Nr. 301. 28. Jahrgang.
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Wahlbewegung in Groß- Berlin.
es erreicht werden.
Sozialdemokratie trennt. Dem Liberalismus traut schilderte die Teuerung mit ihren unheilvollen Wirkungen auf die Redner die Kraft zu, einmal die Sozialdemokratie zu überwinden, Volfsernährung der weitesten Kreise und zeigte, wie der Brotwenn das liberale Programm zur Ausführung komme.
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Zehlendorf ( Wannseebahn ). Die am Montag im„ Gesellfchaftshaus" von Wilh. Mied einberufene Wählerversammlung Kandidat unseres Kreises, Frizz Zubeil, gab in einem 3ſtünwar von über 350 Personen, darunter auch Frauen, besucht. Der digen Referat ein anschauliches Bild von den vergangenen Reichstag und von der augenblicklichen politischen Lage. Zum Schluß forderte er die Versammelten auf, bis zum 12. Januar ihre volle Schuldigkeit zu tun und alles daran zu sehen, damit sich der Wahltag zu einem glänzenden Siegestage der Sozialdemokratie gestaltet. Reicher Beifall der Versammlung Lohnte, dem Refe
renten.
Dritter im Bunde war Abgeordneter Rosenow. Er begann mit der erstaunten Frage:„ Warum sollten wir denn nicht Beeskow . Eine Wählerversammlung unter freiem Himmel den Kampf nach links führen?" Warum er ihn führte, das hat er fand in tan big statt, die sich eines äußerst zahlreichen Besuches oft genug gesagt und sagte es am Freitag aufs neue. Wie er die erfreute. Der Vortrag des Genossen Klüß über die Bedeutung Junker haßt, weil sie der Reichstagswahl fand bei den ländlichen Versammlungsteiler hob das klagend hervor die Stellen nehmern großen Beifall. Bisher hatte in diesem äußersten Winkel int Staat für sich allein in Anspruch nehmen und die Söhne der des Riesenwahlkreises noch nie eine Voltsversammlung stattge= Bürger wegdrängen", so haßt er die Sozialdemokratie, funden und hörten die Landleute zum erstenmal einen sozialweil sie den Unternehmern den Profit fürzen will demokratischen Redner. Ihre Begeisterung bewies, daß auch sic wieder jammerte er über die„ frivolen Streike", durch die der empfänglich für den Sozialismus wird. Gegner wagten sich nicht Arbeiter dem Unternehmer das Leben sauer mache. Die Sozial- heraus. demokratie sei es, die den Frieden zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern störe. Da hörte man's wieder mal, woher dem Liberalismus sein Schmerz tommt. Herr Rosenow sagte es wirklich
.in aller Ehrlichkeit".
eine gut besuchte Wählerversammlung, in der Genosse W. Pind Pankow . Am vergangenen Dienstag tagte im Türmchen" einen beifällig aufgenommenen Vortrag über die bevorstehende Reichstagswahl hielt. Zum Schluß richtete der Vorsitzende einen warmen Appell an die Anwesenden, kräftig mitzuarbeiten und zu agitieren, daß unser Kandidat, der Genosse Stadthagen , mit überwältigender Majorität aus der Wahl hervorgeht.
Franz.- Buchholz. Vor einer gutbesuchten Versammlung sprach am Mittwoch Genosse Arthur Stadthagen über das Thema: treffenden Ausführungen das schwarz- blaue Regiment und die " Auf zur Reichstagswahl!" Der Referent charakterisierte in Taten des verflossenen Reichstags, wofür ihn die Versammlung mit lebhaftem Beifall quittierte. Außer einem jungen Mann, der sich wohl selber nicht ganz flar über seine Ausführungen war, meldete sich niemand zum Wort. Vor und nach der Versammlung brachte der Gesangverein" Wach auf" ein stimmungsvolles Licd zum Vortrag.
wucher, die Schnapsliebesgaben, das infame Fleischeinfuhrverbot Die Wähler des Hausaviertels hatte das Wahlkomitee des Eine gröbere Nummer war die Rede des Abgeordneten Fisch die Massen dem Junkertum tributpflichtig machen. Nachdem der Redner das Sündenregister der Herrschenden ausführlich zerzaust ersten Kreises am Freitag nach dem Café Gärtner berufen und bed, der dann folgte. Zunächst zog er los gegen die Konservativen hatte, wies er nach, wie nur die Sozialdemokratie imitande ist, sie waren dem Rufe zahlreich gefolgt. Referent war Artur und ihre Junker und deklamierte:„ Wir Liberalen aber wollen keine der politischen Misere ein Ende zu machen und wie sie allein Stadthagen . In einem zweistündigen mit lebhaftem Beifall Politik der Standesinteressen, wir wollen gleiches Recht für alle!" die Interessen der breiten Massen jederzeit vertritt. Die Aufaufgenommenen Vortrage entividelte er die Gesichtspunkte, nach als ein Zwischenrufer ihn anultte:" Das ist ja sozialdemokratisch!" forderung des Vorsitzenden an etwa anwesende politische Gegner denen die Wähler ihre Entscheidung zu treffen haben. Die Reichs- widersprach Fischbeck und kündigte an, das gleich beweisen" zu in die Diskussion einzutreten, fand feine Erwiderung. Als einziger tstagswahlen werden vollzogen im Zeichen der Teuerung, die keine wollen. Er fuhr jedoch in seinem Text fort und hinterher blieb er Diskussionsredner sprach Gen. Rosenthal. Nach einem furzen Fügung des Himmels ist, sondern eine Folge der Teufeleien, den Beweis schuldig, daß die Liberalen gleiches Recht für alle Schlußwort, worin der Vorsitzende Schulz einen begeistert aufwelche den Zolltarif von 1902 zustande brachten, an dem auch die wollen". Nach den Konservativen kamen die Sozialdemo genommenen Appell, jede Stunde bis zum 12. Januar zur AgiFreisinnigen schuld find. Die Wahlen finden statt auch im Zeichen traten heran, denen der Redner es übelnahm, daß sie immer stürmisch erwiderten Hoch die Versammlung. tation für unseren Kandidaten zu benutzen, schloß er mit einem der Kriegshebe, die noch nicht beendet ist. Es gilt, Abrechnung zu halten mit den Taten des verflossenen Reichstags, der mit dem noch alle bürgerlichen Parteien als eine reaktio Bündnis zwischen Konservativen und Liberalen begann, jener näre Masse" betrachten. Als eine Großtat der Liberalen unnatürlichen Ehe, die als Paarung von Kaninchen und Karpfen rühmte er es, daß diese bei der Reichsfinanzreform nur 400 Milbezeichnet wurde. Als die Freifinnigen dann aus dem Ghe- lionen Mark durch indirekte Steuern und wenigstens 100 Millionen gemach hinausgeworfen wurden, trat die Zentrumsjungfrau hinein. durch direkte Steuern decken wollten. Der Ton, in dem Herr FischEs entstand der schwarz- blaue Block, die reaktionäre Mehrheit, die beck die Sozialdemokratie angriff, weil sie an die„ Volksfreundlichnur dadurch möglich wurde, daß die Freisinnigen 1907 bei den feit" der Liberalen nicht glauben will, war der bekannte. Auch er Stichwahlen die liberalen Grundsäße schmählich verraten hatten. In ausführlichen Darlegungen zeigte der Redner, wie der ver- blies kräftig zum Kampf nach links und wollte glauben machen, floffene Reichstag, sowohl die sogenannte liberale Aera wie der daß das Junkertum nicht so sehr die Sozialdemokratie, wie einen schwarz- blaue Block, die Rechte des Voltes geschmälert und dem starken Liberalismus fürchte. Wolke durch die Finanzreform ungeheure Lasten aufgebürdet hat. Aber trotz der Finanzreform ist die Schuldenlast des Reiches gewachsen und an alledem sind auch die Freifinnigen schuld. Sie werfen jetzt den Konservativen vor, daß die Finanzreform nicht genug eingebracht habe; also find fie doch bereit, noch mehr zu stets für Vermehrung von Heer und Flotte zu haben gewesen, des Heeres. welches in erster Linie gegen den„ inneren Feind" gebraucht werden soll. Wie gern würden die Freisinnigen ihren fonservativen Blockbrüdern wieder in den Armen liegen, wenn es ihnen nur erlaubt würde. Weiter zeigte der Redner, daß die Freisinnigen immer dabei gewesen sind, wenn es galt, die klassenbewußte Arbeiterbewegung niederzuhalten. Auf allen Gebieten schen wir die Klassenherrschaft, welche durch die Freifinnigen gestützt wird. An einer Reihe von Beispielen bewies der Redner die Richtigkeit dieser Ansicht. Besonders verwies er auf die vielen mit Hilfe der Freisinnigen zustandegekommenen Verschlechterungen Alle drei Redner äußerten sich sehr hoffnungsfreudig über den in der Reichsversicherungsordnung. Wer wirkliche Sozialreform Erfolg, der im zweiten Wahlkreis dem Liberalismus winke, und will so schloß der Redner, wer gegen die Kriegshebe ist, wer forderten zu eifriger Agitation für den liberalen Wahlkandidaten dem ganzen reaktionären Treiben ein Ende machen will, der muß Mommsen auf. Herr Mommsen selber, der dann sprach, erfür die Sozialdemokratie stimmen, die der Klassenherrschaft, der mahnte gleichfalls seine Parteifreunde, nicht zu zweifeln, daß die Husbeutung des Menschen durch den Menschen ein Ende machen Liberalen siegen fönnen, wenn sie wollen". Da er hierzu noch will. Je mehr für dieses Ziel agitiert wird, desto schneller wird anderer Wähler als nur der wohlhabenden von Berlin W. bedarf, Der erste Diskussionsredner, Schmidt, sprach im Sinne so wehrte er sich heftig gegen ein ihm sehr unbequemes Flugblatt unserer Genossen, das ihm lieblos vorgehalten hatte, wie sehr er Dann folgte ein Mitglied der Demokratischen Vereinigung , als Direktor einer Großbank der berufenste Bertreter des Pinkus, der die Wahl Gästes propagierte und betonte, es fomme Großapitals ist. Herr Mommsen behauptete, auch den Eovor allem darauf an, den Kreis dem Herrn Kaempf zu entreißen zialdemokraten müsse bekannt sein, wie er für den kleinen Mann, und die Reaktion zu befämpfen. Unter Hinweis auf Aeußerungen für den Arbeiter eintrete. Sein Wirken in der Stadtverordneten in einer früheren Versammlung sagte der Redner, es treffe nicht versammlung von Berlin beweise das, prahlte er mit einem Mut, zu, daß die Demokratische Vereinigung hinter der Gründung des über den sogar die freisinnigen Stadtverordneten, die an der Bundes der kaufmännischen Angestellten stehe. Demgegenüber führte Bublib aus, es fönne doch nicht be- Wählerversammlung teilnahmen, sich gewundert haben werden. stritten werden, daß diese Gründung von Mitgliedern der De- Ueber die Tätigkeit der Banken sagte der Herr Bankdirektor:„ Wir mofratischen Vereinigung ausgegangen sei. Wenn diese Bartei arbeiten nicht für die Großen, wir arbeiten für die Allgemein Die geriplitterung der Organisation der Handlungsgehilfen nichtheit!" Und so wollen wir es auch in der Politit tun!" polle, Dann jolle sie ein ernstes Wort dagegen reden. fügte er in treuherzigem Ton hinzu. An dieses Gelöbnis Inüpfte Unser Kandidat Düwell sagte, es sei ja erfreulich, daß wir er eine Darlegung über die angebliche Notwendigkeit in ein Mitglied der Demokratischen Vereinigung in unserer Ber direkter Steuern. Der Grimm gegen die Sozialdemokraten, jammlung gehört haben. Anhänger der Freisinnigen Volkspartei die dem liberalen Bankbirektor die Beteuerung seiner Liebe zum ivürden wir wohl nicht zu hören bekommen. Das sozialdemoTratische Wahlkomitee habe die Absicht gehabt, eine Wählerver- Mittelstand und zur Arbeiterbevölkerung nicht glauben wollen, rig sammlung zu veranstalten, in der Vertreter der Sozialdemokratie, den fichtlich Verärgerten zu einem giftigen Geschimpfe hin. Die der Demokratischen Vereinigung und der Freisinnigen Volkspartei Sozialdemokratie wolle nicht positiv arbeiten, sie wolle nur heßen, auftreten. So sollten durch eine fachliche Aussprache die Wähler über die Bestrebungen der drei Parteien aufgeklärt werden. Die Demokratische Vereinigung habe ihre Bereitwilligkeit zur Teil nahme an einer solchen Versammlung erklärt. Die Freifinnige Volkspartei aber, der das Anerbieten am 8. Dezember gemacht worden sei, habe am 15. geantwortet, ihr Vorstand würde den Gedanken einer gemeinsamen Versammlung außerhalb der In der sehr ausgedehnten Diskussion wurde als erster ein Wahlzeit unter gewissen Boraussetzungen als bistutabel fozialdemokratischer Redner zum Wort zugelassen. Dem erachten. Im Wahltampf sei eine fachliche Erörterung zurzeit liberalen„ Vertreter des ganzen Wolfes" antwortete er, daß die nicht so zu führen, daß eine gemeinschaftliche Versammlung von Liberalen vor den Wahlen anders als nachher zu reden pflegen. öffentlichem Interesse fein lönnte. Nach den bisherigen Erfah- Mit offensichtlichem Unbehagen hörten sie das lange Sünden rungen feien die Redner und Führer der Freifinnigen in hebe- register des Liberalismus an, das er ihnen vorhielt. rischer, ja verleumderischer Weise angegriffen worden, was nur Nachher bekam die Versammlung auch einen Konservativen zu hören, zu weiterer Erbitterung führen könne. Der Vorstand könne daher den antisemitischen Professor Sentig. Er führte sich ein mit dem ber Anregung einer gemeinsamen Versammlung nicht näher treten. Duwe ll bemerkte dazu: Wer unsere Bersammlungen Stompliment, daß er aus den Reden der Referenten sympathische besucht habe, der müsse zugeben, daß der Kampf gar nicht fachlicher Slänge" bernommen habe. Zunächst habe er fast geglaubt, daß sein geführt werden könne, als es dort geschehen sei. Da der Vorstand alter Traum eines 3usammenschlusses des geDer Freisinnigen Wolfspartei mit den Wählern nicht in Berührungsamten Bürgertums" sich verwirklichen solle. Leider sei aber tommen wolle, so würden die Wähler gut tun, den freisinnigen sogleich wieder die Hetze gegen die Junker losgegangen, gegen den Vorstand auch am Wahltage allein zu lassen und nicht für den schwarzblauen Blod", der gar nicht existiere, gegen die Männer, freifinnigen Kandidaten stimmen. längeren Ausführungen, daß die Liberalen einschließlich der Frei- Boltes verdient hätten. Nur die ersten Säße der Rede Hentigs in neue Formen zwingend. Dampf, Elektrizität und wundersam Bis der Kapitalismus wie ein ungeschlachter Riese über den Hierauf zeigte Düwell in die durch die Finanzreform sich die Hochachtung und den Dank des Erdball stampfte, mit gewaltigen Händen das wirtschaftliche Leben finnigen schuld daran sind, daß die Zentrumspartei in Deutschland zu einem Einfluß gekommen fei, den der Ultramontanisutus selbst wurden in Nuhe angehört, seine ganzen obigen Ausführungen konstruierte Maschinen formten Produktion und Verkehr von Grund in katholischen Ländern nicht habe. Durch die Macht der Zentrums- wurden von den Liberalen mit lärmenden Unterbrechungen und partei werde die Stulturentwidelung gewaltsam gehemmt. Es gilt, jo schloß Düme II unter lebhaftem Beifall, durch die Wahl von Sozialdemokraten die Kulturentiidelung zu retten und ihr den Weg zum höheren Aufstieg zu bahnen.
des Referenten.
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für das Privatangestelltengeseß habe sie nur deshalb mitgestimmt, weil sie agitatorische Zwecke verfolge, und so weiter. Er schloß mit der Mahnung, die Arbeiterklasse müsse zum Bürgertum halten, und empfahl sich den Wählern als Vertreter des ganzen
Voltes".
sich immer wiederholendem Gelächter begleitet.
Bor Hentig hatte ein Wortführer des Hansa bundes das feierliche Versprechen abgegeben, daß der Hansabund mit aller Kraft bie Kandidatur Mommsen unterstüßen werde. Das läßt sich Der Liberalismus im Rampf nach links. denken! Dem Hansabündler antwortete ein Privatange stellter, der sehr wirksam darlegte, daß die Angestellten weder Für den zweiten Reichstagswahlkreis Perlins vom Sanjabund noch von seinem Schüßling Mommsen etwas zu hatte die sogenannte Fortschrittliche Volkspartei " am Freitag in hoffen haben. Den Privatangestellten sei das Vertrauens um jeinem„ bornehmeren" westlichen Teil eine öffentliche Wähler- reisinn verloren gegangen. bersammlung einberufen. Zur Freude der Liberalen hatten
Straiau. Kriegshebe, Teuerung und Reichstagswahl stand auf der Tagesordnung einer gut besuchten öffentlichen Wähletversammlung, die am 21. Dezember in der Alten Taberne", AltStralau, stattfand. Der Kandidat des Kreises, Genosse Arthur merksamen Zuhörerschaft die verräterische Politit der schwarzStadthagen, geißelte mit scharfen Worten vor einer auf blauen Mehrheit des verflossenen Reichstages. Der reiche Beifall bewies, daß die Worte den Zuhörern aus dem Herzen gesprochen waren. fleißig an den Vorarbeiten zur Wahl mitzuarbeiten, und einem Nach einem kräftigen Appell seitens des Vorsitzenden, dreifachen Hoch auf die Sozialdemokratie gingen die Versammelten
auseinander.
Frauen- Weihnachten.
allein mir fehlt der Glaube. Jahrhundertelang klingt die schöne Den Menschen ein Wohlgefallen! Die Botschaft hör' ich wohl, Verheißung in das Ohr der gläubigen Menschheit- doch erfüllt hat sie sich nicht. Die Weihnachtsglocken verkünden wiederum die frohe Legende, daß im Stalle zu Bethlehem das Kindlein nackt und bloß geboren worden sei, freudig begrüßt von Königen und Hirten. In Bildern und Statuen wird man in den Kirchen die Mutter dieses Kindleins, das arme Judenweib von Nazareth feiern und verherrlichen. O, widerliche Heuchelei! Derselbe Mund, der jene Mutter verherrlicht, weist die Mütter der heutigen Zeit aus dem öffentlichen Leben, verweigert ihr die Gleichberechtigung, reiht sie unter die Unmündigen und Kinder ein.
Jahrtausendelang wird das Lob der Mutter jenes Nazareners gesungen, und Jahrtausendelang hat man das Weib entrechtet und getnechtet, hat man es der Willfür und Brutalität des männlichen Geschlechts überlassen, ihr Geist und Seele abgesprochen, es den wesenlosen Geschöpfen zugeteilt.
aus um. Der Mittelstand ward zum größten Teil gerrieben, Tausende von Kleinmeistern ihrer Existenz beraubt, ins Proletariat hinabgestoßen. Gewaltig stieg die Zahl der Lohnarbeiter in Handel und Industrie, aber der Kapitalismus machte auch nicht vor der Familie Salt. In Scharen zogen die Frauen in die Fabrik. Mächtig schwoll die Frauenarbeit an. In großer Anzahl wurden gelernte Arbeiter entlassen, von neu erfundenen Maschinen und technischen Errungenschaften verdrängt und ausgeschaltet, die Teilarbeit durchgeführt, so daß die Frauen die Blähe der Männer einnehmen konnten. Neben der Frauenarbeit feierte die Ausbeutung der Kinder vom zartesten Alter an wahre Orgien. Und dieweil man alljährlich die Geburt Jesu , des Kinderfreundes, feierte, richtete die Raubgier des Kapitalismus unter den Kindern des Volkes grauenhafte Verheerungen an.
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Die Debatte zog sich bis nach Mitternacht hin. Auch Herr deren Gegner von rechts und von links, Konservative und auch Mommsen hatte in ihr noch einmal das Wort genommen, um Sozialdemokraten, durch ihre Beteiligung dafür gesorgt, daß in gegen die Angriffe von rechte und von links fich zu wehren. Noch der Viktoriabrauerei der große Saal annähernd voll besetzt wurde. mals pries er sich an als Vertreter der Armen und Be Ein Massenaufgebot liberaler Redner trat vor die Zuhörer brüdten ebenjogut, wie der Neichen". Auf ein Schlußhin und suchte sie zu überzeugen, daß das deutsche Volt das Heil wort verzichtete er. Friede auf Erden! War die Frauenarbeit auch bon cinzig und allein vom Liberalismus zu erwarten hat, der die BeFlüchen und Tränen begleitet, so hatte sie doch auch ihre fegensfizenden wie die Besiklofen, die Unternehmer wie die Arbeiter mit was sie von dem Liberalismus und seinem„ Vertreter der Armen Häuslichkeit in den vielverzweigten braufenden Existenzkampf wurde Das Schlußwort bleibt den Wählern. Sie werden wissen, reiche Seite. Durch das Heraustreten aus dem engen Kreis der gleich heißer Inbrunst an sein Herz drückt und nur die Sozialdemo- und Bedrüdten ebenso gut, wie der Reichen" zu halten haben. Im der Geist geweckt, die Augen geschärft, wurde aus den bis dahin fratie bekämpft. Bevor der liberale Wahltandidat das Wort er- zweiten Wahlfreis von Berlin muß am 12. Januar ſtumpf und abgeschlossen lebenden Haustierchen eine qufgewedte. griff, sprachen erst noch drei andere Parteiführer der Liberalen, wie berge wählt werden sein bisheriger Abgeordneter, der intelligente und willensstarke Streiterin um Frauen- und Menschenund zwar in einer Aufeinanderfolge, die als lehrreiche Steigerung Kandidat der Sozialdemokratie, Genosse Richard rechte. Wer Pflichten hat, der hat auch Rechte! Und wem diese wirkte. Fischer Rechte vorenthalten werden, der muß sie sich erkämpfen! Das war Den Reigen eröffnete Abgeordneter v. Bisat. Er bebauerte, die Losung aller erwachten arbeitenden Frauen. Die ganze daß die Sozialdemokratie dem Liberalismus nicht das Opfer bringen wolle, in den für sie aussichtslosen Wahlkreisen auf eigene Ran Spießerwelt erbebte vor dieser neuen Erscheinung und fah das didaten zu verzichten und von vornherein für die liberalen KanEnde der Welt herannahmen, wenn diese Forderungen sich berCharlottenburg. Trok der Nähe des Weihnachtsfestes, troh wirklichen sollten. Aber schon stehen gewaltige Massen werftätiger didaten einzutreten, wie in gleicher Lage das Zentrum flugerweise bes praffelnden Regens war am Freitagabend das Versammlungs- Frauen im Kampfe Schulter an Schulter an der Seite ihrer modern die Konservativen zu unterstützen sich entschlossen habe. Daß aber lofal bei Schulz, Kaiser- Friedrichstraße, bis zum letzten Plak ge- denkenden und fühlenden Arbeitsgenossen, ohne daß die Welt aus das liberale Bürgertum auch den Kampf nach links führen füllt. In trefflichen Ausführungen, die häufig von Beifallsstürmen den Fugen gegangen wäre. Jit es doch für die Arbeiterorganisation müffe, glaubte er„ in aller Ehrlichkeit" fagen zu sollen, und er politischen Verhältnisse. Er zeigte, wie die herrschende Junter- und Angestellten- Verbände geradezu eine Lebensfrage, die Scharen unterbrochen waren, entwarf Genosse Frizz Zubeil ein Bild unserer fuchte aus der gangen liberalen Weltanschauung" nachzuweisen, jippe das Bolt ausbeutet, toie sie ihre Macht in Staat und Barla. der im Beruf tätigen Frauen in die Kampfphalang einzureihen, daß den Liberalismus eine weite Kluft von der menten ausnutt, sich ihr großes Portemonnaie zu füllen. Er wollen fie nicht, daß die erkämpften Lohn- und Arbeitsbedingungen
Celtow- Beeskow.