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zu brechen, den bisher noch die fübdeutschen Fürsten einer Ver- Dröscher( fons.) schließt die Besprechung. schlechterung des Reichstagswahlrechts entgegensetzen. Auf

Ausnahmegesehe

war auch die heutige Rede des Herrn v. Heydebrand gestimmt. 3u­nächst fordert Herr v. Heydebrand Verschärfung des Majestäts­beleidigungsparagraphen, natürlich im Sinne einer Ausnahme­maßregel gegen die Sozialdemokratie. Er behauptet, daß sich die Sozialdemokratie in beschimpfenden Aeußerungen gegen den Kaiser erginge. Ich bestreite das auf das entschiedenste. Nicht Beschimp­fung, sondern scharfe Kritik wird von unserer Seite geübt. Auf

1- Borsigender:

Wurde auf die den Wagen begleitende Die Beantwortung der Interpellationen über die Ste bs cha d- Schußleute mit Steinen oder Kohlen geworfen?- Beuge: Nein, Iinge wird vom Staatssekretär Dr. Delbrück für einen Tag es waren ja nur friedliche Leute auf der Straße. Kaufmann Heimann hat gesehen, daß Schußleute auf der zweiten Hälfte nächster Woche zugesagt. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. eine Gruppe von etwa 30 Personen eine Attacke ausführten. Das war in der Nacht, als in der Rostoder Straße ein Feuer brannte. Die von den Schußleuten attackierten Leute standen ganz ruhig da nnd saben zu, wie das Feuer brannte. Nur ein Mann fang ein Lied in süddeutscher Mundart. Da fam eine Anzahl Schußleute. Sie schlugen von allen Seiten auf die Leute ein und trieben sie die Straße entlang, wo eine andere Gruppe von Schuza leuten stand. Es war also nicht möglich, den Schußleuten zu ente tommen. Feststellung eines Schlägers abgelehnt.

Nächste Sibung: Montag, 2 Uhr.( Gesetz betr. Schub des Bantnotenpapiers gegen Nachahmung. Erste Lesung der Schiffahrtsabgaben.) Schluß 5% Uhr.

der anderen Seite aber find mehrfach Ausdrücke gefallen, bie nicht Die Moabiter Moabiter Vorgänge

B

im Komplimentierbuch verzeichnet stehen; ich erinnere an" otte", baterlandslose Gefellen" und sonstige Schmeichel­namen.( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Das Recht der Gegenwehr laffen wir uns nicht nehmen.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.)

Während der Rede des Herrn v. Heydebrand hätte ich gern einen Kinematographen hier gehabt. Er richtete seine Rede an den Kanzler, als ob er an einen untergebenen Befehle erteile, so als ob er etwa zu ihm sagen wollte: Du bist mein Instrument.( Große Heiterkeit.) Der Reichskanzler nidt mir zu.( Buruf rechts: Er ist ja gar nicht im Hause.) Doch, Herr v. Heydebrand ist da.( Stürmische Heiterkeit und Sehr gut! links.) In der heutigen Verhandlung ist vom Zentrum und den Konservativen alles weggewischt, was in den Novembertagen errungen wurde. Es war nichts da, sagte Freiherr v. Hertling. Es folgte auf die Novembertage die Finanzreform mit ihren Lasten für das Volt, aber was an Hoffnung für den Fortschritt der Selbstverwaltung vorhanden war, ist weggewischt. Diese Klärung ist doppelt gut angesichts der gestrigen Erklärung des Herrn Wermuth, daß das deutsche Volt sich noch gefaßt machen müsse auf weitere neue Steuern. Wohin Sie mit Ihrer Weisheit kommen werden, wird die Geschichte lehren. Die Regierung wird die Wege gehen wollen, die zur Katastrophe führen. Das ist der Sinn Ihrer Sammlungspolitik. Wir sehen Ihren Sammlungs­rufen andere gegenüber, wir rufen alle die zur Sammlung auf, die für die gesunde Entwickelung unseres Boltes bessere Einsicht haben.

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Dreizehnter Tag.

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vor Gericht.

