Einzelbild herunterladen
 

Dr. 7. 28. Jahrgang.

4. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 8. Januar 1911.

Mittwoch, den 11. Januar: Zahlabend in den Bezirken Groß- Berlins.

Das Ergebnis der Volkszählung

in Groß- Berlin.

Das Statistische Amt der Stadt Berlin ( Direktor Professor Dr. Sibergleit) hat jetzt die Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 für Berlin und 67 Bororte unter Bergleich mit den Zahlen von 1905 zusammengestellt und die absolute fowie die relative Bevölkerungszunahme für den fünfjährigen Zeitraum der legten Zählungsperiode berechnet. Wir teilen nachstehend das Er­gebnis in Tabellenform mit: Zunahme(+)

Gemeinde

Adlershof

Ahrensfelde .

Alt- Glienicke

Drtsanwesende Bevölkerung am

1. Dezbr. 1905 1. Dezbr. 1910

Biesdorf ( Landgem.)

( Gutsbezirk)

Blankenburg .

Boghagen- Rummelsb.

.

Französisch- Buchholz .

9114

701

1054

3 387 4687

34 813

949 42414 2 973

Abnahme(-) 1905/1910 abfolut Proz. +1 521+16,80

39+5,56

Gemeindevertreter- Konferenz.

Im Einverständnis mit dem Ausschusse der Stadt- und Gemeindevertreter des Verbandes berufen wir eine Konferenz der Stadt- und Gemeindevertreter Berlins und der Vor­orte auf

Sonntag, den 15. Januar, pünktlich 10 Uhr vormittags, nach dem Gewerkschaftshause, Saal I. Wir bitten, dafür Sorge zu tragen, daß alle inter effierten Gemeinden bei dieser Zusammenkunft der treten sind. Es handelt sich um Stellungnahme zu dem geplanten

Zweck: resp. Zwangsverband Groß- Berlin. Das einleitende Referat hat Stadtver 184 3,41 ordneter Genosse Hugo Heimann übernommen. 101488,71 Die Teilnehmer bitten wir, für geeignete Legitimation 57,46 Sorge zu tragen.

83+30,74 42 30,00 57,37

-

Mit Parteigruß:

Der geschäftsführende Ausschuß

Hier Abhilfe zu schaffen, muß Aufgabe der Gemeinde sein. Sie darf dieses Gebiet nicht der Privatwohltätigkeit überlassen, die, wie Figura zeigt, nur Flick- und Stückarbeit leisten kann. In der Stadtverordnetenversammlung hat die fozialdemokratische Fraktion durch ihren Redner, dem Genossen Wurm, darlegen lassen, daß die Gemeinde die Pflicht habe, hier tätig einzugreifen und sich nicht daran genügen zu lassen, Vereinen für Kinderhorten, Krippen und dergleichen Zuschüsse zu geben. Bis jetzt waren diese Anregungen vergeblich. Hoffen wir, daß es dem ständigen Drängen der sozialdemo­fratischen Vertreter gelingt, auch auf dem Gebiete der Kinder­fürsorge die Stadt vorwärts zu drängen.

Der Potsdamer Platz .

Wenn die Nacht sich über Posemutel senkt und die engen Gäßchen toie mit einer schwarzen, fast undurchdringlichen Masse ausfüllt, wo nur einzelne, weit verstreute Laternen einen schwachen Lichtkreis verbreiten, hinter dem die düsteren Silhouetten der spiggiebeligen Häuser aufragen, dann haben die Gesetze der Natur das Leben zur Ruhe gebannt: über Alles dem Orte lagert das große, erlösende Schweigen. schläft, einsam wacht der Wächter, der mit hallenden

2034 21,46 des Verbandes der sozialdemokratischen Wahlvereine Berlins Schritten durch die Gassen wandert.

2429+532,68

24 005+1,18

1

37,07

490 64 721+27,02

3160+11,40

+2333+221,34

601 14,71

und Umgegend.

Anders in der Weltstadt. In ihrem Herzen, in ihren Adern pulsiert das quirlende, raftlose Leben Tag und Nacht. Bald stärker, bald schwächer, je nach den Tages- oder Nacht­Sie fennt teine stunden, aber immer im ewigen Strome. Ruhe und regelt ihre Lebensordnung nach eigenen Gesetzen. Ja, mit dem Aufflammen der Tausenden von Lichtern nimmt der Strom beängstigende Dimensionen an, konzentriert sich nach einzelnen Punkten und schwillt und wogt, kommt und geht, in stetem Wechsel, ruhelos, wie die brandende Flut. Wer 40072,86 Steglitz- Friedenau . Die Wahlvereins- und Gewerkschaftsmit- vermöchte fich den Potsdamer Play, dieses Sammelbecken 23,54 glieder fönnen Eintrittskarten a 25 Pf. zu dem vom Bildungs- nächtlichen Lebens, das eine Weltberühmtheit darstellt, auch 434 17,09 ausschuß veranstalteten Volksliederabend am 24. Januar 990+ 21,64 in allen Zahlabenden erhalten. 8,30 1+ 0,12 0,45 +1834+46,60

Partei- Angelegenheiten.

16 802 93,29 Zehlendorf ( Wannseebahn ). Mittwoch, den 11. d. Mts., findet 561739,92 für sämtliche Bezirke Extrazahlabend statt. Es werden die Mit­10888,22 gliedsbücher wieder zurückgegeben. Der Vorstand.

8 083

10 645 740

3 935

4069

1143

2157

67

72

Birkholz

270

353

140,

32989

98 51 915

18 926

Brig Buch

9477 456

11 511 2885

Berlin

Budow

2040 148 1 322

2064 153

Charlottenburg

239 559

Stöpenic

27 721

1812 804 280 30 881

Dahlem

4086

Friedenau

18 011

Friedrichsfelde

14 072

19 689

.

Friedrichshagen

13 231

14 319

Glienice a. d. Nordb.

549

Groß- Lichterfelde .

34 331

Grünau

2539

Grunewald

4574

Forst

530

Heinersdorf.

831

5564 486 832

44

Hellersdorf

1790

1782

8

Hermsdorf

3.982

5816

Hohenschönhaufen

( Landgem.)

1889

1779

( Gutsbezirk)

1758

3.500

Johannisthal

3251

3 938

Lantwig.

7177

Lichtenberg

55 391

Lichtenrade

1 812

3 244

Lübars

2431

3125

( Landgem.)

2107

3840

0

( Gutsbezirk)

124

324

Mariendorf .

9018

15 404

Marienfelde .

2901

Nieder- Schöneteide

3 090

3 684 7237

Nieder- Schönhausen

( Landgem.)

9164

398

Nikolasjee

547

366 1462

-

Dber- Schöneweide

14 098

21 359

Dsdorf

Bankow Mahlsdorf

( Gutsbezirk).

Bichelswerder

482 29 077

29

4741 1 674

9524 81148

15 573

501 45097

39

2808

236 378

6351

1502

561 7471 172 672 84 850 376

Blögensee

Reinickendorf

3 083 22445

34 258

Rigdorf

153 513

Rosenthal

Rudow

Rubleben

482

Schmargendorf

5 039

Schöneberg

141 010

Spandau.

71 902

Spandau - Zitadelle

339

Steglitz

Stralau

3539

Tegel .

12 202

18 738

Schloß

198

240

Tempelhof

10 575 11 314 2747

20 703

24 782

"

Treptow

Wannsee Wartenberg

Weißenfee

Wilmersdorf

Wittenau.

Behlendorf

Berlin u. 67 Bororte

zusammen

insbe( Berlin

32825

213

37 608 63 568 7422

12 647

62 812 4108

3218

173

42 031 109 023 8621 16 861

3 210 447

3 702 962

2040 148

sondere 67 Bororte 1 170 299

2064 153 1 638 809

110

-

-

Der Vorstand.

Biesdorf . Dienstag, den 10. d. M., abends 81%, Uhr: Mitglieder versammlung bei Gustav Berlin, Marzahner Straße 24. Bortrag des Parteisekretärs Genossen N. Bühler Lichtenberg. Die Bezirksleitung. Die Mitglieder- Ver­5,82 Schenkendorf bei Königs- Wusterhausen. +174299,09 fammlung des Wahlvereins findet am Dienstag, den 10. d. m., 687 21,18 abends 8 Uhr, bei Otto Pätsch statt. + 2347+ 32,70 Nowawes . Mittwoch, den 11. Januar, abends 81 Uhr, im 25 757 46,50 Schmidtschen Lokale( 3. H. Hermann Wolfgramm), Wilhelmstr. 41/43: 1 432+79,03 Versammlung des Wahlvereins. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 694+28,55 2. Die bevorstehende Gemeindewahl. Referent Gemeindevertreter Genosse Gruhl. 3. Abrechnung vom vierten Quartal. 4. Ber­+1783+82,25 fchiedenes. Gäste haben Zutritt; auch werden neue Mitglieder 200+161,29 aufgenommen. Der Vorstand. +6 385+70,80 783+26,99 +4147+134,21

