Eine Wendung im Kampf der Hamburger Holzarbeiter?
Das Bureau Herold meldet aus Hamburg : 250 Arbeitgeber des Holzgewerbes haben beschlossen, bei ihrem Schußverbande eine Reform des Arbeitsnachweises anzurégen und Friedensverhandlungen mit den seit sechs Wochen ausständigen Arbeitern einzuleiten.
Drohende Aussperrung in der thüringischen Metallindustrie.
Husland.
"
haben; sie bringt zum Ausdrud, daß eine solche Einmischung in interne Organisationsfragen nicht im Interesse der Arbeiter schaft liegt und deshalb auch von den Buchdrudern zurüc gewiesen werden muß."
"
Gestern abend fand nun in der„ Neuen Welt" eine außer find eine eigenartige Spezies von Auch- Gewerkschaftlern, unter deren ordentliche, aus Delegierten zusammengesette Generalversammlung Konkurrenztätigkeit besonders die christlichen Gewerkschaften arg zu des Vereins Berliner Buchdrucker und Schriftgießer statt, in der der leiden haben. Dbgleich diese Art von Arbeiterorganisationen streng Bericht von der Gauvorsteherkonferenz auf der Tagesordnung stand. fatholisch- konfessionell ist und sein will, machen jetzt die Arbeiter in Von vier Buchdruckereien lagen Anträge vor, den Punkt hier nicht den Deutschen Munitions- und Waffenfabriken die eigenartige Der Verband thüringischer Metallindustrieller beschloß, wenn zu behandeln, sondern einer allgemeinen Mitgliederversammlung Beobachtung, daß sie zum Schutze kapitalistischer Interessen auch heute die bei den einzelnen Firmen bestehenden Streits nicht be- zu überweisen, jedoch wurde dies nach längerer Geschäftsordnungsdebatte abgelehnt. Sodann gab der Gauvorsteher Massini den Betonfessionell weitherzig sein können. Speziell die Arbeiter der Ab- endet werden, die Aussperrung sämtlicher Arbeiter. richt und legte die Gründe dar, die der Konferenz für die Annahme teilung Kugelfabrik lagen darüber, daß der Leiter dieser Abteilung jener Resolution maßgebend waren. Seine Ausführungen wurden den Mitgliedern des Deutschen Metallarbeiterverbandes ungünstig gesinnt sei und sie vor den Angehörigen des katholischen Fachbereins Nachdem sich bei den bisherigen Verhandlungen mit den wiederholt teils durch Mißfalls, teils durch Beifallsäußerungen unterbrochen. Zu den letzten Absatz der Resolution, die sozialzurücksetzt, wenn diese letteren auch oftmals nur minderwertige Innungsmeistern herausgestellt hat, daß es diese offensichtlich darauf demokratische Presse betreffend, bemerkte der Redner, daß das dort Sträfte seien. Tüchtige Arbeiter werden unter allerlei Vorwänden abgesehen haben, die Gesellenforderungen durch Verschleppung und Gesagte auf den Vorwärts" nicht anzuwenden sei. Denn der entlassen, sobald man weiß, daß sie im Deutschen Metallarbeiter- andere Manöver zu hintertreiben, beschlossen die Gesellen am Freitag Vorwärts" habe über die Angelegenheit nicht aufwiegelnd ge und fach verband organisiert sind. Einen Vertrauensmann entließ man an- in einer großen Versammlung mit 588 gegen 49 Stimmen, sofort schrieben, sondern durchaus sachlich berichtet Die Forderungen der Bäder gehen 1. lich Kritik geübt. Wenn aber wirklich irgendwo die sozialgeblich wegen Arbeitsmangel; gleich darauf wurde aber die Arbeitszeit in den Streik einzutreten. bon 9 auf 10 Stunden verlängert. Solche Entlassungen haben unter auf Beseitigung des Kost- und Logiswesens, 2. einen Wochenlohn demokratische Presse oder sonst ein Blatt gegen die Organisation den Arbeitern großen Unwillen erregt. Die Arbeiter wollen unter von 23 M., einen 12stündigen Arbeitstag, Bewilligung vou freien borgehen sollte, so müsse dem selbstverständlich ganz energisch keinen Umständen ihr gutes Recht, sich im Deutschen Metallarbeiter Tagen. Die Versammlung beschloß, die Leitung der Partei in Leipzig entgegengetreten werden. Im übrigen betonte der Redner, daß, wo für die Organisation Geseze bestehen, die sie in ihrer freien verband zu organisieren, antasten lassen. Da der Wirkungskreis des sowie das Gewerkschaftskartell um Unterstüßung, eventuell in Form Entwickelung hemmen, man darauf hinwirken müſſe, ſie zu beerwähnten Leiters der Kugelfabrik anscheinend vergrößert werden des Boykotts, anzugehen. Mehrere Meister haben die Forderungen seitigen, daß man aber, solange die Geseze bestehen, sie unter allen soll und auch in anderen Abteilungen schon ähnliche Vorstöße gegen bereits bewilligt. Die Gesellen kehrten gestern abend nicht mehr Umständen halten müsse. Die Situation sei außerordentlich ernst. die Organisation versucht worden sind, so sind die Arbeiter ent- in den Betrieb zurück. Die Versammlung aber müsse zu der Erklärung kommen, daß sie Es gilt auch, fich dagegen schlossen, dagegen Stellung zu nehmen. die Fahne der einheitlichen Organisation nie verlassen werde. Die Ausführungen des Referenten wurden am Schlusse mit zu wehren, daß die zehnstündige Arbeitszeit weiter eingeführt wird, ziemlich allgemeinem Beifall aufgenommen. Aus der Mitte der umso mehr, als Arbeitsmangel als Entlassungsgrund gewöhnlich vorgeschoben wird, wenn man freiorganisierte Arbeiter hinauszudrängen sucht. In der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag ist in Amsterdam Versammlung lag eine Resolution vor, worin die schärfste MißNach Ansicht bieler Arbeiter sind übrigens nur Polizei und Militär mit Säbel und Schußwaffen gegen die streifenden billigung über die Resolution der Gauvorsteher ausgesprochen, Seeleute, gegen Frauen und Männer, vorgegangen. Die Truppen ferner erklärt wird, daß man mit feftem Willen an den bewährten sehr wenige von denen, die sich als Mitglieder baben auf die Menge, und sie haben sogar in die Fenster geschossen. Grundsäßen der Solidarität festzuhalten, ſelbſt dann, wenn eine des tatholischen Fachvereins einschreiben ließen, 12 bis 15 Personen find verwundet, unter ihnen mehrere Frauen. Strömung im Verbandsvorstande diese Grundsäze verlassen sollte, wirkliche Katholiken( 1); biele treten nur darum ein, Eine Frau, die durch eine Kugel in den Leib getroffen wurde, ist bereits und in der schließlich nach wie vor eine Revision des ungeheuerweil sie sich Vorteile in ihrer Stellung davon versprechen, und an ihren Wunden verstorben. Die Veranlassung zu diesem mörderischen lichen Urteils des Tarifamts" verlangt wird. darum wird dieser Verein gewöhnlich von den Arbeitern als ein Borgehen war, daß auf einige Polizeileute, die einen Streitbrecher Außerdem wurde eine zweite Resolution eingebracht, in der gelber Verein betrachtet. transportierten, mit Steinen geworfen war. Das geschah in der Kleinen unter anderem gesagt wird, daß die Versammlung die Resolution Die Arbeiter nahmen mit Befriedigung Kenntnis von einer Zu- Rattenburgstraat, wo fast in jedem Hause Streifende wohnen und der Gauvorsteher nicht anerkennen kann, da die Konferenz zu keiner ficherung der Direktion, die auf Vorstellungen der Betriebskommission wo der Hauptpunkt der ganzen Streifbewegung ist. Die Polizei gerechten Würdigung der Berliner Vorkommnisse gekommen sei, ingegeben wurde, wonach dem Leiter der Kugelfabrik das Recht auf hätte den Streitbrecher ebenso gut einen anderen Weg führen können. dem sie sogar das Tarifamtsurteil als verständlich bezeichnete, woSie hätte im voraus wissen müssen, daß der Transport durch jene mit dem Vertrauensmännerinstitut der stärkste Schlag bersetzt Einstellung und Entlassung von Arbeitern abgesprochen werden soll. Straße leicht zu Unruhen führen konnte und geradezu provozierend worden sei; ferner, daß die Verurteilung der Solidaritätserklärung Db dem entsprochen wurde, ist uns nicht bekannt. In erster Linie auf die sowieso erregte Menge wirken mußte. Als um 12 Uhr bei Ulstein und Mosse geeignet sei, das Solidaritätsgefühl zu unterwollen die Arbeiter der Einführung des zehnstündigen Arbeitstages weitere Truppen eintrafen, sollen auch aus den Reihen der Streifenden graben, daß die Verurteilung des Umstandes, daß Mitglieder sich an den Gewerkschaftskongreß wandten, einen Eingriff in das Recht entgegenwirken und sich auch nicht auf eine sogenannte vorüber einige Schüsse gefallen sein. jedes Angeklagten, sich an unbefangene Richter zu wenden, begehende Einführung einlassen. deute; daß die Verurteilung der Parteipresse zu der Erklärung zwinge, daß der Vorwärts" zu dem Konflikt in vollständig objektiver Weise Stellung genommen, und auf die Anzapfungen des Korrespondent" in vornehmer und zurückhaltender Form geantwortet habe. Außerdem wird in der Resolution bereventuell mit den langt, daß den Mitgliedern, gegen die statutarischen Mitteln schärfsten borgegangen werden soll, unter allen Umständen das Recht gesichert werde, im Korrespondent" sich zu verteidigen, und schließlich wird erklärt, daß die Generalversammlung von den beiden Vertretern des Berliner Gaues erwartet hätte, daß sie auf der Konferenz energischen Protest eingelegt und erklärt haben würden, daß sie die dort gefaßte Resolu tion unter feinen Umständen vor den Berliner Kollegen vertreten könnten, und alles aufbieten würden, um den deutschen Kollegen ein objektives Bild von den Vorkommnissen zu geben.
die
anderen
Die Lithographen und Steindruder in Spanien waren bis zum 1. Januar 1911 in örtlichen Fachvereinen organisiert. An diesem Lage ist der auf dem im Oktober abgehaltenen Kongreß gegrünUebermäßige Ausnutzung von kaufmännischen Angestellten mußte dete„ Spanische Lithographenbund" ins Leben getreten. Die MitZentralverbandes Kontrollkommission des der glieder aller Ortsvereine haben sich dem Zentralverband angeHandlungsgehilfen und Gehilfinnen Deutschlands wieder schlossen und dieser hat sich auch bereits dem Internationalen einmal bei einem der größten Detailgeschäfte Rigdorfs feststellen. Bund der Lithographen, Steindrucker und verwandten Berufe anDie Firma Gustav Blumenfeld 11. Co., Berliner gegliedert, dessen Siz in Berlin ist. Der„ Spanische Lithographen Straße 47-48, entließ einen Teil ihres Personals an bund" hat sich auch ein eigenes Fachorgan" La Federacion Litoatvei aufeinanderfolgenden Wochentagen erst zivischen 11 grafica" zugelegt, das vorläufig alle zwei Monate erscheinen soll. und 1 Uhr nachts und ließ dieselben Personen am Die erste Nummer ist erschienen, sie ist vierseitig in Buchdruck herwieder früh 8 morgen antreten. früh 8 Uhr Dieselbe Firma brachte es fertig, 11 Angestellte von Sonnabend früh 8 Uhr mit einer fleinen Mittagspause bis zum Sonntagvormittag 10 Uhr im Geschäft festzuhalten. Dieses Verfahren widerspricht den gesetz lichen Vorschriften über Mindestrubezeit und Sonntagsruhe und wird hoffentlich von der Behörde nicht mit der häufig angewandten Milde behandelt, die einer Prämie für Unternehmer gleichkommt, welche die dürftigen Schutzbestimmungen übertreten. Die Angestellten selbst aber find nicht bon dem Vorwurf freizusprechen, daß sie es unterlassen haben, existiert bekanntlich ganz legal auf Grund nicht etwa eines liberalen eine derartige Ausnügung, in diesem Fall auch jugendlicher und borwiegend weiblicher Kollegen, von vornherein durch die gewerk schaftliche Organisation zu verhindern. Wäre das Personal in seiner Mehrheit im Zentralverband der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen Deutschlands organisiert, so würde die Firma erst nicht so empörende Zumutungen stellen.
Deutfches Reich.
Zentrumsgewerkschaften.
Der Zentrumsführer Peter Spahn hat dieser Tage in Godes berg in seinem Wahlkreise Bonn - Rheinbach eine Rede gehalten, in der er gemäß dem Berichte in Nr. 147 der Germania " sagte:
" Ich bin nicht Pessimist, aber soll der Ausgang der Wahlen unseren Wünschen und Bedürfnissen entsprechen, dann muß in allen Wahlkreisen alles auf die Schanzen. Unsere Vereine boran: Boltsverein und christliche Gewerkschaften und
gestellt und macht einen ausgezeichneten Eindruck. Allem Anschein nach sind die spanischen Lithographen und Steindrucker auf dem besten Wege, rasch vorwärts zu kommen und ihren älteren Bruderverbänden im Auslande im Ausbau ihrer Organisation nachzueifern.
Jugendbewegung.
Die österreichische Jugendorganisation
"
Blockerzeugnisses, sondern des Vereinsgefeges bon 1862. Der sich über ganz Deutschösterreich erstreckende Berband jugendlicher Arbeiter Desterreichs" hat zurzeit 195 Ortsgruppen, davon sind 128 in Deutsch böhmen und 37 in Wien und Niederösterreich . Das Verbandsorgan erscheint in mehr als 10 500 Exemplaren. Bildungsarbeit, Lehrlings schutz, Agitation für Gewerbeschulreform und Werbearbeit für die Gewerkschaften sind die Hauptaufgaben des Verbandes. Die Mitglieder sind durchwegs deutscher Nationalität, mit den anderssprachigen Jugendorganisationen, die auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung stehen, ist der Verband in einem Startelverhältnis. Der Kassenbericht bilanziert Ende 1910 mit 52 300 Kronen gegen 6200 Stronen zu Ende 1907. Immerhin gibt es auch für die öfterreichische Jugendorganisation eine ganz erkleckliche Zahl von Verurteilungen wegen Vereins- und Kolportagevergeben: 1910 mußten 152 Kronen Strafe gezahlt und 428 Stunden Arrest, abgebrummt werden.
-
Diese Resolution wurde nach einer sehr lebhaften Debatte, die bis gegen Mitternacht dauerte, mit starker Mehrheit angenommen. In der Diskussion hatten sich alle Redner bis auf einen gegen die Stellungnahme der Gauvorstehrkonferenz gewandt. Zu den Vorgängen bei Scherl wurde noch bemerkt, daß die Firma wohl die Bahl ihrer Rotationsmaschinenmeister wieder auf 38 tomplettiert, aber die 8 bei der Beendigung des Konfliktes ausgeschlossenen Maschinenmeister auch jetzt noch nicht wieder eingestellt, sondern statt ihrer Leute von auswärts herangezogen habe.
Letzte Nachrichten.
Protest des internationalen Proletariats. Brüffel, 7. Juli. ( P. T.) Das internationale sozia= Listische Bureau bat beschlossen, eine allgemeine Versammlung sämtlicher sozialistischer Parteien der Welt einzuberufen, um gegen die Konflikte, die aus der marokkanischen Krise entstehen, zu protestieren.
Eine offiziöse Meldung.
Köln , 7. Juli. ( Priv.- Tel. W. T. B.) Die„ Kölnische Zeitung " meldet aus Tanger : Sämtliche hier ansässigen einflußreichen Leute aus dem Sus haben an den hiesigen deutschen Gesandten einen tuung darüber erklären, wenn Deutschland den Sus unter seinen Schuß stellen sollte.
Arbeitervereine durch die Aufklärung in der Sozialpolitik, unsere Abermals die Buchdrucker Berlins und die Vorgänge Brief geschrieben, worin sie ihr Einverständnis und ihre Genug
Wahlvereine und unser Windthorstbund in der Agitation, auch in der Wahlrede, neben den Vereinen in alltäglichem Ansporn unsere Presse."
Dies offene Eingeständnis, daß die christlichen Gewerkschaften Zentrumsvereine sind, wird deren Führern äußerst unbequem sein. Für uns hat es dieses Zeugnisses des Hauptführers der Zentrumspartei nicht mehr bedurft.
Die„ Kölnische Volkszeitung" bringt über die Spahnsche Rede genau denselben Bericht wie die„ Germania ", streicht aber die auf die christlichen Gewerkschaften bezügliche Stelle heraus.
Tarifabschluß im Bäckergewerbe.
Zwischen dem Verband der Bäcker und der Ortsgruppe Elberfelb des rheinisch- westfälischen Brotfabritantenverbandes wurde am Montagabend ein Tarifvertrag abgeschlossen. Der Minimallohn beträgt für Bäcker pro Woche 29 M., für solche, die ein Jahr beschäftigt sind, 30 M., Teigmacher und Ofenarbeiter erhalten 2 M. und Backmeister 4 M. mehr als die Bäcker. In Betrieben, wo fein Freibrot gewährt wird, wird 1 M. Lohn mehr bezahlt. Die wöchentliche Arbeitszeit, die bis jetzt 66 Stunden betrug, beträgt nunmehr auf fechs Arbeitsschichten verteilt, 63 Stunden einschließlich einer Pause von einer Stunde oder zweimal einer halben Stunde pro Arbeitsschicht. Für Ueberstunden werden 65 Pf. bezahlt, Aushilfen erhalten pro Schicht 5,50 M. Arbeiten an geseglichen Feiertagen, mit Ausnahme des Charfreitags, werden mit Überstundenlohn bezahlt. Arbeiter, die am 1. Juli 1911 ein Jahr beschäftigt waren, erhalten im Jahre 1911 vier Tage Ferien. In den folgenden Jahren werden nach einjähriger Beschäftigung vier und nach zweijähriger Beschäftigung 6 Tage Ferien unter Fortbezahlung des Lohnes gewährt. Der Tarif, der außerdem sanitäre Einrichtungen der Betriebe vorschreibt und zur Schlichtung von Streitigkeiten ein Tarifamt unter Vorsiz des Vorsitzenden des Gewerbegerichts zu Elberfeld vorsieht, gilt bis zum 1. Juli 1914 mit der Maßgabe, daß im dritten Vertragsjahre allen Arbeitern der Lohn um i M. erhöht wird.
In den Kleinbäckereien von Elberfeld - Barmen stehen die Gesellen noch im Streit. Die Bäckerinnung von Elberfeld stellt den Forderungen der Gesellen den hartnäckigsten Widerstand entgegen, fonnte aber nicht verhindern, daß bis jetzt 20 leinbetriebe, die 34 Gefellen beschäftigen, die Forderungen der organisierten Gesellen anerkannt haben.
Die Monteure, Dreher, Schloffer, Klempner und Tischler der Firma Topf u. Söhne, Maschinenfabrik in Erfurt , haben die Arbeit wegen Lohndifferenzen niedergelegt. Die Firma sucht Ersatz von auswärts heranzuziehen. Jeder Zuzug hat zu unterbieiben.
bei Scherl.
Die belannfen Vorgänge bei August Scherl oder vielmehr die Stellung, die die Vereinsversammlung der Buchdrucker Berlins Die Eisenbahnerfrage in der französischen Kammer. dazu eingenommen hat, gab dem Hauptvorstand des Verbandes Paris , 7. Juli. ( W. T. B.) In der Kammer begründete heute der Deutschen Buchdrucker Veranlassung zur Einberufung einer der Deputierte GoIIh einen Antrag. der auf die Wiedereinsehung Konferenz der Gauvorsteher aus dem ganzen Reiche, die am 8. der entlassenen Eisenbahner abzielt. Ministerpräsident Caillaug und 4. Juli in Berlin stattfand. Auf dieser Konferenz wurde mit erinnerte an die Verpflichtung, die in dieser Beziehung in der Regierungserklärung übernommen worden sei und fügte hinzu, die allen gegen zwei Stimmen folgende Resolution angenommen: " Die Gauvorsteherkonferenz bringt nach eingehender Er- Regierung sei aus Menschlichkeit zu den weitestgehenden örterung des Kontrattbruches der Rotationsmaschinenmeister der Maßregeln bereit, aber sie werde teine Störung der Ordnung dulFirma Scherl und der damit zusammenhängenden Vorkommnisse den. Die Tagesordnung Bech a bre, welche die ministerielle Er einmütig zum Ausdruck, daß der Beschluß des Tarifamtes in flärung billigt und der Regierung das Vertrauen ausdrückte, wurde betreff der Vertrauensmänner genannter Firma nach der ge- mit 361 gegen 81 Stimmen angenommen. pflogenen Aussprache als verständlich anzusehen ist und seine Begründung in den wiederholten tariflichen Berstößen findet.
Weiter verurteilt die Konferenz die wiederholten Tarif- und Disziplinbrüche in Berlin , die nicht allein die Tarifgemeinschaft, sondern auch die Organisation als Vertragskontrahent aufs tiefste zu schädigen geeignet sind und die weitere Entwickelung auf diesem Gebiete gefährden müssen, auf das schärffte. Die Konferena fordert demgemäß alle Mitglieder auf, im Interesse der Einheit der Organisation sich den Bestimmungen des Statuts und den Beschlüssen der Generalversammlungen auf das ftritteste zu unterstellen und beauftragt den Verbandsvorstand, gegen Disziplinbrüche mit den im Statut gegebenen Mitteln energisch vorzugehen.
Die Solidaritätserklärung der Vertrauensmänner und Personale mit den fontrattbrüchigen Maschinenmeistern kann die Konferenz nur als ein vollständiges Verkennen der tatsächlichen Verhältnisse sowie der Vertragstreue und der Verbandsdisziplin bezeichnen.
Die Gaubertreter erklären ihren festen Willen, an den bewährten Grundsätzen der Organisation und der Tarifgemeinschaft unter allen Umständen festzuhalten, selbst dann, wenn die zurzeit in Berlin vorhandene Strömung diesen Boden verlassen follte. Die das Ansehen der Organisation aufs schwerste schädigen den Vorkommnisse in der Berliner Vereinsversammlung vom 21. Juni 1911, sowie das Anrufen außenstehender Kreise in internen Organisationsangelegenheiten verurteilt die Konferenz auf das entschiedenste und erklärt sich mit den Maßnahmen des Verbandsvorstandes und der Haltung des„ Korrespondent" einverstanden.
Czernowik, 7. Juli. ( H. B.) Infolge niedergehender wollenbruchartiger Regen sind alle Flüsse der Buto wina im Steigen begriffen und teilweise aus den Ufern getreten. Die Czuremojabrüde ist eingestürzt. Mehrere Ortschaften find überschwemmt.
Unwetterkatastrophe.
Nischni Nowgorod , 7. Juli. ( B. C.) Heute ist hier ein gewaltiges Unwetter niedergegangen, das unberechenbaren Schaden verursacht hat. Seit vielen Jahren ist ein ähnliches Ereignis von so großer Tragweite hier nicht beobachtet worden. Stundenlang ergoß sich ein wolfenbruchartiger Regen über Stadt und Land, dem schließlich ein furchtbarer Hagelschauer folgte. Die Schloffen waren etwa wie Hühnereier groß und prasselten länger als eine Viertelstunde auf die Dächer der Stadt und die schon in der Reife stehenden ausgedehnten Getreidefelder der Umgegend nieder. Bu derselben Zeit wütete ein Orkan, der zahlreiche Häuser abdeckte und von so ungewöhnlicher Stärke war, daß große Dachsparren meilenweit fortgetragen wurden. Viele Schornsteine stürzten nieder, und die herabfallenden Trümmer töteten eine große Anzahl Straßengänger. Auch einzelne Häuser stürzten ein. Zwei auf der Wolga verankerte Schiffe lösten sich von ihren Antern und ver fanten in den Fluten. Die Besazung beider Fahrzeuge fand ihren Tod in den Wellen.
Saloniki, 7. Juli. ( W. T. B.) Mehrere bulgarische Bandenführer haben auf türkischem Boden ihre Tätigkeit begonnen. Eine Die Konferenz erblidt in der ungehörigen Art, in der einige aus 6 Köpfen bestehende Bande hat in Biseni bei Florina sozialdemokratische Parteiorgane das Urteil des Tarifamts wie einen Notabeln ermordet, einen zweiten verwundet und einen die Stellungnahme des Verbandsvorstandes glossiert, einen neuen dritten ins Gebirge entführt. Die Räuber fordern ein Lösegeld von Beweis für die abfällige Beurteilung, deren sich die Buchdrucker 600 Pfund. Es find Maßregeln zur Vernichtung der Banden gea in ihren Handlungen seit Jahren von dieser Seite zu erfreuen troffen.
Berantw. Redakteur: Albert Wachs, Berlin . In feratenteil verantw.; Th. Glode, Berlin . Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsbl.