Einzelbild herunterladen
 

Nr. 123. 27. Jahrgang.

weiß".

5. Beilage des Vorwärts " Berliner Volksblatt.

Partei- Angelegenheiten.

Fünfter Wahlkreis. Am Dienstag, den 31. Mai, 8 Uhr abends, findet in den Union Festfälen, Greifs­walder Straße 222, eine tombinierte Sigung aller Bezirke der ersten Abteilung statt.

"

Sonntag, 29. Mai 1910.

I vierten Stockwerk abgetragen, und gestern morgen begannen die] Amtsblatt", das so jämmerlich im Dustern tappt, doch noch be­Arbeiter mit dem Niederlegen des Restes des Dachgiebels und des reiten. Die betreffenden Zuschriften über die Sechserbrücke gehen vierten Stockwerts. Mit Rücksicht auf den Passantenverkehr fingen uns nicht von Tegeler Einwohnern, sondern von einer Berliner Zur Lokalliste. Auf Wunsch der Parteigenossen von Mariendorf die Leute bereits um 5 Uhr mit den Arbeiten an. Während ein Beitungsforrespondenz zu, deren Inhaber persönlich zu Pfingsten weisen wir die Genossen und speziell die dortigen Friedhofsbesucher Teil der Leute in der Innenfläche des Baues beschäftigt waren, witters Frauen behandelt worden sind. Wegen der erst an die Mißstände beobachtet und gesehen hat, wie während des Ge­nochmals darauf hin, daß das Grabliche Gesellschafts- standen neun Mann an der nach der Straße zu belegenen Vorder­haus", Chauffeestraße 305, der Arbeiterschaft nicht zur Verfügung front. Sie löften mit Spaten und Haden die Mauersteine los. Amtsanzeiger" schon wieder ab. Das ist eigentlich das gekündigten amtlichen Untersuchung stoppt der steht. Wir empfehlen deshalb das Bartrestaurant Kreide- plöklich, gegen% 6 Uhr, kam die Mauer ins Schwanken und unter Bezeichnende an der ganzen Sache. Die Lokalfommission. dröhnendem Gepolter stürzte sie ein. Sämtliche Arbeiter wurden Die Schöneberger Ladenbesizer find in eine lebhafte Be­mit den Bautrümmern in die Tiefe geriffen. wegung eingetreten, um Front zu machen gegen die verschiedenen Auf dem Bürgersteig und teilweise auch auf dem Fahrdamm Kirchpausen in Berlin und Schöneberg an Sonn- und Feiertagen. und Schuttmassen wurden die Bedauernswerten noch getroffen. und Schöneberg einheitlich geregelt wird. Am meisten geschädigt blieben die Berunglüdten liegen. Durch die nachstürzenden Steine Seit Jahren schon versuchen die betreffenden Interessenten bei Der Regierung vorstellig zu werden, daß die Kirchzeit in Berlin Sofort nach Bekanntwerden des Unfalles machten sich die anderen ist der Schöneberger Stadtteil am alten Botanischen Garten nadh Arbeiter an die Rettung der verunglückten Stollegen. Sie be- Bebauung des jetzt erschlossenen Geländes. Dort werden, wie freiten sie aus ihren zum Teil qualvollen Lagen und alarmierten projektiert, große Geschäftshäuser auf Berliner Gebiet entstehen, die Feuerwehr. Die Mannschaften eines vom Hauptdepot in der die an Sonn- und Feiertagen um 10 Uhr mit der Kirchzeitruhe Lindenstraße eintreffenden Zuges hatten aber nicht mehr allzuviel beginnen, während die Ladenbesizer auf dem gegenüberliegenden zu tun. Die Abgestürzten, die alle aus der Höhe des vierten Schöneberger Gebiet schon um 9% Uhr morgens schließen müssen. Stocwertes heruntergerissen worden waren, waren zum Teil Die Schöneberger Ladenbefizer petitionieren nunmehr um einheit­schrecklich zugerichtet. Sie wurden sobald als möglich in liche Kirchzeit, sie haben in den Bigarrengeschäften Listen zur Ein­ärztliche Behandlung genommen. Alle Rettungswachen und Unfall- zeichnung ausgelegt. stationen in der Umgebung wurden alarmiert und vom Verband Verlängerung einer Straßenbahnlinie. Die Linie 66 der Großen für erste Hilfe trafen bald mehrere Scankenwagen auf der Unfall- Berliner Straßenbahn Lichtenberg , Dorfstraße- Friedenau, Kaiſerplatz, stelle ein. Die am schwersten Verlegten wurden in aller Eile in wurde im Dezember vorigen Jahres bis zum Friedrich- Wilhelmplatz die Wagen geschafft und nach dem nahen Krankenhaus am Urban in Friedenau versuchsweise verlängert. Die endgültige Verlängerung transportiert. Einer der Abgestürzten, der achtzehnjährige Gustav ist jetzt genehmigt und wird am 1. Juni eingeführt. Mercier, Kristianiastraße 114, fand

Neben einem Vortrage des Genossen Stadtv. Karl Leid über Fürsorgeerziehung" stehen noch wichtige Vereins­und Abteilungsangelegenheiten auf der Tagesordnung, welche das Erscheinen aller Genossen und Genossinnen bedingen. Der Abteilungsführer. Charlottenburg . Am Dienstag, den 31. Mai, abends 8 Uhr, spricht im großen Saale des Volkshauses, Rosinenstr. 3, Genossin Rosa 2uremburg über: Der Wahlrechtskampf".

Der Vorstand. Schöneberg . Am Dienstag, den 31. d. M., abends 8 Uhr, findet in den Neuen Rathausfälen, Meininger Straße 8, die Ber­fammlung des Wahlvereins statt. Auf der Tagesordnung steht: 1. Vortrag der Genojsin Luise 8ie über: Gewinnung der Frauen für die Partei eine Notwendigkeit. 2. Ber­einsangelegenheiten. Der Vorstand. Wilmersdorf . Der Wahlverein hält Dienstag, abends 8 Uhr. im Gesellschaftshause, Wilhelmsaue 112, feine Monats­bersammlung ab. Reichstagsabgeordneter Emil Eichhorn referiert über Erinnerungen aus der Zeit des Sozialisten­geseges".

Groß- Lichterfelde . Am Dienstag, den 31. Mai, abends 81%, Uhr, bei Richter, Chauffeestraße 104: Mitgliederversammlung des Wahl­vereins. Tagesordnung: Vortrag des Genoffen Grunwald über " Industrie und Landwirtschaft"; Abrechnungen; Vereinsangelegen heiten. Der Vorstand. Schmargendorf . Am Dienstag, den 31. Mai, abends 8 Uhr, findet im Wirtshaus Schmargendorf"( Jnh. Frizz Bartels), Warne münderstraße, eine Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Abrechnung vom Maivergnügen. 3. Kommunales. 4. Diskussion. 5. Verschiedenes. Vortrag des Genossen Bittor Beigert.

wahl.

#

Der Vorstand.

vollendet werden.

Treptow Baumschulenweg. Dienstag, den 31. Mai, abends 8 Uhr, findet für den Ortsteil Baumschulentweg die Mitglieder­bersammlung bei Speer, Baumschulenſtr. 78, statt. Tagesordnung ist seitens der Aufsichtsbehörde eine eingehende Untersuchung ein­1. Vortrag: Der Massenstreit". 2. Stellungnahme zur Vorstands- geleitet worden. Die Beseitigung der Bautrümmer konnte, nach­Bankow. An der heute Sonntag, nachmittags 2 Uhr, in dem die Feuerwehr wieber abgezogen war, durch Bauarbeiter Wandlig i. d. Mark bei Herrn Lassan, Gesellschaftshaus ( nahe Bahnhof) stattfindenden öffentlichen Versammlung, in der Wie auf eine Anfrage im Urban- Krankenhaus mitgeteilt wird, Reichstagsabgeordneter Genoffe Stadthagen über:" Junter- ist bei einigen der Verletzten noch immer Lebensgefahr vorhanden. regierung, Reichstag und Volt" sprechen wird, werden Der Zustand des Preiß und des Mierzwa hat sich im Laufe des die Parteigenoffen mit ihren Frauen ersucht, sich zu beteiligen. Nachmittags etivas gebeffert, dagegen schweben alle anderen Abfahrt vom Bahnhof Reinickendorf Rosenthal 1 Uhr 5 Minuten Schwerverwundeten in steter Gefahr. nachmittags. Die Agitationsfommission.

Berliner Nachrichten.

Die Universitäts - Frauenklinik in der Artilleriestraße war am Donnerstag der Schauplatz einer erregten Szene. Hier war vor den Augen des Vaters den Tod. am Abend, etwa um 10 Uhr, eine Frau aus Niederschöneweide Der Leiter des Abrisses, der Polier Eduard Mercier, hatte gerade eingeliefert worden, die sich im fiebenten Monat der Schwanger­au gleicher Erde Anweisungen an andere Arbeiter gegeben, als schaft befand und von ihrer bereits abgestorbenen Leibesfrucht ent sich vor seinen Augen die Katastrophe abspielte. Einige der Schwer- bunden werden wollte. Unter großen Schmerzen hatte sie im berlebten stießen laute Schmerzensrufe aus. Sie hatten teilweise Krantenwagen den weiten Weg bis Berlin zurückgelegt, und fie erhebliche innere Verlegungen, Arm- und Beinbrüche und schwere hoffte bestimmt, in der Frauenklinik Aufnahme zu finden, weil innere Verlegungen am Kopf und im Gesicht erlitten. die Hebamme auf vorherige telephonische Anfrage eine bejahende Die Namen der Verunglückten sind: der 25jährige Bauarbeiter Antwort erhalten hatte. Als aber der Krantenwagen vor der Ane Otto Fiefect, Langestraße 87; der 38jährige Louis Stenzlaff, Schul- ftalt vorfuhr und die Schwangere hinaufgetragen wurde, erklärte Straße 115; der 24jährige Richard Grützmacher, Pappel- Allee 40; der Arzt Dr. Weischer, sie könne nicht aufgenommen der 34jährige Ferdinand Growokowski, Höchftestr. 3; der 28jährige werden. Das Warum ist nicht so ganz flar. An Blak fehlte es Der Vorstand. Friedrich Preiß, Berlichingenstraße 15; der 27jährige Johannes wohl nicht, auch erbot sich der mitanwesende Gatte, jeden Preis für Mierzwa, und endlich der Arbeiter Hermann Möller . Verpflegung in besonderer Klasse zu zahlen. Es scheint, daß man Ueber die Ursache der Katastrophe in der Frauenklinik der Meinung war, der Fall eigne sich nicht für diese Anstalt. Troß aller Bitten des Gatten blieb es bei der Ab­lehnung, so daß die Schwangere in den Krankenwagen zurück­getragen werden mußte. Sie wand sich in Schmerzen und jammerte laut, während ihr Gatte immer wieder mit Angestellten und Aerzten und schließlich auch mit dem Anstaltsleiter, Geheimrat Olshausen, selber verhandelte. Auf der Straße, wo der Kranken­wagen hielt, wurde unter Bassanten der Sachverhalt bekannt. All­mählich sammelte sich eine große Menschenmenge an, aus der Rufe der Verwunderung und der Entrüstung laut wurden. Von der Anstalt aus wurde noch nach anderen öffentlichen Krankenhäusern Nieder Schönhausen - Nordend. Am Dienstag, den 31. Mai, Walderholungsstätten für Kinder. Der Voltsheilstättenverein vom und auch nach privaten Kliniken telephoniert, aber man schien die abends 8 Uhr, findet im Lindengarten", Lindenstraße 43, die Roten Kreuz teilt mit: Seit dem 1. Mai sind neben den Wald- Frau nirgends aufnehmen zu können oder zu wollen. Wo sie Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung erholungsstätten für Erwachsene auch die drei vom Roten Streuz schließlich Unterkunft, gefunden hat, das entzieht sich unserer 1. Vortrag über: Unsere Freiheitsdichter", mit anschließenden unterhaltenen Kinderanstalten wieder im Betriebe. Sie liegen Kenntnis. Ziemlich eine Stunde hatte es gedauert, bis endlich der Rezitationen. Referent Genosse Davidsohn. 2. Wahl eines fämtlich im Walde, bei Schönholz, Sadowa und Eichkamp, und ge- Krantenwagen mit ihr wieder abfuhr. Jugendausschusses. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. währen über Tag tränklichen und erholungsbedürftigen Kindern Die Bezirksleitung. volle Verpflegung und Behandlung unter Leitung eines Blumenpflege ohne Blumen. Es wurde bereits mitgeteilt, daß Tegel . Montag, den 30. Mai, abends 812 Uhr, bei Halfes, Arztes und ständiger Beaufsichtigung und Beschäftigung der Verein für Blumenpflege in den Gemeindesbulen Berlins auch Brunowstraße 23: Versammlung. Vortrag der Genossin Friede durch Krankenschwestern und Kindergärtnerinnen. Der Vers in diesem Jahre wieder an die Schulkinder Töpfe für 10 Pf. zur Länder über: Die preußische Volksschule". pflegungsfag beträgt nur 50 23f. pro Tag, in besonderen Aufzucht abgeben will und zwar mit ganz besonderer Auswahl der Borsigwalde Wittenau . Am Montag, den 30. Mai, abends Fällen wird noch Ermäßigug gewährt; wo es not tut, übernimmt Pflanzen, die dann in einer besonderen Ausstellung zur Ansicht 8 Uhr, findet in den Borsigwalder Festsälen eine öffentliche Ver- die Stadt die Pflegetoften, ohne daß hiervon den Eltern Unannehm gebracht werden sollen. Die Umfragen haben in den Schulen bereits fammlung statt. Genoffin Frida Wulff referiert über:" So- lichkeiten entstehen. Eine vieljährige Erfahrung hat gelehrt, daß die stattgefunden, die Bestellungen seitens der Kinder find längst erfolgt zialismus in der Familie". Namentlich die Frauen werden auf die Erfolge vorzüglich und in den meisten Fällen auch die Schulleistungen und ihren Groschen haben sie auch wohl meist schon bezahlt. Was Bersammlung aufmerksam gemacht. Der Vorstand. bessere geworden sind. Durch städtische Lehrkräfte, wird in den aber immer noch fehlt, das sind die Blumen. Täglich fragen die Kindererholungsstätten auch so viel Unterricht erteilt, daß die Kinder fleinen Blumenfreunde nach den Pflanzen, aber immer muß ihnen in ihren Kenntniffen nicht zurüdtommen. Anmeldungen find an geantwortet werden, daß fie noch nicht geliefert worden sind. Das das Bureau der Erholungsstätten, Friedrichstraße 207, zu richten. ist nun nicht etwa in diesem Jahre das erstemal so. Diefelbe Sprechzeit vormittags 10-1 Uhr. Beobachtung kann man in jedem Jahre machen. Wir haben jetzt Ende Mai, wann sollen denn die Kinder die Blumen groß ziehen, Nochmals die Tegeler Sechserbrüde. Der amtliche Tegeler tvenn sie nicht bald kommen. Die ungefähre Nachfrage müßte doch Anzeiger" pöbelt wegen der von uns wiederholt, schon im vorigen endlich aus den vergangenen Jahren bekannt sein, so daß mit der Jahre, erörterten Mißstände an der Tegeler Hafenbrüde, die Lieferung der Töpfe schon Anfang Mai begonnen werden könnte. namentlich bei dem Unwetter am zweiten Pfingstfeiertag so äußerst grob in Erscheinung traten, mit einem mehrere Spalten langen, In der Leichenkammer des Friedrichshain - Krankenhauses haben total verunglüdten Rechtfertigungsartikel feines Redakteurs Otto mehrere Personen eine Mutter und drei Töchter, die dort eine Sonnenburg den Vorwärts" an. Mit der Person dieses Herrn Leiche befichtigten- ein Erlebnis gehabt, durch das sie in große Auf­brauchen wir uns nicht weiter zu beschäftigen, denn es spricht regung verfeßt wurden. Während sie in dem Vorraum verweilten, schon zur Genüge für seine vornehme Kampfesart und auch für hörten sie plötzlich einen Lärm, ähnlich einem Schreien oder Auf­feine Wahrheitsliebe, daß er ein eifrig tätiges Mitglied des heulen, das ihnen aus der Leichenkammer oder einem der angrenzenden Reichsverbandes zur Bekämpfung der Sozialdemokratie" ist. Es Räume zu kommen schien. Die Mutter teilte entsetzt dem Diener fann also nicht verwundern, daß diese eine Redaktionsstüße, die ihre Wahrnehmung mit und fügte hinzu, das klinge ja fast so, wie während des Pfingstunwetters irgendwo auf der Bierbant saß, wenn hier ein scheintoter wieder zum Leben er. abzuleugnen sucht, was Hunderte und Tausende, die sowohl in wacht sei. Der Diener suchte sie zu beruhigen, aber die erschreckte Tegel als in Berlin wohnen, mit eigenen Augen gesehen haben. Frau erzählte nachher draußen im Garten des Krankenhauses­Wenigstens muß jetzt auf die von allen Seiten auf die Tegeler es war gerade Besuchszeit noch anderen Berfonen, was sie da Brückenverwaltung hereinprasselnden Anklagen schon zugestanden drinnen erlebt zu haben meinte. Als sie die Anstalt verließ, werden, daß, ausgerechnet in der kritischen Zeit, also während fragte sie am Ausgang noch einmal den Bortier, was denn der von des großen Ansturms auf die Brüde vom Walde her, die nach dem ihr vernommene Aufschrei gewesen sein tönne, und sprach auch zu Tegeler See zu belegene Hälfte des Brückentores eine Viertel- ihm von der Möglichkeit des Wiedererwachens eines Scheintoten. stunde lang geschlossen war, weil sich die dort stehenden beiden Be- Der Portier belehrte sie dann, da werde sie gewiß die Hunde gehört amten wegen durchnäßter Kleidung umziehen mußten. Also baben, die im Krankenhaus als Versuchstiere gehalten werden. damit zwei Brüdenbeamte sich umziehen hiermit hätte die Sache erledigt sein können. Doch das wach ge­tönnen, läßt man eine Viertelstunde lang wordene Mißtrauen schwand noch immer nicht, und auf Tausende in strömendem Regen, unter Bli Umwegen gelangte schließlich an uns die Meldung, in und Donner auf der Brüde warten! Dieses Zuge der Leichenkammer des Friedrichshain - Krankenhauses solle ein ständnis, das noch gar eine Entschuldigung fein soll, feßt aller Scheintoter zum Leben wieder erwacht sein. Wenn wir das Borniertheit die Strone auf. Zehntausende von Verkehrsbeamten auch nicht glauben fonnten, so hielten wir es doch für unsere Pflicht, müssen in Wind und Wetter ihre Pflicht tun. Das bringt der zu untersuchen, um was für einen Borgang es sich dabei handeln fein mag, nun mal so mit sich. Wir möchten nicht nachforschen, uns dabei auf die Befragung privater Personen beschränken, moderne Verkehr, so bedauerlich es mitunter für den einzelnen könne und wie jenes Gerücht entstanden sei. Leider mußten wir ob die Tegeler Brüdenverwaltung die Pfingstmisere zum Anlaß weil wir aus früher gemachten Erfahrungen die Ueberzeugung genommen hat, um für die Brückenbeamten wasserdichte gewonnen haben, daß Angestellte der Anstalten unferer Regenmäntel anzuschaffen oder um die unbedachte eine Stadt uns jede Auskunft verweigern werden. Wir haben Hälfte des Brückentores auch zu überdachen. Das kostet ja Geld und oben wiedergegeben, was wir zu ermitteln vermochten, und wir schmälert die fetten Einnahmen. Was aber zu Pfingsten passiert dürfen wohl annehmen, daß die Sache sich in der Tat so abge­ist, kann jeden Sommersonntag abermals passieren. Faustdic spielt hat. Schwere Baukatastrophe in der Alegandrinenstraße. gelogen ist es, daß die ominöse Brückenhälfte nur während der Der Unbeteiligte wird vielleicht finden, daß diese Geschichte, die Eine verhängnisvolle Bautatastrophe, die von den schwersten einen Biertelstunde geschlossen war. Sie war zeitweise auch vor so gruselig begann und mit einer so harmlosen Aufklärung endete, Folgen begleitet sein sollte, hat sich gestern in früher Morgen- dem Gewitter schon geschlossen. Die nichtamtlichen Tegeler Nach lediglich erheiternd wirken fönne. Dieser Ansicht möchten doch nicht so ganz beistimmen. Wir wissen nicht, stunde im Süden der Stadt ereignet. Auf dem Abrißgrundstück richten", die dem Amtsanzeiger" zu biel Ehre antun, wenn fie wir doch Auf dem Abrißgrundstück mit einem spaltenlangen persönlichen Artikel antworten, bestätigen ob im Friedrichshain Krankenhause wirklich die Versuchs Allegandrinenstraße 26 stürzte der Dachgiebel ein und riß neun nochmals die Richtigkeit unserer Angaben, daß die Beamten hunde in nächster Nähe der Leichen und mit ihnen unter Arbeiter mit in die Tiefe. Zwei von den Verunglückten, der acht- während des Gewitters eine ganz unnötige Nervosität und ein einem und demselben Dach untergebracht sind. Wir legen auch zehnjährige Arbeiter Gustav Mercier und der Arbeiter Hans ängstliches Haften an den bureaukratisch vorgeschriebenen Bestim- fein Gewicht darauf, ob diese Annahme zutrifft oder nicht. Tatface Starften sind tot. Von den übrigen mußten sieben in schwerver- mungen gezeigt haben. Ueber die Tätlichkeiten von Brüdenbeamten ist aber, daß jene Befucherinnen der Zeichenkammer in nächster Nähe leptem Zustande nach dem Krankenhaus am Urban gebracht gegen Damen schreibt die Reichsverbandsstüße: Wie gut kleidet der Leichen ein Aufschreien oder Aufheulen wahrgenommen haben, werben. es doch plötzlich die Sozialdemokratie, daß gerade die Herren Ge- zu dessen Erklärung nachher ein Angestellter der Anstalt auf die Das Grundstüc Alexandrinenstraße 26, ein altes Wohnhaus, nossen sich plötzlich zu Kavalieren der holden Weiblichkeit auf- unde verwiesen hat. Unseres Erachtens sollte schleunigst dafür befindet sich seit mehreren Tagen im Abbruch. Die in der ständige Damen" für diese in sittlich entrüsteter Ritterlichkeit eine fommnisses ausgeschloffen wird. Die Krankenhausverwaltung wird werfen und wegen roher Tätlichkeiten sogar gegen durchaus an- gesorgt werden, daß die Wiederholung eines solchen Vor­Bilfchiner Straße 107 domizilierende Firma Bau- Industrie" hat Lanze einlegen." Jeder Stommentar zu dieser weiteren Roheit es für ihre Pflicht halten müssen, von den Leichenkammern der en Abriß übernommen. Das obere Dachgeschoß war fast bis zum ist überflüffig. Aber einen besonderen Genuß wollen wir dem Krankenhäuser alles fernzuhalten, was auf empfindliche und erreg­

Aus der städtischen Krankenhausverwaltung. Die Deputation beriet und genehmigte den Entwurf für die Erweiterungen des Operationshauses im Krankenhause im Friedrichshain und beschloß entsprechend dem Vorschlage der eingesetzten Kommission einen durch das Anwachsen der Schwesternschaft notwendig gewordenen Neubau im Rudolf­Virchow- Krankenhaus. An einer Ecke des Parks, an der Stelle, an der nach dem ursprünglichen Bauplan ein Turn­faal vorgesehen war, also in zentraler Lage, soll ein ein­stödiges, 500 Quadratmeter bedeckendes Haus errichtet wer den, in dem im Untergeschoß sich ein großer Speisesaal und Nebenräumlichkeiten und ein Versammlungsraum für vierzig Schwestern befinden soll. Im Oberstock sollen 30 Schwester­wohnungen eingerichtet werden. Von der Säuglingsstation im Garten des Kaiser- und Kaiserin- Friedrich- Kinderkrankenhauses legte der Direktor Professor Dr. A. Baginsky Lichtbilder vor. In ihren leichten Bettchen oder in Henkelförbchen werden die kranken Säug­linge am Morgen in den Garten des Krankenhauses gebracht, wo sie bis zum Abend bleiben. Die Einrichtung hat gute Er­folge gezeitigt.

Vorher hatte der Vorsitzende dem verstorbenen Ehren­bürger Professor Koch einen Nachruf gewidmet, in dem er die Verdienste des Verstorbenen um die Stadt Berlin würdigte. Wie die Berliner Klinische Wochenschrift" erfährt, ist Geh. Medizinalrat Professor Goldscheider zum Nachfolger Senators als Leiter des Poliklinischen Instituts der Universität ernannt worden. Professor Goldscheider ist zur Zeit ärztlicher Direktor des Rudolf- Virchow- Kranken­hauses.

"

"

"

5