Er ersuchte einen Polizeileutnant um die Feststellung eines Kriminalbeamten, der den Mann ins Gesicht geschlagen hatte. Zu Anfang der gestrigen Situng beantragt Rechtsanwalt Der Leutnant wies den Mann zurück. Als diefer fagte: Aber, rich, den von ihm vertretenen Angetlagten Schulz aus Herr Leutnant, ich bin doch ein anständiger Mensch," rief der mann weist darauf hin, daß diefelben Gründe, welche für die Ent­der Untersuchungshaft zu entlassen. Rechtsanwalt Seine Polizeileutnant: Halten Sie das Maul, laufen Sie!" Frau Gehring hat mehre Fälle von laffung des Angeklagten Schulz geltend gemacht werden, auch für die Entlassung des Angeklagten Wand sprechen, weil beide Anklagefälle beobachtet. Sie tam am 26. September dazu, als in der Rostocker Mißhandlungen durch Polizeibeamte Rechtsanwalt Cohn bemerkt, die eng zusammenhängen. vorgetragenen Entlassungsgründe treffen auch für alle anderen in angeblich, weil sie angegriffen worden find, vertassen hatten. Die Straße ein Kohlenwagen stand, den die arbeitswilligen Kutscher Haft befindlichen Angeklagten zu. Bei dieser Gelegenheit wird hintere Schüße des Wagens war zum Teil hochgezogen, so daß ein auch darauf hingewiesen, daß es voraussichtlich noch lange dauern fleiner Teil der Kohlen auf die Straße fiet. Kinder, welche sich mit den Bei dieser Gelegenheit wird werde, ehe das Gericht zur Erörterung der einzelnen Anklagefälle Koblen zu schaffen machten, wurden von einem Schuhmanu mit dem Fuß fommen werde. Landgerichtsdirektor Lieber bemerkt bazu: Die Erörterung des allgemeinen Teils folle heut( Sonnabend) gestoßen. Ein alter, ärmlich aussehender Mann, der Kohlenstücke auslas unter allen Umständen vorläufig beendet werden. und in die Tasche steckte, um sie für den Hausbedarf mitzunehmen, Am Montag so die Beweiserhebung über die Einzelfälle beginnen. wurde von einem Polizeileutnant mit dem Säbel über den Rücken geschlagen. Am Abend desselben Tages hat die geugin gesehen, daß eine Menge Schußleute vom Kupferschen Kohlenplaz tamen und einer dieser Schußleute einen vorübergehenden jungen Mann ohne Beranlassung geschlagen hat. Bei einer anderen Gelegenheit hörte bie Zeugin einen Schuß fallen. In demselben Augenblick fiel eine elektrische Bogeniampe, die vor einem Laden brannte, in Trümmer herunter. Anscheinend war die Lampe durch den Schuß getroffen. In der Nähe stand ein uniformierter Schußmann und ein Kriminalbeamter. Sie müssen den Schuß gehört und die Lampe haben fallen sehen. Aber feiner von ihnen rührte sich. Die Zengin nimmt an, einer der Beamten habe die Lampe heruntergeschossen. Weiter erzählt die Beugin: einige Schritte vor ihr ging ein junger Mann, und als fie an ihn heranfam, fagte er: Liebe Frau, gehen Sie nicht weiter. Sehen Sie, wie mich die Schuhleute zugerichtet haben. Dabei zeigte er feine Hände, die stark verlegt und mit Blut beiudelt waren. Befragung von Zeugen durch Zeugen.

Beweisanträge.

Rechtsanwalt Cohn beantragt die Ladung des Chefarztes bes katholischen Krankenhauses, Professor Dr. Rotter und seiner beiden Söhne. Diese drei Zeugen sollen bekunden, daß auch sie zu denen gehören, die am 28. September von Schußleuten ohne Grund mißhandelt wurden. Erster Staatsanwalt Stein brecht beantragt die Ladung von fünf Zeugen, die er aus einer großen Zahl von Personen, die sich in letzter Zeit bei ihm meldeten, ausgewählt hat. Alle diese Personen hätten Beobachtungen gemacht über das Verhalten des Publikums, der Aufrührer und der Polizei. Auf Antrag des Ersten Staatsanwalts äußert sich Bolizeimajor Klein über die

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Herr v. Heydebrand hat uns als vaterlandslos bezeichnet; das weisen wir zurück. Sie( nach rechts) freilich wollen das Vater land lediglich zu einem Jagdgrund für die Privilegierten machen. Deshalb aber verzichten wir nicht auf das Baterland, wir wollen es zur Kulturstätte für das ganze Volt machen. Ich freue mich, Berpflegung der Polizeibeamten auf dem Kupferschen Kohlenplay. daß die Fortschrittliche Boltspartei hier energische Bolizeimajor elein fagt: Es sei hier so bingestellt Töne gefunden hat und an unserer Seite kämpfen will. Der Links- worden, als ob die Beamten Geschenke vom Kohlensyndikat bekommen liberalismus hat sich niemals mehr geschadet, als wie er mit Ihnen hätten. Das sei nicht an dem. An einem der ersten Tage der Be- Polizeileutnant Folte tritt vor und stellt mehrere Fragen an ( nach rechts) ging. Diese Regierung ist todbringend für den legung des Kohlenplages durch Beamte sei angefragt worden, ob die Beugin Gehring. Vom Verteidigertisch wird die Frage gestellt, Liberalismus, und Sie( zu der Volkspartei) können sich gratu- den Schußleuten etwas gegeben werden dürfe. Er habe das ge- ob es zulässig fei, wenn ein Zeuge den andern fragt. Der Vor­lieren, wenn Sie den Kampf für den Fortschritt der Nation an stattet mit der ausdrücklichen Anordnung, daß alles, was den Schuß figende bemerkt, das sei zur Aufklärung der Sache notwendig. der Seite der Sozialdemokratie fämpfen. leuten verabreicht wird, bezahlt werden soll. Es solle der Polizei. Er habe das auch bei anderen Gelegenheiten zugelassen, Rechts­Zur Sammlungspolitik rufen wir auch die Frauen auf die Rechnung darüber eingereicht werden. Daß den Susanwalt seine: Sie wollen also diefem Zeugen gestatten, an Als ihnen in der Königsberger Rede der Rat gegeben wurde, sich Leuten Schnaps gereicht werde, habe er berboten. andere Bengen Fragen zu stellen? Vorfigender: Ja. nicht um Politik zu fümmern, wurde ihnen als Muster eine Frau Bier habe er gestattet, Kaffee babe er befonders empfohlen. Nach Rechtsanw. eine: Ich bitte das zu protokollieren. vorgeführt, die gerade wegen ihres hohen politischen Geschickes dem Streif fei der Frau des Lagerverwalters Lorenz ihre Liquidation Bolizeileutnant Folte fährt hierauf fort, die Zengin von ihrem Enkel gerühmt wird.( Abg v. Dirksen( Rp.): Als über die Verpflegung der Schußleute mit 1082,50 M. bezahlt worden. Gehring über den Vorgang beim Kohlenwagen zu befragen Königin! Große Heiterkeit.) Also die Königin darf sich er- Rechtsanwalt Cohn: Die Verteidigung zweifelt feinen Augen- und behauptet, bei dieier Gelegenheit habe fein Polizeis lauben, Bolitit zu treiben, nur die Arbeiter blick an der Richtigkeit der Angaben des Major Klein, aber es beamter geschlagen. Als die Leute anfingen, Kohlen aufzulefen, frauen nicht. Es war ja auch an demselben Tag, an dem die ist nicht alles au feiner Kenntnis gekommen. Wir stellen habe einer der Schußleute eine alte Frau baran hindern Rede gehalten wurde, eine Tochter des Kaisers in der Woche" in unter Beweis, daß den Schuhleuten auf dem Kohlenplay Schnaps wollen. Er, Polizeileutnant Folte, habe aber dem Schutza der Uniform eines Raballerieregiments dargestellt. in großen Mengen gereicht worden ist und daß nach dem mann das untersagt. Die Beugin Gehring bleibt Das war wohl auch eine Betätigung hausfraulicher Streit mehrere hundert Schnapsflaschen, die auf dem Kohlenplay von mit aller Bestimmtheit dabei, daß ein Polizei. Pflichten und Fernhalten von allen Dingen, die den Frauen Schußleuten geleert worden sind, verkauft wurden. Es müssen also leutuant einen alten Mann mit dem Gabel nicht ziemen.( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Die den Schuyleuten außer den offiziell gestatteten Verpflegungen noch flug. Sie gibt an, fie femme diesen Polizeileutnant fogar, es fei Herren, die das Ohr des Königs haben, sollten ihn doch auf so andere gereicht worden sein. Polizeimajar klein bemerkt, der or steher des Reviers in der Beuffelstraße. traffe Widersprüche aufmerksam machen. Ich hoffe, die Frauen davon wiffe er nichts. Wenn es gescheben sein sollte, dann Bolizeileutnant Folte bemerkt dazu, das könne gar nicht werden sich die Königsberger Rede gemerkt haben und sie werden sei es gegen seine Anordnung geschehen. Ein angeflagter richtig sein, denn zur fraglichen Zeit habe der Reviervorsteher an auf unserer Seite fechten, und wir werden in den Kampf ziehen fagt, er habe an einem der ersten Tage des Streits geleben, daß einer Konferenz auf dem Polizeipräsidium teilgenommen, sei also gar mit der Losung: Des Voltes Wohl ist das oberste Gesetz.( Bravol in unmittelbarer Nähe des Kohlenplages ein total betrunkener Schutz- nicht an der fraglichen Stelle gewesen. Einige Angeflagte mann mit einer Zigarre im Munde und dem blanken Säbel über melden sich und bestätigen, daß auch sie den von Frau bei den Sozialdemokraten.) Abg. v. Dirksen( Np.): Hätten wir beschlossen, daß mit Inter - der Schulter die Straße entlang ging. Ueber diese Episode werden Gehring befundeten Vorgang mit angesehen haben. pellationen Anträge verbunden werden, so hätten wir heute einen einige von dem Angeflagten angegebene Beugen benannt. Staatsanwaltstelzner will vom Zeugen Berthold Porzellanmaler Klaus, Beschluß fassen können, daß diese Interpellationen und ihre Be­fprechung eine Beitbergeudung sind. Gin gutes hat die Be- noch näheres über fein sprechung gehabt, erstens das offene Betenntnis der Gespräch mit Pastor Schwebel Gozialdemokraten zur Republik und zweitens das hören. Berthold fagt darauf, Bastor Schwebel habe seine offene Busammengehen ber Freisinnigen mit Ansicht dahin geäußert, daß die sozialdemokratische Organisation an der Sozialdemokratie. Das werden wir uns für die dem Ueberfall auf ihn und an den Unruhen schuld sei! Rechte ahlen merken. Die staatsrechtlichen Deduktionen des anwalt Rosenfeld beantragt, den Pastor Schwebel nochmals Herrn v. Bayer waren nicht so einleuchtend für mich wie die des zu laden und ihn dem Zeugen Berthold gegenüberzustellen. Das Herrn b. Hertling. Gericht beschließt die fofortige Labung Schwebels und behält sich die Beschlußfaffung über die anderen Anträge vor. Auf Antrag des Staatsanwalte sollen noch einige Bolizeioffiziere geladen werden, von denen die Staatsanwaltschaft annimmt, daß sie die Angaben des Zeugen Dr. Kochmann abschwächen oder widerlegen können. Rechtsanwalt Seine: Wenn noch so viele Zeugen auftreten, welche die von Dr. Kochmann befundeten Vorgänge nicht gefeben haben, so werden doch dadurch die pofitiven Angaben diefes Beugen nicht widerlegt. Wenn nach jeder für die Polizei ungünstigen Aussage ein halbes Dußend neuer Zeugen laden werden, dann sehe ich allerdings kein Ende dieses Prozesses. Zur Genehmigungsverweigerung der Polizei. Rechtsanwalt heine: Der Polizeipräsident hat es ab­gelehnt, den von uns angegebenen Beamten die generelle Genehmi

In seinen weiteren Ausführungen freut sich der Redner über Die Ausführungen des konservativen Redners über ein Arbeits­willigengeses, rühmt die Königin Luise, die als Königin nicht mehr Rechte hatte, wie jebe Arbeiterin, aber mehr Pflichten, preift, wie gut es den deutschen Arbeitern gehe, dank der großartigen deutschen Sozialpolitik, bestreitet die Absicht eines Staatsstreichs trotz der Vorgänge in Moabit , die dazu anreizen könnten, und jammert dann über die Heße, die seit Jahren gegen den Kaiser getrieben wird, der doch ein so guter Christ und deshalb fern von allen absolutistischen Gedanken ist.

Abg. Liebermann v. Sonnenberg( Wirtsch. Bg.) erklärt, daß die Reben des Kaisers keine Regierungsatte, sondern eine Mahnung zur Einigkeit an das Volk enthalten; der Reichstag habe daher

tein Recht, an diesen Reden Kritik zu üben.

Sierauf wird ein Antrag auf Schluß der Besprechung ange­

nommen.

Der nächste Gegenstand der Tagesordnung ist die Interpellation Dr. Ablaß u. Gen.( Fortschr. Bp.) betr. Vorlegung des Entwurfs eines Gefeßes über die

Benfionsversicherung der Privatangestellten. Auf die Anfrage des Präsidenten erklärt sich Staatssekretär Dr. Delbrück zur sofortigen Beantwortung der Interpellation bereit. Zu ihrer Begründung erhält das Wort

Abg. Dr. Mugdan( Fortschr. Bp.). Ueber die Notwendigkeit dieser Versicherung braucht nicht mehr gesprochen zu werden. Die Privatangestellten sind sehr enttäuscht, daß der Entwurf nicht mehr in dieser Session vorgelegt werden soll. Hierüber Klarheit zu schaffen, ist der Zwed der Interpellation.

Staatssekretär Dr. Delbrück: Trop starker Belastung mit anderen Arbeiten ist der Entwurf ausgearbeitet worden. Er liegt gegenwärtig dem preußischen Ministerium vor. Sobald dieses seine Entschließung gefaßt hat, geht der Entwurf an den Bundesrat. Ich werde mich jedenfalls weiter bemühen, die Angelegenheit tun­lichst zu fördern.

Auf Antrag des Abg. Dröscher( fons.) wird die Besprechung der Interpellation beschlossen. Abg. Dröscher( fons.) ist von der Antwort der Regierung be­friedigt. Die Interpellation sei wohl nur aus wahltaktischen Gründen eingebracht.

Abg. Naden( 8.) hofft, daß der Entwurf noch vor Weihnachten publiziert und in dieser Session erledigt werde.

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feit 26 Jahren an der föniglichen Borzellanmanufaktur beschäftigt, hat die Schußleute Priestorn und Sperling gewarnt, fich in die radauluftige Menge zu begeben, von der fie später angegriffen wurden. Diefe Menge, fagt der Zeuge, bestand a umeist aus jungen Leuten. Eine Frage des Staatsanwalts nach seinem Eindruc über das Verhalten der Polizei beantwortet der Zeuge so: Am Montag, 26. September, habe ich die Schuyleute noch bedauert, nachher bekam ich einen gelinden Saß auffie, denn ich habe gefehen, daß Schuẞleute ohne Veranlaffung einen Mann fast totgefchlagen haben. Der Mann ging ganz allein und ruhig über die Straße. Andere Leute, die die Polizei hätten bedrohen können, waren nicht in der Nähe, troßdem stürzten sich mehrere Schuyleute auf den Mann und schlugen ihn mit Säbeln nieder. Ein Polizeioffizier am Boden liegen, er veranlaßte aber nichts. Ferner hat der Zeuge gefehen, daß Leute, die vor den verfolgenden ge- Schuleuten in Häuser flohen, von den Schußleuten bis auf den of berfolgt wurden und daß Schuyleute bei folchen Gelegenheiten auch gefchoffen haben. Von Angriffen des Publikums auf die Polizei hat der 8euge, der diese Beobachtungen vom Balkon seiner Wohnung aus

gung zu erteilen, über alles, was mit den Moabiter Straßenvors gängen aufammenhängt, auszufagen. Wir sollen im einzelnen ans geben, über was die Beugen vernommen werden sollen. Wir bean tragen deshalb:

ah den Mann

machte, nichts bemerft.

Waffenmeister Juhl

hat den Schußmann Sperling, als diefer von einem Steinwurf ge­1. Herrn Polizeikommissar Kuhn, Polizeirat Dr. Henninger und Angriff auf die beiden Schuyleute machte, bezeichnet der Zeuge als troffen niederfiel, ins Haus gebracht. Die Menge, welche den Oberregierungsrat Hoppe und Major Klein die Genehmigung zur to wbies. Giner aus der Menge habe beim Herannahen der Aussage darüber zu geben, welche Beamten des Polizeipräsidiums Schußleute gefagt: Dem wollen wir mal das Hemide ausziehen, aus der Schußmannschaft, der Kriminalabteilung, 4, der Sitten Staatsanwalt Stelzner fragt den Zeugen, ob ihm für polizei, der politischen Bolizei, und ob außer ihnen Bigt feine menschenfreundliche Tat Vorwürfe gemacht worden seien. lanten, Bolizeiagenten oder andere Berfonen in den Tagen Der Zeuge fagt, direkte Vorwürfe feien ihm nicht gemacht worden, bom 19. bis 30. September in Moabit beschäftigt geweien aber Hausbewohner, die ihn sonst grüßten, hätten das nachher unters sind. Die Befragung foll fich richten auf die Be teiligung jeder Abteilung für sich und die Zahl der beschäftigten Beamten, die Tage, an denen sie beschäftigt worden find, die Örte in Moabit , an denen fie tätig gewesen sind, und auf die Kleidung diefer Perfonen.

