Einzelbild herunterladen
 

Gewerkschaftliches.

Berlin und Umgegend. Achtung, Holzarbeiter!

In den Tageszeitungen von Leipzig , Dresden , Breslau , Magde­ Burg , Stettin , Frankfurt , Kassel und anderen Städten befand sich dieser Tage folgendes Inserat:

Tischlergesellen auf alle Branchen für Berlin gesucht zu den bekannten hohen Löhnen. Zu melden Arbeits­Gormannstraße 13, Berlin .

Dieses Inserat ist jedoch nicht vom paritätischen Arbeits­nachweis aufgegeben worden! Jm Berliner Nachweis find zurzeit weit über zweitausend Arbeitslose vorhanden, die wochenlang warten müssen, ehe sie eine Arbeitsstelle erhalten können. Vorläufig besteht auch keine Aussicht auf Besserung der Geschäftskonjunktur und Beseitigung der großen Arbeitslosigkeit. Mit obigem Inserat iſt von unbekannter Seite grober Unfug verübt worden. Den Urheber desselben werden wir zu ermitteln versuchen, um ihn dann zur Verantwortung zu ziehen. Die arbeitslosen Holzarbeiter werden davor gewarnt, auf das Juserat hin nach Berlin zu reisen.

Das Kuratorium

des paritätischen Arbeitsnachweises für die Berliner Holzindustrie. C. Rahardt, Obermeister der Berliner Tischlerinnung. Th. Glode, Vorsitzender des Holzarbeiterverbandes. Die französischen Gewerkschaftler, die von der General­ kommission der Gewerkschaften Deutschlands zu einem Besuche in Berlin eingeladen worden sind, treffen am Sonntag nach mittag in Berlin ein. Am Montag abend findet( Zutritt nur gegen Karten) ein Empfang im großen Saale des Gewerk­schaftshauses statt. Am Freitag, den 28. d. M., werden die französischen Genossen im großen Saale der Neuen Welt" zu den Berliner Arbeitern sprechen. Es ist zu hoffen, daß diese Versammlung recht gut besucht wird. Die Delegation besteht aus 35 Vertretern der verschiedenes gewerkschaftlichen Organi fationen.

Die Tarifkündigungen in der Wäschebranche und die

Husland.

Das Opfer eines Streikbrechers.

"

Paris , 19. Juli. ( Eig. Ber.) Für heute hatten die Pariser Bauarbeiter ihrem Kameraden Paul Armand, den ein Gelber " durch einen tüdisch geführten Messerstich getötet hat, die Leichenfeier gerüstet. Sie wurde ein großartiges Zeugnis proletarischer Treue und Solidarität, daneben auch eine überwältigende Widerlegung der Unternehmerpresse, nach der der Bauarbeiterstreit schon zusammen­gebrochen sein soll. Mindestens zwanzigtausend Bauarbeiter waren dem Ruf des Streiffomitees gefolgt und marschierten in dem Zug, über dem mehrere rote und schwarze Fahnen flatterten. Auch bie revolutionären jungen Garden" waren in einem starken Aufgebot mit der schwarzen Fahne der anarchistischen kommunistisch- revo­lutionären Föderation" erschienen. An dieses Trauergefolge schlossen sich in einem kurzen Abstand mehrere Kompagnien der republikanischen Garde mit geschultertem Gewehr, berittene Jäger, Kürassiere, republi­eine ganze tanische Garden zu Pferde, Schuhmannschaften usw. an Musterkarte des bourgeoisen Klassenschutzes. Am Pont de Flandre waren mehrere Schwadronen Kürassiere, Dragoner und Jäger aufgestellt. Seit dem Tode des 1869 von einem Bonaparte er­mordeten republikanischen Journalisten Victor Noir hat Paris ein Begräbnis in diesem Stil nicht gesehen.

