Nr. 102. 29. Jahrgang.
52. Sigung. Mittwoch, den 1. Mai 1912, nachmittags 1 Uhr.
Am Bundesratstisch: Dr. Solf. Präsident Kaempf teilt mit, daß er beabsichtigt, heute eine Abendsizung abzuhalten. Die Wahl des Abg. Streth( t) wird nach dem Antrage der Kommission für gültig erklärt, über die Wahl des Abg. Saupt ( 3.) wird beschlossen, Beweis zu erheben. Dann wird die zweite Beratung des
fortgefekt.
Etats für das Reichskolonialamt
bald der
Abg. Colshorn( Welfe) warnt vor einer zu optimistischen Bewertung der Baumwollpflanzungen in den Kolonien. Abg. Davidsohn( Soz.):
Freitag, 3. Mai 1912.
Abg. Henke( S03.):
Abg. Noste( Soz.):
werfen. Wie wir in Europa die Unterdrüdung frember Völker bekämpfen, die einem anderen Staatswesen ein- In dem Stenogramm meiner Rede habe ich das Wort, anbeten" gegliedert find, so müssen wir auch die Unterdrückung freier Böller in berebren" umgeändert, nicht etwa, um Herrn Erzberger den Anbekämpfen, die zufällig von gelber oder schwarzer Hautfarbe find. laß zu einem Angriff zu nehmen, sondern weil das Wort anbeten" Trozdem kommen wir um die Tatsache nicht herum, daß das ein sehr persönliches Verhältnis des Anbetenden zu dem Deutsche Reich sich solche Gebiete angegliedert hat, und selbst- Angebeteten voraussetzt, wie es bei dem Neger mit seiner Anbetung verständlich sind wir als Boltsvertreter genötigt, uns an den oder Verehrung des Affenbrotbaumes nicht anzunehmen itt. Die TatArbeiten des Reichstages zu beteiligen. Daß wir dabei so sache der Annagelung des Marienbildes an den Affenbrotbaum be viel wie möglich in unserem Sinne berbessernd zu richtet Rohrbach und urteilt über diese Methode der Verdrängung suchen wirken, ist nichts Neues, Herr Staatssekretär. In seinem der Heiligtümer der Eingeborenen durch christliche in sehr harter idyllischen Leben in Samoa hat der Staatssekretär so sehr das Ver- Weise. Gegen die Personen der Missionare waren meine Ausständnis für das politische Leben in Europa verloren und für das, führungen nicht gerichtet, ich wollte lediglich zeigen, in welchem Verwas ein Reichstag und ein Parlament bedeutet, daß er meinte, bei hältnis das offizielle Christentum zu der ganzen der Erwerbung unserer Kolonien hätte eine höfe Fee ihnen das fapitalistischen Kolonialpolitik steht. Auch ich weiß, Abg. Dr. Paasche( nail.): Früher bezeichnete man uns als Geschenk in die Wiege gelegt, daß die Abgeordneten die Kolonial- daß die Missionare Pioniere der Kultur gewesen sind, aber auch, politik von Barteirüidsichten aus behandelten als ob in der ganzen daß sie vor allem Pioniere des Kapitalismus gewesen Kolonialschwärmer, heute können wir hoffen, daß Welt große Parteien anders als nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten sind.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) auch die Sozialdemokraten auf dem Gebiete gebildet werden, von denen aus fie die gesamte Politik aus beKolonialpolitik mitarbeiten werden. Die Freisinnige Bolts- handeln müssen.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Diese partei hat ja ihre Haltung erfreulicherweise gründlich ge- Worte des Staatssekretärs erinnerten mich an den Vers:„ Ob dieser Herr Arendt fragte, tas tapitalistische Kolonialpolitik set. ändert. Besonders gefreut hat es mich auch, daß das Zentrum Auskunft dieses Kandidaten Jobses erfolgte ein allgemeines Schütteln Ich will an ein Wort erinnern, das er felbst geschrieben hat: jezt für die Kolonialbahnen eintritt. Die Zahlen, die Herr Noste des Kopfes."( Heiterfeit.) " Jeder Pflanzer draußen, jeder Kolonialschriftsteller daheim fühlt sich über die Zahl der Beamten anführt, beweisen gar nichts. Eine berufen, eine Gesellschaft ins Leben zu rufen. Dann wurde Einschränkung des Beamtenapparats wünschen wir auch; aber wir Kapital gesammelt, zunächst trieb man einige Ilang bolle können doch nicht alle an der Stulturarbeit beteiligten Beamten, wie Namen auf, die sich durch den nationalen gwed födern ließen, Eisenbahningenieure, au dem bureaukratischen Beamtenapparat rechnen. dann wurden Prospekte mit glänzenden Aussichten verschickt, DibiDitafrita hat sich ganz außerordentlich gehoben. Besonders gefährlich Bei der Bekämpfung des alkoholismus fann man benden von 30 bis 50 Broz. waren stets völlig sicher, nur daß ist bei dem Klima in den Kolonien der Alkoholgenus. Aber nur durch das gute Vorbild wirkliche Erfolge erzielen. Das dann immer unvorhergesehene Zwischenfälle dafür sorgten, daß statt trozdem wird gerade auch von den Beamten sehr viel getrunken. gilt für Deutschland und natürlich erst recht für die Kolonien. Durch dessen Fehlerträge eintraten. Dann konnten diese Gründungen Redner legt nach amilichem Material Haushaltspläne vor, wonach 3wangsmittel ist in dieser Frage nichts zu erreichen. Der Tropen- nicht leben und nicht sterben, bis sie schließlich liquidierten." Üm bei bescheidenen Ansprüchen" in Ostafrita 2500 M., in Südwest toller ist, wie die Wissenschaft erkannt hat, nichts anderes als eine zu wissen, wer sich an solchen Geschäften beteiligte, braucht sich afrika , der berfoffensten Koloniz, wie sie Noste nannte, Art Delirium nicht Herr Arendt gar nicht weit umzusehen.( hört hört! bei den fast 3000 m. jährlich bertrunken werde. Da soll man doch differenzieren und den Schwarzen den Alkohol entziehen Sozialdemokraten.) Aus diesen eigenen Worten des Herrn lieber Temperenzler hinausschiden, dann spart das Reich erhebliche wollen, den Weißen aber nicht. Die Ansicht, daß die Arendt geht hervor, daß bie kapitalistische Kolonialpolitik Beträge. Die Altoholfrage löst man nicht mit Verboten des Weißen in den Tropen ohne Alkohol nicht leben können ist widerlegt nicht getrieben wird, um den Schwarzen Kultur zu bringen, Alkoholgenusses für den Neger, der Weiße muß mit gutem Beispiel worden durch das Experiment des Sohnes des Abg. Dr. Paasche, sondern um die Weißen zu bereichern. Herr Arendt hat borangehen.( Bravo !) der mit seiner Frau monatelang durch Afrika gereist ist, ohne einen uns über die Entwickelungsmöglichkeiten Ostafritas recht farbenAbg. Dr. Müller- Meiningen ( Bp.): Unsere nach Bentralafrika ge- Tropfen Altohol mitzuführen.( Seiterkeit.) Das ist eine sehr ernste prächtige Bilder vorgetragen. Er entwickelt bei solchen Gelegenheiten planten Bahnen tönnen sich nur rentieren, wenn sie einen genügenden Sache.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Der Antrag itets eine Güterzufluß aus dem Kongogebiet haben. Daher begrüße ich die Mumm, der nur der schwarzen Bevölkerung den Alkohol verbieten Erklärung des Staatssekretärs, daß die Kongoakte hochgehalten werden will, geht daher nicht weit genug. Möge die Kolonialverwaltung follen. Bu begrüßen ist der Erlaß einer Jagdordnung für Dstafrila. dafür sorgen, daß vor allem ihre Beamten in der Alkoholfrage Unhaltbar find unfere folonialen Rechtsverhältnisse. Es fehlt an den Schwarzen mit gutem Beispiel borangehen.( Bravo ! einem Kompetenzgesetz. Wie steht es mit der von uns früher ver- bei den Sozialdemokraten.) langten Sammlung des Eingeborenenrechts? Zwischen Damit schließt die Debatte. Justiz und Verwaltung muß eine absolute Trennung bestehen. Abg. Noste( persönlich) betont, daß er nicht nur die Zahl der Für jede Kolonie Kolonie müßte entsprechend ihren gesonderten Weißen der Anzahl der Beamten gegenübergestellt, sondern in diesem Verhältnissen ein besonderes Strafrecht geschaffen Busammenhang auch von den Eingeborenen gesprochen habe. werden. Die Lehrkräfte an ben folonialen Schulen find Der Titel Staatssekretär wird bewilligt. Zu der Resolution Mumm( Wirtsch. Vg.) liegt ein Antrag sehr unzureichend; die Denkschrift über Ostafrifa gibt ein Bild von dem dortigen Schulelend. Davidsohn( Soz.) vor, in der Biffer 1, die lautet:
"
Abg. Mumm( Wirtsch. Vg.) begrüßt die Entwickelung der Kolonien, die der Reichstag einmütig bis auf die Sozialdemo fraten
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freudig anerkenne und bittet um Annahme der von seiner Partei eingebrachten Resolution, die eine Einschränkung des Alkoholimports und das baldige Wiederzufammentreten der Brüffeler Konferenz aur Revision des afrikanischen Spirituosenhandels fordert. Präfident Kaempf teilt mit, daß gegen das Abhalten einer Abendfizung Einspruch erhoben sei; er werde daher Ab stand bavon nehmen.
Abg. Ledebour( Soz.):
tremens.
man Daher darf
Der Reichskanzler wolle darauf hinwirken, daß der Alkoholimport für den Konsum der einheimischen Bevölkerung in den beutschen Schutzgebieten stetig mehr eingeschränkt werde, das Wort einheimischen" zu streichen. Dieser Antrag wird mit großer Mehrheit angenommen, ebenso die so veränderte Resolution Mumm.
Der Rest des Etats wird bebattelos erledigt. Bum
beantragt die Budgetkommission, die Hausstlaberei bom 1. Januar 1920 an aufzuheben.
Aehnliche Ausführungen wie von Herrn Waldstein habe ich auch Abg. Erzberger( 8.): Herr Hente hat neulich, gestützt auf ein schon von anderen Freifinnigen gehört, die als borüber- Buch von Rohrbach, behauptet, die Katholiken in Togo beteten das gehende Erscheinungen im Reichstage waren.( Heiterkeit.) Marienbild an Das hat aber Rohrbach niemals geschrieben. Auch der neue Staatssekretär, der wegen seiner Stellung den Nachdem ich das neulich moniert hatte, hat hente dann in seinem Nimbus besonderer Sachkenntnis hat, fagte, er habe aus den Er- Stenogramm den Ausdruck„ anbeten" in berehren" berändert. fahrungen hier im Hause die Ueberzeugung gewonnen, wir Sozial-( Sört! bört! im Zentrum.) demokraten würden uns bessern und nach fünf Jahren eine Abg. Dr. Arendt( Rp.) hofft, daß der innere Friebe in der Kolonie Rolonialpartei fein. Diese Hoffnung muß ich ihm leider ber nach dem Weggange des Gouverneurs v. Rechenberg wiederhergestellt gällen. Bir Sozialdemokraten bekämpfen die Kolonialpolitik werde. Die Sala steuer hat sich nicht bewährt, ihr Ertrag ist grundsäglich. Daß wir gewiffe Vorschläge unterstützen und selbst äußerst gering. Die in Deutschostafrika eingeführte Währung läßt Berbefferungsvorschläge einbringen, darüber wundert sich der Staats- alle praktischen Erfordernisse des Verkehrs unberüdsichtigt. Was die fefretär nur deshalb, weil er in seinem Sig in Samoa , wo er mit Blumen Eingeborenen anlangt, so muß man bedenken, daß die Eingeborenen im lodigen Haar wandelte( Heiterkeit, da der Staatssekretär einen Glatz- borher nicht etwa in einem glücklicheren Zustande lebten. Die Topf hat), nur die Norddeutsche Allgemeine Beitung" und ähnliche Deutschen sind hingekommen als Sultivateure.( Sehr richtig! Beitungen las. Wir würden ja unserem eigenen Lebenswert ins rechts.) Eine andere als eine tapitalistische o Geficht schlagen, wenn wir die Hand dazu bieten wollten, Ionialpolitit gibt es nicht. Gerade in Dstafrika ist das daß irgendwo in der Welt mit Mitteln des Reichs und der Staats- Kapital mit großem Bagemut eingetreten und das hat eine sehr gewalt freie Böller gezwungen werden, sich den Deutschen zu unter- günstige Entwidelung des Landes zur Folge gehabt.
Kleines Feuilleton.
Braucht Berlin einen Opernneubau? Diese Frage erörtert der Türmer" in seinem Maiheft und verneint fie u. G. mit vollem Recht. Diese Angelegenheit ist heißt es bateine berlinische, auch keine höfifche. Das drüdt sich nadt in der Tatsache aus, daß von den 12 Millionen, die der Bau tosten soller wird also natürlich mehr tosten- drei Viertel aus allgemeinen Landesmitteln bewilligt werden sollen. Darüber hinaus ist die Angelegen heit eine allgemein nationale, weil vermutlich auf lange Jahre hinaus ber meltlichen Baukunft nicht zum zweiten Male eine gleich große Aufgabe gestellt werden wird, die in diesem Maße rein fünstlerisch gelöst werden fönnte, wie es beim Theaterbau im Be. reich der Möglichkeit liegt. Das neue Opernhaus tann also zu einem Martstein der deutschen Baukunst werden, aber ebensogut zu einem Schandfled.
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eine derartige Abwanderung nach diesen anderen Kunststätten erfolgen, daß die Sorge der Opernhausverwaltung eher dahin gehen wird, wie der vorhandene Raum gewinnbringend gefüllt werden tann."
wahrhaft orientalische Phantasie.
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( Heiterkeit.) Früher wurde einmal phantafiert von Natron. ichäßen im Werte von einer Milliarde Mart, die in Ostafrika vorhanden sein sollten. Ein paar Jahre später aber mußte ein Parteifreund des Herrn Arendt zugeben, daß die deutsche auch nur einen Pfennig in Industrie es ablehne, auch Gewiß hat dieses Unternehmen hineinzusteden. die Kolonisation manche Kulturfortschritte und Vorteile den Eingeborenen gebracht, ich erinnere an die Bekämpfung der Schlaftranfheit. Aber man darf auch die Kehrseite der Medaille nicht vergessen, das Hineinbringen neuer Seuchen, wie des Typhus und der Tuberkulose. Herr Arendt hat dem scheidenden Gouverneur noch einen Fußtritt bersetzt,( Abg. Lede bour: einen Arendt Fußtritt, Heiterkeit), und von dem neuen Gouverneur erhofft er vor allem eine Stärkung der Siedelungspolitit. Dann würde die Mehrheit des Reichstages böse mit dem neuen Gouverneur ins Gericht gehen. Das Klima Ostafritas erlaubt eine Besiedelung durch Weiße; sie stärker zu fördern wäre eine geradezu mörderische Politif. Wo Wasser vorhanden ist, figen die Eingeborenen, und wir wollen diese doch nicht zum Teufel jagen. Wir wünschen, daß die Regierung auch unter dem neuen Gouverneur auf dem bisherigen Wege fortfährt, die Kultur der heimischen Bevölkerung zu heben, Lehrer für fie anzustellen, aber feineswegs darf sie die bisherige Siedelungspolitit im Sinne des Abg. Arendt ändern.( Beifall bei den Sozialdemokraten.)
Abg. Dr. Arendt( Rp.): Auswüchse des Kapitalismus, auf die der Abg. Noske sich stüßt, mißbilligen wir ebenso wie er. Das schöne Wort von der orientalischen Phantasie hat ihm wohl der Abg. Stadthagen vorgefagt. Herr Roste bestreitet die Möglichkeit der Befiedelung Ostafrikas durch Weiße. Saclenner be haupten, daß in den hochgelegenen Gegenden, die auch wasserreich find, sehr wohl eine Siedelungspolitit möglich ist, die keineswegs eine mörderische Politit genannt werden darf.( Bravo ! rechts.)
Abg. v. Böhlendorff- Kölpin( f.): Was Herr Arndt ungünstiges über den Gouverneur v. Rechenberg gefagt hat, bedauern wir; wir schließen uns der Anerkennung an, die Herr v. Liebert für ihn ausgesprochen hatte.( Bravo ! rechts.) Die Debatte schließt. Die Resolution der Budgetkommission betr. Abschaffung der Hausstlaberei wird angenommen. Der Rest des Etats wird debattelos erledigt.
bildet heute einen Bandratsbezirk des Fürstentums Neuß i. 2.). aber der Prinzipienreiter" lebt noch. Notizen.
Statt eines Neubaues bedarf nach dem Türmer" die König-- Theaterchronit. In der Komischen Oper wird liche Oper vielmehr einer fünstlerischen Neuorganisation. Auch vom 15. Wai Direktor Halm mit der Truppe des Neuen Schaubarin stimmen wir mit ihm durchaus überein und wollen nur noch spielhauses einen Einatterzyklus und eine Detektivkomödie zur Aufhinzufügen, daß es zu den Aufgaben dieser öffentlichen Kunstanstalt führung bringen. Im Deutschen Theater wird vom doch wohl auch gehören müßte, Bolfsvorstellungen zu veranstalten. 1. bis 15. Juni Frank Wedekind in all seinen bisher von Rein Denn schließlich wird die Königliche Oper aus den Steuergroschen hardt aufgeführten Stüden gastieren. des Voltes unterhalten, sie dient aber bis jetzt nur Lurusbedürfniffen.
Vorträge. In der Urania hält am Montag, den 6. Mai, 8 Uhr abends, Dr. Hugo Schwerdiner einen Lichtbilderbortrag über Rabium. Das österreichische Ministerium für öffentliche Arbeiten als Befiber von St. Joachimsthal , der größten Radiumbergiverke der Welt, hat für den Vortrag wertvolle Nadiumpräparate zur Verfügung gestellt.
Bürgermeister Reide als Kunstkritiker. Nachdem die schweren Aufgaben des Zweckverbandes glücklich gelöst find, hat der Bürgermeister Reide endlich geit gefunden, seiner tiefsten Veranlagung zu folgen: er wurde Kunstkritiker, indem er bei der Eröffnung der Großen Berliner die Sezession angriff. Er hätte diese Wandlung Eine Goya- Ausstellung beranstaltet das Berliner Ein Unglüd ist ja nun schon zur Tatsache geworden, nämlich aber doch lieber unterlassen sollen, denn schon nach dem ersten Auf- upfer si ich kabinett. Es sind da Zeichnungen, Nadierungen daß man über dem Kampf um die Entwürfe für das neue Opern- treten fann man ihm nur Talentlosigkeit attestieren. Seltsamer und Steindruce des großen spanischen Meisters vereinigt. Die haus vergißt, daß der Neubau überhaupt keine Notwendigkeit ist. Irrtum; Herr Reide glaubt als Beamter beaufen zu sein, über die Berliner Sammlung birgt neben der Madrider Nationalbibliothek Wir sind heute gerade für die Architektur in einer Uebergangszeit, Entwicklung der Künste zu machen. Warum bestellt er dazu nicht den reichsten Besitz an Werken des Meisters unter den Radierungen, die unbedingt bald zu einer Klärung fommen wird. Die gesunden lieber einen Wachtmeister. Da würde das Schuriegeln doch wenig- die Goyas Ruhm vor allem begründeten, Drucke, die er für sich Kräfte, die in der sogenannten modernen Architektur liegen, ringen stens Stil bekommen. So aber wirkt das Angstgeschrei des grünen oder seine Freunde von den Platten nahm, bevor die Folgen im sich so deutlich heraus, daß es nur eine Frage weniger Jahre sein Buhnes nur fomisch. Und beinahe hätte die Sezession, die Herr Handel erschienen, und unter den Lithographien Blätter, die überfann, bis das ganz Bolt es unbegreiflich finden wird, venn fo Reide gar nicht mehr leiden mag, es nicht nötig gehabt, die bürger- haupt nur einmal existieren. durchaus aus der Beit herausgewachsene Aufgaben, wie der Bau meisterliche Kritik zurüdzuweisen. Freilich, für die ungebührliche eines Theaters, anders als im Geiste der Zeit gelöst werden. So Beschuldigung, die Sezession ließe sich statt von künstlerischem Geist von sensationslüsternem Geschäftsgeist treiben, mußte Herr Reide schon bestraft werden.
warte man doch.
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Wilhelm Mautes, unseres Münchener Mitarbeiters, musikalisches Lustspiel Fanfreluche"( Text nach Gautiers gleichbenannter Nofotonovelle bon Georg Schaumberg ) fand im Münchener Softheater eine äußerst beifällige Aufnahme. Nein, der Neubau des Opernhauses drängt nicht. Alle die Vorwürfe, die dem alten Opernhaus gemacht werden, find nicht stich- Der Prinzipienreiter". Manche Zeitungslefer fennen den Ueber die Musik wird uns geschrieben: Mauke versucht die vormals haltig. Wenn die Feuersgefahr so groß wäre, wie es von bau-" Brinzipienreiter", aber die wenigsten werden eine Ahnung haben, so beliebte komische Oper im modernen Musikdramenstil wieder auf lustiger Seite behauptet wird, so wäre es längst ein Verbrechen, woher dieser Ausdruck stammt. Es war eine der fomischesten Ge- leben zu lassen, wodurch man den Einbrud erhält, eine veredelte noch immer allabendlich die Besucher in diese große Gefahr zu stalten des 19. Jahrhunderts, der es vorbehalten blieb, die deutsche Form der Operette zu erleben. Der operettenhafte Gindruck wird bringen. Die igenischen Einrichtungen werden um so eher aus- Sprache um dies Wort zu bereichern, das sicherlich noch fortleben im vorliegenden Falle durch den Zwiespalt zwischen Buch und Parreichen, je fünfilerischer der szenische Ausbau betrieben werden wird, wenn die fernste Erinnerung an seinen Urheber verblaßt ist. titur verstärkt, denn die Handlung ist gar zu nichtig für die sie wird. Denn dieses Künstlerische erheischt an Stelle des jetzt über- Der Schöpfer des Prinzipienreiters" war Heinrich der Zweiund- illustrierende fräftige Tonmalerei Mautes. Sie ist äußerst farbig ladenen Bruntes edle Einfachheit, ein Arbeiten auf Raum und siebzigste, Fürst von Reuß- Lobenstein- Ebersdorf, Mitregent von und in den Ihrischen Stellen einschmeichelnd und immer höchst Licht hin, ohne die jebige Ueberladung. Daß im Opernhaus viele Gera . Dieser Fürst hatte die Beobachtung gemacht, daß seine Unter- charakteristisch im Ausdruck, entbehrt allerdings auch nicht mehrungünstige Bläge sind, von denen man nicht auf die Szene fehen tanen die Beamten nicht gehörig titulierten. Dies schien ihm be- facher Anlehnungen an bekannte Werte flassischer Meister. Der echte Schillerschädel. Schillers Schädel hat fann, trifft zu. Aber da auch der Neubau als Rang- und Logen- denklich und vor allen Dingen demagogisch. Und daß er die Dematheater gedacht ist, wird sich dieser Uebelstand genau so wieder ein- gogen bitter haßte, erscheint, wenn man die Zeit um 1840 in Be- feine Ruhe im Grabe gefunden. Man hat ihn schon früher in dem stellen. Alle anderen Behauptungen sind unsinnig. Dabei ist das tracht zieht und außerdem die absolutistischen Neigungen dieses Gewölbe, in dem er beigesetzt war, gesucht und gefunden. Aber eine sicher, daß von den jezt ausgestellten Entwürfen teiner in Duodesfürsten berücksichtigt, nicht weiter berwunderlich. Um also dieser ton dem Bürgermeister Schah ausgewählte Schädel wurde gleichem Maße festliche Würde und Intimität vereinigen wird, wie seinen Beamten die richtige Titulatur zu verschaffen, feste er sich als nicht schillerisch verworfen. Der Prof. Froriep hat dann unser jetziges Opernhaus. Bleibt die eine Frage der Geräumigkeit. rasch entschlossen an seinen Arbeitstisch und erließ folgendes Dekret: aufs neue unter 70 in Frage kommenden Schädeln gesucht und will Nun, wenn unsere Königliche Oper in der gleichen Weise weiter Seit 20 Jahren reite ich auf einem Prinzipe herum: jebt den richtigen festgestellt haben. Der Münchener Anatomenzu arbeiten gesonnen ist, wie sie es in den letzten zwanzig Jahren nämlich daß jeder Beamte bei seinem richtigen Titel benannt kongres bestätigt es und die Menschheit schüttelt den Kopf. Strindbergs Befinden hat sich, wie aus Stod getan hat, so werden die Plätze im jetzigen Opernhaus nach 1914 werde usw. So verdankt die deutsche Sprache den Eingangsworten dieses holm gemeldet wird, verschlechtert. Eine neue Operation ist böllig ausreichen. Wenn das Monopol auf die Werte Richard Wagners fällt und in den Nachbarstädten Berlins- Charlotten. Erlaffes Heinrichs des Zweiundsiebzigsten den Brinzipienreiter". wahrscheinlich notwendig. Der Patient wird beständig schwächer; burg wird 1913 am Blake sein tüchtig gearbeitet wird, so wird Der Fürst ist längst gestorben, sein Meich" existiert nicht mehr( es es ist ihm unmöglich, Nahrung zu sich zu nehmen.
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