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Eine Schwesterntragödie erregt im Bionslirchbiertel allgemeine Anträge der sozialdemokratischen Vertreter ablehnte.| Lichtenberg . Zeilnahme. In dem Hause Wolliner Str. 13 bewohnten feit vielen Go wurde in der Stadtverordnetenversammlung vom 4. De- In großer Lebensgefahr schwebten in der geftrigen Nacht die Jahren die 51 und 50 Jahre alten Schwestern Martha und Emmi zember eine Zuschrift des Gemeindearbeiterverbandes um endliche Bewohner des Hauses Müggelstr. 1/2, Ede Frankfurter Allee . Dort Günzel, unverheiratete Damen, den ersten Stock des Vorderhauses. Neuregelung der Löhne oder event!. Gewährung einer Teuerungs- war nach 1 Uhr in dem Laden des Konfektionärs N. Milbrandt Sie hatten das Grundstüd vor acht Jahren von ihrem Stiefvater, zulage wegen ihres ungehörigen Tones" als ungeeignet zurüd bermutlich durch einen mit Breßtohlen geheizten eifernen Ofen ein dem Kanzleirat Nitschke, der mit ihnen den Haushalt teilte, geerbt. gewiesen. Worin bestand der ungehörige Ton? Die in der Ver- Feuer ausgefommen, das schnell, aber unbemerkt, große Ausdehnung Beide waren in dem Viertel sehr bekannt, besonders weil sie in fammlung am 20. Oktober angenommene Resolution enthielt u. a. erlangte. Als die Lichtenberger Feuerwehr erschien, war die Situation mehreren Wohltätigkeitsvereinen eifrig tätig waren. Seit zwei den Satz: Die Versammelten protestieren auf das schärfste gegen schon eine recht kritische. Die Familie Milbrandt, die hinter dem Jahren war ihr stilles Glück durch die Krankheit der jüngeren die jahrelange Verschleppungspolitik in der Lohnfrage und fordern Laden schlief, mußte von der Feuerwehr berousgeholt und in Sicher heit gebracht werden. Die übrigen Haus wohner beruhigten sich Schwester, die an Atemnot und einem Fußschaden litt, sehr von der städtischen Verwaltung die umgehende Erledigung ihrer bann, da es der Wehr gelang, Luft zu magen und den Brand auf getrübt. Das Hauswesen besorgte seitdem die ältere, die Anträge." Also die Konstatierung, daß die Arbeiter jahrelang ohne dann, da es der Wehr gelang, Luft zu magen und den Brand auf den Laden zu beschränken. sich voller Gesundheit erfreute. Gestern vormittag fiel es nun auf, Bescheid auf ihre Anträge blieben, genügte den Herren, um die Re­daß man sie nicht zum Einholen weggehen sah. Als man bald folution als ungeeignet" zu verwerfen. Auf die sachliche Berechti- Weißenfee. darauf Gasgeruch an der Wohnung wahrnahm, ließ der Haus. gung ging man nicht ein. Demgegenüber ist es notwendig, kurz auf verwalter durch einen Schlosser öffnen und fand beide tot. Die die Geschichte dieser Lohnbewegung einzugehen, da sie außerordent­jüngere faß im Schlafzimmer entfeelt in ihrem Korbstuhl, die ältere lich lehrreich ist für die Beurteilung der Schöneberger liberalen" lag in der mit Gas angefüllten Küche mit dem Schlauch im Munde Arbeiterpolitik. regungslos auf dem Fußboden. Ein Arzt stellte fest, daß die jüngere infolge ihrer Atemnot eines natürlichen Todes gestorben war. Die ältere hatte sich, wie auch ein auf dem Tische liegender Bettel auf wies, mit Gas vergiftet. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Auf dem Zettel teilte Martha Günßel mit, daß ihre Schwester abends vorher plöglich gestorben sei, sie habe sich sehr erschreckt und gleich das Leben genommen, weil sie ohne ihre Schwester doch nicht tveiter habe leben können. Sie bat dann noch um ein gemeinsames

Grab.

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Herzfelde .

Die Leiche wurde

Eine Familientragödie hat sich in der gestrigen Nacht in der Sedanstraße 94 abgespielt. Infolge ehelicher Bwiftigkeiten suchte sich dort der 45 Jahre alte Marmorarbeiter Eduard Müller mit seinen vier Kindern im Alter von 1 bis 11 Jahren durch Leuchtgas zu Schon im Jahre 1909 wurde nach der damaligen Lohnregelung vergiften. Erst gestern früh wurde die Tat entdeckt. Der Mann war noch bei Bewußtsein, während die Kinder befinnungslos in der beantragt, die außerordentlich niedrigen Löhne der nichtständigen Küche lagen. Ein hinzugerufener Arzt stellte sofort wiederbelebungs­Gärtner und Arbeiter zu erhöhen. Die Anträge wurden abschlägig versuche an, und es gelang auch, drei Kinder ins Leben zurüdzu beschieden. Infolgedessen reichten die Arbeiter und diesmal auch rufen. Bei dem jüngsten sind waren aber alle Bemühungen ver­alle übrigen Kategorien im Herbst 1910 erneut Anträge zum Etat geblich, da es der Vergiftung schon erlegen war. ein. Die Gtatsverhandlungen fanden statt und es wurde beschlossen, beschlagnahmt. Der Vater wurde verhaftet. Er gibt an, daß er die Neuregelung der Löhne einer besonderen Kommission zu über die Tat begangen hat, weil seine Frau nach einem Streit ihm weg weisen. Die Arbeiter warteten und warteten von Monat zu Monat gelaufen ist. -- nichts rührte sich. In einer Versammlung am 17. Mai 1911 sprachen die städtischen Arbeiter ihr Bedauern darüber aus, und Ueberfallen und ihrer Barschaft beraubt wurde am Montag ein Im Luisentheater gibt es feit vorgestern eine neue Gesangs - ersuchten in einer Resolution, diese Dinge doch endlich zu regeln. Poffe Berlin O.", die, wenn ihre Erzeuger mit dem Odium Auch jetzt rührte sich nichts. Dann kam die Teuerung mit ihren lunges Dienstmädchen namens Wirth, das sich in Hennickendorf in Dienst befindet. Auf der Strausberger Chauffee zwischen Herzfelde berühmter Autoren" behaftet wären, glüdhafte Tage verspräche. Vielleicht tut sie das aber auch so. Daß die Handlung" für folgenschweren Begleiterscheinungen. Die Angelegenheit der städtis und Hennickendorf wurde das Mädchen von zwei Männern gewaltsam Berlin D. typisch sei, kann nicht gerade behauptet werden. Albern schen Arbeiter aber kam nicht vom Fled. Unter Berücksichtigung feiner Barschaft in Höhe von sieben Mart beraubt. Außerdem heiten werden auch anderswo begangen. Kurz, ein geriffener" aller dieser Umstände wäre es wohl zu verstehen gewesen, wenn sich schnitten die Straßenräuber dem Mädchen das Haupthaar ab. Geschäftsmann, der für den Vertrieb deutsch - afrikanischen Ko- der so genarrten Arbeiter die tiefste Empörung bemächtigt hätte. Zur Frage des Achtuhrladenschlusses werden die hiesigen Ge­Ionienfandes- Niederlagen errichtet, erweist sich auch in Liebes- und dies wäre um so berechtigter gewesen, als die Herven Zobel schäftsleute in einer demnächst stattfindenden eizung endgültig händeln als Schwerenöter, der im Handumdrehen die Herzen von und Salinger an den Versammlungen der Arbeiter teil- Stellung nehmen. Schon in voriger Woche war in dieser