Tagen wolle, Saß seine Firma die einzige fel, die zur Errichtung hatten, wurde Freitag auf der Straßenbahn der Ausstand erklärt. bon Betriebswerkstätten veranlagt wurde, so treffe das teines- Straßburg und seine Vororte sind fast ohne Straßenbahn wegs zu, denn andere Firmen hätten in noch weit größerem Um- verkehr. Der Straßenbahnverkehr konnte nur sehr notdürftig auf fange dazu übergehen müssen. Daß der Werkstattbetrieb leistungs- recht erhalten werden. Statt über vierzig sind nur vier Züge aus fähig fei, habe Herr Baer selbst in einem Artikel der Berliner gefahren, die mit dem wenigen Personal, das sich zur Arbeit ein­Wolfszeitung" vom 26. November 1910 erklärt, indem er dort sagt, gefunden hatte, besetzt sind. daß er bei seinem amerikanischen System bessere Geschäfte mache als bei der Heimarbeit. Im übrigen habe die Firma früher ihren Arbeitern erklärt, daß sie immer zu tun habe. Dann aber sollten mit einem Male 22 Mann entlassen werden, und um das zu ver­meiden, habe sich die Firma, nachdem die Arbeitnehmer die Ver­fürzung der Arbeitszeit auf 6 Stunden ablehnten, mit der auf 7 Stunden einverstanden erklärt. Inzwischen aber feien ebenso biele Arbeiter teils freiwillig, teils auch durch Krankheit ausge­schieden, so daß für die übrigen wieder volle Beschäftigung vor­handen sein müsse. Herr Baer sei im Irrtum, wenn er meine, es gehe die Arbeiter nichts an, ob eine Firma, die dem Publikum vor­erzähle, daß ihre Produkte in eigenen Betriebswerkstätten herge­ftellt werden, Waren kaufe, die in der Heimarbeit angefertigt wur­den. Die Gewerkschaft könne sich nicht damit zufrieden geben, daß eine Betriebswerkstätte da sei und ein anständiger Wochenlohn gezahlt werde; es müsse auch dafür gesorgt werden, daß ein an­gemessener Jahresverdienst herauskomme. Wenn man das unter­stüßen wollte, daß die Ware vom Grossisten gekauft werde, während die Werkstattarbeiter unter Mangel an Arbeit zu leiden hätten, sei es besser, die Betriebswerkstatt ehrlicherweise aufzulösen. Uebri­gens müsse es bestritten werden, daß der Firma aus der Betriebs­werkstätte monatlich 4000 m. Unkosten oder Schaden erwachse. Herr Baer nahm nochmals das Wort und wollte durch seine mitgebrachten Bücher und Buchhalter jene Behauptung beweisen. Im übrigen erklärte er sich bereit, die neunstündige Arbeitszeit wieder einzuführen und so viele Arbeiter wieder einzustellen, wie er unter diesen Umständen brauchen könne. Die Verkürzung auf 7 Stunden fönne seinem Geschäft selbst nur Schaden bringen, da ihm die besten Arbeitskräfte davongingen. Er werde, wenn er hier nicht zu ſeinem Rechte tomme, sich an die Berliner Gewert schaftskommission wenden. Das Einigungsamt zog sich hierauf zur Beratung zurüd und machte, nachdem die Beisiger noch zwischen den Parteien vermittelt hatten, einen Vergleichsvorschlag, wonach 1. die Streifenden die Arbeit am 22. Juli wieder aufnehmen, 2. die Arbeitszeit wieder auf. 9 Stunden festgesetzt wird, 3. zur Beilegung von Streitigkeiten eine Schlichtungsfom­mission für den Betrieb eingesetzt wird, und Streitfälle, die durch diese nicht erledigt werden, binnen 8 Tagen dem Einigungsamt au überweisen sind, und

4. für den Fall, daß eine allgemeine Schlichtungskommission für die Herrenkonfektion zustande kommt, das unter 3 Gesagte außer Kraft tritt. Auf einen Passus, der der Firma das Recht geben sollte, ein­zelne der Streifenden nicht wieder einzustellen, hat Herr Baer verzichtet. Die Wiederaufnahme der Arbeit hat also von allen Streitenden zu erfolgen.

"

Forderungen der Arbeiter und Arbeiterinnen. Die Kündigung des seit 1905 bestehenden Tarifverhältnisses in der Wäschebranche ist bekanntlich schon vor drei Wochen von den Arbeiterinnen und Arbeitern einstimmig beschlossen worden. Den Arbeitgebern, die bor drei Jahren selbst diejenigen waren, die fündigten, scheint jetzt die Tariffündigung von Arbeitnehmerseite sehr unangenehm zu sein. Sie faßten gleich darauf den Plan zu einer allgemeinen Aussperrung, werden es sich aber jedenfalls noch einmal gründlich überlegen, ob es nicht doch vielleicht zweckmäßiger ist, auf friedlichem Wege Vereinbarungen anzustreben. Das würde Achtung, Gastwirtsgehilfen! Das Café Roland, Brunnen­offenbar auch in ihrem eigenen Interesse liegen, denn die Orga- ftraße 181, Juhaber sa plan, ist für organisierte Gehilfen gesperrt. nisation der Arbeiterschaft ist auch in dieser Branche so stark und Der Unternehmer beschäftigt als feste Sellner nur Mitglieder des in den letzten Jahren so gewachsen, daß die Unternehmer, wenn gelben Cafétellner Vereins, Siz Berlin", welcher es zum Kampf fommen sollte, jedenfalls ins Hintertreffen geraten feinerzeit Arbeitswillige beim Hamburger Caféfellnerstreit geliefert werden. Es gibt jedoch in der Branche Unternehmer, die sich noch hat. Verband deutscher Gastwirtsgehilfen. nicht zu der Ansicht aufschwingen können, daß die Arbeiterinnen Zweigverein der Caféangestellten Berlins . und Arbeiter nicht bloß Objekte, sondern gleichberechtigte Faktoren Achtung, Kleber! Wegen Tarifbruch ist der Bau Kaiser- Allee 191, im Produktionsprozeß sind, während allerdings ein anderer Teil der Unternehmer, namentlich diejenigen, die schon unliebsame Er- Ede Güngelstraße, Unternehmer Schwieder, für Kleber gesperrt. Die Schlichtungskommission. fahrungen im Kampf mit der Arbeiterschaft gemacht haben, zu friedlicher Verhandlung geneigt sind. Die Arbeiterschaft strebt Achtung, Schuhmacher! Die gesperrte Firma Hamann u. Co., banach, wenn irgend möglich eine Arbeitseinstellung zu vermeiden Michaelfirchstr. 15, sucht unter der Deckadresse Kleinert, Markus und auf friedlichem Wege ihre Forderungen durchzuführen. Es straße 18, 2. Hof Aufg. V part., 8widerinnen. Jener Kleinert muß jedoch damit gerechnet werden, daß die Sache ausgekämpft ist derselbe, welcher schon während des Streits bei genannter Firma werden muß mit den Unternehmern, wie ja auch die ersten Ver- mit seiner Frau Arbeitswilligendienste verrichtete. Bon den Kollegen einbarungen in der Branche, die vor 6 Jahren zustande tamen, erst und Kolleginnen erwarten wir, daß sie diefer beabsichtigten Er­durch einen Kampf errungen wurden. Die Arbeiterschaft und ihre richtung eines Arbeitswilligen- Instituts die größte Aufmerksamkeit Organisation sind darauf vorbereitet und scheuen den Kampf, wenn zuwenden und jeden Zuzug fernhalten. Im übrigen zeigt diese er unvermeidlich werden sollte, keineswegs. Dies wurde am Maßnahme, daß die Sperre über die Firma Hamann u. Co. ihre Donnerstag in einer öffentlichen Versammlung der Wäschearbeiter Wirkung nicht verfehlt. und Arbeiterinnen im dichtgefüllten Saale der Brauerei Bözow Zentralverband der Schuhmacher, Ortsverwaltung Berlin . von dem Referenten Räming hervorgehoben, der eine Uebersicht Die Direktion der Brauerei Happoldt teilt uns mit, daß die über die gegenwärtige Lage gab und darlegte, wie berechtigt und Brauerei mit der Angelegenheit des Kellnerstreits nichts zu tun notwendig die Forderungen sind, die demnächst den Unternehmern zugestellt werden sollen. Ehe dies geschieht, wird den Arbeiterinnen habe, sondern dies lediglich Eache des Pächters 8abel sei.

Deutfches Reich.

und Arbeitern nochmals Gelegenheit gegeben, die einzelnen For­derungen einer weiteren Prüfung zu unterziehen. Die Arbeit­geber werden nun in einzelnen Betrieben versuchen, Sonderab- Die Klempner und Installateure in Köln befinden sich feit machungen mit ihrem Personal zu treffen, worauf sich die Ar- Donnerstag, den 20. Juli, im Streit zur Erlangung eines neuen beiterschaft jedoch auf keinen Fall einlassen kann. Das Ziel der Lohntarifs. Tarifbewegung ist eine allgemeine und möglichst einheitliche Re­gelung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse für die ganze Branche, meiden. und für die Verhandlungen ist nur die Organisation zuständig.- Der ganze Verlauf der Versammlung zeigte, daß die Arbeiterschaft der Wäschebranche einmütig entschlossen ist, mit aller Kraft für die suchen. Forderungen einzutreten. Das alte Tarifverhältnis gilt noch bis zum 1. Oktober dieses Jahres, so daß den Arbeitgebern also noch Zeit genug gelassen ist, zu überlegen, ob sie die friedliche Einigung wollen, oder den Kampf.

