Hr. 34. 29. Jahrgang.
Hbgeordnetenbaus.
10. Sigung vom Freitag, den 9. Februar, bormittags 11 Uhr.
Am Ministertisch: v. Kiderlen- Waechter.
fritifiert
Etat der Münzverwaltung
Abg. v. Conrad( fl.) das Fünfmark- und das Fünfundzwanzig pfennigstück wegen ihrer unhandlichen resp. unpraktischen Form, sowie das geschmacklose neue Papiergeld. Ein Regierungskommissar betont, daß das Münzwesen Reichssache sei, die preußische Münzverwaltung sei nur ausführendes Drgan. Abg. Becker( 3.) verteidigt das Fünfundzwanzigpfennigftüd. Abg. Dr. Arendt( ft.) wünscht vermehrte Ausprägung von Gedenkmünzen. Abg. v. Kessel( t.): Ich bin in der Lage gewesen, mir einen Hundertmarkschein von einem Stollegen zu leiben( Heiterkeit) und finde auch, daß es direkt unbequem ist, solche Scheine unterzubringen. ( Sehr richtig!) Abg. Dr. Friedberg( natl.) schließt sich dem Borredner an. Der Etat wird bewilligt; ebenso eine Reihe weiterer Etats. Zum Etat des Auswärtigen Amtes Herren
genügt, und bitte daher, den weitergehenden Antrag nicht Unsere Vorwürfe richten sich nicht gegen die Aspirationen der Kurie Laum Beschluß zu erheben.( Bravo ! rechts.) an sich, sondern gegen das Verhalten des Staates gegenAbg. Graf Moltke( ft.): Durch die Erklärung der Kurie ist die über solchen Aspirationen. Wir sind der Ansicht, daß allerdings die I Sache zunächst erledigt. Aber wir erwarten, daß die Regierung Regierung durchaus die nötige Energie in der Vertretung des weiter darüber wacht, daß die versprochene Nichtanwendung des Staates hat vermissen lassen. Sie hätte zweifellos sich Motuproprio auf Deutschland nirgends durchbrochen wird.( Bravo !) eine präzise Erklärung von der Kurie verschaffen müssen. Es fühlt Abg. v. Pappenheim ( f.): Aus der Begründung des Antrages ja doch ein Blinder mit dem Krückstock, daß die Erklärung des an= Eine Reihe kleinerer Etats werden in zweiter Lesung sprach echt protestantisches Bewußtsein. Auch wir wünschen im geblichen Vertreters der Kurie nicht die geringste Bedeutung hat, bebattelos erledigt. Interesse der Aufrechterhaltung des konfessionellen Friedens, daß daß sie nur Beim solche Demonstrationen der Kurie künftig vermieden werden. ein Versteckspiel Nach der Erklärung des Herrn Staatssekretärs beantrage ich, über ist mit der ganz ungeklärten Frage des Gewohnheitsrechts. Im den Antrag v. Campe zur Tagesordnung überzugehen. Das übrigen hat sich noch niemals so deutlich die Ueberflüssigkeit unserer Gesoll aber feine Abschwächung des Antrages sein, wir halten es viel- sandtschaft am päpstlichen Stuhl gezeigt wie in diesem Falle.( Sehr nehr nach wie vor für unsere Pflicht, bei jeder Gelegenheit alles wahr! links.) Die Regierung selbst hätte deshalb allen Anlaß, an zu bekämpfen, was den konfessionellen Frieden stören kann.( Bravo ! die Beseitigung dieser Gesandtschaft heranzugehen. rechts.) Für die Haltung der Regierung in diesen Fragen ist natürlich ausAbg. Dr. Porsch( 3.): Die Ausführungen des Abg. v. Campe schlaggebend die politische Konstellation in Deutschland . 3entrum haben meine Freunde sehr verstimmt. Er meinte, wir müßten ist immer noch Trumpf und es ist die höchste Regierungsanerkennen, daß er diese Dinge genau studiert habe. Uns wäre es marime, dem Zentrum alles zuliebe zu tun.( Sehr wahr! bei lieber, wenn er sie gar nicht studieren würde( Heiter- den Sozialdemokraten.) In dieser Beziehung sind die Konfeit links) er würde sich dann wohl nicht für befugt halten, uns servativen die Mitschuldigen. Vei der Borromäus- Enzyklika sogar zu sagen, wie wir uns gegenüber dem Oberhaupt unserer haben sie vollständig versagt, weil sie sich durch die Stirche zu verhalten haben.( Lebhafte Zustimmung im Zentrum.) politische Interessengemeinschaft an der staatlichen Futterkrippe mit Redner legt des weiteren ausführlich dar, daß das Motuproprio dem Zentrum verbunden fühlen. Ebenso war es beim Modernistens für Deutschland keine Gültigkeit habe. Es sei überhaupt nur eid und so ist es auch hier. Sonst stellen sich die Konservativen hin bestimmt für die Länder, wo noch besondere Gerichtshöfe für fatho- als Vertreter der Staatsautorität. Wenn die Sozialdemokratie in lische Geistliche durch den Staat anerkannt seien. Nicht bloß die ihr Statut eine Bestimmung aufnehmen würde, wonach kein Sozialkatholische Kirche, sondern auch andere Vereinigungen suchten dahin demokrat die Gerichte in Anspruch nehmen, sondern sich nur an die zu wirken, daß Streitigkeiten ihrer Angehörigen innerhalb der eigenen Parteiinstitutionen wenden dürfe, so würde man zweifellos soSo begründet Abg. Dr. Campe( natl.) einen Antrag, die Regierung auf- Reihen durch Schiedsgerichte, Ehrengerichte erledigt würden. fort erkiären: das ist der Staatsumsturz, da wird zufordern, dem Abgeordnetenhause tunlichst bald authentische Mit- soll eine solche besondere Gerichtsbarkeit auch innerhalb der Frei- ein Staat im Staate etabliert. Man würde nicht genug teilung über die mit der Kurie über das neueste Motu proprio , maurer bestehen.( hört! hört! im Zentrum.) Worte der Empörung finden. Hier aber sehen wir, wie die Vor allem betone ich, der Papst erläßt Entscheidungen Konservativen, betr. das Gerichtsverfahren gegen leriter ge die angeblichen Vertreter des Protestantismus pflogenen Verhandlungen zu machen, insbesondere den darauf für die ganze Welt und in den einzelnen Ländern sind dann und der Staatsautorität, mit Rücksicht auf die Bundesbrüderschaft bezüglichen amtlichen Schriftwechsel vorzulegen. Alljährlich werden natürlich je nach Lage der Gesetzgebung Ausführungsvorschriften mit dem Zentrum aus ganz materiellen Interessen heraus alle wir jeht von Rom aus mit Verfügungen bedroht, die den fon- nötig. Die Aufregung über das Motuproprio ist nur entstanden anderen Interessen fallen lassen und wie auch die Regierung ge fessionellen Frieden zu stören und weitgehende Beunruhigung dadurch, daß man es bei den Wahlen zur Erregung des furor borsam getuscht hat. in die Kreise der Bevölkerung hineinzutragen geeignet sind.( Sehr protestanticus mißbrauchte.( Lebhafte Zustimmung im Zentrum.) hervorgerufen, der geeignet ist, Beunruhigung im weitesten Umfange richtig! linke.) Bei dem neuesten Motuproprio stehen tief- Mit dem Zentrum hat das Motuproprio gar nichts zu tun; es hervorzurufen. Weiter tommt in Betracht, daß durch das Motugründige Rechte des Staates auf dem Spiel gilt vielmehr für die Katholiken in allen Kreisen.( Bravo ! im proprio vor allem die minderbegüterten, abhängigen Katholiken, von den An Zentrum.) spruch des privilegierten Gerichtsstandes für ihre Geistlichen. Abg. Styczynski( Pole) erklärt, daß seine Freunde dem Antrage Jeder, der einen Geistlichen vor ein weltliches Gericht b. Pappenheim zustimmen würden. zwingt soll der glommunitation d. h. der kirchlichen TodesStrafe verfallen.( hört! hört! links.) Natürlich kann die Kurie nicht die staatlichen Geseze umwerfen; damit würde sie auf Granit beißen; aber es kommt auf die Gewissensbindung der Katholiken Tatsächlich bedeutet das Motuproprio einen Eingriff in die moderne Auffassung der Rechte des Staates, einen Stoß gegen die Rechtshoheit des Staates.( Sehr richtig! links.) Die Staatsregierung hätte ihrerseits die Pflicht, ſich dieſe wiederholten Rücksichtslosigkeiten der römischen Kurie energisch zu verbitten.( Sehr richtig! links.) Sie muß darauf bestehen, daß in solchen Fällen vorher Fühlung genommen wird mit unserem Gefandten beim Vatikan . Der Wert unserer Gesandtschaft in Rom ist durch diese Vorgänge erneut sehr in Frage gestellt.( Sehr wahr so zugespitzt wie irgend möglich. Nicht richtig ist, daß das priviLints.) Hoffentlich ist es das letzte Mal, daß wir über solche Ueber- legium fori für Deutschland durch Gewohnheitsrecht beseitigt sei, griffe der Kurie hier zu flagen haben.( Bravo ! links.) wie vom Zentrum behauptet wird. Mancherlei Einzelfälle der legten Staatssekretär v. Kiderlen- Wachter : Ich will zunächst dem Zeit haben bewiesen, wie tatsächlich noch von diesem privilegium ersten Wunsche des Antrages entsprechen. An das Motuproprio fori Gebrauch gemacht wird. Auch steht die Aufhebung des Motu- Stuhl ist überflüssig. Gegenüber der Erwartung des Abgeordneten vom 9. Oktober hat sich sofort eine größere Bolemit angefnüpft proprio für Deutschland im Widerspruch mit dieser Behauptung. v. Pappenheim , es werde das letzte Wal sein, daß wir über und es wurde besonders von fatholischer Seite bestritten, Die Aufhebung ist ihrerseits nur erfolgt durch die Erklärung irgend einen solchen Grlaß zu sprechen haben würden, kann ich bei der daß das Motuproprio für Deutschland Gültigkeit habe. Na- eines angeblich legitimierten Vertreters der Kurie, wonach das Motu- heutigen Macht der katholischen Kirche und des Zentrums nur türlich interessierte uns vor allem diese Frage. Unter Bezugnahme proprio für Deutschland keine Bedeutung habe, weil eben das privi- sagen: die Botschaft hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. auf einen Artikel des Prof. Heiner in der Kölnischen Volkszeitung" legium fori durch Gewohnheitsrecht beseitigt sei. Da dies nun nicht( Bravo ! lints.) bom 27. November, der offenbar offiziösen Ursprungs war, wurde der Fall ist, so ergibt sich, daß die Erklärung des Vertreters der Abg. Dr. Friedberg( natl.): Auch uns hat die Erklärung des unser Gesandter beim Vatikan angewiesen, anzufragen, ob die Kurie ganz bedeutungslos ist. Der Zustand ist um so un- Staatssekretärs nicht befriedigt; wir werden daher dem Antrag Richtigkeit der Ausführungen diefes Artikels von der Sturie anerkannt befriedigender, als jedem Katholiken klar ist, daß wenn hier irgend- v. Pappenheim nicht zustimmen. Die Verweigerung der Akten werde. Die Verhandlungen darüber sind lediglich mündlich geführt, welche Zugeständnisse gemacht sein sollten, diese nur von der welt- ist uns ganz unverständlich. Dem Reichstag sind schon wiederholt nur das Ergebnis ist schriftlich festgelegt, und darin heißt es aus- lichen Macht erzwungen seien. Auf alle Fälle wird durch das Motu- folche Akten vorgelegt worden. brücklich: Es berührt deshalb das Motuproprio Deutschland proprio ein ernster 3wang ausgeübt auf jeden einzelnen, Ein Schlußantrag wird angenommen. Der Antrag nicht". Ferner wurde der Stardinalstaatssekretär darauf hin- der als getreuer Katholik die päpstlichen Machtbefugnisse v. Campe wird gemäß dem Antrag des Abg. v. Pappenheim mit gewiesen, daß, ganz abgesehen von dem vorliegenden Fall, die königl. anerkennt. Deshalb haben wir nicht nur das Recht, sondern die den Stimmen der Konservativen und des Zentrums durch UeberStaatsregierung jeder Verfügung ihre Wirksamkeit für unser Land Pflicht, uns damit zu befasien, wie das auch andere deutsche Land- gang zur Tagesordnung erledigt. versagen müßte, welche mit den Reichs- oder Landesgefeßen in tage getan haben. Im übrigen haben wir feinerlei Veranlassung, Der Etat des Ministeriums der Auswärtigen Widerspruch stehe. Nach dieser Verwahrung haben wir den Zwischen- gegen die Kurie Sturm zu laufen. Sie hat von ihrem Standpunkt Angelegenheiten wird nach unwesentlicher Debatte befall für erledigt halten müssen. Ich hoffe, daß diese Erklärung den aus das gute Recht, alles zu tun, um ihre Macht durchzusetzen. willigt.
Die latholische Kirche erhebt ja seit alters her
ait.
Kleines feuilleton
Abg. Dr. Liebknecht( Soz.):
denen sich viele auch in unseren Reihen befinden, verhindert werden, ihre Rechte gegenüber den Geistlichen geltend zu machen. Deshalb halten wir es für unsere Pflicht, uns dem Protest des Antrages v. Gamp anzuschließen. Die Regierung ist nicht energisch verständlich. Wir haben daher nur Anlaß, in diese Debatte macht, wenn sie nur wollte, die Regierung zu zwingen. Angesichts Für uns ist die Toleranz in allen religiösen Dingen selbst genug vorgegangen und sie hat gar kein Recht, uns jetzt die Vorlegung der Alten zu versagen. Das Haus hätte sehr wohl die einzugreifen, insofern es sich nicht um religiöse Angelegenheiten der engen Verbindung der beiden größten Parteien dieses Hauses heit, die noch im wesentlichen auf dem privaten Gebiet blieb, anders nicht zu erwarten. Damit fällt die Verantwortung für das Motus handelt. Die Borromäus- Enzyklika war eine Angelegen haben wir allerdings eine energische Stellungnahme des Hauses stand es schon mit dem Antimodernisteneid, der bereits mittelbar in staatliche Angelegenheiten eingriff, insofern als staatliche Beamte durch diesen Eid gebunden werden sollten, und das letzte
Motuproprio ist nun allerdings
ein Eingriff in staatliche Angelegenheiten,
proprio mit auf dieſes Haus. Es zeigt sich wieber, baß es abfolut unmöglich ist, in diesem Hause auch nur die allergeringste Kulturpolitik im Interesse der Allgemeinheit zu betreiben.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.)
Abg. Gyßling( Vp.): Es handelt sich hier nicht um eine inner firchliche Angelegenheit, wie das Zentrum es hinzustellen sucht, sondern um staatsrechtliche Interessen. Die Erklärung des Staatssekretärs befriedigt uns nicht. Wir müssen verlangen, daß die aften vorgelegt werden. Die preußische Gesandtschaft am päpstlichen
bis zu Ende Abrechnung. Die Abrechnung eines Menschen, dem schaut er ihr nach:" Was ist sie, nur ein Kind oder ein listiges es bitter Ernst ist mit der Wahrheit, und der die Lehre und Leben Weibsbild?" Soll er in seinem äußeren Leben den Fluch der trennende Kluft schärfer, unbarmherzig klarer sah, als alle seine Halbheit wie ein Gefangener seine Kette bis zum Tode mit sich Widersacher. Wie Hamlet , mit dem er sonst gewiß nichts gemein schleppen? Müd hingestreckt sieht er den Schwarm der lustigen hat, trägt er Hemmungen im Geblüt, die ihm den Willen lähmen, Jugend spielend durch sein Zimmer laufen. Zweifelsgedanken und wie jener verzehrt er sich in solchem Schwanken. Sein Gewissen bliken auf. Könnte denn nicht alles doch ein Irrtum sein? Könnten sicht die Dinge wie Ibsens Brand im Sinne des„ Alles oder Nichts". die anderen nicht recht haben? Dann falten sich die Hände zum und in der Ohnmacht, die höchste, von ihm selbst gestellte Forderung Gebete: Er will von Gott nicht lassen, auch wenn ihm Gott die zu erfüllen, scheint er gar nicht einmal zu sehen, wieviel er im Straft zur Tat, die sein Gewissen fordert, in der er die Befreiung Verhältnis zur Familie durchzusehen wohl imstande gewesen wäre, seines Geistes finden würde, versagt! auch wenn sein„ Alles" nicht erreicht wird. Kayßler als Tolstoi- Nikolay brachte den strengen Ernst, die
Notizen.
dt.
