Mr. 169. 27. Jahrgang.
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Freitag, 22. Juli 1910.
Es ist eben der Jammer unserer heutigen sozialpolitischen Ge- trieb, wollte der Knabe abspringen. Dabei fam der Junge zu Fall febgebung, die auch bei dem Gesezentwurf der Reichsversicherungs- und geriet unter den Wagen, dessen Hinterrad über ihn hinwegging. ordnung zum Ausdruck kommt, daß man den im heutigen Wirt- Der Berunglückte erlitt schwere Quetschungen am rechten Unter- und schaftsleben ziemlich bedeutungslosen Innungsmeistern Privilegien Oberschenkel und anscheinend auch innere Verlegungen. Er wurde, auf Kosten der von ihnen Beschäftigten in den Schoß wirft und diese nachdem er auf der Unfallstation in der Lindower Straße Notdadurch in ihren Rechten schmälert. berbände erhalten hatte, nach dem Rudolf- Virchow - Krankenhause übergeführt.
Partei- Angelegenheiten.
Das Komitee.
Vor kurzem ist der Geschäftsbericht der Ständigen Deputation bes Innungsausschusses ber vereinigten Innungen zu Berlin " über bie Tätigkeit im Jahre 1909 erschienen. Derselbe enthält eine Nach weisung, wieviel Innungen dem Ausschuß einer Institution ähnlich wie bei den Gewerkschaften die Gewerkschaftskartelle Ein zweiter schwerer Straßenumfall ereignete fich in Rummels geschlossen sind, sowie die Zahl der Mitglieder der einzelnen burg. Als der 36jährige Arbeiter Paul Pieht aus Nigdorf auf Innungen, ferner den Kassenbericht des Jnnungsausschusses und die einem Zweirade die Hauptstraße entlang fuhr, tam ihn ein Biers Berichterstattung über das am Orte bestehende Innungsschiedsgericht. Familienausflug nach Grünau ( Spielplat) statt. Treffpunkt früh Straßenbahngleisen hinüber. Er blieb aber mit seiner Maschine in Zweiter Wahlkreis. Sonntag, den 24. Juli findet unser wagen entgegen. Um dem Gefährt auszuweichen, bog B. nach den Dem Jnnungsausschuß waren am Schlusse des Jahres 1909 71% Uhr auf dem Görliger Bahnhof. Abfahrt 740. Im Walde einer Schiene hängen und tam zu Fall. Der Arbeiter stürzte un angeschlossen 46 Innungen mit 26 275 Witgliedern. Da es in finden Kinderspiele uſtv. statt. Für Staffeetiche ist Sorge getragen. mittelbar vor die Pferde des Bierwagens und erhielt mehrere Huf Berlin zur Zeit 62 Innungen gibt, so stehen 16 Innungen, meist Es wird nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß das Endziel der schläge auf die Brust, ehe das Gefährt zum Stehen gebracht werden fleinere, außerhalb dieser örtlichen Vereinigung. Die Stärke der Innungen ist sehr verschieden, ebenso die örtliche Begrenzung ihres" Spielplag" ist. Recht zahlreiche Beteiligung wünscht fonnte. Der Verunglückte trug mehrere Rippenbrüche und innere Wirkungskreises. Die fünf größten Innungen( es find sämtlich Verlegungen davon und mußte dem Nummelsburger Krankenhause Bwvangsinnungen) sind die der Schneider mit 5115 Mitgliedern, Fünfter Wahlkreis, vierte Abteilung. Sonntag, den zugeführt werden. Tischler mit 2508, Schuhmacher mit 2463, Bäder( Jnnung Ger- 24. Juli, 2 Uhr nachmittags: Ausflug nach Friedmania") mit 1598 unb Maler mit 1300 Mitgliedern. Zu den fünf richsfelde. Treffpunkt dafelbst Lindenpart. BahlAls vermutliche Täter zu dem Lichtenrader Attentat sind der Heinen zählen die Jnnungen der Kammacher mit 12, Nagelschmiede reiche Beteiligung erwünscht Der Abteilungsführer. Bauer Albert Rademeyer und dessen Bruder, der Kaufmann Louis mit 16, Feilenhauer mit 17, Seiler mit 17 und Steinmetze mit Rademeyer, festgenommen worden. Der gegen diese beiden Personen 24 Mitgliedern. Einige Innungen erftreden ihren Wirkungsfreis Die Kreisgeneralversammlung des sozialdemokratischen bestehende Verdacht gründet sich zunächst darauf, daß Albert Radeauch auf die Vororte, noch andere darüber hinaus. Ein eigenes Wahlvereins für Niederbarnim Bureau unterhalten zehn Jnnungen, nämlich: beide am Ort bestehenden Bäderinmungen Concordia" und„ Germania ", ferner der Bund der Bau-, Maurer- und Zimmermeister", die Fuhrherren, bie Gastwirte, die Noche , die Schneider, die Schuhmacher, die Steinsezer und die Tischler.
