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Ser Amtsgerichtsrat Lewin, ein Pastor und der Rechtsanwalt Da vie Unruhe der Versammlung wächst, wird schließlich eine Pistorius, wozu, wie die Konferenzverhandlungen lehren sollten, Kommiffion zur Vorberatung der Einigungsfrage

lung Ser nationalen Arbeiterbewegung steht und fällt mit der Größe und der Macht des Deutschen Reiches . auch reichlich Ursache vorlag. Ein Hamburger Delegierter sprach gewählt. Ueber den Vorsitzenden entstehen Auseinandersehungen. Einer solchen Resolution wird nach einigen Schwierigkeiten, -die gerne in die Presse tommen, weil er sie angeblich beweisen bereinler Warnede borschlagen. Obwohl die Gegenfeite ihn 2200 Samburger Seeleute sich zusammengefunden haben, über den Werftarbeiterstreik und stellte dabei die Behauptung auf Ermert schlägt den Baror v. Reibnit vor, während die Wert- fie richtig abzufassen, zugestimmt. Nachdem noch ein Hamburger Seemann mitgeteilt hat, daß könne, daß bei der Beschlußfaffung über den Streit von einzelnen als nicht unparteiisch bezeichnet, wird Warnede mit 74 gegen 61 um in nächster Zeit einen nationalen Bund zu gründen, wird die abstimmenden Arbeitern nicht nur einer, sondern eine ganze An- Stimmen gewählt. Bädergesellenbundes, Wisch now sti, über Das Koalitionsrecht gelbe Arbeiterbewegung" geschlossen. Es folgt nun zunächst ein Referat des Vorsitzenden des gelben in jeder Beziehung erhebende" Konferenz mit einem Hoch auf die

zahl Stimmzettel abgegeben worden sei.(!)

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Dann schidte man an Wilhelm II. , den Arbeitertaiser", ein Telegramm, das mit den prahlerischen Worten begann: Jn Magdeburg war Feindeshochmut groß In Magdeburg ward ihm der erste Stoß!

Der Zutritt zu der eigentlichen Konferenz am Sonntag wurde nur auserlesenen Leuten gestattet. Man hatte die strengsten Maß­regeln getroffen, um zu verhindern, daß Sozialdemokraten oder gar ein sozialdemokratischer Pressevertreter Zutritt erhielten. Nach einer herzlich schlechten Begrüßungsrede des schon recht alten Vorsitzenden des evangelischen Arbeitervereins Magdeburg Siems nahm der Regierungspräsident v. Miefitschek

Sechster österreichischer Gewerkschafts­kongreß.

Telegraphischer Bericht.

und der Schutz der Arbeitswilligen". Er zetert über den sozial­demokratischen Terrorismus" und berlangt, wenn das Recht, zu streifen, bestehe, auch die Anerkennung des Rechts, zu arbeiten. Wie komme die Regierung dazu, den Arbeiter, der arbeiten will, schutzlos zu lassen? Redner tischt die unsinnigsten Behauptungen über die Sozialdemokratie auf, was ihm offenbar um so leichter gelingt, als er bom Wissen nicht allzu sehr beschwert scheint. Pari­Wien, 17. Oftober 1910. tätische Arbeitsnachweise nennt er Brutstätten der Sozialdemo= tratie. Die Schmußereien in den Bäckereien würden meistens von Favoritener Arbeiterheims, trat heute morgen der 6. österreichische Jm großen Saale des ältesten der Wiener Arbeiterheime. des den Genossen angerührt und dann den Meistern in die Schuhe ge- Gewerkschaftstongreß zusammen. Noch nie war ein österreichischer schoben, um diese boykottieren zu können. Alle Machinationen Gewerkschaftskongres so start besucht wie dieser, der in eine Beit das Wort. Es sei sonst sein Grundsatz, sich am Sonntag morgen liefen auf die Verstadtlichung der Betriebe, die Ausmerzung der der Spaltung der Arbeiterbewegung des vielsprachigen Staates von aller Arbeit fernzuhalten. Aber davon sei er heute gern ab- Kleinbetriebe und die Ausmerzung des zufriedenen Mannes hinaus. fällt. 430 Delegierte, 100 mehr als auf dem lebten vor drei gewichen, weil es sich um ein Gott wohlgefälliges Wert Die gelben Bädergesellen seien um 100 Pro intelli- Jahren abgehaltenen Kongreß sind anwesend; sie vertreten weit handele, das die Herren Delegierten vorhätten. Er hoffe, manches genter als die freien, weil sie in die Zukunft zu schauen ver- über 400 000 Arbeiter deutscher, tschechischer, polnischer, italienischer, mitnehmen zu fönnen, was er am Arbeitstisch gebrauchen könne. möchten. Sie befäßen auch vielmehr Mut und Rückgrat als ihre flowenischer, ruthenischer und rumänischer Nationalität. 140 000 Nach dem obligaten Kaiserhoch folgte dann ein Vortrag des Gegner. Biele hunderttausende Zivangsfozialdemokraten würden tschechische Arbeiter gehören den Zentralverbänden an. Schloffers Mag Warnede vom Arbeiterverein des Krupp - aufatmen, wenn die nationalen Arbeiterbereinler fie aus ihrem Ge- Als Gäste nehmen an den Verhandlungen teil: Der Grusonwertes über Die deutsche Arbeiterbewegung fängnis befreiten. An die Regierung müsse ein scharfer Appell Sekretär des Internationalen Sozialistischen Bureaus Huys­und ihre Biele"." Er führte etwa aus: Wenn unser herrliches gerichtet werden. Petitionen der gelben Bäcker feien einfach in den mans- Brüssel , der Vorsitzende der Generalfommission der Ge Deutsches Reich auch manche und große Fortschritte zu verzeichnen Bapierkorb gewandert. Als er, Redner, an die Spike des gelben werkschaften Deutschlands Reichstagsabg. Genosse E. Begien; in hat, so doch auch einen schweren Rüdschritt, nämlich in dem Ent- Bäckerbundes getreten fei, habe er 43 Drohbriefe( 1) erhalten; Bertretung des sozialdemokratischen Verbandes im österreichischen stehen der freien Gewerkschaften. Wenn wir bedenken, wie durch fogar mit Totschlag sei er bedroht worden. Die Regierung müsse Abgeordnetenhause Dr. Adler, Seiz und Dr. Diamand. diese Gewerkschaften den Arbeitern das Koalitionsrecht eingeschränkt ersucht werden- bitten sei nicht genug um dringenden Bemberg, für die Parteibertretung der deutschösterreichischen und die Industrie gehemmt wird, dann müssen wir uns fragen, was Schuß der Arbeitswilligen und gegen den Unfug des Boykotts. Sozialdemokratie Reumann und Staret; für die niederöster ift dagegen zu tun? Wir wissen genau, daß uns verschiedene Man tue nichts am grünen Tisch; es scheine, als fürchte man sich reichische sozialdemokratische Landesorganisation Bretschneider nationale Arbeitervereine nicht bekannt sind. Einer auch dort schon. und ölzer; für die ungarische Gewerkschaftszentrale die Ge weiß bom anderen nichts und in den verschiedenen Vereinen herr- dakteuren die Ehre abzusprechen. Von der Regierung müsse man verband der Arbeiterorganisationen Bosniens Genosse Rauscher. Hoyer- Berlin fand den Mut, allen sozialdemokratischen Renossen Jaszai und Tarcsai- Budapest und für den Landes­schen die verschiedensten Ansichten, obwohl wir alle auf bater­ländischem Boden stehen. Als uns zur Gewißheit wurde, daß alle berlangen, daß sie den Staatsbürger schüße und nicht bloß Serajevo. Borschläge in Zeitungen und Briefen nichts Ersprießliches bringen, bitten und ersuchen. Die nationalen Arbeiter seien jederzeit bereit, Namens der Gewerkschaftskommission eröffnet ihr Sekretär entschlossen wir uns zu dieser Konferenz, um durch eine Aussprache ihr Herzblut für ihre Ideale hinzugeben.(!) Er beantragt eine Genosse Hueber den Kongreß mit einer Ansprache, in der er er­den Weg der Verständigung und die Basis zu finden, auf der alle Resolution, in der die Vertreter von angeblich über 100 000 natio- flärt: In einer ungemein ernsten Beit tritt der Kongreß zu seinen nationalen Arbeitervereine, ob christlich- fozial, ob evan- nalen Arbeitern auf das schärfste protestieren gegen den Miß- bedeutungsvollen Beratungen zusammen; in einer Zeit schwerer gelisch oder sonst was, sich zusammenschließen fönnten. Ich brauch des Koalitionsrechts und gegen das Boykottunwesen und wirtschaftlicher Not und des inneren Konflittes in den Gewerk­fchlage vor: weiter geeignete gesesgeberische Maßnahmen zum schaften nehmen wir unsere Beratungen auf und hoffen, daß sie den Alle nationalen Werk- und Arbeitervereine schließen sich Schuhe der Arbeitswilligen berlangen, insbesondere auch Interessen des Proletariats nüblich sein werden. Zum ersten Male, in den größeren Städten bezw. Bezirken zu Ausschüssen zu ein Verbot des Streitposten stehens, das gerade in seitdem es eine moderne Gewerkschaftsbewegung in Desterreich gibt, sammen. Diese Ausschüsse unterstehen der Zeitung eines erster Linie den Anlaß zum Koalitionszwang gebe." fehlt auf einem Gewerkschaftstongreß ein Vertreter der Getvert Hauptausschusses. Dieser Hauptausschuß wird gebildet Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Dann fette schaftskommission in Prag , und schon das ist ein Zeichen des aus den Vorstandsmitgliedern der angeschlossenen Verbände, Ar- man die Diskussion weiter fort! Es ist daraus noch zu erwähnen, schweren und bedauerlichen Konflikts, in dem toir uns befinden. beitervereinsbereinigungen, Schriftamt usw., welche ihre Mit- daß ein Delegierter mehr Entgegenkommen der Arbeitgeber ver- Ein großer Teil unserer tschechischen Freunde und Genossen sind arbeit erklärt haben. Jeder Verband usw. fann auf je 5000 Wit- langte, ein anderer dagegen meinte, man solle sich selber helfen der Meinung, durch die Zersplitterung der Gewerkschaften das Seil glieder ein Borstandsmitglied in den Hauptausschuß beordern. und nicht jeden Augenblick nach der Polizei rufen. ihrer Partei begründen zu können. Wir sind der Meinung, daß Die Aufgaben dieser Haupt- und Unterausschüsse sind Ueber staatliche und private Fürsorge" sprach dann Rupp der Aufstieg der gesamten österreichischen Arbeiterklasse nur durch folgende: 1. Statistilen über die gesamte nationale Arbeiter Völklingen . Er pries die Wohlfahrtseinrichtungen der Unter- machtvolle Kampforganisationen der österreichischen Arbeiter betvegung aufzunehmen; 2. Stellung zu nehmen zu a) allen Ar- nehmer und hob diese selbst in den Himmel, weil fie uneigennüßig bewegung gesichert werden kann, daß nur einheitliche Organi beiterschuhgesehen, b) Streits und Aussperrungen, c) allen Ar- freiwillig ungezählte Millionen für das Wohlergehen der Arbeiter fationen die immer schwerer werdenden Kämpfe gegen das Unter­beiterivahlen; 3. durch Zusammenschluß die nationalen Arbeiter geopfert hätten. Es sei Lüge und Schwindel, daß die Abhängigkeit nehmertum, das sich ohne Unterschied der Nation organisiert, be­gegen gewertschaftlichen Terror zu schützen; 4. die der Arbeiter durch die Wohlfahrtseinrichtungen gefördert werde. stehen können.( Lebhafte Zustimmung.) Redner begrüßt hierauf Interessen der Arbeiter zu vertreten a) in den Gemeinden, Sogar die ideale Kruppsche Sparlotterie hätten die mit Blind- die Gäste und besonders den Genossen Dr. Vittor Adler, dem b) in den einzelnen Landtagen, c) im Reichstage; 5. zu heit geschlagenen Arbeiter bekämpft! Auch um die staatliche Sozial- wir, so fährt Hueber fort, gegenüber den behementen und unge­diesem Zwede bei allen diesen Wahlen die bürgerlichen Barteien politit hätten die Unternehmer große Verdienste. Dankbar müsse rechten Angriffen, denen ihn die tschechische Parteipreffe aussett, zu unterstüßen, wenn sie mit den von den Ausschüssen aufge- man besonders des verstorbenen Freiherrn v. Stumm gedenken. unsere Verehrung aussprechen.( Stürmischer Beifall.) ftellten Bielen sich einverstanden erklären; 6. sollte dies lettere An den Versicherungsgesehen und auch anderen sozialen Gesezen Bevor der Kongreß in seine Verhandlungen eintritt, wird eine nicht der Fall sein, besondere Kandidaten aufzustellen; hatte der Redner besonders auszusehen, daß durch fie der Einfluß scharfe 7. Mitteilungen herauszugeben, die alle angeschloffenen Verbände der Sozialdemokratie bergrößert wird. Der sozialdemokratischen Resolution gegen die Teuerung und Vereinigungen sowie deren Fachblätter und Zeitungen von Herrschaft in den Krankenkassen werde die Reichsversicherungsord- und gegen die Untätigkeit der Regierung vorgelegt, die Hueber dem jeweiligen Stand unserer Bewegung unterrichten. nung hoffentlich ein Ende bereiten. Ginige soziale Geseze muten Wir müssen zu allen Dingen geschlossen Stellung wie Hanswurstereien an, wie z. B. das über die Sicherheitsmänner mit folgenden Worten begründet hatte: Kein Arbeiter würde es nehmen wie die freien Gewerkschaften. Dabei ist nicht nötig, daß im Bergbau. Man habe nicht zu verhindern gewußt, daß die Ge- berstehen, wenn wir nicht in der ersten Stunde unseres Beisam wir uns strengen gewerkschaftlichen Bestimmungen unterwerfen. werkschaften durch eine wüste Agitation das Gesetz ihren 8weden menseins Stellung nehmen würden in dem Kampf des gesamten arbeitenden Boltes gegen die Teuerung und insbesondere die Auch auf loser Basis läßt sich etwas erreichen und das ist vor allen dienstbar gemacht hätten. Dingen fostenlos. Der Hauptzwed ist, daß wir eine größere Stüß­Fleischnot. Es scheint, daß die Herren da oben die Mahnungen des Bolkes, die auf der Straße im ganzen Reiche laut geworden sind, nicht verstehen wollen. Sie meinen bielleicht, mit jenen Demonstrationen sei es schon abgetan. Die Fattoren da oben tönnen sich aber irren! Es würde dahin kommen, daß das Volk in Desterreich noch etwas deutlicher sprechen würde als bis zur Stunde und das sei als Warnung hinaufgefagt, nicht die Geduld des Volkes allzu lang in Anspruch zu nehmen!( Stürmischer Beifall.) Die Resolution wird darauf einstimmig angenommen. Der Kongreß konstituiert sich nun. Zu Vorsißenden werden gewählt Beer und Hanusch- Wien , Jura- Brünn, 8u­law sti- Krakau und Oliva Triest.

