Einzelbild herunterladen
 
  

Gewerkschaftliches.

Die Scharfmachertendenz der, Deutfchen

-

Arbeitgeber- Zeitung".

stets leeren Kaffen des christlichen Hilfs- und Transportarbeifer­berbandes. Herr Krause hat jedenfalls so spekuliert: wir riskierens mal; läßt sich die Betriebsleitung bluffen und bewilligt sie auch nur ein Geringes, dann können wir wieder von einem großen Siege berichten; macht aber die Betriebsleitung ernst, dann nehmen wir schleunigst reißaus.

Sem haft Du zu gefärligen, äußerst bis Gamstag, 2. Juli, die Werkstatt zu verlassen. Mit Verbandsgruß

Bahlstelle Kronach. Dieser sonderbare Brief stammt nicht vom Zimmererberband

Husland.

worden, wodurch einerseits die Arbeitgeber darauf verzichten, wäh rend der nächsten fünf Jahre irgendwelche Lohnverkürzungen vor­erklären, während dieser Periode Lohnerhöhungen nicht zu ver­zunehmen und andererseits die Arbeiter sich damit einverstanden Tangen.

Zum französischen Eisenbahnerstreik.

Die vom Unternehmertum ausgehaltene Scharfmacher­Die Arbeiter waren ob dieser Tattit aber nicht gerade sehr Das ganze ist wieder ein niederträchtiger chriftlicher Schwindell presse brachte im vorigen Monat einen mit Freigewerkschaft- erbaut, zumal ihnen von Krause zuvor das Blaue vom Himmel liche Maifahrten" überschriebenen Artikel, in dem wieder ein- versprochen wurde, wenn sie sich nur erst christlich organisieren. Frieden in der englischen Textilbranche. mal der Nachweis geführt wurde, in welcher Art die Arbeiter- Dadurch krochen sie auf den chriftlichen Leim. Nun war die Ent­Manchester, 17. Juli. In einer gestern abgehaltenen groschen von den Führern verbraucht werden. Dreiviertel täuschung doch etwas zu groß, als Strauſe ſchon am zweiten Tag Schlußkonferenz zwischen den Vertretern der Arbeitgeber und denen Millionen so hatte der scharfmacherische Rechenkünstler aus Die christliche Organisation hat dann auch die Brauereiarbeiter der Arbeitnehmer der Tegtilbranche ist ein Einvernehmen erzielt - überließ. gerechnet sollten die in den letzten Monaten gefostet haben, also dreiviertel Milli- mohl samt und sonders verloren. Dem legten von ihnen galt fol­gender Klagebrief: onen für Freigewerkschaftliche Maifahrten" der Gewerk­Werter Kollege! Da Du kein Mann von Wort bist, frage schaftsbeamten verbraucht worden sein. Unsere Parteipresse ich hiermit an, ob wir Dich noch weiter als Mitglied betrachten hatte sofort festgestellt, daß nach dieser Rechnung jeder Dele­können. Ich bin doch der Meinung, man soll keinen Menschen gierte 102,50 Mt. Tagesdiäten bekommen haben müßte. Da- zum besten halten, Du scheinst aber anderer Meinung zu sein; mit war nicht allein der Rechenkünstler der öffentlichen Lächer- erst gehst Du bei den Sozialdemokraten( Du als Katholik), lichkeit preisgegeben, sondern auch jene Scharfmacherblätter, tommst dann zu mir und sagst, Du willst Deine Pflicht bei uns die im blinden Eifer auf diesen Kohl hereingefallen waren. erfüllen, und dann gehst Du hin und redest die anderen Kollegen Die Deutsche Arbeitgeber- Zeitung" fonnte bei ihrem acht- ab, ich frage Dich, kannst Du dieses mit Deinem Gewissen ver­tägigen Erscheinen davor behütet werden, da die unrichtigkeit einbaren? Hoffentlich bietet die Gelegenheit uns darüber münd­lich zu reden dieser Dreiviertelmillionengeschichte bereits Ende Juni durch unsere Parteiprefse offenkundig wurde. Trotzdem brachte das Oberscharfmacherorgan am 10. Juli noch diesen wunder­schönen Artikel von den Freigewerkschaftlichen Maifahrten". Nun berichtigt es in der letzten Nummer, gibt den fleinen Irrtum bon 650 000 Mt. zuviel ausgerechneter Kosten zu und berichtigt, daß die Maifahrten nur 100 000 mt. tosten. Wir wollen nicht darüber richten, daß selbst nach den Auf­stellungen des Rechenkünstlers von der Deutschen Arbeit­geber- Beitung" noch 25 000 Mt. zuviel geschwindelt sind, auf solche Kleinigkeiten kommts den Gewerkschaften gar nicht an nur der Schlußsaz in der Berichtigung interessiert uns. Die Deutsche Arbeitgeber- Zeitung" sagt nämlich:

