Br. 7. 28. Jahrgang.
1. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt.
vor Gericht.
Einundviersigfter Tag.
Nach Eröffnung ber Sizung fehte
Nechtsanwalt Heinemann
Sonntag, 8. Jannar 1911.
Beugen find nicht glaubwürdig. Ich stehe seit Dezennien in der juristischen Praxis. Aber
Herr Kluge, der oft in einer Menge war, aus der geworfen wurde. Das Reichsgericht verlangt, daß jemand nur dann verurteilt wer den kann, wenn er sich mit Absicht und Bewußtsein in einer solchen eine unobjektivere Kritif habe ich noch niemals erlebt. Menge aufhält, um ihre Absichten zu fördern. Er muß also ge- Das erregt mein juristisches Gewissen um so mehr, als sonst in wissermaßen ein Mittäter sein. So liegt es aber hier nicht. Liebe- allen Prozessen, namentlich bei Streifpostenprozessen, gesagt wird, mann hat nicht wie der Staatsanwalt sagt, die Kohlenvagen ber daß pofitive Befundungen durch negative Bekundungen nicht aus folgt, sondern er hat sie im Auftrage der Streifleitung begleitet, der Welt geschafft werden können. um zu sehen, wo die Kohlen abgeliefert werden. Das Gericht wird
Der Erste Staatsanwalt
in diesem Falle mindestens zu einem non liquet( nicht spruchreif) tommen müssen. Viel günstiger liegt die Sache noch im Falle hätte schon deshalb diesen Vorwurf nicht erheben sollen, weil er des Angeklagten Merten. Auch ihm ist keine Beteiligung an Ge- doc walttätigkeiten aus der Menge nachgewiesen. In dem zweiten galle, an dem ebenfalls der Angeklagte Tiedemann beteiligt ist, fann ihm gar nichts Strafbares nachgewiesen werden. Hier geht der Staatsanwalt augenscheinlich von dem Grundsatz aus: mitgefangen, mitgehangen. Das ist
tein Rechtsgrundfah, sondern
die Anarchie.
mit vielen seiner Zeugen recht bedenkliche Erfahrungen gemacht hat. Wenn ich an den Fall Lanzerat denke und bergleiche, was die Gäste des Lokale gesagt haben, mit dem, was Polizeileutnant Sed II mit chevaleresfer Liebenswürdigkeit in gutem Glauben, aber aus vollkommen mißverständlicher Auffassung seiner Stellung zugegeben hat, und wenn ich dann die Aussagen der
Schuhlente Walter und Sig
feine am Schluß der vorigen Situng abgebrochenen Ausführungen fort. Zum Fall des Angeklagten Hermann Weiß bemerkt er: Der Staatsanwalt sagte, Weiß habe sich ja gar nicht darauf berufen, daß ihn das Niederschlagen des Arbeiters Herrmann in Erregung ber setzt habe. Das ist ganz natürlich. Da Weiß in Abrede stellt, ge= worfen zu haben, kann er sich auch nicht auf Motive berufen, die ihn zum Werfen veranlaßt haben. Nimmt man aber an, daß er ge= worfen hat, dann muß man ihm die Erregung über den Fall Herrmann, den er zweifellos mitangesehen hat, zugute halten. Auch die Aufhebung, die Negation des Rechts, ist zu berüdsichtigen, daß der Wurf Beamte weder treffen fonnte noch sollte. Ich halte übrigens nicht für erwiesen, daß Weiß ge- Ja, der Erste Staatsantvalt geht noch weiter; sonst soll doch nur worfen hat. der mitgehangen werden, der da gewesen ist, wo andere etwas getan haben, wegen dessen sie gehängt werden müßten. Aber nach So sehr ich vor dem sehr schweren Vorwurf einer Eidesverletzung der Auffassung des Ersten Staatsanwalts soll jeder mitgehangen zurückicheue und diesen Vorwurf auch hier nicht erheben will, weiß werden, der auch nur in der Straße war, wo etwas geschehen ist. ich doch nicht, wie ich mir diese Sache sonst erklären soll. Wenn ich Da Tiedemann nicht an einer Stelle war, wo Ausschreitungen be- die Zeugen Walter und Six gegen eine derartige Anklage verteidigen gangen wurden, so muß er freigesprochen werden. und ihren guten Glauben nachweisen sollte, dann könnte ich nur mit dem großen Dubois Reymond antworten: ignoramus!( Bir wissen nicht!) Rechtsanwalt Dr. Coßmann
