Nr. 101. 27. Jahrgang.
5. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt.
Partei- Angelegenheiten.
Zur Maifeier.
Das Inserat der Gewerkschaftskommission sowohl wie auch das des Verbandes sozialdemokratischer Wahlvereine Berlins und Umgegend in der heutigen Vorwärts"- Nummer enthält noch einige Nachträge, worauf die Arbeiterschaft wie auch die Referenten besonders hingewiesen werden.
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An die Parteigenossen Berlins und der Provinz Brandenburg . Die neue Botalliste liegt der heutigen Nummer des„ Vor wärts" bei und empfehlen wir dieselbe wiederum der Arbeiterschaft bringend zur Beachtung.
Gerade mit Rücksicht auf die nun beginnenden Ausflüge und Partien der Vereine, Klubs usw. in die verschiedenen Provinzorte ist es die unerläßliche Pflicht jedes denkenden Arbeiters, sich stets vor Augen zu halten, unter welch schwierigen Verhältnissen und mit wie schweren Opfern unsere Parteigenossen in der Provinz gezwungen sind, den Kampf um Versammlungslokale zu führen. Wohl sind die Herren Wirte jederzeit gern bereit, bei Veranftaltung von Vergnügungen und Partien das Geld der Arbeiter einzustecken, aber so bald dieselben Arbeiter das Verlangen stellen, daß ihnen zur Erörterung ihrer ureigensten Interessen oder der politischen Verhältnisse ein Saal zur Verfügung gestellt werden möge, so wird ihnen dies in den allermeisten Fällen in der höhnendsten Weise verweigert. Hinzu kommt noch allenthalben der vereinte Druck unserer Gegner auf diejenigen Wirte, die uns ihre Räume zur Verfügung stellen und nicht zuletzt die Maßnahmen der Behörden und behördlichen Organe, die schon so oft als reine Schikanen bezeichnet worden sind.
Allen diesen vereinten Mächten unserer Gegner gegenüber gilt es, die Solidarität der gesamten Arbeiterschaft hochzuhalten und zu pflegen. Jeder auch nur einigermaßen aufgeklärte Arbeiter muß stets dessen eingedenk sein, daß Versammlungsräume für die weitere Entwickelung unserer ganzen Bewegung das erste Er fordernis find. Darum ist es unbedingte Pflicht, auf die beste Bartie und das schönste Vergnügen zu verzichten, wenn man dabei unseren Genoffen irgendwo in ihrem Lokalkampf in den Rücken fallen muß.
Stets müffen wir an dem Standpunkt festhalten:„ Boykottbruch
ist Streitbruch!"
Selbst in der näheren Umgebung Berlins haben unsere Genoffen in einer ganzen Anzahl Orte einen Kampf zu führen, der leider bisher erfolglos geblieben ist.
Wir richten deshalb auch an die Bauhandwerker, die in den Bandorten arbeiten, das dringende Ersuchen, sich ihre Verkehrslokale besser noch als bisher anzusehen, und nicht, wie leider noch sehr oft, dem ersten besten Wirt das Geld ins Haus zu bringen.
Beachtet die Lokalliste!
Des weiteren ersuchen wir die Vorstände und Komitees, bei allen ihren Veranstaltungen dafür zu sorgen, daß das notwendige Bedienungspersonal stets vom kostenlosen Arbeitsnachweis des Verbandes deutscher Gastwirtsgehilfen bezogen wird.( Ortsverwaltung Berlin, Große Hamburger Straße 18/19. Tel. Amt III, 1813.)
Außerdem ist es im eigenen Interesse der Vereine felbft dringend notwendig, daß allen Verträgen mit Lokalinhabern eine Klausel angefügt wird, wonach für den Fall, daß das betreffende Lokal später für Arbeiterversammlungen verweigert werden sollte, der Vertrag seine Gültigkeit verliert.
Alle sonstigen Anfragen, Mitteilungen usw. sind stets durch die in der Lokalliſte angegebenen Kommissionsmitglieder an den Obmann der Lokalkommission zu richten, soweit Rotale Berlins und der Kreise Nieder- Barnim , Teltow - Beeskow und Potsdam - Osthavelland in Frage kommen. Für die übrigen Provinzorte find alle Anfragen direkt an den Obmann zu richten, in keinem Falle jedoch direkt an die Redaktion des„ Vorwärts"; dies bitten wir
zu beachten.
Zum Schluß ersuchen wir die Parteigenoffen, die jeweilige Lokalliste stets bis zum Erscheinen der nächsten aufzubewahren, sowie von allen in der Zwischenzeit eintretenden etwaigen Aenderungen Notiz zu nehmen. Für verloren gegangene Listen kann jederzeit Ersatz von allen Kommissionsmitgliedern bezogen werden. Die Lokalkommission.
Sülecke.
und ersuchen Sie, uns auch hierzu die Erlaubnis zu erteilen. Herr Drachholz machte ein erstauntes Gesicht und kratte fich hinter den Ohren. Er versuchte, uns unsern Plan auszu reden. Wir zerstreuten seine Bedenken und setzten ihm auseinander, wie gerade durch diesen Durchmarsch durch das Dorf erst unser ganzes Arrangement mit der gewohnten Präzision und Ordnung vor sich gehen würde.
,, Meinen Sie? frug er nochmal, denn um die Ordnung war ihm zu tun. Wir bejahten.
Sonntag, 1. Mai 1910.
3. Zur Förderung eintägiger Schülerwanderungen, die im Durchschnitt wenigstens alle vier Wochen zu unternehmen sind, empfiehlt er der Stadtverwaltung: a) ausreichende Mittel für Kinder armer Eltern bereitzus stellen, b) den führenden Lehrern die bei Schülerwanderungen ent standenen tatsächlichen Unkosten zu erstatten,
c) bei den maßgebenden Körperschaften darauf hinzuwirken, daß bei Schulausflügen auch im Stadt, Ring- und Vorortverkehr sämtliche Stinder der Volksschule den Kinderfo preis bezahlen. 4. Wünschenswert ist endlich, daß den Voltsschulkindern mehr Gelegenheit zum Baden und Eislauf verschafft wird; jedes gesunde Kind sollte schwimmen lernen.
Na, erklärt unser Amtsvorsteher, ich kenne Sie als ordentliche, ruhige Leute. Wenn Sie das so bestimmt versichern, will ich auch in diesem Falle nicht gerade ablehnen. Und Drach holz hielt Wort. Er erteilte uns schriftlich die Genehmigung Die Große Berliner Kunstausstellung wurde am Sonnabend in zu zwei Volksversammlungen am 1. Mai und die Erlaubnis den weiten Hallen am Lehrter Bahnhof , die diesmal in 56 Sälen mit Musik durch das Dorf ziehen zu dürfen. Als das im Orte( die Nebenabteilungen nicht gerechnet) 2087 Runstwerte beherbergen, eröffnet. Der Präsident der Ausstellung Prof. Kallmorgen bekannt wurde, bestürmten die Honoratioren den Amtsvor- suchte in einer programmatischen Rede gegen die Bevorzugung der steher, entweder die Genehmigung zurückzuziehen oder wenig- jüngsten ausländischen Kunst zu protestieren, da sie vertvirre und stens vom Landrat vermehrte polizeiliche Hilfe zu erbitten. die Heimatkunst schädige. Diese Spige gegen die Sezession Drachholz tat feins von beiden. wird natürlich ohne Bedeutung bleiben, so lange das Aus Am Morgen des 1. Mai kamen Tausende von Genossen land der deutschen Malerei etwas zu fagen hat( und es hat von Berlin nach Friedrichshagen . Sie waren nicht wenig er ihr sehr viel zu sagen gehabt). Im übrigen ist es den lebenden staunt, beim Aussteigen mit Musik begrüßt zu werden und Künstlern ja nachzufühlen, wenn sie die wahnwißigen Preise, die wollten anfänglich gar nicht glauben, daß diese Begrüßung für angebliche und wirkliche alte Stunstwerke und die jeweiligen den Maifeierdemonstranten galt. Darguf dirigierten wir die Modekünstler bezahlt werden, mit Neid erfüllen. Im übrigen denkt Genossen in die Versammlungen. Die eine fand in dem Hotel die Große Berliner ja auch nicht daran, den Ausländern ihre Pforten zu versperren. Sie bietet diesmal eine überreiche ungarische Kaiserhof am Bahnhof statt, die andere in dem in der ent- Ausstellung und auch sonst ausländische Werke, wenn auch kaum gegengesetten Richtung gelegenen Lokal von Conrad. In der solche, die der heimischen Kunst gefährlich werden könnten. ersten sprach Genosse Gerisch und in der zweiten Genosse 3u beil.