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Die auffallend starke Mitgliederzahl der Schneiderinnung erflärt sich daraus, daß ihr nach dem Statut und den Entscheidungen ber höheren Verwaltungsbehörde die sogenannten Hausgewerbe treibenden angehören nrüssen, denen ztvar in rechtlicher Beziehung ber Charakter Selbständiger beigelegt wird, während sie in Wirtlichkeit fast ebenso wirtschaftlich und persönlich von ihren Arbeit gebern, den Konfektionären, abhängig sind, wie der Werkstatt- oder der nur allein in seiner Wohnung arbeitende Heimarbeiter. Auch werden von derselben Innung die weiblichen Modiftinnen auch bann, wenn sie nur allein für Kundschaft arbeiten, zu Beiträgen herangezogen, um das Handwerk mit retten" zu helfen.
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findet am Sonntag, den 24. Juli, bormittags brauchte 10 Uhr, im Café Bellevue" in Rummelsburg , Haupt- fchon straße 2, statt. Auf der Tagesordnung steht:
1. Tätigkeitsbericht vom 1. Januar 1909 bis 30. Juni 1910. 2. Wahl der Kreisleitung.
3. Die Provinzialfonferenz am 11. September und Wahl dreier Delegierten.
Der Kreisvorstand.
der Nachbar des
meher fich zur kritischen Zeit in Geldverlegenheit befand. Er zum 3. Juli sehr nötig 3000 Mart, bie er feit Monaten seinem einent Schwiegersohn, in Schmiedemeister einem nördlichen Vorort versprochen hatte, um damit einen Wechsel, der in diesen Tagen fällig war, zu decken. Seine Bemühungen, sich von anderer Seite dieses Geld zu verschaffen, waren vergebens. Das erste Bettelschreiben vom 30. Juni paßt zeitlich in diesen Rahmen genau hinein. Aber sonst ist Albert Rademeyer eine der wenigen Personen, die überhaupt mit der Sache 4. Der deutsche Parteitag und Wahl von vier Delegierten. in Busammenhang gebracht werden können. Er ist seit vielen Jahren 5. Anträge und Vereinsangelegenheiten. Kraaz, kennt dessen Verhältnisse genau Bur Teilnahme sind verpflichtet: die gewählten und tveiß, daß auf dem gewöhnlichen Mege des Delegierten, die Bezirksleiter und die Vorstand 3. Bumpes nichts von ihm zu erreichen ist. Dafür find mitglieder. ihm aber ihre Eigenarten, Frömmigkeit, Aberglaube und Krank Die Parteimitglieder, die den Verhandlungen als Gäste heit des Otto Kraatz und anderes bekannt. Er wußte also, wo er Aus dem weiteren Bericht heben wir nur die die Allgemeinheit beiwohnen wollen, haben als Legitimation ihr Mit- fie einzig und allein zu faffen hatte, um Geld von ihnen zu er interessierenden Stellen hervor. So sollen bei Stadtverordnetenhalten. Schreiber des Briefes tann er aber nicht sein. Dafür wahlen die bürgerlichen Parteien ersucht werden, bei Aufstellung gliedsbuch vorzuzeigen. bon Kandidaten das Handtverk zu berücksichtigen. Augenblicklich tommt sein Bruder Louis, früherer Kaufmann und Schreiber, in haben wir zwei Obermeister( der Klempner- und Malerinnung), Betracht. Diese Handschrift zeigt nicht allein eine unauffällige die Herren Berger und Rettig als Stadtverordnete im Rathause Reinickendorf( West). Sonntag, den 24. d. M. feiert der Bezirks- Uebereinstimmung mit der des Briefschreibers, fondern bei ihm trifft fizen. Ihre bisher zutage getretene Tätigkeit, besonders die des wahlverein sein 5. Stiftungsfest in den Eichbornsälen, Eichborn auch allerlei zu, was der Briefschreiber in dem ersten Brief lekteren, dürfte die bürgerlichen Fraktionen des Rathauses wohl fstraße 60 und Gördes Waldschlößchen, Ecke der Wald- und Eichborn- sagt und was man durchaus ernst nehmen kann. Er wohnt nämlich zur reiflichen Ueberlegung veranlassen, den Wunsch der Zunftmeister Straße. Das Programm besteht aus