Angelegen vier heiratslustigen Apothekerstöchtern für sich schlagen macht genommen hatten, also wissen mußten, wie es um die städtischen heit eine Sigung einberufen worden; eine Ginigung wurde jedoch Daß er einer in den Maschen hängen bleibt, ist am Ende selbstver Arbeiter bestellt ist. Die Zuschrift des Verbandes als ungeeignet nicht erzielt, troßdem zwei Drittel der anwesenden Geschäftsinhaber ständlich. Daß er flugs auch das übrig gebliebene Kleeblatt unter zu bezeichnen, ist ein liberales Demagogenstückchen schlimmster mit dem Achtuhrladenschluß im Winterhalbjahr einverstanden waren. Die Haube bringen will, zeugt für seinen Geschäftsgeist. In Riefemal", draußen vor den Toren wird die vierfache Verlobungs- Art und die städtischen Arbeiter werden die Konsequenzen dieses chose gedeichselt; allerdings erst im Schlußatt. Zunächst machen Verhaltens zu ziehen wissen. Interessant bei der ganzen Ge­wir Bekanntschaft mit drei Rechtsanwälten, für die die lebenden schichte ist aber auch die Tatsache, daß der Renommierarbeiter im Originale nicht weit zu suchen sein dürften. Die Geschäftsprat liberalen Verein, der Straßenreiniger Matschuket, tros feines tifen wie die Klienten dieses juristischen Trifoliums find zum mine angeblichen Einflusses nicht in der Lage war, für seine Kollegen desten originell. In Rietemal gehts noch bunter und turbus etwas zu tun. Tatsache ist vielmehr, daß gerade seine engeren Ienter zu. Wir sehen eine Partie fingewandernder Männlein Berufskollegen die meisten Nachteile durch die Neuregelung haben. daherkommen; ferner mit Bautenbumbum einen Zug der Heils. So haben die Vorarbeiter zum Beispiel ausgerechnet, daß ihnen armee. Desgleichen produziert sich vor dem Dorfe ein weiblicher ein jährlicher Verlust von 18 M. entsteht. Auch dem Blödesten ,, Nadtklub". Schauderös, nicht wahr? Weil um dessen Am 12. Januar Schamhaftigteit sogar ein zensorlicher Regierungsrat vom roten müffen nachgerade die Augen aufgehen. Hause bemüht wurde, um den Mädchen die Bademäntel zu lüpfen werden die städtischen Arbeiter die richtige Antwort geben. und die beamtete Moral darüber zu beruhigen, daß die Nackt­flubistinnen etwa nicht Monna- Vanna"-istisch ausgezogen er scheinen. Abgesehen von dieser charmanten Nummer gibts auch sonst mancherlei Anzüglichkeiten im Terte, für den auf dem Theaterzettel drei ominöse Sterne zeichnen. Indeffen hatte die geschmäßige Fama bereits unseren Genossen Adolf Hoffmann als alimentationspflichtig für Berlin O.", sein richtiggehendes Possenbaby, benamjet: woran nur wieder erhärtet wird, daß zwar Bescheidenheit eine Bier" fei, daß aber auch besagter Bossenbater weiter tame ohne ihr". Mehr mag das noch vom Komponisten gelten, der sich hinter dem Pseudonym Hermann Halle" vere birgt. Er bietet in einigen Liedern und Kouplets gut pointierten Humor mit melodischer Frische. Auf alle Fälle ist der Komponist ehedem ein tüchtiger Meister in einer Berliner Färberei! ein musikalisches Sonntagskind und geborener Musiker. Die Novi­tät wurde sehr freundlich aufgenommen.