ferner Bohrdt,
dem
Der allgemeine Eindruck der Ausstellung, die ja auf einmal faum zu übersehen ist, läßt sich dahin zusammenfassen: es ist eine Der Schluß beider Versammlungen war pünktlich fest- Durchschnittsernte, die nach feiner Seite besonders auffällt. Die gesetzt. Dann schlossen sich die Versammlungsteilnehmer der Anordnung, die dieses Jahr getroffen ist, daß alle Bilder ohne Musik an und zogen von dem Conradschen Lokal die Friedrich Rücksicht auf Schulen und Herkunft durcheinander hängen, erleichtert straße entlang nach dem Lokale Kaiserhof, wo sich die Genossen feineswegs die Uebersicht und den Genuß. Glücklicherweise sind schafter Bergmann- Karlsruhe, aus dieser inzwischen rasch beendeten Versammlung einreihten. einzelnen Künstlern Sonderzimmer gewidmet, so dem LandEs war ein imposanter Bug, der sich gebildet hatte. Begleitet Maler norddeutscher Stimmungen mit Tierstaffage Dsfar wurde er durch zwei Gendarmen, die mit umgeschnalltem Frenzel, dem eigenartigen Lesser Ury , den Zeichnern Revolver unsern Ordnern voranschritten. So ging es nach der üttner und Staffen). Unter den Ausländern ragt einsam Wilhelmstraße, wo Genosse Schippel wohnte, um ihm, der Buois de Chavannes hervor mit einigen Kartons zu den kurz vorher wegen einer Rede in Chemniß zu 9 Monaten Ge- Bantheonsbildern in Paris , den tiesst empfundensten und monumenfängnis verurteilt worden war, eine Ovation zu bringen. talsten Schöpfungen moderner Wandmalerei. Die plastischen Genosse Schippel war in eine eigenartige Situation gefom- erfe enttäuschen heuer fast noch mehr als früher. Sie haben zwar handwerkliche Grundlage, die auch Professor Stallmorgen wie men. Sollte er, der auf dem Balkon stand und ergriffen von Liebermann reklamierte, aber dafür fehlt meist alles andere, was der Begrüßung dankte, sollte er reden? das Kunstwerk auszeichnet.
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D.
Eine Rede unter freiem Himmel war zwar nicht vorgesehen, allein er konnte nicht anders, als einige Worte sagen, Wettbewerb" Groß- Berlin" veranstaltet wird, kommt am Die Allgemeine Städtebauausstellung, die im Anschluß an den auch auf die Gefahr hin, eine neue Anklage zu erhalten. Und Sonntag, den 1. Mai, zur Eröffnung. Ein Rundgang durch die so redete er vom Balkon herunter und feierte den 1. Mai. für die Ausstellung zur Verfügung gestellten Säle und Hallen der in den letzten Tagen habe ich zu leiden gehabt unter der Ver- Akademischen Hochschule in Charlottenburg , den wir am Sonnfolgung unserer Gegner, schloß er, in den nächsten Tagen abend antreten tonnten, zeigte bereits, welche Fülle von sozialen werden Sie unter der Nachsucht und Niedertracht der Arbeit- und technischen Problemen diese Ausstellung in sich birgt. geber zu leiden haben, weil Sie gewagt haben, sich einen Gewiß, fie ist mit ihren zahllosen Plänen, Modellen und freien Tag selbst zu nehmen. Trotzdem grüßen wir den den lehrreichen Diagrammen nicht so amüsant wie manche 1. Mai und rufen aus tiefstem Herzen: die Bartei der Unter- reinen Schaubarbietungen. Sie erfordert tieferes Interesse. Aber drückten und Ausgebeuteten, die internationale Sozialdemo- wer in fie eindringt( Führungen und Vorträge werden das erleichtern), der wird reichen Nuken davontragen. fratie lebe hoch! Begeistert stimmte alles ein. Es war ein ergreifender Augenblick und Tausende von Genossen, die teilgenommen, haben ihn nie wieder vergessen.
Dann ging es nach den Festlokalen, nach Bellevue und dem Müggelschloß, wo sich immer neue Massen einfanden. Nachmittag kam die Nachricht, daß Tausende von Berliner Formern von Köpenick aus auf dem Wege nach Friedrichshagen begriffen feien. Kurz entschlossen wurde ihnen die Musikfapelle entgegengeschickt und die Genossen unter Sang und Klang eingeholt.
Der Verlauf der Maifeier war glänzend und selbst Beitungsforrespondenten der halboffiziösen russischen Beitung Nowoje Wremja" äußerten sich enthusiasmiert über diese Maifeier. Abends kam der Amtsvorsteher zu uns und erklärte, daß nach drei ihm gewordenen Berichten alles gut verlaufen fei. Das sei immer der Fall, antworteten wir ihm, wenn man uns die Ordnung selbst überlasse.
Die tapitalistische Entwickelung hat, wie sie das Kapital affumu. lierte und die große Industrie schuf, gewaltige Menschenmengen auf beschränktem Wirtschaftsgebiet zusammengedrängt. Diese Agglomeration der Bevölkerung in den Groß- und Fabrikstädten, deren Eristenzberechtigung der Kapitalismus gleichfalls erst schuf. hat eine Menge von Problemen geschaffen, die von einschneidender wachsende Bevölkerung unterzubringen, zu behausen, von und zur Bedeutung sind. Wie die zusammenströmende und aus sich herausArbeit zu befördern sei, wie die Stadtpläne und das Verkehrs. wesen, die Sygiene und zuletzt auch die Aesthetik des Stadtbildes den neuen Bedürfnissen anzupassen sei, das sind so einige davon. Das riesenhaft anwachsende Berlin wird sich in den nächsten Jahren in erhöhtem Maße mit all den Fragen beschäftigen müssen. Die Ausstellung bietet Handhaben dazu und bietet auch Vergleichs. nöglichkeiten. Freilich unsere Klaffengesellschaft schließt rationelle Sie vorherrschenden Klassenintereffen und durch die Abhängigkeit von ösungen aus, und Berlin ist doppelt und dreifach gehemmt durch der Staatsregierung. Um so mehr werden wir die Anregungen, die die Ausstellung gibt, in unserem Sinne auszunuzen haben. Neue
Linie 48, Schönhauser Allee - Rigdorf, Ede der Walter- und Ju liusstraße, wird bis zur Jahnstraße am Rigdorfer Gemeindefriedhof in der Rudower Straße verlängert. Die Linie geht über den Sadeschen Markt, den Spittelmarkt und den Morikplatz. Ferner wird die Linie 58, Zentralbiehhof- Briz, Germaniapromenade,
Zwar fehlte es auch damals nicht an fleinlichen Chikanen, indem die Eisenbahnverwaltung wegen der Beförderung des Fahrpläne bei der Straßenbahn am 1. Mat. Die Publikums große Schwierigkeiten machte, allein viele Unbe- Straßenbahn fährt am 1. Mai verschiedene Aenderungen in ihrer quemlichkeiten wurden von unseren Genossen in Kauf genom- Dinie 21 Moabit - Nixdorf, Knesebecstraße bis zur GermaniaLinienführung und ihrem Fahrplan ein. Vor allem wird die men, weil die Demonstration gut gelungen war. promenade in Brik verlängert. Die Linie geht bekanntlich von der Groß- Lichterfelbe. Am Dienstag, den 3. Mai, findet bei Wahren- Das Bürgertum hatte eine Heidenangst bekundet. Viele Ede der Wilhelmshavener Straße und Turmstraße in Moabit über dorf ein vom Bildungsausschuß veranstalteter Vortragsabend statt. Rentiers hatten ihr Geld vorher nach Berlin auf die Bank den Potsdamer Platz und das Hallesche Tor nach Rigdorf. Die Thema: Sozialismus als Weltanschauung. Vortragender: Genoffe gebracht, manche hatten während unseres Umzuges die Häuser Stampfer. Borsigwalde- Wittenau. Treffpunkt der Genoffen und Genoffinnen geschlossen, selbst Geschäftsleute hatten die Salousien herabzur Beerdigung der Genossin Krause heute Sonntag 2, Uhr bei gelaffen. Das war alles unnötig. Friedrichshagen stand am Die Bezirksleitung. 2. Mai noch auf dem selben Fleck wie am Morgen des 1. Mai. Wilhelmsruh Niederschönhausen - Weft. Dienstag, den 3. Mai, Der Berliner Lehrerverein hörte am letzten Freitag einen Vor- bis zum Rathaus in Brig verlängert. Die Linie 58 verkehrt über abends 8 Uhr, findet im Lokal von Wilbrodt, Walderfeestr. 5, unsere trag des Herrn Lehrers Golz über:„ Die törperliche Er- den Alexanderplaß, den Spittelmarkt und den Moritplak. Infolge Mitgliederversammlung statt. Vortrag des Genoffen Herm. Schulziehung der Jugend in den Berliner Gemeinde- der Berlängerung der Linie 58 werden die Fahrten der Linie 28, über: Die Reichsversicherungsordnung. Vereinsangelegenheiten. schulen". Der Vortragende forderte Gleichberechtigung und ge- die jetzt am Rathaus in Brizz enden, nur bis zur GermaniaproDie Bezirksleitung. nügenden Raum für die körperliche Erziehung in unseren Volks. menade durchgeführt. Die Wagen der Linien 7, 15 und 21 erschulen. gänzen sich zwischen der Rathenower Straße und dem HermannIn den Erörterungen, an denen sich in der Debatte auch der plab zu einem Betrieb von 3% bis 7% Minuten. Die Wagen städtische Herr Oberturnwart als Verteidiger der Stadtverwaltung der Linien 47 und 48 ergänzen sich zwischen der Schönhauser Vor zwanzig Jahren. beteiligte, wurde auch der Unzulänglichkeit der Berliner Turnhallen, Allee und der Rudower Straße in Brik zu einem Betrieb von Schulhöfe und Mietsschulhäuser gebührend gedacht. In den Miets. 7% Minuten. Die Züge der Linien 58 und 65 stellen diefen Be Die erste Maifeier im Jahre 1890 stand unter dem schulen dient als Turnhalle in der Regel ein größeres Bimmer. trieb zwischen dem Zentralbiehhof und dem Hermannplab her. Schatten des Sozialistenge fetes. Versammlungen bedurften Einer vom Vortragenden benutten Statistik über die Benutzung von noch der polizeilichen Genehmigung. Diese wurde aber in 41 Berliner Turnhallen zufolge wurden von diesen Hallen 40 bis Berlin fast ausschließlich zu den Maiversammlungen versagt. 49 Stunden 18, 50 bis 59 Stunden 9 und 60 und mehr Stunden 4 Bahlreiche Gewerkschaften änderten infolgedessen ihre Mai- in Anspruch genommen. Auf eine diefer Hallen waren 6400 Schüler feierpläne und bereiteten Ausflüge in die Umgebung Berlins angewiesen, auf zwei andere 5100 und 4950, auf sieben weitere je bor. In Erwartung, zahlreicher Maifeierdemonstranten Le- über 3000 und auf neun je über 4000 Schüler. Die Zahlen stammen gaben sich damals einige Genossen in Friedrichshagen zu dem aus dem Jahre 1900. Das Bild, das sie geben, dürfte sich in der Amtsvorsteher Drachholz, um die Erlaubnis für 2 Wolfsver- Hauptsache leider nicht wesentlich geändert haben. Folgende Leitfäße gelangten zur Annahme:" fammlungen nachzusuchen. Drachholz, der heute tot ist, war 1. Der Berliner Lehrerverein hält eine erhöhte Pflege ein sonderlicher Herr, man mußte ihn kennen, um mit ihm Leibesübungen in unseren Gemeindeschulen für notwendig. Er umzugehen. Zunächst gab er seiner Verwunderung Ausdruck fordert deshalb: darüber, daß wir gleich zwei Versammlungen einberufen wollten. Warum wollen Sie denn zwei Versammlungen in unserm fleinen Orte abhalten? frug er.
,, Weil wir am 1. Mai viel Besuch von Berlin bekommen, war die prompte Antwort. Und da wir annehmen, daß diese Besucher auch in die Versammlungen gehen, reicht eine Versammlung nicht aus. Das fah Herr Drachholz schließlich ein und meinte: Na, ich will mir die Sache überlegen, ob ich Ihnen die Genehmigung erteilen kann.
Wir haben noch ein zweites Anliegen, fuhren unfere Genossen fort. Wir haben uns am 1. Mai eine Musikfapelle bestellt, die konzertieren soll und zwar am Morgen des 1. Mai in dem direkt an der Bahn gelegenen Waldhaus restaurant. Nun haben wir die Absicht, nach Schluß der Verfammlungen mit Musik durch das Dorfauziehen
der
a) mehr Turnhallen und Turnpläke( jede Schule erhalte ihre eigene Turnhalle); b) die baldige Einführung der 3. Turnstunde, jedoch nicht auf Kosten des deutschen Unterrichts( eine gleichzeitige Anordnung der Kurzstunde für den gesamten Unterricht wird die dadurch entstehenden Schwierigkeiten im Lehr- und Stundenplan wesentlich herabmindern).
2. Der Berliner Lehrerverein bekennt sich grundsäßlich zur Einführung des verbindlichen Spielnachmittags in unseren Gemeindeschulen. Da aber zurzeit der Einführung noch bedeutende Schwierig feiten entgegenstehen, ist dieselbe vorzubereiten, indem
a) größere Mittel für das Jugendspiel bewilligt, b) mehr Spielpläge geschaffen werden,
c) jede Halle die üblichen Spielgeräte erhält,
Aus der Krankenhausverwaltung.
In der am Sonnabend stattgehabten Sizung der Krankenhausdeputation wurden zwei bemerkenswerte Angelegenheiten vers handelt. Zunächst wurde der Antrag des Genossen Dr. Wehl auf Befürwortung einer Eingabe an den Magistrat, von einer Hochbahn am Urban- Krankenhause borbei. im Interesse der Kranten absehen zu tollen, zum Beschluß erhoben. Befürwortend wies die Direk tion des Urban- Krankenhauses darauf hin, daß das Krankenhaus geradezu wertlos würde, wenn die Hochbahn an dem Krankenhause entlang geführt werden sollte. Liegen doch gerade an der Front die einzigen Stationen, in denen fleine Säle und Einzelzimmer zur Isolierung Schwerkranker vorhanden sind.
Es wurde alsdann verhandelt über den Antrag des Genossen Dr. Weyl:„ Die Deputation wolle beschließen, das ärztliche und Pflegepersonal der städtischen Kranten. anstalten anzuweisen, im Verkehr mit den über 18 Jahre alten männlichen Kranten der Anrede Herr" sich zu bedienen. Der Antragsteller wies darauf hin, daß den weiblichen Stranten die Aurede Frau" und" Fraulein" zuteil werde; die männlichen Kranken würden jedoch häufig mit" Euch"," Patient" oder dem Familiennamen angeredet. Das trage nicht dazu bei, die Selbstachtung und das Ehrgefühl der Patienten zu fördern. Eine Verfügung aus dem Jahre 1908, wonach alle erwachsenen Kranten ohne Unterschied der Lebensstellung und ohne jede Ausnahme mit„ Herr"," Frau" oder" Fräulein" anzureden Verfügung dem Arzt- und Wartepersonal zur strengsten Nachh
d) wenn möglich, an jeder Gemeindeschule ein freiwilliges feien, werde vielfach nicht beachtet. Die Deputation beschloß, diese Jugendspiel eingerichtet wird.