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Dann spricht er die Worte so froh und so kühn:

Ein Trost, daß der Hund sich verbrannte

Den Schwanz, und ich nicht mit schmerzender Mien Mit dem meinen zum Doktor rannte."

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Der Kampf um Baffermann.

Bassermann hat also vorläufig noch keine Neigung, sich, durch die Vertreter des großindustriell- agrarischen Flügels seiner Partei taltstellen zu lassen.

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des Herrn Bischofs ist uns noch unverständlicher geblieben, Benn er fagte: Das Christentum hat sich mit der sozialen Frage jahra hundertelang nicht beschäftigt." Wenn mit dem Satze, so wie er dasteht, behauptet wird, das Christentum habe sich jahrhunderte­lang nicht sozial betätigt, so müssen wir dem mit allen christlichen Sozialpolititern, insbesondere mit dem großen Bischof Ketteler, ganz entschieden widersprechen."

Unseres Erachtens hat der Bischof Henle die heiligen Grund­

Chriftliche Liebestätigkeit". Charakteristisch für den Wohltätigkeitsrummel unferer Honetten bürgerlichen Gesellschaft ist das Eingesandt eines Ungenannten in den Leipziger Neuesten Nachrichten" vom 20. Juli. Es lautet: Vergangenen Freitag tam ich von Hamburg zurüd mit dem Schnellzuge, der nachts 11 Uhr hier einläuft, Einige Mitreisende fie hörten, daß ich nach Leipzig fuhr- baten, mich eines jungen Mädchens anzunehmen. Sie saß im Nebencoupé, einen Säuge ling im Arm. Das Kind war 10 Tage alt; die Mutter natür­lich noch sehr angegriffen. Sie war am selben Tage erst a us dem Eppendorfer Entbindungsheim entlassen. Der Anschluß nach Chemnitz ihrem Reiseziele war nicht mehr zu erreichen; somit wollte das arme Mädchen die Nacht auf dem Bahnhof verbringen und früh weiterfahren. Man dente sich eine solche Nacht; das arme Weib obdachlos in einer fremden Stadt, das kleine Kind auf den Armen, und selbst tod müde. Ich wurde von meiner Frau am Bahnhof abgeholt, und wir nahmen uns des Mädchens nun zusammen an. Auf meine Frage, wo das Mädchen mit dem Kinde die Nacht über bleiben könnte, nannte mir der diensttuende Schuhmann das Martha haus, wohin wir uns unverzüglich begaben. Die Schließerin öffnet, ich trage mein Anliegen vor, die Oberin wird benachrichtigt und- weist uns ab mit der Begründung, daß sie Mutter und Kind nicht aufnehmen tönne, da das Kind nachts Störungen verursache.

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So stand ich denn ratlos vor dem Hause, das wie man mir fagte fich die Aufgabe gestellt hat, frembe Mädchen aufzunehmen und zu schüßen. Selbft wenn es nicht zur Aufgabe des Marthahauses gehört, jungen Müttern Obdach zu gewähren, wäre es nicht ein Gebot der Nächstenliebe gewesen, dieses hilflose Mädchen mit dem Kinde aufzunehmen für diese eine Nacht?..

würde.