So besprach der Rebner noch weiter soziale Gefeße und kam kraft bekommen. Jeder Verein soll seine Selbständigkeit behalten. schließlich zu dem Schluß, daß man sich hüten solle, dem Staat noch Der Ausschuß nimmt sich nicht das Recht, in die wirtschaftlichen weitere Lasten aus der sozialen Gesetzgebung aufzubürden. Das Interessen der Vereine einzugreifen. Er soll nur allgemeine durch leide die Industrie und werde zurückgedrängt infolge der Fragen erörtern. Ich ersuche Sie, in allen Städten solche Aus- nicht mehr erschwinglichen Kosten, die sie dazu beizutragen habe. schüsse zu bilden, besonders dort, wo die sozialdemokratische Gegner- Troßdem wolle er fich nicht gegen die Sozialreform wenden(!). schaft die nationalen Vereine zu erstiden droht. sondern nur zur Vorsicht raten. Inzwischen war die Kommission wieder erschienen. Den Be­

Borsitzender Hoffmeister teilt mit, daß am Tage vorher der Bund deutscher Werkvereine gegründet worden sei.

Ein Delegierter aus dem Saarrevier verliest unter allgemeiner Unruhe eine lange Nebe mit dem Schlußrefrain, daß auch die christlichen Gewerkschaften so beurteilt werden müßten, wie die

roten.

Unter allseitiger Zustimmung verlangen mehrere Delegierte Auskunft über den neuen Werkvereinsbund und seine Ziele. Borsitzender Hoffmeister: Die Werkvereine haben sich zufammengeschloffen, weil sie besondere. Interessen haben.( Wider spruch.) In allgemeinen Fragen will der neue Bund mit den anderen Verbänden Hand in Hand gehen.

richt erstattete

Warnecke: Mit tiefem Bedauern muß ich mitteilen, daß die Einigung nicht zustande gekommen

ist zwischen dem Werkvereinsbund und dem Bunde vaterländischer Arbeitervereine, obwohl ziemlich festgestellt war, daß die Interessen ziemlich gleiche sind und obwohl beide Teile auch geneigt waren zur Bildung eines Ausschusses. Die Einigung scheiterte an der Frage: wer übernimmt die Führung?( Unruhe) In der Kom­mission legte Gr mert eine vorher gefaßte Resolution vor, daß die Vaterländischen nicht einverstanden seien, wenn ihnen nicht die Führung aufiele. Ich bedaure, wenn die Einigung an einer Machtfrage scheitern soll. Wir haben auch vergeblich versucht, das, was sich nicht genau bestimmen läßt, auf einige Zeit hinaus­zuschieben, um die Entscheidung dieser Fragen in etwa zwei Monaten durch den Hauptausschuß vorbereiten zu laffen.

Fahland Berlin ( Siemens- Schudertwerke): Wir haben uns anfangs gegen die Einladung zu der Konferenz ablehnend ver. Halten. Unsere drei Zeitungen, der Bund", die Wehr" und die Deutsche Treue" liegen fich täglich in den Haaren.( Unruhe.) Wenn die Presse nicht einig ist, werden wir auch nicht einig werden. Auf uns Berliner wird immer herum gehackt.( Lärm.) Wir sind aber ebenso patriotisch wie Sie. Solche begeisterte Versammlungen beitervereine in wiryaftlichen Fragen zusammengehen und den wie am geftrigen Abend hier können wir in Berlin nicht machen. Es ist ein Wunder, daß wir soweit, wie geschehen, Fuß fassen konnten, denn in Berlin ist alles rot. Was uns der Ne ferent borschlägt, das können und dürfen wir heute noch nicht in Berlin tun. Die Furcht nach außen läßt das nicht zu. Sonst sind wir mit allem einverstanden, nur wollen wir nicht so offen hervortreten.

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Hueber: Wir haben vorhin Adler unser Vertrauen aus gedrückt. Wir wollen aber auch jenen braven Männern aus Böhmen und Mähren , die von der tschecho- slavischen Sozialdemo fratie ungerecht und brutal aus der Partei hinausgestoßen wurden wegen ihres Festhaltens an ihrer zentralistischen Ueberzeugung, Genugtuung geben, indem wir sie herzlich willkommen heißen als Brüder in der Internationale.( Stürmischer Beifall.) Es folgen nun die

Begrüßungsansprachen.