Stonzert, Auftreten der Volts in solcher Nähe des Tatortes, daß er von seinem Hause aus zu erfüllen. Besprochen wurde in einer Jnnungsausschußversamma sängergesellschaft Lewandowski, Kinderbeluftigungen und Tanz. lung auch die Bäckereiverordnung und, wie es heißt, ihre die Billetts find beim Komitee, fowie in den mit Blafaten belegten Ge- das umliegende Gelände so gut observieren fann, wie der Briefschreiber es mit diesen Worten zum Ausdruck bringt:„ Denn Existenz vieler ehrsamer Handwerksmeister bedrohende Hand- schäften, bei den Gruppenführern und an der Kasse zu haben. habung!" Dem ehrsamen Bäderstande wurde dann auch vom Aus- Spandan. Sonntag, 24. Juli, nachmittags 4 Uhr, findet für die ich werde zur Sicherheit den Ort, den ich angeben werde, gut be schuß die Unterstüßung zugesichert und gewährt. Worin diese Unter- Orte Haselhorst , Sternfelde und Nonnendamm im Lokal von Start wachen lassen, und ich werde nicht einmal die Umgegend betreten tübung bestanden hat, sagt der Bericht nicht, man wird wohl aber Fricke, Nonnendamm, Siemensstr. 28, eine öffentliche Boltsverfamm- brauchen." Es ist auch festgestellt worden, daß in mehreren Nächten, nicht fehlgehen, anzunehmen, daß die Innungskrauter auf den lung statt, in der Genosse Wilhelm Pied über:„ Der Vormarsch von diesem Grundstück aus, Beobachtungen erfolgt sind. Aufsehen Hintertreppen der Behörden chambrieren, um diese um möglichst lage der Sozialdemokratie" referieren wird. Die Genoffen Spandaus, erregte gestern mittag in Lichtenrade das Erscheinen des neuen Handhabung ber arbeiterschutzgeschlichen Bestimmung anzubetteln, welche sich an der Versammlung beteiligen, treffen sich nachmittags Mercedeswagens, den der Kriminalfommissar Bonberg bei seinen was denn auch, wie die Bädergefellen bezeugen können, von Erfolg 22 Uhr bei Friz Böhle, Havelstraße. Recherchen in Lichtenrade benußt. Eine Durchsuchung in der Wohnung gefrönt ist. An einer anderen Stelle heißt es:" Für nicht richtig wurde vorgenommen und die beiden Verdächtigen mit dem Mercedeswurde es befunden, daß der Berliner Magistrat eigene Werkstätten errichtet und so dem seßhaften Gewerbestande Konkurrenz_macht." wagen nach Berlin gebracht. Von Wichtigkeit für Eltern und Lehrlinge ist dieser Saz, der zwar ettvas Selbstverständliches sagt, aber doch in weiten Kreisen berbient bekannt zu werden, da hierüber auch unter den Arbeitern noch vielfach irrtümliche Auffassungen herrschen:" Auf eine Anfrage der Handwerkskammer erklärte der Innungsausschuß es als ortsüblich, daß Lehrlinge nach Beendigung der im Lehrvertrage fest gesezten Zeit den Gesellenlohn zu beanspruchen haben und nicht erst bon dem Tage ab, an dem sie in der Innungs- Quartalversammlung #freigesprochen" werden."
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Der Kassenbericht des Innungsausschusses bilanziert in Einnahme und Ausgabe mit 19 334,61 m. Unter den Einnahmen befinden fich 4577,15 M. an Innungsbeiträgen und 6997 M., welche die Innungen als besonderen Beitrag zum Innungsschiedsgericht leisten mußten, und 3878,50 M. zurüderstattete Kosten und Gebühren der Parteien, die am selben Gericht Klage erhoben bezw. berflagt wurden. Bei den Ausgaben sind verzeichnet 9780 M. an. Bea soldungen und Entschädigungen, davon erhält der 1. Borsigende des Ausschusses( Obermeister Rahardt) 1200 M., der Schahmeister ( Obermeister Strud von der Zeugschmiede- Innung) 500 M., der Vorsitzende des Innungsschiedsgerichts, der im Hauptamt tätig ist, 4500 M., ein Sekretär, der als Gerichtsschreiber fungiert, 2200 M., und die am schlechtesten bezahlte Hilfskraft 1200 m.