Der Mannheimer Generalanzeiger", der Beziehungen zum Reichstagsabgeordneten Baffermann unterhält, bringt aus angeb­lich zuverlässiger Quelle die Nachricht, die Frage eines Reichstag Von den füßen, fleinen Mädels", die ein Mitglied diefer mandats für Bassermann werde, soweit die Partei im Lande und wackeren Schar in der Schrotsprize" gratis zu entflöhen sich die Fraktionsgenossen dabei mitwirken könnten, zu einer befriedi­erbot und anderen ähnlichen Dingen gar nicht zu reden. genden Lösung gebracht werden. Alle Behauptungen von einer Hätten die Emser Hotel - und Kommunalhelden ihren Botenreißer Mandatsmüdigkeit Bassermanns hätten ihren Ursprung in den fein Handwerk treiben lassen und ihn nicht noch auf Kosten schlummernden Wünschen rechtsnationalliberaler und konservativer fäße der katholischen Kirche weit richtiger interpretiert als das mit anderer gelohnt, so wäre der Skandal vielleicht gar nicht öffentlich Autoren, eine Spaltung und Rechtsschwenkung der den Lehren der großen katholischen Autoritäten allem Anschein nach geworden. So aber fiel es auf, daß sie ihm für seine Tätigkeit an nationalliberalen Partei herbeizuführen. Aus diesen Gründen solle ganz unbekannte Organ der katholischen Arbeitervereine. Jeden­einer sehr winzigen und ohnedies kostspieligen Anstalt, die von den Bassermanns Mandatsmüdigkeit erzwungen werden. Eine falls kann sich Bischof Henle für seinen Ausspruch, daß der Knecht Kindern der meisten Einwohner doch nicht benutzt werden kann, solche liege aber nicht vor. Die Freunde, die mit dem Sturze Knecht bleiben soll, auf den größten Kirchenlehrer des Katholizis plöglich im Gehalt bis auf 8000 m. hinaufschraubten, mit Rechen- Bassermanne die nationalliberale Partei der Kartellpolitik gefügig mus, den heiligen Thomas von Aquino , berufen. Kunststückchen, die im Besoldungsgesetz teine Begründung haben, und machen wollten, hätten sich zu früh gefreut! gegen den anfänglichen Widerspruch selbst der Stadtverordneten und der kleinen Bürger. Das schlug dem Faß den Boden aus. Nun erfuhr man auch, daß die Schrotsprize" mit ihren schönen Versen von den Schülern dieses preußischen Erziehers besser getannt wurde als die langweiligen Schriftsteller, die sie Ein Gemekbeidyll aus dem Reiche Züllichau- Kroffen. in der Schule zu lesen hatten. Man sagte sich, daß Mehr als eigenartige Bustände scheinen in der Gemeinde der Vortrag, den der Herr Direktor seinen Böglingen über Königin Rentschen bei 3üllichau zu bestehen, wie anläßlich einer Luife als Muster preußischer Tugenden gehalten habe, wahr Beleidigungsflage, vor dem Schöffengericht zu Züllichau bekundet scheinlich sehr viel weniger gewirkt habe, als seine unsauberen wurde. Der Häusler Pa e ch war angeklagt, die Gemeindevertreter Jagdscherze, und daß der Schaden auch dadurch nicht ausgeglichen von Rentschen Spizbuben und Zigeuner genannt zu haben, was er werden könne, daß der Direktor nach Bekanntwerden seiner Streiche auch nicht bestritt. Veranlaßt wurde der Betreffende hierzu durch plöglich den Kirchenbesuch seiner evangelischen Schüler sehr scharf Maßnahmen der Gemeindebertretung( die sich fast aus­zu kontrollieren begann, um sich wenigstens nachträglich einen Heiligen schließlich aus Großbauern zusammensetzt). Es bestand näm schein zu erwerben. Bollends tompromittiert aber wurden die Emser lich in der Gemeinde eine private Schweineversicherung gegen Erstklasser durch ihren fostspieligen Schüßling, als diefer anfing, fich Trichinen, der sich der größte Teil der Gemeindemitglieder an. gegen die Bewegung zu wehren, die sich gegen ihn und seine Gönner geschlossen hatte. In den letzten Jahren waren die Mitglieder von richtete. Er berbot einem seiner Lehrer den Besuch der Stadt der Entrichtung der Beiträge entbunden, da die betreffende Vers verordnetenfigung, in denen der Mann nichts zu tun habe! Er sicherungstasse über einen ansehnlichen Bestand verfügte. Nun befann sich plöglich auf seine Eigenschaft als Reserveoffizier-hatte im letzten Jahre die evangelische Kirchengemeinde natürlich mußte er das sein! und suchte mit Hilfe gleich zirka 4000 M. zu den Kirchenbaulaften beizutragen. Was gefinnter Kameraden den kleinen Beamten aus dem Kriegerverein tat nun die Gemeindevertretung von Rentschen? Sie nahm ein. zu drängen, der seine saubere Boefte, als alle öffentliche Kritit fach zu diesem Zwede 600 M. aus der privaten nichts gefruchtet hatte, der Schulbehörde mitgeteilt hatte, weil er Trichinenkasse. Dadurch schmolz natürlich der Bestand be­Vater eines der Zöglinge des wackeren Erziehers war. trächtlich zusammen, so daß im September vorigen Jahres