Im Appollo- Theater sezt Harry Walden auch in diesem Monat sein Gastspiel als Brettltönig" fort. Der erste Teil des Programms enthält Tichertessengefänge und Tänze; Afrobaten auf rollenden Kugeln und Erzentrifer wechseln miteinander ab.

Vorort- Nachrichten.

Auf eine furchtbare Weise hat die 47jährige Frau Martha Wiedemann aus der Kyffhäuserstraße 28 fich das Leben zu nehmen bersucht. Frau W. hatte sich vor einiger Zeit von ihrem Manne getrennt und war zu einer ihr bekannten Kaufmannsfamilie ge­30gen. Sie fonnte jedoch ihren Mann, mit dem sie fast 20 Jahre berheiratet ist, nicht vergessen und versuchte wiederholt eine Aus­föhnung, die jedoch von dem Gatten abgelehnt wurde. Frau W. verfiel in Schwermut und äußerte wiederholt zu Hausbewohnern, daß sie die Trennung von ihrem Manne nicht ertragen könne und sich deshalb das Leben nehmen werde. Gestern führte die Frau ihr Vorhaben auf sehr feltfame Art aus. Sie legte sich in ihren besten Kleidern in den Kleiderschrank, übergoß die Röcke mit Petroleum und zündete die Flüssigkeit an. Auf die gellenden Schmerzens­schreie der Unglücklichen, die augenblicklich über und über in Flammen gehüllt war, eilten die Wirtsleute hinzu, denen es nach bieler Mühe gelang, durch Aufwerfen von Betten und Deden das Feuer zu erstiden. Frau 2. hatte jedoch bereits am ganzen Störper so schwere Brandwunden davongetragen, daß sie in hoffnungslosem Zustande nach dem Schöneberger Krantenhause übergeführt werden mußte.

Wilmersdorf .

Ein schwerer Straßenbahnunfall ereignete fich am Dienstag Dort sprang der nachmittag gegen 5 Uhr am Olivaer Platz. Konstanzer Str. 58 wohnhafte praktische Arzt Dr. Theißen von einem fahrenden Straßenbahnwagen der Linie 78 ab, tam zu Fall und geriet mit der rechten Schulter unter den Schußrahmen des Anhänge­wagens. Innerhalb einer Minute wurde der Berunglückte durch Dr. Th. erlitt eine erhebliche Anheben des Waggons befreit. Quetschung des rechten Armes, der aus dem Gelenk geriffen wurde und außerdem eine flaffende Stirntunde. auf der neuen Wilmersdorfer Unfallstation am Olivaer Play Not verbände und wurde dann auf seinen Wunsch nach der Wohnung übergeführt. Rigdorf.

Tegel .

In der geftrigen Notiz: Die Fremdeneintragung des Bürger meisters Weigert muß es anstatt Amtsblatt Drtsblatt heißen. unsere Leser werden auf diesen Fehler bereits von selbst gestoßen fein, schon deshalb, weil nicht anzunehmen ist, daß ein Amtsblatt die privaten Dinge des Bürgermeisters erörtert.

Berliner Arbeiter Schachklub.

Often I: feden Donnerstag 19 Uhr bei Gubl, Rüdersdorfer Str. 50. II: jeden Donnerstag 19 Uhr bei Rohde, Gr. Frantfarter Str. 52. Süden: jeden Donnerstag 9 Uhr bei Meyer, Dranienste. 103. Westen: jeden Freitag 19 Uhr bei Bäßler, Starlsbad 17, Ede Flottwellstr. Norden I: jeden Freitag 19 Uhr bei Nebel, Marstr. 13 b.

"

II: jeden Montag 19 Uhr bei Fritsch, Drontheimer Str. 4 III: jeden Donnerstag 1,9 Uhr bei Stoll, Nordufer 5, Ede Zorfstraße. IV: jeden Donnertag 19 Uhr bei Ringert, Gleimſtr. 52. Nordwest I: jeden Freitag, abends 49 Uhr bei Lamprecht, Bufligstr. 10. II: jeden Donnerstag, abb. 1,9 Uhr b. Pfaffenschläger, Wiclefftr. 52. Rigdorf I: jeden Freitag 19 Uhr bei Brandt, Pflügerstr. 19.

II: jeden Donnerstag 1,9 Ubr bei Bormann, Hermannstr. 75. III: jeden Freitag 1,9 Uhr bei Rau, Wildenbruchstr. 56. Borhagen: jeden Freitag 19 Uhr bei Mög, Sonntagitr. 32. Lichtenberg : jeden Donnerstag 19 Uhr bei Müncheberg , Gudrunftr. 9. Charlottenburg : jeden Freitag 19 Uhr bei Bernide, Bismardstr. 38. Ober- Schöneweide: jeden Freitag 1,9 Uhr bei Prochowsky, Rathausstr. 10.

Briefkaften der Redaktion.

Die furiftifae Sprechstunde findet Bindenstraße 69, born vier Treppen Fahrstuhl, wochentäglich von 4% bis 7% Uhr abends, Sonnabends,

von 4% bis 6 Uhr abends statt. Jeder für den Briefkasten bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Mertzeichen betzufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen teine Abonnementsquittung beigefügt ist,

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werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Banfftr. 1. und 2. Dafür sind die Vorschriften des Statuts maßgebend. 3. Ja. 4. Unverständlich. 2. N. 11. 1. Ja. 2. Sogar 31 M., falls Es tann aber Ermäßigung zulässige Abzüge bereits abgerechnet sind. D. D. 32. Die Aussage fann verweigert werden, was in eintreten. der Regel als Bugeständnis ausgelegt wird. Geschieht dies, triti bas ge­ebliche Cheverbot in straft, auch kann der unsmuldige Teil binnen drei Monaten nach Rechtskraft des Urteils Strafantrag stellen. A. B. Nr. 2. Die 2 M. find zu Unrecht gefordert. Die Binsen brauchen erst am Fälligkeitstage gezahlt werden. G. R. 29. Nein. 2. S. 5. Nein, wenn nicht Einverständnis vorliegt. 5. 50. Die Klage erscheint durch führbar. Falls Widerklage erhoben wird, würden Sie für mitschuldig er M... 16. Soweit ersichtlich, ja. Der Verunglückte erhielt lärt werden. F. B. 55 Sie sich mit einem Stadtverordneten in Verbindung. Benden Sie sich beschwerdeführend an die Armendirektion, eventuell feter Zahnersatz B. B. 5. B. 2890. 1. Ja, wenn nichts anderes Schöneberger Magistrat. bereinbart iff 2. Ja; die vertragliche Kündigungsfrist ist maßgebend. Marktpreise von Berlin am 2. Januar 1912, nach Ermittelung des Rönigl. Polizeipräsidiums. Marttballenbreife.( Kleinhandel), 100 Kilogramm Erbjen, gelbe, zum Stochen 36.00-50,00. Speisebohnen weiße, 40,00-60,00. Linfen 40,00-80,00. Startoffeln 8,00-11,00. 1 Stilo gramin Rindfleisch, von der Steule 1,60-2,40. Rindfleisch, Bauchfleisch 1,20 bis 1,80. Schweinefleisch 1,20-1,80. Ralbfleisch 1,50-2,40. Hammelfleisch 1,30-2,20. Butter 2.60-3.20. 60 Stud Cier 3,80-6.40. Stilogramm Starpfen 1,00-2,40. Male 1.20-2,80. Bander 1,40-3,60. Hechte 1,20 bis 2,60. Bariche 1,00-2,00. Schlete 1,40-3,20. Bleie 0,80-1,40. 60 Stüd Streble 2,40-24,00.

Am 4. und 5. Februar b. J. finden die Gewerbegerichts­wahlen statt. Zu der Arbeitgeberwahl liegt die Liste vom 3. bis 11. Januar im hiesigen Rathaus, Zimmer 457, wochentäglich von 9-7 Uhr zur Einsichtnahme aus. Es ist unbedingt notwendig, daß jeber Arbeitgeber, der mit uns sympathisiert, sich davon überzeugt, daß er in die Liste eingetragen ist, und wenn dies nicht der Fall, sich nachtragen läßt.

Schöneberg . Statt Lohnerhöhung Lohnkürzung und Entlassung. Für die städtischen Arbeiter ist nun endlich die längst fällige Neuregelung ber Löhne erfolgt. Die Neuregelung bedeutet eine Enttäuschung für die städtischen Arbeiter und muß, als Ganzes betrachtet, in jeder Hinsicht als ungenügend bezeichnet werden. Danach betragen die Anfangslöhne, unter Anerkennung des Prinzips der Wochen­löhne, für sämtliche Arbeiter 25 M., steigend in 8 Dienstjahren auf 31 M.; für Handwerker 27 bis 34 M. bezw. Tariflöhne und für Frauen 16,50 M. Vollständig leer gingen die ständigen und nicht­ständigen Gärtner der Stadtgärtnerei und von den Vermessungs­gehilfen 5 Mann mit 4 bis 18 Dienstjahren aus, während 4 Arbeiter eine Mark pro Woche Zulage erhielten. Die Endlöhne bedeuten für den größten Teil der Arbeiter nur einen Wechsel auf die Zukunft, da ihnen die bisherige Dienstzeit nicht angerechnet wird. Die durchschnittliche Lohnerhöhung beträgt ganze 16 Pfennige pro Tag, die aber auf der anderen Seite dadurch aufgehoben wird, daß die Sonntagsarbeit der ersten drei Stunden, die bisher mit 100 Broz. bezahlt wurde, in Zukunft nur mit 50 Pro3. ent­Parteigenossen! Bei der letzten Krankenkassenwahl habt ihr den lohnt wird. Ein Arbeiter mit 4,50 M. Tagelohn erhielt früher für Jnnungshelden, tros aller Berunglimpfung, den Beweis geliefert, bie ersten 3 Sonn- oder Feiertagsstunden 3 M., jetzt nach der Auf- daß Rigdorf nicht der Ort für ihr Scharfmachertum iſt, fügt zum besserung nur noch 2,25 M. Hier beträgt die ganze Aufbesserung ersten den zweiten Schlag. Mio nochmals: Seht die Wählerliste pro Woche 25 Pf. oder pro Tag 4 Pf. Ja es kommt vor, daß nach nach. Wer nicht darin verzeichnet ist, geht seines Wahlrechtes ver­dieser Reform" das Einkommen der Arbeiter bedeutend geringer luftig. ist als bordem. Dies trifft zum Beispiel für alle leer Aus­gegangenen von vornherein zu. In Wochen mit Feiertagen wird Steglitz . jeder Feiertag, wie überhaupt jeder Sonntag, dem Arbeitenden einen Minderverdienst von 75 Pf. pro Tag bringen; das macht in der Weihnachtswoche 2,25 M., in der Neujahrswoche 1,50 M. Verlust. Steht dem eine Aufbesserung von 1 m. gegenüber, so ist auch in diefen Fällen ein Minderverdienst von 1,25 m. bezt. 50 f. ein­getreten. Ganz leer gehen auch die Frauen aus. Ihr Lohn von 2,75 M. pro Tag ist einfach in einen Wochenlohn umgerechnet

worden.

Die Gewerkschaftskommiffion.

Stationen

Barometer

Witterungsübersicht vom 3. Januar 1912.

stand mm

Wind

Bump

Windstärke

Wetter

Temp. n..

Bot Dog

Stationen

Barometer

stand mm

Wind­

Bunzlpa

Windstärke

Better

Temp. n. G.

5°.4° R.

4 moltent- 16

3 bedeckt

6 Betersburg 740 R 6 Scilly 772 WSW 4 bedeckt 6 Aberdeen 7613 4 beiter 4 Paris 77823

6

4

9966

7 Haparanda 751 92 Stinemde. 758 WSW 5Regen Wahllügen. Die Redaktion des Stegliter Anzeigers" hat jetzt Hamburg 761 56bebedt 7623 Berlin 5 bedeďt nach 14 Tagen endlich der Verwahrung Raum gegeben, die das 3 Nebel sozialdemokratische Wahlfomitee gegen die ungeheuerliche Behauptung rantia 27683 7703 4 bebedt 2 bedeckt dieses Blattes einlegte, daß bei der letzten demokratischen Versamm München 766 32 45edeckt lung im Albrechtshof" von einigen Sozis" verschiedene Tischtücher Bien Wetterprognose für Donnerstag, den 4. Januar 1912. zerschnitten sein sollten. Das Wahlkomitee ersuchte die Redaktion um Beweise für dieje Behauptung. Auch von Herrn Lehrer Etwas fühler, zeitweise aufflarend, vorwiegend trübe mit Nieder­Schöning, Mitglied der Demokratischen Vereinigung, muß der schlägen und starten, später nachlassenden westlichen Winden. " Stegliger Anzeiger" eine längere Berichtigung bringen. Berliner Betterbureau

Wir haben zu diesen Ausführungen nur furz zu bemerken, daß unser Gewährsmann seine Behauptungen aufrecht erhält. Herr Schöning und Herr Bied sind ja ebensowenig allwissend, mie wir."

