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in den vordersten Reihen der Demonstranten. Die Beweise für die Lockspizeltätigkeit der Kriminalbeamten wären noch handgreiflicher beigebracht worden, wenn nicht der Polizeipräsident den Beamten die Genehmigung zur Aussage verweigert und so den Vorhang zugezogen

Die Staatsanwaltschaft stand nicht immer auf diesem Standpunkt. Hagen , Albrecht und Zollchow sind auf diese Weise mishandelt worden| Demonftrationen an der Friedrichsgracht stand der Kriminalbeamte In der Anklageschrift hat sie den Streit als unberechtigt er- und der Zenge Callies hat uns die flärt. Da heißt es, der Verband der wollte den Streif, er gemeingefährliche Art geschildert, in der ruhige Straßenpassanten wollte eine Machtprobe veranstalten, aber die Firma hatte feine bon Streitbrechern verhauen wurden. Veranlaffung, die Forderung zu bewilligen. Wenn nun die Staats- Das kann der Polizei nicht entgangen sein. Die Mißhandlungen hätte, der diese Seite der Tätigkeit der Kriminalbeamten verhüllt. anwaltschaft auch in diesem Puntte einen Rückzug angetreten hat, so durch Arbeitswillige, die unter den Augen der Polizei verübt worden Ich hatte ja unter Beweis gestellt, daß ein Polizeileutnant zum muß ich doch nachweisen, daß ihr früherer Standpunkt unbegründet Kriminalkommissar Kluth gesagt habe, es gehe auf der Straße ift. In der Anklageschrift heißt es: die Forderung der Arbeiter war find, stehen im engsten Zusammenhang mit den unberechtigt, weil die Firma mit Verlust arbeitet. Diese Ansicht hat Mißhandlungen des Publikums durch Schuhleute. fo unangenehm anständig zu, der Kommissar folle doch seine durch die Verhandlung eine eigentümliche Aufklärung erhalten. Nach Der Staatsanwalt sagte, die Schußleute seien in den ersten Tagen Leute in die Menge schiden, damit endlich etwas passiere den Bekundungen des Geschäftsführers Buschmeier ruhig und besonnen gewefen. Er gab aber zu, daß seit dem und die uniformierten Schuyleute gegen die Menge vorgehen 27. September eine gewisse Erregung unter den Schuyleuten fönnten. In diesem Falle hat ja der Polizeipräsident die Genehmigung Daß die Angabe nicht aus der Luft Blaz gegriffen habe. Trozdem sind die Schußleute am 28. mit zur Aussage erteilt. Starabinern und scharfen Batronen ausgerüstet worden. Daß die auf gegriffen ist, das wird dadurch bewiesen, daß Kriminalfommiffar geregten Beamten schärfer als sonst bewaffnet wurden, das hätte Kluth sogleich etwas davon wußte. Er wußte, um welchen Polizei­Polizeimajor Klein, der doch die Stimmung der Beamten von leutnant es sich handelte, doch soll dieser nur gesagt haben, hier ist eigener Anschauung kannte, nicht zugeben dürfen. Recht bezeichnend ia heute nichts los. Die weitere Bemerkung fonnte Kommissar Kluth ist eine Aeußerung, die Herr v. Egidy im Jahre 1894 vor Gericht nicht abstreiten. Er erinnerte sich ihrer nicht. Wenn in solchen machte. Es handelte sich damals um das Vorgehen der Polizei Fällen sich eine auffallende Gedächtnisschwäche bei einem Polizei­gegen die Besucher einer Arbeitslosenversammlung. Herr b. Egidh beamten bemerkbar macht, dann weiß man, was man davon zu fagte damals, die feindselige Erregung der deutschen Soldaten in halten hat. Nach allem, was hier über die Tätigkeit von Lockspikeln dar­Frankreich war nicht so groß, wie die der Schuyleute gegen die Arbeitslosen. getan wurde, steht fest, daß die Kriminalbeamten

hat die Firma Kupfer die Aufgabe, die schlesischen Kohlen vom Berliner Markt zu verdrängen,

um für die Kohlen des Stinnes- Konzerns den Markt zu erobern. Diese Aufgabe hat die Firma Kupfer zu erfüllen, auf die Gefahr, daß sie zunächst einen größeren Verlust erleidet. Wenn sie also wirklich Berlust haben sollte, so spricht das nicht gegen die Be­rechtigung der Arbeiterforderungen. Uebrigens haben ja die Arbeiter, als fie ihre Forderung stellten, von dem angeblichen Verlust der Firma nichts gewußt. Selbst wenn sie es gewußt hätten, so baben fie doch trotzdem den Anspruch, ihre Arbeitsbedingungen besser zu gestalten. Als die Forderungen der Arbeiter der Firma eingereicht wurden, hat der Verband

gleich darauf hingewiesen, daß bei einem beiderseitigen Entgegen friedliche Erledigung

tommen eine

möglich fei. Die Firma hat fachlich nichts darauf geantwortet. Sie hat nur geschrieben, daß sie sich erst mit ihrem Aufsichtsrat ins Bernehmen setzen müsse. Das haben die Arbeiter so aufgefaßt, als ob sie so lange hingehalten werden sollten, bis die für die Lohn bewegung günstige Beit vorüber war. Diese Auffassung der Arbeiter war berechtigt. Wir haben ja gehört, daß fie fich gar nicht an den Aufsichtsrat gewandt hat!

Diese Stimmung der Polizeibeamten ist bis auf den heutigen Tag geblieben. Sie wird auch so lange bestehen bleiben, bis das System, welches wir hier fennen gelernt haben, bis auf den Grund geändert ist, haben wir doch bier gehört, daß ein Schuhmann fagte:

am besten in Dunkel gehüllt

Zeitungsberichte,

das ihrige getan haben, um als

würdige Schwestern der Uniformierten angesehen zu werden und ihren Anteil an den Lorbeeren zu fordern, die die Uniformierten in Moabit errungen haben. Die Polizei­beamten, denen nachgewiesen ist, daß sie ihre Befugnis überschritten baben, haben die Stelle des Kampfes verlassen, befleckt mit dem Blute der Bürger. Diese Blutflecke sind nicht durch die ihnen ver­liehenen Orden zu verdecken.

Staatsanwalt, ob er wegen diefer Aeußerung Anträge zu stellen Der Vorsitzende unterbricht den Verteidiger und fragt den Ersten

Gerichtsbeschluß.

Wenn die Säbel nicht gebraucht werden, dann rosten sie. Der Mann freute sich auf die Gelegenheit, wo er den Nost von einem Säbel mit Bürgerblut abwaschen konnte. In bezug auf die Mißhandlungen stehen die Kriminal beamten hinter ihren uniformierten Kollegen nicht zurück. Sie verstanden es, mit ihren Waffen noch besser aufzuräumen, wie die Schußleute mit dem Säbel. Hundert­Durch das Verhalten der Firma ist der Streit provoziert. undachtzig Kriminalbeamte erschienen eines Tages in Moabit . Wir Erster Staatsanwalt Steinbrecht : Ich halte es für sehr kränkend Die Firma bat nicht nur Verhandlungen abgelehnt, fondern baben nicht erfahren fönnen, wie sie dabin gekommen sind. Un­gleichzeitig schwarze Listen verfandt und es dadurch den Arbeitern gerufen durch den obersten Leiter der Polizei in Moabit erschienen für die Polizei, wenn gesagt wird, daß fie mit Blutflecken davon ge­unmöglich gemacht, bei anderen Firmen Arbeit zu finden. Trotzdem sie auf dem Kampfplaz. Major Slein wußte nicht, welche Aufgabe gangen find, die nicht verdeckt werden können durch die Drden, hat der Verband nochmals Verhandlungen nachgesucht. Aber auch sie hatten. Wir haben zwar gehört, daß die Kriminalbeamten der welche ihnen von allerhöchster Stelle verliehen wurden. Ich stelle eine Ordnungsstrafe anheim. diesmal hat die Firma wieder abgelehnt. Die völlige Ausschaltung 4. Abteilung Straftaten ermitteln sollten. Aher über die Rechtsanwalt Rosenfeld: Ich habe zu erklären, was ich gefagt habe, Tätigkeit der Beamten von der politischen Abteilung des Verbandes der Arbeiter war das Prinzip der Firma, ein Brinzip, ist die Ueberzeugung, die ich auf Grund der achtwöchigen Verhandlung welches bon großer sozialer Rückständigkeit gengt. Im fonnten wir überhaupt nichts erfahren. Sie muß also wohl fo ge- gewonnen habe. Von dem was ich sagte, habe ich kein Wort zurüd­weiteren Verlauf des Streiks Ichute dann die Firma die wesen sein, daß sie zunehmen. Verhandlung vor dem Einigungsamt des Gewerbegerichts, ja selbst die Bermittelung des Oberbürgermeisters Kirschner ab. bleibt. Die Kriminalbeamten find nach Moabit geschickt worden, Dem Transportarbeiterverband kann also wegen diefes Streife kein Vorwurf gemacht werden. Trotzdem sprach der Staatsanwalt weil man auf dem Polizeipräsidium der Meinung war, im Ver­bon einer Diktatur des Verbandes! Ebenso unbegründet ist die Be- hältnis zu den Ausschreitungen feien nicht genug Leute sistiert worden. hauptung der Staatsanwaltschaft, daß der Verband durch diesen Diese Meinung stügte sich auf Streit eine Machtprobe veranstalten wollte. Für einen Verband mit 30 000 Mitgliedern in Berlin hat ein Streit, an dem mur 150 Ar- von denen wir mit Sicherheit annehmen fönnen, daß sie beiter beteiligt find, eine sehr geringe Bedeutung. Kein Streit fann frieblicher geführt werden, als wie dieser Streit geführt worden ist. Die Anficht der Staatsanwaltschaft, daß der Transportarbeiter­verband schuld an den Moabiter Exzessen sei, entbehrt hiernach jeder Begründung. Wir haben ja auch von dem Verbandsleiter Werner gehört, daß jeder Streit so geführt werden muß, daß er hat. bie öffentliche Meinung auf seiner Seite der Zeuge Werner auch sagen tönnen, daß dem Verband nichts unangenehmer ist, als wenn es aus Anlaß eines Streits zu Zusammenstößen mit der Polizei kommt. Wir sehen ja unter den 35 Angeklagten nur sechs Verbandsmitglieder. Wenn der Verband nicht fagen fann, daß feins seiner Mitglieder angeflagt worden ist, ähnlicher Märchen, die von Kriminalbeamten aufgebracht wurden, so liegt das an gewissen Verhältnissen. Die Koblenarbeiter find Leute, die aus fulturell rückständigen Gegenden nach Berlin fommen. find uns hier befundet worden. So von dem radfahrenden Dienst Sie entbehren der Schulung, welche die Arbeiterorganisation auf der Parteileitung, von dem Knaben, der mit einem Feuerhalen das ihre Mitglieder ausübt, denn diese Einflüsse fönnen sich natürlich Straßenpflaster aufriß, von dem Manne mit dem Maurerhammer, erst nach Einwirkung auf die Arbeiter geltend machen. So ist es der die gleiche Tätigkeit entfaltete. Alle diese Märchen haben sich zu erklären, daß sich überhaupt einige Streifende unter den An- als völlig haltlos herausgestellt, ebenso noch manche anderen geklagten befinden. Dazu kommt die Erregung, in welche die Fälle, wo Streifenden bersetzt worden sind, durch das Verhalten der Firma und durch die Unterstügung, welche die Firma bei der Polizei fand. Dat haben. Die doch die Polizei jede friedliche Annäherung der Streifenden an die Arbeitswilligen von vornherein unmöglich gemacht. Abgesehen davon,

daß schon die

Darum hat

gefehlichen Bestimmungen gegen Streifende als Ausnahmegeset auzusehen find, wird auch noch die

Straßenordnung angewandt, um auch die loyalfte Ausübung des Rechts, Streifposten zu stehen, unmöglich zu machen. Trotz dieser Einschränkungen des Streifrechts sprach der Staats­anwalt von der Macht des Verbandes, vor der sich die Arbeits­willigen zu fürchten hätten. Der Staatsanwalt bezeichnete die Streifbrecher als Leute, die ihr Recht ehrlicher Arbeit auszuüben betätigt hätten. In dieser Hinsicht denken die organisierten Arbeiter eben anders. Sie stellen den

Streitbecher gehört.