"

"

-

,, An der Tendenz des Auffazes wird dadurch natürlich nichts geändert."

Mit freundlichem Gruß

Johann Krause." Herr Johann Krause sollte sich doch nicht wundern, daß die von ihm übertölpelten Arbeiter dann von seiner Strategie schnell stens genug haben und davongehen. So wird er nun trauern müssen um den letzten seines Stammes.

Die Holzarbeiter im Waldenburger Revier haben eine Lohn­bewegung eingeleitet. In den Orten Waldenburg und Itwasser ist es bereits zur Arbeitseinstellung gekommen. Buzug von Tischlern und Maschinenarbeitern nach diesem Gebiet ist fernzuhalten.

Bei den Ersatzwahlen zur Ortskrankenkasse in Effen, die stattfinden mußten, weil die leßten ordentlichen Wahlen zum Teil für ungültig erklärt wurden, erreichten die freien Gewerks Das glauben wir ohne weiteres. Diese Tendenz ist also: schaften 1278, der christlich- nationale Mischmasch 1200 Stimmen. Geflissentliche Verleumdung der Gewerkschaftsführer; Rich- In 8 Gruppen siegte die Liste der freien Gewerkschaften mit tigstellungen werden übersehen und Berichtigungen selbst un- 22 Vertretern; eine Gruppe, in der städtische Arbeiter, Dienst­tigstellungen werden übersehen und Berichtigungen selbst un boten usw. wählen, vermochte der Mischmasch für sich zu retten auffällig an versteckter Stelle im Blatte gebracht, damit sie mit 53 Vertretern, so daß leider auch diesmal eine Majorität bom irregeführten Leser möglichst übersehen werden. der freien Gewerkschaften, die nun über 36 Vertreter verfügen, Bessere, anständige, bürgerliche Journalistik, die sich all nicht zustande fam. wöchentlich in moralethisch- philosophische. Salbadereien ausschleimt, um dieser unmoralischen Welt neben journa­listischen Anstand auch noch höhere Tugenden beizubringen.

Berlin und Umgegend.

Der chriftlich- nationale Mischmasch vermochte seinen Erfolg" nur zu erreichen durch stärksten Terrorismus. Am ersten Wahl­abend wurden sechs seiner Wähler festgestellt, die auf fremde Starten wählten, so daß den Herrschaften für die folgenden Tage die Lust zu diesen Betrügereien berging. Dafür verließen sie sich um so mehr auf die Abhängigkeit der Leute. Dienstboten, das Pflegepersonal aus katholischen Krankenhäusern usw. wurden in einer Anzahl von mehr als 300 zur Wahl geschleppt. In sieben Fällen wurde festgestellt, daß die von der Kasse gestellten Ordnungs­leute den Frauen die Stimmzettel der freien Gewerkschaften wegnahmen und ihnen dafür christliche in die Hand drückten.