der Unter folchen Zeichen steht jetzt die Vorherrschaft der erst und Nachtwächter von Rentschen bei den Mitgliedern der Kasse herum­zweitklassigen" Hoteliers und ihrer Freunde in der guten und gehen mußte, um neuerdings Beiträge von denselben einzuziehen, patriotischen Stadt Ems. Man braucht in der Tat tein Lieb- bei welcher Gelegenheit der Beklagte seine intriminierten Aeuße­haber moralinfaurer Mienen à la Roeren zu sein, um die morali rungen tat. In der Urteilsbegründung Baech wurde wegen wird schen" Wirkungen, die in diesem Falle das kommunale Dreiklaffen- formaler Beleidigung zu 30 M. Geldstrafe berurteilt Ich führte das Mädchen nun in ein Hotel. Der Wirt nahm wahlrecht in einer abgeschlossenen Bourgeoiskoterie gezeitigt hat, als denn auch erklärt, daß die Verwendung der 600 M. für diesen höchst bezeichnend zu finden. So rächt sich der Geist der brutalen 3wed ungehörig" fei, zumal auf diese Weise auch' tathofte auf und hatte keine Bedenken, daß das zehn Tage Unterdrückung und der Unterscheidung der Menschen nicht nach Iische Gemeindemitglieder zu den Lasten für die evangelte sind die Ruhe seiner übrigen Gäste fören geistigen, sondern nach Geldjacksqualitäten, an diesem System selber, Iische Kirche herangezogen worden seien. Das Marthahaus in Leipzig untersteht dem Leipziger Frauend indem er es unrettbar kompromittiert. Und das Beste von dieser In der Tat ist dieses Verfahren mit fremden Privatgeldern berein, dessen Vorsitzender der Pastor Hanisich ist. In dem neuesten Emser Geschichte ist, daß sich endlich eine Art Kleinbürgerlicher mindestens ungehörig", und es ist das Verdienst der Anklage, in Marthahaus geht es natürlich sehr fromm zu. An allen Bänden und Arbeiteropposition gebildet und organisiert hat, wenn auch noch dieses liebliche Gemeindeidyll hineingeleuchtet zu haben. Nun hängt das Bild des Heilands", der ja nach der chriftlichen Mythe in sehr unvollkommenen Formen. Ein Bürgerverein von 700 Mit- scheint dieses Vorkommnis nur ein fleiner Ausschnitt aus auch nicht wußte, wo er sein Haupt hinlegen sollte und in dessen gliedern sorgt jetzt an der Stätte erhebender preußischen Monarchen dem Leben dieser Gemeinde zu sein, denn der Angeklagte tramte Ramen jetzt der Leipziger Frauenverein feinen Wohltätigkeits­erinnerungen, daß die öffentliche Stritit wenigstens nicht ganz schweigt. noch allerhand niedliche Vorgänge aus seiner Gemeinde aus. So ſport übt. Bisher war sie durch die Abhängigkeit der Kleinen von den Großen z. B.: Das Gehalt für den Lehrer wird zum Teil durch Umlage in der Enge des Drts niedergehalten. Jetzt versucht fie, leider sehr aufgebracht. Diese Umlage wäre entsprechend der Gehaltszahlung Wilhelm II. hat den General der Kavallerie v. fuel Beauf spät erst, zu bessern und ist, so fern diese Leute auch politischen Fragen viermal im Jahre zu den Quartalen zu erheben. Es soll nun der tragt, sich mit vier anderen Offizieren nach Chile zu begeben, um stehen, schon durch die Macht der Umstände auf die Reform des vierteljährliche Beitrag nicht viermal, sondern fünfmal in einem die deutsche Regierung bei der dort im September stattfindenden Wahlrechts hingelenkt worden. Sie hat mindestens geheimes Ge Jahre erhoben worden sein. Der fünfte Beitrag ist aber nicht für Hundertjahrfeier der chilenischen Unabhängigkeit zu vertreten.- meindewahlrecht gefordert. Vielleicht lernen die bisher von der das Gehalt des Lehrers, sondern für die Räumung von Wilhelm II. bezahlt die Kosten, die durch diese seine Anordnung Herrschenden Clique niedergehaltenen Kleinbürger und Arbeiter auch Gräben verausgabt worden. Nun sollen aber von dem zubiel entstehen, natürlich nicht selbst, bielmehr müssen fie aus, Steuers noch mehr aus den Emser Affären: daß wir in Breußen ganz andere erhobenen Gelde nicht ettva sämtliche Graben der Gemeinde mitteln gededt werden. Die Kosten für diese Deputation werden mit Rücksicht auf die weite Entfernung recht beträchtliche sein. Eine Aenderungen brauchen, wenn unsere Berhältnisse wieder innerlich geräumt worden sein, sondern nur diejenigen in dem Gebiete der Notwendigkeit dafür, daß deutsche Offiziere zu solchen Repräsenta und äußerlich gefund werden sollen größeren Befiber, die in der Gemeindevertretung die über- tionszwecken nach Chile reifen, ist nicht einzusehen. Das Deutsche wiegende majorität haben. Diejenigen Graben aber, die sich in Reich hat bei der chilenischen Republik seine ständige Vertretung, die dem Gebiet der fleineren Befizer befinden, sollen nicht ge- die Bertretung des Deutschen Reiches auch bei diesem Anlaß übers räumt worden sein. Derartige Bubielerhebung von Beiträgen, be- nehmen tönnte, in Wirklichkeit sogar dazu berufen ist. Wohin soll ziehungsweise Umlagen foll wiederholt borgekommen sein. es führen, wenn bei allen möglichen Anlässen deutsche Offiziere in Ferner behauptete der Beklagte, daß die größeren Befizer der der ganzen Welt herumgeschickt werden. In der Budgettommiffion Gemeinde in der Gintommensteuer und in ihren sonst ist man bestrebt, am Militäretat zu streichen, eine einfache Anord­nung der Kaisers wirft aber dann diese ganze Sparsamkeit der gen Steuern viel zu niedrig eingeschäßt seien, so. daß bürgerlichen Parteien mit einem Schlage wieder über den Haufen. die Kleineren Besitzer fast ebensoviel Steuern bezahlen müßten wie Herr Konrad Haußmann, das große politische Kind die größeren Bauern. Ebenfalls seien Unregelmäßigkeiten bei der Immer wieder der Schuhmannsfäbel. Unter dieser Spißmarle­aus Schwaben , das eine Tücke des launischen Geschicks zum Erhebung des Pfarrgehalts und des Wächtergehalts häufig vor hatte die Niederrh. Arbeiter- Zeitung " über eine Gerichtsverhand­Parteiführer gestempelt hat, hielt gestern abend in Buffen- gekommen. Dieselben liefen alle darauf hinaus, daß von sämt- lung berichtet, in der sich zwei Arbeiter, die auf offener Straße von hausen( Württemberg ) zugunsten des im Reichstagswahl - lichen Gemeindemitgliedern zu viel Beiträge erhoben würden, einem Schuhmann" mit blankem Säbel verbauen waren, wegen freise Cannstadt- Ludwigsburg aufgestellten nationalliberalen und daß die überschießenden Beträge dann lediglich augunsten worten hatten. Was es mit diesem gemeinsamen Widerstande gemeinsamen Widerstandes gegen die Staatsgewalt" zu verant Kandidaten Deltinger eine lange Rede, in der er ausein- der großen Befiber verwendet würden. auf sich gehabt hat, ist wohl daran zu ermessen, daß einer mit 15 M., andersetzte, weshalb die Fortschrittliche Volkspartei den Es sind recht erbauliche Dinge, die da vor Gericht zur Sprache der andere mit 30 M. Geldstrafe belegt wurde. Während ein Zivil. nationalliberalen Kandidaten unterstützt und nicht den sozial- gelangten. Vielleicht werden die maßgebenden Behörden zeuge unter Eid befundete, daß der Polizist auch nicht die geringste demokratischen. Ein süddeutscher Nationalliberaler, der sich hierdurch veranlaßt, diese eigenartige Gemeindeverwaltung unter Veranlassung zu seiner Hauerei gehabt habe, will der Polizist be. ehrlich zu Bassermann halte, hätte, so meinte Herr Haußmann, die Lupe zu nehmen. Insbesondere dürfte sich dem Landrate droht" gewesen sein, so daß er sich in einer Zwangslage befunden vor einem Sozialdemokraten mannigfache Vorzüge, ganz ab- des Kreises. Gelegenheit bieten, die mehr wie eigenartige Geschäfts- habe. Er habe deshalb von der Waffe Gebrauch machen müffen. gesehen davon, daß es heute gelte, die nationalliberale Partei führung quf ihre Uebereinstimmung mit den Forderungen der über diese Gerichtsverhandlung berichtet hatte, soll die Absicht Die Art und Weise nun, wie die Niederrh. Arbeiter- Zeitung " in der Front festzuhalten, die sie seit der letzten Reichsfinanz- Landgemeindeordnung zu prüfen. Man sieht hier wieder einmal, ber Polizeibeleidigung haben erkennen lassen. Genoffe Scho ch reform eingenommen hätte. Freilich, wenn ein Konservativer wie es in den Gemeinden zugeht, die nicht unter der Kontrolle von der Berantwortliche unseres Duisburger Parteiorgans, wurde des mit einem Sozialdemokraten um den Sieg ringe, dann müsse Sozialdemokraten stehen. Wir werden uns der Sache erinnern, halb zu 150 M. Geldstrafe verknart. Der Antrag auf Ladung eines der Sozialdemokrat unterstübt werden, denn: " Die Politik der heutigen Reichstagsmehrheit ist volksschädlich wenn wieder einmal der Vorwurf erhoben wird, wir trieben dort, weiteren Beugen wurde abgelehnt und auch der Schuß des§ 193 berweigert. Alles von Rechts wegen. und entwickelungswidrig, so daß eine Entscheidung der Partei wo wir die Mehrheit haben, Mißwirtschaft! des preußischen Adels, der für diese Politik die größte Verant Militärische Pädagogik. wortung trägt, abzuzwingen eine nationale Notwendigkeit ge worden ist. Wo dem Herrn v. Oldenburg und Genoffen ein Wan­dat genommen werden kann, da ist Abstimmung für den Sozial­demokraten die unvermeidliche Forderung einer politischen Besse­rung. Die Gesamtpolitit darf nicht nach rechts gehen, sonst ist alle Entwickelung dauernd verfahren und österreichische Wirren terben eintreten. Die Front der Rechten fordert eine Front der Linken. Wenn eine Front der Linken erforderlich ist, muß fie auch die nationalliberale Bassermannsche Richtung mit um faffen."