Huysmans ( Internationales Sozialistisches Bureau): Die Mitglieder des Internationalen Bureaus sind sehr höfliche Leute, Sillwig beantragt zu beschließen, daß die nationalen Ar wie Sie ja auch.( Heiterfeit.) Ich bin deshalb Ihrer Einladung gefolgt und bin nach Wien gereist über Prag . Ich begrüße Sie Kampf in der Presse vermeiden sollen, ferner ein Startell natio- herzlich im Namen meiner hohen Auftraggeber, die mir gefagt naler und Wertvereine zu gründen zur Lösung der gemeinschaft haben: Cesterreich scheint ein Balkanstaat werden zu wollen, gehe lichen Fragen, das bis zur nächsten Konferenz die Leitung vorzu- hin und gude!( Heiterfeit.) Du bist ein unverbefferlicher Optimist schlagen hat. An persönlichen Fragen dürfe die Einigung nicht und ganz unleugbar ein Friedensapostel.( Deiterkeit.)... Wir scheitern. wissen nicht, ob die Einigung im Sinne des Kopenhagener Be Wischnowski schlägt vor, eine neue Kommission zu schlusses angestrebt werden wird und ob von beiden Seiten, aber wählen.( Widerspruch.) wenn ja, dann gut!( Heiterkeit und Beifall.) Ich bin also herum Sillwig- Mannheim will Einigung um jeden Preis", wäh­Konit: Als Werkvereinsbund haben wir besonders unseren gegangen und habe herumgefragt, und ich bin ernstlich überzeugt, rend Badonius- Saargau die Bildung eines ständigen Ston- wirtschaftlichen Standpunkt betont und nur nebenher unseren daß wenn nicht neuer Konfliftsstoff geschaffen wird und wenn ferenzausschusses vorschlägt. minimal politischen. Diesen Standpunkt fönnen wir auch nicht teine allzu heftigen Worte fallen, in Friedensverhandlungen ein Ermert- Berlin : Ich kann alle die Aisi chten nicht teilen. aufgeben. Unseren Vorschlag, daß die stärkste Organisation die getreten werden kann, und ich bin überzeugt, daß unser großer Wenn ich mich verheiraten will, bann muß ich erst meine Ehehäffte Leitung übernimmt, hat man abgelehnt und verlangt, daß die Friebensstifter Adler die Zusammengehörigkeit der Arbeiter fennen lernen. Das Programm sah die die gestrige Gründung älteste die Leitung bekomme. Da machen wir unter keinen Um- aller Nationen in Oesterreich erhalten will und erhalten wird. Das des Werkvereinsbundes nicht vor. Ich will nicht sagen, daß ich ständen mit. Als Ermert seinen Standpunkt aufrecht erhielt, haben wünschen alle unsere ausländischen Genoffen ohne Ausnahme im dagegen bin. Wir vom Bunde vaterländischer Arbeitervereine wir die Kommission verlassen.( Lärmende Bustimmung.) Sinne der internationalen Solidarität, in deren Namen ich Sie haben aber eine engere Verbrüderung nicht nötig, eher Se B- Effen beantragt, im Antrag Hillwig nicht zu sagen begrüße und Ihrem Kongreß die besten Ergebnisse wünsche.( Großer fogar Nachteil davon. Was soll aus dem Gebilde, das Sie schaffen Kartell, sondern Hauptausschuß. Beifall.) wollen, in der Zukunft werden? Wenn wir nichts wissen über den Ermert: Ich erkläre, daß wir auf unserer heute morgen Werkbereinsbund, können Sie uns es nicht übel nehmen, daß wir gefaßten Resolution bestehen bleiben.( Unruhe, Zustimmung.) eine abwartende Stellung einnehmen. Wir stehen auf dem Stand- Sillwig ist nicht befugt, einen anderen Vorschlag zu machen. Wir puntte, daß uns, wenn wir unsere politischen Ziele erreichen, lehnen ihn rundweg ab.( Lärm.) die wirtschaftlichen von selbst in den Schoß fallen. Es folgt die Abstimmung. Die Mehrheit, die aus Werk­Wenn die Wertvereine dasselbe wollen wie wir, dann sehe ich auch vereinlern besteht, erhebt sich für den Antrag Hillwig mit der nicht em, warum gestern die Gründung vorgenommen wurde. Che Aenderung Hauptausschuß".( Händeklatschen und Beifall.) wir mit dem neuen Bunde zusammengehen, müssen wir wissen, was Gin Delegierter verlangt die Gegenprobe. Es erhebt sich er will.( Demonstrativer Beifall bei den Nationalen".) aber niemand, weil der Vorsitzende sie mit folgenden Worten ver­Fichtler Berlin: Wir Werkvereinler wollen zunächst unsere langt: wirtschaftlichen Interessen pflegen und die politischen nicht außer Wer es fertig bringt, dagegen zu stimmen, soll sich erheben." acht lassen. Es ist umgekehrt dasselbe, was Herr Ermert will, und Infolgedessen wird die einstimmige Annahme der Reso­im Erfolg ganz dasselbe. Er hat uns ja eine gewisse Absage ge- lution fonstatiert, worauf die baterländischen" Delegierten zum geben. Wenn wir denn auch getrennt marschieren, so müssen wir großen Teil ihre Pläße berlassen. boch bereint schlagen. Wir waren auch gestern bei der Gründung Es wird dann beschlossen, daß der neu eingesetzte Hauptaus­nicht ganz einig, denn wir Berliner nehmen ja einen wesentlich schuß seinen Gib in Magdeburg haben und die nächste Kon­anderen Standpunkt ein, weil wir den Streit immer noch als ferenz am 11. Dezember wiederum in Magdeburg stattfinden soll. Tettes Mittel betrachten. Aber dadurch, daß wir und die Unter- Im Verschiedenen" erhält das Wort nehmer uns mit Bertrauen entgegenkommen, haben wir den Baron v. Reibnit: Das wichtigste ist nicht die Form, sondern Boden des Klassentampfes berlassen und wir em- der Geist. Ich verstehe sehr wohl meines Freundes Grmert pfinden es als Scham, wenn wir uns von Cohen und Genossen Standpunkt. Ich denke aber, daß er ihn noch aufgeben wird. Sozialpolitik in Oesterreich , die eine Zeitlang vorbildlich war und führen oder von Adolf Hoffmann die Gebote vorschreiben lassen Seute, wo parteipolitisch ein Durcheinander herrscht, wo die Sozial lange im Ausland ziemlichen Nuf hatte, droht jest reaktionär zu follen. Legen Sie uns die Richtschnur nicht zu stramm auf den demokratie beginnt, an ihre Krife zu kommen, ist Einigkeit bringend werden. Die schärfste Waffe, die wir haben, um den Arbeiterschutz Leib"(?), sonst können wir sie nicht tragen! nötig. Ich bitte Sie, eine Resoluton zu fassen, daß die Entwide- l zu vergrößern, ist die Einheit der Arbeiter selbst. Alle die Gesetz

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Adler( mit braufendem Beifall begrüßt): Jm Auftrage des Vorstandes des Verbandes der sozialdemokratischen Reichsratsabge ordneten begrüße ich Sie auf das herzlichste. Das Verhältnis der Gewerkschaft zur Parlamentsfraktion ist durchaus einfach: Die Abgeordneten betrachten sich nicht nur als die Vertrauensmänner der sozialdemokratischen Bartei, sondern auch als Funktionäre und als das parlamentarische Organ der österreichischen Gewerkschaften. ( Beifall.) Die eine Funktion ist so wichtig wie die andere, die eine Funktion ergänzt die andere und in den meisten Dingen sind beide identisch. Beim Zusammentritt dieses Kongresses, schon in den ersten Worten, haben sich Aussichten eröffnet, die durchaus erfreulich find. Wir aber wissen, daß es noch feinen Gewerkschaftstongreß gegeben hat, der in so ernster Beit zusammengetreten ist. Die augenblickliche, so schwierige Situation ist eine Folge der außer ordentlichen und mannigfachen Versuchungen, die die nationalen Wirren dieses Landes dem Proletariat bringen. Redner be spricht dann die vielen Borstöße, die die Reichstagsfraktion gemacht hat, um die fogialpolitische Gesekgebung vorwärts zu bringen und den Widerstand, dem die Abgeordneten auf allen Wegen begegnen; besonders gefährlich ist die passive Resistenz des Herrenhauses. Die

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