Der Streit der Hafenarbeiter in Spandau steht für die Arbeiter äußerst günstig. Sämtliche Arbeitswillige, die am Freitag und Sonnabend der Firma Raußreißerdienste verrichteten, haben der Arbeit wieder den Rüden gekehrt, da sie einsahen, daß bei dieser mörderischen Arbeit im Afford nur wenige Groschen am Tage berdient werden, obwohl die Firma mehr wie 50 Proz. Zuschlag zu den bisherigen Affordsäßen gewährt. So mußten denn heute vor­Beilegung der Aussperrung in Hagen . mittag die Herren Geschäftsführer Michaelis und Hagen , 18. Juli. ( Privatdepefche des Vorwärts".) Händlein Streitbrecher dienste verrichten. Die Herren Die Einigungsverhandlungen in der Metallindustrie zu Hagen , die " Proletarier im Stehkragen" bewaffneten sich mit Stulpenstiefeln unter dem Vorsiz des Regierungspräsidenten von Bake stattfanden, der Schiffer Wilh. Tempelhof aus Marienwerder, haben zu einem befriedigenden Ergebnis geführt. Die Arbeit wird Kahn Alwine", Nr. 497, mit seinen drei Söhnen verrichten morgen auf sämtlichen Werken wieder aufgenommen. Streitbrecherdienste, ebenso der Schiffseigentümer Otto Blan. fenberg aus Zehdenid mit seinen beiden Boots. leuten. Der Firma entstehen durch ihre Hartnädigkeit bedeutende Kosten, so unter anderem für jeden Kahn, der über die Zeit lagert, ca. 50 M. Liegegeld pro Tag. Die Hafenarbeiter sind unter allen Umständen einmütig gewillt, den Kampf bis zum endgültigen Siege durchzuführen.

und Müzen, schoben die Lowrh und schippten im Kahn Kohlen. Auch

Zur Bewegung in den Berliner Privatlithographien. Die Privatlithographien Max Schönherr , Berlin NW. , ist gesperrt, ebenso die Privatlithographie H. Juhre, Berlin O., wegen Kündigung ihrer Arbeiter. Die Sperre ist streng zu beachten! Deutfches Reich.

Die Ziegelproletarier in der Ostmark. An beiden Ufern der Warthe in der Nähe Posens liegen eine Anzahl Ziegeleien, die zum Teil den Deutschen Markt, zum Teil auch das benachbarte Rußland mit Backsteinen versorgen. Die Herstellung ist außerordentlich billig, da einmal sehr umfangreiche Zonlager bester Qualität vorhanden sind und auch die Grund- und Bodenpreise sehr niedrig stehen. Infolge dieser günstigen Bedin­gungen war es den Besitzern möglich, in ihren Werken die modernsten Maschinen einzuführen und die Jahresproduktion ins enorme zu steigern. So fabrizierte z. B. die große Firma Perkiewicz in Ludwigsberg bei Bosen im Jahre 1895 600 000 Biegeln pro Jahr, 1908 aber waren es bereits 24 Millionen. Aehnlich rapid ist auch die Entwickelung bei den meisten anderen Werfen. Der Vater des genannten Befibers war noch ein Bauer und besaß nur einen feinen Feldofen, in dem er seine Handstrichziegeln mittelst Holzes Irannte. Millionen haben die Werke in den letzten Jahren mit ten gezahlten niedrigen Arbeiterlöhnen verdient.

-

Der Kampf der Hamburger Holzarbeiter um den paritätischen Arbeitsnachweis

dauert fort. Der nun schon monatelang dauernde Kampf in der Hamburger Holzindustrie wegen dem Arbeitsnachweis ist in ein neues Stadium getreten. Vor einigen Wochen schien die gegen die Einführung des paritätischen Arbeitsnachweises vergeblich Tischlerinnung zu der Einsicht gekommen zu sein, daß ihr Sträuben ist. Sie leitete daher Besprechungen mit der Verwaltung des Holz­arbeiterverbandes ein, die spätere Verhandlungen vorbereiten sollten. Sie erklärten, daß sie nunmehr mit der Errichtung eines paritätischen Arbeitsnachweises einverstanden seien, und daß es sich im wesentlichen nur noch um die Vereinbarung der Geschäfts­ordnung handele. Die Vertreter des Holzarbeiterverbandes waren bereit, sofort in Verhandlungen hierüber einzutreten. Da erklärten plötzlich die Vertreter der Innung, bevor die Verhandlungen auf­genommen würden, müsse erst der frühere Zustand wieder herbei­geführt werden, d. h., sie verlangten die Aufhebung der Sperre des Innungsnachweises und Aufhebung des Umschauberbots für alle Verbandsmitglieder. Eine Versammlung des Holzarbeiterver­bandes gab auf diese Bauernfängerpolitik der Innung die einzig mögliche Antwort. Sie beschloß einstimmig:

" Der Kampf wird in verschärfter Form aufgenommen. Der Arbeitsnachweis der Hamburger Tischlerinnung bleibt gesperrt. Das Umschauen ist verboten. Nur der Arbeitsnachweis des Holz­

Das Syndikat der Eisenbahner hat den Generalstreik vere 2 fügt. Das Datum ist noch nicht bekannt, wird aber in allernächster Zeit zur Kenntnis der Interessenten gelangen. Man glaubt, daß das Streikkomitee, das Komitee der Ausständigen, bevor es den. Ausstand ins Werk sett, die Beschlüsse des Kongresses abwarten wird, welcher am 27., 28. und 29. d. J. stattfinden wird. Während der Beratungen, welche seitens des Aktionskomitees stattgefunden haben, sind verschiedene Mittel zur Ausführung des Ausstandes erwogen worden. Es heißt, daß folgende Mittel vereinbart worden sind: Das Streiffomitee wird eine bestimmte Stunde verein baren, in welcher der Ausstand in Kraft treten wird. Zu diesem bereinbarten Augenblick wird auf allen Linien die Arbeit ein­gestellt werden; die Lokomotivführer und Heizer werden das Feuer in ihren Lokomotiven auslöschen, die Bahnangestellten werden den Bügen Einhalt gebieten und auf allen Stationen wird der Betrieb gleichzeitig eingestellt werden. Die Waren, Güter und Passagiere werden in demselben Augenblick auf offener Strede von dem Zug­personal verlassen werden.

Paris , 18. Juli. Die heutigen Blätter kommentieren! eb­haft den gestrigen Entschluß der Eisenbahner, den Generalausstand au proflamieren. Sie drücken die Hoffnung aus, daß es noch rechtzeitig zu einer Einigung kommen und daß der Ausstand ver­hütet werden wird, welcher das wirtschaftliche Leben Frankreichs ernstlich beeinträchtigen würde. Achtung, Former bei Arbeitsangeboten nach Schweden

Seit dem 4. Juni stehen die Former im Eisenwert Kodung in Kollinge( Schweden ) im Ausstand. Nachdem es dem Di­rektor des Werkes nicht gelingen will, Streifbrecher aus Dänemark und Norwegen zu bekommen, will er sich jetzt nach Deutschland wenden, von wo er solche bestimmt erhofft. Die schwedische Or ganisation der Former macht die deutschen Metallarbeiter deshalb darauf aufmerksam und bittet um Unterstübung ihres Kampfes durch Abweisung solcher Arbeitsangebote.

Grubenarbeiterstreik in Bilbao .

In Bilbao ist ein Streit der Grubenarbeiter ausgebrochen. Die Bewegung macht immer weitere Fortschritte. Als zwei Pros binzialgardisten gegen eine Anzahl Ausständiger Front machten, die eine Verhaftung, welche die Soldaten vorgenommen hatten, verhindern wollten, ging die Menge gegen die beiden Gardisten vor, die sich schließlich durch das Abfeuern einiger blinden Schüſſe retten konnten. An einer anderen Stelle wurde ein Ausständiger durch einen Schuß schwer verletzt. In der Ortschaft Ortuella wurde ein Ausständiger ebenfalls schwer verletzt. Gestern wurde der Generalstreit verkündet, und man befürchtet, daß sich die Bewegung auf alle Gewerkschaften ausdehnen wird. Aus Vittoria und Burgos sind Truppenverstärkungen in Bilbao eingetroffen. Die Truppen wurden sofort nach den bedrohten Gebieten des Beckens gesandt, um die Nuhe wieder herzustellen". Der Generalfapitän getroffen. Vor seiner Abreise erklärte er, daß energische Maß­von Burgos ist auf dem Wege nach Bilbao in San Sebastian ein­nahmen" getroffen werden und daß die Behörden nicht zögern würden, den Belagerungszustand über Bilbao zu verkünden. Die wohlhabenderen Einwohner von Bilbao haben die Stadt verlassen und sind nach San Sebastian übergesiedelt.

