Habe auswendig lernen laffent, fei unwahr. Der Vorsitzende, Land- sein. Die Angeflaglen beffrillen dies genern mit unerschöpflichet gerichtsrat Hallervorden, fand an diesem Verfahren der Lehrerin Bungenfertigkeit, die namentlich; bei Frau Mürb staunenerregend nichts auszusehen. Die Angeklagten behaupteten, daß damals am war. Sie unterbrach fortgefeht die Verhandlung, so daß der 13. September nicht sie, sondern andere Personen, die gerade vor- Vorsitzende Landgerichtsrat Simonson mehrfach drohte, sie sofort abführen zu lassen. Ist alles egal! Sind wir ja rechtlos! übertamen, auf die Lehrerin geschimpft hätten. Hierzu wäre die Sperren Sie uns ein, ist alles egal! Die Schußleute nehmen Sie Bernehmung einer größeren Zahl Beugen nötig gewesen, auch den Eid ab und anständige Frauen steden Sie hier in die Aneiniger, deren Ladung das Gericht abgelehnt hatte. Der Borsigende flagebant!" So und ähnlich ricf die Angeklagte fortgesetzt. Die rict aber den Angeklagten, nicht auf Vertagung zu bestehen, sondern Angeklagte Majewska behauptete ebenso wie ihre Schwester, daß ihre Berufung zurüdzuziehen. Er stellte ihnen in Aussicht, daß alle ihre Anschuldigungen durchaus wahr seien, namentlich auch, sie eine Kostenrechnung von 150 Mark kriegen würden. Die An- daß ein Schuhmann sie überaus heftig an der Gurgel gepackt habe. getlagten blicben dabei, sie hätten nicht geschimpft. Doch im Hin- bab ich gedacht, Gurgel ist entzweigebrochen; ist mir was geplakt blick auf die Kosten, die bei erneuter Verurteilung entstehen wür- wie Blase vom Fisch!" den, entschlossen sie sich zuleht, sich bei dem Schöffengerichtsurteil zu beruhigen. Aber unschuldig bin ich!" fügte Frau Jürgens hinzu. Der Vorsitzende wollte sie belehren:" Ja, dann nehme ich Ihre Erklärung nicht an." Er lenkte ein, als der Verteidiger und in Uebereinstimmung mit diesem der Staatsanwalt hervorhoben, daß die Erklärung nicht zurückgewiesen werden dürfe.
Es gibt feine Klassenjufttz.
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fümmerte, anstatt in der Bittigaft- 5er feine Not zu jammern und die übrigen fen nige zu bertrinten. Vor allen Dingen nehmen Sie von den 60 M. das Brotgeld weg; ich habe 31 Tage, pro Tag zu 7 Pfund, zweite Sorte, pro fund 13 Bf gerechnet( das macht 28,21 M.) Dieses Geld müssen Sie unbedingt wegnehmen und aufpassen, daß Sie nicht mehr ausgeben, als täglich 7 Bfund. Dann bleiben Ihnen noch 31,79 m. uhbutter tönnen Sie sich leider nicht leisten, da nehmen Sie einen guten Butterersatz, 6 Pfund a 90 Pf. gleich 5,40 m. Dieses Geld muß auch weggenommen werden. Mit dieser Butter müssen Sie sehr sparsam umgehen und zu Hause betommen die Kinder Es Salz und Brot. bleiben Ihnen noch 26,39 M. Jetzt rate ich Ihnen, noch gleich am 1. einen ganzen Zentner Kartoffeln und 30 Pfund Mehl zu kaufen( das macht 10 m.). Bleiben noch 16,39 M.- für einen ganzen Monat( pro Tag 54 Pf.) Jeden Morgen gibts Mehlsuppe, mittags Startoffelmus mit gwiebel, für den Mann für 10 Pf. Blutwurst, oder gelbe Rüben mit Martinochen vom Schöps, Seelachs mit Senffauce, Hering mit Pelkartoffeln, Linsen mit Spec. Von Erbswurst fann Abendiuppe gekocht werden; ferner gibt es abends Klöße mit Pflaumenmus, Hirse in Milch, Quart mit Kartoffeln. Wohnen Sie in der Nähe einer größeren Stadt, dann fönnen Ihre Kinder in hotelküchen für zehn Pfennig Abfallfleisch holen. Ich habe in meiner Kinderzeit manchen Korb boll nach Hause getragen. ist es nötig, daß die Kinder nebenbei mitverdienen, sei es durch 8eitungsaustragen, als Laufbursche oder sonstwie. Versuchen Sie meine Ratschläge zu befolgen, und es wird gehen!"
Eine frechere und brutalere Verhöhnung des Elends ist so bald nicht dagewesen. Hoffentlich merken sich die unteren Beamten für die Stichwahlen die Lehre, daß ihnen die Delikatessen aus der Abfalltonne der Hotels als erstrebenswerte Nahrung angewiesen wird. Opfer der See.
Die Anschuldigungen der Angeklagten wurden von sämtlichen bernommenen Schuhleuten unter dem Zeugeneide als unwahr zurückgewiesen. Sie behaupteten übereinstimmend, daß sie die Angeklagten sehr vorsichtig behandelt hätten, dagegen hätten sich diese sowohl bei der Sistierung nach der Wache, auf der Wache und im Kriminalgerichtsgebäude wie die Furien benommen und fürchterlich getobt und geschimpft. In der Droschke hätten sie geschimpft: Mistpreußen! Stintpreußen! der ganze Staat ist eine Räuberbande und der Staat paßt dazu!" Polizeihauptmann v. Herford bekundete, daß die Angeklagten bei ihrer Vernehmung Zwei Prozesse, die vor dem Chemnißer Schöffengericht ber- außerordentlich erregt waren und so viele unglaubliche Behandelt wurden, lieferten einen neuen Beweis, daß es feine schuldigungen erhoben, daß man nicht wußte, was man als PhantaKlaffenjustiz gibt. In der ersten Verhandlung hatte sich ein sie und was als Wahrheit ansehen durfte. Eine Anzahl Zeugen, Rentner Klos wegen Beamtenbeleidigung, Hausfriedensbruch und die von den Angeklagten vorgeschlagen waren, wußten nichts Erregung ruheftörenden Lärms zu verantworten. Dieser Mann Wesentliches zu befunden. Der Sachverständige, Spezialarzt fand feit Jahren Gefallen daran, fich zur Nachtzeit in einer Polizei- Dr. Lennhof, hat am 17. Dezember den Besuch der Angeklagten bezirkswache einzufinden und die Beamten zu belästigen, die ihn Majewska erhalten und zweifellos einen Bruch des Kehlkopfes niemals anders loswerden konnten, als durch Hinausstecken. bei ihr festgestellt. Sie hat bei dieser Gelegenheit erklärt, sie sei Einem Beamten waren die nächtlichen Besuche schon lange zu„ von einem Manne" gewürgt worden. Die Angeklagte sei auch dumm und er machte schließlich der Sache ein Ende. Als Klos heiser gevesen und das Stimmband zeigte eine intensive Röte. wieder einmal nachts erschien, siecte er ihn sofort wieder zur Tür Die Angeklagte habe einen Herzfehler und sei eine erregbare Natur. hinaus. Das war der Herr Rentner nicht gewöhnt und er fing an Gefängnisarzt Dr. Lehnsen hat bei der Einlieferung der Anzu schimpfen und den Beamten zu beleidigen, der ihn schließlich geklagten am 15. Dezember von einem solchen Bruch nichts festmit Gewalt auf die Straße brachte. Vor Gericht bemerkte K., daß ftellen können; dagegen habe Frl. Majewska ununterbrochen er betrunken gewesen sei, und daß seine Anhänglichkeit vom Militär furchtbar geschrien, so daß ihr schließlich ein Tuch vor den Mund Die schweren Stürme der legten Tage haben fowohl auf her ihn öfter in die Polizeiwache hineingezogen habe. Die Schilde- gehalten werden mußte.(!) rung der nächtlichen Besuche durch den Zeugen brachten dem Gericht Die Angeklagte fei zweifellos hysterisch und solche hysterischen dem Atlantischen Ozean wie auch im Mittelländischen Meere die Ueberzeugung bei, daß der Rentner, der als Sergeant bom Bersonen glauben manchmal etwas erlebt zu haben, was gar nicht zu schweren Schiffsunfällen geführt. Während eines orfanMilitär abgegangen ist und Militärpenfion bezieht, aus Größen- Wirklichkeit war. Der Staatsanwalt hielt die Unwahrheit der artigen Sturmes ist in der Nähe des österreichischen Hafens wahn, Großmannssucht und läppisches Didetun gehandelt habe. Es Anschuldigungen für erwiesen und beantragte je 2 Monate Ge- von Fiume der Dampfer" Scio" untergegangen. mahm ihn mit 100 Mark in Strafe. Im zweiten Prozeß mußte ein junger Arbeiter auf der Anfängnis. Das Gericht nahm zwar als erwiesen an, daß die An- Von der aus 26 Personen bestehenden Besatzung konnten Im zweiten Prozeß mußte ein junger Arbeiter auf der An- schuldigungen der Angeklagten gegen die Schuhleute falsch find, Hagebant Blak nehmen. Er sollte drei unorganisierte Handarbeiter tam jedoch trotzdem zu einer Freisprechung der beiden Angeklagten, nur zwei Mann durch den deutschen Dampfer„ Samos " durch die Bezeichnung„ Streifbrecher" beleidigt haben. Der Anflage ba anzunehmen sei, daß beide, die schwerhysterische Personen gerettet werden. Der Dampfer ,, Wistowhall" ist Donners liegt folgender Sachverhalt zugrunde: Während der Aussperrung der feien, offenbar jene Vorgänge, die ihrer Phantasie entsprungen tag früh an den nördlich von Aberdeen gelegenen Felsen der Metallarbeiter arbeiteten die Strafantragsteller auf dem Hofe einer feien, für wahr gehalten haben. Eisengießerei. Der Beschuldigte, Gärtner Hanusch, ging vorüber und fragte einen Lehrjungen, der in kurzer Entfernung der Handarbeiter stand: Wieviel arbeiten Streifbrecher hier?" Damit hatte er Former gemeint. Die Handarbeiter bezogen den Ausdruck Vor dem Schöffengericht zu Leipzig hatte sich dieser Tage ein trunten. Etreitbreder auf sich und fühlten sich beleidigt. Da ein Wacht. Dr. med Gös wegen Uebertretung der Verkehrsordnung und Be- Eingang des Hafens von Budie ein Fischerboot meister in der Nähe war, teilten sie diesem die Sache mit, der sie leidigung eines Schußmannes, den er Lump titulierte, zu berant- gestrandet. veranlagte, Strafantrag zu stellen. In der Verhandlung bestritt worten. Die Verhandlung nahm einen sehr lehrreichen Verlauf fanden in den Wellen ihren Tod. bewies aufs neue, wie berechtigt der Ruf nach H., die Handarbeiter gemeint zu haben; er habe nur feststellen wollen, und vor Schuylenen" ift. Der in Leipzigob noch Former arbeiteten. Nach der Beweisaufnahme stellte der mehr Schut Der am 19. Dezember von Cardiff nach Dran abgegangene Dr. Gözz bediente sich zum Besuche Amtsanwalt fest, daß sich die Strafantragsteller gar nicht hätten Lindenau wohnende beleidigt fühlen können. Das Gericht verurteilte den Beschuldigten feiner Patienten eines Nades und kam auf der Karl- Heine- Straße und seither verschollene Dampfer Ville d'Alger " dennoch zu 14 Tagen Gefängnis. In der Urteilsbegründung wurde gefahren. Er hatte gerade ein Fuhrwert vorschriftsmäßig links wird nunmehr als verloren angesehen, da dieser Tage am u. a. gejagt: Das Gericht hat die Neberzeugung, daß H. den Zeugen überholt und war nicht sofort wieder scharf rechts abgebogen, er Strande von Carteret( Departement La Manche ) eine etwas versehen wollte. Es tann sich aber nicht verhehlen, daß die befand sich aber trotzdem auf der rechten Straßenseite. Ein Mann Rettungsboje diefes Schiffes aufgefunden wurde. Sache nicht der Rede wert ist, daß es besser gewesen wäre, sie wäre in Rivil tauchte vor ihm auf, streckte den Arm in die Höhe und Es scheint kein Zweifel mehr möglich, daß es im Aermel. nicht an die große Glocke gehängt worden. Da aber einmal Straf- befahl ihm, abzuſteigen. Dr. Gök respektierte diesen Befehl jedoch fanal untergegangen ist. Die Befagung bestand antrag gestellt war, hätte auch etwas geschehen müssen. nicht, sondern versuchte um den Mann herumzukommen. Dieser aus 26 Mann. Und troßdem Gefängnis! Nun vergleiche man die beiden Ur- aber riß ihn vom Rade herunter, wobei der 60jährige Arzt mehrere teile. Mit Geldstrafe kommt ein Rentner davon, der seit Jahren Wunden und Verstauchungen erlitt. In seiner berechtigten Er der Polizei auf dem Kopfe herumgetanzt ist. Mit Gefängnis wird regung sagte er zu dem Mann, der sich ihm als Kriminalichusmann ein Arbeiter bestraft wegen einer Nichtigkeit, die selbst das Gericht zu erkennen gab: Sie sind kein Schuhmann, Sie sind in meinen ein Lump!" Dr.
Cefetz!
Schutz vor Schuhleuten.
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schottischen Küste, den sogenannten bullers of buchan, gescheitert. Von der größtenteils aus ostindischen Rastaren bestehenden Besatzung sind 53 Mann erAn der englischen Rüste ist am Die beiden Insassen des Bootes
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Stützen der Gesellschaft.
Bei der Sparkasse in Fünftirchen wurde die Entbedung gemacht, daß eine hochgestellte Wiener Dame die Sparals solche gekennzeichnet hat! Das ist die Gleichheit aller vor dem Augen Gök i infolge des Sturges drei Wochen in ärztlicher Be- faffe durch gefälschte wechfel um 30 000 Stronen geschäbigt handlung gewesen und hat mit Erfolg eine Schadenersatzklage ge- hat. Die Sparkasse hat von einer Anzeige gegen die Dame Abführt. Das Gericht hat ihm dem Grunde nach eine Summe von stand genommen, da sie hofft, daß der Gemahl der Dame die 750 Mart zugesprochen. Trotz alledem hatte der Leipziger Polizeipräsident Dr. Wagler Schuld begleichen wird. Der Mitinhaber des Budapester Strafantrag gegen Dr. Göß gestellt. Vor Gericht bekundeten drei Großegporthauses Segal u. Cie., Artur Segal, ist nach Hinterlaffung Arbeiter, die in der Nähe als Streifposten gestanden hatten, daß von Berbindlichkeiten in Höhe von einer Million flüchtig der Schußmann etwa 10-20 Meter vor Dr. Göß den Arm ge- geworden. Er wird steckbrieflich verfolgt. hoben habe. Der Schußmann behauptete jedoch, daß er schon in einer Entfernung von 50-70 Metern das Haltesignal gegeben habe. Er war sogar so anmaßend, in echter Polizeimanier, die drei Arbeiter als unglaubwürdig hinzustellen, weil diese gegen die Polizeibeamten voreingenommen feien.
Ein Pseudoabbé als Betrüger.
Allerlei Abenteuer auf der Polizeiwache erzählten gestern vor der 4. Straffammer des Landgerichts I gvei sehr aufgeregte Frauen. Wegen wissentlich falscher Anschuldigung waren die 52 Jahre alte Schneiderin Pauline Majewska und deren um neun Jahre jüngere Schwester, Frau Marianne Mürb, geb. Majewska, angeklagt. Der Sadverhalt ist folgender: Gegen die beiden Angeklagten schwebte bei dem Amtsgericht ein Strafverfahren wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung. Zu dem am 19. November anstehenden Termin waren beide nicht In einigen Klöstern Roms trieb seit längerer Zeit ein sehr erschienen und das Gericht beschloß ihre Vorführung. Zu diesem eleganter als Abbé gekleideter junger Mann sein Wesen, der fid) Bved erschienen am 15. Dezember früh nach 6 Uhr die Schuhleute Jean de Sevigné, Marquis de St. Mars nannte, gefälschte oder Biscal und Czajer zuerst vor der Wohnung der Majewska und dann Dr. Göz erklärte, er sei gewiß ein Mann der Ordnung. Aber echte Empfehlungsbriefe von Kardinälen und sogar einen Erlaub vor der Wohnung der Frau Mürb in der Thodowieckistraße, um er habe es nicht für möglich gehalten, daß das Publikum so von der nisschein zum Messelesen bei sich führte. Von elegantem und eindie Sistierung auszuführen. Den Schuhleuten war eingeprägt Polizei fchikaniert werden dürfe. Da sei es begreiflich, wenn in schmeichelndem Wesen pflegte sich der Pfeudoabbé in Mönchs- und worden, diesen beiden Frauen gegenüber sehr vorsichtig und torreft Deutschland über das Polizeiwefen geschimpft wird." Ich bin fast Nonnenklöstern vorzustellen, um die Aufnahme eines Schüßlings vorzugehen. Die Sistierung ging unter großen Schwierigkeiten 60 Jahre alt und ein gbeliebiger junger Bursche in Zivil foll das zu bewirken. Bei dieser Gelegenheit soll er auch in katholischen vor sich, da die Angeklagten sich diese Einmischung der Polizei Recht haben, mir zu befehlen, vom Rade abzusteigen?" Infolge Mädcheninstituten als Beichtiger gewirkt haben. Für die Aufin ihre Angelegenheiten" berbaten. Frau Mürb öffnete ihre des durch die Manipulation des Schuhmanns erlittenen Sturzes nahme seines Schüßlings mußte natürlich dem betreffenden Orden Wohnung überhaupt nicht gutwillig, so daß erst ein Schlosser her- habe er wie ein Schwein ausgesehen und er habe sich vor den Leuten eine gegebene Summe als Mitgift bezahlt werden, und der Betrug beigeholt und die Tür mit Gewalt geöffnet werden mußte. Schließ geschämt. Er müßte ein Engel fein, wenn er sich das hätte gefallen unseres Schlaumeiers bestand eben darin, daß er zur Bezahlung lich wurde eine Droschte geholt und in dieser wurden beide An- lassen sollen. Schließlich beschwerte er sich, daß er wie ein schwerer einen falschen Cheque anbot, der auf 1000 oder 2000 Lire mehr geklagten nach dem Kriminalgericht gefahren. Unterwegs sollen Verbrecher vor Gericht gezerrt worden sei. lautete als die einzuzahlende Summe. Die Differenz ließ er sich Das Schöffengericht sprach Dr. Göz von der Anklage der Ueber- in bar zurüdzahlen und ward dann nicht mehr gesehen. Das Ge fie fortwährend auf die sie begleitenden beiden Schuhleute und die gesamte Polizei geschimpft und standaliert haben. Noch schwieriger tretung frei und stellte das Verfahren wegen Beleidigung ein. schäft scheint sehr gut gegangen zu sein, denn bei seiner Berwar die Ueberführung der beiden Frauen aus der Droichte in das In der Begründung des Urteils wurde u. a. ausgeführt, daß von haftung fand man den Betrüger, der Giovanni Gindri heißt, im Kriminalgerichtsgebäude. Bor Gericht benahmen fie fich gleichfalls dem Angeklagten nicht verlangt werden konnte, daß er auf das Besitz recht ansehnlicher Summen, hocheleganter Wäsche und vielen so ungebührlich, daß das Gericht eine sofort zu verbüßende Haft- Zeichen einer Zivilperson anhalte. Die Ministerialverordnung vom Schmude. Wahrscheinlich haben die meisten seiner Opfer von die Strafe von 3 Tagen über sie verhängte. In der Sache selbst 16. Oftober 1907 schreibe vor, daß ein Beamter mindestens an einer Anzeige Abstand genommen, wohl deshalb, weil viele Orden ja übermurden fie am 17. Dezember freigesprochen. Dann wurde gegen Dienstmüße kenntlich sein muß. Der Angeklagte sei durch den Fall haupt keine neuen Mitglieder mehr aufnehmen dürfen. Die Anzeige, sie ein Verfahren wegen groben Unfugs und ruheftörenden Lärms so bestürzt gewesen, daß er nicht daran gedacht habe, mit dem die zu seiner Verhaftung führte, wurde von einem römischen Bei der Sistierung eröffnet und am 10. Februar v. 3. vom Worte" Lump" den Polizeibeamten als solchen zu treffen. Ein Mönchsorden gemacht. Der Verhaftete ist zweimal wegen Betrugs Schöffengericht zu 20 M. Geldstrafe event. 4 Tagen Haft verurteilt. Strafantrag wegen Privatbeleidigung liege aber nicht vor. vorbestraft. Unter seinen Papieren fand sich auch eine PhotoDie dagegen eingelegte Berufung wurde verworfen und das Urteil nicht nur bei„ Ordnungsmännern", sondern auch bei gewöhnlichen Zusammenstellung handelt, oder ob der Betrüger wirklich im Vati Das Urteil tit recht verständlich; nur wäre zu wünschen, daß graphie, die ihn neben dem Papst darstellt. Ob es sich hier um eine ist rechtsfräftig gevorden. Nun haben die beiden Frauen am 10. Januar eine Anzeige Sterblichen von dieser Gerechtigkeit Gebrauch gemacht wird und zusammenstellung handelt, oder ob der Betrüger wirklich im Vatifan Zutritt hatte, ist zurzeit nicht bekannt. gegen Beamte des 105. Polizeireviers erstattet, in welcher die wenigstens Gerichte das Publikum vor anmaßenden Schußleuten schwersten Beschuldigungen gegen 4 Schußleute erhoben wurden. in Schuh nehmen. Gie behaupteten darin u. a., fie feien, als fie am 15. Dezember Bankdirektor Ohm im Sanatorium. Der aus Anlaß des gu fiftiert wurden, von den beteiligten Schußleuten gestoßen, gefammenbruches der Niederdeutschen Bant in Haft genommene Bank fchlagen und in der gröblichsten Weise beleidigt worden. direktor Dhm ist im Gerichtsgefängnis in Dortmund schwer Mürb sei auf der Wache gewaltsam in die Zelle gestoßen und dort ertrantt. Ein Aerztekollegium hat seine Ueberführung in von einem Beamten mit Wasser begossen worden. Frl. Mejewska ein Sanatorium verlangt. Dem soll Folge gegeben werden, behauptete, daß der eine Schuhmann sie so stark am Halse gejedoch muß die Heilanstalt die Garantie gegen einen lucht. würgt habe, daß ihr ganz schwarz vor Augen geworden fei. Dies bersuch übernehmen. fei ihr um so entjehlicher gewesen, als sie erst einige Zeit vorWie kann ich am besten mit einem Wirtschaftsgelde von hier an den Augen operiert worden wäre. Wiederholt hätten die 60 M. pro Monat auskommen? Es sind fünf Kinder im Alter Bingen ist am Donnerstag ein Raub der Flammen geworden. Das katholische Vereinshaus in Schußleute gerufen: Man müßte die bredigen Boladen nach von 4 bis 14 Jahren und zwei Erwachsene zu beköstigen, und Das Feuer, das gegen 5 Uhr morgens ausbrach, wütete den ganzen Galizien abführen!", ferner: Siebzehn Tage bei Waffer und Brot Tag. Es handelt wie die Dresdner Bolls geitung meint sich Die Ablöschung der brennenden Baulichkeiten wurde sehr und dann in den Keller einsperren!" Frau Mürb behauptete ferner, der eine Schuhmann, der fie nach der Polizeiwache brachte, offenbar um einen schlecht bezahlten unteren Beamten, dessen erschwert, da infolge der grimmigen Kälte die Slaug leitungen zufroren. Fünf Feuerwehrleute erlitten habe verlangt, jie folle wie ein Soldat marschieren, indem er Frau so fragt. Die Antwort auf diese figliche Frage ist folgender- bei den Löscharbeiten schwere Verlegungen. immer tommandiert habe:„ Rechts! links! rechts! links!" Sie maßen ausgefallen: Achtfacher Raubmord. In dem ruffisch polnischen Dorfe habe darauf gesagt, ihre Brüder hätten schon eher ihrer Militär-„ Es ist ein schweres Rätsel, mit 60 M. Wirtschaftsgeld pro Borzenoin wurde das einsam im Walde gelegene Haus des Monat bei einer fiebenköpfigen Familie auszukommen. Für mich Forstlaffterers Weinberg bon Räubern überfallen. Die in dent würde es nicht schwer sein, wohl aber für Sie, liebe Frau Hause wohnenden zwei Familien mit fieben Personen wenn Sie einen verwöhnten Magen haben sollten, sowie ein zu Besuch weilender Waldkassierer wurden durch Beil. denn auf Braten von Kalb , Rind- oder Schweinefleisch müssen Sie hiebe ermordet und beraubt. Die Räuber find mit ihrer leider verzichten, während Geflügel- und Wildbraten Ihnen nur Beute unerfannt entkomment. Phantasiebilder bleiben werden. Aber verzagen Sie nicht; wir sind alle groß und stark geworden- ich stamme aus vierzehntöpfiger Familie und meine Mutter hatte nur 10 W. Wirtschaftsgeld pro Woche. Wundern Sie sich auch nicht, daß Ihnen diefes hier ein Mann schreibt; Sie dürfen deshalb nicht denken, daß ich ein wirtschaft Herausgegeben von D. Marburg u. F. Wohltmann. Erscheint Der Tropenpflanzer. Nr. 1. 1912. Beitschrift für tropische Land. Zopfguder bin. Aber wirtschaftlich bin ich erzogen worden, monatlich. Jährl. 12 M. Berlag: Berlin , unter den Linden 43. und es wäre beffer um manche Arbeiterfamilie bestellt, Die Nenordnung der direkten Staatssteuern in Vreußen. Bon wenn der Mann sich um seine- Wirtschaft resp. Familie Dr. jur. Etruz. 5 M. C. Heymanns Berlag. Berlin W. 8.
Frau
pflicht genügt, wie der Schuhmann, darauf habe der lettere gefagt: An dem ihm genannten Orte stehen bloß polnische Schweine, aber feine lanen." Auf der Wache habe man Frau Mürb auf die Bank gestoßen, man habe ihr zugerufen:„ Die Boladen müßten eine Dusche bekommen!" Weiter wurde in der Anzeige und gestern im Termin von den beiden Frauen behauptet, die Beamten hätten fie gedugt und gedroht, ihnen Ketten anzulegen. In der Droschke hätten die Schußleute unänständige Redensarten gemacht, der eine Schußmann hätte mit seinem Säbel nach ihrem Leib gestoßen, ihr ein Loch in das Kleid gerissen und ihr ihre Hutnadel weggenommen. Diese und andere in der Strafanzeige und später bei der Ber nehmung vor dem Polizeihauptmann von Herford gemachten Befchuldigungen sollen, wie die Anklage behauptet, wiffentlich unwahr
Aus aller Welt. Verböhnung der Armen.
In einer der letzten Nummern des Blattes Die Dresdner Hausfrau" fragt jemand aus Niederpesterwig an:
alles starke Esser.
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Kleine Notizen.
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Eingegangene Druckfchriften.