Hinge

hat dem Zeugen von Reigenstein erklärt, es tomme seinen Leuten nicht auf höhere Löhne an, sondern nur darauf,

von der Polizei

Nach kurzer Beratung des Gerichts verkündete der Vorsitzende den Beschluß: Rechtsanwalt Dr. Rosenfeld wird wegen Ungebühr in eine Ordnungsstrafe von 100 M. genommen. Vori. Ich habe eine Stimme vom Zuhörerraum gehört. Wer war das? Der Gerichtsdiener und ein Kriminalbeamter weisen auf die legte Bant, auf der vier Leute fizen. Vorsitzender: Hat der Betreffende den Mut sich zu melden? Das ist eine ganz eigentümliche Art, die Not- Dann erfuche ich den Betreffenden, vorzutreten. wendigleit für eine Verstärkung der Polizei zu schaffen. Welche Ein Mann tritt vor und erklärt, et sei der Invalide Wietschoret. Tätigkeit die Striminalbeamten in Moabit entfaltet haben, dafür hat Er habe aber gar nichts geiagt, sondern sich nur geräuspert infolge uns die Beweisaufnahme eine Reihe erschreckender Bilder geliefert. ieiner Strankheit. Er wird darauf entlaffen. Der Ueberfall auf die englischen Journalisten ist ja durch den Er war es ja, Kriminalwachtmeister Rizer veranlagt worden. welcher durch den Ruf: Auf die Kerle im Auto! das Signal zum Einhauen gegeben hat, weil sich in seinem Kopf das Märchen fest gelegt hatte, in dem Auto seien die Führer des Aufruhrs zu finden.

felbft herſtanımen.

Eine Anzahl

Kriminalbeamte Gespenster gesehen

Kriminalbeamten

Rechtsanwalt Rosenfeld

fegt hierauf sein Plädoyer fort und behandelt hierauf die acht Einzelfälle, deren Vertretung ihm übertragen worden ist. Die Anträge des Staatsanwalts bezeichnet er als viel zu hoch, teilweise als geradezu unbegreiflich. Der Verteidiger schließt mit den Worten:

Sie haben, meine Herren Richter, beim größten Teil der Fälle, die zur Anklage stehen, die Haft aufgehoben. Sie haben damit an diesen Fällen gezeigt, daß Sie Milde walten lassen wollen bei diesen Angeklagten. Ich habe nur noch die eine Bitte: verfahren Sie nach demselben Gesichtspunkt bei der Frage der Verurteilung und bei der Frage des Strafmaßes.

Rechtsanwalt Heine geht dann furz auf fünf ihm übertragene Einzelfälle ein und bittet. die Strafen durch die Untersuchungshaft für verbüßt zu erklären und den viel zu weit gehenden Anträgen des Staatsanwalts nicht zu folgen.

waren nicht nur Ermittler von Straftaten, sondern sie waren auch 9 Nächer und Strafvollstrecker

in einer Berfon. Ueber die Tätigkeit der Kriminalpolizei hat der Staatsanwalt nicht ein Wort gefagt. Will er mit ihnen vielleicht ebensowenig zu tun haben, wie die uniformierte Polizei? Seit dem 27. beherrschten die Kriminalbeamten in Moabit die Straße. Eie schlugen auf das Publikum ein und waren insofern ganz unparteiiich, indem fie die Prügel ohne Rücksicht auf Alter, Geschlecht und Standes zugehörigkeit verteilten. Hat doch selbst der Buchhalter von Kupfer feine Prügel bekommen. Mehrere Beugen haben uns die Striminalbeamten in der Rolle von

Lockspiteln

Streitbrecher auf die gleiche Stufe, wie den Landesverräter. gezeigt. Buerft war es der Schneidermeister Dslath, der in diefer Dazu kommt noch in diesem Falle, daß die Arbeitswilligen aus Sinsicht einwandsfreie Beobachtungen gemacht hat. Er hat die Leute einem ganz eigenartigen Material zufammengefeßt waren. Sie gesehen, welche Bluthunde" riefen, sich bei der Attacke an die Wand find der Firma geliefert worden, wie irgend eine Ware von einem ftellten und durch den Ruf: Halt, Kollege!" vor jedem Angriff der Bie ein Zauberwort uniformierten Schngleute gesichert waren. Kaufmann geli fert wird. Wir haben ja von Hinge, dem Stönig der wirfte diefer Ruf. Wer nach den Bekundungen des Beugen Delath noch im Zweifel fein fonnte, ob es sich hier wirklich um eine Rod pigeltätigkeit von Kriminalbeamten handelte, der mußte durch die Angaben später vernommener Zengen zu einer anderen Ansicht tommen. Ganz besonders gravierend waren ja die Angaben des Beugen Bitichau, eines in jeder Hinsicht einwandfreien und un Sinte felbft hat sich ja gerühmt, wie er in Moabit reingehanen hat. parteiifchen Mannes. Er wußte fogar noch mehr anzugeben, wie Er hat ja ein besonderes Eystem, nicht bloß Streits zu brechen, die vorhergegangenen Zengen. Denn er hat gesehen, daß es Kriminal­fondern auch solche zu verhindern. Dem Herrn v. Reißenftein hat beamte waren, welche zuerst Bluthunde" riefen und dadurch erst die er ja. dies System enthüllt. Er schickt einen seiner Zeute in die Menge zur Nachahmung reisten und nachher auch durch das Bauber Fabrit, wo der Streit zu erwarten ist. Der Mann von der Hinge- wort" Halt, Kollege 1" vor Angriffen der uniformierten Schutzleute Garde haut dem Vertrauensmann der organisierten Arbeiter eine sich zu sichern wußten. Durch diesen Zeugen ist

daß sie ungestraft hauen dürfen.

in die Fresse". Dieser beschwert sich bei der Fabrifleitung. Er bewiesen, daß Kriminalbeamte im wahren Sinne des Wortes bekommt fein Recht. Damn friegt er nochmals eins in die Freffe", als Lockspitel aufgetreten find. sobak er schließlich von selber geht. So vertreibt Hinne die organisierten Arbeiter und verhindert den Streit. Wenn es aber zum führer unter der Menge geweien, so sage ich, daß wenigstens in dem Wenn der Erste Staatsanwalt fagte, der Saß fei als Mädels­Streit kommt, dann tritt Hinge mit seinen Siebenmonatsfindern an und bricht den Streit mit den Mitteln, wie wir es hier gesehen von Pritschau befundeten Falle haben. In welcher Weise die Streitbrecher in Moabit ruhige Leute berbauen haben, dafür find uns eine Reihe von Beispielen angeführt worden. Der Staatsanwalt hat die

Kupferschen Streitbrecher als harmlose Leute bezeichnet. Wie man auch diesen Begriff auslegen mag, die Leute, bon denen wir hier gehört haben, dann man nicht als harmlos an­sehen. Man hat die Streifenden

Kriminalbeamte die Nädelsführer

Zur Entgegennahme der übrigen Plädoyers wird für Montag hr eine weitere Sigung anberaumt. Die Verhandlung findet von diesem Tage an wieder in dem Raume statt, wo sie begonnen hat, nämlich im Schwurgerichtssaal 664 im Neuen Kriminal. gerichtsgebäude.

Aus aller Welt.

Ein frommer Schwindler.

In dem Dorfe Geesthacht bei Hamburg leitete der Stauf mann Hubert Schweigmann seit Jabren die dortige Epar- und Darlehnskasse, deren Direktion fich in Hannover befindet. Er er­freute sich weithin großen Vertrauens, das soweit ging, daß ihm ein Teil der Eparer ihre parbeträge ohne jede Empfangs. bestätigung auslieferte. Dies große Vertrauen miß­brauchte der Herr Direktor, der über der Tür seines Bureaus den Spruch hängen batte: Gott hat geholfen, Gott bilft weiter, wir wollen das Beste hoffen", auf das schnödeste. Durch einen Lehrer a. D., der fürzlich in den Vorstand gewählt worden war, wurden ganz bedeutende Fehlbeträge aufgededt. Diese wurden anfänglich auf 120 000 m. geschätzt, werden aber wohl die Höhe von 200000 M. erreichen, gewiß eine für ländliche Verhältnisse sehr bedeutende Summe.

"

Ziemlich 100 000 m. werden die 48 mit je 2000 m. baftenden Mitglieder der Raffe zahlen müssen, den Rest wird die Direktion decken, so daß, abgesehen von den Mitgliedern felbst, wohl nur diejenigen, welche ihr Geld ohne Quittung bergegeben haben, geschädigt haben. Vermutlich werden die Mitglieder den Was Schweigmann mit dem Aufsichtsrat ersatzpflichtig machen. unterschlagenen Gelde angefangen, hat sich bis jetzt nicht feststellen laffen.

Vom Erdbeben in Zentralafien. Nach einem Telegramm find in der Stadt Bjernhi infolge der durch das Erdbeben verursachten Hauseinstürze 700& amilien gewefen find. Ich habe noch nicht gehört, daß von diesen Mädels ob da clos, die sich tagsüber in Schulgebäuden und Kafernen führern einer unter Anklage gestellt worden ist. Aber diese Aus­fage steht ja nicht allein. Auch andere Leute haben verdächtige Ge- aufhalten, die Nächte aber aus Furcht vor einem neuen Erdbeben ftalten gefehen. Auch bei der Attacke auf die Loeweichen Arbeiter tro 10 Grab Kälte unter freiem Himmel zu= find Leute beobachtet worden, die wie Kriminalbeamte ausfaben bringen. In der Umgegend find tiefe Erdrisse sowie Hebungen und an der Spige der immer wieder eindringenden Menschen und Senkungen des Bodens entstanden. Unterhalb des Gleticbers standen. Daß Kriminalbeamten, die in Moabit waren, wurden riesige dunkle Felsstide in nördlicher Richtung auf die mit Revolvern bewaffnet und mit Gummischläuchen, bon denen wir bier ein Exemplar, mit Eand gefüllt und mit eifernen eine solche Tätigkeit zuzutrauen ist, daß die die Bolizei Schneefelder gefchleudert. In den Felsschluchten im Osten und angereizt haben zum Sturm auf die Loeweschen Arbeiter, Westen wurde eine große 8ahl von Menschen und viel Schrauben versehen, gesehen haben. Mit Revolvern zeigten sich die das stimmt mit den Aussagen anderer Beugen vollkommen vieh unter den Trümmern der durch Erdbeben verursachten Berg Streifbrecher auf der Straße. Sie spielten nicht nur mit den Waffen, überein. Wir haben ja gehört, daß ein solcher Mann eine Fenster­sondern bedrohten das Bublifum damit. Ja, fie baben auch scheibe entzwei schoß und daß ihn die vorübergehenden Schuyleute fürze berichüttet. Die Weltungen aus Tolmat, Bischpet, aus geschossen. Daß das geschehen konnte, daran ist doch auch die Polizei unbebelligt ließen. Ein anderer schoß die Bogenlampe eines Waren- der Buamschlucht und vom Nordwestufer des Jfiyl- ful- Sees laffen fchuld. Polizeimajor Klein hat zwar verboten, daß den Arbeits- hauses entzwei. Wir wissen ja auch, daß Kriminalbeamte in Moabit vermuten, daß der Mittelpunkt des Erdbebens im Ostteil des Jisyt. willigen die Revolver, welche er auf dem Koblenplatz fah, mit waren, die in Arbeiterkleidung fteckten. Warum mußten die Kriminal- tul- Sees oder etwas füdlicher lag. Die Telegraphenlinie zum Nord­gegeben werden. Der Major hat sich aber nicht überzeugt, ob die beamten gerade Arbeiterkleidung anzichen? Das verstärkt doch den ufer ist zerstört, ebenso infolge der starken Veränderung der Leute noch eigene eigene Revolver im Befis hatten. In dieser Hin Berdacht der Lockipigelei. Es ist ja auch Erdoberfläche die Straße nach Brschewalst. ficht ist Major Klein also nicht von jeder Schuld frei. In den Fällen, wo Arbeitswillige geschossen haben, fanden sie ja den Schuh der Bolizei. Die Arbeitswilligen haben ja auch in mehreren Fällen Lente mishandelt, die ihnen auf dem Kohlenplatz von Polizei beamten in die Hand gespielt worden sind.

nicht das erste Mal, daß Berliner Rriminalbeamte als Lodspitel tätig waren.

Der gepfändete Kriegerverein. Jch erinnere an den Prozeß Leckert- Lühow und an unseren An- Durchtränkt von patriotischem Geiste hatte der Kriegerberein trag, der ja leider abgelehnt worden ist, wodurch bewiefen werden des rheinischen Drtes Weffeling im September vorigen Jabres eine follte, daß ein Kriminalbeamter bei einer Wahlrechtsdemonstration Sedanfeier veranstaltet, deren Reinertrag für die Kriegergräber be­Auf diese Weise sind ja nicht nur Streifende, sondern die Leute aufforderte, einen Boftwagen in die Spree zu werfen. stimmt war. Der Festball wurde mit 100 Mart zur Steuer auch ganz unbeteiligte Berfonen, die nach dem Kohlenplay fistiert Das ist auch ein Fall, wo ein Siriminalbeamter als Lodipigel herangezogen. Der Verein war erbötig, 50 Mart au zahlen, wurden, von Arbeitswilligen berprügelt worden. Die Angeklagten tätig war. Auch bei den Vorfällen aus Anlaß der Wahlrechts. Der Streit zwischen dem Verein und dem Gemeinderat hat nun­