Die Mäntelmacher in New York sind in einen Streit getreten, an dem sich sofort 65 000 Personen beteiligten. Die Zahl der Unter­nehmer in der Mäntelbranche beträgt in New York 2000, aber die meisten sind kleine Ausbeuter, Zwischenhändler, Agenten, die aber die Arbeiter und Arbeiterinnen in ihrer Gewalt haben. Die Zahl der großen Unternehmer, die man als Fabrikanten bezeichnen fann, ist nicht höher als 150. Von diesen erklärten sich am ersten Tage des Streits schon verschiedene bereit, die Forderungen, besseren Lohn und kürzere Arbeitszeit betreffend, anzuerkennen. Die große Beteiligung an diesem Streit erweckte allgemeine Begeisterung unter den Arbeitern in New York .

arbeiterverbandes iſt zu benußen. Der Kampf wird fortgeführt, Letzte Nachrichten und Depeschen.

bis der paritätische Arbeitsnachweis für die Hamburger Holz­industrie eingeführt ist."

Schwere Schlägerei.

Effen( Ruhr), 18. Juli. ( B. H. ) Bei einer Schlägerei, die

Ein Mann mit drei Pferden ertrunken. Hitdorf, 18. Juli. ( B. H. ) Beim Pferdewaschen im Rheine wurde ein vierzigjähriger Mann mit 3 Pferden von der Strö mung erfaßt und in den offenen Strom hinausgeriffen. Er ver­schwand mit sämtlichen Pferden in der Flut und konnte bisher noch nicht gelandet werden.

Zu Berhandlungen erklärten sich jedoch die Holzarbeiter jeder­zeit bereit. Diese hat nun die Tschlerinnung durch ein neues Diese Ziegeleiarbeiter waren nun vor sechs Wochen in acht Schreiben abgelehnt. Die deutschen Holzarbeiter werden daher nachts in der Bahnhofstraße stattfand, verletzte der Schlosser. Albert Werken in einen Streit getreten, weil sie einmal eine fleine Ec- bringend gebeten, diesem Kampf die notwendige Aufmerksamkeit den Bergmann Zarenja mit einem Beil im Rücken lebensgefährlich, höhung forderten und zum anderen einen Vertragsabschluß zwischen zu schenken. Arbeitskräfte sind in Hamburg genügend vor so daß er nach dem Krankenhaus geschafft werden mußte. ten Wertebesizern und ihrem Verbande sie sind im polnischen handen, so daß sich jeder erst zu überlegen hat, ob er nicht lieber Verbande organisiert verlangten. Doch die Werte unter Führung von Hamburg fernbleibt. ber genannten stärksten Firma wiesen alle Forderungen ab. Eine aus Vertretern beider Parteien bestehende Schiedsgerichtskom­Sämtlichen Kunstanstalten in Nürnberg - Fürth ist vom miffion, die die Arbeiter wünschten, wurde unter Betonung des Buchbinderverband ein Tarifentwurf zugegangen, der Mini Herr im Hause- Standpunktes abgelehnt. In der Ostmark weiß man eben noch nicht, daß heute fast in jeder Fabrik derartige Stom- mallöhne, eine Regelung der Affordarbeit, eine allgemeine zehn miffionen existieren. Ein Teil der Ausständigen fand in der Land- prozentige Lohnerhöhung sowie eine Reihe zeitgemäßer, allgemeiner wirtschaft Unterkunft. Einige Streitbrecher, die sich gefunden Forderungen enthält. Der Termin zur Rüdantwort ist für die unternehmer auf den 26. Juli festgesetzt. hotten, wurden jeden Morgen und Abend von einigen Polizisten Unternehmer auf den 26. Juli festgesetzt. Da die Forderungen in mäßigen Grenzen gehalten sind, München , 18. Juli. ( B. H. ) Heute nachmittag 3 Uhr wurde, ben und nach den Werken esfortiert und zwar in der Weise, daß zwei von dem Trupp, einige an den Seiten und zwei hinter den zwei von dem Trupp, einige an den Seiten und zwei hinter den glauben die Arbeiter ohne offenen Kampf ihre Forderungen durch bei einem Neubau an der Innstraße der 32jährige Monteur Köst­Streifbrechern marschierten. In dieser Woche wurde nun der zubringen. Für den Tarif kämen etwa 600 Personen in Betracht. I er von herabstürzenden Bausteinen erschlagen. Streit dadurch beendet, daß die Unternehmer mit den Arbeitern uzug von Buchbindern, Prägern und Prägerinnen ist bis auf fofort tot. weiteres fernzuhalten.

für den Sommer einen Stundenlohn von 30 und im Winter einen solchen von 28 Pfennig, in zwei Werken gar nur 26 Pfennig ver­einbarten. Frauen erhalten pro Tag 2,25 Mt. und Mädchen 1,50 Mart. Bei Akkordarbeit gibt es 10 Broz. Zuschlag. Die Stunden­lölne für die Ziegler, die doch schwer arbeiten müssen, sind außer ordentlich niedrig. Der Millionenumsaß und Verdienst der Be­fiter wird aber nun in alter Weise weiterblühen, wobei ihnen ratürlich die Beschränktheit und Indifferenz der Biegelproletarier zu Hilfe kommt.

Während des Streifs haben sich noch vier Arbeiter zu Tätlich­feiten gegen die Arbeitswilligen hinreißen lassen und dafür dieser Toge wegen Beleidigung je eine Woche Gefängnis erhalten. Die Biegelfabrikanten haben nun wieder gefügige, willige und billige Arbeitskräfte und rühmen in glänzenden Prospekten ihre Fabritate.

Der Chriftliche Hilfs- und Transportarbeiterverband hatte un längst in der Danziger Aktienbrauerei eine Lohn­bewegung eingeleitet, an der sich über 100 Arbeiter beteiligten und bie zum Streit führte. Der Kampf brach, kaum begonnen, schmäh­lich zusammen, denn schon am zweiten Tage wurden die Leute von bem Christenführer, Sekretär Krause, bedingungslos wieder zur Aufnahme der Arbeit aufgefordert, jebenfalls in Rüdficht auf die Berantw. Redakt.: Richard Barth , Berlin . Inseratenteil perantip:

Der Ausstand in der Nürnberger Bleistiftindustrie, der sich zu nächst nur auf die Firma Johann Faber erstreckte, nimmt weiteren Umfang an. Die Lyra- Bleistiftfabrit Schivanhäuser und Stäbler sperrte ebenfalls aus, so daß nunmehr etwa 1400 Personen ausständig sind. Die Unternehmer lehnen jede Unterhandlung be­harrlich ab. In einigen fleineren Fabriken wird weiter gearbeitet, da die Inhaber die Forderungen bereits bewilligt haben.

Ein christliches Lumpenstückchen.

Unter dieser Ueberschrift schreibt man uns:

Die bayerische Bentrumspresse heult gegenwärtig wieder über einen trassen Fall von sozialdemokratischem Terrorismus" und belegt ihre Mlage mit dem Abdrud folgenden Briefes, den ein christ­licher Zimmerer vom roten Verband" erhalten haben soll: Kronach , 27. Juni 1910.

Kamerad R...!

Arbeiterrisiko.

Er war Wattenscheid , 18. Juli. ( V. H.) Auf Schacht 3-4 der Zeche Holland tam ein Bergmann unter herabstürzende Gesteinsmassen und wurde verschüttet und getötet.

Eisenbahnunfall.

Cherbourg, 18. Juli. ( B. H. ) Ein schwerer Eisenbahnunfall ereignete fich heute mittag in der Nähe von Cherbourg beim Answechseln einer Lokomotive. Da man vergessen hatte die Bremse anzuziehen, fuhr ein Bahnwagen, der mit Passagieren dicht befeht war, in immer rascher werdender Fahrt die ab schüssige Bahn hinunter und saufte im furchtbarsten Tempo gegen einen aus entgegengesetter Richtung kommenden Wagen. Dabei wurden zahlreiche Personen schwer, einige tödlich verlegt.

Ueberfall.

New Jort, 18. Juli. Nach einer Meldung ber In der heutigen Versammlung wurde beschlossen, daß Associated Preß aus Manila wurde der Unterrichts. Stamerad... sich bis daher stets weigerte, dem Zimmerver- minister der Philippinen auf der Palawan- Insel von band beizutreten, so wird Herr N aufgefordert, sich inner- einer Bande Moros überfallen. Drei der Angreifer wurden von halb 24 Stunden zu erklären, dem Verbande beizutreten, außer der Eskorte des Ministers erschossen.

Glode, Berlin , Drud u. Berlag: Borwärts Buchdr. u. Berlagsanftab Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsbl