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Br. 151. 28. Jahres. Beilage des Vorwärts" Anzeigen für Often, Süden, Weffen.

Vorort- Nachrichten.

Wilmersdorf- Halensee.

kostenlos.

1. Juli 1911.

nicht entfernt auf Erfolge wie in Berlin oder gar in Rigdorf rechnen am Wittenbergplatz 4, Ede Bayreuther Straße 8, ist für beide Teile tann. Um so notwendiger ist es, daß die Parteigenossen und Ge­nossinnen von Wilmersdorf in der Agitation ständig auf dem Posten sind.

Vater und Sohn. Vorgestern abend um 7% Uhr sprang der 56 Jahre alte Gemüsehändler Wilhelm Döring aus der Küstriner Straße im Schloßpart in die Spree und riß seinen 11 Jahre alten Sohn Friedrich mit ins Wasser. Der Sohn wurde gerettet, der Vater fonnte jedoch nur als Leiche geborgen werden. Wieder. belebungsversuche waren ohne Erfolg. Die Leiche wurde nach dem Schauhause geschafft, der gerettete Knabe nach dem Krankenhaus in Westend . Durch einen von Döring im Schloßgarten zurück­gelaffenen Zettel steht unzweifelhaft fest, daß er sich mit seinem Sohne das Leben nehmen wollte. Zehlendorf ( Wannseebahn ).

Aus der Stadtverordnetenversammlung. Eine Tagesordnung von Nixdorf. nicht weniger als 27 Gegenständen hatte die Stadtverordnetenver- Freigabe der Schulhöfe als Spielplätze. Dem Wunsche der Ein­fammlung in ihrer Sigung vom 28. Juni, der letzten vor den Ferien, wohnerschaft entsprechend find auch für die diesjährigen Sommer zu erledigen. Zum Glüd führten nur wenige Angelegenheiten zu ferien die Höfe der Schulgrundstücke an der Ecke der Boddinstraße, größeren Auseinandersetzungen. Wir erwähnen aus den Ertstraße, Weserstraße, Kaiser- Friedrich- Straße, Elbestraße, Rütli Verhandlungen einen vont Stadtverordneten Dr. Weber straße und Prinz- Handjery- Straße als Spielpläge freigegeben. Den begründeten Antrag, wonach der Magistrat ersucht werden Kindern im Alter von 12 und mehr Jahren ist mit Rüdjicht auf foll, ein Mertbuch über die für Wilmersdorf be- das ungestörte Spielen der fleineren Kinder der Zutritt zu den stehenden sozialen Einrichtungen ausarbeiten zu lassen Schulhöfen untersagt. Die Höfe können von morgens 9 Uhr bis und dieses Buch allen Aerzten, Armenpflegern und anderen Be- abends 7 Uhr benutzt werden. Die leberwachung ist dem Publikum Jetzt endlich ist unsere Gemeindeverwaltung genötigt gewesen teiligten zur Verfügung zu stellen. Der sozialdemokratische selbst überlassen. Die Schuldiener haben für Reinlichkeit zu sorgen Farbe zu bekennen und zuzugeben, daß nicht daran gedacht wird, Stadtverordnete Schröder meinte hierzu, daß gegen den und darauf zu achten, daß keine Beschädigungen der Anlagen usw. die Schule im Süden zu bauen. Man müßte über die Leichtherzig­Antrag an sich durchaus nichts einzuwenden fei, doch stattfinden. Die Benutzung der auf den Höfen aufgestellten Turn- teit lachen, mit der die Gemeindeverwaltung sowohl wie auch die könne der Magistrat angesichts des Umstandes, daß Wilmers geräte ist verboten. Hunde dürfen auf die Spielpläge nicht mit Gemeindevertretung die Einwohnerschaft an der Nase herumführt, dorf sich nur durch die Geringfügigkeit feiner fozialen gebracht werden. Auf jedem Schulhofe ist Sand angefahren worden, sobald es sich um Forderungen der Besiglosen handelt. Doch die Einrichtungen auszeichne, bei der Ausführung des Antrages einiger- damit die Kinder darin spielen können. Für die Eltern, die gleich Sache ist bitter ernst; es tritt hier wieder einmal die ganze Rück­maßen in Verlegenheit fommen. Vielleicht werde der falls den Schulplaz betreten können, ist Siggelegenheit geschaffen. ständigkeit der Einwohnerschaft zutage. Bereits im Jahre 1906, vor Magistrat aus dieser Verlegenheit befreit, wenn man statt Merk­Recht sonderliche Erfahrungen mußte ein Arbeiter machen, der den Wahlen, wurde der Bau beschlossen, und zwar als 28tlassige buch" bescheiden das Wort Merkblatt" feze. Die Angelegenheit am 19. Dezember borigen Jahres mit seiner Frau vor dem hiesigen Schule, die 1907 die Genehmigung erhielt. Auf Antrag Steinfämper wurde einem besonderen Ausschuß überwiesen. Mit einem beträcht- Amtsgericht seinen Austritt aus der Kirchengemeinschaft anmeldete. wurde der Bau 1907 um ein Jahr verschoben. 1908 wurde dann lichen Aufwand von schönen Worten begründete Stadtverordneter Die Frau des Arbeiters, die der evangelischen Kirche angehörte, der Anfangstermin des Baues auf 1910 verlegt. 1910, Dr. Leidig sodann einen von ihm und seinen Freunden erhielt am 1. Februar dieses Jahres die gerichtliche Bescheinigung, vor den Wahlen, schien es, als wollte man Ernst mit gestellten Antrag, wonach der Magistrat ersucht werden soll, daß ihr Austritt vollzogen sei, während der Ehemann derselben, der Sache machen. Ein neues Projekt wurde ausgearbeitet der Stadtverordnetenversammlung möglichst bald eine Vorlage über der Mitglied der katholischen Kirchengemeinde war, auf die Be- und hierfür bereits zweihundertausend Mark in den Etat ein­die Errichtung eines Genesungsheims zu machen. Das Heim scheinigung vergeblich warten mußte. Mitte März wandte sich der gestellt. Die Herren taten sehr entrüstet, als von unserem Genossen soll der minderbemittelten Bevölkerung und den Schichten des Arbeiter an das Amtsgericht um Auskunft, ob er keine Bescheini- Ülm in der Kommunalwählerversammlung die Behauptung auf­Mittelstandes eine möglichst billige Gelegenheit zur Erholung wäh- gung über seinen Austritt aus der Kirche erhalte. Auch auf diese gestellt wurde, daß auch dies nur Schaumschlägerei sei. Sie be rend der Refonvaleszenz bieten und in erster Reihe den Frauen Anfrage blieb der Arbeiter ohne Antwort. Erst als sich derselbe schlossen, daß die Schule zum 1. April 1912 bezugsfertig sein müsse, nach einer Krankheit oder Entbindung dienen. Es ist daran gedacht, am 9. Juni beschwerdeführend an den aufsichtführenden Amtsrichter und dann wurde es wieder still. Die Wahlen waren inzwischen das Erholungsheim möglichst im Grunewald einzurichten. wandte, wurde ihm am 10. Juni die Bescheinigung des Austritts vorbei und die Dummen waren wieder auf den Leim gekrochen. Ging aus der Begründung nicht hervor, daß diese Einrichtung zugestellt. Da auf der Bescheinigung jedoch anstatt 19. Dezember Als wir vor längerer Zeit feststellten, daß auf dem Grundstück noch als Mittelstandskrankenhaus gedacht ist, so ließ die Ant 1910, 19. Dezember 1911 als Austrittstermin angegeben war, nicht ein Spatenstich erfolgt sei, machten die Herren verdußte Ge­wort des Stadtrats Steinborn faum einen Zweifel darüber, mußte der Arbeiter nochmals auf das Gericht gehen, damit die Be- fichter. Auf Anfrage der Herren Thornton und Clas, ob es wahr daß der Magistrat, der sich bereits unabhängig von dem Antrage scheinigung in Ordnung gebracht wurde. Es hätte nicht wunder- sei, daß die Schule nun doch nicht gebaut werden soll, antwortete mit der Angelegenheit befaßt hat, ein solches Institut wesentlich nehmen können, wenn der Arbeiter, des Spiels endlich müde, auf der Bürgermeister, daß dem Vorstande von solcher Meinung nichts nur bestimmten Schichten der Bevölkerung zugute die Bescheinigung des Austritts verzichtet hätte. Doch der feste bekannt sei, im übrigen schwieg der gesamte Vorstand hierzu. Ja, tommen lassen will. Von sozialdemokratischer Seite wurde denn auch Entschluß, auch äußerlich mit der Kirche zu brechen, behütete ihn man ging noch weiter, man stellte auch in den diesjährigen Etat hervorgehoben, daß es einen eigentümlichen Eindruck nach vor der Unannehmlichkeit, später wieder Kirchensteuer zahlen zu 100 000 m. ein, so daß nunmehr 300 000 M. zur Verfügung standen. außen hin machen müsse, man sehe, wie in dem müssen. Und jetzt, ein Vierteljahr nach der letzten Etatsberatung tommt man her und verlangt Aufschub des Baues zunächst auf zwei Jahre, weil fozialpolitisch außerordentlich rüdständigen Wilmersdorf die von Herrn Leidig angekündigte Aera der sozialen Reformen eingeleitet Charlottenburg . sich jetzt herausgestellt hat, daß gar kein so dringendes Bedürfnis werde. Die Sozialdemokratie werde entschieden Einspruch erheben, In der Lehrstellenvermittelung des städtischen Arbeitsnach für die neue Schule vorhanden sei. Kann es noch einen Gemeindes wenn die vorliegende Angelegenheit in der Tat darauf hinauslaufe, weises ist im Interesse einer sachgemäßen Auswahl von Lehrstellen vorstand geben, der seine eigene Unfähigkeit auf eine so deutliche Art daß in derselben Großstadt, die noch eines eigenen Stranten die Einrichtung getroffen, daß die zur Entlassung kommenden felbft attestiert und der nicht sofort zwangsweise in den Ruhestand hauses entbehre, in erster Reihe nicht die so dringend notwendige Schulkinder zur frühzeitigen Angabe ihres beabsichtigten Berufes bersetzt wird? Es ist kein Bedürfnis vorhanden? Das behauptet der Arbeiterfürsorge, sondern soziale Mittelstandspolitik ge- veranlagt werden. So sind schon jetzt Knaben angemeldet, die für Vorstand, obwohl er im selben Atemzuge die Unterbringung einiger trieben werde. Auch diese Angelegenheit ging an einen besonderen Michaelis 1911 eine Lehrstelle suchen, und zwar nicht nur in den Klassen in Privathäusern beantragen muß; in derselben Sizung, Ausschuß. stets begehrten Metallgewerben( als Mechaniker, Maschinenbauer, in der der Bau der neuen höheren Mädchenschule endgültig beschlossen Elektrotechnifer, Maschinenschlosser), sondern auch im Baugewerbe wurde, obwohl feststeht, daß eine Reihe der Klassen dieser Schule ( als Klempner, Tischler, Maurer , Zimmerer) sowie als Lithograph, auf Jahre hinaus leer stehen werden. Festgestellt muß werden, daß, Friseur, Schneider, Schuhmacher, endlich auch als Buchhalter, von einigen Verlegenheitsreden abgesehen, nicht ein einziger Ver Kaufmann, Schreiber usw. Auch haben sich eine Anzahl Mädchen treter gegenüber den Plänen des Vorstandes sich so energisch zur Wehr gemeldet, die eine Lehrstelle als Buchhalterin, Verkäuferin, Schnei fette, wie es unbedingt nötig gewesen wäre. In seiner bekannten derin, Puhmacherin suchen, sowie auch solche, die bereit sind, Dienst- Weise verstand estherr Thornton sogar bei dieser Gelegenheit, natür botenstellen anzunehmen, in denen sie für den häuslichen Beruf lich unbeabsichtigt, dem Borstand eine Brüde zu bauen, über die ausgebildet werden. Die Vermittelung im städtischen Arbeitsnach er sich zunächst retten konnte, um nicht der Lächerlichkeit zu ſehr weis Charlottenburg , Berliner Straße 81, in der Nähe des Wil - anheimzufallen. Sein Vorschlag, wenigstens eine siebenflaffige helmplates, sowie in der Zweigstelle für weibliches Hauspersonal Schule zu bauen, wurde dem Vorstand zur Beschaffung einer Vore

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Sehr eingehend wurde weiter eine Magistratsvorlage beraten, wonach die Stadtverordnetenversammlung sich mit der versuchs weisen Einführung des Schwimmunterrichts an den Ge­meindeschulen I, II und IV einverstanden erklären und hierfür sowie für die Ausstattung sämtlicher Volksschulturnhallen mit Trockenschwimmapparaten die etforderlichen Mittel von insgesamt 2580 Mark dem Ausgleichsfonds be­willigen follte. Stadtv. Riedel( Soz.) gab seine Sympathie für den Schwimmunterricht Ausdruck, der sowohl an höheren wie an Bolksschulen obligatorisch erteilt werden müßte. Im Laufe der Er­örterung erfuhr man von dem Referenten Gymnasialdirektor Dr. Coste, daß der Gedanke der Einführung des Schwimmunterrichts an anderer Stelle als im Wilmersdorfer Magistrat seinen Ursprung hat. Der Fachmann teilte nämlich mit, daß die preußische Regierung die obligatorische Einführung des Schwimm­unterrichts an allen Schulen des Staates be. absichtigt und daß sie nach eingehender Prüfung die in der Vorlage erwähnten Trockenschwimmapparate als ein wesentliches Förderungsmittel dieses Unterrichts betrachtet. Etliche Schwimmer in der Versammlung standen diesen Apparaten dennoch mit bes trächtlichen Zweifeln gegenüber und stellte einen Antrag auf Veriveigerung der hierfür geforderten Mittel. Dieser Antrag wurde jedoch abgelehnt, worauf dann der Magistratsantrag Annahme fand.

Am Schluß des öffentlichen Teils der Sigung liefen einige Ver­treter des Hausbesiges gegen den Erlaß eines Orts statuts Sturm, das die Verunstaltung von Straßen und Plägen gemäß dem Gesetz vom 15. Juli 1907 hindern soll. In der von diesen Herren beantragten namentlichen Abstimmung fand die Vorlage jedoch mit 26 gegen 6 Stimmen Annahme.

Auch wurde im Zusammenhang mit dieser Sache eine Vorlage angenommen, wonach zur Erlangung guter Schaubilder für die um das fünftige Rathaus und den Seepark gelegenen Flächen ein Preisausschreiben in Höhe von 20 000 M. veranstaltet werden soll.

Einige Stadtverordnete fanden diesen Betrag zu hoch. Ihnen entgegnete Stadtbaurat Herrnring jedoch, daß es Pflicht der Stadtverordnetenversammlung sei, die von der Koalition der Architekten für derartige Preisausschreiben aufgestellten Normalsätze zu berücksichtigen. Der sozialdemokratische Stadtverordnete Schröder fand eine derartige Respektierung von Lohnforderungen ganz in der Ordnung und sprach die bestimmte Erwartung aus, daß der Magistrat nicht minder entschieden gegen unorganisierte Elemente auftreten werde, wenn es sich später einmal um die Verbesserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen organisierter Arbeiter Handeln follte.

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Berufsstatistisches aus Wilmersdorf . Das Statistische Amt der Stadt hat dieser Tage in einem besonderen Heft einige Haupt­ergebnisse der Berufszählung vom 12. Juni 1907 für Deutsch­Wilmersdorf zusammengestellt. Die in diefem Heft mitgeteilten Relativzahlen geben Kunde von dem eigentümlichen Charakter der Wilmersdorfer Bevölkerung. Bergleichen wir die Zahlen für Wilmersdorf mit den Zahlen für Berlin und für die Arbeiterstadt Rigdorf, so fällt zunächst der geringe Anteil der Wilmersdorfer Einwohner an der Industrie, einschließlich dem Baugewerbe ins Auge. In Rigdorf find 65,06 Proz., in Berlin immer noch 51,53 Broz, Wilmersdorf hingegen nur 32,40 Proz. in der Industrie tätig. Nicht so start ist der linterschied, wenn man die in Handel und Ver­tehr, einschließlich Caft- und Schankwirtschaft beschäftigten Ein­wohner in Betracht zieht. Es sind in diesen Berufen tätig in Rig­dorf 19,54, in Berlin 24,64, in Wilmersdorf 26,20 Proz der gezählten Einwohner. Mit häuslichen Diensten und Lohnarbeit wechselnder Art beschäftigten sich in Rigdorf nur 3,06-3., in Berlin 5,73 Proz. und in Wilmersdorf 5,26 Broz. Reigen diese Zahlen, daß die fleinen Staatsbeamten, die scharenweise die Stadt Wilmersdorf bevölkern, sich nicht ganz in dem Maße den Lugus eines Dienstboten leisten können, wie der Durchschnitt der Berliner , so lehrt die Statistik weiter, daß die Beamten in Wilmersdorf eine Rolle spielen wie in feinem anderen Vorort. Die im öffentlichen Dienst sowie in freien Berufsarten tätigen Personen machen nämlich in Wilmersdorf 15,78 Broz, in Berlin hingegen nur 7,16 Proz. und in der Proletarierstadt Rigdorf gar nur 4,41 Proz. der Gezählten aus. Ebenso entfallen in die Nubrit Ohne We­rufsangabe" in Wilmersdorf 19,08, in Berlin hingegen 10,52 und in Nixdorf nur 7,13 Proz. In der Landwirtschaft endlich find in Wilmersdorf 1,28 Proz., in Berlin 0,42 Proz. und in Rig­dorf 0,80 Proz. tätig. Aus diesen Zahlen ergibt sich, daß die Ar­beiterschaft in Wilmersdorf einen außerordentlich schweren Stand hat und trotz aller Anstrengungen bei öffentlichen Wahlen

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