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Nr. 182. 28. Jahrgang. 1. Beilage des Vorwärts " Berliner Volksblatt.

Aus dem Braunschweiger Gewerbe­

bericht.

Jahre 1908 auf 6 herabgesunken ist, beträgt jest nur noch acht Stunden."

Die Zündholzsteuer vernichtet also die kleineren Betriebe und macht deren Arbeiter brotlos. Das sagt der herzogliche Gewerbe­inspektor, der Minister aber war im Bundesrate für die Zündholz­fteuer, und im Reichstage stimmten die Abgeordneten des ersten und dritten braunschweigischen Reichstagswahlkreises ebenfalls für die Bündholzsteuer.

In einem merkwürdigen Gegensatze zu der schwerfälligen, reaktionären und arbeiterfeindlichen Bureaukratie, die das Herzog­ tum Braunschweig regiert, steht der Vorsitzende der Gewerbe­inspektion Braunschweigs , Gewerberat Mitgau. Mitgau ist zwar Weiter liefert der Jahresbericht der braunschweigischen Ge­fein Wörrishofer, seine Jahresberichte sind sehr knapp, aber er werbeinspektion einige sehr hübsche Beispiele zu der in Unternehmer­sieht sich doch mit offenen Augen um und scheut sich nicht, die freisen so sehr beliebten Legende von den stetig steigenden Löhnen Wahrheit auch dann zu sagen, wenn sie der Regierung und den der Arbeiter. Da finden wir im Jahresbericht eine Tabelle, nach der Herrschenden Barteien recht unangenehm ist. So widerlegt der der Durchschnittstagelohn eines Bergarbeiters Jahresbericht dieses Gewerbeinspektors durch Aufzählung von Tat- im Jahre 1907: 3,73., 1908: 3,67 W., 1909: 3,50 M. und 1910: fachen gerade die Lieblingsbehauptungen des schwarzblauen Blods 3,49 M. betrug. So sieht im Bericht eines herzoglichen Beamten und die immer wiederkehrenden Angriffe der Scharfmacher auf die die stetige Lohn steigerung aus. Dabei ist natürlich noch die sozialistische Wirtschaftslehre in einer Art und Weise, daß man sich Steigerung der Lebensmittelpreise zu berücksichtigen, so daß der die betreffenden Stellen des Berichtes für Agitation und Wahlkampf Kaufwert des Lohnes viel tiefer gesunken ist, als der auch schon gut merken sollte. gesunkene Nennwert.

Da wird zunächst, gegenwärtig dreister als je, vom Zentrum bestritten, daß das arbeitende Volt durch die Finanzreform des Schnapsblocks schwer geschädigt worden sei. Sogar das Elend, in das die Tabaksteuer die Tabatarbeiter gebracht hat, wird weggeleug­net, und neulich wurde sogar bestritten, daß die Zündholzsteuer den Zündholzfabriken und den darin beschäftigten Arbeitern verhängnis­voll geworden sei. Da ist es denn sehr interessant, daß die braun­schweigische Gewerbeinspektion über die Lage der Tabakindustrie folgendes zu sagen hat:

" Infolge des Tabaksteuergesetes haben einige kleinere bäuerliche Zigarrenmachereien ihren Betrieb gänzlich eingestellt. Auch in mehreren größeren aus wärtigen Anlagen ist die Tätigkeit eine wesentlich vermin

berte

An einer anderen Stelle nennt der Jahresbericht die Löhne der Arbeiter in den Sandsteinbrüchen besonders niedrig:

Sonntag, 6. August 1911.

" In der Sophienhütte zu Ofer mußte 1906 ein Trockenofen­arbeiter wegen leichter Bleilähmung von den unter die Blei­hüttenverordnung fallenden Beschäftigungsarbeiten ausgeschlossen werden, wodurch eine spätere ernstliche Erkrankung vermieden wurde. Das gleiche wiederholte sich 1909. Der Ausschluß aus diesen Betriebsabteilungen wird übrigens, von den Arbeitern als schwere Benachteiligung angesehen, weil die mit der Einatmung bon Bleistaub oder von Bleidämpfen verbundenen Arbeiten besser bezahlt werden als andere. Das hat naturgemäß den Nachteil zur Folge, daß von den Arbeitern leichtere Fälle von Bleierfran fungen tunlichst verheimlicht zu werden pflegen. Der Gewerbe­inspektor hat daher der Hüttendirektion empfohlen, den früher mit Bleiarbeiten beschäftigten Arbeitern auch bei der Uebernahme von anderen Arbeitsvorrichtungen den bisher verdienten Lohn auszu­zahlen. Der Anregung ist wertsseitig leider nicht entsprochen worden.

Mit einem kleinen Lohnzuschlag könnte den Arbeitern jeder Grund genommen werden, die Bleierkrankung zu verheim­lichen und sich selbst zugrunde zu richten. Der Unternehmer gibt jedoch diesen Lohnzuschlag nicht, zwingt damit die Arbeiter förmlich zur Verheimlichung und sagt nachher, wenn der Arbeiter rettungslos dahin siecht, er sei selbst an seinem Unglück schuld.

Daß nur die Not, die Angst vor einem Lohnverlust die Arbeiter " Aeltere Hauer zwischen 50 und 60 Jahren, welche zudem verleitet, sich Gefahren auszusehen, zeigt sich auch in den Sand­in ungeseßlicher Weise zu 10stündiger Arbeitszeit herangezogen steinbrüchen. Da heißt es in dem Bericht, daß sich die Ar­wurden, verdienten bei der Anfertigung von Schweinetrögen im beiter nur äußerst schwer zu einem vorschriftsmäßigen Abbau be­Afford 2,70 M. täglich. Da die Arbeiter die Werkzeuge selbst zu stellen und auch die Kosten für das Schärfen des Geschirres" wegen lassen, weil sie den gefährlicheren Abbau für gewinnbringen­zu tragen haben, fonnte der Tagesverdienst höchstens auf 2,50 M. der halten. Gewinnbringend ist ein hübsches Wort für arme Teufel, angeschlagen werden. Die Stoßer tamen auf einen Tagesverdienst die bei einer zehn stündigen Höllenarbeit 2,50 Mart bon 2,60 M. Der Tagelohn der Steintipper schwankte zwischen verdienen. Würden sie den vorschriftsmäßigen Abbau wählen, 2 M. und 2,50 M. bei zehnstündiger täglicher Affordarbeit." so wäre ihr Lohm , der jetzt schon kaum zum Leben langt, noch Bei dem Kapitel von den Lohnkämpfen ist zu lesen, daß selbst niedriger. Da bleibt ihnen nichts anderes übrig, als der Gefahr die meisten Lohnkämpfe des Jahres 1910 au teiner au trohen. Auch da zeigen sich die Unternehmer als die Schuldigen. Sohnerhöhung geführt habem. In verschiedenen Fällen In der Unternehmerpresse aber wird mit einer Dreistigkeit sonder­gleichen geschrieben, daß die Arbeiter allein an den Unfällen schuld ist der Lohn sogar gesunken.

Aus der Partei.

Aus den Organisationen.

In der Stadt Braunschweig herrschen zum Teil recht wenig erfreuliche Verhältnisse. In einer hiesigen Bigarrenfabrik wird In der bürgerlichen Presse wurde kürzlich wieder mal ein seien. Es ist solchen Behauptungen gegenüber immer gut, wenn 3. B. an den Sonnabenden überhaupt nicht, an den übrigen Artikel verbreitet, der die Schuld an den Betriebsunfällen allein man mit amtlich festgestellten Tatsachen dienen kann. Deshalb Wochentagen von den Männern nur 8 Stunden und von den der Nachlässigkeit der Arbeiter in die Schuhe schiebt. Der Jahres- dürfte der braunschweigische Gewerbeinspektor ein gutes Agitations­Arbeiterinnen nur 7 Stunden gearbeitet. Bei dieser Arbeitszeit bericht der braunschweigischen Gewerbeinspektion widerlegt das ohne material geliefert haben. verdienen die Männer etwa 8 bis 10 Mart, die Frauen weiteres: an sämtlichen 11 tödlichen Unfällen hatte nur etwa 6 Martin der Woche. Das sind Löhne, welche tein Arbeiter irgend welche Schuld. Da heißt es: als völlig unzureichend selbst für die anspruchsloseste Die Ursache des Unfalles war das Nichtdichthalten des Dampf­Lebensführung bezeichnet werden müssen. Nach den Mitteilungen des Arbeitgebers sollen die billigeren Zigarrensorten zu 5 und zutrittsventil", oder ein Kettenhafen brach und das hochgezogene 6 Pf. hier am Blake( Braunschweig ) nicht mehr angefertigt schwere Gußstüd fiel auf einen zufällig darunter hindurchgehenden Der sozialdemokratische Verein Breslau nahm werden können und daher von auswärts zugekauft werden müssen. Arbeiter". Bei einem anderen Unfall stellt der Bericht fest, daß in seiner letzten Mitgliederversammlung zum bevorstehenden Par­Es sei das die Folge davon, daß das Publikum mit den infolge das Zugseil einer Seilbahn ganz falsch konstruiert war. Die Liefe- teitage Stellung. Aus dem einleitenden Referat des Genossen Th. der Steuererhöhung gestiegenen Preisen nicht mitgegangen sei. rantin hatte die Biegungsbeanspruchung nicht berechnet. Müller sei erwähnt, daß er die Stimmenenthaltung einzelner Diejenigen Konsumenten, welche vor der Steuererhöhung 3i- Aber auch dort, wo von einer Vernachlässigung der Unfallber- Fraktionsmitglieder bei der Abstimmung über die eljah- lothringische garren für 5 Pf. geraucht hätten, rauchen auch jetzt noch Zigarren hütungsvorschriften durch die Arbeiter die Rede sein könnte, zeigt Verfassungsfrage im Reichstage bedauerte. Nachdem die Mehrheit in derselben Preislage ohne Rücksicht auf ihre Berschlechterung der Jahresbericht, wie begreiflich eine solche Vernachlässigung ist. der Fraktion sich auf den Standpunkt gestellt, der Verfassung zuz Eine Besserung in den wirtschaftlichen Verhältnissen der 3i­garrenarbeiter sei daher in absehbarer Zeit hier nicht zu er- In den Blechwarenfabriken zum Beispiel ereignen sich des öfteren stimmen, hätte dieser Standpunkt auch einhellig zum Ausdrud ge­warten." Unfälle an den Erzenterblechscheren. Der Jahresbericht bemerkt bracht werden sollen. Bei der Beratung der Reichsversicherungs­ordnung hätte die Fraktion schärfere Mittel, eventuell das der Ob­hierzu: struktion anwenden sollen, um dieses arbeiterfeindliche Machtverk In einer dieser Anlagen arbeiten die Arbeiter nicht von der zu Falle zu bringen. In der Maifeierfrage wünsche Redner eine Vorderseite der Maschinen aus, wie es vorgeschrieben ist, sondern lebhaftere Propagierung der Arbeitsruhe. Die preußische Wahl­von der Seite aus und schieben die Blechtafeln abwechselnd mit rechtsfrage werde beim Punkt Reichstagswahlen mit zu behandeln der linken und rechten Hand unter das Messer. Es wird dabei sein. Als besonderen Punkt brauche sie den Parteitag nicht bes leicht die auf der ungeschüßten Rüdseite der Maschine tätige schäftigen, vielmehr sei es Sache des nächsten Preußentages, die Hand durch das Messer verlegt. Nach Angabe des Betriebs- genauen Richtlinien unseres weiteren Stampfes festzulegen. Als inhabers sollen sich die Arbeiter so sehr an die von der üblichen selbstverständlich erachtete es der Redner, daß bei der Hauptwahl Arbeitsweise abweichende Benußung der Maschine gewöhnt alle Kompromisse ausgeschlossen bleiben. haben, daß sie bei vorschriftsmäßiger Benutzung der Maschine In der Diskussion brachte Genosse Löbe folgenden Antrag .Sehr schlechte wirtschaftliche Verhältnisse hat auch die Zünd­allein von der Vorderseite aus nicht auf ihren bisherigen Ver- ein: holzsteuer für die einzige Bündholzfabrik des Herzogtums im dienst kommen würden." Gefolge gehabt, welche naturgemäß auch nicht ohne Rückwirkung Also, um keine Lohneinbuße zu haben, sehen sich die Arbeiter auf die Arbeits- und Lohnverhältnisse der Arbeiter geblieben sind. der Gefahr aus. Der Unternehmer brauchte ihnen nur den Lohn Der Fabrik ist ein Kontingent von 3000 Bafeten für den Tag so zu erhöhen, daß sie bei der vorschriftsmäßigen Benutzung der zugewiesen. Da der Bruttoverdienst an 1000 Bateten nach An- Maschine feinen Berlust haben, und es würde ihnen nicht mehr gabe des Betriebsleiters nur etwa 6 Mt. und somit der Tages- einfallen, die Unfallverhütungsvorschriften zu vernachlässigen. Das verdienst nur ungefähr 18 Mt., die täglichen Generalunkosten tut aber der Unternehmer nicht, womit er sich selbst zum Schul­dagegen etwa 60 m. betragen sollen, wird es einer wesentlichen digen an den Unfällen macht. Weshalb leider Arbeiter Verminderung der Generalunkosten bezw. einer wesentlichen Er­höhung des Kaufpreises bedürfen, um bei dem geringen Kontin- ihre Gesundheit aufs Spiel seßen und wie sie von gent den Betrieb der Fabrik ohne Verluste aufrechterhalten zu den Unternehmern dazu förmlich berleitet fönnen. Die Arbeitszeit der Arbeiter, deren Zahl von 31 im werden, zeigt folgende Stelle des Jahresberichtes:

Der Jahresbericht eines herzoglichen Beamten bestätigt also alles, was wir schon vor der Annahme der neuen Tabaksteuer prophezeit hatten. Der braunschweigische Staatsminister aber war im Bundesrat für die Tabaksteuer, und der Reichstagsabgeordnete des ersten braunschweigischen Wahlkreises, Kreisdirektor Langer­feldt, hat im Reichstage, wie für die ganze Finanzreform des Schnapsblods, auch für die Tabaksteuer gestimmt.

Die Folgen der Zündholzsteuer schildert der Jahres­bericht also:

Kleines feuilleton.

" Der Sozialdemokratische Verein Breslau beantragt, als be sonderen Punkt auf die Tagesordnung des Parteitages zu setzen: Die auswärtige Politik Deutschlands ."

Der Antrag wurde einstimmig angenommen und ebenso der nachfolgende Antrag des Genossen Schiller :

" Der Sozialdemokratische Verein Breslau beantragt, vom Parteitag in Jena die Herausgabe einer populär ge= haltenen Agitationsschrift zu fordern, worin das Verhältnis der Sozialdemokratie zum land­wirtschaftlichen Klein besit dargelegt wird. Eine solche furz gefaßte Schrift ist deshalb nötig, weil wir nochy zahlreiche ländliche Agitationsdistrikte haben, in denen neben

werden. Es ist ein schöner Anblick, die gesunden und kräftigen nahe, und ein Horn des verröchelnden Tieres verletzte ihit Knaben vorbeimarschieren zu sehen, wie sie gleichmäßig bekleidet, am Halse. Sein Hemd war im Augenblick von Purpur mit dem Rucksack auf dem Rücken und den Bergstock in der Hand übergossen". Man brachte ihn ins Lazarett, wo er ber­Berlins erste Zeitung. Die Presse der Reichshauptstadt kann im fröhlichen und frischen Tempo spielend und singend ihre Straße bunden wurde, und dann im Automobil in iein Hotel. in diesem Jahre ein vierteltausendjähriges Jubiläum feiern. Vor ziehen. Ueberall, wo sie hinkommen, werden sie von der schweize- Indes trug der Draht die Kunde durch Spanien . Den Eindruck, 250 Jahren, im Jahre 1661, erschien die erste Zeitung in Berlin , rischen Bevölkerung mit Enthusiasmus empfangen und bewirtet. den dies Telegramm in Madrid hervorrief, schildern die Zeitungen zur Zeit des Großen Kurfürsten, und sein Leibarzt, der Holländer Die Ausflügler führen auch zwei Wagen mit sich, die immer eine wörtlich und zweifellos ohne Uebertreibung so:" Der Heraldo", Cornelius Bontekoe , redigierte sie. Nur die zwei Buchhändler in Etappe vorausfahren. Der eine enthält die Feldküche, der andere das einzige Abendblatt, das die Nachricht noch brachte, wurde den Berlin , Rupert Völker und Elias Lochel, die das furfürstliche fährt das schwere Gepäck und den Proviant. Außerdem hat jede Verkäufern aus den Händen gerissen. In Cafés und Klubs sprach Privileg besaßen, mit nüßlichen und gefahrlosen Büchern zu Abteilung noch einen fleinen Karren, auf dem sich die für den man von nichts anderem und tommentierte die empfangenen Nach­Handeln", hatten die Erlaubnis, jene Zeitung zu verkaufen; ihre Marschtag notwendigen Lebensmittel befinden, und der von Beit richten. Es wurden so viele Telegramme mit der Anfrage nach Gehilfen trugen die einmal wöchentlich, am Sonnabend, erschei- zu Zeit auch die Rucksäcke trägt, wenn die Schultern erlahmen. dem Stande der Wunde nach Santander geschickt, daß der übrige nende Zeitung aus. Das geschah mittags nach dem unter freiem Interessant ist die Folge der Speisen, die alle Tage mit Hilfe der telegraphische Dienst um drei Stunden verzögert wurde. Bis in Himmel vor der Gertraudten- und Georgenkirche stattfindenden Feldküche von den Schülern selbst bereitet werden. Am Morgen die ersten Morgenstunden hinein waren die Fernsprecher der Zei­Gottesdienst, zu dem der Kurfürst und seine Gemahlin selbst er gibt es Milch mit Schokolade, Kakao oder Kaffee und frisches Brot; tungen ohne Unterbrechung besetzt, so viele wollten Gewißheit über schien. Diesem durfte" Rupert Völker persönlich ein Exemplar der mittags eine fräftige Suppe, Fleisch und Gemüse; zum Abendessen den Zustand Vicente Pastors haben. Eine Abordnung von Zeitung überreichen. Der Kurfürst gab oft die Anleitung zu dem, Brot mit Milch oder Suppe. Es ist klar, daß diese Wanderfahrten Madrider Bürgern fand sich im Ministerium des Innern ein und was der Leibarzt in die Zeitung aufnehmen mußte. Zunächst gab von großem erzieherischen Einfluß auf die Schüler sind, die auf ersuchte den Unterstaatssekretär, er möchte beim Zivilgouverneur in fie genauen Bericht über die Vergnügungen, die bei Hofe am Sonn- diese Weise nicht nur die schönsten Gegenden ihres Vaterlandes Santander amtliche Nachrichten einholen." Der Herr Unterstaats tag nach dem Mittagessen stattfanden, die oft in einer Maskerade kennen lernen, sondern auch, an Körper und Geist gestählt, den sekretär hatte seine Pflicht bereits verstanden, ehe ihn die Mahnung bestanden, wobei dann auch die genauen Schilderungen der Kostüme regelmäßigen Schulunterricht mit desto größerer Liebe wieder auf- traf, und er konnte der Bürgerabordnung bereits mit behördlichen in die Zeitung famen. Ueber die Beitläufte" durfte die Zeitung nehmen. Nachrichten aufwarten. Was ist nun aber Herrn Vicente Pastor ge­nur wenig berichten, die Hofnachrichten und absonderlichen Dinge",

Humor nud Satire.

zu denen zum Beispiel die genaue Bescheribung einer einem Bauern Ein Radiuminstitut in London . Aus London wird berichtet: schehen? Schlimm muß die Wunde des Helden wohl sein, denn als zuteil gewordenen Teufelserscheinung gehörte, füllten zumeist die Am nächsten Montag wird das neue Radiuminstitut in Regent Street er erklärte, er wolle am 6. August wieder auftreten, da schüttelten Zeitung. Im Jahre 1679 kam dann der Leipziger Buchhändler in seinem glänzend ausgestatteten Gebäude, dem ersten in der seine Aerzte ihre Häupter. Wenn alles gut ginge, dürfte er vor dem Christian Kirchner nach Berlin und bemühte sich um ein Privileg, Welt, das nur für diesen Zwed errichtet ist, eröffnet werden. Es 13. August kaum daran denken. noch eine Zeitung gu begründen, aber vergeblich. Der Kurfürst steht etwa für eine Million Mark Radium zur Verfügung, das hielt die eine Zeitung für vollkommen ausreichend, für Berlin , und sowohl zu Zweden der Forschung als auch zur Behandlung von Der unjittliche Lebensretter. bis zu seinem Tode 1688 erschien auch nur diese eine Berliner Stranten verwendet werden soll. Bedürftige Patienten werden un­Beitung. entgeltlich behandelt, während von wohlhabenden das übliche Honorar Hans Hyan beantwortet die Beschlagnahme seines Romans Schülerfahrten in der Schweiz . Das Baterland Wilhelm Tells Behandlung der Leidenden bestimmt. Mit ganz besonderer Gorg­erhoben wird. Die Hälfte der Räume ist für die Untersuchung und" Die Verführten" mit einer kleinen lehrsamen Geschichte: Ein junger Mann namens Schulte, der sich zur Erholung in ist die Heimat der Schulausflüge. Schon vor Jahrzehnten hat man falt sind die Laboratorien eingerichtet, in denen die Forschungen einen Badeort begeben hatte, schwamm eines Tages verbotener­dort die Bedeutung dieser für die Gesundheit wie die Erziehung so über das Radium und seine Wirkungen, besonders auf verschiedene weise ins offene Meer hinaus und hatte dabei Gelegenheit, ein förderlichen Einrichtung erkannt. Wer jest durch die Schweiz reift, Gewebe, ausgeführt werden sollen. Der Radiumvorrat selbst wird junges Mädchen dem sicheren Wellenfode zu entreißen. Bei der wird fast täglich Gruppen von Schülern begegnen, die, den Rudjad in fleinen Glasflaschen aufbewahrt, die in starken Bleibüchsen in Rettung hatten sich die Bänder am Badekostüm der Jungfrau gelöst auf dem Rüden, die herrlichen Gegenden ihres Vaterlandes auf einem großen Safe in den Kellerräumen des Gebäudes auf- und fast nadt brachte der junge Schulze sie ans Land... Dieser Schusters Rappen durchwandern. Namentlich die Stadt Basel hat gestellt werden. Feinste Mikroskope und Apparate, mit denen kleinste Mensch glaubte nun, es würde ihm eine öffentliche Anerkennung fich große Verdienste um die Förderung dieser Fahrten erworben. Mengen, des foftbaren Stoffes abgelöst werden können, Räume für zuteil werden. Er wartete und in der Tat kam nach 14 Tagen Die Reifen dauern gewöhnlich zwei bis drei Wochen und kosten für photographische Arbeiten, in denen Momentaufnahmen bei fünft- ein Schreiben von der Staatsbehörde an ihn. Dies Schreiben ent­den einzelnen Schüler selten mehr als 50 Frant. Diese mehr als lichem Licht gemacht werden können, vollständig ausgerüstete Wert- hielt eine Anklage gegen Schulze wegen Verbrechens wider die bescheidene Summe wird verständlich, wenn man berücksichtigt, daß stätten und Maschinenräume und eine außerordentlich feine Wage, Sittlichkeit. Bei der darauf folgenden Verhandlung wurde er die Schüler selten in Hotels übernachten. Wie Soldaten im Felde die in einem besonderen Raum von einem starken Rahmenwert denn auch troß aller Anstrengungen seines Verteidigers verurteilt. nächtigen fie im Freien. Ueberhaupt ist der ganze Zuschnitt streng getragen wird, das durch die Grundmauern des Gebäudes bis tief in dem Urteil hieß es: Der Vater des geretteten Mädchens, ein militärisch. Der Leiter dieser Wanderfahrten ist ein Lehrer, dessen in den Untergrund hinabreicht, das sind die wichtigsten Einrich- einem Geheimen Oberkirchenrat aus dem Jathofchen Spruchiolle­Befehle für die Schüler maßgebend find. Früh um 5 Uhr erheben tungen dieses neuen Instituts, das ganz der Erforschung des gium nahestehender Herr, habe sich mit Recht beschwert gefühlt; fie sich, machen Toilette und frühstücken um Uhr, der Abmarsch Radiums und der Ausnutzung seiner Wirkungen gewidmet sein soll. denn ob die Absicht, ein Menschenleben zu retten, vorgelegen habe, erfolgt um 7 Uhr, von 1-4 Uhr ist Mittagsmahl und Ruhepause, das könne dahingestellt bleiben. Jedenfalls involviere die Berüh dann folgt ein weiterer Marsch bis 8 Uhr, worauf nach dem Abend- Der verwundete Stierfämpfer. Vicente Bastor- so berichtet rung eines nadten, noch unbescholtenen Mädchens eine grobe Un­effen um 9 Uhr die Feuer gelöscht werden und zum Schlafen ge- die Köln . 3tg.". hat in Bilbao Unglück gehabt. Ein von ihm sittlichkeit. Die hohe Gesellschaftsklasse, welcher das Mädchen an­trommelt wird. Die Truppe besißt nämlich auch eine Reihe von angemegelter Stier bewegte im Todestampf den Kopf und den gehörte, rechtfertige es außerdem, daß von einer Geldstrafe ab­Trommeln und Pfeifen, die beim Passieren von Ortschaften gespielt armen, zerfleischten Naden. Pastor tam ihm aus Ungeschick gesehen und auf Gefängnis erkannt sei...

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