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Nr. 53. 29. Jahrgang.

6. Beilage des Vorwärts " Berliner Volksblatt

Wirtschaftlicher Wochenbericht.

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rung.

Sonntag, 3. März 1912.

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den Kredit erschweren und verteuern und infolgedessen auch das 65 Millionen Tonnen, ab. Von der Gesamtausfuhr entfallen wirtschaftliche Leben stören. Die dem Vorgehen des Reichsbank- 9% Millionen Tonnen auf Deutschland . Die deutschen Grubenbe­direktoriums mit auf den Weg gegebene Begründung beruhigte fiber hoffen, der Konflikt in England werde ihnen ermöglichen, die nicht. Man verwies auf den aus Anlaß der Marokkoaffäre her- englische Kohle aus Deutschland zu verdrängen. Das Verhalten des Berlin , den 2. März 1912. borgerufenen plöblichen starken Goldabfluß und die daraus er- christlichen Gewerkvereins gestattet den weitergehenden Schluß, Börsenstimmungen- Sozialdemokratische Erfolge und Börsenkurse wachsenen prefären Verhältnisse. Dadurch gewann die verlangte es werde die Hoffnung genährt, deutsche Kohlen nach England zu Die Aktion Havenstein Wirtschaftliche Kämpfe. Erschwerung der Effektenlombardierung fast den Charakter einer werfen. Wohl aus diesem Grunde ließ sich die Köln . Volksztg." Kriegsvorbereitung. Da zudem die Beschießung des Hafens von aus den Kreisen des Kohlensyndikats auf das bestimmteste ber­Schnell wechselnder Stimmungsumschwung ließ die Börsen Beirut durch die Italiener die Befürchtung von internationalen sichern", daß solche Pläne nicht bestünden. Das Syndikat würde furse in den letzten Wochen auf und ab gehen. Der in Rücksicht verwickelungen wieder lebendig werden ließ, gab das Vorgehen des die Gelegenheit nach Möglichkeit benutzen, um die bislang von der auf die Wirtschaftslage nach Herrschaft ringende Optimismus fand Reichsbankpräsidenten pessimistischer Stimmung genügend Nah- englischen Kchle beherrschten deutschen Absatzgebiete zu erobern und in dem aus politischen Erwägungen herauswachsenden Pessimismus ein zu starkes Gegengewicht. Die Kreuzzeitung " hat des Uebels zu diesem Zwecke Kohlen nach dorthin versenden, wenn die Pläze Ursache in dem Erstarken der Sozialdemokratie und der scharfen Die Gewißheit auf die Verlängerung des Kohlensyndikats und von fremden Kohlen entblößt werden sollten. Größere Sendungen Betonung jozialpolitischen Eisers im Reichstage entdeckt. Die un- der ausnehmend günstige Marktbericht des Stahlwerksverbandes könne das Syndikat schon mit Rücksicht auf die gegenwärtige starke erschwinglichen und unermeßlichen Forderungen" der Sozialdemo- bermochten nicht, der allgemeinen Kursabbröckelung Einhalt zu tun. Aufnahmefähigkeit des inländischen Marktes gar nicht übernehmen. fratie ließen die Kapitalisten berzagen", niemand wolle mehr sein Bei der Deutschen Bant war sie allerdings start von einem inter - Dazu reichte die jetzige Erzeugung nicht aus und die Steigerung Geld in Aktien anlegen. nen Vorgang beeinflußt. Dem Fürstentrust ist mit der Boswau- dieser sei von einer gleichzeitigen Verstärkung der Belegschaften der Diese Sorge um die Interessen des Kapitals ist ja rührend, und Knauer- Baugesellschaft, die sich in waghalsige Terrainspekula Bechen abhängig. Dabei stoße man aber auf Schwierigkeiten, da es aber sie steht schon mit der lebhaften Gründertätigteit in Wider- tionen eingelassen hatte, ein sehr faules Ei ins Nest gelegt worden. im Kohlnbergbau gegenwärtig vielfach an den nötigen Arbeitskräf Diese Information steht in Widerspruch mit einer spruch. Noch mehr aber mit den anderen Tatsachen. Am 25. Ja- Wahrscheinlich um unliebsamen Erörterungen aus dem Wege zu ten fehle. nuar erfolgten die letzten Stichwahlen; die Sozialdemokratie gehen, erklärte sich die Deutsche Bank, die das faule Objekt abge- angeblich auch aus dem Syndikat stammenden Nachricht des fonnte einen gewaltigen Machtzuwachs fonstatieren. Die Börje stoßen hatte, zu einer Hilfsaktion bereit, für die sie angeblich zwölf Finanzherold", laut welcher man wohl bereit sei, auf Grund beantwortete die Tatsache aber nicht etwa mit einem Kurssturz, Millionen Mark springen lassen will. Wenn dadurch die Divi- längerer Abschlüsse nach England zu liefern. Die Mitteilung an im Gegenteil, in den nächsten Tagen waren auf der ganzen Linie dendenausschüttung auch nicht beeinflußt werden soll, so konnte die Köln . Boltsztg." soll zweifellos den chriftlichen Gewerkverein Aufbesserungen zu verzeichnen. Man sah in der veränderten Son- naturgemäß eine solche Erklärung den Rückgang der Kurse nicht vor dem Verdacht schützen, er wolle den Streik hier verhindern, um stellation eine Gewähr dafür, daß das gewerbliche Leben vor weites berhindern. Nicht ohne Einfluß bleibt der nun in England aus durch reichliche Kohlenförderung Lieferungen nach England zu er ren einseitigen Belastungen zugunsten der Agrarier geschützt bleibe. gebrochene Streit der Bergarbeiter und die Aussicht, daß der be- möglichen. Die Rettungsaktion der Köln . Volfsztg." ist aber- Die nachfolgende Aufstellung über die Kursentwidelung bei einigen reits durch die Arbeitseinstellung der Herrenmaßschneider und die wie en passant bemerkt werden mag- gründlich vorbeigelungen, führenden Unternehmen veranschaulicht den Stimmungswechsel. Es Aussperrung der Porzellanarbeiter afut gewordene wirtschaftliche beweist sie doch, daß gerade jebt die Situation für die Berg­notierten: Kampf durch einen Streik der deutschen Bergarbeiter eine erheb- arbeiter günstig war, viel besser jedenfalls, als wenn in England lich breitere Basis erlangen fönnte. Von weniger allgemeiner wirt- erst wieder Frieden herrscht und dann mit der Einfuhr von dort schaftlicher Bedeutung ist die Aussperrung der Porzellanarbeiter. gerechnet werden könnte. Die Auskunft aus Syndikatetreisen läßt Eine Weiterverarbeitung wird davon wenig berührt, auch ferner erkennen, daß ein Streik der deutschen Bergarbeiter sehr 140,62 nicht die Befriedigung eines täglich unumgänglich notwendi- schnell auch Betriebseinschränkungen in der Eisenindustrie im Ge­bleiben erschwert. Vorwiegend die folg haben würde. Große Lager hat man nicht angesammelt, aber 223,75 Wirkungen auf die betroffenen Arbeiter beschränkt, deren die Ausfuhr forziert, obwohl die Forderungen der Bergarbeiter 182,87 Konjumkraft eine Einbuße erleidet. Anders steht es schon schon seit Monaten bekannt sind. Das Bedürfnis des inländischen mit dem Kampf im Schneidergewerbe. Beantworten die Un- Marktes kann man nicht befriedigen, trotzdem wurde die Ausfuhr ternehmer den Streit der Schneider mit einer allgemeinen im Januar dieses Jahres im Vergleich mit dem gleichen Monat des 249,-256,- 258,-256,75 252,- 252,75 Aussperrung, dann würden zirka 35 000 bis 40 000 Schneider und Vorjahres um rund Millionen Doppelzentner, auf 24% Mil­Bis in den Oftober hinein hat die Maroffoangelegenheit die Silfsarbeiter beschäftigungslos. Aber auch dieser Kampf tritt in lionen Doppelzentner gesteigert. Die Pflege des Auslandsgeschäfts Börse start und wechselnd beunruhigt; mittlerweile war der türkisch seiner ökonomischen Bedeutung weit zurück hinter den in der ist dem Grubenkapital wichtiger als die heimische Marktversorgung. italienische Krieg ausgebrochen, der Komplikationen zwischen den Kohlenindustrie. In England ist der Streit ausgebrochen. Zwar anderen Mächten befürchten ließ, und die Bergarbeiterfrage ward glaubt man nicht, daß er lange andauern werde, aber jeder Tag des aufgerollt. In dem Maße, wie die Ansicht sich befestigte, daß Aussehens der Förderung bedeutet einen enormen Produktionsaus Deutschland von friegerischen Berwidelungen verschont bleiben fall. Die Gruben Englands holen pro Tag% Millionen Tonnen werde, hob sich das Kursniveau, und die Aufwärtsbewegung hielt Kohlen aus der Tiefe. Die allgemein fühlbarste Folge eines auch nach den Wahlen weiter an. Im Laufe des Februars vollzog größeren Ausfalles würde eine erhebliche Verteuerung des Brenn­sich unter wechselvollen Schwankungen eine Rüdwärtsbewegung, materials fein. Jetzt schon sind die Preise gegenüber dem Jahres­bie anscheinend in den letzten Tagen wieder eine mehr zubersicht beginn um zirka 25 Prog. höher. Diese Verteuerung schraubt die liche Haltung ablöst. Die rüdläufige Bewegung war von einer Produktionskosten der verarbeitenden Industrie hinauf. Tritt ein Summe verschiedener Umstände bestimmt. Am Bau- und Terrain wirklicher Kohlenmangel zin, dann müssen auch manche Betriebe, Swinembe. 757 GD 5 Haparanda 748 markt zeigten sich frisenhafte Erscheinungen, ein großer Streik der die Feuerungen zu unterhalten haben, die Erzeugung einschränken. Hamburg 755 SW 2Regen 8 Betersburg 75523 Bergarbeiter in England und Deutschland rückte in greifbare Nähe. Der Kreis der beschäftigungslosen, in ihrer Konsumtraft geschwäch- Berlin 757 G 8 Scilly 752 Berstimmung riefen auch die Verhältnisse auf dem ameritani- ten Personen wird größer. Die ausländischen Verbraucher eng- Franff.a.m. 76023 10 Aberdeen 742 schen Eisenmarkt hervor. Im Gegensatz zu den europäischen Märklischer Kohlen haben jedoch kaum das Ausbleiben der Zufuhren zu München 4 bedeckt 8 Paris 763 ten gaben dort die Preise nach, die Kauflust blieb schwach. Weiter befürchten. Um diese Kundschaft nicht dauernd an die Konkurrenz Wien 763 Still Nebel 5 wirkte die in die Diskussion geworfene Frage einer upon und abgeben zu müssen, wird man den bestrittenen Martt in allererster Wetterprognose für Sonntag, den 3. März 1912. Dividendensteuer deprimierend, am meisten aber die vom Reiche Linie weiter mit Ware versorgen. Und für England spielt der Bunächst etwas fühler, zeitweise heiter bei lebhaften südwestlichen Winden; bankpräsidenten v. Havenstein geforderten Maßnahmen, die eine Weltmarkt eine große Rolle, gibt es an diesen doch im Durchschnitt später wieder zunehmende Erwärmung, Trübung und Regen. Erhöhung des Barbestandes der Banken herbeiführen sollen, die aber wöchentlich über 1 Million Tonnen, im letzten Fahre insgesamt fast| Berliner Wetterbureau.

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Dftbr. Dezbr. Jan. Febr. Febr. März 30. 1. Deutsche Bank.258,50 262,87 268,- 265,75 262,12 262,37 Hamb . Paketfahrt. 130,87 141,87 143,75 142,50 140,87 Bochumer Verein Gußstabl- Fabrit 224,25 281,- 229,50 226,26 223,75 Deutsch - Luxemburg 184,75 191,62 192,12 187,12 181,75 Harpener. 177,25 195,12 201,50 196,87 192, 193, Phönig

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Witterungsübersicht vom 2. März 1912.

Wetter

Stationen

3 bebedt

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15° 4°.

1 Mebel 5bebedt 10 2 wollig 2 bededt

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