+ 6109+ 69,94

+

Berliner Nachrichten.

nur für eine Stunde in tiefem, leblosem Schlummer vor­zustellen? Ununterbrochen stampft und stöhnt und brüllt und rattert hier das nimmerruhende Weltstadtgetriebe seinen betäubenden Rhythmus. Am Tage fließt an dieser Stelle der Verkehr gleich einem endlosen, unentwirrbaren Knäuel vorüber. Kommt aber auf heimlichen Wegen die Dämmerung heran, so entfaltet sich hier die Großstadtpoesie in wunder­samer Schönheit.

Wie von Geisterhänden entzündet, zucken die großen Bogenlampen auf und drängen mit ihrem mattrosigen Schein die Schatten des Abends zurück. Auch die Geschäfte und Restaurants lassen ihre Lichtquellen sprudeln und hinter den großen Glasscheiben der Cafés fizen Gäste und rauchen und plaudern oder blicken unverwandt in das wimmelnde, hastende Abendgetriebe.

Wie der Kreislauf des Blutes vollzieht sich das Leben hier, und der große Plak bildet gleichsam das Herz, aus dem die Ströme nach allen Seiten in die Kanäle entfliehen und ebenso regelmäßig wieder dahin zurückkehren. Eine ver­schwenderische Lichtfülle ringsum, ein strahlendes Lichtermeer hüllt die Gegend ein, eine einzige Riefenillumination, vor der die Sterne erbleichen und der Himmel schämig erglüht.

27 Berliner Kinder ohne häusliche Aufsicht. 6,87 915+167,28 Der soeben erschienene Jahresbericht des Hauptvereins 726151,50 Rinderhort für 1910 flagt in beweglichen Worten, daß das 193,95 Vereinsjahr ein wenig erfreuliches gewesen sei. In den armen Die hochbetagten Linden am Leipziger Platz, die auf ihre +16 020+ 55,10 1034,48 Stadtgegenden, in denen es noch vielfach an der nötigen Zahl alten Tage sogar noch von der Stelle wandern mußten, blicken 2758,92 von Horten fehlt, befänden sich die Hortabteilungen in der verzweifelt in das wunderliche, spukhafte Treiben und recen +11 813+ 52,63 allertraurigsten Lage. Wenn nicht bald Hilfe fomme, so ihre fahlen Aefte wie flagend zum Himmel auf. Sie ber­+82 865+53,98 müßten einige Abteilungen vorübergehend, vielleicht gar stehen ihre Zeit nicht mehr und sehnen sich heraus, aus dem 161033,96 dauernd geschlossen werden. Eine Stichprobe an mehreren Benzingestant und Straßendunft. Hinter ihnen hebt sich, 172 10,27 Gemeindeschulen habe ergeben, daß mindestens 14 000 Berliner würdig und ernst, der schöne Weffelbau, dem ein Kritiker 16,39 Rinder ohne häusliche Aufsicht sind, von denen nur 4000 in prophezeite, daß spätere Geschlechter ihn als Dom und den 2 432 48,26 den vorhandenen Kinderhorten untergebracht werden können. Dom als Auktionshalle benußen werden. Am Steuerhäuschen vorbei aber fluten Menschen, Menschen,

+

-

31 662+22,45

37

12 948 29 987

18,01 Bolle man auch für die übrigen 10000 Stinder ausreichend sorgen,

10,91 fo werde das eine Gesamtausgabe von 300 000 m. ver- Menschen und auf dem Fahrdamm Elektrische auf Elektrische, 91,35 ursachen. Da Berlin schon jetzt über 100 000 m. für die Droschte auf Droschke wie die Glieder einer Rette. Zwischen 569+16,08 Mittagspeisung der Schulfinder ausgibt und die beiden großen den schmalen Lücken schlängelt sich ab und zu ein jugendlicher 6 536 53,56 Stinderhorte mindestens 70 000 m. aufbringen, so würde ein Rollschuhfanatiker tollkühn hindurch, verfolgt von den neidischen 42+21,21 weiterer Zuschuß von 130 000 m. erforderlich sein, um für Blicken der Fahrgäste, die halten müssen, weil, na mitten auf 10 128 95,77 die größte Zahl der aufsichtslosen Kinder ein Heim zu schaffen. dem Plage ein Schutzmann die Hand erhebt, nicht um drein­13 468+119,04 Das sei nicht zu viel verlangt, wenn man erwägt, daß im zuhauen- hier ist nicht Moabit -, sondern, wie weiland 40-18,78 legten Jahre vom Staate und der Stadt Berlin für Berliner Mofes, auf ein Zeichen das Meer zu teilen. 4423+11,76 Fürsorgezöglinge nahezu eine Million zu zahlen war. Diese 45 455­71,51 hohen Stoften tönnten zweifellos erheblich herabgemindert +1199 16,15 werden durch einen Ausbau der privaten vorbeugenden Für +421488,32 forge- Institutionen.

471+17,15

+24 005

Von und

Menschen kommen und entschwinden wieder, zum Vergnügen, je nachdem. So geht es bis in den grauenden Morgen hinein, bis der Tag die Nacht verdrängt und die Arbeit ruft. Dann rattern Milch- und Gemüsekarren vorbei, Der Jahresbericht geht dann näher ein auf das soziale auf Dreirädern sausen Bäckerjungen hin, Zeitungsfrauen hasten +492 515+15,34 Besen der Kinderhorte. Die Ursache des physischen und von Haus zu Haus, Arbeiter und Angestellte, weibliche, 1,18 moralischen Niederganges vieler Berliner Kinder fei weit mehr männliche, jeglichen Alters eilen ihrer Tätigkeit entgegen. +468 510+40,03 in der Aufsichtslosigkeit und Erziehungsarmut als in dem Das arbeitende Berlin gibt dem Plaz sein Gepräge, bis der Hiernach ist die Einwohnerzahl von Berlin allein, wie schon Mangel an Ernährung zu suchen. Darum müsse man nach Abend wieder seine Herrschaft antritt. bekannt war, in den fünf Jahren von 1905 bis 1910 bvon 2040 148 dem Urteil von Fachautoritäten die Horte dergestalt ausbauen, auf 2 064 158, alfo nur um 24 005 oder 1,18 Proz. gestiegen. Die daß in erster Linie Erziehung, in zweiter bei mangelnder Be­Bevölkerung der Vororte hat sich dagegen bon 1170 299 auf föftigung und Körperpflege auch diese gewährt werden können. 1 638 909, also um 468 510 oder 40,03 Broz. erhöht. Für Groß­Berlin ergibt sich somit eine Bevölkerungszunahme von 3 210 447 Denn alle Speifung und Störperpflege habe nur geringen Wert, auf 3 702 962, alío um 492 515 oder 15,34 Proz. An dieser Er- wenn das Kind der Verwahrlosung anheimfällt. Gewiß möge böbung um nahezu eine halbe Million Einwohner find 14 Ort der Gedanke etwas Herzbrechendes haben, daß man hungernde fchaften mit einer Steigerungsziffer von mehr als 10000 Ein- tinder in der Schule zu geistiger Betätigung nötigt, aber noch wohnern beteiligt, allen weit voran Nigdorf mit 82 865, dann Char - notwendiger als die Stillung des Hungers sei die Abwehr der sich im Gänsemarsch auf den überaus schmalen Bürgersteigen und lottenburg mit 64 721, Wilmersdorf mit 45 455, Schöneberg mit Verwahrlosung, da ein verwahrloftes Kind eine Gefahr für die 81 662, Steglit mit 29 987 und Lichtenberg mit 25 757. Diese fechs Allgemeinheit bedeute. Weiter wird die heutige Zersplitterung, Bororte hatten jeder eine absolut größere Zunahme als die Stadt Berlin . Eine Abnahme der Bevölkerung zeigen acht Orte, von das Vielerlei und die Einseitigkeit der Jugendfürsorge beklagt. denen die größten Blögensee, Hellersdorf und die Landgemeinde Aus verschiedenen Händen erhalten die Kinder erstes Früh­Hohenschönhausen find. Die prozentuale Bunahme stieg an stück, zweites Frühstück und Mittagessen. Von anderen Seiten fechs Drten über 100 Broz., und zwar in Treptow mit 119,04, werden sie in Halb- und Vollkolonien, in Erholungs- und Riederichöneweide mit 184,21, Mahlsdorf Gutsbezirk mit 161,29, Genesungsheime gesandt. Und wenn man vorübergehend ge­Nitolasjee mit 167,28, Dabiem mit 221,34 und Buch mit nicht holfen habe, überlasse man die Kinder wieder erbarmungslos Dorotheenstraße als eine Straße mit zwei Fahrdämmen weniger als 532,68 Pro3., 16 weitere Orte hatten eine Zunahme den traurigen häuslichen Verhältnissen, wo nach kurzer Zeit von über 50-100 Broz. Die Abnahme war verhältnismäßig am viel von dem mit bedeutenden Kosten erreichten Guten verloren beträchtlichsten in Wartenberg mit 18,78 und Blankenburg mit 30 Broz. An der Bevölkerung Berlins ist das mann gehe. Die Schwierigkeit der Zentralisierung der Kinderfürsorge­liche Geichlecht mit 992009( i. 3. 1905 984 804), das weibliche vereine liege nicht darin, daß man die dringende Notwendigkeit mit 1072 144( 1 055 344) beteiligt. Das männliche Genicht einsieht, sondern nur darin, daß es vielen, die auf dem fchlecht hat alio nur um 7205, das weibliche ba- Gebiete der Jugendfürsorge arbeiten, recht schwer wird, das gegen um 16 800 augenommen. Das weibliche Geschlecht persönliche Interesse dem Allgemeininteresse unterzuordnen. überwiegt damit über das männliche um 80 185 Köpfe. Für Von diesen kritischen Bemerkungen des Jahresberichts ist Groß- Berlin läßt sich die Bevölfernng nach dem Gemanches sehr wahr, anderes ebenso schief im Urteil. Die in fchlecht noch nicht trennen, weil die Angaben für Char­ lottenburg bisher noch fehlen. Im allgemeinen ist fast überall einigen Schulen vorgenommene Stichprobe kann für die wirk fonders in den westlichen Bororten, so in Wilmersdorf um rund mindestens die doppelte Anzahl von Kindern, zumal ja die das weibliche Geschlecht stärker vertreten als das männliche, be- liche Not nicht maßgebend sein. Es dürfte eher stimmen, daß 19 500, in Steglig um fast 6000, in Friedenau um 5000, dagegen noch nicht schulpflichtigen Stinder unberücksichtigt blieben, durch ungünstige soziale Verhältnisse aufsichtslos find. in Lichtenberg um noch nicht 1000.