Einzig für die nichtständigen und Aushilfsarbeiter wäre eine Was hat nun die Redaktion des Steglizer Anzeigers" darauf tägliche Aufbefferung von 45 bezw. 65 Pf. eingetreten, wenn man zu erwidern? In einer Anmerkung zu den beiden Einsendungen diesen Leuten nicht gleichzeitig mit der ersten Lohn- heißt es: zahlung die Entlassung gegeben hätte. Am Vor­abend des Festes der Liebe erhielten 29 Manu ihre Entlassung. Rüdsichtsloser tann sich die ärgste Reattion Das ist weiter nichts als ein elendes Verlegenheitsgeftammel, nicht zeigen, als wie die liberale" Verwaltung Schönebergs. Es geht schnell abwärts hier. Die Herren haben es sehr eilig, das aber feine Beweisführung für die aufgestellte Behauptung. Der gute Ansehen, das sich Schöneberg unter der Aegide eines Wilde legte Saz ist sogar das glatte Eingeständnis, daß die Redaktion einer Behauptung Aufnahme gewährte, ohne sich erst von deren erworben hatte, zu beseitigen. Wenn der Magistrat und mit ihm die liberale Stadtberorb- Wahrheit zu überzeugen. Aus der Berichtigung des Herrn Schöning netenmehrheit glaubt, mit dieser Regelung" sei eitel Zufriedenheit geht deutlich hervor, daß fogar der Wirt des Albrechtshofes" nichts in den Streisen der Arbeiter eingezogen, so irren fie fich sehe. Im von einem Berschneiden von Tischtüchern weiß. Es hieße bei der Gegenteil! Die Unzulänglichkeit des Geschaffenen sowie die teil- Redaktion des Stegliger Anzeigers" zuviel voraussetzen, wenn man weisen direkten Verschlechterungen haben eine große Erregung annimmt, daß sie noch so viel politisches Anstandsgefühl aufzubringen bermag, um ihren Gewährsmann öffentlich für seine Behauptung hervorgerufen und die städtischen Körperschaften können darauf eintreten zu lassen oder aber einzugestehen, daß sie diese Behaup rechnen, daß die städtischen Arbeiter mit erneuten Anträgen nicht tung nicht aufrecht erhalten kann. Die Arbeiter aber mögen an zurückhalten werden. Die liberale" Majorität hat sich in dieser diesem Beispiel erkennen, wie Wahllügen entstehen und wie leicht­Frage in ihrem vollen Glanze gezeigt, indem sie alle weitergehenden fertig sich die bürgerliche Preffe zu ihrer Verbreitung hergibt. Berantwortlicher Redakteur: Albert Wachs, Berlin . Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin . Druck u. Verlag: Vorwärts

Wafferstands- Nachrichten

der Landesanstalt für Gewässerfunde, mitgeteilt vom Berliner Betterbureau.

Bafferstand Memel, Tilfit

Bregel, Insterburg eichfel, Thorn Dder, Nalibor

"

am 2.1.

feit

am

feit

1. 1.

Bafferstand

2. 1 1. 1.

cm

cm³)

cm cm³)

148

-6

Saale , Grochlit

130

-5

-474

-2

Habel, Spandau )

62

+2

30-4

Rathenow ) 52+-4

120

-13

Spree, Spremberg )

82

99

+7 106+3

Beeston

82

Befer, Münden

231

-15

22-12

Minden

300

2-1 -1-3 7 +4

Rhein , Maximiliansau 416

-15

Kaub

274 24

Köln

361

"

AP

"

Berby Magdeburg

-125-1 109

Nedar, Heilbronn

140

-10

+-12

Main, Wertheim

192

-8

90+ 6

Mosel, Trier

188

14

Krossen Frankfurt Barthe, Schrimm Landsberg Nete, Bordamm Elbe, Leitmerit

Dresden

1)+ bedeutet Buchs

-

Fall Unterpegel.) Eisstand. Dberhalb der Brüde Eisstand) schwaches Eistreiben.

Buchdruckerei u. Be clagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW,