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Nr. 260. 28. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwärts " Berliner Volksblatt.

Gewerkschaftliches.

Sonntag, 5. November 1911.

Streifenden gesandt, weil man ihretwegen den ganzen Maschinen- Unrichtig ist auch die weitere Behauptung, daß meine Firma Diese Handlungsweise der unorganisierte Schirmmacher im Laufe des Sommers mit 60stündiger betrieb nicht gehen lassen wollte. Arbeiterinnen hatte zur Folge, daß beide Drganisations Arbeitszeit eingestellt habe; vielmehr sind dieselben mit einer instangen angerufen wurden, deren beide Borsigenden denn Arbeitszeit von nur 56% Stunden wöchentlich eingestellt worden. Wie die Unternehmer Carifvertragspflichten auch noch am felben Tage mit der Firma verhandelten. Unrichtig ist auch die weitere Behauptung, daß von seiten meiser erfüllen. Die Hauptstreitfragen ergaben sich durch die schlechten Arbeits- Firma das Verlangen an die organisierten Holzarbeiter gestellt Vielmehr ist von ihnen berhältnisse in der Maschinenplätteret. Hier arbeiteten bisher zehn worden sei, 60 Stunden zu arbeiten. Die Vereinigung Berliner Leberwarenfabrikanten, mit der Blätterinnen in Afford nach dem Kolonnensystem. Der Durch lediglich die in dem mit dem Deutschen Holzarbeiterverband ge­Von diesem Affordverdienst troffenen Abkommen vom 23. Mai 1911 festgesezte Arbeitszeit von der Buchbinderverband im Juli ein neues Tarifvertragsberschnittsverdienst betrug 28,85 m. hältnis eingegangen ist, faßt ihre Verpflichtung für die all- mußten fie aber zuerst die in der Abteilung notwendigen 6-10 Lohn- 52% Stunden verlangt worden, Der Es ist auch unrichtig, daß diesseits mit Entlaffungen für den gemeine Durchführung des Tarifes einzutreten, wie sie im arbeiterinnen, deren Lohn pro Tag 8,60 betrug, bezahlen. Vertrage ausdrücklich vorgesehen ist, in einer Weise auf, die Bertreter der Arbeiter verlangte, daß die Firma die Lohnarbeiter, Fall der Weigerung 60stündiger wöchentlicher Arbeitszeit begonnen welche fie nach freiem Ermessen einstellt und entläßt, wurde. Es ist vielmehr diesseits keine einzige Entlassung aus diesem den berechtigten Widerspruch der Arbeiterschaft hervorrufen selbst bezahlt. Nach zweistündigen Verhandlungen kam dann Grunde vorgenommen worden. muß. Nicht nur, daß die Vereinigung nichts gegen die Tarif- ein Beschluß zustande, der die Affordpreise neu regelte. Berlin , den 4. November 1911. Schirmfabrikant Eugen Lichtenstein. verstöße ihrer Mitglieder tut, nein, sie sucht noch ihre tarif- Die Firma hat weiter in der Maschinenplätterei 5 Lohn­Schon aus dieser Zuschrift geht hervor, daß Herr Lichtenstein brüchigen Mitglieder vor den Verfolgungen der Arbeitnehmer- arbeiterinnen zu stellen und selbst zu bezahlen. Nach dieser Ver­organisation zu schützen. So hat z. B. eines ihrer Mitglieder, einbarung verdienen jetzt die Affordplätterinnen jede pro Woche trop des bestehenden Vertrages für einen Teil feiner Am Abend hatte dann der Bevollmächtigte Arbeiter die frühere längere Arbeitszeit wieder die Firma C. Lochbaum, sich geweigert, ihre Arbeiter und zirka 2,73 M. mehr. eine längere Konferenz mit den eingeführt, sich also an den Vertrag nicht gehalten Arbeiterinnen tariflich zu entlohnen, und als diese nach wochen- der Arbeiter nochmals langem Baudern endlich ihrem Arbeitgeber gegenüber auf der Firmeninhabern, in welcher Vereinbarungen getroffen wurden, hat. Sich über die übrigen Auslaffungen des Herrn zu äußern, Erfüllung der Tarifpflichten bestanden, wurden sie allesamt nach denen die Affordlöhne der Plätterei erhöht find. Die Lohn- müssen wir dem Holzarbeiterverband überlassen. arbeiterinnen erhalten pro Woche 50 Pf. Bulage, ferner wird ihnen entlaffen. Die Schlichtungskommission, die sich auf den Antrag 1,50 M. vom 9. Oftober ab nachbezahlt. Alle Arbeiten, welche Der Kellnerstreit in den Hackepetern" am Dranienburger Tor Die Differenzen in genannten des Buchbinderverbandes mit der tarifwidrigen Aussperrung vor dem Streit nicht verrechnet sind, werden nach den erhöhten Preisen und Schönhauser Tor ist beendet. bei der Firma C. Lochbaum zu beschäftigen hatte, bezahlt. Den Arbeiterinnen soll fünftig eine beffere Behandlung zu- Lokalen sind beigelegt. Der Unternehmer Herr Fortert hat die Drei Kellner treten sofort fam nach eingehender Prüfung und ausführlicher teil werden. Nach diesen für die Arbeiterschaft annehmbaren Forderungen der Sellner bewilligt. Die Arbeitswilligen Beweisaufnahme สิน dem Ergebnis, daß daß die Ent. Bugeständnissen nahmen am 8. November sämtliche Arbeiterinnen wieder ein, die übrigen am Dienstag früh. Die Organisation laffung von der beteiligten Arbeiter und Arbeiterinnen nach eintägigem erfolgreichen Streit die Arbeit wieder auf. Somit wurden mit dreitägiger Kündigung eingestellt. als Maßregelung zu betrachten und die davon Desist die Lohnbewegung für alle dem Fabrikantenverein angehörenden war mit Einhaltung der Kündigungsfrist einverstanden. Die Sperre für die Gastwirtsgehilfen ist aufgehoben. Firmen beendet. troffenen entsprechend den Vorschriften des Tarifvertrages von Verband deutscher Gastwirtsgehilfen. Für die Wäschearbeiterschaft bedeutet diese Lohnbewegung eine Abteilung I. den Arbeitgebern zu entschädigen sind. Vorgänge, die dem nennenswerte Lohnaufbefferung. Besonders gut haben diejenigen Arbeitgeber zum Teil wochenlang vor der Entlassung der Firmen und Abteilungen abgeschnitten, wo die Arbeiterschaft organi Achtung, Kranzbinder! Die Kranzbinderei D. Hartmann, Arbeiter bekannt gewesen sind, wurden zur Begründung der fiert war. Gewiß, manche aufgestellte Forderung mußte, weil die Berlin N., Streliger Straße 21, hat den Tarif unterschriftlich an­Entlaffung herangezogen und von der Schlichtungstommission Möglichkeit ihrer Durchführung nicht gegeben war, zurückgestellt entgegen dem Gesetz auch als Entlassungsgründe anerkannt. werden, bis später auch hier die notwendigen Voraussetzungen zur S. 42, Quifen Ulfer 1. Doch nur der entlassenen Arbeiter konnten damit belastet Einführung vorhanden sind. Die Organisation und Kraft der Wäsche Allgemeiner deutscher Gärtner- Verein , Ortsverwaltung Groß- Berlin. werden und bei ihnen wurde die Maßregelung verneint. Diese arbeiter ist durch diese Lohnbewegung außerordentlich gestiegen. In einer sehr gut besuchten Mitgliederversammlung referierte Streit im Berliner Transportgewerbe. Entscheidung, bei der das Rezept der mittleren Linie wieder der Bevollmächtigte Gue eingehend über das Erreichte bei der Lohn­in Erscheinung tritt, befriedigt jedoch die Unternehmer nicht. bewegung. Hierauf gab die Versammlung zum Abschluß der Lohn- In dem Fuhrgeschäft von Gebr. Richter, Frankfurter Allee , haben Die Unternehmervereinigung hat, obwohl gerade in diesem bewegung einstimmig ihre Zustimmung. Soweit wie für die übrigen am Sonnabend die Kutscher und Arbeiter die Arbeit eingestellt. Die Falle sich die Entlassungen des größten Teils der Arbeiter wäichefabriken nicht bereits Tarife abgeschlossen worden sind, ist die Firma beschäftigt etwa 50 Kutscher für Vieh- und Fleischtransport böllig offenkundig als Maßregelungen zeigten, es für angängig Wäschearbeiterschaft gewillt, weitere Forderungen zu stellen und und 18 Chaifenfutscher. Die Lohn- und Arbeitsbedingungen bei dort einzureichen. Der Streit bei der Wäsche dieser Firma sind bedeutend schlechtere als in anderen gleichen Be­

erfannt.

gegatten, gegen die Entscheidung der Schlichtungskommission Tarife 2. Blum und Fr. M. Simon dauert trieben. Die Kutscher erhalten 26-27 M. Wochenlohn, während in Berufung an das Einigungsamt einzulegen. Die Fabrikanten fabrit Die Streifenden haben allerdings anderweitig Arbeit anderen Betrieben 30-33 m. Lohn gezahlt werden. In legter Zeit

.

nicht in vollem

Umfange bewilligen

tönnen.

Die

Seit Freitagnacht ist der Betrieb von der Polizei belagert, die den Eingang und die Ausfahrt streng bewacht. Im Laufe des Sonnabendvormittag fuhren einige Arbeitswillige unter starter polizeilicher Bedeckung auf die Tour. Auch Geheimpolizisten scheinen ihre Dienste schon aufgenommen zu haben.

Der Streit der Rigdorfer Müllfutscher ist am Mittwoch, ben

Deutsches Reich . Gegen das Koalitionsrecht.

bereinigung vertritt eben den Standpunkt, daß der Arbeitgeber unter allen Umständen Recht bekommen muß. Dieser Stand- angenommen, auch haben beide Firmen einige Arbeitswillige gelang es dem Transportarbeiterverband, die Stutfcher zu organi gefunden, jedoch sind diese nicht in der Lage, die guten fieren. Die Firma versuchte die Leute von der Ausübung ihres punkt wird auch von den Arbeitgeberbeisigern in der Schlichtungs- Arbeitskräfte ber Streifenden zu ersetzen. Die Inhaber betonen Roalitionsrechts abzuschreden. Im Laufe dieser Woche wurden nun tommission in aller Konsequenz vertreten, so daß es dem der zwar, daß fie mit den Rausreißern zufrieden sind, aber diese sind fämtliche Arbeiter befragt, ob sie dem Transportarbeiterverbande Kommission vorfigenden Gewerberichter selbst in zwei bis drei es nicht mit den Arbeitsverhältnissen bei den Firmen; und da angehören, und denen, die diese Frage bejahten, wurde gesagt, baß Stunden langen Beratungen nicht gelingt, sie zu einer bereits Abzüge an den Löhnen vorgenommen sind, so ist es nicht fie bis Freitag ihren Austritt erklären müßten. Darauf stellten die objektiven Beurteilung der Streitfragen zu bewegen. Es fehnt ausgeschloffen, daß jezt die Arbeitswilligen bort an zu streifen Arbeiter gefchloffen die Arbeit ein. fich deshalb auch kein Gewerberichter nach der undankbaren fangen. Für alle Wäschezuschneider, Näherinnen Aufgabe, den Vorsitz in der Schlichtungstommiffion zu über- und Blätterinnen bleibt die Firma Blume und Fr. M. Simon nach wie vor gefperrt. nehmen. Seit Monatsfrist schweben bei der Schlichtungs. tommission einige von den Arbeitnehmern anhängig gemachte Die Lohnbewegung der Berliner Tabakarbeiter. Klagen, ohne daß bisher eine Verhandlung derselben möglich In einer Mitgliederversammlung des Deutschen Tabalarbeiter­" war. Ja selbst das Zustandekommen einer Sigung wird von verbandes berichtete Albin Schulze über den Stand der Lohn­der Arbeitgeberorganisation nach Möglichkeit zu bereiteln ge- bewegung. Derfelbe hat sich seit der letzten Versammlung, die Aus- 1. November, für beendet erklärt worden. Von 22 in Frage kommenden fucht, indem fie in gänzlich unbegründeter Weise die Bu- gangs September stattfand, wesentlich verändert. Waren es damals fuhrherren haben 19 den Lohntarif unterschriftlich anerkannt. Die ständigkeit der Schlichtung kommission bestreitet. So ist gegen 140 Tarifanerkennungen, fo find es inzwischen 167 geworden. Arbeit ist bei diesen Fuhrherren in vollem Umfange wieder auf­260 Arbeiter und Arbeite- genommen. Von den Streifenden sind nur noch drei ohne Be­die Firma Jaeckel u. Fuchs, deren Inhaber Vorstandsmitglied In den Tariffirmen find etwa Ueber die Betriebe. uhrt, F. Tähn und Reinhold der Arbeitgebervereinigung ist, vom Buchbinderverbande Klage rinnen beschäftigt. Bei den größeren Firmen stieß die Tarif. fchäftigung. erhoben worden, weil sie die Vertragspflichten nicht boll er einführung jedoch auf Schwierigkeiten. Sie glaubten, den Tarif Schulz ist die Sperre berhängt worden, weil diefe Herren sich füllt. Da tommt nun die Arbeitgeberorganisation Organisationsleitung prüfte deshalb von Fall zu Fall, ob nicht ein weigern, den Tarif zu unterschreiben. Dieselben behelfen sich an und behauptet, daß die Firma hauptsächlich Borte- bgeben von dieser ober jener Forderung ratfam fei. Um nicht auf Stelle der Mitfahrer, die sie beschäftigen, jezt noch mit Berwandten. feuillesarbeiter beschäftigt; deshalb sei die Schlichtungs - eine Reihe wefentlicher Verbesserungen, die geboten wurden, ber fommission für die Portefeuillesindustrie und nicht die der zichten zu müssen, entschloß sich die Verbandsleitung hier und da Album, Mappen und Galanteriewaren Industrie zu- einiges von den Forderungen abzulaffen. Dadurch war es möglich, ständig. Daß die Firma Galanteriearbeiter be- mit 11 mittleren Betrieben Vereinbarungen abzuschließen, die für Es fann mun feinem Zweifel mehr unterliegen, daß das bor schäftigt, wird aber bon der Unternehmervereinigung mehr als 200 Arbeiter doch bedeutende Werbefferungen bringen, die in der Hauptsache in der Erhöhung der Affordlöhne ihren Ausdruck finden. turzem bekannt gewordene Vorgehen der Gutehoffnungshütte in Es nicht beftritten. Der Zwed der Uebung ist klar. Der erheblichste Erfolg ist jedoch bei einer der größten Firmen, der Firma Sterkrade gegen das Koalitionsrecht ihrer technischen Angestellten soll der für die Arbeiter ungünstigere Tarifvertrag Baul Juhl erzielt worden. So find dort die Löhne auf fast alle nur die Einleitung zu einem allgemeinen Feldzug der or. für die Portefeuillesindustrie auf bie Arbeiterschaft Sorten erhöht und ein Mindestag von 10,50 M. pro Tausend feft- ganisierten Arbeitgeber gegen die Koalitions. diefes Betriebes angewandt werden. So werden die Arbeiter gefegt werden, der ebenso wie alle anderen Lohnaufbesserungen auch freiheit der Angestellten ist. Dem Bunde der technisch­den Heimarbeitern zugute tommt. um ihre mühsam erfämpften Erfolge zu bringen versucht. Außerdem wird den Heim- industriellen Beamten, dem die auf der Gutehoffnungshütte gemaß Eine Versammlung der Album-, Mappen und Galanterie- arbeitern, wenn sie den Tabat troden mitnehmen müssen, 1 M. mehr regelten Angestellten zum großen Teile als Mitglieder angehören, ist Arbeiter und Arbeiterinnen war sich darin einig, daß der Buch- pro Zausend gezahlt. Bon den zirka 400 bei der Firma befchäftigten ein Rundschreiben des Arbeitgeberverbandes für den Bezirk der Nord­binderverband sich ein derartiges Berhalten der Arbeitgeber Arbeitern werden mehr als 300 von diesen Aufbefferungen betroffen. westlichen Gruppe des Vereins Deutscher Eisen und Stahlindustrieller organisation nicht gefallen lassen darf und sie stellen muß, haben weiter noch andere Arbeitgeber, die mit der Organisation in die Hände gefallen, in dem der Verband seinen Mitgliedern die um ihr flar zu machen, daß sie nicht glauben solle, daß der nichts zu tun haben wollen, aber doch mit ihren Arbeitern Frieden Namen der Angestellten mitteilt, die der Aufforderung der Gute halten möchten, zum Teil wesentliche Aufbesserungen gewährt, so hoffnungshütte, aus den Organisationen auszutreten, nicht nacha Tarifvertrag nur dazu da sei, um die Arbeiterschaft an Händen daß insgesamt für etwa 900 Arbeiter und Arbeiterinnen burch die gekommen und infolgedessen entlassen worden sind. In diesem Zu fammenhang trägt die Mitteilung zweifellos den Charakter einer und Füßen gebunden den Unternehmern auszuliefern. Die Lohnbewegung Vorteile erreicht worden sind. Schlichtungskommission hat die Aufgabe, Streits und Aus- Bei der ziffernmäßig sehr geringen Bedeutung der Tabalbranche i chwarzen Liste. Man will es also den An­sperrungen zu verhüten. Hindert die Unternehmerorganisation in Berlin wäre es der Arbeiterschaft allein nicht möglich geweien, gestellten, die sich ihr Koalitionsrecht nicht die Schlichtungstommiffion noch weiter in ihrer Tätigkeit, so wie der Redner hervorhob, einen so bedeutenden Erfolg in wenigen nehmen lassen wollten, auch noch unmöglich werden die Unternehmer sich die Folgen dieser Handlungs- Wochen zu erzielen. Sier babe die Arbeiterschaft ihren Erfolg zum machen, bei einer anderen Firma Stellung au Ein derartiges Vorgehen muß zweifellos in der ganzen großen Teile der Gesamtarbeiterschaft zu danken, die ihre finden. weise auch zuzuschreiben haben. Solidaritätspflicht gegenüber den Tabatarbeitern treu und brav Deffentlichkeit auf das schärfste gemißbilligt werden und macht es erfüllt hat. Die Tabalarbeiterschaft fei deshalb der Berliner dringend erforderlich, der Frage näher zu treten, ob das Koalitions­Arbeiterschaft den Dank schuldig, und diese Dantesschuld recht gegenüber derartigen Uebergriffen nicht in irgend einer Weise müssen die Tabalarbeiter abtragen, indem fte feft zu gefeglich geschützt werden muß. Geschäftsbericht hatte ein Wachstum der Mitglieder von 887 am Beendigung des Kampfes im Hamburger Holzgewerbe. Schluffe des zweiten Quartals auf 1016 Mitglieder am Schlusse des dritten Quartals zu verzeichnen.

Berlin und Umgegend.

Achtung, Musterkonfektion! Ueber die Firma M. Betereit.ibrer Organisation stehen. Der zuvor erstattete Stassen- und Weißenburgerstr. 89, wird wegen Maßregelung dort Beschäftigter hiermit die Sperre verhängt. Verband der Schneider und Schneiderinnen. Die Ortsverwaltung. Die Lohnbewegung der Berliner Wäschearbeiterschaft

beendet.

Der Gauleiter Kiefel berichtete dann über die Aussperrung der Tabalarbeiter und Arbeiterinnen in Westfalen . In der Diskussion wurden von den Rednern durchweg die bei der Lohnbewegung erzielten Erfolge anerkannt. Bedauert wurde vor allem der Mangel an Entgegenkommen der großen Firmen 2öser u. 28olff und Staphun. Einige Nebner verlangten die Heraus

Auf Veranlassung der beiderseitigen Bentralvorstände fanden Ende Oktober in Berlin erneute Einigungsverhandlungen statt, zu deren Führung die zentrale Schiedskommission für das deutsche Die örtlichen Parteien waren durch Holzgewerbe berufen wurde. je brei Bertreter anwesend. Es fand eine Einigung zwischen den Parteien selbst nicht statt, worauf die zentrale Schiedskommiffion einen Schiedsspruch fällte, welcher sich erstreckt auf die Bestimmungen

Durch lange, zum Teil erregte Verhandlungen der Drganisations­bertreter der Wäschearbeiterschaft und der Wäschefabrifanten war es bereits am 9. Oftober möglich. für 28 größere Wäichefabriten neue, für die Arbeiterschaft annehmbare Tarifverträge obne Arbeitsein gabe von Flugblättern, durch welche die Berliner Arbeiterschaft auf bes paritätischen Arbeitsnachweises, auf Arbeitszeit, Arbeitslöhne, stellungen zum Abschluß zu bringen. Die allgemeinen Be bie Tarif- und Organisationsfeindschaft biefer Firmen hingewiefen ftimmungen wurden des Tarifs vielfach entsprechend den werden solle, damit sie ihren Bedarf. zumal zum Weihnachtsfeite, Affordtarife, Montagezuschüsse usw. Nach dem Schiedsspruch bleibt anei fannt, die Anerkennung der nicht bei dieien Firmen dede. Da in Anbetracht der Bewegung in der paritätische Arbeitsnachweis obligatorisch, so wie er bor Forderungen der Arbeiter Die Arbeitszeit wird um eine Arbeiterorganisation als vollgültiger Kontrabent tlar und be. Norddeutschland und Westfalen alle Maßnahmen nach reiflicher Erdem Kampfe bestanden hat. ftimmend festgelegt. Am 18. Oftober fand dann der Tarifabschluß wägung und im Einverständnis mit dem Verbandsvorstande getroffen Stunde verfürzt; die Löhne steigen um 6 refp. 7 Pf. pro Der Vertrag läuft bis für vier der zurückgewiesenen Firmen statt. Uebiig blieb die Tarifs werden müssen, fah die Versammlung von irgendwelchen Beschlüssen Stunde innerhalb der Vertragsdauer. regelung für die Firma Cohn u. Ellenburg, welche verpflichtet im Sinne der Forderungen der Diskussionsredner ab. In einer zum 15. Februar 1915. Am 3. November fanden in Hamburg die wurde, bis zum 1. November einen anderen Tarif auszuarbeiten, bis Refolution irrachen die Anwesenden den ausgesperrten westfälischen Berfaminlungen der Unternehmer und der Arbeiter zu gleicher Zeit dahin mußte sie jeder der beschäftigten 80 Arbeiterinnen pro Woche Kollegen ihre tatkräftige Unterſtügung zu statt, um zu dem Resultat der Schiedssprüche Stellung zu nehmen. 1,50 M. Lohnzuschlag mit rüdwifender Kraft bis 9. Oftober ges Von dem Schirmfabrikanten Eugen Lichtenstein erhalten wir Beide Verfammlungen stimmten dem Schiedsspruch zu, so daß am währen. Zwar versuchte die Firma, einen neuen Tarif mit Montag, den 6. November, die Arbeit aufgenommen werben fann. ben beschäftigten Arbeiterinnen herzustellen, auch war der Borfigende folgende Buichrift:" Die in der Nummer 252 des Vorwärts" in der Rubrik Ge- Der paritätische Arbeitsnachweis beginnt fofort feine Tätigkeit. der Arbeitgeber hierbei behilflich; es mußte aber alles nichts. Das Es wird darauf aufmerfiam gemacht, daß zurzeit in Hamburg Gebotene war den Arbeiterinnen zu wenig; sie gaben ihre Zustim werkschaftliches" vom 27. Oftober 1911 bezüglich meiner Schirmfabrik mung nicht. Am 1. November, an dem Tage, wo nunmehr die enthaltene Behauptung, daß durch den zwischen dem Holzarbeiter noch eine größere Anzahl streifender und arbeitsloser Holzarbeiter Schlichtungskommission einen Tarif herstellen mußte, erschien in den verband und der Firma Lichtenstein abgeschlossenen Arbeitsvertrag vorhanden sind. Es sind noch ca. 1000 Arbeitslose am Orte, die Arbeitsräumen der Firma ein Anschlag, in dem es hieß:" Bur Notiz, die Arbeitszeit von 60 auf 522 Stunden herabgesezt wurde, ist meistens verheiratet und demzufolge an den Ort gebunden sind. Die daß der Zuschlag von 1,50 m. wegfällt." Die Folge war, daß nicht zutreffend. Weber enthält der Arbeitsvertrag eine Herablegung Aufträge und Arbeiten sind während des Kampfes in größerer sämtliche Blätterinnen die Arbeit einstellten. Die gemachten der Arbeitszeit von 60 auf 521/2 Stunden, noch hat vor diesem Bugeständnisse in der Stragenplätterei fonnten nicht verhindern, daß Arbeitsvertrage eine wöchentliche Arbeitszeit von 60 Stunden be- Bahl nach auswärts bergeben worden, so daß aller Wahrschein am folgenden Tage sämtliche Arbeiterinnen in den Streit traten. standen. Vielmehr betrug die wöchentliche Arbeitszeit vor Abschluß lichkeit nach in Hamburg in den letzten Wochen eine recht bes deutende Arbeitslosigkeit einfegte. Es ist deshalb unbedingt not Nur brei Arbeitswillige fanden sich, und diese wurden auch zu den bes Vertrages nur 56% Stunden.