Der Streik bei Baer Sohn beendet.

Von den betreffenden Berufskollegen ist daher Köln streng zu Ebenso befinden sich die Elektromonteure in einer Tarifbewegung, wobei die Unternehmer eine Verschleppungstaktik anzuwenden ber­Wir ersuchen auch diese Berufsangehörigen, den Kölner Kollegen ihre Sache nicht zu erschweren, sondern Köln bis auf weiteres mit Buzug zu verschonen. Arbeiterfreundliche Blätter werden um Abdruck gebeten. Deutscher Metallarbeiterverband, Verwaltung Köln . Achtung! Schildermaler.]

"

Bugunsten der Witwe Armands und ihrer sechs Kinder hat die " Humanité" eine Sammlung eingeleitet. Die Bourgeoispresse hat für den traurigen Fall, dem ein in seinem Beruf wie in seinem Privatleben gleich vortrefflicher Mann zum Opfer gefallen ist, kaum ein bedauerndes Achselzuden gehabt. Ja, manche ihrer Organe ließen durchblicken, daß es am Ende der Sicherheit der Arbeits­willigen" zugute kommen und darum nicht ohne gute Wirkung sein werde. Man stelle sich das Geheul in der ganzen internationalen Unternehmerpreffe vor, wenn ein Streifender einen Streitbrecher getötet hätte! Aber wegen eines ermordeten Ausständigen wird nicht viel Redens gemacht. Und der Mörder hat sofort in allen bürgerlichen Organen Advokaten, die auf Notwehr plädieren.

Bevorstehender Streik der Straßenbahner im Kopenhagener Vorortsverkehr. Die Kopenhagener Straßenbahnen gehen mit dem 1. August d. J. in den Besitz der Stadt über. Damit erhalten die Angestellten Verbesserungen der Lohn- und Arbeitsverhältnisse, nach denen sie unter der Herrschaft der Privatgesellschaft lange vergeb­lich strebten. Die Lohnerhöhungen betragen für 1378 Angestellte über 300 000 kronen pro Jahr. Nun verlangen jedoch die Ange­stellten der noch im Privatbesitz verbliebenen Vorortslinien: der Frederiksberg- und der Tuborg- Klampenborg- Straßenbahn eben­falls Lohnerhöhungen und wollen nicht hinter ihren Kollegen vom städtischen Betrieb zurückstehen. Die beiden Gesellschaften verhalten sich jedochy ablehnend oder bieten so lächerlich wenig, daß sich die Angestellten nicht damit zufrieden geben können. Sie werden nun, wenn die Gesellschaften nicht inzwischen nachgeben, zum 1. August die Arbeit einstellen und den Betrieb ruhen lassen. Die Frederiks­berger Gesellschaft hat am Dienstag durch Anschlag bekanntgegeben, daß sie einen Unterstübungsfonds errichtet hat, aus dem den An­gestellten in besonderen Notfällen, wenn sie sich an die Direktion wenden, kleine Unterstübungen gewährt werden können. Die An­gestellten verzichten jedoch auf den Bettel und wollen sich lieber anständige Löhne erringen.

Letzte Nachrichten.

Zugentgleisung.

Eine amtliche Berliner Meldung von Freitagnacht 12 Uhr besagt: Heute abend entgleisten aus bisher noch nicht aufge­klärter Ursache auf dem Gütergleise zwischen den Stationen Frankfurter Allee und Rummelsburg - Verschiebebahnhof fünf Wagen eines Güterzuges. Hierbei wurden beide Hauptgleise auf zirka drei Stunden gesperrt. Der Materialschaden ist ge­ring, Personen sind nicht verletzt.

Aus dem österreichischen Abgeordnetenhaus. Wien , 21. Juli. ( W. T. B.) Das Abgeordnetenhaus beschloß

in seiner heutigen Sizung, vor allem die Bankvorlage zu beraten. Gin Antrag der Sozialdemokraten, den Anträgen wegen der Fleischnot die Priorität einzuräumen, wurde mit 194 gegen 168 Stimmen abgelehnt. Während der Debatte über die Tagesordnung tam es zwischen den Sozialdemokraten und den Deutschnationalen zu lärmenden Auseinandersetzungen. Nach Schluß der Situng protestierten einige Tribünenbesucher gegen die Ablehnung des sozialistischen Antrages. Nächste Sizung: Dienstag.

Der Abgeordnete Krek brachte eine Interpellation betreffend die Wirren in Albanien ein in welcher der Ministerpräsident ge­fragt wird, ob er mit aller Energie seinen Einfluß ausüben wolle, damit die Pflichten, die der Monarchie bei den jezigen Wirren in damit die Pflichten, die der Monarchie bei den jezigen Wirren in Albanien obliegen, erfüllt werden.

Verheerender Waldbrand.

Kassel , 21. Juli. ( Pr.-C.) Bei Landau im Fürstentum Waived ist heute morgen ein großer Waldbrand ausgebrochen, der bei der herrschenden Dürre einen bedeutenden Umfang anzunehmen droht. Bis jetzt sind zirka 60 Hektar Fichtenhochwald vernichtet. Der Brand dehnt sich immer weiter aus.

Neue Erkrankungen an Cholera. Triest , 21. Juli. ( B. H. ) Gestern ist hier ein Laternen­

In den Betriebswerkstätten der Konfektionsfirma Baer Sohn in der Chausseestraße kam es am Dienstag zu einer allge- Wir machen darauf aufmerksam, daß in Hamburg ein großer Teil meinen Arbeitsniederlegung. Die 115 Schneider und Schneide- der Kollegen gemaßregelt ist, und bitten wir deshalb jeden Zuzug rinnen traten in den Streit, weil die Firma eine Verkürzung der nach dort zu unterlassen. Die Unternehmer suchen schon des öfteren täglichen Arbeitszeit auf 7 Stunden, die anfänglich allerdings mit Arbeitsfräfte durch Annoncen im Lokal- Anzeiger"; auch diese bitten Zustimmung der Arbeitnehmer eingeführt worden war, um Ent- wir dringend, unberücksichtigt zu lassen und Kollegen, welche event. Lassungen zu vermeiden, noch weiterhin aufrecht erhalten wollte, abreisen wollen, darüber zu verständigen. als bereits ein so großer Teil des Personals ausgeschieden war, Verband der Porzellanarbeiter. daß nach Ansicht der Arbeiter wieder für die regelrechte neunſtün­dige Arbeitszeit hinreichend zu tun sein mußte. Da man außer­Tarifabschluß in den Süddeutschen Kabelwerken dem erfahren hatte, daß die Firma, statt für Arbeit im Betriebe zu sorgen, waren von Grossisten bezogen hatte, und Herr Baer zu Mannheim. anscheinend für Verhandlungen mit den Vertretern der Arbeiter­Durch organisatorische Einigkeit haben im genannten Betrieb schaft nicht zu haben war, hielt man die Arbeitsniederlegung um die Arbeiter einen schönen Sieg errungen. Die Arbeiter hatten so mehr für berechtigt. Herr Baer rief das Einigungsamt des durch den Metallarbeiterverband und durch den Fabrikarbeiterver­Gewerbegerichts an. Die Verhandlungen haben nun gestern statt- band einen Tarifentwurf eingereicht, um eine Regelung der Lohn­gefunden. Herr Baer, der sehr erregt schien, führte in längerer und Arbeitsverhältnisse herbeizuführen. Mit den Organisationen Rede aus, daß er seinerzeit dem besonders gegen seine und nicht und selbst mit dem Arbeiterausschuß wollte die Firma nicht ver­gegen andere Firmen gerichteten Drängen auf Einrichtung von Be- handeln. Die Arbeiter verweigerten schließlich die Leistung von triebswerkstätten nachgegeben, aber nur Undant dafür geerntet Ueberstunden, worauf die Firma mit Entlassungen drohte. Eine habe. Er müsse erheblich höhere Löhne als üblich zahlen und hätte Arbeiterversammlung beschloß darauf, sich mit den zu Entlassenen seit den Jahren 1905 und 1906 jährlich an 10 000 bis 20 000 m. solidarisch zu erklären, und es legten 339 Arbeiter und Arbeite­dadurch eingebüßt. Vor Aerger mit den Betriebswerkstätten fei rinnen die Arbeit nieder. Von den Arbeiterorganisationen sofort er frank geworden. Allmonatlich habe er jegt 4000 M. zulegen angebahnte Verhandlungen hatten den Erfolg, daß die Firma ver­müssen. Als vom Schneiderverband das Ansinnen an ihn gestellt ſprach, in Unterhandlungen mit dem Arbeiterausschuß einzutreten. worden sei, die neunstündige Arbeitszeit wieder einzuführen, und Die Arbeiterschaft bestand aber darauf, daß auch die Verbandsver­bis zum Montag Antwort berlangt wurde, habe er noch an diesem treter hinzugezogen werden. Die Firma erkannte dies an und Tage die Antwort abgeschickt und geglaubt, da die Sache doch von machte auch Zugeständnisse. die aber in einer am Sonntag tagenden der Organisation in die Hand genommen war, damit seine Pflicht Versammlung abgelehnt wurden. Die Arbeiter verlangten eine erfüllt zu haben. Daß er fertige Waren laufe, sei nicht wahr. vollständige Regelung sämtlicher Tag- und Affordlöhne. Eine tur beim Umzug habe er, um sich aus der Verlegenheit zu Unterhandlung am 17. Juli hatte den Erfolg, daß es zum Abschluß helfen, einen fleinen Posten gekauft. Wenn er aber fertige Ware eines Tarifes tam. Der Tarif gilt bis 1. März 1914. Rohn­taufen wolle, so lasse er sich da von niemanden hineinreden. Herr erhöhungen wurden 2-8 Pf. pro Stunde gewährt, Ueberstunden Schwere Dampfkesselexplosion. Baer stellte dann den Antrag, daß das Einigungsamt entscheiden werden mit 25-100 Broz. vergütet. Ferien werden 2 und 4 Tage Portsmouth , 21. Juli. ( W. T. B.) Während einer möge, ob die Arbeitsniederlegung berechtigt war, ob die Firma bei drei- bezw. fünfjähriger Beschäftigung bewilligt. Mit stür­Arbeiter entlassen dürfe und ob die Leistungen der Arbeiter in mischem Beifall wurden die Berichterstattungen der Verbands- Uebung der Torpedobootsflottille vor Beachy Head explodierte der Werkstatt denen der Heimarbeiter entsprächen oder nicht um vertreter in der Mitgliederversammlung aufgenommen und be- heute ein Dampfkessel des Torpedobootszerstörers Kan­30 Proz. teurer zu stehen kämen. schlossen, am 18. Juli die Arbeit aufzunehmen. Der Streit hatte garoo". Zwei Mann der Besatzung wurden getötet, vier 4 Tage gedauert. berlegt.

Straßenbahnerausstand in Strasburg i. E.

anzünder an der Cholera asiatica erfrankt.

Konstantinopel , 21. Juli. ( B. H. ). Hier sind gestern sechs Cholerafälle vorgekommen. In den Vilajets Smyrna, Brussa, Trapezunt, Siwas, Angora und Kastamuni macht die Cholera be­denkliche Fortschritte.

Boston , 21. Juli. ( W. T. B.) Hier sind ein Todesfall an Cholera und zwei choleraverdächtige Erkrankungen vorgekommen. Petersburg, 21. Juli. ( W. T. B.) Die Stadt und der reis Nikolajemst im Gouvernement Samara sind für choleragefährlich erklärt worden.

Der Filialvorfißende unge vom Schneiderberband führte als Vertreter der Arbeitnehmer aus, daß das Einigungsamt für die Entscheidung der Frage, ob die Arbeitsniederlegung berechtigt Die Erde bebt. sei oder nicht, nicht als zuständig anerkannt werden könne. Die Am Freitag ist der schon lange im Werden begriffene Ausstand Temesvar , 21. Juli. ( W. T. B.) In dem benachbarten Dorfe Diskussion über diese Frage müßten die Arbeitnehmer hier vor der Straßenbahner zur Eat geworden. Nachdem die Depotarbeiter Szentandras stürzte heute nachmittag infolge Erdbebens der Turm dem Ginigungsamt grundsäglich ablehnen. Wenn Herr Baer der Straßenbahn schon vor einigen Wochen die Arbeit niedergelegt der Kirche ein. Es herrscht große Panit. Berantw. Redakt.: Richard Barth , Berlin . Inseratenteil verantw.: Ch. Glode, Berlin . Drudu. Verlag: Vorwärts Buchdr. u Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsbl.