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Nr. 147.

Erscheint täglich außer Montags. Brets pränumerando: Viertel fährlich 8,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. fret In's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Selt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuz band: Deutschland u. Defterreich­Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. In der Post Beitungs- Preisliste für 1893 unter Mr. 6708.

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Vorwürts

10. Jahrg.

Infertions- Gebühr beträgt für die 93fünfgespaltene Petitzeile oder beren

Raum 40 Bfg., für Bereins: und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg' Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Ervedition in an Wochen­tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn­und Fefttagen bis 9 Uhr Vor­mittags geöffnet. Fernsprecher: 3mt I. 4186. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin :

Berliner Bolksblatt.

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Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands .

Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2.

Sonntag, den 25. Juni 1893.

Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3.

Ergebnisse der Berliner Stichwahlen.

Gewählt sind Sozialdemokraten:

Im 2. Wahlkreise: Richard Fischer. Im 3. Wahlkreise: Ewald Vogtherr . Im 5. Wahlkreise: Robert Schmidt. Im 1. Wahlkreise wurde Langerhans( Freifinnige Volkspartei) gewählt.

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( Das Stimmenzahl- Verhältniß ist in der Beilage angegeben.) of athl

Teltow- Beeskow- Storkow- Charlottenburg: Fritz Zubeil .

Zubeil( Soz.) 33 273, Ring( fonf.) 22 153 Stimmen.

Obwohl noch eine Reihe ländlicher Bezirke fehlen, ist die Wahl Zubeil's gesichert.

Nieder- Barnim :

Zur Beachtung!

Arthur Stadthagen .

Stadthagen ( Soz.) 18 606, Dr. Jrmer( fons.) 17 857.

Um unsere Leser schneller über den Ausfall der Stichwahlen zu unterrichten, lassen wir Montag früh eine

Extra Ausgabe des Vorwärts"

erscheinen. Die Auslieferung erfolgt für Abonnenten selbst­verständlich kostenfrei. Beschwerden über etwaige Nichtlieferung

Doch das mindert nicht die Bedeutung unserer Erfolge; und wo wir geschlagen wurden, zeigt die Niederlage uns den Weg zum Sieg. Hoch die Sozialdemokratie!

Der Auflauf dehnte sich mehr und mehr aus, Polizei wurde um den Käfichthurm postirt und mit Revolvern bewaffnet. Unterdessen wurde aus der wachsenden Menge die Frei gebung der Gefangenen immer energischer verlangt. Bis jetzt um sieben Uhr Abends hatte die ganze Be­wegung lediglich den Charakter eines Boltsauflaufes, ohne ernstliche Bedeutung, und einer Person von Einfluß und es ein Leichtes gewesen, die Nuhe

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feitens eines Spediteurs bitten wir sofort unter Bezeichnung des Der Krawall in Bern . Autorität wäre

betreffenden Spediteurs an die Expedition des Vorwärts", Beuthstr. 3, zu richten.

Sieg!

Bern , 22. Juni.

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berzustellen und die Volksmenge zum Auseinander­

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es war

gehen zu veranlassen. Eine folche war jedoch Schon seit einiger Zeit herrschte unter den hiesigen nicht aufzutreiben ein Bazarfest nahm die bessere Bauarbeitern Entrüftung über die Praxis einiger Bau- Bürgerschaft" und ihre obersten Vertreter in Anspruch. unternehmer, vorzugsweise italienische Arbeiter einzustellen, Unbegreiflicherweise wurden Stimmen laut, die betreffenden weil diese gern Affordarbeit übernahmen und sich auch Herren sollten auf die Festesfreuden wegen einer handvoll Die Stichwahlen, die uns soust so ungünstig waren, durch Zufriedenheit" und" Genügsamkeit" vor den ein Manifestirender verzichten. Kurz und gut weil bei ihnen alle bürgerlichen Parteien, ihre Familien- heimischen Arbeitern auszeichneten. Vor allem wurden so niemand anwesend, der hätte durch ruhiges und besonnenes zwiftigkeiten vergessend, sich gegen die Sozialdemokratie wenig als möglich Organisirte angestellt. Während Italiener Vorgehen die Ruhe herstellen können. Statt dessen forderte verbünden, haben uns diesmal glänzende Siege gebracht,-auf den Bauplätzen genügend zu thun hatten, waren die ohnehin nicht besonders beliebte Polizei die Menge in auch die Koalition der Reaktionäre ist nicht mehr stark mindestens 200 Einheimische arbeitslos. Wenn nun auch kategorischer Kürze auf, den Platz zu verlassen; und als genug, den Vormarsch des klassenbewußten Proletariats gegen die Anstellung von Ausländern an und für sich nicht Folge geleistet wurde, sollte der Hydrant( die Wasser­aufzuhalten. nichts einzuwenden war, so wurde doch durch deren Schund| sprize) die Menge zerstreuen. Zwei Feuerwehrleute weigerten Im Augenblick, wo wir dies schreiben, stehen aus fonkurrenz unter den hiesigen Arbeitern Erbitterung gegen sich, den Wasserstrahl auf ihre Mitbürger zu richten und als vielen Stichwahlkreisen die Nachrichten noch aus, allein sie hervorgerufen. ein dritter dies endlich that, rief dies theils Erheiterung, theils entschieden ist bereits, daß unsere Partei, weitaus die stärkste Vergangenen Sonnabend erschien im hiesigen An- größere Erbitterung wach. Eine Gruppe stimmte die Mar­Partei im Volt, auch in der Volksvertretung zeiger" eine Annonce, worin die Handlanger auf Montag seillaise an, was ihr jedoch polizeilich verboten stärker sein wird, als in dem aufgelösten Reichstag. Mittag 1/22 Uhr beim Bahnhofplay sich einfinden wurde! Die Polizei begann nun mit blanker Waffe auf die

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Berlin , dessen Bevölkerung der überwiegenden Mehr- sollten. Man weiß heute noch nicht, wer das Inserat stets wieder herandrängenden Massen vorzugehen und zahl nach sozialdemokratisch ist, wird im Reichstag nicht aufgegeben hat. Schon dieser erste Schritt eines Einzelnen ließ, ohne daß sie bis jetzt thätlich angegriffen worden wäre, länger durch vier Fortschrittler und zwei Sozialdemokraten geschah ohne jegliches Vorwissen der Arbeiter Vereins- die Klinge flach und scharf spielen, so daß es Verwundete vertreten, sondern, wie das dem thatsächlichen Parteis vorstände, geschweige denn, daß der Arbeitersekretär Dr. gab. Von 7 Uhr Abends bis 1/28 Morgens war ich Augen­verhältniß entspricht, durch fünf Sozialdemokraten und Wassilieff etwas davon gewußt hätte. Etwa zeuge der Vorgänge. Durch die polizeilichen Maßnahmen einen Fortschrittler. Der Fortschritt hat drei seiner vier 50 Handlanger und Maurer leisteten der Aufforderung wuchs die drohende Haltung der Anwesenden fortwährend Berliner Wahlkreise verloren und behauptet sich blos noch Folge. Es wurde abgemacht, in corpore auf die Baupläge und bald wurden von ihnen Rufe laut: Steine her", in dem kleinsten, vorwiegend von Mitgliedern der herrschen zu ziehen und die italienischen Arbeiter, in denen die das Pflaster aufreißen". Gegen 1/29 Uhr mußte die den Klassen bewohnten Wahlkreis und das nur mit Arbeitslosen die unmittelbare Ursache ihrer Noth erblickten, Bolizei sich vor den Steinwürfen in den Käfigthurm zurück­Hilfe der reaktionärsten Gesellschaftselemente. von den Baustätten zu entfernen. Von diesem Vorhaben ziehen, von wo aus sie scharf und blind in die Menge Der Niederbarnimer Kreis, den die Gegner durch Auf- war die Polizei jedoch schon unterrichtet, und als die schoß, welche fortfuhr, die Eingangsthüre ohne den ge­wendung der brutalsten Einschüchterungsmittel uns zu ent- Menge auf dem ersten Bauplage in Kirchenfeld anlangte, wünschten Erfolg mit Pflastersteinen zu bombardiren. Bis reißen suchten, ist der Sozialdemokratie verblieben waren die Italiener schon abgezogen, dagegen waren einige Morgens 2 Uhr unternahm die Polizei etwa vier größere und der Teltow - Beeskower Kreis( Charlottenburg - Polizisten vorhanden. Es ist mir nun nicht zuverlässig be- und einige kleinere Ausfälle, wobei sie sich durch außer Es Brutalität auszeichnete. Rigdorf) ist dem antisemitischen Innkerthum mit über- tannt, ob schon hier Reibereien mit der Polizei vor ordentliche Brutalität gab wältigender Majorität entrissen worden. So erobert die gekommen sind. Auf seinem Weitermarsch stieß der Bug ganzen über hundert Verwundete, wovon sechs schwer dar Sozialdemokratie von ihrer Hochburg Berlin aus sich immer auf die abgegangenen Italiener und es soll nun zwischen niederliegen. Darunter waren Angehörige verschiedener Stände, weitere Kreise. den beiden Truppen beim Gryphenhübeli zu Thätlich- da die Polizei blind dreinhieb. Die Menge rächte sich an den Ungemischt ist freilich die Siegesfreude nicht. Wo auf feiten gekommen sein. Die Angriffe scheinen allerdings Polizisten, indem sie jeden, dessen sie habhaft werden konnte, so vielen Punkten zugleich gekämpft wird, da können auch von den Einheimischen ausgegangen zu sein. Die Polizei durchbläute und theilweise wohl auch verwundete. Es wurde Niederlagen nicht ausbleiben. In Süddeutschland nament- nahm aus deren Reihen Verhaftungen vor und brachte die Samariterdienst eingerichtet. Die Mitglieder eines aus lich haben wir Schlappen erlitten, weil die bürgerliche Verhafteten vorläufig zur Stadtpolizei, vor welcher sich gutbürgerlichen Elementen bestehenden patriotischen Vereins Demokratie, die dort noch eine Macht ist, sich größtentheils viele Arbeitslose und Zuschauer einfanden. Als die In anerbot sich der Polizei zur Stellung von Freiwilligen, um auf Seite der reaktionären Masse" gestellt hat eine haftirten nach dem Gefängniß im Käfichthurm abgeführt die Ordnung herzustellen. Die Polizei nahm das Angebot Lehre, die an denen, welche ihrer noch bedurften, nicht ver- wurden, folgte dem Bug die stets anwachsende Menge. dankbar an. Aus den Reihen dieser provisorischen Bürger­Loren sein wird. Schon jetzt wurden Rufe laut, die Gefangenen freizugeben. I wehr" fielen bald Schüsse in die Massen. Bei ihren hef­

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