiden, ober eines ehrengerichtlichen Berlin , den 10. Januar 1910. wurden wiederholt Hunde auf die Berbreiter gehegt. In der Verfahrens gewärtig zu fein. Noch ein Nationalliberaler über die Wahlrechtsreform. Gegend von Lindlar hatte man die Häuser verschlossen oder die Straffefter Terrorismus! Die Aufsichtsratsmitglieder der Brauereien Auch der nationalliberale Landtagsabgeordnete Pfarrer a den Flugblattverbreiter wurden hinausgeworfen und man versuchte, sollen von dem Referbeoffiziersrock befreit werden, nur weil sie der berg hat sich jetzt in einer Bersammlung über die preußische Wahl ihnen die Flugbätter zu entreißen. In Linde verbrannte Not gehorchend, nicht dem eigenen Triebe, der Abschließung eines reform geäußert. Herr Hackenberg forderte Beseitigung des in- man die in einer Wirtschaft ausgelegten Flugblätter. Anderthalb Wertrages mit den Arbeitern zustimmten, um den sonst unvermeid­biretten Wahlverfahrens und die Einführung der geheimen Stunden lang wurden unsere Genossen von Bauern berfolgt. lichen weiteren wirtschaftlichen Schaden durch den Bierkrieg von sich Wahl. Seit er im praktischen Leben stehe, habe er die Erfahrung Hätten unsere Leute nur ein Wort auf die Beschimpfungen erwidert, abzuwenden. gemacht, daß eine unbeeinflußte Wahl bei öffentlicher so wären fie sicher halbtot geschlagen worden. Auf dem Wege Die Abmachung mit den Brauereien fann nur nicht rüdgängig Stimmabgabe troß alles Mutes nicht möglich set. nach Mittel- Breitenbach wurde einem Flugblattverteiler mit- I gemacht werden, denn die Boltshausgesellschaft ist längst gerichtlich

Politifche Ueberficht.