Der boykottierte Sänger und der Bühnenverein. Auf der Tezten Delegiertenversammlung der Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger hatte Gustav Ridelt in seiner Nede über das Verhältnis zwischen Bühnengenossenschaft und Bühnenverein eines Falles Erwähnung getan, der bei allen Delegierten die lebhafteste Entrüstung ausgelöst hatte. Es handelte sich um den Heldentenor Emil Borgmann aus Graz , der von dem Tirektor Heinrich Hagin aus höchst anfechtbaren Gründen für kontraktbrüchig erklärt und Nikolay Iwanowitsch'( so nennt sich Tolstoi in dem Drama) schlichte Ehrlichkeit und Güte, die alle Mittelglieder und Einseit einem Jahre existenzlos gemacht worden war. Der Bühnen- Frau stellt seinem Verhaben, das ganze Gut den Bauern, die als schränkungen überspringenden, immer auf absolute Postulate einbercin konnte sich nicht dazu verstehen, den Sänger von der Kon- alleinige Bearbeiter des Bodens allein rechtmäßigen Anspruch darauf gestellten Konsequenzenmacherei, wie die Qualen des inneren Zwietraftbruchsliste abzusehen, obwohl ihm das Verhalten seines Mit- hätten, zu übergeben und selbst Bauer zu werden, im Namen ihrer spalts zu wunderbar lebendiger Erscheinung. Im letzten, den gliedes Hagin nicht sympathisch sein fonnte. Direktor Hagin hatte Kinder leidenschaftlichsten Widerstand entgegen. Vergebens sucht schwierigsten Aft, hob sich das Spiel zur Meisterschaft. Die Nollen nämlich seine Zustimmung zur Aufhebung des Boykotts davon er sie moralisierend und auf Jesu Worte verweisend zu überzeugen. der Frau und der oberflächlich schwadronierenden Schwägerin wurden abhängig gemacht, daß ein dem Sänger gewährter Vorschuß von In der Tat wäre die Ausführung des Planes nicht gleichbedeutend von Helene Fehd mer und Jlka Grüning, die des fanatisch 1180 M. zuerst zurüdgezahlt würde, und sich nicht bewegen lassen, mit der Vernichtung zahlloser Entwickelungsmöglichkeiten für die willensstarken Schwärmer Boris von Herrn Abel trefflich darmit der Rückzahlung bis nach Abschluß eines Engagements zu Kinder? Selbst die Schulbildung würde so in Frage gestellt! Doch gestellt. Das Publikum folgte mit gespanntem Interesse und warten. Dadurch wurde dem inzwischen in bittere Not geratenen Nikolay- Tolstoi macht zwischen derlei vernünftigen und von dem applaudierte demonstrativ. Sänger unmöglich gemacht, eine neue Existenz zu gründen und gedankenlosesten Egoismus diktierten Einwänden keinen Unterschied. seine Schulden zu bezahlen. Jedes abhandelnde Paktieren mit dem Gebot der Bruderliebe und Verhandlungen zwischen dem Rechtsschutzbureau der Bühnen- der Gleichheit gilt ihm in gleicher Weise als Ungehorsam gegen Für die Wissenschaft des Judentum& an einer genossenschaft und dem Deutschen Bühnenverein haben nunmehr zu Gott und das Gewissen. Statt daß er einen Kompromiß schließt preußischen, wo möglich an der Berliner Universität, ereinem Abschluß dieser Affäre geführt. Tas Rechtsschutzbureau hat und einen Teil des fürstlichen Einkommens den Armen zufallen streben jüdische Kreise einen Lehrstuhl an. Zu diesem Zweck den schuldigen Betrag für den Künstler an den Bühnenverein ge- läßt, statt daß er seiner ethischen Gesinnung als Familienoberhaupt sollen anfangs März Geldsammlungen veranlaßt werden. Die unzahlt und der lettere Borgmanns Namen aus der Kontraktbruchs- so eine, wenn auch beschränkte, Geltung verschafft, bricht er nach mittelbare Veranlassung hierzu ist das Vorgehen der sächsischen liste gestrichen, so daß der Sänger endlich wieder zur Ausübung langem Stampfe mit der Frau zusammen und läßt sein ganzes Regierung, die für den 1. April 1912 einen Münchener jüdischen seines künstlerischen Berufes kommt, den ein die Paragraphen des Vermögen auf ihren Namen schreiben. Obwohl er weiß, daß sie Privatgelehrten als Lektor für späthebräische, jüdisch- armäiſche und Bühnenvertrags wie eine Eflavenpeitsche handhabender Direktor das Geld für Standestorheiten ausstreuen, die Kinder in hoch- speziell talmudische Literatur an die Leipziger Universität berufen hat. ihm länger als ein Jahr verschlossen hielt, indem er ihm die er- mütig aristokratischem Lurus aufziehen wird. Man hat das Tolstoi Was uns noch gefehlt hat. Den Männern, die haltenen Vorschüsse monatelang so abzog, daß dem Künstler am oftmals vorgeworfen; der Verzicht sei nur ein bequemer Ausweg, beim Antritt einer Reise bleich und nur mühsam gefaßt auf die Monatsersten nur etwa 3 M. übrig blieben und der aller Bar- um sich nicht vom Glanz zu trennen und zugleich als ein Besiz- Reihe der unförmigen Hutkoffer blicken, deren die Frau Gemahlin" mittel Beraubte dadurch in den Kontrattbruch hineingetrieben loser zu paradieren. Im Drama fagt uns Tolstoi, wie er selbst zum Genusse der Fahrt unbedingt bedarf, winkt eine Hoffnung: darüber dachte, wie das Verbleiben in einem Milieu, das seiner in London werden jetzt elegante Damenhüte geschaffen, bei deren Theater. ganzen Willensrichtung Hohn sprach, ihn gemartert. An der Hobel- Konstruktion" die Möglichkeit vorgeschen ist, den Hut zusammenbant, in seiner Arbeitsstube, nie verläßt ihn der Gedanke. flappen zu können. Es ist des Rätsels Lösung," so erklärte eine Kleines Theater: Und das Licht scheinet in Ein junger Priester und Fürst Boris, der Bewerber um die führende Londoner Modistin, diese Hüte sind das, was die elegante der Finsternis, Drama von Leo Tolstoi . Ein starker älteste Tochter, bekennen sich zu seiner Lehre. Der schwache Priester Frau braucht, wenn sie auch auf Reisen smart aussehen will. Die Eindruck, der lange nachhallt. Die ersten Akte des Dramas, das fehrt zurück in die Kirche. Boris aber, der zum Dienste eingezogen, unförmigen Hutschachteln sind überflüssig, die zusammenklappbaren man in Tolstols Nachlaß fand, sind in den achtziger Jahren ent- den Eid verweigert und gegen das schamlose Komödienspiel, den Hüte sind so gearbeitet, daß sie zusammengefaltet im Koffer nur standen, als der große Dichter jene Sinneswandlung durchlebt Christengott als Schuppatron des militärisch organisierten Massen- ganz wenig Plak beanspruchen. hatte, die ihn in unversöhnlichen Gegensatz zu Etaat und Kirche mordes anzurufen, mit Worten bebender Entrüstung protestiert, Walfische im Mittelmeer . Wie aus Tanger bebrachte, wie dem mit proletarisch- industriellen Klasseninteressen und verfällt ewiger Gefangenschaft. Die barbarische Sinnlosigkeit, in richtet wird, erstattete der Kapitän des norwegischen Dampfers Stlassentämpfen rechnenden Sozialismus zum begeisterten Propheten der der Staat, nicht nur der russische, Männer, die aus Bedenken Hans Bryde", der mit defekter Maschine im Hafen einlief, die eines auf Jesu Bergpredigt gegründeten Evangeliums der Bruder- des Gewissens und nach dem Wort der Schrift die Schwurformel Meldung, daß er in der Meerenge von Gibralter mehrere Walfische liebe machte. Der Schluß in die Tragik dieser einsam ringenden nicht leisten wollen, zum Bruche ihrer Ueberzeugung durch die Tortur gesehen habe, auf die die Bejagung während der Ueberfahrt erfolgund vor dem entscheidenden Schritte der Loslösung von der Familie endloser Haft zu zwingen sucht, steht hier am Branger. los Jagd machte. Die Tatsache ist seither auch noch von anderer immer wieder zurückscheuenden Seele am tiefsten hineinleuchtend Zermürbt, den Seinen längst entfremdet, hat Nikolah endlich Seite mit dem Hinzufügen bestätigt worden, daß es sich um einen stammt aus viel späterer Zeit, ist vielleicht nicht lange vor der den Entschluß gefaßt zu gehen. Aber seine Frau wirft sich ihm ganzen Schwarm von Walfischen handele, die einen Abstecher nach Flucht des Dreiundachtzigjährigen geschrieben. Auf fünstlerisch in den Weg. Sie müsse sterben, wenn er sie verlasse! Und wieder dem Mittelländischen Meer gemacht haben. Es ist seit Jahrdramatische Abrundung verzichtend, bringt dies Wert das Wesen bleibt sie Siegerin, entwaffnet ihn durch den Appell ans Mitleid. Hunderten das erstemak, daß man hier wieder Walfische zu Gesicht Tolstois um so unmittelbarer zum Ausdruck. Es ist von Anfang Traurig, beschämt, von Widerwillen über seine Zusage geschüttelt, bekommen hat.
worden war.
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