Nr. 254. 28. Jahrgang.
Soziales.
Berstoß gegen§ 122 der Gewerbeordnung.
beschäftigt gewesen und ist am 26. August fristlos entlassen worden. Der Bootsmann B. ist bei der Berliner Lloyd Aktiengesellschaft Er flagte deshalb auf Bahlung einer Entschädigung für die 14tägige Sündigungsfrist. Die Beklagte hielt die sofortige Entlassung des Klägers für berechtigt. Zur Begründung dieser Ansicht berief sich ihr Vertreter auf die Arbeitsordnung, in der eine Bestimmung lautet: Die gegenseitigen Kündigungen fallen fort, sobald das Schiff in den Winterstand tritt oder wegen Schleusensperre, schlech ten Wasserstandes, Reparatur oder anderen Umständen außer Fahrt oder außer Betrieb gesetzt worden ist, mit der Maßgabe, daß alsbunn in solchem Falle das Arbeitsverhältnis von den Schiffsangestellten des betreffenden Schiffes als auch abseiten der Berliner Lloyd Aktiengesellschaft ohne vorherige Kündigung gelöst werden fann. In allen anderen Fällen gelten die gesehlichen Gründe für Entlassung und Austritt aus der Arbeit." Der Bertreter des Klägers hielt demgegenüber, daß diese Bestimmung der Arbeitsordnung gegen den§ 122 der Gewerbeordnung verstößt, der da fagt, daß die Kündigungsfristen für beide Teile gleich sein müssen. Allerdings werde durch die Bestimmung der Arbeitsordnung jeder der beiden Parteien das Recht auf Lösung des Arbeitsverhältnisses in bestimmten Fällen formell gegeben. Doch dieses Recht sei nur ein scheinbar gleiches, weil der Arbeitnehmer nicht mit zu bestim men habe, wenn ein Schiff außer Fahrt oder Betrieb gestellt werden soll. Dies könne nur die Beklagte veranlassen, niemals aber der Kläger . Das Gewerbegericht vermochte der entgegenstehenden Rechtsauffassung der Beklagten nicht zu folgen. Die Kündigungsfrist jei in Wirklichkeit nicht für beide Teile gleich. Durch die Bestimmung der Arbeitsordnung werde lediglich die Beklagte für jeden Fall gesichert, während der Arbeitnehmer nach einer anderen Bejtim hinaus bis zur Beendigung der Reise und Entlöschung des Fahrzeuges im Dienst zu bleiben. Die Beklagte wurde dem Alage. antrage entsprechend verurteilt.
Sonntag, 29. Oktober 1911.
Aus der frauenbewegung.
zeichen Betrugsanflage, welche gestern die 10. Straffammer des Land-[ Jllustrationen und dazu gehöriger Textseiten von einem unbekanngerichts I unter Vorsiz des Landgerichtsrats Brießforn beschäftigt. ten Täter beraubt worden waren. Die Blätter waren sämtlich fein Wegen Betruges in etwa 40 Fällen und versuchten Betruges in säuberlich auf die raffinierteste Weise aus den Bänden auseiner Reihe weiterer Fälle ist der frühere Stadtverordnete und geschnitten, so daß man erst bei einer sorgfältigen Kontrolle der Mitglied des Gemeindekirchenrats, Kaufmann Alfred Horstmann Seiten den Diebstahl bemerken konnte. Da nach den ersten FestSaufmann Karl Heuer aus Tempelhof angeklagt. aus Lichtenberg angeklagt. Wegen Beihilfe hierzu ist ferner der ftellungen keiner der Entleiher in Frage zu kommen schien, so waren die Ermittelungen, die die Direktion der Königlichen Bibliothek sofort anstellte, anfangs ohne Erfolg. Die Grmittelungen der StaatsDer Angeklagte Horstmann betrieb seit dem Jahre 1895 ein anwaltschaft hatten aber bald bas sensationelle Ergebnis, daß ein Leim- und Schelladengrosgeschäft in der Richthofenstraße. Im angesehener Dresdener Arzt und Inhaber einer stark besuchten Jahre 1909 eröffnete er gleichzeitig auch noch ein Spirituosen Frauenklinik, Dr. med. Weindler, der Schwiegersohn des begeschäft, welches jedoch ebenso wie das erste Unternehmen nicht rühmten, vor kurzem verstorbenen Gynäkologen und Klinikers recht reüssierte. Im Februar 1907 gründeten. Horstmann und Erzellenz Professor Leopold, eine ganze Anzahl Bücher der KönigHeuer, der früher bei ihm als Reisender angestellt war, die Ein- lichen Bibliothek und des Albertinums in der schon geschilderten und Verkaufsgenossenschaft der Berliner Tischlermeister, Möbel- Weise auf das empfindlichste beschädigt und eine Reihe von wertund Pianofortefabrikanten". Beide wurden Vorstandsmitglieder vollen Illustrationen und Blättern daraus entwendet hatte. Gine und behielten dieses Amt auch bei, als diese Gesellschaft in die raschendes Resultat. Man fand im Bapierkorb und im Ofen in der Haussuchung in der Privatwohnung des Arztes zeitigte ein überFirma" Lichtenberger Bankverein" eingetragene Gesellschaft m. Weindlerschen Wohnung noch Refte der kostbaren und unerfeßlichen b. H. umgeändert wurde. Um sich aus seiner andauernden Geld- Zeichnungen und Illustrationen, und es wurde auch festgestellt, daß berlegenheit herauszuretten, tam Horstmann auf den Gedanken, Dr. Weindler, der derzeit sich mit wissenschaftlichen Arbeiten befich durch einen recht eigenartigen Trick größere Geldsummen zu schäftigte, die entwendeten Blätter zum Material für seine Verbeschaffen. Er engagierte für seine beiden Geschäfte eine in gar öffentlichungen verwenden wollte. Ueber den Arzt wurde sofort die feinem Verhältnis zu dem Umfange stehende Anzahl von Ne- Untersuchungshaft verhängt, und ungeachtet einer von den in chercheuren, Kassierern und Reisenden, um deren Kautionen au bon 50 000 m. wurde Dr. W. nicht aus der Untersuchungshaft entzu Blauen i. V. wohnenden Eltern Weindlers angebotenen Raution erlangen. Die fich meldenden Personen beauftragte er, die Kau- laffen. Es stiegen jedoch Zweifel an seiner geistigen Burechnungstionen bei dem" Lichtenberger Bankverein" zu hinterlegen. In fähigkeit auf, und die Staatsanwaltschaft ordnete die Ueberführung allen Fällen verlangte er Rautionen von mindestens 3000 m., er- des Verhafteten nach der Jrrenanstalt Sonnenstein zwecks Beobhielt aber in mehreren Fällen sogar 5000 M. Auf diese Weise achtung seines Geisteszustandes an. Die mehrwöchige Beobachtung gingen nicht weniger als 113 000 m. Rautionen ein, die sich der hat jedoch ergeben, daß Dr. Weindler als geistig zurechnungsfähig Angeklagte dann nach und nach in seiner Eigenschaft als Vorstands- anzusehen ist. Dr. Weindler, dessen Ehe mit der Tochter des Gemitglied der Pant unter Mitwirkung des Heuer wieder auszahlen heimen Rates Professor Dr. Leopold ingwischen geschieden worden ließ und für sich verwendete. Von dem auf diese Weise erlangten ist, ist in vollem Umfange geständig, behauptet aber, durch UeberGelbe zahlte er etwa 39000 Mt. wieder zurüd. Als Horstmann arbeitung berartig nervös und aufgeregt gewefen aufeinen anfangs Mai dieses Jahres den Zusammenbruch der Bank voraus- er sich der Tragweite seiner Handlungsweise nicht bewußt gewefen fah, stellte er sich mit einer Selbstanzeige der Staatsanwaltschaft. fei. Wir werden das Urteil mitteilen. In seiner ersten Vernehmung legte er ein umfassendes Geständnis ab, die sämtlichen Leute nur deshalb angenommen zu haben, um Ist die„ Enteignung" von Pensionskaffengeldern zulässig? ihre Rautionen zu erlangen. In seinen späteren Vernehmungen, Mit dieser Rechtsfrage von großer prinzipieller Bedeutung ebenso wie jetzt vor Gericht, widerrief er sein damaliges Geständnis hatte sich die 1. Kammer des Berliner Kaufmannsgerichts zu be- und behauptete, daß er bei seiner damaligen Selbstanklage nicht schäftigen. Es flagt in dem betreffenden Rechtsstreit der Expedient gang richtig im Kopf gewesen sein müsse. Der Staatsanwalt be= Otto 3. gegen die Eisenwarenhandlung von J. E. Degener auf antragte gegen den Angeklagten Horstmann eine Gefängnisstrafe Die Teuerung schreitet wie ein erschredendes Gespenst durch Herauszahlung von zirka 1000 M. Pensionsbeiträge, die sich zu von 2 Jahren und 1000 M. Geldstrafe, gegen den Mitangeklagten das ganze Land. Nicht nur in Deutschland , auch in anderen dieser Höhe in seiner etwa vierzehnjährigen Tätigkeit in beklagtem Heuer 6 Monate Gefängnis und 300 M. Geldstrafe. Das Gericht Ländern stehen heute die Frauen im Vordergrund des gewaltigen Hause angesammelt haben. Der Kläger ist wegen des Verdachts der Unterschlagung ohne Innehaltung einer Kündigungsfrist ent- fam nach einstündiger Beratung zu einer Verurteilung der beiden Kampfes, den die proletarischen Massen gegen den Staat und die laffen worden. Die Firma hält sich auf Grund des Anstellungeber Angeflagten im Sinne der Anklage. Horstmann wurde zu 2 Jahren Lebensmittelwucherer führen. In Frankreich wurde der Kampf trages für berechtigt, ihm die bis zu seinem Ausscheiden eingezahl Gefängnis und 600 M. Geldstrafe unter Anrechnung von 5 Mo- gegen die Lebensmittelverteuerung von den Arbeiterfrauen erten Beiträge der für die Angestellten eingerichteten Pensionstaffe naten der erlittenen Untersuchungshaft verurteilt. Gegen den Mit- öffnet und geführt. Es sind das nicht organisierte, von der sozialvorzuenthalten. In diesem Bertrage heißt es nämlich: Für den angeklagten Heuer lautete das Urteil wegen Beihilfe auf 6 Monate demokratischen Propaganda erfüllte Frauen, sondern Hausfrauen, Fall, daß der Angestellte sich ein Vergehen, wie Unterschlagung, Gefängnis und 150 M. Geldstrafe. die sich niemals um die Politik und den politischen Kampf gefümmert Diebstahl usw. zuschulden kommen läßt, berfallen die bis dahin haben. Diese Frauen sind immer nach dem bürgerlichen Hauseingezahlten Pensionskassenbeiträge zugunsten der Firma. Eine frauenideal bei den Kochtöpfen und den Stridstrümpfen zu finden richterliche Entscheidung dagegen gibt es nicht. Der Kläger hält gewesen. Die französischen Sozialisten fümmern sich heute gar eine derartige Bertragsabrede für ungültig und erhebt Anspruch Bon Zeit zu Zeit wird der Zersehungsprozeß, in dem sich die nicht um die Organisation der Arbeiterfrauen und außer den ge= auf Auszahlung des bollen Betrages. Es sei doch zweifellos ein fapitalistische Gesellschaft befindet, ganz besonders offenbar durch werkschaftlichen Organisationen gibt es feine profetarischen Verstoß gegen die guten Sitten, wenn eine Firma sich an den Ben- Vorgänge, die als Begleiterscheinungen mit der kapitalistischen Wirt Frauenorganisationen. Als aber Ende August die Teuerung un sionsbeiträgen ihrer Angestellten bereichern wollte, schaftsordnung dauernd verbunden sind. Zu diesen Vorgängen gehören nicht in letter Linie die verschiedenen Bantzusammenbrüche, erträglich wurde, stieg doch in einzelnen Städten der Preis für den bie in felten greller Weise die schiefen Wege beleuchten, auf Liter Milch von 20 auf 30 Centimes und das Kilo Butter un benen sich das erwerbeleben in der kapitalistischen Gesellschaft be- 70 Centimes, ungefähr 36 Pfennig, auf einmal, da fingen die wegt. Um die Jahrhundertwende boten die Bommerbant und die Frauen in einer fleinen nordfranzösischen Stadt an, gegen diese Leipziger Bank treffliche Beweise für die ungeheuerliche Korruption Teucrung zu kämpfen. Sie sammelten sich auf dem Marktplab und weiter fapitalistischer Streife. Ginen neuen Beitrag zu diesem glor- demonstrierten da täglich zu Tausenden. Die teure Milch wurde reichen Kapitel der bestehenden Wirtschaftsmethode wird das Dort- ausgegossen, nur für die Säuglinge wurde Milch gekauft, so daß munder Landgericht in aller Bälde liefern. der Konsum von 4000 Liter auf 150 Liter gesunken ist. Die BeVor einer besonders gebildeten Straftammer wird dort am tommenden Montag der Prozeß gegen den vielgenannten Bantier wegung aber ging von Stadt zu Stadt, von Ort zu Ort, und überall Chm von der Niederdeutschen Bank in Dortmund seinen Anfang waren es die Frauen, die die Versammlungen einleiteten, die nehmen. Herr Ohm und seine zahlreichen Genossen haben die Demonftrationen führten und in den Versammlungen sprachen. Justizbehörden schon in reichlichem Maße beschäftigt, aber für die Ungeübte schüchterne Frauen standen plötzlich auf den Tribünen Gerichte beginnt erst jetzt die eigentliche Arbeit, deren Erledigung und die Not des Tages lehrte sie von allen Sorgen und allem nicht nur Wochen, sondern Monate in Anspruch nehmen wird. Die Elend sprechen. Aber der Staat hatte für die Frauen eine Antwort! Berhandlungen sind zunächst auf 5 Wochen berechnet. Aber biese Er schickte ihnen sein Militär und seine Polizisten. Hunderte Verhandlungen bilden eigentlich nur das Präludium, es handelt sich Frauen wurden verhaftet, andere verwundet, ja in einzelnen Orten hier nur um Vor- und Nebenprozesse. Erst dann wird vielleicht blieben Tote zurüd. erst im nächsten Jahr der eigentliche Bankfrach gerichtlich be
Das Kaufmannsgericht hielt die angefochtene Vertragsflaufel als gegen die guten Sitten verstoßend und sprach dem Kläger bie eingezahlten Bensionsgelder in boller Söhe zu. Würde die Vertrags bestimmung dahin gehen, daß die Beiträge unter den in Betracht tommenden Umständen der Bensionskasse verfallen, so tönnte der Weigerung zur Herauszahlung beigetreten werden. Die Klausel aber, daß die Gelder zugunsten der Firma verfallen, sieht das Gericht ebenso wie die Bestimmung, daß richterliche Entscheidung dar über ausgeschlossen sein soll, als unzulässig an,
Gerichts- Zeitung.
fcheibur
Eine Bande von Fuhrwerts- und Stollibieben,
Serfehungs- Symptome.
Aber alle Polizeigewalt und alle militärischen Aufzüge fonnten Die Anflagebant wird eine illustre Gesellschaft zieren, nur den Erfolg nicht schmälern. Die Regierung muß nun in der Angehörige der ersten Gesellschaftsfreise, die sich vor dem Zu Kammer mit ihrer wiberstrebenden Mehrheit über die Herabsehung fammenbruch ihrer Schwindelunternehmungen durchweg viel darauf des Bolles auf argentinisches Fleisch und über andere Bollermäßi zugute taten, zuverlässige Stügen von Thron und Altar zu fein. gungen auf Lebensmittel verhandeln. Die Städte sollen alle AbNeben dem ehrenwerten und fromm katholischen Hauptangeklagten, gaben auf Lebensmittel aufheben und langsam peitscht die EmPankier Ohm, werden Justizräte, ein ehemaliger Stadtrat strengster pörung der Hausfrauen die Regierung zur Hilfe gegen die nationalliberaler Obserbanz, gerichtlich bereidigte Bücherrevisoren und mehr als ein halbes Dutzend Direktoren verschiedener Gattungen Zeugnis ablegen für die Korrumpiertheit der kapitalistischen Gesellschaftsklasse.
Gor deren gemeingefährlichem Treiben sogar öffentlich gewarnt worden war, wurde gestern von der 4. Straffammer des Land gerichts I auf längere Zeit unschädlich gemacht. Angeklagt waren ber Händler Julius Bybower, der Fürsorgezögling Artur Teichert, ber Händler Friedrich Schulz und der Kaufmann Ostar Pusch. Teuchtet. Im Frühjahr und in den Sommermonaten dieses Jahres Tiefen bei der Kriminalpolizei fortgefeht Anzeigen von Speditions und andern großen Firmen ein, in denen mitgeteilt wurde, daß ihnen von unbekannten Tätern von den nur wenige Augenblide unbeobachtet gelassenen Fuhrwerken ganze Rollis mit zum Teil sehr wertvollen Waren gestohlen worden seien. In zahlreichen Fällen hatten die Diebe am hellichten Tage sogar ganze mit Waren beladene Fuhrwerke gestohlen. Diese wurden am nächsten Morgen gewöhnlich in einer entlegenen Gegend wiederaufgefunden, während die waren verschwunden waren. Eine hiesige Firma, der in dieser Weise Pubfedern im Werte von mehreren tausend Mark ge= stohlen worden waren, erließ an den Anschlagsäulen eine öffentliche Warnung, in der gleichzeitig eine Belohnung von 800 M. für die Ermittlung der Diebe ausgefekt wurde. Nach wochenlanger Be cbachtung gelang es schließlich den Kriminalschußleuten. Semrau und Rohr, die Diebe in den jebigen Angeklagten zu ermitteln und zu verhaften. Das Urteil lautete mit Rüdficht auf die Gemeingefährlichkeit derartiger Diebereien gegen Schulz und Busch auf je 3 Jahre Gefängnis, gegen Sydower auf 2½ Jahre Buchthaus und gegen Teichert auf 5 Monate Gefängnis.
Recht eigenartige Geschäftspraktiken.
branche teilt uns der au 1000 M. Geldstrafe verurteilte Kaufmann Zu dem Bericht über die Praktiken aus der Uniformschneider Sugo Blumenthal mit, daß er gegen das Urteil Reviston einlegen wird. Gleichzeitig ersucht er uns um Aufnahme folgender Erklärung:
Teuerung.
Frauenbewegung in den Vereinigten Staaten . Die Niederdeutsche Bank, die trob ihrer völlig unzureichenden New York , 28. Oftober 1911. Mittel nicht weniger als 7 Niederlassungen und 80 Geschäftsstellen In Louisville hielten gestern die Anhängerinnen der Frauenin Rheinland und Westfalen errichtet hatte, versuchte in ihren üblen bewegung eine große Versammlung ab. Es wurde beschlossen, durch Machinationen besonders ihr Glück als Depositenbank. Nach einer die ganzen Bereinigten Staaten befähigte Rednerinnen zu schicken, raffinierten Methode wurden in Stadt und Land die vertrauens die die Frauen, die sich bis jetzt der Frauenbewegung noch nicht anfeligen fleinen Leute veranlaßt, ihre Werte bei dem gottesfürchtigen geschlossen haben, für diese gewinnen follen. Selbst die kleinsten Bankier Ohm aus der frommen Stadt Münster zu hinterlegen. Ortschaften sollen bei diesen Reisen nicht ausgeschlossen bleiben. Herr Ohm, dessen Geldbedürfnis unfilbar war, gab diese Depots Präsident Taft steht jetzt der Frauenbewegung günstiger gegenüber jedoch ohne Bedenken an andere Banken weiter, um sich auf diese als zur Zeit, da er den Präsidentenstuhl eben bestiegen hatte. Neben Weise weiteren Krebit zu verschaffen. Diese Depotunterschlagungen ben Agitationsreisen wirb von den Führerinnen der Frauenbewebilben den Gegenstand der ersten Anklage, die das Gericht allein
Reseabende.
3 Wochen beschäftigen wird. Die Summe der Depofitengelder betrug gung eine Broschüre herausgegeben werden, in der sie in kräftigen 33 000 000 m. Soweit die Deponenten nicht auch Kredit auf diese Mitbürgern. Einen kleinen Erfolg, auf den die Führerinnen recht zur Beit des Zusammenbruchs der Niederdeutschen Bank rund Worten dafür eintreten, daß den Frauen dasselbe Recht in den Ver einigten Staaten eingeräumt werden soll, wie ihren männlichen Depots hatten, ist das Geld völlig verloren. Das gesamte Aftien- ftola sind, hat die Frauenbewegung schon zu verzeichnen. Es ist tapital betrug übrigens nur 5 000 000 m2. Im Anschluß an diefen Prozeß werden dann eine Reihe der ihnen gelungen, in Louisville für die dort staatlich angestellten 1. Ich bin nicht wegen Wuchers angeklagt oder verurteilt Ohmschen Schwindelgründungen beleuchtet werden. Unter Assistenz Lehrerinnen dasselbe Gehalt durchzusehen, wie es ihre männlichen worden. 2. Es ist durch die Beweisaufnahme festgestellt und von geriebener Bücherrevisoren ließ Herr Ohm bekanntlich aus Ruinen Kollegen erhalten. Jedenfalls versprechen sich die Führerinnen der der Staatsanwaltschaft auch anerkannt worden, daß eine Aus. immense Werte erstehen. Die, Ginzelheiten der vielwöchentlichen Frauenbewegung von dieser Agitation mehr Erfolge als von der beutung Minderjähriger durch mich nicht stattgefunden hat. Werhandlungen dürften faum interessieren. Die tausende fleinen bisherigen, 3. Vielmehr ist in der Verhandlung festgestellt worden, daß die Leute erhalten ihr fauer verdientes Geld, das die Parasiten Ohm Darlehen ainalos gewährt worden sind. 4. Es ist ferner fest- und Genoffen strupellos bergeubeten, nicht wieder, ganz gleich, ob geftellt worden, baß die Bestellungen der Minderjährigen Gegen die Strafe gegen bie Bankbetrüger hart oder milde ausfällt. Aber ftande für die militärische Ausrüstung und ihre Bivilfleidung die Verhandlungen haben doch auch für uns insofern Interesse, nur fo weit enthielten, als sie dazu auch erforderlich waren. als fie symptomatische Bedeutung haben für den Zersehungsprozeß, 5. Es ist zuletzt festgestellt worden, daß die Preise keine recht in dem sich die kapitalistische Gesellschaft befindet. Von diesem gepfefferten", fondern nur die in der Branche üblichen gewefen Gefichtspunkt aus wird nach Fällung des Urteils noch einmal auf find. 6. Es ist unrichtig, daß die Leitung der Lichterfelder Ka- den Dortmunder Banktrach zurüdzukommen sein. bettenanstalt ihren Schülern unter Androhung der sofortigen Entlassung das Betreten des Blumenthalschen Lotals berboten hat. 7. Es ist unrichtig, daß au meinen Stunden fast ausschließlich nur Kadetten, Fahnenjunter und junge Leute, die noch nicht die fogenannte Fähnrichspresse besuchen, gehören. Sugo Blumenthal."
Ein angefehener Dresdener Kliniker und Frauenarzt auf ber Anklagebant.
Bor dem Dresdener Landgericht begann am Donnerstag der große Sensationsprozeß gegen den angesehenen Dresdener Frauenarzt Dr. med. Weinbler, der unter der Anklage steht, umfangreiche Diebstähle in ber Röniglichen Bibliothek und im Albertinum verübt zu haben. Anfang Oftober vorigen Jahres stellte sich bei einer Revision in der Königlichen Bibliothek und im Albertinum heraus,
Reinidendorf- Weft. Dienstag, den 31. Oftober, bei Halmann, Scharnweberstr. 54. Vortrag der Genossin Demning: Die Frau im Wahlkampf".
Weißensee . Montag, den 30. Oftober, im Botal des Genossen Peufert, Berliner Allee 251, abends 8% Uhr. Vortrag des Genossen Diener, Diskussion und Verschiedenes.
Ober- Schöneweibe. Montag, den 30. Oftober, im Jugendheim", Sarastr. 2. Vortrag der Genoffin Buchmann. Lankwis. Montag, den 80. Oftober, bei Schulz, Mühlenste. 21, Bor. trag über Nationalökonomie.
Eingegangene Druckfchriften.
Bufammenbruch bes Lichtenberger Bankvereins". Betrügerische Manipulationen, welche mit dem BusammenGruche des Lichtenberger Bankvereins" G. m. b.. in fehr nahem daß eine ganze Reihe wissenschaftlicher, höchft wertvoller Werte und Technil, Bita, Deutsches Verlagshaus. Berlin - Th., 6 M. Busammenhange stehen, bildeten die Grundlage zu einer umfang- toftbarer Blätter, insbesondere zum Teil unerseßlicher Zeichnungen,
Die Wunder um uns. Bon A. Fürst. Neue Einblicke in Natur Turandot. Deutsch von St. Bollmöller. 119 S. S. Fischer, Berlin .
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