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Nr. 93. 28. Jahrgang.

3. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt.

Siebzehnter Parteitag der fozial­

Freitag, 21. April 1911.

demokratischen Arbeiterpartei Hollands . Berbindung mit dem De Baaier" zu unterhalten, wo aber denn die Berliner Maifondsbeschlüsse würden ein Absterben der

Utrecht , 16. April. ( Eig. Ber.)

Sonntagvormittagfitung.

80

-

jeit

stundentag; die Teilnahme an den Provinzialstaaten; einen Be- sein: Wir halten fest an der Maifeier durch vollständige Arbeits­fchluß des Parteivorstandes betr. der Jugendorganisation, De Zaaier", ruhe. Denen, die nicht feiern, aber Marken kaufen, sollte man worin den Parteiabteilungen der Auftrag erteilt wurde, teine sagen: Ihr sammelt nicht zum Maifonds, sondern zum Maimord, andere Jugendorganisationen beständen, einen Abteilungsdelegierten Maifeier zur Folge haben. in diese zu entsenden. De Zaaier" hat nämlich in seinem Haupt- Die bom Referenten empfohlene Resolution wurde mit allen Der diesjährige Parteitag der sozialdemokratischen Arbeiter borstande auch Mitglieder der S. D. P. Ferner wird im Berichte gegen 14 Stimmen angenommen. partei tagt am 16., 17. und 18. April zu Utrecht . Am Vorabend ein Beschluß des Parteivorstandes erwähnt, der die Zulassung Verband der ESattler und Portefeuiller. Die Ortsverwaltung hatte die Abteilung Utrecht den üblichen Festabend veranstaltet. In der S. D. P. bei der bevorstehenden Feier des 1. Mai nur dann seiner Festrede erinnerte Genosse Abg. P. J. Troelstra an den gestattet, wenn diese sich von Angriffen auf andere teilnehmende Berlin hielt am Mittwoch ihre Generalversammlung ab. Mit der Entwickelung des Verbandes kann man auch in diesem Jahre ersten im Jahre 1896 zu Utrecht abgehaltenen Barteitag. Damals Organisationen enthalte, wie dies legtes Jahr geschehen sei. Der finanzielle Bericht ergibt an Einnahmen und Aus- zufrieden sein, wie Schulze in seinem Bericht vom letzten zählte die Partei 30 Abteilungen, wovon 24 durch 44 Delegierte bertreten waren. Sie hatte 1000 Mitglieder, jetzt aber zählt sie gaben ein Total bon 20 579,21 Gulden und ein Saldo von Vierteljahr fonstatierte. Zum ersten Male ist es auch gelungen, mit der Innung Vereinbarungen zu treffen. Die Innung hat über 10 000. Der bevorstehende Parteitag habe zu untersuchen, ob 391,781 Gulden. Bei der Debatte über den Jahresbericht wurde neben der Be- der Festsetzung von bestimmten Mindestlöhnen zugestimmt. Eine die jährliche Demonstration für das allgemeine Wahl­ret, anstatt an einem Sonntage, dieses Jahr an einem Wochensprechung innerer Angelegenheiten nur von dem Delegierten von Arbeitszeit in den Innungsbetrieben von 54 Stunden sowie ein tage stattfinden könne. Auch hierzulande würden Millionen für Amsterdam VI ein Fortschritt in seiner Abteilung von Mindestlohn von 50 Pf. pro Stunde, ausgenommen die ganz den Militarismus weggeworfen, Reformen von irgend­Prozent Arbeitermitgliedern Dezember fonstatiert, jungen Gehilfen, die 42 Pf. erhalten, ist ebenfalls gutgeheißen welcher Bedeutung bleiben aus, die soziale Reform habe gegenüber einem Verluste von 5 Prozent an Intellektuellen worden. Ebenso hat die Frage der Ueberstunden und Sonntags­Fiasko gemachi, und was zustande gekommen sei, werde Demgegenüber verwies der Delegierte von Amsterdam IX auf das arbeit eine annehmbare Regelung erfahren. Auch in den Export­durch die Teuerung der Lebensmittel völlig auf geringe Wachstum der Partei, im Gegensatz zu der Mit- geschäften sind vorteilhafte Abmachungen getroffen worden. Das Start zeige fich dies zu selbe günstige Resultat ist in sämtlichen Branchen zu verzeichnen. gehoben. Auf dem Gebiete der Steuern, des Unterrichts usw. gliederzahl der Gewerkschaftsbewegung. frete die Reaktion stets schärfer zutage. Seit der Gründung der Amsterdam , wo die dem Vorständeverband angeschlossenen Gewerk- Erfreulich ist die Feststellung der Tatsache, daß die Urlaubs­S. D. A. P. bis 1901 sei dieselbe schnell wachsend bis auf 4000 Mit- fchaften von 15 080 auf 18 000 Mitglieder, also um 27 Proz. ge- gewährung immer weitere Fortschritte macht. Auch in der Reise­glieder gestiegen. Von da ab gehe es langsamer vorwärts, stiegen seien, während die neun Amsterdamer Parteiabteilungen zu- artikelbranche ist mit Sicherheit zu erwarten, daß der Ausgang Selbsttritit fei nötig. Die Partei sei nunmehr ihrer Dr- fammen nur eine Zunahme von 27 Mitgliedern aufzuweisen hätten. der Bewegung ein zufriedenstellender sein wird. Den Kassen­ganisation und dem Umfang ihrer Waffen entwachsen; sie ver- Der Delegierte von Dordrecht warnt davor, daß die beiden bericht erstattete ehher. Die Abrechnung ergibt folgendes lange nach neuen Waffen, neuen Arbeitsmethoden, die der Richtungen in der Partei einander die Schuld für diesen Stillstand Bild: a) Ortsverwaltung: Einnahmen und Ausgaben Hervorzuheben wären Unter­neuen Periode entsprächen. Von Bedeutung seien die dem Partei- zuschieben. Früher habe man diese dem kritischen Auftreten der bilanzieren mit 18 173,55. tag vorliegenden Anträge betreffs der inneren Propaganda und der Marristen zugeschrieben; im lezten Jahre könne man dies doch stützungen, die für Arbeitslose 9166,50 m., für Strante 3458 m., für Maßregelung 1312,50 M. usw. betragen, insgesamt 21 148,40 Ausbildung der Genossen und der Jugend. Redner ist der Ansicht, gewiß nicht mehr tun. daß das allgemeine Wahlrecht 1916 erobert sein werde. Jetzt Die Kammerfraktion erntete während der Vormittagsfizung Mart. b ) ofaltasse: Einnahmen nebst Bestand 56 447,57 31. März 1911 bereits reiche der Einfluß der E. D. A. P. weit über ihre Mit- von mehreren Delegierten zustimmende Belobung für ihr Auftreten Mark, Ausgaben 6634 M., bleibt Bestand am während des letzten Jahres. Andere kritisierten in mehr oder 49 813,57 M. c) Berliner Verwaltung: Einnahmen nebst gliederzahl und diejenige ihrer Wähler hinaus. weniger scharfen Worten insbesondere die Auslassungen des Ab- Bestand 2761,63 M., Ausgaben 2426,70 M., Bestand am 31. März geordneten Hugenholz in der Zweiten Kammer anläßlich des 1911 334,93. d) Lehrlings- und Jugendabteilung: Der Parteivorsitzende Genosse Bliegen eröffnet den Parteitag Besuchs des Königs und der Königin von Belgien bei der Einnahmen und Ausgaben bilanzieren mit 168,80 m. Mit­mit einer Rede, in welcher er konstatiert, daß die Partei mehr holländischen Königin, wobei er die ersteren als Vertreter des gliederbewegung: Bestand am 1. Januar 1911 133. Davon Mitgliederbestand am als zehn Jahre nötig gehabt habe, um das zweite Fünf- belgischen Voltes hingestellt habe, statt sie als Vertreter der sind Lehrlinge 116, Hilfsarbeiter 17. taufend ihrer jegigen Mitgliederzahl von 10 000 zu erreichen. belgischen Kapitalistentlasse zu tennzeichnen; und ferner die Bufage 31. März 1911 147. Davon sind Lehrlinge 132, Gilfsarbeiter 15. Die Wahlen für die Provinzialstaaten hätten wiederum Ge- desselben Abgeordneten bei Behandlung des sog. Sittlichkeits- Mitgliederbewegung der Erwachsenen: am 1. Ja­winne ant Sitzen gebracht. Man lebe im Wahlrechts- geseges, wobei er Prüfung der verschiedenen Artikel zugesagt habe, nuar 1911 3215, darunter 178 weibliche Mitglieder. Bestand am jahr und die letzte Wahlrechtsdemonstration habe bewiesen, daß das statt sich prinzipiell gegen dasselbe zu erklären und die mit diesem 31. März 1911 3285, darunter 195 weibliche Mitglieder. Ueber Proletariat der Parole der S. D. A. P. folge. Nach der Demonstration Gesetze gezeigte Heuchelei der gegenwärtigen christlichen" Mehrheit die Benutzung des Arbeitsnachweises berichtete Haupt­mann. Eingeschriebene Arbeitslose 728, davon 17 nicht organisiert; habe die Petitionsbewegung für das Wahlrecht eingesetzt, worüber und ihrer Regierung aufzudecken. der Parteitag noch näher verhandeln müsse. Es gäbe nämlich ver­Januar 248, Februar 232, März 248. Berlangte Arbeitsfräfte 314; fchiedene Abteilungen, welche die Aktion für dieses zu lau führten. Januar 49, Februar 54, März 211. Besetzte Stellen 242; Januar Das Wahlrecht müsse in den Mittelpunkt der Politik gerüdt werden. 38, Februar 42, März 162. Ein Antrag des Vorstandes, daß am Sonnabendnachmittag teine Unterstüßung ausgezahlt werden soll, Die regierende Klasse sorge dafür, daß die Propaganda nicht stille wurde angenommen. Desgleichen der Antrag, das Mitglied stehe und zwar mit ihren Gefeßen für indirette Steuern und über Robert Geßler dem Hauptvorstande zum Ausschluß zu emp die Küstenverteidigung, dem Milizgesetze und dem Zollgesetze. Bei fehlen und zwar wegen Streifbruchs in einer Tapeziererwerkstatt. der Abänderung der Erbschaftssteuer war die Gelegenheit da, Bum 3. Punkt der Tagesordnung: Stellungnahme zur Mai­die Finanzen zu verstärken, aber niemand außer der sozialdemo­feier sprach Schulze. Er gab einen Ueberblick von den Ab­tratifchen Kammerfraktion war hierzu bereit. Demgegenüber stebe nahm am Mittwoch die Vertrauensmännerversammlung des Holz- machungen zwischen Partei und Gewerkschaft und betonte zum jezt die geplante Einführung von Einfuhrzöllen; es arbeiterverbandes. Vor Eintritt in die Tagesordnung gedachte Schluffe, daß es für die Kollegen gar nichts anderes geben könne, zeige fich, daß die jetzige Regierung die allerreaktionärste sei. Glode in ehrenden Worten des verstorbenen Genossen Borg als die möglichst vollzählige Teilnahme an der Maifeier. Diese Die christlichen Arbeiterorganisationen lägen mann. - Zur Tagesordnung selbst gab Glode einen Ueberblick fei im Verband der Sattler schon seit langen Jahren sozusagen danieder, besonders das protestantische Patrimonium"; die katho- über die Geschichte der Maifeier und würdigte ihre Bedeutung. berbürgtes Recht und wo nicht ganz außergewöhnliche Umstände lischen zeigen noch etwas Leben, fämpften fie doch, wie die sozial- Im Hinblick auf die Beschlüsse der Berliner Arbeiterschaft über die Arbeit an dem Tage bedingten, müsse eben gefeiert werden. demokratischen, für den Zehnstundentag. Die Stoßtraft aber komme die Bildung des Maifonds jagte der Redner, viel wichtiger als Eine Debatte fand nicht statt. Als Vertreter zum Gewerkschafts jedoch von den letzteren. die Sammlung eines Unterstützungsfonds für die Ausgesperrten Zum Schluß schildert Vliegen den Fortschritt der inter - fei die Propagierung der Maidemonstration. Die Berliner Holz- kongreß in Dresden wurde Schutze einstimmig gewählt. nationalen Arbeiterbewegung, gedenkt der dahingeschiedenen Kämpfer arbeiter würden keinen anderen Beschluß fassen fönnen als den, Marktpreise von Berlin am 19. April 1911, nach Ermittelung des für das Proletariat, auch des verstorbenen Genossen Paul Singer , daß der 1. Mai wie bisher durch Arbeitsruhe gefeiert werde. Doch Königlichen Polizeipräsidiums. Marttballenpreise.( leinhandel.) der von der Regierung Japans ermordeten Freunde und spricht die nicht in Hurraftimmung solle ein solcher Beschluß gefaßt werden, 100 Kilogramm Erbfen, gelbe, zum Kochen 30,00-50,00. Speifebohnen, Hoffnung aus, daß in Rußland das revolutionäre Feuer wieder sondern in der ruhigen Erwägung, daß die Maifeier eine ideale weiße 30,00-50,00. Linfen 20,00-60,00. Startoffeln 5,00-9,00. 1 Stilo aufflamme, daß es gelinge, dort die Reaktion zu vertreiben Einrichtung sei, die imstande sei, die Solidarität der Arbeiter zu gramm Rindfleisch, von der Keule 1,60-2,40. Rindfleisch, Bauchfleisch 1,20 bis 1,70., Schweinefleisch 1,20-1,90. albfleisch 1,50-2,40. Hammelfleisch und daß eine neue Zeit für die Befreiung des russischen Proletariats stärken und sie den Zielen, für die sie demonstrieren, näher zu 1,40-2,20. Butter 2,20-2,80. 60 Stüd Gier 3,00-4,40. Kilogramm anbrechen möge. Nachdem Redner für Holland noch das gute Ein- bringen. Wo gefeiert werde, müsse es einmütig geschehen. Dann Starpfen 1,10-2,40. ale 1,60-3,00. Bander 1.40-4,00. echte 1,30 bis bernehmen mit der Gewerkschaftszentrale der modern organisierten könnten die Unternehmer den Kollegen nichts anhaben. Es habe 2,80. Barsche 0,80-2,00. Schleie 1,40-3,40. Bleie 0,80-1,60. 60 Stüd Arbeiter, dem Werkverband, erwähnt und dem dringenden Wunsche feinen Sinn, wenn nur einzelne Arbeiter eines Betriebes feiern. Streble 2,50-28,00. Ausdrud verliehen hat, daß der Parteitag ein Parteitag des Namens der Ortsverwaltung empfahl der Redner folgende Arbeitens sei, will er die Kritik der Kammerfraktion und des Resolution: Parteivorstandes sowie den Jahresbericht in nur ganz kurzer Zeit bom Parteitag abgehandelt sehen, wogegen niemand etwas einzu wenden hat.

Hiermit wird zur Behandlung der Tagesordnung ge­schritten. Sie enthält 27 Punkte, wozu 108 Anträge vorliegen. Auf Vorschlag des Vorfizenden werden der Jahresbericht des Barteisekretäre, die Kritik des Barteivorstandes und die der Kammer­fraktion in Behandlung genommen.

Die schärfsten Angriffe auf die Stammerfraktion erfolgten von mehreren Seiten wegen ihres Versäumnisses dem Minister Negout gegenüber, als dieser die Vermehrung von Kriminalbeamten zur Konstatierung von Ausschreitungen" bei Arbeitskonflikten zusagte

DIVerfammlungen.

Stellung zur Maifeier

Die Versammlung erklärt, daß nur durch strikte Arbeitsruhe der 1. Mai würdig gefeiert werden kann. Deshalb macht es die Versammlung den Vertrauensmännern zur Pflicht, trop der Aussperrungsbeschlüsse der Unternehmer, auch in diesem Jahre wieder dahin zu wirken, daß die Kollegen am 1. Mai die Arbeit ruhen lassen.

Stationen

Barometer

Witterungsübersicht vom 20. April 1911.

tand mm

Bind

richtung

Windstärke

Better

5 heiter 3 heiter

3 wolfig

1 wolfig

Kemp. n. T.

5.6.= 4° R.

Il Stationen

Barometer

stand mm

Bind

richtung

Bindstarle

Better

Temp. n.

5.E= 4R.

wollenl- 2 wollenl- 0

5 halb bd. 8 5 bedeckt 7

14 Haparanda 772 Still 13 Betersburg 773 Still 16 Scilly 763 11 berbeen 750 SSD 4 heiter 10 Baris 766 SS 2 wollen! 6 763 Still bebedt 12 Wetterprognose für Freitag, den 21. April 1911.

763 S

Gehrmann, der einzige Diskussionsredner, sagte unter Smotnembe. 762 GD Damburg 761 N anderem, die Berliner Parteileitung und die Gewerkschafts - Berlin 763 SD Aus dem Jahresbericht des Parteisekretärs J. G. fommission hätten zwar über die Sammlung zum Maifonds be- Frant.a. M. 763 SD ban Kuhthof erhellt, daß die Partei am 31. Dezember 1909 205 fchloffen, aber damit sei der Beschluß des Leipziger Parteitages Münden Abteilungen mit 9504 Mitgliedern, am 31. Dezember 1910 220 b nicht erfüllt. Dieser Beschluß verlange, daß die Bezirkskommissionen Bien teilungen mit 10 090 Mitgliedern zählte. Betreffs der Tätigkeit der die Maifeier vorzubereiten, also Propaganda für eine würdige Partei im verflossenen Jahre erwähnt der Bericht die Organisation Maifeier zu machen haben. In dieser Hinsicht sei für Berlin Etwas fühler, bei mäßigen südwestlichen Winden und vorübergehender einer Petition an die Regierung und die Kammern für das all- nichts geschehen. Auf diese verkehrte Stellungnahme der Partei- Bunahme der Bewölkung, ohne erhebliche Niederschläge. gemeine Wahlrecht; die weitere Agitation für den 8ehn- und Gewerkschaftsinstanzen müsse die Antwort der Holzarbeiter

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