Nr. 122. 28. Jahrgang.
JImenau, 24. Mai.
Dritter Berhandlungstag.
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Energie und Tattraft arbeiten, bis diese menschenunwürdigen Zu- sonen Frauenüberschuß über den Reichsdurchschnitt. Gebiete wie stände beseitigt sind.( Lebhafter Beifall.)
In der Debatte gab Gauleiter Dirschel Fürth eine aus führliche Schilderung der Zustände in der Oberpfalz , wo eine 15bis 20stündige Arbeitszeit üblich sei.
Damit war dieser Punkt erledigt. Die Verhandlungen wurden dann auf Freitag vertagt.
Aus Induftrie und Bandel.
Fleischnot.
Westfalen, Hannover und Rheinland , ferner Elsaß- Lothringen weisen Männerüberschüsse auf, und zwar kommen auf 1000 Männer in Westfalen 937 Frauen, in Hannover 997 Frauen, im Rheinland 987 Frauen und in Elsaß- Lothringen 953 Frauen. Da ElsaßLothringen militärisch start besezt ist, so erklärt sich hier leicht der Männerüberschuß. Zieht man in dem Reichslande aber nur die Zivilbevölkerung in Betracht, so wird der Ueberschuß umgekehrt, nämlich 1047 Frauen auf 1000 Männer. Von den größeren deutschen Bundesstaaten weist das Großherzogtum Hessen mit 1006 weiblichen auf 1000 männliche Personen die größte Annäherung an die Gleichzahl der Geschlechter auf. Die Ursachen an dem abweichenden Reichsdurchschnitt lagen im östlichen Deutschland teils in der überseeischen Auswanderung oder dem Verzug nach der Reichsmetropole bezw. nach dem Westen. Für die anderen Staaten und preußischen Provinzen waren die Binnenwanderungen, alſo auch die Erwerbsverhältnisse, ausschlaggebend; kurz gesagt, der gende einfache Berechnung: Der Männerüberschuß tritt nur in Ortschaften von weniger als 1000 GEinwohnern hervor; in Städten von 5000 bis 20 000 Einwohnern ist der ziemliche Ausgleich der Geschlechter vorhanden; in Mittelstädten( 20 000-100 000) tritt aber der Frauenüberschuß schon hervor, nämlich 1004 Frauen auf 1000 Männer, der dann in den Großstädten bis auf 1092( Berlin ) steigt.( In Wien ist der Ueberschuß 1070, in Hamburg 1060, in München 1051, in Dresden 1040, in Breslau 1036 und in Leipzig 1035.)
Die Sigung beginnt mit der Statutenberatung. Für die Kommission berichtet Hoffmann- Oldenburg . Die Kommission hat sich von dem Prinzip leiten lassen, jede Erhöhung der Unterstügungen abzulehnen, da die Kasse nicht belastet werden dürfe. Einer Beitragserhöhung hat sie ebenfalls nicht zugestimmt, da diese vor nicht langer Zeit vorgenommen wurde. Es wird aber vorgeschlagen, daß der untersten Beitragsklasse nur jugendliche und Die Fleischpreise zeigen wieder eine bedenkliche Neigung, in die weibliche Mitglieder angehören können. Nach längerer Debatte Höhe zu gehen. Die Hoffnungen auf Verminderung der Haus wurde schließlich zur Beitragsfrage beschlossen: für weibliche Mit- haltungskosten müffen begraben werden. Die Löhne folgen der glieder und solche männliche Mitglieder, die ein Jahreseinkommen Zeuerung nicht; dafür sollen die Arbeiter durch neue Gesetze in der bis 700 M. haben, beträgt der Beitrag 40 Pf. pro Woche, für männliche Mitglieder über 700 M. bis 1000 M. Verdienst 50 Bf. und bei Bewegungsfreiheit gehemmt werden. Das find fchöne Aussichten! Verzug nach den Industriedistritten. Daraus ergibt sich die folüber 1000 Mt. 60 Bf. Hierzu fand folgender Antrag Annahme: Wie die Fleischpreise steigen, zeigt deutlich eine Zusammenstellung „ Kollegen, die den statutenmäßigen Beitrag nicht zahlen, fönnen der Statistischen Korrespondenz". Sie umfaßt 50 Städte und nicht Mitglieder der Organisation sein." Die Bahlstelle Berlin , die findet folgende Durchschnittspreise. Es kostete ein Kilogramm fast 1000 Mitglieder hat, beantragte, daß auf 250-300 Mitglieder Pfennig: zwei Delegierte und auf je weitere 250 Mitglieder noch ein wei1. Hälfte Mai 1. Hälfte April 1. Hälfte Mai terer Delegierter kommt. Der Antrag wird abgelehnt. Zum Streitreglement wird bestimmt, daß bei Streits und Aussperrungen die Unterstützung vom 4. Tage an bezahlt wird. Für Mitglieder, die der Organisation noch nicht 13 Wochen angehören, beträgt die Unterstüßung in allen Staffeln 3 Mt. weniger.
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1910 154,4
9>
175,5
Rindfleisch. Kalbfleisch Hammelfleisch. 162,8 Schweinefleisch 155,0
1911
164,7
186,9
175,3
148,0
1911
165,5
189,9
177,2
147,8
Nur das Schweinefleisch ist etwas billiger geworden; gegenüber Sammelfleisch um 14,4 Pf., Kalbfleisch um 14,4 Bf., Rindfleisch um dem Vorjahre macht die Preissenkung 7,2 Pf. aus. Dagegen wurde 11,1 Pf. teurer. Das ist der Segen der berühmten Politik der
Ein Antrag, für Westdeutschland einen Gauleiter anzustellen, wird gegen 3 Stimmen angenommen. Ausschusses, eine Regulierung der Gehälter der Beamten Gine längere Debatte entspann sich über einen Antrag des vorzunehmen. Schließlich wurde beschlossen, die Gehaltsverhält. nisse nach der Stuttgarter Resolution zu regeln und die Dienst- Schnapsblodparteien. jahre anzurechnen. Die Beamten erhalten nun eine jährliche Steigerung um 100 M. auf die Dauer von fünf Jahren, und dann eine jährliche Steigerung um 50 M. bis zum Höchstgehalt von 3000 m. Bei Beratung der verschiedenen Anträge wird beschlossen, der Glasbläsergenossenschaft des Meininger Oberlandes in Steinau , die aus Verbandskollegen besteht, ein Darlehen von 2000 M. au gewähren, sofern die Genossenschaft imstande ist, die nötige Sicherheit für jederzeitige Rückzahlung zu geben.
Aus dem Schiffahrtsgewerbe.
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Nun werden aber, und zwar nicht in Deutschland allein, sondern auch in anderen Ländern, mehr Knaben als Mädchen geboren. Das zeigt sich deutlich in den angegebenen Geburten, und ist hier schlägt aber bald nach der Geburt infolge der größeren Sterblichkeit das Ueberwiegen des männlichen Geschlechts fünf- bis sechsmal größer auf 100 weibliche Wesen. Dieses Geschlechtsverhältnis der Knaben in das Gegenteil um. Da das Geschlechtsverhältnis der Geborenen im allgemeinen tonstant ist, so liegt, abgesehen von den Wanderungen die Auswanderung aus Deutschland ist gegenwärtig mit ihren geringen Ziffern von keinem Einfluß auf - der bestimmte Einfluß auf das verschiedene unser Endresultat Es haben in den ersten vier Monaten d. J. insgesamt Geschlechtsverhältnis der Gesamtbevölkerung hauptsächlich auf 82 Schiffahrtsgesellschaften ihre Geschäftsergebnisse veröffentlicht; feiten der für beide Geschlechter verschiedenen Absterbeordnung. ihr Aktienkapital stellte sich im Jahre 1910 auf 448,19 Millionen feiten der für beide Geschlechter verschiedenen Absterbeordnung. Daraus folgt, daß man zu einer Minderung des weiblichen UeberMark gegen 449,04 Millionen im Jahre 1909 und 448,49 Millionen im schusses insonderheit dazu kommt, wenn man die Kindersterblichkeit Jahre 1908. Für den Vergleich der Dividendenergebnisse bekämpft; hierdurch würden relativ mehr Knaben am Leben mit den vorjährigen kommen im ganzen 75 Gesellschaften in Bes bleiben. Auch die Auswanderung hilft mit am Frauenüberschuß, tracht; sie hatten ein gesamtes Attient̃agital von 445,91 Millionen Berichtigung: Im gestrigen Bericht soll es nicht heißen, wart im Jahre 1908, 446,46 Millionen im Jahre 1909 und denn nach den Berechnungen Müllers ergibt sich, daß ungefähr 45 schmelzungsfrage als platonische Liebeserklärungen" bezeichnet 6 585 637 M. im Jahre 1908 auf 17 417 000 m. im Jahre 1909 daß die Ausführungen des Vertreters ber Töpfer zur Ver- 445,58 Millionen im Jahre 1910. Die Dividendensumme ging von weibliche auf 55 männliche Personen kommen. wurden, sondern die Ausführungen des Vertreters des Porhinauf, um im Jahre 1910 auf 26 283 000 m. zu steigen. Sie ist zellanarbeiterverbandes. JImenau, 25. Mai.
Bierter Berhandlungstag.
Die Sigung beginnt um 7 Uhr, da von der Polizei erklärt wurde, daß wegen des Feiertages während der Kirchzeit nicht getagt werden darf. Zur Beratung steht einer der wichtigsten Punkte der Tagesordnung:
bon 1908 auf 1910 um das Dreifache gestiegen. Im Durchschnitt ergibt sich für das Jahr 1910 eine Dividende von 5,9 Proz. gegen 3,9 Proz. im Jahre 1909 und 1,5 Proz. im Jahre 1908. Die Dividende betrug bei den folgenden Gesellschaften, bei denen das Aktienkapital vom Jahre 1910 angegeben ist: Aktienkapital Dividende in Prozent in 1000 m. 1908 1909 125 000 125 000
Hamburg- Amerika- Linie Norddeutscher Lloyd , Bremen Deutsche Dampfschiffahrtsges. Hansa , Bremen Deutsch- Austral. Dampfsch. Gesellschaft, Hamburg Hamburg Südamerikanische Dampfsch.- Gei., Hamburg . Deutsche Dampfschiffsgefell schaft Rosmos, Hamburg . Ridmers Reismühl., Reederei u. Schiffbau , Bremen Deutsche Ostafrikalinie, Hamb.
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Gerichts- Zeitung.
Arge Schwindeleien zum Schaden einer Juwelenfirma fielen dem Buchhalter Ernst Göße zur Last, der gestern unter der Anklage der Unterschlagung und des Diebstahls vor der 3. Straftammer des Landgerichts I stand. Dem schon erheblich vorbestraften Angeklagten war es gelungen, sich in das Vertrauen der Inhaber 1910 eines hiesigen Juwelengeschäfts zu schleichen. Er suchte im Geschäft eines Tages nach einem Brillantring, den er an einem bornehmen Herrn verkaufen könnte. Bei Vorlegung verschiedener Muster gelang es ihm, mit erstaunlicher Fingerfertigkeit einen Brillantring im Werte von 900 m. mit einem minderwertigen Similiring zu bertauschen. Er hat den erbeuteten Ring noch an demselben Tage unter dem Namen von Gothen auf dem königlichen Leihamt versetzt. Diese Straftat war noch nicht entdeckt, als er die Firmeninhaber bewog, ihm einige Goldsachen im Werte von 750 M. zum tommissionsweisen Vertrieb zu überlassen. Auch in diesem Falle hat er die Ware sofort verseht und den Erlös zu eigenem Nußen berwendet. Noch in einem dritten ähnlichen Falle hat er das in 71% ihn gesette Vertrauen arg gemißbraucht. Die Strafkammer ver urteilte ihn zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis.
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Die Gesellschaften lagen immer und immer über berlustbringende Geschäfte, die Aufstellung zeigt, was davon zu halten ist.
Die Großeinkaufs- Gesellschaften.
,, Arbeiterschuh in der Glasindustrie". Der Referent, Verbandsvorsißender Emil Girbig - Berlin , hob einleitend hervor, das Deutsche Reich sei sehr stolz auf seine Sozialgesetzgebung, auf die überall hingewiesen werde. Der erste Herr im Staate" habe von der gefüllten Kompottschüssel" gesprochen und erklärt, daß die Stellung des Arbeiters gesichert sei. Da sei es angebracht, ab und zu ein Bild von den wirklichen Verhältnissen zu geben und zu zeigen, wie es mit der gesicherten Stellung" des Arbeiters aussieht. Mittel, die Arbeiter rechtlos zu machen, find die Einbehaltung des Lohnes und das Vorschußwesen. Durch den Vorschuß werden die Arbeiter den Unternehmern auf Gnade oder Ungnade überliefert. Wenn dann unser Ruf zum Kampfe ertönt, so können diese Kollegen ihm nicht folgen, weil sie gekettet sind. Die Unternehmer feßen sich über die gesetzlichen Vorschriften hinweg. Sie nehmen Bestimmungen in ihre Arbeitsordnungen auf, die die gefeßlichen aufheben. Der§ 616 des Bürgerlien Gesetzbuches wird ausgeschaltet. Nach dem§ 113 der Gewerbeordnung muß dem Arbeiter ein Entlassungszeugnis ausgestellt werden. Die Unternehmer stellen ja nun beim Austritt Entlassungsscheine aus, aber Welche Umfagsummen von den Großeinkaufs- Gesellschaften erzielt diese sind die Judasscheine. Die organisierten Arbeitgeber werden, zeigt die folgende Aufstellung, die wir einem Artikel von stellen nur solche Arbeiter ein, die den Verbandsentlassungsschein Dr. Müller in der K. Rundschau" entnehmen. haben. Diesen bekommen aber Arbeiter, die sich irgendwie mißliebig gemacht haben, nicht, diesen wird ihr Austritt auf einem gewöhnlichen Stüd Papier bescheinigt. Und damit sind sie gekenn- Englische Großeinkaufs- Gesellschaft, zeichnet. Im Reichstag haben unsere Vertreter schon wiederholt Schottische ausreichenden Schuß für die Arbeiter in der Glasindustrie gefor- Deutsche dert. Im Jahre 1909 nahm der Reichstag einen sozialdemokra- Dänische tischen Antrag an, der Bundesrat möge eine Verordnung erlaffen, Schweizerifche die u. a. in Glashütten geeignete Schußvorrichtungen an den Glas- Desterreichische und Feuerungsöfen trifft, die den Augenschädigungen bei den Ungarische Schmelzern und Bläsern entgegenwirken. Der Bundesrat stimmte Finnische dem zu. Das war 1909. Fragt aber nun einmal in den Glass Franzöfifche( Magasin de Gros) I Baris hütten herum, ob irgendwo im Süden oder Norden Schußvorrich- Holländische Großeinkaufs- Gesellschaft Rotterdam fungen getroffen wurden, durch die die Augen geschüßt werden. Schwedische Nein, die Schuhvorrichtungen werden umgangen. Rein Russische gar nichts geschieht zum Schuße der Arbeiter! Die Arbeitgeber Belgische feßen sich über Geseze, Anstand und Sitte hinweg, fie fragen nichts Franzöfifche( Coopérative de Gros) II Baris nach der Gefundheit der Arbeiter, wenn sich nur ihr Geldjad füllt. Norwegische Großeinkaufs- Gesellschaft, Christiania ' Die Arbeitsräume und Wohnungen der Arbeiter find Stätten Tschechische Prag
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Es erzielten:
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Verfammlungen.
Die Dachdeckerhilfsarbeiter versammelten sich am Mittwoch abend im Gewerkschaftshause, um zu hören, wie ihre Wünsche in bezug auf den paritätischen Arbeitsnachweis im Kuratorium des Nachweises aufgenommen worden sind. Die Hilfsarbeiter fühlen sich dadurch benachteiligt, daß man ihnen nicht dieselben Vergünsti gungen einräumt wie den Dachdeckern. Für Hilfsarbeiter werden Stellen zu jeder Zeit vermittelt; die Löhne gehen sehr häufig unter die mit den Unternehmern vertraglich festgelegten Löhne 16,0 herunter; die Art der Arbeitsvermittelung ist nicht die gleiche wie 9,8 bei den Dachdeckern. Im Kuratorium wollten die Vertreter der 5,7 Unternehmer in keiner Weise auf die Wünsche der Arbeiter ein2,4 gehen. Sie lehnten auch den Antrag der Vertreter der Arbeiter im 1,9 Kuratorium, daß Hilfsarbeiten nicht unter ein Minimum von 1,750 f. pro Stunde vergeben werden, ab. Der Lohn ist in der Regel 1,2 60 Pf. pro Stunde, und dieser Lohn ist von 31 Firmen bereits ver 0,7 traglich anerkannt. Althaus und Hensel, die den Bericht 0,6 über die Verhandlungen im Kuratorium erstatteten, empfahlen den 0,6 Silfsarbeitern eine straffere Organisation, die Abschließung wei0,4 terer Einzeltarife und stritte Durchführung der festgesetten Bedin0,4 gungen, um auf diesem Wege die Unternehmer zu zwingen, den 1 181 298 0,1 Forderungen in bezug auf den Arbeitsnachweis gerecht zu werden.
Manchester 531 356 660= 58,4 Glasgow 145 763 160 Hamburg Kopenhagen 51 624 224 Basel 22 212 671 Wien 16 869 511 15 978 791 Budapest Helsingfors
Stocholm Mostau Antwerpen
10 888 062 5 990 623 5 883 687
5 078 005
4 287 226
8 591 996
1 078 886 814 000
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des Elends und des Jammers. Am traurigsten sind die Verhält- Deutschland steht demnach an dritter Stelle und hat sich schon niffe in der Oberpfalz . Für die dortigen Glasarbeiter wurde der einen beachtenswerten Platz erobert. Ein Vergleich mit England Name die ewigen Arbeiter geprägt. Würden unsere Kapitalisten und Schottland zeigt aber, wie weit wir noch zurüd sind und welch auch nur einen Funken von Gefühl für die Arbeiter haben, dann ungeheuer großes Brachfeld noch zu bearbeiten ist. Zielbewußte dürften die est höhlen in der Oberpfalz , in denen die Arbeiter Mitarbeit aller Genossen eröffnet da große Erfolgsaussichten. hausen, nicht bestehen. Die Arbeiter in der Glasschleiferei werden durch die Tuberkulose frühzeitig hinweggerafft. In dem herrlichen Thüringen ist das Elend der Schleifer genau so groß wie im Riesengebirge oder in der Oberpfalz . In den Glashütten ist die Kinderarbeit in erschredender Weise vorhanden. Kinderarbeit ist
Aus der Frauenbewegung.
Wie kann dem weiblichen Bevölkerungsüberschuß entgegen. gesteuert werden?
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Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 28. Mai, vormittags
9 Uhr, Pappel- Allee Nr. 15-17 und Nirdorf, Idealpassage: Freireligiöse Borlesung. Vormittags 11 Uhr: Kleine Frankfurter Str. 6: Vortrag von ein Prof. Dr. A. Gehrke:" Probleme". Damen und Herren als Gäste
sehr willkommen.
Arbeiter Wanderverein Berlin". Am Sonntag, den 28. Mai: Wanderfahrt nach 1. Schwante, Seilers Teerofen, Dranienburg. Abfahrt 6,46 Uhr Stettiner Hauptbahnhof; 2. Bahnhof Grunewald, Havelberge, Potsdam . Abfahrt 6,59 Uhr Bahnhof Alexanderplat.
Arbeiter Wanderbund Die Naturfreunde". Wanderfahrten am Sonntag, den 28. Mai: 1. Ludwigsfelde - Rehbrücke. Abfahrt Anhalter Bahn hof 6,15 Uhr vorm. 2. Tegel - Belten. Treffpunkt Tegel , Endst. d. Straßenb., 8 Uhr. 3. Geologisch botanische Wanderung: Mühlenbeck Schönwalde. Bahnhof Grunewald 2 Uhr nachm. Für Pfingsten sind 12 Wanderfahrten angefeßt, 1-8 Tage umfassend. Ausführliche Programme bei Heyse, Bohenftraße 19, zu haben. Touristenverein" Die Naturfreunde". Drtsgruppe Berlin . Sonn tag, den 28. d. M.: Besichtigung des Steinbruchs der Rüdersdorfer Kaltberge. Abfahrt Schlesischer Bahnhof früh 8,33 nach Rüdersdorf .
Abfahrt Stettiner Vorortbahnhof 7,25. 4. Grunewald - Weſtend . Treffpunkt
Eingegangene Druckschriften.
ja verboten. Aber wie die gefeßlichen Bestimmungen für die er: wachsenen Personen von den Unternehmern ausgeschaltet werden, so auch die Bestimmungen über den Kinderschutz. Mit dem Schuß für jugendliche Arbeiter fieht es gleichfalls sehr traurig Uns wird geschrieben: aus. Die Jugendlichen werden viel länger zur Arbeit angehalten, Daß das weibliche Geschlecht das männliche in der Zahl überals gefeßlich zulässig ist. Wird dies bei Revisionen durch den wiegt, ist eine durch die Statistit bewiesene Tatsache, die nicht allein Fabritinspettor festgestellt, bekommt der Unternehmer eine so ge- in Deutschland , sondern auch im Ausland( mit wenigen Ausringe Geldstrafe, daß diese fast noch als Ansporn betrachtet werden nahmen) zutrifft. Erst fürzlich wurde von dem Leiter des stakann, die Jugendlichen noch länger auszubeuten. Die Frauen- tistischen Seminars an der Universität München , Dr. Müller, dararbeit verbreitet sich in den Schleifereien immer mehr. Auch für getan, daß in der letzten Volkszählung in Deutschland auf 1000 diefe fehlt es an genügendem Schuß. Die Nachtarbeit ist in den Männer 1029 Frauen tamen. In anderen europäischen Staaten Glashütten ganz besonders vorhanden. Die Bedienungsmann- die Türkei mit ihrem überreichen Frauenüberschuß hierbei ausschaften an den Defen müssen beim Schichtwechsel 24 lange Stunden genommen, von der keine zuverlässige Statistik vorliegt ſtellta Frondienst leisten. Die Unfälle sind bei den geringen Schußvorrich- sich der weibliche Ueberschuß auf 1000 Männer wie folgt: Portugal tungen sehr groß. Die Heimarbeit ist besonders start bei 1090, England und Wales 1074, Schottland 1063, Dänemart 1053, den Thermometerarbeitern berbreitet. Die Arbeitsstätte ist viel Frankreich 1039, Desterreich 1035, Schweiz 1035, Niederlande 1025, fach zugleich Wohn- und Schlafraum. In der durch das Quecksilber Rußland 1025, Belgien 1013 und Italien 1010. Dagegen kommen vergifteten Atmosphäre haust die ganze Familie; Quecksilberver in Luxemburg 989 Frauen und in Griechenland 921 Frauen auf giftung und früher Tod find die Folgen davon. Noch kulturwidrigere je 1000 Männer. Jm Berlag von J. H. W. Diet Nachf. in Stuttgart ist soeben Bustände sind bei den Christbaumschmudarbeitern bor- Nun sind aber die oben angegebenen Ziffern, die das Ergebnis erschienen: Die bürgerlichen Parteien des Deutschen Reichstages Handen. Diese Heimarbeiter werden mit dem größten Raffine- aus der gesamten Reichszählung darstellen, auf die einzelnen Pro- Historische Stizzen von Dr. Ludwig Frant, Mitglied des Reichs. ment ausgebeutet. Grauenvollere Zustände, wie dort vorhanden, binzen des betreffenden Reiches nicht anzuwenden; denn Durch- tages. Mit einem Anhange: Die Programme der bürger fann man sich taum vorstellen. Auf der Hygieneausstellung in schnitte entsprechen niemals den tatsächlichen( Erwerbs-) Verhältlichen Parteien Deutschlands . Nr. 13 der Kleinen Bibliothet. Dresden wollten wir das Elend in der Glasindustrie zeigen. Den nissen eines Gebietsabschnittes; außerdem wechseln Gebiete mit 112 Seiten. Preis gebunden 1 Mart, broschiert 75 Pi., Vereinsausgabe Industriellen war dies sehr unangenehm, und sie haben es zu ver- Frauen- bezw. Männerüberschuß sehr oft, je mehr detail- Bei der beginnenden Wahlbewegung wird das Büchlein das Intereffe hindern gewußt. Wir aber werben weiter auf die erbärmlichen geographische Ziffern zutage treten. So haben in Deutschland die aller Wähler in Anspruch nehmen und als Ergänzung des Parteihandbuchs Verhältnisse in unserem Berufe hinweisen und unsere Forderungen Provinzen Ostpreußen mit 1077 und Bofen mit 1097, das Königbienen tönnen. Die Beigabe der Programme der bürgerlichen Parteien nach wirklichem Arbeiterschus laut erheben. Wir werden mit aller reich Württemberg mit 1061 weiblichen auf 1000 männliche Bere dürfte den Wert der Arbeit nicht unwesentlich steigern.
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Von der Neuen Zeit ist soeben das 34. Heft des 29. Jahrgangs erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben wir hervor: Unglücksraben. Die Bagdadbahn . Bon Karl Radet. Bodenfragen. Von K. Kautsky . Die Social Democratic Party , Hyndman und die Rüstungs( Schluß.) Literarische Rundschau: Universitätsfrage. Von H. Duelch( London ). professor Dr. Josef Schumpeter , Wie studiert man Sozialwissenschaft? Von G. Eckstein. Notizen: Die Leipziger Volkszeitung". Von K. Kautsky . Der sozialistische Augemeine Gewerkschaftsbund in Bulgarien. - Beitschriftenschau.
50 Pf.
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