Politische Ueberlicht.

Berlin , den 22. Juli 1910. Die linksliberale Brille.

Allerdings unter einer Bedingung hätte, wie Herr Hauß­mann erklärte, auch die Sozialdemokratie einen Anspruch auf gleiche Unterstügung, wie die Nationalliberalen nämlich,

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wenn sie die Klassenkampftheorie aufgabe und die Massen statt zur Verbitterung zur Versöhnung erziehe:

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Völlig überflüffig.

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Neue Kriegsluftschiffe. Das Kriegsministerium widmet einem neuen Luftschiffbau Wegen Mißhandlung Untergebener in 63 Fal. unternehmen, Kriegsmotorluftschiff, System Born, sein ganz belen hatte sich der Sergeant der Reſerve Terpiz vor dem Kriegs. fonderes Intereffe. Die Militärverwaltung hat das ihr zugegangene gericht der Königl. Landwehr- Inspektion in Berlin zu verantworten. Material geprüft und eine finanzielle Unterstützung in Aussicht ge-., der früher bei der Kavallerie stand, ist heute in Berlin ftellt. Neuerdings haben auch verschiedene Konferenzen statt. Polizeibeamter. Die Anklage legte ihm zur Last, im Jahre gefunden. Hierbei betonte Oberst Schmiedede, Chef der Ver- 1908 feine Untergebenen in 68 Fällen bei Ausübung des Dienstes fehrsabteilung, als amtlicher Vertreter des Ministeriums, das mißhandelt zu haben. Eine besondere Vorliebe hatte der Angeklagte Interesse und die Unterstüßung der Militärverwaltung werde be- dafür, die Untergebenen mit dem Springseil auf den Rücken und fonders weitgehend sein, weil das neue Luftschiffunternehmen seinen ins Gefäß zu schlagen. Bei den Turnübungen verfekte er den Siz in der Nähe der Grenze habe und dadurch den strategischen Be Mannschaften in zahlreichen Fällen derartige Schläge. Die Anklage enthielt die Namen von nicht weniger als 25 Ulanen, die mit dem dürfnissen entgegenkomme, Springseil Bekanntschaft gemacht haben. Es wurden bei allen Mannschaften Mindestfälle angenommen, und die Anklage enthielt im ganzen sechzig Fälle. Hierzu kamen noch zwei Fälle, in denen der Angeklagte Untergebenen Ohrfeigen gab. Schließlich wurde ihm noch eine Mißhandlung, bei der er einen Untergebenen mit einer Gerbe schlug, zur Last gelegt,

Die sogenannte bayerische Steuerreform. Der Finanzausschuß des Abgeordnetenhauses hat dem für die laufende Finanzperiode geforderten Steuerzuschlag von 22 Broz. seine Zustimmung erteilt. Ein Antrag der Sozial­demokraten, diesen Steuerzuschlag von 22 Broz. so zu ver­teilen, daß die kleinsten und mittleren Einkommen weniger belastet werden, wurde abgelehnt und als aus steuertechnischen Gründen undurchführbar bezeichnet.

Herr Bischof Henle.

Um uns diefer Haltung untreu zu machen, dazu ist die Me. thode der Sozialdemokratie leiter noch immer nicht anziehend genug. Sie fann mit dieser Methode und den Fehlern der Ber­ liner Politik immer größere Massen sammeln, aber sie tann ehr. liche Gegner nicht in dem Glauben erschüttern, daß diese Me­thode falsch ist, und nicht alle, aber immer noch die Mehrheit der Sozialdemokratie arbeitet nach dem Rezept, Mißtrauen in alle Lebensverhältnisse hineinzutragen und, Wegen feines Wortes: Wer Knecht ist, soll Knecht bleiben" Berbitterung zuzüchten. Seitdem die Sozialdemokratie wird der Regensburger Bischof und Reichsrat v. Henle nun auch von zinmal durch ihre kulturelle Forderung, zweitens durch ihre Me- dem Organ des Verbandes süddeutscher katholischer Arbeitervereine thobe und drittens durch die Regierungsfehler eine sehr große in aller Ehrerbietung heftig angegriffen. Das Blatt schreibt: Partei geworden ist, darf und muß man an ihre Führer die Frage richten, ob sie blind für jene Schädigungen des Mißtrauens und ber Verbitterung sind, oder ob sie die Erziehung ihrer Anhänger zu gerechten Menschen nicht unter ihre vornehmsten Auf­gaben rechnen."

Gar sonderbar malt sich in diesem Kopf die Welt!

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Wer mit den Worten: Wer Knecht ist, foll Knecht bleiben"

sagen wollte, niemand darf in seinem Stande emporstreben, selbst nicht mit erlaubten Mitteln aus niederem Stande einem höheren zustreben, der ist unchristlich durch und durch, denn er steht im Gegensatz zu den Fundamentalsäßen des Christentums und zu der christlichen Prozis an allen Jahrhunderten. Ein anderer Sap

T. war in vollem Umfang geständig. Das Gericht kam zu der Ueberzeugung, daß der Angeklagte nicht wie ein Soldatenfchinder vorgegangen fei, sondern daß er nur erzieherisch eingewirkt habe. Die Fälle der Mißhandlungen mit dem Springfeil wurden jedoch als vorschriftswidrige Behandlungen angesehen und auf eine Ge famtstrafe von im ganzen 9 Tagen gelindem Arrest erkannt.

Das Gericht muß etwas seltsame Borstellungen über Pädagogik haben, wenn es in 63 förperlichen Mißhandlungen nur erai ehe. rische Einwirkungen sieht. Ford Oefterreich.

Die ungarische Wahlreform. Budapest , 21. Juli. Ministerpräsident Graf huen Sedervary hielt am Schlusse der Adreßdebatte eine Rede, in der er über die Wahlreform sagte, er selbst vertrete eine sehr liberale Auffassung und halte eine weiter gehende Lösung für das Land nicht für gefährlich. Andererseita müffe man auch jener gutgläubigen geffimiffischen