Sonntag früh 7 1hr findet von allen Bezirkslokalen eine wichtige Flugblattverbreitung statt. Es wird erwartet, daß alle Genossen pünktlich zur Stelle find.
Weitere Mitteilungen befagen: Die Kriminalpolizei ging von dem Gefichtspunkt aus, daß das Grundstück des Kraatz im Bu sammenhange stehe mit dem Tatorte, der an dem entgegengesetzten Ende des Dorfes gelegen ist. Die Frage, weshalb der Täter wohl Der zunehmende Fahrverkehr im Friedrichshain hat die städtische diesen Plaz gesucht habe, in Verbindung mit dem Bettelbrief, war Barkdeputation veranlaßt, im Interesse der Spaziergänger den Fahr- nicht schwer zu beantworten. Der Tatort wurde nach dieser Gegend weg, der von der Straße am Friedrichshain mitten durch die An- verlegt, weil hier durch die über manneshohe Hecke auf der einen lagen führt und mit einer Gabelung nach der Birchowstraße und dem Seite Schutz zum Vergraben der Höllenmaschine oder aber der Krankenhause ausläuft, für Straftwagen, Geschäfts- und Lastwagen, Blechbüchse mit dem Gelde vorhanden war, ohne daß von dem Leichen- und Trauerwagen und Fahrräder zu verbieten. Nur der gegenüberliegenden Hause, in welchem der Gendarm wohnt, die Landsberger Allee mit der Birchowstraße verbindende weg, der irgend etwas hinter der Hede gesehen werden konnte, anderer am Strankenhause entlang führt, ist dem Fahrverkehr freigegeben. feits ist aber auch in dem Briefe enthalten, daß der Ein Feind der Obdachlosen. Im Berliner Tageblatt" stößt ein Täter dieses Grundstück genau beobachten werde, ohne auch allzu nervöser Leser aus dem Nordosten einen Hilfeschrei aus über nur die Umgegend zu betreten. Da der Täter unzweifelhaft. die Straßenzustände beim Obdachlosenafyl. Der offenbar recht gut die Gepflogenheiten der Familie straat tenut, so wußte er, daß er fituierte Herr versetzt dabei den Obdachlosen folgenden Sieb: auf geradem Wege von den Leuten nichts bekommen würde, sondern Welchen Einfluß die tägliche Berührung mit diesen ber nur mit diesen, schon von uns angegebenen Eigenarten der Kraatz tommenen Elementen auf die zahlreichen Kinder hat, soll hier schen Familie rechnen konnte. Es wurde der große Kreis der in gar nicht untersucht werden. Eine Verlegung des Asyls wäre Frage kommenden Personen auf diese Eigenschaften hin geprüft. auch im Interesse der Schule zu wünschen, die sich ihm gegenüber Dabei blieb lediglich der Rademeyer und sein Bruder übrig, befindet. Es ist doch ein eigentümlicher Zustand, daß diese Kinder
Vom Innungsschiebsgericht ist folgendes zu berichten: Es gingen ein im Jahre 1909: 2387 lagen( gegen das Vorjahr mehr 22). Es wurden davon 1604 im Burean schriftlich zu Protokoll genommen, 333 gingen schriftlich ein, 449 vom Berliner Gewerbe- bezw. Kaufmannsgericht, 1 bom Gewerbegericht Schöneberg überwiesen. In Irgendwo muß doch das Afyl fich befinden. Wo es aber in oder bat früher zu den reichsten in Lichtenrade gehört, ist aber 118 Fallen wurde auf Herausgabe der Papiere und Sachen beziv. dicht bei der Großstadt ist, werden auch immer Kinder mehr oder zurückgekommen. Albert Rademeyer hat vor Jahren, da sein GrundAusstellung eines Beugnisses geflagt. Die Gesamtsumme der ein weniger nahe sein. Daß die Kinder der gegenüber dem Asyl stück mit Sypotheken belastet war, dieses seinem Schwager, dem getlagten Forderungen betrug 88 283,66 W. gegen 101 191,58 M.
sich mit Baracken begnügen müssen, während die Herren Gewohn- um so mehr, als die Rademeyersche Familie mit Kraaß heitsbettler in einem schönen massiven Gebäude feit Jahren auseinander ist und mit Straaz in keinerlei mit geräumigen Sälen sich räkeln." Beziehungen mehr gestanden hat. Die Rademeyersche Familie
im Vorjahre. Ihre Erledigung fanden 2204 Streitsachen, 5 Sachen liegenden Barackenschule, deren Zugänge an der entgegengesetzten Bruder seiner Frau, zur Bewirtschaftung übergeben. Dieser ist trop wurden mit anderen Alagen, die gegen denselben Beklagten gerichtet Seite vorgesehen sind, unter den Asyliſten leiden, ist übertrieben. der schlechten Geldlage dennoch ausgekommen. Nachdem der Grund waren, verbunden. In 51 Fällen fonnte nicht verhandelt werden, Die Schule würde ja zweifellos besser anderswo untergebracht sein, und Boden im Werte stieg, hat der Schwager durch Verkauf da niemand erschienen war. 49 Alagen wurden vor der Verhand- aber eine enge Berührung mit Asylisten findet nicht statt, da die feine Unkosten nicht bloß wieder wieder herausgeholt, fondern lung zurüdgenommen, in 19 Fällen konnte wegen Verzuges der Asylisten das Asyl längst verlassen haben, wenn der Schulunterricht noch 1500 Mart herausgewirtschaftet. Dieses Geld hat
Adressaten die Ladung nicht zugestellt werden. In 10 Fällen wurden beginnt. Der verbohrteste Haß gegen die Obdachlosen, die meist aus er nicht den Familienmitgliedern, b. h. ben Brüdern bie Aften dem Gewerbegericht überwiesen, 81 mal forderte sich im eigener Kraft nicht wieder hochkommen können, gehört dazu, das Asyl Rademeyer gegeben, sondern hat bestimmt, daß dieses Geld, da er Berufungsverfahren das Amtsgericht die Aften ein. Von den förmlich als einen Balast anzusprechen. Näfeln Sie sich doch nur selbst nichts davon haben wollte, den Kindern der Brüder zugute 2204 Fällen wurden erledigt 404 durch Verurteilung nach Berhand- eine einzige Nacht, Herr Obdachlosenhezer, in den„ geräumigen Sälen lung, 385 durch Versäumnisurteil, 557 endeten durch Vergleich, 161 mal wurden die Parteien zum Teil abgewiesen, zum Teil ver- des schönen massiven Gebäudes" und Sie vergessen ganz sicher das urteilt; Klageabweisung erfolgte in 493 Fällen nach Verhandlung, Wiederkommen.
tommen sollte. Der Rademeyer wirtschaftete auf dem Grundstück weiter, hatte auch verschiedentlich die Kraazichen Eheleute um Dar lehn ersucht und solche erhalten, ohne ihnen das Geld wiederzus 108 mal im Bersäumniswege; nach der Verhandlung wurden zurüd- Ein Erlaß des Berliner Polizeipräsidenten an die Schuhmann- geben. Sie tamen schließlich zu einem Prozeß. Seit dieser Zeit genommen 96 Klagen. Die meisten Klagen waren zu verzeichnen schaft vom Jahre 1902 spielte eine Rolle in einem Prozeß, den der war das Verhältnis der beiden Familien getrübt. Der Kaufmann bei den Tischlern 650, Schneidern 341, Gastwirten 229 und Malern Cafetier Broz gegen den Präsidenten angestrengt hatte, nachdem ihm Louis Rademeyer bewohnte ein Grundstüid gegenüber dem Tatorte. 197. Meine Magen hatten die Böttcher( Böttcher- Innung Eiche), die Polizeistunde von 4 Uhr nachts auf 12 Uhr herabgesetzt worden Es ist auch beobachtet worden, daß in der Nacht vom 3. zum 4. d. die chirurgischen Instrumentenmacher, Drechsler, Feilenhauer, war. Die Herabfezung erfolgte wegen llebertretung der Polizei- Mts. auf der Ummauerung des Grundstückes ein Mann gelegen hat, Schornsteinfeger, Seiler, Vergolder, Zahnkünstler und Zeugschmiede, stunde. Die fragliche Verfügung des Polizeipräsidenten, die wir der von der Mauer aus den Tatort übersehen konnte. Beim Anrufen alles Innungen, bei denen nicht einmal ein ordentlicher Gesellen feinerzeit schon veröffentlicht haben, befagt unter anderem, daß die hat dieser Mann etwas geäußert und ist dann nach dem Hof hinabausschuß besteht, geschweige denn Arbeitnehmerbeisiger am Schieds- Beamten zwar auf den rechtzeitigen Schluß der Lokale sehen, dabei gesprungen und hat mit seinem Bruder, dem Louis, der sich auf der gericht vorhanden sind. Das Lehrlingsschiedsgericht, an dem nach den Bestimmungen Frist zur Entleerung der Lofale gewährt werden, etwa von einer zweiten Briefes und in der des Louis Rademeyer eine große Aehnlichkeit aber Härten vermeiden sollen. Es soll den Wirten eine angemessene Toilette befand, gesprochen. Dazu kommt, daß in der Handschrift des der Gewerbeordnung nur" Meister" als Beifiber fungieren, ver- Viertelstunde, bei Tanzlokalen von einer halben Stunde. handelte in 83 Streitfragen. Davon entfallen auf die Schlosser 18, Das Oberverwaltungsgericht wies die Klage P.'s ab, vorhanden ist. Dazu kamen andere Umstände. Die Tochter des Albert Tischler 10, Bau 2, Schneider 12, Väder 9, Tapezierer 4, Maler, fo daß es bei der Herablegung der Polizeistunde auf 12 Uhr ver- Rademeyer ist mit einem Schmiedemeister im Norden Berlins ver Bäderinnung Concordia", Goldschmiede und Köche je 3, Gastwirte, bleibt. Es wurde ausgeführt, daß die mehrfache Uebertretung der heiratet, dem Zusagen zur Beschaffung von Geldmitteln gemacht Sleinfeger, Schmiede und Klempner je 2, Glaser, Kürschmer, Buch- Polizeistunde durch B. ihre Herabjegung auf 12 Uhr nachts recht worden waren, um dringende Forderungen zu befriedigen. Rade binder, Zahnkünstler, Konditoren und Kammacher je 1. In 999 Faren wurte die Zwangsvollstreckung wegen der Roften angehe, so sei das lediglich eine Instruktion an die Schutzmann aber nichts daraus, wohl aber traf in dieser Zeit der Bettelbrief bei fertige. Was den durch B. angezogenen Erlaß des Polizeipräsidenten meher hatte versprochen, am 3. Juli das Geld zu geben. Es wurde bes Schiedsgerichts, in 560 Fällen wegen der durch Schiedsspruch schaft, wonach nicht wegen jeder Kleinigkeit Anzeige erstattet werden guerkannten Summe bei der Vollstreckungsbehörde, dem Polizei und ferner berücksichtigt werden solle, daß die Lokale fich nicht so Schwiegervater mit dem Schwiegersohn telephonische Gespräche ge Kraag ein. Sodann ermittelte die Kriminalpolizei, daß der präsidium beantragt. Welche Erfolge diese Art Zwangsvollstreckung bei den Schiedsgerichtssprüchen gehabt hat, barüber schweigt der Befchnell entleeren könnten. Daraus tönnten aber die Wirte feines Schwiegervater mit dem Schwiegersohn telephonische Gespräche ge Der Schwiegervater konnte aber die 3000 Mart richt, während er für die Beitreibung der Gerichtskosten bem Bolizei- falls ein Recht auf ein längeres Offenhalten oder eine Entführt hatte. huldigung herleiten. nicht bekommen und versprach nun präsidium seinen Dank ausspricht! Es wird dies erst dann berganz sicher, bis zum Die Unfitte der Kinder, sich an Fuhrwerke anzuhängen, hat dachte er in dem Besitz des Geldes zu sein, nachdem er einen zweiten 11. Juli bas ständlich, wenn man in Betracht zieht, daß hierbei meistens Arbeiter Geld zu beschaffen. Bis zu diesem Tage in Frage lommen, die als Kläger auftreten. wiederum einen schweren Unglücksfall zur Folge gehabt. Gestern nachmittag war der zehnjährige Sohn Otto des Arbeiters Gottschalt Droh- und Erpresserbrief an Straat geschickt hatte. Während Albert aus der Reinickendorfer Straße 88 in der Müllerstraße auf einen Rademeyer vorher, trotzdem er mit der Kraatzschen Familie wieder vorüberfahrenden Brauereiwagen geklettert, ohne daß der Kutscher in freundschaftliche Beziehungen getreten war, sich absolut nicht um dies bemerkte. Als letterer die Pferde zu schnellerer Gangart an die Ermittelung des Zäters fümmerte, schlug er später um. Als ihm
Die Kosten der Rechtsprechung am Schiedsgericht sind im Verhältnis zu denen der am Gewerbegericht vorgeschriebenen hoch, so baß die Weigerung der Arbeiter, bei geringen Objekten noch hohe Gebühren zu zahlen, durchaus begreiflich erscheint,