An diese Zeugen foll ferner die Frage gerichtet werden, ob es richtig ist, daß einige Kriminalbeamten von ihren uniformierten Kollegen geschlagen worden sind; insbesondere, ob ein Beamter der politischen Abteilung, welcher Arbeiterkleidung angelegt hatte, ziemlich schwer verlegt worden ist.

Ferner hatten wir beantragt, daß den Beamten auch die Ge­nehmigung erteilt werde, auszusagen, ob die Polizei mit den Zeitungsberichten über die Moabiter Borgänge in Verbindung steht. Der Polizeipräsident gibt uns anheim, die verantwortlichen Redakteure zu benennen. Wir lehnen es ab, einen Rat entgegen zu nehmen und bitten das Gericht, den Polizeipräsidenten um Antwort auf diesen Teil des Antrages zu ersuchen. Hierauf wird die

Die Abg. Liebermann v. Sonnenberg( Ant.) und Binz ( Rp.) begrüßen die Erklärung des' Staatssekretärs mit Freude und Ge- fortgefeßt. mugtuung.

Zeugenvernehmung

laffen.

Schlosser Kegel

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gibt ebenfalls an, baß er bie beiden Schutleute gewarnt hat, sich in die Menschenmenge zu begeben, denn der Beuge hatte. furz vorher gefehen, daß die Menge, die nur aus rada ulustigen Elementen bestand, Laternen einwarf. Mechtsanwalt Seine: Sie sind Bezirksführer des sozialdemofra­tischen Wahlvereins?- 8euge: Ja. Nech18­anwalt eine: Und es lag Ihnen daran, die Schußleute vor der gewalttätigen Menge zu schützen? Beuge: Jawohl. Frau Gehring benennt einige Beugen dafür, daß Frauen von Schutleuten Wasser und Sand aus den Fenstern auf das Publikum schütteten.

Rechtsanwalt Cohn bemerkt dazu, er führe zurzeit eine Klage, die anscheinend mit diesem Vorfall zufammenhänge. Auch in dieser Sache bandle es sich um die Feststellung, daß eine Schuß­mannsfrau Wasser und Sand aus dem Fenster geschüttet habe. Ferner überreicht Rechtsanwalt Cohn den schriftlichen Antrag betr. Fräulein Lotte Bolz hat mitangesehen, wie die englischen Ladung des Profeffors Rotter und feiner Söhne. Abg. Robert Schmidt( Soz.): Ich habe eine Antwort des Staats- Journalisten ohne jede Veranlassung von Schutleuten verhauen Bro fessor Rotter soll befunden, daß er am 27. September, abends, sekretärs auf die gestellte Frage vermißt. Bei der preußischen Re- wurden. Der Zeuge Eichenborn macht dieselben Angaben. in einer Droschte die Turmstraße entlang gefahren und dann gierung und beim Bundesrat bleiben Vorlagen oft steden, und Der Beuge Neg begegnete, als er von der Arbeit nach Hause zurückgegangen ist. Er ist dann mit seinen beiden Söhnen in eine Der Staatssekretär sagte nicht, ob sie noch in dieser Session zu er- ging, einem Stupferschen Kohlenwagen, der von sechs bis acht Schutz Zürnische getreten, um Menschen, die vor den Schußleuten flohen, warten ist. Wenn sie fommt, werden die Privatangestellten in be- Leuten begleitet war. Der auf dem Wagen sigende Arbeitswillige vorbeizulassen. Schußleute mit gezogenen Gäbeln baben sich dann zug auf manche ihrer Forderungen leider enttäuscht zog einen Revolver und bedrohte damit die Straßenpajfanten. Der auf Profeffor Notter gestürzt, der sich aber dem Schlage durch eine werden. Meine Freunde werden sich jedenfalls bemühen, den Arbeitswillige selbst war in feiner Weise bedroht. rasche Wendung noch entziehen konnte, während seine beiden Söhne Wünschen der Privatangestellten gerecht zu werden. Der Zeuge ersuchte einen Schuhmann, dem Arbeitswilligen den durch Säbelhiebe mißhandelt worden sind.

Nach weiteren Bemerkungen der Abg. Be d h( natl.), Werner Revolver abzunehmen, damit er fein Unheil anrichten tönne. Der Das Gericht fett bie Beilußfaffung über alle ( Ant.), Kulersti( Pole), Mugban( Fortschr. Bp.) und Schuhmann lachte dem Zeugen höhnisch ins Gesicht und ging weiter. Anträge auf Haftentlassung und auf Beweisaufnahme aus.