Die Handlungen, welche den Angeklagten Tiedemann und Merten zur Last gelegt werden, lagen vor dem 26. September, also vor dem Beginn der Krawalle. Es ist ja schon darauf hingewiesen worden, daß vor diesen Tagen sowohl die Polizei, wie die Arbeitswilligen die Bevölkerung provoziert haben. Dieser Punkt ist von außerordentlicher Wichtigkeit.' Es ist eine Uebertreibung des Ersten Staatsanwalts, wenn er sagt, es sei erwiesen, daß die Streifenden in diesen Tagen die Schuhleute gereizt hätten. Das ist ebenso eine Uebertreibung, als wenn ich jagen wollte, auf Seite der Streifenden feien feine Uebergriffe vorgekommen. Es ist eben auf beiden Seiten nicht so gehandelt worden, wie hätte gehandelt werden müffen. Der Erste Staatsanwalt hat mit einem gewissen Ingrimm von dem
Solidaritätsgefühl der Arbeiter
gesprochen, welches zu fanatischem Gaß geführt habe. Der Herr Staatsanwalt hat das als einen Strafverschärfungsgrund angeführt. Es ist unzutreffend, hiermit eine Strafverschärfung zu begründen. Eine solche Begründung scheint mir doch aus einer völligen
Berkennung der sozialen Verhältnisse
erhoben
damit in Einklang bringen will, so muß ich doch fragen, ob diese beiden Zeugen die Strenge der Eibespflicht noch beachtet haben?
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plädiert für den jugendlichen Angeklagten Meier. Er führt u. a. aus, der Angeklagte sei ein anständiger und fleißiger Stnabe, der mit dem geringen Ertrag feiner Arbeit seine Eltern und Geschwister unterstützt habe. Er fei in eine schreiende und johlende Menge hineingeraten und habe dann ein Kohlenstückchen, daß zu seinen Die Massenfuggeftion geltend gemacht. Der junge Mensch habe die Füßen hintollerte, aufgehoben und damit geworfen. Auch habe sich ganze Sache jedenfalls nicht anders aufgefaßt als wie einen Dafür soll er nun nach dem Antrage des Staatsanwalts wegen AufUnfug in ber Silvesternacht. ruhrs mit 1 Jahr Gefängnis bestraft werden! Jugendlichen ebenso viel, wie für einen Erwachsenen 1 Jahr Zuchtbaus. Meier habe die Erkenntnis der Strafbarkeit feiner Handlung ficher nicht gehabt. Der Verteidiger beantragt deshalb Frei iprechung. Hierauf erhält
Rechtsanwalt Dr. Kurt Rosenfeld
Das sei für einen
das Wort und führt u. a. aus: Der Erste Staatsantvalt hat geftern in seinen Bemerkungen gegen Rechtsanwalt Heine gesagt, dieser habe die Staatsanwaltschaft angegriffen, weil sie aus politischen Gründen die Verbindung der Anflagen beantragt habe. Das ist nicht der Grund, weshalb die Staatsanwaltschaft angegriffen wurde. Rechtsanwalt Heine fagte vielmehr, die Staatsanwaltschaft habe uns durch Verbindung der Anklagen in der Erledigung unserer Aufgaben unters neben aber auch der Polizei, die uns im Laufe der Verhandlungen stüßt, so daß wir der Staatsanwaltschaft dankbar fein könnten, da die Gelegenheit gab, burch Bernehmung vieler Zengen in viele dunkle Winkel hineinzulenchten.
