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nicht der geeignete Ort für solche ÄuZemandersetzungen sei und keine Beschlüsse fassen könne. Auf einen ZurufSie sind selbst schuld, warum haben Sie keine Parteiversammlung einberufen", stellte er fest, dag der Sozialdemokratische Verein sich noch mit der Angelegen- heil beschäftigen werde._ Mit dem Bau eines eigene» Heims beginnen die Breslauer Genossen nächste Woche. Das Grundstück ist schon lange Eigentum der Breslauer Arbeiter, es be- steht auS einem großen Saal, Restaurationsräumen und einigen Fabrikräumen. Das große Vorderland lag bis jetzt brach, und auf diesem sollen jetzt drei große Vorderhäuser, in denen Restaurationsräume, Gewerk'chaftsbureaus und die Herberge unter- gebracht werden sollen, errichtet werden. Der Saal, der den heutigen An- sprllchen nicht mehr genügt, soll durchUm- undAnbau eines kleinerenSaaleS vergrößert und der Neuzeit entsprechend hergerichtet werden. Der noch vorhandene Platz für ein viertes WohnhauS mit Hinterland ist für die Druckerei des Parteiblattes reserviert, das spätestens im Jahre 1916 die eigene Druckerei errichten will. Um das gesamte Projekt finanziell günstig und solide fertigzustellen, haben die Breslauer Arbeiter den festen Wille», die Kosten hierzu aus den eigenen Reihen durch Sammlungen und Beiträge der Gewerk- schaften aufzubrlnaen. Der erste Aufruf zur Sammlung im Februar vorigen Jahres brachte nach Ablauf weniger Wochen die Summe von 132 009 M.. davon waren 67 000 M. Beiträge von Gewerkschaften und 65 900 M. aus privaten Kreisen. Ein zweiter Aufruf im Februar dieses Jahres erbrachte wieder nach wenigen Wochen insgesamt 147 715,69 M., davon aus privaten Kreisen allein rund 195 999 M. Bis jetzt sind rund 279 999 M. vorhanden, dazu kommen noch 69 999 M. garantierter Beiträge durch die Gewerk- schaften. so daß die Baukommisfion insgesamt über 339 999 M. bareS Geld bei Beginn des Baues verfügt. Die Sammlungen werden fortgesetzt und die Baukommisfion hofft, noch so viel zusammen zu bekommen, um das gesamte Unternehmen un» abhängig von Privatkapitalisten zumachen. Nach Fertigstellung deS Druckereigebäudes für dieVolkswacht" haben sich die Breslauer Genofien aus eigener Kraft ein Heim geschaffen, das eine Zentrale für das gesamte Partei- und Gewerkschaftsleben werden wird._ Totenliste der Partei. Am Mittwoch morgen ist in Duisburg an den Folgen einer Gallensteinoperation nach längerem schwerem Leiden der Arbeiter- setrerär Robert Kunkel im Alter von 68 Jahren gestorben. Er war gelernter Buchdrucker und gehörte als solcher neben der Partei- Organisation auch seiner Berufsorganisation seit Mitte der 79er Jahre an. Zur Zeit deS Sozialistengesetzes war Genosse Kunkel in Berlin in der Arbeiterbewegung tätig, für die Partei sowohl als auch für die unterdrückten gewerkschaftlichen Organisationen. Später wirkte der Verstorbene in F o r st in der Lausitz als Arbeitersekretär und in gleicher Eigenschaft bis zu seinem Tode in Duisburg . Zwischenfall beim Begräbnis deS Abgeordneten Silberer. Beim Begräbnis des auf einer Skitour verunglückten öfter- reichischen Abgeordneten S i l b e r e r erlitt der Leichenzug auf dem Schwarzenbergplatz, einem der elegantesten Plätze Wiens , eine Stockung, weil eme Anzahl Wagen durch den Zug hindurchfahren wollten, um das gleichzeitig stattgefundene Armeerennen noch zu erreichen. Ein Hofwagen sollte sogar von einer Polizeieskorte durch den Zug hindurchgeführt werden. Die Parteigenossen wußten diese schamlose Störung eines Leichenbegängnisses jedoch zu verhindern. Die Hofgesellschaft mußte den proletarischen DemonstrationSzug an fich vorbeipassieren lassen. Soziales* Errichtung der ersten deutschen Heil- und Erziehungsanstalt für psychopathische Fürsorgezöglinge. Auf dem Gelände der Göttinger Provinzial-Heil- und Pflege- anstalt ist die erste deutsche Provinzial-Heil- und Erziehungsanstalt für psychopathische Fürsorgezöglinge errichtet und am Montag fcier- lich eingeweiht worden. Die Errichtung dieser Anstalt, bisher der einzigen in ganz Deutschland , ist der Anregung des Geheimen Medizinalrats Professor Dr. Cramer, des Direktors der Göttinger Provinzial-Heil- und Pflegeanstalt, zu danken. Die Provinz Han- nover war die erste, die durch einen psychiatrischen Sachverständigen, den obengenannten Geheimrat Cramer, eine systematische Unter- suchung der sämtlichen Fürsorgezöglinge auf ihren Geisteszustand vornehmen ließ. Dabei wurden bei einer großen Zahl der Zög- linge psychopatische Züge festgestellt, die teils auf dem Boden einer degenerativen Anlage entstanden waren, teils dem angeborenen Schwachsinn oder psychischen Grenzzuständen angehörten. Bei einer längeren Beobachtung solcher Fürsorgezöglinge in der Göttin- ger Heil- und Pflegeanstalt hat sich im Laufe der Jahre ergeben, daß eine Reihe von Fürsorgezöglingen nicht so ausgesprochen geisteskrank ist, daß sie in das Milieu einer Irrenanstalt paffen, daß andererseits aus Gründen ebenfalls pathologischer Natur der weitere Aufenthalt in einer der bestehenden Erziehungsanstalten ungeeignet erscheint. Infolgedessen hat der Landtag der Provinz Hannover die jetzt eingeweihte sogenannte Zwischenanstalt errichtet. Sie soll der Aufnahme pathologisch veranlagter Zöglinge dienen und auf ihren Geisteszustand zu beobachtende aufnehmen. Die Anstalt ist einem Psychiater unterstellt. Sie will durch eine der Eigenart jedes Zöglings angepaßte Behandlung die Erziehung der krankhaft veranlagten jugendlichen Personen zu nützlichen Gliedern der menschlichen Gesellschaft zu erreichen suchen. Der Er- ziehungszweck wird gefördert durch ärztliche Behandlung, Unter- richt, Seelsorge und eine streng geregelte, zweckmäßige und nutz- bringende Beschäftigung der Zöglinge. Bevorzugt wird die Arbeit im Freien, insbesondere Gemüse-, Obst- und Blumenzucht, daneben wird die Ausbildung in den gebräuchlichsten Handwerksbetrieben erstrebt. Neben Arbeiten und Unterricht kommen Spiel und Tur- neu als wichtiges Erziehungsmittel in Betracht. Die Anstalt wird außer mit den Zöglingen aus der Provinz Hannover mit denen der benachbarten Provinzen Westfalen , Hessen-Nassau , Sachsen und dem Herzogtum Braunschweig belegt. Die Anstalt ist. wie schon oben erwähnt, die einzige ihrer Art in ganz Deutschland und sie ist berufen, bahnbrechend auf dem Gebiete der Erziehung psychopathischer Fürsorgezöglinge zu nütz- lichen Gliedern der menschlichen Gesellschaft zu wirken. Mittelständler gegen Sozialreform. Die Detaillisten der Textilbranche beschäftigten sich auf einer Tagung der süddeutschen Gruppe dieses Verbandes mit verschie- denen der neueren sozialpolitischen Gesetzesvorlagen. Der Kauf- mann Simonis-Frankfurt a. M. bemerkte in der Besprechung der Tätigkeit des Verbandes zur Abwehr gesetzlicher Matznahmen, daß es dem Verbände gelungen sei, beim Heimarbeitergesetz die Ein- setzung von Lohnämtern zu verhindern. Die Erklärung klingt etwas sehr bramarbasierend, denn die wirtschaftlich nicht sehr mächtige Gruppe der Detaillisten kann sich dieses hohe Verdienst sozialpoli- tischen Rückschritts nicht zuerkennen. Aber die Erklärung zeigt, daß auch diese Detaillisten sich bemüht haben, da? sozialpolitisch einzig Wertvolle am Heimarbeitsgesetz zu Fall zu bringen. Trotz erdenklichster Mühe, die sich die sozialdemokratische Fraktion gab, fiel bekanntlich die Errichtung von Lohnämtern. Beim Gesetzent- wurf über die SonntagSarbeit hat nach Angabe des Referenten der Verband erreicht, daß' die Zuschneider Smmiag» tätig fein dürfen bezw. daß daS Matznehmen am Sonntag gestattet ist. Die Auf- Hebung der Stempelgebühr für die Erlaubnis, Ueberarbeit machen zu dürfen, rechnet sich der Verband ebenfalls als Verdienst an. Nur wenn der Vermögenswert der für den Unternehmer geleisteten Ar- beit 159 M. nicht übersteigt, ist kein Stempel zu erheben. Be­dauert wurde noch, daß es nicht gelungen sei, die Angeftelltenverfiche- rung hintanzuhaltcn, aber es wurde versichert, daß der Verband fortgesetzt in Fühlung mit den Reichsbehörden stehe. Der gesetzliche Achtstundentag im Kanton Zürichs Das Amtsblatt des Kantons Zürich enthält die regierungI- rätliche Verordnung betreffend die Organisation der Bezirks- anwaltschaft(Untersuchungsrichteramt) Zürich , durch die im 8 1 der Achtstundentag mit der Arbeitszeiteinteilung von 8 12 Uhr vormittags und L 6 Uhr nachmittags festgelegt Nnrd. Für den Samstag wird der Siebenstundentag mit Feierabend um 5 Uhr nachmittags bestimmt, und weiter können die Bureaus an den Tagen vor Ostern, Auffahrt, Pfingsten und Weihnachten sowie am Silvester, Knabenschießcn und 1. Mai den ganzen Nachmittag gc- schlössen werden. Am Berchtoldstag ist die Schließung der Bureaus für den ganzen Tag gestattet; am Sechseläuten kann sie auf den Vormittag ausgedehnt werden, wenn vormittag? Umzüge statt« finden.< Der§ 2 schränkt zwar diese anerkennenswerten Bestimmungen etwas ein, indem(abgesehen von dem bedingungslos festgesetzten Achtstundentag) er die Wohltat dieser Vergünstigungen davon ab- hängig macht, daßihre Arbeit es gestattet"« Mein wir nehmen an, daß es möglich ist, sich darauf einzurichten. Und so konstatieren wir, daß wir im Kanton Zürich den gesetz- lichen Achtstundentag und freien 1. Mai haben, wenn auch vorerst nur für das Dutzend BezirkSanwälte in Zürich . Dürfen wir doch hoffen, daß trotz aller bürgerverbändlerischen Treibereien und bäuerlichen. Handlangerdienste ein gleiches Gesetz auch einmal für die gesamte Arbeiterschaft geschaffen werden wird. Was. den Beamten recht ist, ist den Arbeitern billig!. Ungarisches Landarbeiterelend. Heber dieses traurige Kapitel der Wissenschaft vom magharU schen Globus wird alljährlich ein amtlicher Bericht(über die land- wirtschaftlichen Tagelöhne in Ungarn ) veröffentlicht. Nach dieser schon mehr als unverdächtigen Quelle war der Jahresdurchschnitt der Landarbeiterlöhne von 1919 für Männer 2 Kronen 11 Heller (1999: 2 Kr.), ftir Frauen 1 Krone 43 Heller(I Krone 86 Heller), Kinder 96 Heller(91 Heller). Die Zahl der Arbeitstage beträgt für Männer 222, Frauen 188 und Kinder 162. Daraus ergibt sich für 1919 ein Jahresvcrdienst der Männer von 468,42 Kr., der Frauen von 268,48 Kr. und der Kinder 146,92 Kr. Diese nicht im Gesindeverhältnis stehenden Landarbeiter müssen nun die Nah- rungsmittel für sich kaufen, und die von der amtlichen Statistik hervorgehobene Steigerung der Löhne hält gar nicht entfernt Schritt mit der Teuerung der Produkte. ES leben in Ungarn mehr als 4 Millionen solcher Landarbeiter. Es geht ihnen so gut, daß sie sich zu Zehntausenden aufmachen, um nach Amerika auszuwandern. Fallen sie aber der Grenzpolizei in die Hände, so konfisziert man ihnen die Schiffahrtsbilletts und schafft sie wieder nach Hause. Den herrschenden Zlgrariern müssen die billigen Arbeitskräfte erhalten werden. Mit Ausnahme jener Auswanderer, zu deren Lieferung sich die Regierung seinerzeit gegenüber der Cunard-Linie der- tragsmäßig verpflichtete. Qyalltöfe9 --- raucher ¥ fordern ¥ und rauchen nur Garbärfv SelteWenprels + 10% Selbstkostenpreis + 10% Gegen Zahlung einer Umsatzprooislon von 10% hat Jeder das Recht, Herren-, Jünglings-, Knaben- u. 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