Eine neue wichtige Verkehrsregelung plant die Verkehrs­abteilung des Polizeipräsidiums. Wie bekannt, wird seit vielen Jahren über die Gngpässe der Friedrich- und Char . Tottenstraße, nahe den Linden", Klage geführt, und zwar sowohl von den Wagenführern wie von den Fußgängern. Jene tommen nur schrittweise vorwärts oder sie müssen gar halten, bis die angehäuften Wagenknäuel sich entwirrt haben, und diese drängen werden bei schlechtem Wetter vor den Pferden und Wagenrädern über und über mit Schmuß vesprißt. Die Verbreiterung dieser Engpässe hat man solange hinausgeschoben, bis sie am Kostenpuntt scheitern mußten, und so ist die einzige Abhilfe in einer Ber­ehrsregelung" zu suchen. Diese ist in ähnlicher Weise ge­den Linden usw., indem man die kriedrich- uno Char­Lottenstraße auf den Streden zwischen Bebren- und betrachtet und dem Süd- Nord- Verkehr die Charlotten., dem Nord- Süd- Verkehr die Friedrichstraße anweist. Der Fahrverkehr vom Oranienburger nach dem Halleschen Tor wird sich danach künftig ausschließlich durch die Friedrichstraße abwideln, während er in umgekehrter Richtung zwischen Behren und voro theenstraße durch die Charlottenstraße abgelentt werden soll. Der leine Umweg, den die Wagen dabei machen müssen, wird reichlich dadurch aufgewogen, daß fie fünftig freiere Bahnen finden werden. Die neue Berkehrsregelung, die vorläufig nur einen Versuch darstellen soll, dürfte alsbald in die Wege geleitet werden. Der 2 Durchgangsverkehr von Last wagen wird, soweit die bezeichneten gegenzukommen, das Ent- und Beladen von Geschäftswagen, dagegen soll, um den Geschäftsinhabern jener Straßenftreden ent­Engpässe in Frage kommen, augleich gänzlich verboten werden; das jetzt in der Zeit von 11 Uhr vormittags bis 7 Uhr abends ver­boten ist, fünftig freigegeben werden.