Ich bitte Sie, sich jetzt des Anfangs dieser Verhandlungen zu erinnern und des Gerichtsbeschlusses, wonach die ganzen Moabiter Vorgänge eine Einheit darstellen. Ist es so, dann ist es erheblich, festzustellen, was von der anderen Seite geschehen ist. In dieser Hinsicht weise ich darauf hin, daß von der Polizei Leute ungerecht und ohne Veranlassung mishandelt worden sind. Wenn das der Fall ist und die ganzen Vorfälle eine Einheit bilden, dann fällt der Begriff der Zusammenrottung einer Menge, die mit vereinten Es liegt dann Notwehr gegen Gewalttätigkeiten der Beamten vor. Kräften gegen berechtigte Amtshandlungen Widerstand leistet. Deshalb haben wir unsere Beweise gestellt. Sie beziehen sich nicht nur auf die Straffrage, sondern auch auf die Schuldfrage. Der Erste Staatsanwalt sagte, unsere Beweise seien nicht gestellt um der Sache willen, sondern um der Polizei eins auszuwischen. Auf das Berlebende, das in diesem Vorwurf liegt, gehe ich mit feinem Wort zu entspringen. In jedem Stande entwickeln sich die Ansichten, die ein, nachdem das Gericht selbst das Erforderliche gesagt hat, wäre für die Gristenz dieses Standes notwendig find. Macht man denn es vermessen und taktlos von mir, wenn ich nochmal darauf zueinem Offizier einen Vorwurf, der sich verpflichtet fühlt, das Gesek rückfommen würde. Nur auf den fachlichen Vorwurf gehe ich ein. zu verlegen, indem er sich auf ein Duell einläßt? Macht man Rechtsanwalt Heine hat auf den§ 244 der St.-P.-O. hingeeinem Kaufmann einen Vorwurf, der die Schleuderkonkurrenz und wiesen. Das wäre noch gar nicht einmal nötig gewefen. Von der den unlauteren Wettbewerb feines Standesgenossen bekämpft? in§ 244 der Verteidigung eingeräumten Befugnis, selbst Beugen zu Ganz so ist es bei dem Arbeiter. Die einzige Ware, die er zu ver- Laden und zu stellen, ist in dieser Verhandlung noch nicht ein einYaufen hat, ist feine Arbeitskraft. Diese ist an seine Person ge- ziges Mal Gebrauch gemacht worden. Wir haben ja teine Beugen bunden. Er müßte seine Arbeitskraft verkaufen zu jeder Be- geladen. Wir haben nur Anträge gestellt und das Gericht hat dingung, die der Unternehmer vorschreibt und wäre gar nicht in der unseren Anträgen stattgegeben und hat unsere Zeugen geladen. Es Lage, beffere Arbeitsverhältnisse zu erreichen, wenn er nicht das ist also ein Solidaritätsgefühl mit den Mitgliedern seiner Klaffe hätte und recht schwerer Vorwurf, den der Staatsanwalt gegen das Gericht betätigte. Nur durch die Koalition ist der Arbeiter in der Lage, feine Arbeitskraft zu besseren Bedingungen zu verkaufen. Das ist der Grund, daß sich das Solidaritätsgefühl in der Arbeiterklasse so der Bemerkung des Staatsanwalts liegt also der Vorwurf, das Gehat. Das Gericht muß alle Beweise erheben, die erheblich sind. In start entwidelt hat. Der Gesetzgeber hat aber noch ein übriges richt habe Beweise erhoben, die nicht der Sache dienen, sondern den getan, um das Solidaritätsgefühl auszubilden. Der Rüdtritt von Berabredungen zur Verbesserung der Lebenslage läßt nach§ 152 3wed haben, der Polizei eins auszuwischen. Diesen Vorwurf sollte der Gewerbeordnung weder Klage noch Einspruch zu. Wo der recht- man gegenüber diesem Gerichtshof, der die ganze Verhandlung Die Staatsanwaltschaft hat ja einen Rüdzug angetreten, liche Zwang fehlt, entwidelt sich natürlich das moralische Gefühl für mit strenger Sachlichkeit und Ruhe geleitet hat, doch nicht erheben! denn sie hält nicht mehr feft an ihrer ursprünglichen Ansicht, daß bie Intereffen der Klaffen um so stärker. Es kommt hinzu, daß die Beweise erhoben, die es für erheblich und zur Sache gehörig schuld feien. Dieser Gedanke findet sich in der Anklagefchrift. Er ist Der Vorwurf ist so unbegründet wie möglich. Das Gericht hat alle bie Leitung der Partei und die Gewerkschaften an den Erzeffen der§ 153 der Gewerbeordnung den Arbeitswilligen zur Seite steht und Handlungen unter Strafe stellt, die in jedem anderen Falle hält. Wir haben dem Gericht kein Beweismittel aufgedrängt. Wir aber durch die Verhandlung vollständig widerlegt. Es ist nun straflos find. Das Solidaritätsgefühl der Arbeiter kann demnach baben nur Anträge gestellt und die sind angenommen. Dadurch ent- erwiesen, daß nicht der geringste Busammenhang zwischen der soziale niemals ein Strafverschärfungsgrund fein. Es ist ja richtig, daß prozeßreform verwiesen worden. Diese wird doch niemals so gefällt jeder Vorwurf gegen die Verteidigung. Es ist auf die Strafdemokratischen Partei und den Unruhen besteht. im Falle der Angeklagten Tiedemann und Merten eine Menge da staltet werden können, daß es heißt, das Gericht soll Beweise nicht Ja, bie hierzu vernommenen Zeugen haben betont, daß es den war, die mit vereinten Kräften Gewalt gegen Personen oder gegen Sachen verübt hat. Der Staatsanwalt geht von der falschen Vor- erheben, auch wenn es fie für erheblich hält. Wir haben durch Arbeiterorganisationen sehr unerwünicht ist, wenn es aus Anlaß von aussetzung aus, daß jeder strafbar sei, der sich in einer solchen lungen durch Polizeibeamte in großem Umfange vorgekommen sind. nicht im Juteresse der Sozialdemokratie, sondern im Interesse ihrer unsere Zeugen bewiesen, was wir beweisen wollten: baß Mißhand- Streits zu Unruhen fommt, und daß Zusammenföße mit der Polizei Menge befand. Dieser Beweis ist erbracht durch Zeugen, die verschiedenen politi: Gegner liegen. Das ist eine völlige Berkennung der Rechtslage. schen Nichtungen und verschiedenen sozialen Stellungen angehören. Wenn die Ansicht des Ersten Staatsantvalts richtig wäre, dann Darunter befinden sich viele hochgeachtete und angesehene Männer. hätten sich viele feiner Zeugen auch strafbar gemacht. 3. B. der Da foll man doch nicht sagen, wie der Staatsanwalt, alle diese als das Deutsche Reich, der Einfluß der großen Städte deutlich bemerkbar. Bon auswärtigen Besitzungen sind in die diesjährige Volkszählung eingeschlossen gewesen Alaska , Hawai und Porto Rico , die Philippinen dagegen nicht. Die Einwohnerzahl von Porto Rico hat jest auch schon eine Million überschritten, wäbrend daneben das große Alaska mur 64 356 Einwohner auf einer Fläche von fait 1,4 Millionen Quadratkilometer zählt und trop feines Goldreichtums auch nur eine ganz unwesentliche Zunahme von einigen hundert Seelen zu verzeichnen hat.
Kleines feuilleton.
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Theater.
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Auch die frühere Ansicht der Staatsanwaltschaft über die Geverfichaften ist als irrig nachgewiesen. Der Erfte Staatsanwalt fagte, es sei gleichgültig, ob der Streik berechtigt war oder nicht.
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Das ist das größte Verbrechen eben, und diese Sünde wird nie vergeben, die Sünde wider den heiligen Geift, der da Macht der Herrschenden Slaffen heißt. Nur eines fann dich erretten: Gnade. Darum in Tränen dein Antlig bade, das rührt sogar einen Staatsanwalt, bermindert seines Zornes Gewalt. Und lieblich tönt es dir an das Dhr, er singt wie der Tannhäuser- Pilgerchor: „ Der Gnade Heil ist dem Büßer beschieden Mit milder Bestrafung bin ich zufrieden!"
Franz.
Die
Die Neutralisierung ber Flugmaschine im Kriege. Wie aus Washington berichtet wird, wird den Großmächten in der nächsten Zeit ein Vorschlag zugehen, der darauf abzielt, in Kriegszeiten die Flugmaschine zu neutralisieren. Die Luftfahrzeuge der friegführenden Mächte sollen feinerlei Angriffe unternehmen dürfen, aber auch die Artillerie würde nach diesem Plane die feindlichen Flugapparate respeltieren müssen. Der Vorschlag geht von Italien aus und stützt fich auf humanitäre Erwägungen; er will der Fortentwickelung der Ausstellungs Theater am 300:. Mehers." Bon artilleristischen Abwehrmittel gegen Luftfahrzeuge ein Ende machen Fritz Friedmann Frederich . Man wähnt im Herrnfeld, und auch die Gefahr ausschalten, daß Flugmaschinen als Offensiv- Theater zu sein bei diesem jüdisch in der Wolle gefärbten waffen gebraucht werden. wird fich Voraussichtlich wird fich die Schwant. Die Familie Meyer ist so zahlreich als bielspältig. Sie Rechtsstelle der Haager Konvention mit der Angelegenheit macht" damit alles schön beisammen bleibt in allem: als beschäftigen, wenngleich Notizen. auch die italienische Regierung Aftienfirma in Chamottegiegeln, als verwandtschaftliche Sippe in auf dem Standpunkte Standpunkte steht, daß die Lösung der Frage Bufammenheiraten usw. Einer ist gar Geheimrat". Die Kinder Vorträge. Im Institut für Meerestunde spricht durch einen Rotenaustausch ber beteiligten Mächte zum Ab- und Neffen schlagen ganz aus der Art." Der Sohn- jetzt Ein- Dienstag Prof Reuter über Ostseebandel und Landwirtschaft im schluß gebracht werden könnte. Der Gedanke der Neutralisierung jähriger- will absolut Offizier werden, weil ihn der Hauptmann 16. und 17. Jahrhundert. Mittwoch hält Prof. 2a as den ersten der Flugapparate foll ursprünglich von Frankreich ausgegangen fein, barum gebeten" hat. Nebbich. Der Neffe hat" Jus" studiert und Vortrag des Byflus: Einblide in den Schiffban. Freitag spricht das in der Tat in der legten Zeit die Schießübungen von und auf beabsichtigt, eben weil er von der Juristerei nichts versteht, bei der Dr. Fowler über das schwimmende Leben der Hochsee. Flugmaschinen aufgegeben hat. Statt deffen will die franzöfifche Regierung Karriere zu machen. Solcher Streberei müssen Opfer deutsche Gesellschaft für ethische Kultur veranstaltet Armeeverwaltung alle Kraft daran setzen, ein drahtloses Telegraphie gebracht werden. Man wechselt was ist auch billiger! die zusammen mit dem Institut für internationalen Austausch fort ſyſtem zu vervollkommnen, durch das die Aeroplane zu drahtlosen Sonfeffion. Ontel Meyer nebst Frau Rofalie sind erst fürzlich ge- frittlicher Erfahrungen am Dienstag, abends 8 Uhr, im großen Telegraphiestationen gemacht werden können. Der Vorschlag Italiens tauft worden. Der Geheimrat" ist bereits seit fünfundzwanzig Saal des Vereins der Kaufleute und Industriellen, Jägerstr. 22, wird auch einen Baffus enthalten, durch den kriegführenden Wachten Jahren getauft und fühlte sich sehr wohl dabei. Schließlich ist die of 1 part. einen Vortragsabend. Prof. Broda Paris spricht jedes Feuern aus der Luft verboten werden soll. Der Wirkungs- ganze Wischpoche christlich" geworden. Soweit ist ja alles recht über: Die tonfeffionslofe Schule in Frankreich ." treis der Flugmaschine soll sich auf Erkundigungs- und Signali- g'ipaßig: jüdischer Wiz, auf spitze Antithefen gestellt; Knallbonbons, Diskussion. Eintritt für Gäste 50 Pf. fierungszwede beschränken. die immer zur passenden Zeit plagen und das bekannte Gewieher Theaterchronit. Harry Walben hat seinen Vertrag im Parkett verursachen. Dies Berlinertum verträgt sich dann mit dem Deutschen Theater gelöst und geht ans Lustspielhaus über. des Kontrastes wegen ganz nett mit ostpreußischem Land- Er wird fowohl als Darsteller wie auch als Mitdirektor neben pomeranzengeist und Stenichsbarger Gemietlichkeit. Ist zwar samt Dr. Zidel tätig fein, und eventuell, falls das Urteil gegen gidel und sonders nach altbewährten Rezepten fabriziert, aber unter Bu- bestehen bleibt, allein die Direktion des Lustspielhauses überhilfenahme eines Chevalier de la Roche" Weinreisender in einer nehmen. Ausgabe, Koch in der andern gibts einen hübschen„ Kuddelmuddel". Und dies Gemenge nennt sich Schwank und wurde in der Hauptsache von Soliften des Lustspielhauses Friz Bedmann, Herbert Baulmüller, Hans Genius über Wasser gehalten. Humor und Satire.
Die Bolkszählung in den Bereinigten Staaten. Das Zensus Bureau der Bereinigten Staaten hat jest bereits die Ergebnisse der biesjährigen Bolkszählung vollständig veröffentlicht, und zwar für jeden Staat und jedes Territorium einzeln, wobei auch die Zu nahme der Bevölkerung seit der vorigen Volkszählung im Jahr 1900 für jeden Staat berechnet worden ist. Die Gesamtziffer beläuft sich auf 91 972 267, und damit sind die Vereinigten Staaten jest nächst China, Britisch- Indien und Rußland das vollereichste Land der Erde. Die Bu nahme für das ganze Gebiet hat in dem letzten Jahrzehnt 21 Proz. betragen. Die einzelnen Zahlen find recht interessant. Es finden fich darin ganz außerordentliche Gegenfäße. So hat der fleine Staat New Yort jetzt über 9 Millionen Einwohner, dagegen das große Nevada immer noch nicht 82 000. Ueberhaupt sind unter den 49 Staaten des Festlandes noch 18, die weniger als 1 Million Einwohner befizen. Bei diesen macht sich denn auch die stärkste Zunahme bemertbar, nämlich bis als 100 Prozent. Der Staat Washington, der jetzt über 1 Million Einwohner hat, parabiert fogar mit einer Zunahme von mehr als 120 Broz. Aus diesen Tatsachen geht hervor, einer wie großen Steigerung die Befitedelung der Vereinigten Staaten noch fähig ist, denn die durchschnittliche Voltsdichte hat erst den Betrag von 10 auf 1 Quadratkilometer erreicht. Die vollsreichsten Staaten nächst Rew Dort find Pennsylvania , Jalinois, Ohio, Teras, Mafiachusetts und Missouri . In dieser Reihenfolge macht fich, abgesehen von dem riesigen Texas , das allein größer ift!
zu
mehr
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Gnade für Recht.
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Prolet, bedenke, was du verbrochen,
es wird von den Herrschenden immer gerochen, berföhnen kann sie kein Milderungsgrund, du bist nicht adelig, bist gesund.
Du bist nicht gereizt, bist nicht in Notwehr, und wenn dein Gegner selber der Tod wär'; berechtigte Intereffen gar
nimmst du nirgends und niemals wahr. Und willst du zum höchsten Zorn fie reizen, daß sie mit schiverften Strafen nicht geigen,
fo zeige, was deine Tat auch sei, feine Spur von Demut, Buße und Neu.
a. k.
- Kunstenthusiasten. Am 16. Januar findet bekanntlich im Lessing- Theater die Erstaufführung von Hauptmanns neuem Stück„ Die Ratten " statt. Wie mitgeteilt wird, find nicht weniger als 12 000 Gesuche um Eintrittskarten zu dieser Uraufführung bei der Direktion eingelaufen. Da das Theater aber nur rund 1000 Personen faßt, fann nur der zwölfte Teil berer, die am ersten Tage dabei gewesen sein wollen, berücksichtigt werden. Die übrigen werden erst in den späteren Tagen dabei sein" dürfen.
-Seunstabend. Die Bereinigung der Stunstfreunde des Charlottenburger Lehrervereins veranstaltet am Donnerstag im Rathaussaale zu Charlottenburg einen Hugo Wolf - Abend. Der Eintritt ist für jedermann frei.
V
Die Nordpolbeichte als Geschäft. Der neue Schellmofsky Mister Cool hat jest zweimal die Welt beschwindelt: zuerst mit dem Bericht seiner Nordpolentdeckung und nun mit der Berichtigung seiner Lügen. Daß diefe nene Senfation, die ebenso schwindelhaft wie die erste fein dürfte, sehr reelle Zwede verfolgt, beweist die Mitteilung, daß Cook für feine vier Beichteartikel bon einer amerikanischen Zeitschrift und einer dänischen Zeitung airfa 160 000. bezieht. Die Dummen fcheinen wirklich nicht aus gufterben.